#*^^;t^«^r ?i *^ ■'.A -r. • — "^ THE UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY • 580.5 05 V.57 CSi CS iiij!i OSTERREICHISCHE , r\}-^ — BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. REDIGIERT UND HERAUSGEGEBEN VON D« RICHARD R. v. WETTSTEIN PROFESSOR AN DER K. K. UNIVERSITÄT IN WIEN. LVIL JAHRGANG. MIT 23 TEXTILLÜSTRATIONEN (91 EINZELFIGÜREN), 3 KARTENSKIZZEN IM TEXT UND 5 TAFELN. WIEN 1907. VERLAG VON KARL GEROLDS SOHN I., BARBARAGASSE 2. . OS ÖSTERREICHISCHE I Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LVII. Jahrgang, N«- 1. Wien, Jannar 1907. Die systematische Bedeutung des Blattbaues der mittel- europäischen Aira -Arten. Von Margarete Zemanu (Wien). Mit 2 Tafeln (I und II). (Schluß. 1) Betrachten wir nun die Querschnittsbilder der verschiedenen Arten mit ihren charakteristischen Merkmalen, so zeigt es sich, daß Aira flexuosa sowohl in der Form des Blattes, als auch durch die Ausbildung des mechanischen Gewebes und die Lage der Gefäß- bündel am deutlichsten von den übrigen Formen verschieden ist, und daß sie namentlich von Aira setacea, von der sie morpho- logisch nur geringe Unterschiede zeigt ^), im Blattbau wesentlich abweicht. Was die von Ascherson als Campella zusammengefaßten Arten A. caespitosa, A. aljnna und A. media anbelangt, so haben wir in dieser Gruppe wieder eine Zweiteilung: 1. „Blätter flach (auf der Oberseite mehrere [mindestens vier] stark vorspringende oder doch deutlich sichtbare Nerven), selten locker zusammen- gefaltet oder eingerollt" mit A. caespitosa als Leitart und A. alpina („der Leitart sehr ähnhch") und 2. „Blätter dünn, borstenförmig zusammengefaltet" A. media. Hier findet sich die nahe Verwandtschaft der beiden Arten A. caespitosa und A. alpina auch im Blattbaue bestätigt, und dies geht sogar so weit, daß es nicht möglich ist, nach dem Blattquer- schnitte eine Form von A. caespitosa mit nur einem Bündel in der Eippe (soweit ich beobachten konnte stets alpine Formen) von A. alpina zu unterscheiden. Dagegen zeigen die Unterarten von A. al- pina, die in geographisch scharf getrennten und klimatisch sehr 1) Vgl. Jahrg. 1906, Nr. 12, S. 457. 2) Ascherson, der diese beiden Spezies als Avenaira zusammenfaßt mit A. flexuosa als Leitart, schreibt von A. setacea: „Der Leitart sehr ähnlich" und weiter unten: „Blätter etwas breiter." Österr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1907. 1 512010 verschiedenen Gebieten ^) vorkommen, in ihrem Baue große Über- einstimmung^), ^ira wec^ia endlich, die von Ascherson als letzte in der Artenreihe gestellt wird, würde sich nach dem anatomischen Baue ihres Blattes am besten zwischen A. setacea und A. caespi- tosa, also als erste in der Ca ?»j3e^/a- Gruppe einreihen lassen, indem sie durch den geschlossenen, gleichmäßig breiten Bastring, sowie die infolge der gewöhnlich zusammengefalteten Blattstellung aut beiden Seiten verschiedene Epidermis mit A. setacea einerseits, durch die Gesamtforra des Querschnittes mit auf der Unterseite nicht vorspringendem Medianus mit A. caespitosa (allenfalls durch die Einzahl der Gefäßbündel in jeder Rippe noch näher mit A. alpind) übereinstimmt. Ich habe daher in der Spezialbesprechung A. media auch an dieser Stelle eingeschaltet ; doch will ich hiermit nicht mit Sicherheit behaupten, daß dies tatsächlich der Zusammen- hang der Arten sei, denn da A. setacea und A. media unter an- nähernd gleichen äußeren Lebensbedingungen vorkommen {A. se- tacea „auf Heidemooren" und A. media „au feuchten Ufern" und ,,in Sümpfen im südlichen Gebiet der Provence"), ist vielleicht die Ähnlichkeit im Blattbaue lediglich auf die Ähnlichkeit der äußeren Verhältnisse zurückzuführen. Es ist die angegebene Reihenfolge nur die Ordnung, die sich aus dem anatomischen Blattbaue ergibt, und der sich nach der Einteilung von Ascherson kein Hindernis ent- gegenstellt. Wenn wir also die Ergebnisse dieser Untersuchung zusammen- fassen, lassen sich folgende vier Sätze aufstellen : 1. Von den mitteleuropäischen Arten der Gattung Aira scheinen die von Ascherson als Cary/op%^Zea zusammengefaßten ein- und zweijährigen Arten im Blattbau keine konstanten Unter- scheidungsmerkmale aufzuweisen. 2. Die ausdauernden Arten der Gruppe Beschampsia dagegen sind im anatomischen Bau ihrer Grundblätter deutlich voneinander unterschieden. 3. Es treten aber trotzdem zwischen einzelnen Arten Über- gangsformen auf, die bei sehr nahe stehenden Arten wie Aira caespitosa und Aira alpina die Unterscheidungsgrenze verwischen. 1) Die dicht rasenbildende A. laevigata in „Irland, Island bis Lappland auf Gebirgen". A. litoralis, die „augenscheinlich die vikariierende Unterart zu A. laevigata^ darstellt, „die ihre äußerst charakteristische und von dieser Unter- art abweichende Tracht ihrer südlichen Heimat verdankt", an den „Ufern von Seen und Flüssen im Gebiet der Schweizeralpen". Aira bottnica „nur an der Ostsee von Skandinavien bis St. Petersburg". A. Wibeliaiia, „der vorigen Unter- art sehr ähnlich", „auf sandig-lehmigen und schlammigen oder kiesigen Ufern, sehr selten. Bisher nur am Unterlauf der Elbe und ihren Nebenflüssen. Soweit der Wechsel von Ebbe und Flut vordringt." (Ascherson.) 2) Denn wenn auch bei A. Wibeliana die Spaltöffnungen stets auch auf der Unterseite auftreten, während ich dies bei den drei übrigen Unterarten nur ab und zu beohachten konnte, bietet dies ebenso wenig ein sicheres Artmerk- mal, wie das zeitweilige Vorkommen von mehreren Gefäßbündeln in einer Rippe bei A. Wibeliana oder A. bottnica, da in keinem Falle die Merkmale genügende Konstanz bieten. 4. Die Einteilung Aschersons stimmt im wesentlichen mit den Eesultaten einer anatomischen Untersuchung überein. (Aira flexuosa steht der Gruppe Carijophyllea am nächsten; es würden sich dann Aira setacea und Aira media mit geschlossenem Bast- ring anreihen. Letztere bildet mit nicht vorspringendem Mittelnerv den Übergang zu Aira caespitosa, eventuell Aira alpina.) Zum Schlüsse möge es mir noch gestattet sein, meinem ver- ehrten Lehrer Herrn Professor Dr. ß. v. Wettstein für die An- regung und Förderung dieser Arbeit, sowie den Herren Dr. 0. Forsch und Dr. F. Vierhapper für ihre freundlichen Eatschläge meinen aufrichtigsten Dank auszusprechen. Wien, Botanisches Institut der k. k. Universität. Berichtigung. Auf S. 430, 431, 432, 433, 436 soll es statt „Skleren- chym" heißen: „Bast". Literatur : Ettingshausen: Beitrag zur Kenntnis der Nervation der Gramineen. (In den Sitzungsber. der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien, Bd. LH. 12. Okt. 1865.).. Kareltsc hikoff: Über die faltenförmigen Verdickungen in den Zellen einiger Gramineen. (Bull, de la sog. imp. des naturalistes de Moscou, Tome XLI. 1868.) Pfitzer: Beiträge zur Kenntnis der Hautgewebe der Pflanzen: I. Über die Spaltöffnungen der Gräser. (Pringsheims Jahrb., VII. 1870.) Duval-Jouve: Histotaxie des feuilles de graminees. (Ann. des Sc. nat. ser. 6, t. I.) Hackel: Monographia Festucarum europaearum, 1882. Tschirch: Beiträge zu der Anatomie und zum Einrollungsmechanismus einiger Grasblätter. (Pringsheims Jahrb., XIII. 1882.) — — Über Durchbrechung der mechanischen Einge zum Zwecke der Leitung der Assimilationsprodukte. (Ber. der deutschen bot. Gesellsch. Jahrg. 1884. Bd. IL) Güntz: Untersuchungen über die anatomische Struktur der Gramineenblätter in ihrem Verhältnis zu Standort und Klima mit dem Versuche einer auf dieselben begründeten Gruppierung der Gramineen. (Leipzig 1886.) Schwendener: Die Spaltöffnungen der Gramineen und Cyperaceen. (Sitzungs- bericht der kgl. preuß. Akad. d. Wissenschaft zu Berlin, 1889.) Die Mestomscheiden der Gramineenblätter. (Sitzungsbericht der Berliner Akademie, XXIL 1890.) Mazel: Etudes d'anatomie comparee sur les organes de Vegetation dans le genre Carex. (Genfeve, 1891.) Grob: Beiträge zur Anatomie der Epidermis der Gramineenblätter. (Bibl. botan. Heft 36, 1896.) Loh aus s: Anatomischer Bau der Festucaceen und dessen Bedeutung für die Systematik. (Bibl. botan. Heft 63, 1905.) Figiirenerklärung. Tafel I (Übersichtsbilder). Fig. 1. Aira flexuosa, Grundblatt: E = Epidermis. S = Mechanische Gewebe. M := Mestomscheide. P = Parenchymscheide. Cr = Gelenkzellen. Fig. 2. Aira setacea, Grundblatt. Fig. 3. Aira setacea, Halmblatt. Fig. 4. Aira media, Grundblatt. Fig. 5. Aira caespitosa, Grundblatt. Fig. 6. Aira alpina, Grundblatt. Tafel II. Fig. 1. Aira flexuosa, mittleres Gefäßbündel. P = Phloem. Fig. 2. Aira flexuosa, Mittel- und Eandrippe. Fig. 3. Aira flexuosa, Stück der Epidermis der Unterseite. Fig. 4. Aira setacea, Mittelrippe des Grundblattes. Fig. 5. Aira media, Mittelrippe des Grundblattes. Fig. 6. Aira caespitosa, seitliche Rippen mit großem und kleinem Gefäßbündel. Interessante Orchideen aus Corfu. Von G. Kraskovits und H. Fleischmanii (Wien). • - Mit Tafel III. In den Frühlingsmonaten des Jahres 1905 hielt ich mich auf Corfu (Kerkyra), der nördlichsten unter den größeren ionischen Inseln, auf, wo ich, durch Gesundheitsrücksichten beschränkt, nach Möglichkeit der Flora meine Aufmerksamkeit widmete. Auf kleineren Ausflügen in die Umgebung der Stadt nahm ich photographische Vegetationsbilder auf und sammelte interessante Objekte. Am 5. April unternahm ich eine Exkursion von der Stadt aus nach Norden, die Ostküste entlang, gegen die Abhänge des höchsten Berges der Insel, des Mt. Salvatore (griech. Panto- krator). Zwischen den elenden, echt griechischen Dörfern Govino und Ipso verläßt die Straße leicht ansteigend auf einige Zeit die Meeresküste. Die Entfernung bis zur See dürfte ca. 1*5 km be- tragen, die Erhebung ca. 30 m; das Terrain flacht sich allmählich gegen das Meer ab. Knapp neben der Straße fand ich auf kalk- sandigem Untergrunde die in folgendem beschriebene Oplirys in 8 Individueu, die zerstreut standen. Der Standort selbst gehört einem schütteren, vollständig ver- wahrlosten Olivenhaine an, den die Straße durchschneidet. Den Boden bedeckt spärlicher Graswuehs mit .4s2;/;ö^e/?(s-Beständen. Nach Spuren zu sehließen, wird der Platz zeitweilig als Viehweide benützt. Von anderen Oplirys- AxiQH fand sich keine in der Um- gebung, dagegen entdeckte ich ca. 20 Schritte davon entfernt Orchis i^w^ff^ ^ Umm Zemann M. blattbau von Aira. Oesterr.bolan.Zeitschr. 1907 Taf.l. Autor del Lith Kunstanstalt Friedr. 5perl, Wien I ji«8^win>.ia»?»s Zemann M. Biattbau von Aira. Oesterr.botan.Zeitschr. 1907 Lith.KuRstanstalt FnedrSperl.Wien lli/i. iWVSft-' • JUSÄ« Tenoreana, leider nur in einem Individuum. Diese Pflanze war äußerst schwierig zu sehen, da sie infolge ihrer Färbung von den Blättern des Asphodelus kaum abstach. Merkwürdig ist auch der Umstand, daß ich an anderen Orten mit ähnhchen Vegetations- bedingungen trotz eifrigsten Suchens keinerlei Exemplare vorfand, so daß der Fund auf die eben beschriebene Lokalität beschränkt bheb. Die Orchideen wurden sämtlich sofort nach ihrer Auffindung von mir in meinem Standquartiere photographiert ; einige dieser Aufnahmen liegen beifolgender Tafel zugrunde. Guido Kraskovits. I. Ophrys Meynholdil. Ihre bisherige und heutige Stellung auf Grund neuer Forschung. Es war ein günstiger Zufall, daß zur selben Zeit, als Herr Kraskovits seine Ausbeute seltener Orchideen aus Oorfu nach Wien brachte und mir zeigte, sich das kostbare O/^/ir^s-Materiale des Herbier Boissier in meinen Händen befand, das die Direktion dieses Institutes, der ich hiemit nochmals bestens dafür danke, mir in entgegenkommendster Weise zu Studienzwecken zur Verfügung gestellt hatte. Durch Vergleich konnte ich nun feststellen, daß die Ophrys von Oorfu mit der von Spruner gesammelten und als Ophrys Eeynholdi bezeichneten Pflanze übereinstimmt. Da diese bisher nirgends beschrieben ist, lasse ich die Diagnose derselben, für deren Übertragung ins Lateinische ich Herrn Dr. 0. Po r seh zu Dank verpflichtet bin, hier folgen. Bezüglich des Namens hatte ich freie Hand, behielt aber aus Pietät gegen den ersten Entdecker den von diesem gewünschten Namen bei und schreibe demnach: Ophrys Beynholdil H. Fleischmann. Tuberes sphaeroideo-ovati, impartiti, satis parvi; iuventute breviter stipitati, radices laterales filiformes, albae. CauHs erectus, graeilis, teres, 7—22 cm altus; folia basilaria rosulata, plerumque quattuor, oblongo-ovata, acuta, basin versus vaginantia, 2—4 cm longa, ad 1 cm lata; folia cauiina 1—2, erecta, fere usque ad medium caulem ampleetentes. Racemus laxiflorus, floribus 1—3, flos infimus a folio sumrao 3—4 cm distans; flores raediocres, patentes; bracteae oblongae. acutae, longitudinaliter naviculiformes, ovarium subaequantes, cla- thrato-nervosae; ovarium parte inferiore valde arcuatum, subsessile. hexangulare, non torsum, ad 2 cm longum; sepala patentia vel reflexa, glabra, ovata, marginibus revolutis, alba, nervo mediano praecipue apicem versus virescente, 10 mm longa, 4'5 mm lata; petala patentia, crassiuscula, oblongo-trigona, basi utrinque sub- 6 aurieulata, uninervia, breviter pilosa, roseo-lilacina vel laete lilacina. 5 mm longa, 2*5 mm lata; labellum mediocre, fere aeque longum ac latum, distincte trilobum. marginibus revolutis, supra couvexum, subtus concavum, glabrum et distincte nervosum; margo antice ele- vatus, appendice parvo, angusto, acuto, flavo-viridi; lobi laterales oblongi, rotundati, reflexi, callo acuto, breviter setoso ; lobus raedius multo major, fere orbicularis, breviter velutinus, margine glaber, fauce glaber, pallidus, utrinque atro-punctulatus; labellum lobo raedio basin versus inter callos purpureo-fuceseens, velutinura; calli luride albi, saepe violascentes. A sinu incisurae inter lobum medium et lobos laterales utrinque medium versus macula poly- morpha, glabra, alba, flavescens vel purpurascens, in- terdum maculam secundam nitida m, incano-violaceam amplectens. luterdum maculae duae laterales raedio confluunt; columna brevis, stigmate lato; anthera valde incurva. medio constricta, in rostellum breve, porrectura, laete viride pro- ducta; pollinia aurautiaca. Am nächsten der Ophrys oestrifera M. B., welche Eeichen- bach fil. als Varietät zu Oplirys Scolopax Cav. stellt, verwandt, aber durch die kleineren Blüten, das kleinere, schmälere Anhängsel, ferner durch die anders gefärbten Fetalen und Lippenhöcker, be- sonders aber durch die Zeichnung der Lippe leicht zu unter- scheiden: die bei Ophrys oestrifera M. B. von der Mitte der Lippe zum Lippengrunde links und rechts hinaufziehen- den und denselben zangenartig umfassenden Arme der kahlen Zeichnung fehlen bei Ophrys 'Reynlioldii stets. Wie aus der beigegebenen vergrößerten Abbildung der Lippen obiger Arten leicht ersehen werden kann, ist auch die Lippennervatur, hauptsächlich der Medianus, verschieden. Es ist demnach O/^/iri/s Reynlioldii, welche schon v. Spruner (der alle OjjJirys- Arten, der griechischen Flora sehr gut kannte) mit einem besonderen Namen belegte, ihr also Artberechtigung zusprach, eine ganz gute, selbständige Art, die, obzwar heute nur von zwei Standorten bekannt, wohl noch an mehreren Stellen in der Heimat der alten Hellenen gefunden werden dürfte. Standorte: Am nördlichen Abhang des Hymettus, 1843, Spruner; Corfu, 5. April 1905, G. Kraskovits. Anmerkung: Boi ssier bemerkt zu seinem Exemplar: „Reichenbach fil. Joint cette espece ä scolopax var. oestrifera, mais eile me parait bien mieux appartenir ici" und reihte die von Spruner nur mit der Etiquette ^Ophrys BeynJwldi" versehene und bisher unbeschriebene Pflanze im Herbar und in der Flora orientalis zu Ophrys hiulca Spruner (et ßeichenbach fil.). Es ist dies insoferne von Belang, als dadurch Boissier ein Zeuge wird, daß Ophrys Reynholdii von Ophrys oestrifera M. B. augenfällig abweicht; doch ist Ophrys Reynholdii gewiß auch mit der von Eeichenbach fil. in der vi KRASKOVITS TT. H."FMIHCHKAJ«I: INTERESSANTE OE-CHH-EEN AUS CORfU TAF. m. üesxeiT-'bot Zeltschrift 1907 1-4. pliot. G. KraakoTnts , 5-9, piiot. H. Flelschmsm Orchideographie Europas, Leipzig 1851, beschriebenen und ab- gebildeten Ophrys liiulca v. Spruuer nicht identisch. IL Orchis Tenoreana Guss. Die Auffindung einer zweiten, für Corfu noch nicht bekannten Orchidee dürfte auch in pflanzengeographischer Hinsicht nicht ohne Bedeutung sein. Es ist dies eine ebenfalls höchst seltene Pflanze, nämlich Orcliis Tenoreana Guss., deren Vorkommen bisher nur in Sizilien beobachtet wurde. Die Pflanze, welche Herr Kras- kovits (leider nur in einem Individuum) auf Corfu fand, stimmt mit der in ßeichenbachs Orchideographie Taf. 155, Fig. III, abgebildeten ziemlich überein. Der Blütensehaft trägt schon in der Höhe des letzten Blattes die erste Blüte. Die Ähre ist sehr verlängert, infolge der ziemlich weit voneinander stehenden Blüten locker, walzlich, wegen der nur sehr wenig abstehenden, steil gestellten PVuchtknoten schmal. Schon durch diese Tracht ist sie von Orchis lactea Poir. leicht zu unterscheiden. Das Deckblatt der untersten Blüte ist länger als die- selbe: die Brakteen der folgenden werden zwar immer kürzer, doch sind dieselben auch noch an der Spitze der Ähre ungefähr so lang als der Fruchtknoten; alle Deckblätter sind häutig, einnervig. Die Sepalen sind zugespitzt, die kürzeren Petalen aus schmalem Grunde gegen die Spitze allmähUch breiter werdend, dann plötzlich zuge- spitzt; Lippe so lang als die Sepalen, ^vorgestreckt, über die ganze Fläche mit zahlreichen Tüpfchen bestreut, dreilappig; Seitenlappen kurz und breit, der größere Mittellappen vorne ausgerandet, die Ränder des letzteren aufgebogen ; Sporn ungefähr halb so lang wie der Frucktknoten, abwärts gerichtet, nach vorne gekrümmt. Die zu einem Helme zusammenneigenden Perigonblätter sind, wie Herr Kraskovits berichtet, bleich-lauchgrün, die Sepalen haben dunklere Nerven, die Lippe ist heller mit weinroten Spritzflecken. Ob die Pflanze eine besondere Art oder nach Eeichenbach fil. als Abart zu Orchis lactea Poir. und mit dieser zu Orchis tridentata Scop. zu ziehen ist, muß angesichts des vereinzelten Fundes unentschieden bleiben. Hans Fleischmann. Erklärung der Tafel. Fi^. 1, 2, 3, 4 = Ähren der Ophrys Reynlioldii (nacli Naturaufnahmen von G. Kraskovits). Fig. 5 = Blüte der Ophrys oestrifera M. B. (nach der Natur aufge- nommen von H. Fleischmann). Fig. 6 = Blütenanalyse von Ophrys Beynholdii (natürliche Größe). Fig. 7 == Blütenanalyse von Ophrys oestrifera M. B. (natürliche Größe). Fig. 8 = vergrößerte Lippe von Ophrys Beynholdii. Fig. 9 = vergrößerte Lippe von Ophrys oestrifera M. B. (Fig. 6 bis 9 photographiert von H. Fleischmann). über hygroskopische Krümmungshewegungen bei Kompositen. Von Otto Kleiner (Prag). Mit Tafel IV. Aus dem Pflanzenphysiologischen Institute der k. k. deutschen Universität Prag. Nr. 91 der zweiten Folge. Die Imbibitionsbewegungen sind, obwohl sie zu den auffal- lendsten und bekanntesten Erscheinungen gehören und mit VorHebe demonstriert werden, nach der anatomischen Seite hin eigentlich wenig bekannt. Wie die Richtung der Bewegung eines Organes mit seinem anatomischen Baue zusammenhängt, welche Gewebe oder Zellen die Bewegung auslösen, wie die betreffenden Elemente angeordnet sind und ob sie einen bestimmten Bau, vielleicht einen bestimmten Chemismus zeigen, ist in vielen Fällen noch nicht unter- sucht worden. Auf Anregung meines verehrten Lehrers, Herrn Prof. Dr. H, Molisch, hin versuchte ich es, dieser Frage nachzugehen und sie einer Lösung näher zu bringen. An Arbeiten über hygroskopische Bewegungen ist die Literatur nicht arm. Zahlreiche behandeln das Öffnen und Sehließen von Früchten, andere befassen sich mit derartigen Fragen im allge- meinen und suchen sie theoretisch zu erklären. Die hygroskopischen Bewegungen von Involukralblättern im besonderen hat Rathay^) studiert und sie in seiner Abhandlung „Über Austrocknungs- und Imbibitionserscheinungen der Cynareen-Involukren" beschrieben und auf Grund des anatomischen Baues erklärt. Um eine Wiederholung der Literaturangaben zu vermeiden, verweise ich auf Haberlandts^j „Physiologische Pflanzenanatomie", wo sich eine Zusammenstellung der einschlägigen Literatur befindet. L Über Pfianzeiior§ane, die sich durch Imbibition schließen. 1. Involukralblätter. Die Objekte, welche wegen ihrer Fähigkeit, hygroskopische Bewegungen zu vollführen, der Untersuchung unterzogen wurden, waren die Involukralblätter von Carlina acaulis L., Carlina vul- garis L., einigen Gnaphalium- Arten und von Helichrysum hracte- atum Willd. Die Involukralblätter von Carlina und Gnaphalium bilden bei trockenem Wetter einen Strahlenkranz, indem sie vom Köpfchen 1) E. Eathay: „Über Austrocknungs- und Imbibitionserscheinungen der Cynareen-Involukren." Aus dem LXXXIII. Bd. d. Sitzber. der k. Akademie der Wissenschaften in Wien, I. Abt. Maiheft. Jhg. 1888. 2) G. Haberlandt: Physiologische Pflanzenanatomie. IL Aufl. Verl. von W. Engelmann. Leipzig 1896. Bewegungen toter Organe, p. 488. nach außen abstehen. Wenn sie in feuchte Luft kommen oder mit Wasser benetzt werden, krümmen sie sich nach einwärts, so daß die Spitzen der Blätter zusammenstoßen und diese über den Blüten ein schützendes Dach bilden. (Eine Abbildung einer geöfifneten und einer geschlossenen Carlina acaulish. ist bei Kerner ^) zu finden. a) Carlina acaulls L. Die Form und Anatomie der Involukralblätter von Carlina acaulis bat Et4,thay^) schon beschrieben: Sie sind „beiläufig 40 mm lang, lineallanzettlieh, unterhalb der Spitze etwas verbreitert und in ihrem dritten Viertel von dieser an gerechnet schwach gewimpert, sonst aber kahl." „Sie bestehen aus einer Epidermis, einem Parenchym, einem Sklerenchym und aus fünf dünnen Gefäßbündeln". „Ihr Sklerenchym findet sich ausschließlich in ihrem mittleren, zwischen ihrer Basis und ihrer Spitze gelegenen Teile und stellt in ihm einen zweischneidigen und spitzigen, einer Messerklinge ähnlichen Gewebekörper dar, der seine Spitze der Spitze des Involukralblattes zuwendet und mit seiner flachen Seite unmittelbar der Epidermis der letzteren anliegt." Es bestehe aus 2—4 Reihen von longitudinal angeordneten, langgestreckten verdickten Zellen. Diese sowie das Parenchym seien verholzt. Dann sagt Eäthay wörtlich: „Schließlich sei bemerkt, daß die Epidermis der Involukralblätter auf der Unterseite der letzteren dort, wo sie das Sklerenchym überdeckt, aus Zellen mit verknitterten und gebräunten Wandungen besteht und daß dieser Umstand die Ursache ist, weshalb bei Carlina acatilis die Involukralblätter auf einem Teile ihrer Unterseite eine braune Farbe besitzen." Ferner gibt er (in Fig. 4) eine Zeichnung, welche die Stellung eines ausgetrockneten und die eines imbi- bierten Blattes zeigt. Aus dieser Zeichnung, sowie aus den zitierten Worten möchte man schließen, daß das Sklerenchym auf eine Zone von nur etwa 15 mm beschränkt sei. Nach meinen Erfahrungen, die auch durch die Fig. 1 bekräftigt werden, ist diese Zone größer. Denn eine schwache, aber deuthch wahrnehmbare Bewegung vollzieht sich auch im untersten Teile. Auch dort, wo die Epidermis nicht zer- knittert und gebräunt ist, sondern aus starkwandigen Zellen besteht, findet sich ein Sklerenchym vor. Dieses reicht bis fast an die Basis und wird basalwärts immer schwächer, bis es schUeßHch nur aus einer Reihe verdickter Zellen besteht. Schon aus diesem anatomischen Befunde kann man schüeßen, daß hier ebenfalls eine wenn auch schwache Krümmung eintreten muß. Dies ist tatsächlich der Fall, wie es aus Fig. 1 ersichtlich ist. Man kann sich von der Bedeutung des Sklerenchyms für die Bewegung auch dadurch überzeugen, daß man aus diesem Streifen herausschneidet und sie vor und nach der Imbibition mißt. Es läßt sich da eine Verlängerung von durchschnittlich 7 ^ feststellen, während ein Streifen aus dem gegenüberliegenden Parenchym nur eine solche von etwa 2% zeigt. Auf die Erklärung, wie die hygro- skopischen Bewegungen zustande kommen, will ich bei einem später zu besprechenden Objekte eingehen. ^) A. Kerner V. Marilaun: Pflanzenleben. I. Aufl., II. B., p. 116. Leipzig, Bibliographisches Institut 1887. 2) E. Räthay, 1. c, p. 2. 10 h) Carlina vulgaris L. Es war naheliegend, zu untersuchen, ob eine verwandte Pflanze eine ähnhche Bewegung auf Grund eines ähnhchen anatomischen Baues vollziehe. Die Involukralblätter von Carlina vulgaris L. sind ungefähr 16 mm lang und laufen von der etwa ly., mm breiten Basis in eine Spitze aus. Sie haben im wesenthchen denselben anatomischen Bau wie die von C. acaulis. Das Sklerenchym ist etwas unterhalb der Mitte am stärksten und nimmt gegen die Spitze sehr an Dicke ab, gegen die Basis hin weniger. Es besteht in der Mitte aus 3 — 4 Reihen von Zellen, welche kleiner, aber stärker verdickt sind als bei Ü. acaulis. Die Messungen an Sklerenchymstreifen ergeben eine Verlängerung um 12^, die mit Streifen aus dem, dem Sklerenchym gegenüber liegenden Gewebe nur um 3^. Das Mesophyll besteht aus einem lockeren Parenchym mit großen Interzellularen. Auch hier ist die Unterseite des Blattes besonders im mittleren Teile braun gefärbt, weil die Epidermiszellen zerknittert sind und sich an das Sklerenchym angelegt haben. Entsprechend der Ähnlichkeit zwischen dem Bau von C. acaulis und dem von C. vulgaris besteht auch eine Ähnlichkeit in ihren Krümmungsbewegungen. c) Gnaplialium-Arten. Während bei den Involukralblättern von Carlina das Skleren- chym besonders in der Mitte oder etwas unterhalb der Mitte am stärksten ist, tritt es bei den GnapJialium- Arten am stärksten im unteren Drittel des Blattes auf und erreicht bei manchen Arten eine sehr beträchtliche Dicke. Es besteht aus 3 — 8 Reihen stark ver- dickter Zellen, reicht bis hart an die Basis und verschmälert sich nach oben hin, bis es im oberen Drittel verschwindet. Das Mesophyll ist ein sehr lockeres Gewebe, die inneren Epidermiszellen sind ziemlich stark. Die einzelnen Gnaphalium- Arten zeigen gewisse Unterschiede im Baue ihres Sklerenehyms. Bei den einen, wie On. pusillum H. K. und Gn. silvaticum L. besteht es in der Mitte bis aus 8 Reihen kleiner, englumiger Zellen ; gegen die Seiten hin nimmt der skleren- chymatische Körper an Dicke ab, bis ihn nur 2 Zellreihen bilden. Bei anderen Gnaplialium- Arien, wie Gn. fuscatum Fers., ist das Sklerenchym nur 4 Zellenreihen stark, welche dafür wieder größer sind, so daß der Verdickungskörper auch eine ziemliche Mächtig- keit erlangt. Gnaphalium dioicum L. zeigt dieselben Krümmungserscheinun- gen wie die anderen Arten. Meistens kann man bei starker Aus- trocknung nicht nur die gewöhnliche Krümmung im unteren Drittel des Blattes wahrnehmen, sondern noch eine zweite im mittleren Drittel. Der untere Teil des Involukralblattes ist braungrün gefärbt. Noch etwas über diesen gefärbten Teil hinaus reicht das Sklerenchym, welches ziemlich rasch und gleichmäßig absetzt. Die zweite Krüm- mung vollzieht sich dort, wo das Sklerenchym aufhört. Diese Krüm- mung ist wohl darauf zurückzuführen, daß die unverdickten Zellen 11 der Unterseite von dem mit ihnen verbundenen Sklerenchjm beim Austrocknen mitgezogen werden. Da in derselben Zone des Blattes auf der Oberseite ein solcher Zug nicht besteht, kommt ein Anta- gonismus zustande. Diese zweite Krümmung vollführt also die Be- wegung passiv. d) Helichvyswm bvacteatum Willd. Heliclirysiim hradeatuyn ist bei uns eine beliebte Zierpflanze, deren Blütenstände mit VorUebe als Immortelle zu Kränzen ver- wendet werden. Ihre talergroßen Blütenstände sind nämlich von zahlreichen glänzenden, weilJ oder gelb, rot, violett gefärbten strohigen Involukralblättern umgeben, welche jahrelang unverändert bleiben. Die Größe der Köpfchen und der Involukralblätter schwankt natürlich; die äußeren Blätter sind durchschnittlich etwa 15 — 23 mm lang, 5 — 8 mm breit. Von außen nach innen zu werden die Blätter immer schmäler. Ein Köpfchen von Helichrysum ist nach einem Regen, also befeuchtet, vollständig geschlossen. Wenn es wieder trocknet, gehen die Involukralblätter auseinander; bei einem ganz gereiften Köpfchen krümmen sich alle Blätter so weit, bis sie ganz umge- schlagen sind. Sie besitzen also hygroskopische Eigenschaften. Diese Bewegung wird aber nicht wie bei CarJina und Gnaplmlium durch Krümmung eines großen Teiles des Blattes bedingt, sondern sie erscheint auf eine relativ kleme Zone beschränkt, die wie ein Gelenk fungiert. Die Fähigkeit der Blätter, sich bei Austrocknung nach außen, bei Imbibition sich einwärts zu bewegen, nimmt von außen nach innen zu ab, indem sich die innersten und jüngsten Blätter nicht so energisch krümmen wie die äußeren. Da also die Krümmung bei den äußeren Blättern am stärksten auftritt, so sollen diese be- sonders berücksichtigt werden. An einem ausgebildeten Involukralblatte von Helichrysum hradeatum kann man schon makroskopisch 3 Teile unterscheiden. (Fig. 3). Der unterste Teil I ist gekennzeichnet durch eine braungrüne Zeichnung von der Form, wie es F'g. 2 zeigt. Die Braunfärbung ist zurückzuführen auf hier vorhandenes Chlorophyll. Das Chlorophyll ist nur in den durch die Zeich- nung hervortretenden Partien zu finden. Ein Querschnitt durch diese Zone zeigt uns die innere Epidermis, welche aus einer Reihe von mäßig verdickten Zellen besteht; das Mesophyll, ein gewöhnliches Parenchym mit Chlorophyll ; die äußere Epidermis; diese wird von einfachen, oft geknitterten Zellen gebildet und weist dort, wo das Parenchym chlorophyllhältig ist, Spaltöffnungen auf. Zwischen äußerer Epidermis und Parenchym liegt ein Sklerenchym. Dieses ist in den Teilen, welche makroskopisch nicht gefärbt sind, regelmäßig aus 2 — 3 Lagen verdickter Zellen zusammengesetzt. Dort dagegen, wo sich Chlorophyll vorfindet, ist es unregelmäßig und besteht aus Gruppen verdickter Zellen, die mit den benach- barten Gruppen oft gar nicht zusammenhängen, und besonders dort unterbrochen sind, wo Spaltöffnungen und Atemräume vorkommen. Die U. Zone erkennt man makroskopisch daran, daß sie im trockenen Zustande des Blattes stark gekrümmt ist. Sie erstreckt sich etwa über 2 mm. Die inneren Epidermiszellen zeigen an der Außenwand eine kleine, ins Zellumen hineinragende, polsterförmige Verdickung. Das Parenchym ist weitmaschig mit kleinen Interzellularen. An der Unterseite, also außen, befindet sich ein starkes Sklerenchym. Es besteht gewöhnlich aus 3 stark verdickten Zellagen. Die Zellen der äußersten Eeihe sind am stärksten verdickt und deutlich geschichtet. Das 12 Lumen ist ein wenig exzentrisch, mehr gegen das Blattinnere gelegen. (Fig. 3). Nach innen zu nimmt die Verdickung ab, die Lumina werden größer. Auch gegen die Seiten hin läßt die Verdickung nach. Zahlreiche Poren und Porenkanäle ermöglichen ein rasches Aufnehmen und Weiterleiten des Wassers. Der IIL obere Teil, der für die Bewegung keine Bedeutung hat, zeigt einen einfachen Bau. (Fig. 4). Die inneren Epidermiszellen haben größere polsler- förmige, zentripetal vorspringende Verdickungen. Das Parenchym besteht aus ziemlich starkwandigen Zellen, die äußeren Epidermiszellen sind mäßig verdickt, mit kleinen zapfenförmigen Vorragungen. Der obere Teil zeigt also keinen anta- gonistischen Bau. Die Zellwände dieses Teiles bestehen aus Zellulose, die des . mittleren sind verholzt. Eine notwendige Voraussetzung für hj'groskopische Bewegungen besteht nach Haberlandti) „in der Ausbildung antagonistisch wirkender Seiten des Bewegungsapparates, mag derselbe bloß eine einzelne Zelle oder ein ganzes Gewebe darstellen." „Eine Krümmung kann nur dann erfolgen, wenn das Quellungsvermögen zweier einander gegenüberliegender Längsstreifen der Membranen em ungleich großes ist, und zwar in dem Sinne ungleich, daß bei eintretender Quellung der eine Längsstreifen länger wird als der andere." Bei allen von mir untersuchten Fällen bei Carlina, Gna- pJialium und Helichrysum trifft nun das zu, was Haberlandt in der zitierten Stelle zum Ausdrucke bringt, daß nämlich die Krümmung ermöglicht wird durch antagonistische Ausbildung eines ganzen Gewebes, indem die Involukralblätter an der Außenseite ein starkes Sklerenchym besitzen, an der Innenseite dagegen nicht. Bei Benetzen eines Blattes mit Wasser wird Wasser von allen Zellen aufgenommen, imbibiert, und zwar umso intensiver, je volu- minöser die quellenden Wandungen sind.-) Da die Längendimension einer Zelle größer ist als die der Breite — die Zellen sind spindel- förmig — so beträgt die Ausdehnung in die Länge bedeutend mehr als nach der Breite. Da die Zeilen lückenlos aneinander schließen, so muß bei einer Längenausdehnung jeder Zelle das ganze Gewebe- stück sich verlängern. Die Verlängerung wird umso größer sein, je größer die Quellung ist, also je voluminöser die Zellwände sind. Es wird demnach dort, wo das Sklerenchym vorhanden ist, eine bedeutend stärkere Ausdehnung erfolgen als auf der gegenüber- liegenden Innenseite des Blattes. Weiter kann man auf Grund des anatomischen Baues der Involukralblätter von Relichnjsum schließen, daß im IIL Teile keine große Ausdehnung stattfinden wird, weil die Zellen nicht verdickt sind, daß dagegen im sklerenchymatischen IL Teile die stärkste Verlängerung eintreten muß. Diese aus dem anatomischen Baue abgeleitete Forderung findet ihre Bestätigung durch Messungen. Wenn man aus dem sklerenchymatischen Teile der II. Zone ein Stück herausschneidet und die Vergrößerung bei Wasseraufnahme mißt, so ergibt sich eine Verlängerung um etwa 20%. Ein Stück aus dem inneren, also oberen Teile der IL Zone herausgeschnitten, zeigt nur eine unbedeutende Verlängerung (etwa 3^). Natürlich läßt sich auch immer eine Verbreiterung feststellen, doch ist diese 1) G. Haberlandt, 1. c, p. 469. 2) Haberlandt, 1. c. 13 für die Krümraungsbewegung bedeutungslos. Entsprechend dem anatomischen Baue zeigen Streifen aus der I. Zone eine kleinere, aus der III. Zone eine sehr geringe Streckung infolge der Quellung. Bei Befeuchtung eines Blattes, sei es, daß man es direkt mit Wasser benetzt oder in einen dunstgesättigten Eaum bringt, dehnt sich der stark sklerenchymatische Teil stark aus, während der gegen- über liegende, nicht verdickte Teil der Innenseite sich sehr wenig ausdehnt. Es muß also durch diesen Antagonismus eine Krümmung zustande kommen. Da sich bei Helichrysum das Sklerenchym nur auf eine Zone von etwa 3 mm erstreckt, fungiert diese wie ein Gelenk, wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, welche die Stellung eines Blattes vor und nach der Imbibition zeigt. Daß nur dieses Gelenk für die Bewegung maßgebend ist, davon kann mau sich auch da- durch überzeugen, daß man einmal nur die Zone des Sklerenchyms, ein andermal nur die übrigen Blatteile benetzt. Im ersten Falle wird man die volle Krümmungsbewegung erhalten, im zweiten fast gar keine. Dasselbe, was zur Erklärung der Bewegung beim Befeuchten gesagt wurde, gilt natürlich auch im umgekehrten Sinne für den Vorgang des Austrocknens imbibierter Blätter. Denn diejenigen Teile, welche das meiste Wasser aufgenommen haben, können auch das meiste abgeben. Die bei Befeuchtung am stärksten quellenden Zellen werden sich beim Austrocknen auch am stärksten zusammen- ziehen und verkürzen und so die umgekehrte Bewegung verursachen. Besonders die äußersten Involukralblätter von Helichrysum, welche das stärkste Gelenk haben, vollführen eine große Krümmung. Bei Wasseraufnahme bewegen sie sich nach innen mit großer Energie und drücken die inneren Blätter noch zusammen, so daß das Köpfchen vollständig geschlossen wird. Alle bis jetzt besprochenen Krümmungsbewegungen sind einan- der sehr ähnlich. Die mehr oder weniger strohigen Involukralblätter haben die Eigenschaft, bei Wasseraufnahme sich nach innen, bei Wasserabgabe nach außen zu krümmen. Diese Krüm- mungenwerden ermöglicht durch den antagonistischen Bau der Blätter, indem bei allen an der Außenseite ein Sklerenchym auftritt, an der Innenseite dagegen nicht. Das Sklerenchym ist entweder auf eine kleine Zone beschränkt, wie bei Heliclirysum, dann vollzieht sich die Bewegung gelenkartig, oder es erstreckt sich über einen großen Teil des Blattes, welcher die Krümmung vollführt, wie bei Carlina und Gnaphalium. Mit dem Zwecke dieser Einrichtung machen uns Kerner ^) und Eathay^) bekannt. Sie dient bei Carlina dazu, den Pollen vor vorzeitiger Dislokation und Befeuchtung zu schützen, haupt- sächlich aber dazu, eine möglichst große Verbreitung der Früchte dadurch zu unterstützen, daß der Pappus vor schädlicher Befeuchtung ^) A. V. Kerner, 1. c, p. 115. -) Räthay, 1. c, p. lu. 14 geschützt wird. Wenn bei schönem trockenen Wetter die Involukren geöflfnet sind, kann schon ein leichter Windstoß die Früchtchen mit ihrem Pappus herausreißen und weit forttragen. Ohne die Eigenschaften, welche hygroskopische Involukralblätter besitzen, würde jedoch bei einem ßegen der Pappus durchnäßt, die Haare würden wie bei einem Pinsel zusammenkleben und so würde die Verbreitung der Früchte eher gehindert als gefördert. (Schlaß folgt.) Über Arteuiisia salina Wilid. erweitert. (Syn. A, Seriphium Wallr.). Von E, Sagorski (Pforta). Ich bezeichne mit diesem Namen die Gesamtart, welche besonders an den Salinen Thüringens und Ungarns, aber auch am Ufer der Ostsee wächst. Die Diagnose Willdenowsin Spec. plant. III, p. 1834 (1804) lautet : „A. foliis incanis, radicaUbus pinnatis, pinnis tripartitis hneari-filiformibus, caulinis pinnatis pinnis lineari-filiformibus, rameis siraplicibus linearibus, caule erecto paniculato, ramulis erectiusculis, floribus oblongis pedunculatis nutantibus. Habitat in locis salsis Germaniae, Hungariae. — Oaulis sesqui- pedalis erectus paniculatus. Folia incana, radicalia pinnata Flores cani pedunculati nutantes, pedunculis bracteatis. Oalyces oblongi, squamis margine membranaceis. Eeceptaculum nudum. A praecedente {Artemisia maritima L.) diversa defectu tomenti nivei densi, foliorum forma, floribus pedunculatis, ramulis erectis et absentia odoris Mari. Panieulae rami ante an- thesin nutant et flores subsessiles apparent, durante anthesi vero eriguntur et flores pedunculati evadunt." Aus den gesperrt gedruckten Eigenschaften geht hervor, daß Willdenow unter seiner A. salina nicht den ganzen Formenkreis der Art verstand, sondern nur die Form, welche von Koch in der Syn. ed. III, p. 317 als A. maritima L. y) salina WiUd. mit der ungenügenden Diagnose „capitula pendula" bezeichnet worden ist. Dagegen war Willdenow, wenigstens als er seine Diagnose schrieb, das Vorkommen der Form a) Kochs, die dieser fälschlich als ß) maritima Willd. mit der Diagnose „capitula erecta, sed rami ramulique apice nutantes", soweit wenigstens die Formen an den Salinen gemeint sind, unbekannt. Dagegen hat er diese Form später als A. salina W. vielfach ausgegeben. Nach dem Vorgehen Kochs wurde diese Form von vielen Autoren unrichtig als A. maritima L. oder A. maritima Willd. bezeichnet, während Willdenows Art die wirkliche A. maritima L. ist, welche in Deutschland nur an wenigen Stellen der Meeresküste, z. B. bei Cuxhaven, in Ungarn aber überhaupt nicht vorkommt. 15 Die beiden bisher besprochenen Formen sind von den Bota- nikern Österreich-Ungarns mitßechtnichtauseinander gehalten worden und bilden die Ä. maritima ß) patens Neilr., Fl. von Niederösterr. p. 353; A. Kern er hat sogar aUe drei Formen, ö. b. Z. 1871, p. 138, unter dem Namen A. monogyna W, K. zusammengefaßt, was nur dadurch erklärlich ist, daß ihm ungenügendes Material zu Gebote stand. Auch die dritte Form, welche Koch fälschlich A. maritima ß) gallica Willd. mit der Diagnose „capitula erecta, rami stricti non nutantes" bezeichnet, die aber gar nicht die A. gallica Willd. ist, war Willdenow aus Deutschland unbekannt, dagegen hat er sie p. 1832 Nr. 40 1. c. als A. monogyna W. K. aus Ungarn und Sibirien beschrieben. Fritsch erkennt in den Sched. crit. ad Fl. exs. Austro-Hung. Nr. 2264 in der Form a) die in Vergessenheit geratene A. San- tonicum L. Spec. plant, ed. I p. 845 (1753), legt auch der Gesamt- art diesen Namen bei und fügt A. monogyna als Varietät hinzu. Den Schlußfolgerungen Fritschs kann ich nicht beistimmen, da die von Gmelin angeführte Eigenschaft „corymbis sessilibus spicatis subrotundis" unmöglich auf unsere Art paßt; daß er bei der Beschreibung der kultivierten Pflanze die corymbos oblonges nennt, kann kaum mildernd wirken. Es kommt noch dazu, daß Linne Tataria, Persia etc., Gmelin Astrachan als Heimat angibt und daß in Asien es mehrere Arten gibt, aut welche die Beschreibung „corymbis spicatis subrotucdis" ganz genau paßt. Ich sah noch vor einigen Tagen zwei Bogen einer solchen Form, die im Herbarium Haussknecht als A. mari- tima L. aus Tibet liegen. Auch Willdenow beschreibt in den Spec. plant, mehrere solcher Arten. Endlich beschreibt auch Willdenow Spec. III. 3, p. 1826, Nr. 26 A. Santonica L., während er p. 1832, Nr. 40 die A. monogyna W. K. beschreibt, die Fritsch mit A. Santonicum L. zusammenstellt. Es scheint mir daher unter allen Umständen richtig, auf den Namen A. Santonicum L. zu verzichten. Ich unterscheide bei unserer Art zwei Unterarten : I. A. patens Neilr. pro var. A. maritimae L. Eamis ramuhsque saepe apice nutantibus, capitulis mox sessilibus mox pedunculatis penduhs. Syn. A. maritima L. ß) patens Neilr. 1. c. 1859. A. maritima L. a) maritima „W." Koch Syn. ed. III. p. 314, 1854, non A. maritima L., nee Willd. A. maritima L. y) salina Koch 1. c. A. nutans Schur ö. b. Z. 1860. p. 228, non Willd. Spec. pl. HL. 3, p. 1831, 1804. A. maritima Schur 1. c. A. salina Willd., Schur etc. A. Santonicum Fritsch 1. c, non L., 1. c. 16 Ä. nutans Willd. ist eine gute Art aus dem südöstlichen Rußland, die durch die außerordentlich kleinen, sehr zahlreichen Köpfchen sich auf den ersten BÜck von den Formen unserer Gesamtart unterscheiden läßt. Sie wird in größeren Herbaren wohl meist als Exsiccat von A. Becker aus Sarepta vorhanden sein. Nur eine Form dieser Art mit verkahlenden durchsichtigen Kelchschuppen ist A. pendula Schur Sertum 1853, 39 n. 1557 und ö. b. Z. 1860, p. 228, die Simonkoi in der En. Fl. Transs. unrichtigerweise als Varietät zur A. salina Willd. stellt. Sie ist von A. nutans Willd. nur durch die oben angegebene Eigenschaft ab- weichend. Diese Form wächst auch auf dem Marchfeld. II. A. monogyna W. K., pl. rar. hung. 1. p. 77 t. 175 (1802). Eamis, ramulis capitulisque erectis. Syn. A. maritima L. ß) gallica Koch 1. c, non Willd. 1. c. A. maritima L. a) erecta Neilr. 1. c. A. fragans Schur, 1. c. A. monogyna Schur, 1. c. A. monogyna A. Kerner 1, c. p. p. A. Santonicum L. var. monogyna „W. K." Fritsch in Sched. ad Fl. exs. Austr.-Hung. Nr. 2265. Der Name A. monogyna ist für diese Unterart recht un- glücklich gewählt und hat die Veranlassung gegeben, daß sie viel- fach verkannt worden ist. Bei allen Formen unserer Gesamtart finden wir außer öfters vorkommenden völlig tauben Blüten zwei Arten von Blüten. Bei der einen ragt der Griffel weit aus der Corolle hervor; diese Art Blüten hat man früher ungenau weibliche Blüten genannt, rich- tiger sind sie gynodynamisehe Blüten zu nennen. Bei der anderen bleibt der Griffel ganz in der Blumenkronenröhre. Beide Arten von Blüten enthalten Staubgefäße und sind fruchtbar. In der Beschreibung ihrer Art sagen W. K. „floribus erectis subquinquefloris, flosculo foemineo unico ant nuUo". Nun ist aber in Wirklichkeit bei allen Formen unserer Gesamtart die Zahl der vorkommenden gynodynamischen Blüten äußerst schwankend, bald findet man keine, bald 1, bald 2 — 4 solcher Blüten in einem Köpfchen und es ist unmöglich, auf Grund dieser Eigenschaft auch nur unbedeutende Abänderungen zu unterscheiden. Auffallenderweise enthalten in der Tab. bei W. K. die meisten Köpfchen 2 — 3 gynodynamisehe Blüten. Die Abbildung zeigt eine Form mit sehr locker stehenden Ästen, die sich im Habitus etwas der A. campestris L. nähert. Solche Formen findet man besonders an Stellen, die weniger salzhaltig sind. Auch Schur gibt dieses bei A. monogyna ausdrücklich an. Bei unserer Gesamtart ist die Blumenkronenröhre fast farblos, der Saum der Blumenkrone am häufigsten blaßgelblich-röthch, nicht selten völlig rot -purpurn, am seltensten rein gelb. Die Köpfchen enthalten meist 5, bei einigen Formen 6 — 8, bei 17 einer sogar 10 — 12 Blüten, dagegen kommen besonders bei Ä. patens Formen mit Köpfchen vor, die nur 3 — 4, ja selbst nur 1 — 2 — 3 Blüten enthalten. Stengel nebst Blätter sind meist heller oder dunkler graufilzig, öfters zur Blütezeit schon stark verkahlt. Formen, die einen schneeweißen Filz, wie die A. maritima L. haben, kommen in Thüringen nicht vor. Zwar behauptet Wallroth im Annuus Botanicus, 1815, p. 101, daß die wirkliche Ä. maritima L. „ad salinas Arterenses" zwischen dem Schützenhause und der Stadt wachse. Er schreibt weiter: Affinis quidem A. salinae, toto coelo autem diversa, ut primus jam docet intuitus, omnibus partibus densissime niveo-tomentosis, odore fortiori, caule inferne lignoso nudo, foliorum pinnis duplo longioribus, totisque aliter formatis, ramuHs divergentibus, tioribus ceruuis." In merkwürdigem Widerspruch hierzu stehen aber die Auseinandersetzungen Wallroths in den „Schedulae criticae" 1822 und der Umstand, daß in seinem Herbar, das ich durch die Güte der Verwaltung des Bot. Museums der Böhmischen Universität Prag benutzt habe, A. maritima, L. nur von südeuropäischen Küsten liegt, ausgenommen eine Form unter dem Namen „A) de- cumhens a) marina"' von Artern, die alles andere nur nicht weiß- filzig ist und zweifellos zur A. salina W. gehört. Der angebliche Standort der A. maritima in Artern ist jetzt ganz mit Häusern verbaut. Die zahlreichen (über 60) Formen unserer zwei Unterarten, die am Soolgraben bei Artern wachsen, werde ich in den Ver- handlungen des Thüringischen Botanischen Vereines näher be- sehreiben und auch in Exsiccaten ausgeben. Hier möchte ich nur kurz auf die Wallrothsche Bearbeitung dieser Formen in den Sched. crit. (1822), p. 458 — 466 zu sprechen kommen. Wallroth unterscheidet drei Gruppen, die völlig unhaltbar sind. Die erste Gruppe „A) decumhens" enthält Formen mit niederhegendem Stengel, aus denen sich andere aufsteigende entwickeln. Schon aus Wall- roths eigenen Bemerkungen „caules enim in ripis graminosis basi deprimuntur, in aggeribus vicinis autem laetius exsurgunt et eriguntur" geht die Unhaltbarkeit dieser ganzen Gruppe hervor. Die zweite Gruppe „B) Anomala" enthält Formen mit sehr schmalen zusammengedrängten Bispen und starren Blättern, deren Abschnitte nach der Spitze der ßispe hin häufig verbreitert sind. Solche Formen wachsen unmittelbar am Band des Soolgrabens, ihre Wurzeln reichen in die Soole hinein. Ihre Entstehung verdanken sie dem direkten Einfluß der Soole. Die dritte Gruppe Wallroths endlich „C) patula" ent- hält den größten Teil der Formen unserer Art mit normalen Bispen. Die Unterabteilungen in dieser Gruppe sind sehr unglücklich ge- wählt, weil die nahe verwandten Formen unnatürlich auseinander gerissen sind. Von dem großartigen Formenreichtum, wie er sich bei Artern zeigt, hat Wallroth, wie sowohl aus den scheduUs Österr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1907. 2 18 criticis, als auch aus seinem Herbar hervorgeht, nur einen kleinen Teil kennen gelernt. Zum Schluß möchte ich noch die Sammler auf einen großen Fehler aufmerksam machen, der, wie ich bei der Revision von mehreren Herbaren kennen gelernt habe, fast allgemein begangen wird. Es dürfen nämlich nicht Rispen von verschiedenen Sträuchern auf denselben Bogen gelegt werden, da dies zur vollständigen Verkennung der Formenkreise führt, besonders wenn noch die schedae einen falschen Namen enthalten. Ebenso wie bei Rosa und Rubus muß hierauf schon beim Sammeln genau geachtet werden. Über das Vorkommen der Potentilla reptans L. forma aurantiaca Knaf in Ungarn. Von Dr. Johann Tuzson (Budapest). Diese Pflanze wurde zuerst von Knaf bei Komotau in Böhmen an Mauern gefunden. Sie wird in Celakovskys Prodromus (p. 626) als eine orangefarbige Form von P. reptans L. erwähnt und in Domins Abhandlung über die böhmischen Potentillen (Sitzungs- ber. d. kgl. böhm. Ges. d. Wiss. Mathem.-naturwiss. Kl. 1903, XXV., p, 42) unter dem Namen P. reptans L. var. typica f. aurantiaca (Knaf) beschrieben. In Achersons und Graebners Synopsis (p. 846) ist sie endlich als P. reptans L. var. typica Dom. vulgaris, aurantiaca Knaf bezeichnet, mit der Bemerkung, daß sie bis jetzt bloß aus Komotau bekannt ist. Eine rotblütige Form der P. reptans kommt auch in Ungarn bei Monor, am Bande des Sumpfes „Piöczas" vor. Ihre Kronen- blätter sind innen duukelrot, hie und da mit orangefarbigen Längs- streifchen, außen orangefarbig. Außerdem sind auch die grünen Teile der Pflanze stellenweise rötlich. Die Mehrzahl der Exemplare aus Monor zeigt einen aufrechten Wuchs, wobei die Stengel an ihren Enden — wie verzweigt — mehrere Blüten tragen. Demnach wären sie also nach der Einteilung von Acherson und Gr aebner, unter P. reptans var. typica als „ascendens" einzureihen, wogegen forma aurantiaca Knaf zu „vulgaris" gehört. Der Vergleich mit den Originalexemplaren Knafs aus dem böhmischen Museum zu Prag hat gezeigt, daß Blüten mit rot an- gelaufenen Kronenblättern auch an diesen vorkommen; demnach sind die beiden Pflanzen, mit Hinsicht auf die Farbe, für identisch zu halten. Was den aufsteigenden Wuchs und den anscheinend^) ver- zweigten Stengel anbelangt, scheinen diese Eigenschaften im nor- malen Abänderungsspielraum einer und derselben Pflanze zu hegen und vom Standorte abhängig zu sein, wonach also die Ab- 1) Vergl. Th. Wolf, Potentillen-Studien. Dresden, 1901, p. 107. 19 sonderung der aszendenten Formen systematisch als nicht begründet erscheint. Die Annahme der Identität der Pflanze aus Monor mit jener aus Komotau kann also auch durch diese Eigenschaft der ersteren nicht beeinflußt werden. Die Verschiedenheit im Stand- orte der beiden Pflanzen soll endlich ebenfalls nicht befremden, denn die typische Form von P. reptans kommt auch selbst an ver- schiedensten Standorten vor. Die rote Farbe der Kronenblätter unserer Pflanze fällt zweifellos außerhalb der Grenzen des normalen Variierens der typischen P. reptans und scheint die Folge einer „single Variation" im Sinne Darwins oder Mutation im Sinne de Vries' zu sein. Es ist auch mit Be- stimmtheit anzunehmen, daß die Pflanze bei Monor selbständig auftrat und diesbezüglich von jener bei Komotau vorkommenden unabhängig ist, wonach wir also an zwei verschiedenen Stellen Mutationen in derselben Eichtung vor uns hätten. Unter den Pflanzen bei Monor fanden sich Blüten von dunkel- roter Farbe an bis herab zu goldgelben in mehreren Abstufungen. Die Bedeutung jedoch dieser Zwischenformen, und zwar ob sie als Wegweiser gradueller Entstehung der Form mit dunkelroten Blüten zu betrachten seien, ist wohl schwer zu beantworten, und kann nur auf Grund länger dauernder Beobachtungen und Kulturversuche entschieden werden. Selbe können gerade so gut Bastarde zwischen der typischen und der rotblütigen Form, als auch Exemplare sein, welche innerhalb des Abänderungsspielraumes der f. aurantiaca und außerhalb jenes der typischen P. reptans liegen. In diesen beiden Fällen dürfte man die Zwischenformen nicht als entwicke- lungsgeschichtlich mittlere Glieder einer progressiven Eeihe be- trachten. Vorarbeiten zu einer Flechtenflora Dalmatiens. Von Dr. A. Zahlbruckner (Wien). IV.i) (Mit 1 Abbildung.) Folgende Aufsammlungen lieferten das Material zu diesem Beitrag : 1. Die Ergebnisse der Sammelreise J. Baumgartners, unter- nommen im Frühjahr des Jahres 1906, enthaltend Flechten, ge- sammelt auf der Mosor-planina (1300 m ü. d. M.), auf der Biokovo-planina (1656 m ü. d. M.), auf der Svilaja-planina (1400 m ü. d. M.), auf dem Veliki- und Mali Koziak bei Vrlika (800—1200 m ü. d. M.), auf dem Monte Vipera (Sabion- cello) und auf der Insel Curzola; 1) Siehe Österr. Botan. Zeitschrift, Band LI, 1901, S. 273, Band LUX, 1903, S. 147 und Band LV, 1905, S. 1. 20 2. eine Aufsammlung, welche Dr. F. Vierhapper in der Bocche di Cattaro in der näheren Umgebung von Lustiea (50 ra ü. d. M.) und Klinci (150 m ü. d. M.) aufbrachte; 3. einige Flechten, welche Dr. J. LütkemüUer gelegentlich seiner dalmatinischen ßeise auf der Halbinsel Lapad bei ßagusa sammelte ; 4. einige Erdflechten, gesammelt von Prof. K. Loitlesberger auf der Insel Arbe und 5. einige Liehenen. gesammelt von K. Au st bei Lusin. Es ist mir eine angenehme Pflicht, den Sammlern dieser Kollektionen für die freundliche Überlassung des Materials den verbindhchsten Dank auszusprechen. Die bedeutungsvollste von diesen Aufsammlungen ist diejenige Baumgartners, speziell jener Teil derselben, welcher in den Hochgebirgen des Festlandes zwischen Spalato und Sinj aufgebracht wurde. Diese Gebirge waren bisher in hchenologischer Beziehung jungfräuliches Gebiet und wir erhalten nunmehr den ersten Ein- bHck in ihre Flechtenvegetation. Ihrem geologischen Aufbaue ent- sprechend zeigt es die typische Flechtenflora des Kalkes, welche in bezug auf die Arten, aus welchen sie zusammengesetzt wird, nichts Überraschendes darbietet. Hingegen fällt ein pflanzengeographisches Moment auf. Beschränkt auf die alpine Region kommt daselbst eine Vereinigung von Flechten vor, welche in der gleichen Zusammen- setzung in Mitteleuropa für die Hügel- und untere Bergregion charakteristisch ist und in die alpine Region nicht hinaufsteigt. Als die wichtigsten Vertreter dieser Formation seien genannt : Solorina saccata (L.) Ach., Farmelia saxattlis (L.) Ach., Parmelia siilcata Tayl., Parmelia tuhulosa (Schwaer.) Britt.. Nephromium, tomentosum (Hoflfm.) Nyl., Evernia prunastri (L.) Ach., Piamalina populina, (Hoffm.) Wainio. Einzelne dieser Arten kommen zerstreut auch auf den Inseln Süddalmatiens vor, sind jedoch daselbst unter 700 m ü. d. M. nicht anzutreff'en. Es zeigt sich daher eine eigenartige Verschiebung der Flechtenvegetation, welche in den Hochgebirgen des dalmatinischen Festlandes am prägnantesten hervortritt. Die untere und mittlere Region dieser Berge, bis etwa 1000 m ü. d. M.. wird von den Elementen der Flechtenvegetation jener Region okkupiert, welche ich als die „dalmatinisch-istrianische" benannt habe. JPyrenulaceae, 310. Arthopyrenia saxicola Mass., Framm, Lieh. (1855) p. 24 et Symmict. lieh. nov. (1855) p. 107 ; Körb., Parerg. Liehen. (1863) p. 386: Garovgl., Tentam. disp. (1856) p. 87; Arn. in Flora. Band LXVIII (1885) p. 158; Schuler, Flecht.-Flr. Fiumes (1902) p. 15. — Sagedia saxicola Krph., Lich.-Flor. Bayern. (1861) p. 249. — Verrucaria saxicola Nyl. apud Stzbgr., Lieh. Helvet. in Bericht. St.-GalHsch. naturw. Gesellsch. (1880—1881) p. 511 ; Leight., Lich.- Flora Great Brit., edit. 3a (1879) p. 461. — Sagedia Massalon- 21 ffiana Hepp, Flecht. Europ. Nr. 444 (1857); Jatta, Sylloge Lieh. Italic. (1900) p. 551. Exsicc. : Arn., Lieh, exsicc. Nr. 17a — b; Anzi, Lieh. Langob. Nr. 490; Hepp, Flecht. Europ. Nr. 444; Mass., Lieh, exsicc. Ital. Nr. 348. Mosor-planina bei Spalato, an Kalkfelsen bei den Schnee- gruben an der Nordseite des Hauptstoekes, ca. 1300 m ü. d. M. (Bauragartner). In Kroatien (vergl. Schüler a. o. a. 0.) wurde die Flechte in einer Höhe von 800 — 1350 m ü. d. M. beobachtet. Microthelia oleae Körb, in Verhandl. zool.-botan. Gesellsch. Wien, Band XVII (1867), Abh. p. 618 et 706; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 1 und Vorarb. III, Anhang Nr. 9. Perithecia nigra, dimidata; paraphyses distinctae, reticulatim- ramosae, sat latae; asci 8spori, apice membrana calyptratim incras- sata; sporis 25—27 X 9—11 fi, eellula inferiore paulum longiore latioreque. Bocche di Cattaro: an der Binde von Ölbäumen bei Lustiea (Vierhapper). Verrucariaceae. Verrucaria (ÄmpJioridium) dolomitica (Mass.) Körb.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 11. An Kalkfelsen auf der Biokovo-planina, Veliki Troglav, ca. 1650 m ü. d. M. und auf der Mosor-planina, Schneegruben an der Nordseite des Hauptstoekes, ca. 1300 m ü. d. M. (Baumgartner). Verrucaria {Litlioicia) nigrescens (Pers.) Nyl. ; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 14. Bocche di Cattaro: an Kalksteinen bei Lustiea, ca. 50 m ü. d. M. und bei Klinci, 150 — 250 m ü. d. M. (Vierhapper). Verrucaria (Litlioicia) fuscella (Turn.) Nyl., A. Zahlbr., Vor- arb. I. Nr. 15. Bocche di Cattaro: an Kalksteinen bei Klinci (Vierhapper). Verrucaria marmorea (Scop.) Arn.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 18. An Kalkfelsen. Mosor-planina bei Spalato, Kamm des Haupt- stockes, ca. 1300 m ü. d. M. ; Sabiancello, Monte Vipera, ca. 960 m ü. d. M. (Baumgartner); Bocche di Cattaro, bei KUnöi, ca. 50 m ü. d. M. (Vierhapper). Verrucaria Dufourei DC. ; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 20. Biokovo-planina, Vehki Troglav, ca. 1650 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). Verrucaria calciseda DC. ; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 24. Sabioncello, Gipfel des Monte Vipera, ca. 960 m ü. d. M. ; Mosor-planina bei Spalato, Sehneegruben an der Nordseite des Hauptstoekes, ca. 1300 m. ü. d. M. ; Gipfel des Veliki Koziak bei Vrhka, ea, 1200 m ü. d. M. (Baumgartner); Bocche di Cattaro, 22 bei Lustica und bei Klinci, 50 — 250 m ü. d. M., häufig (Vier- happer); an Kalkfelsen und Kalksteinen. Thelidium ruhellum (Chaub.) Körb.; A. Zahlbr., Vorarb, I, Nr. 26. Sabioncello: Monte Vipera, in der Höhle nordwestlich vom Gipfel, ca. 900 m ü. d. M. (Baumgartner), 311. Thelidium papilläre Arn. in Flora, Band LXVIII (1885) p. 147. — Verrucaria papillaris E. Fries, Lichgr. Europ. Reform. (1831) p. 434. — Verrucaria Sprucei Bab. apud Leight., Brit. Spec. Angioc. Lieh. (1851) pag. 54, Tab. XXIII, Fig. 4—6. — Thelidium pyrenopJiorum Mass., Framm. Lieh. (1855) p. 16; Körb., Parerg. Lieh. (1863) pag. 352; Jatta Sylloge Lieh. Italic. (1900) p. 544. An Kalkfelsen der Nordseite der Svilaja-planina zwischen Sinj und Vrlika, ca. 1400 m ü. d. M. in einer Form mit hellgrauem Lager (Baumgartner). 312. Thelidium amylaceum Mass., Framm. Lieh. (1885) p. 16; Körb., Parerg. Lieh. (1863) p. 353; Arn. in Flora, Band LXVIII (1885) p. 148. — Sagedia umhrosa Hepp, Flecht. Europ. Nr. 946. Mosor-planina bei Spalato, Kamm des Hauptstockes und an den Schneegruben an der Nordseite des Hauptstoekes, ca. 1300 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). I>ermatocarpaceae, Bermatocarpon rufescens (Ach.) Th. Fr.; A. Zahlbr., Vor- arb. III, Nr. 285. An Kalkboden in der Nordseite der Svilaja-planina zwischen Sinj und Vrhka, ca. 1400 m ü. d. M. (Baumgartner). Bermatocarpon miniatum (Linn.) Th. Fr.; A. Zahlbr., Vor- arb. I, Nr. 30. Sabioncello, Monte Vipera, in der Höhle südwestlich vom Gipfel, ca. 900m u.d.M., sehr spärlich, an Kalkfelsen (Baumgartner). var. papillosum Müll. Arg, in Bullet. See. Murith, vol. X (1881) p, 58 ; A. Zahlbr. in Annal. naturh. Hofmus, Wien, Band XI (1896) p. 93. — Endocarpon miniatum ver. papillosum Anzi, Catal, Lieh. Sondr. (1860) p. 93, — Exsicc.: Kryptg. exsicc. Museo Palat. Vindob. Nr. 158. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben unterhalb der Kulmi- nation, ca. 1300 m ü. d. M. ; in der Senkung zwischen Mali und Veliki Koziak bei Vrlika, 800—900 m ü. d, M., an Kalkfelsen (Baumgartnner). var. complicatuTTi (Sw.) Th. Fr. Lusin, Kalkfelsen auf dem Monte Giovanni (Au st). 23 Chraphidaceae, 313. Encephalographa cerebrina Mass., Miscell. (1856) p. 19; Körb., Parerg. Lieh. (1861) p. 248; Jatta, Sylloge Lieh. Italic. (1900) p. 436; A. Zahlbr. apud Engler-Prantl, Natürl. Pflanzen- sam., L Teil, Abbild. 1 (1903) p. 94, Fig. 46, D— F. — Liehen cerebrinus ßara. apud Lam. et DC, Flor. Fran9., vol. II (1805) p. 312. — Opegrapha cerebrina E. Fries, Lichgr. Europ. Reform. (1831) p. 363; Sehaer., Enum. Lieh. Europ. (1850) p. 159. Thallus KHO =:, KHO -j- Ca Clg O2 =; perithecium crassum, fuHgineura, integrum; hymenium oleosum, I violaeeo-coeruleum; sporae nigricantes, in ascis uniserialiter dispositae, 16 — 18 X 8 "5 — 9*5 fi; paraphyses eonglutinatae, simplices, eseptatae, sub- indistinctae. An Kalkfelsen auf der Mosor-planina bei Spalato, Schnee- gruben an der Nordseite des Hauptstockes, ca. 1300 m ü. d. M. (Baumgartner). Opegrapha saxicola (Ach.) NyL; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 39. Sabioneello, Monte Vipera, bei der Höhle nordwestlich vom Gipfel, ca. 900 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). 314. Melaspilea dalmatlca A. Zahlbr., nov. spec. Thallus cinerascenti-albidus, opacus, effusus vel raaeulatim confluens, laevigatus, tenuissimus, in margine linea obseuriore non cinetus, homoemerieus, hyphis non amylaceis, gonidiis chroolepoideis, celluhs discretis, subviridibus. Apothecia minuta, O"! — 0-3 mm lata, nigra, adpressa vel semiemersa, rotundata, oblonga vel fere irregularia, dispersa; disco piano, nigro, madefacto fusco et parum tumidulo; margine tenui, integre, paulum, sed distincte prominulo; exeipulo fuligineo; hypothecio pallido; hymenio inprimls in parte superiore sordide luteseeuti-fuscescente, 80 — 90 (i alto, I non tincto vel dilute lutescente; paraphysibus paucis, in parte superiore iteratira ramosis, eseptatis, tenuibus ; ascis late ovalibus, obovalibus vel obovali-saccatis. membrana apice parum incrassata cinctis, 8sporis; sporis rectis, ovalibus, apicibus rotundatis vel subcuspidato-rotuu- datis, uniseptatis, cellulis subaequalibus, ad septum bene constrictis, septo et membrana tenui, prinum decoloribus et cellulis guttula oleosa uniea majuscula impletis, demum lutescenti-fusceseentibus, guttulis evanescentibus, 15 — 17 jx, longis et 7 — 8 ^ latis, I non tinctis. Conceptacula pyenoconidiorum minuta, (52 — 55 (i lata), nigra, cessilia, hemisphaerica; peritheeio diraidiato, sub lente lutes- centifusco, celluloso; fuleris exobasidialibus, sat brevibus; pycnoco- nidiis filiformibus, rectis, subrectis vel levissime arcuatis, 8 — 10 /tt longis et vix 1 {i crassis. Conceptacula stylosporarum sessilia, nigra hemisphaerica, minuta (0'09 — 0*1 mm lata); peritheeio dimidiato, sub lente rufeseenti-fusco, subcelluloso; basidiis filiformibus, sat brevibus; stylosporis decoloribus, simplieibus, oblongis vel ovali- oblongis, utrinque rotundatis, rectis vel rarius subrectis, membrana 24 teoui cinctis, guttulis oleosis 3 — 4 plus minus confluentibus impletis, 8 — 13 /x longis et 2 — 2-5 fi latis. Halbinsel Lapad bei Eagusa, an Zweigen von Neriuni Oleander (Lütkemüller). Die vorliegende neue Art steht der Melaspilea deformis Nyl. Prodr. Lichgr. Galliae in Act. Soc. Linn. Bordeaux, vol. XXI (1856) p. 416; Jatta, Sylloge Lieh. Italic. (1900) p. 457; Oliv.. Expose Lieh. Ouest. France, vol. II (1902) p. 224; Lojka, Lichtenoth. Univ. Nr. 43. {Opegrepha varia var. deformis Schaer., Lieh. Helvetic. Spicil., sect. IV, 1833, p. 331) sehr nahe, unterscheidet sich jedoch von dieser durch eine Eeihe von Merkmalen, welche in ihrer Ge- samtheit die Abtrennung als eigene Art hinreichend begründen. Die unterscheidenden Merkmale sind: M. deformis (Ach.) Nyl. Apothecia majora, plus minus conferta Hymenium decolor. Excipulum rufescenti-fuscum. Hypothecium obseurum. Sporae brevioresangustioresque, vix constrictae, cellula superi- ore majore latioreque, cellula inferiore angusta, fere obeo- nica. Pyenoconidia 5 — 5*5 X 1 f*- 8tylosporae ovales vel late ovales, 7—9 X 5— 5-5 (i. M. dalmatica A. Zahlbr. Apothecia minora, dispersa. Hymenium lutescenti-fuscescens Excipulum fuligineum. Hypothecium pallidum. Sporae longiores, bene con- strictae, celluhs subaequa- libus, cellula inferiore bene rotundata. Pyenoconidia 8—10 X 21 X 1 ft- Stylosporae oblongae vel ovali- oblongae, 8—13 X 2— 2-5ft. JDiploschistaceae. Diploschistes scruposus (L.) Norm, var. hryophilus (Ach.) A. Zahlbr. Auf dem Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M., auf Moosen. (Bauragartner). Gyalectaceae, Petradis exanthemica (Sm.) Körb.; A. Zahlbr.. Yorarb. I. Nr. 49. Biokovo-planina, Veliki Troglav, ca. 1650 m ü. d. M. (Baum- gartner); Bocche di Cattaro bei KHnci, ca. 250 m, an Kalksteinen (Vierhapper). 315. Sagiolechia protuberans Mass.. Geneac. Lieh. (1850) p. 11; Körb., Parerg. Liehen (1861) p. 242; Arn. in Flora. Band LXVII (1884) p. 413. — Sagedia protuberans Ach., Lichgr. Univ. (1810) p. 238. — Lecidea x>rotuherans Schaer., Lieh. Helvetic. Spicil., Sect. IV— V (1833) p. 161; Nyl., Lieh. Scand. (1861) p. 207. 25 Mosor-planina bei Spalato, Kalkfelsen an den Schneegruben an der Nordseite des Hauptstockes, ca. 1300 m ü. d. M. (Baum- gartner). Lecideaceae, Uhizocarpon calcareum (Weis) Tb. Fr. ; A. Zablbr., Vorarb. I. Nr. 50. An Kalkfelsen. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben an der Nordseite des Hauptstockes, ca. 1300 m ü. d. M. ; Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika. ca. 1200 m ü. d. M. (Baum gartner). Catülaria (sect. Biatorina) olivacea (E. Fr.) A. Zahlbr., Yor- arb. I, Nr. 54. Bocche di Cattaro, bei Lustica, ca. 50 m ü. d. M., an Kalk- steinen (VierhapperJ. Lecidea olivacea (Hoflfm.) Arn.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 55. Sabioncello : Monte Vipera, ca. 600 m ü. d. M., an Föhren. (Baumgartner) ; Halbinsel Lapad bei ßagusa, an Myrten zweigen und Juniperusästen (LütkeraüUer). Lecidea parasema (Ach.) Arn. in Flora, Band LXVH (1884) p. 559. Insel Curzola: beim Dorfe ^rnova, anOlea europea (Baum- gartner). Lecidea enteroleuca (Ach.) Arn.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 58. var. atrosanguinea Arn. in Flora, Band LXVH (1884) p. 559. — Biatora goniophila ß) atrosanguinea Hepp, Flecht. Europ. Nr. 252 (1857). Gipfel des VeUki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M., an Kalkfelsen. (Baumgartner). Lecidea jurana Schaer.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 59. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben an der Nordseite des Hauptstockes, ca. 1300m u.d.M., an Kalk (Baumgartner). Lecidea (sect. Biatora) immersa (Web.) Körb. ; A. Zahlbr.. Vorarb. I, Nr. 62. An Kalk. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben an der Nordseite des Hauptstockes, ca. 1300 m ü. d. M. ; Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M. (Baumgartner); Bocche di Cattaro, bei Klinci und Lustica häufig (Vierhapper). 316. Lecidea (sect. JBiatora) sanguineoatra Lönnr. in Öfvers. Svenska Vet.-Akad. Forh. XIV (1857) p. 5. — Lecidea {Biatora) fiisca a) sanguineoatra Th. Fries, Lichgr. Scandin., vol. I (1874) p. 435. — Biatora sanguineoatra Arn. in Flora, Band LXVn (1884) p. 551. Sabioncello: Monte Vipera, in der Höhle südlich vom Gipfel. ca. 900 m ü. d. M., auf moosigem Kalkgestein (Baumgartner). Lecidea (sect. Biatora) rupestris (Lghtf.) Ach. ; A. Zahlbr.. Vorarb. I, Nr. 71. Bocche di Cattaro, an Kalkstein bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). 26 var. calva (Dicks.) Th. Fr. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben an der Nordseite Hauptstockes, ca. 1300 m u. d. M.; Bocche di Cattaro, Klinci, ca. 150 m. (Vierhapper), kalkbewohnend. var. incrustans (DC.) Th. Fr. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben an der Nordseite des Hauptstockes, ca. 1300 ra ü. d. M., an Kalk (Bauragartner). Lecidea (sect. Psora) decipiens Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 232. Insel Arbe, auf den Erdboden am Strande (Loitlesberger); Nordseite der Svilaja-planina zwischen Sinj und Yrlika, ca. 1400 m ü. d. M., auf Kalkboden (Baumgartner). Toninia (sect. Thalloidima) Candida (Web.) Th. Fr.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 28. Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 ra ü. d. M., auf kalkhcäl tigern Boden zwischen Moosen (Baumgartner). Toninia (sect. Thalloidima) coeruleonigricans (Lghtf.) Th. Fr. : A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 83. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben unterhalb der Kulmi- nation, ca. 1300 m ü. d, M. ; Sabiancello: auf dem Gipfel des Monte Vipera. ca. 960 m ü. d. M. (Baumgartner); Bocche di Cattaro, bei Khnci, ca. 100 m ü. d. M. (Vierhapper); überall auf Kalk- boden. Cladoniaceae. Cladonia pyxidata var. pocillum (Ach.) Fr.; A. Zahlbr., Vor- arb. IT. Insel Lusin, Monte Giovanni (Au st). var. neglecta (Flk.) Mass.; Wainio, Mongr. Ciadon., vol. II (1894) p. 226. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben unterhalb der Kulmi- nation, ca. 1300 m ü. d. M., auf Kalkboden (Baumgartner). Cladonia furcata (Hud.) Schrad.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 88. var. pinnata Wainio.; A. Zahlbr., Vorarb. II. Insel Curzola: felsiger Hügel rechts am Wege von Pupnata nach Cara, im Buchenwalde, ca. 500 m ü. d. M. (Baumgartner). var. palamacea (Ach.) Nyl.; Wainio, Monogr. Ciadon., vol. I (1887), p. 347. f. spectahilis Ä. Zahlbr. nov. f. Podetia elongata, usque 12 cm alta, crassa, 2—3*5 mm in diam., KHO sublutescentia. Insel Curzola: mit der vorhergehenden Varietät (Baum- gartner). Cladonia foliacea var. convoluta (Lam.) Wainio.; A. Zahlbr,, Vorarb. I, Nr. 91. Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M., zwischen Moosen auf Kalkboden, steril; Sabioncello: Gipfel des Monte Vipera, ca. 960 m, steril (Baumgartner); Bocche di 27 Cattaro: auf dem Erdboden bei Lustica, ca. 150 m ü. d. M., steril (Vierhapper). Acarosporaceae, Biatorella (sect. Sarcogyne) pruinosa (Sm.)Mudd. ; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 76. var. nuda (Nyl.) Oliv., Expos, syst. Lieh. Ouest, vol. 11 (1900) p. 59. Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner); in einer Form mit verhältnismäßig großen, 1 — 1*2 mm breiten, endlich gewölbten Apothezien. Collemaceae. Fhysma ompJialaroides (Anzi) Arn.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 93. Insel Curzola: gegen Dorf ^rnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen (Baumgartner). 317. Collema callojHsniumM^iss., Miscell. Liehen. (1856) p. 23; Nyl., Synops. Lieh., vol. I (1858) p. 113, Tab. III, Fig. 6; Arn. in Flora, Band LXVIII (1885) p. 175. Bocche di Cattaro: an Kalkfelsen bei Lustica, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). Collema melaenum var. marginale Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 98. Bocche di Cattaro : an Kalkfelsen bei Klinöi, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). Collema (sect. SynecJiohlastus) rupestre (L.) Wainio; A. Zahlbr. Vorarb. I, Nr. 101. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, ca. 1400 m ü. d. M., an Rotbuchen, steril (Baumgartner). Collema (sect. Synechohlastus) nigrescens (Leers) Wainio; A. Zahlbr., Vorarb. III, Nr. 296. Bocche di Cattaro: an Ölbäumen bei Lustica, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). Collema (sect. Synechohlastus) vespertilio (Lightf.) Wainio; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 102. Senkung zwischen dem Mali und Veliki Koziak, 800 — 900 m ü. d. M., an Carpinus duineensis, fruchtend; Curzola: gegen Dorf 2rnova, ca. 150 m, an Ölbäumen und auf dem Kom bei Smokvica, ca. 450 m ü. d. M., im Buschwalde fruchtend (Baum- gartner). Leptogkifn ruginosum (Duf.) Nyl.; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 240. Curzola: im Buschwalde am Wege gegen Dorf Pupnata nach Cara und auf dem Kom bei Smokvica, ca. 450 m ü. d. M., steril (Baumgartner). 28 LicJiinaceae, 318. JPferygiuTTi subradiatitm Nyl. apud Stzbgr., Lieh. Helvet. in Bericht. St. Gallisch, naturwiss. Gesellsch. (1880—1881) p. 258, Harm., Lieh, France, vol. I (1905) p. 18. — Pannaria suhradiata Nyl., Prodr. Lieh. Galliae in Actes Societ. Linn. Bordeaux, vol. XXI (1856) p. 314. — Flacyntlüimi suhradiatum Arn. in Flora, Band LXVII (1884) p. 240. — Lecotliecmm? radiosum Anzi, Manip. Lieh, in Atti Societ. Crittogam. Ital., vol. I, Nr. 3 (1862) p. 133. — Wilmsia radiosa Körb., Parerg. Lieh. (1865) p. 406. — Placynthiiim radiosum Jatta, Sylloge Lieh. Italic. (1900) p. 39. — Pterygium centrifugum ß) minus Krph., Liehenfl. Bayerns (1861) p. 102. — LecotJiecium suhradiatum Dalla Torre et Sarnth.. Flacht. Tirols (1902) p. 101. Sabioncello: auf dem Monte Vipera, ca. 960 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartnerj. Pannariaceae, Placynthiion nigrum Mass. — Parmeliella nigra Wainio; A. Zahlbr., Vorarb. III, Nr. 298. Boeche di Cattaro: bei Klinei, ca. 150 m ü. d. M., an Kalk- steinen (Vierhapper). Parmeliella plumbea var. myriocarpa (Del.) A. Zahlbr.; A. Zahlbr., Vorarb. IL Nordseite der Svilaja-planina zwischen Sinj und Vrlika, 1100 — 1200 m ü. d. M., an Rotbuchen; Insel Curzola: auf dem Kom gegen Smokviea zu, 350 — 400 m ü. d. M., im Busehwalde (Baumgartner). Pannaria leucosticta Tuck; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 107. Insel Curzola: beim Dorfe Zrnova, ea. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen und auf dem Kom bei Smokviea, ca. 450 m ü. d. M., im Buschwalde (Baumgartner); Boeche di Cattaro: bei Lustica. ca. 150 m ü. d. M., an Olea (Vierhapper). 319. Pannaria rubiginosa Del. in Dictionn. Class., voL XIII (1828) p. 20; Körb., Syst. Lieh. Germ. (1855) p. 105: Nyl., Synops. Lieh., vol. II, p. 29. — Liehen ruhiginosus Thunbg.. Prodr. Plorae Capens. (1794) p. 176. Insel Curzola: auf dem Kom bei Smokviea, 450—500 m ü. d. M., im Buschwalde (Baumgartner). JPeltigeraceae , 320. Solorina saccata (L.) Ach. Biokovo-planina, Kamm unterhalb Sv. Ilia, ca. 1500 m ü. d. M.; Mosor-planina, Schneegruben unterhalb der Kulmination, ea. 1300 m ü. d. M.; Svilaja-planina zwischen Sinj und Vrlika, 1400 — 1500 m ü. d. M., stets auf Kalkboden (Baumgartner). 29 Peltigera canina (L.) Hoffm.; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 244. Mosor-planina, Hauptstock, über moosigen Kalksteiuen, ca. 1300 m ü. d. M., fruchtend (Baunogartner). Peltigera rufescens Hoffm; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 246. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben unterhalb der Kulmi- nation, ca. 1300 m ü. d. M., auf kalkhaltigem Boden, fruchtend (Baumgartner). NepJiromium lusitanicum (Schaer.) Nyl. ; A. Zahlbr., Vor- arb. I, Nr. 109. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, ca. 1400 m ü. d. M., an Fagus, fruchtend; Svilaja-planina zwischen Sinj und Vrlika, 1100—1200 m ü. d. M., an Kotbuchen; in der Senkung zwischen dem Veliki und Mali Eoziak bei Vrlika, 800 bis 900m ü. d.M., an Carpinus duineensis; Insel Curzola: Kom bei Smokvica, im Buschwalde, 350 — 400 m ü.^ d. M. und auf den Hügeln rechts am Wege von Pupnata nach Cara, ca. 500 m, im Buschwalde (Baumgartner). Nephromium lusitanicum ist eine im Süddalmatien ungemein häufige Flechte; sie steigt, nach den bisherigen Funden urteilend, von 300—1400 m ü. d. M. Die Exemplare vom höchsten Standorte, von der Biokovo- planina, besitzen zum Teile oder zum größten Teile eine weiße Markschichte, welche nur an einzelnen Stellen eine gelbe Farbe zeigt und sich nur an diesen Stellen mit Kalilauge rot färbt. Stictaceae, Lobaria laciniata (Huds.) Wainio; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 112. Svilaja-planina zwischen Sinj und Vrlika, 1200—1300 m ü. d. M., an Rotbuchen, fruchtend (Baumgartner). Loharia pulmonaria (L.) Hoffm.; A. Zahlbr,, Vorarb. II, Nr. 248. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, ca. 1400 m ü. d. M., an Fagus fruchtend, doch die Apothezien von Celidium befallen und deformiert (Baumgartner). Lobaria scrobiculata (Scop.) DC. — Sticta scrobiculata S. Gray; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 249. Insel Curzola: auf dem Gipfel des Kom bei Smokvica, ca. 500 m ü. d. M., im Buschwald, steril und ebenfalls im Buschwalde und steril auf den felsigen Hügeln zwischen Pupnata und Oara, ca. 500 m ü. d. M. (Baumgartner). JPertusariaceae, Pertusaria communis DC; A. Zahlbr., Vorarb I, Nr. 113. f. meridionalis A. Zahlbr. in Sitzungsber. kaiserl. Akademie der Wissenschaft Wien, math.-naturw. Klasse, Band CXV, Abt. I (1906) p. 512. 30 Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, ca. 1400 m ü. d. M., an Rotbuchen (Baumgartner). Fertusaria Wtilfenii (DC.) E. Fries; A. Zahlbr,, Vorarb. T, Nr. 115. Insel Curzola: bei 2rnova, ca. 150 m ü. d. M,, an Ölbäumen (Baumgartner). Fertusaria amara (Ach.) Nyl.; A. Zahlbr., Vorarb. 11, Nr. 250. Biokovo-planina in den Dolinen unterhalb des Troglav, ca. 1400 m ii. d. M., an Rotbuchen; Insel Curzola: bei Zrnova, ca. 150 m ü. d. M., an Olea (Baumgartner). (Schinß folgt.) Literatur - Übersicht'). Oktober— Dezember 1906.^) Adamovic L. Über eine bisher nicht unterschiedene Vegetations- formation der Balkanhalbinsel, die Pseudoraacchie. (Vortrags- bericht, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien 190G. S. 355 bis 360.) 8°. Altmann F. Zur Flora Krains. (Mitteil. d. naturw. Vereines a. d. Univ. Wien, V. Jahrg., 1907, Nr. 1—4, S. 50-51.) 8°. Neu für Krain: Cladium Mariscus (L.) K. Br. und Peucedanum carvifolium (Crantz) Vill. Blocki B. Theorie der Klima-Evolution in der geologischen Ver- ^ gangenheit. Lemberg, 1906. 8". 48 S. Öelakovsky L. Beiträge zur Fortpflanzungsphysiologie der Pilze. (Kgl. böhm. Ges. d. Wissenschaften in Prag, 1906.) 8». 86 S. Degen A. v. Hymenophyllum tunhridgense (L.) Sm. in Kroatien. (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8—10, S. 310.) 8». Verfasser macht auf die Auffindung der Pflanze bei Samobor durch M. Snap aufmerksam. Dom in K. Koeleriae aliquot novae in collectione Dns Arp. de Degen an. 1904 — 1905 observatae. (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8—10, S. 282-285.) 8°. Enthält Neubeschreibungen von Koeleria gracilis var. arenicola Domin, K. gracilis var. pusztarum Domin, K. gracilis X glauca Combi- natio K. huiigarica Domin, K. splendens var. albanica Domin. Fritsch K. Zweiter Beitrag zur Kenntnis der Gesnoriaceen-Flora Brasiliens. (Englers Botan. Jahrb., XXVII. Bd., 1906, Heft 5. S. 481—502.) 8«. 1) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht Die Redaktion. 2) Einige Nachträge folgen in der nächsten Nummer. 31 Neu beschrieben werden : Besleria Uleana Fritsch, Episcia fimhriata Fritsch, Codonanthe formicarum Fritsch, Cod. Uleana Fritsch, Cod. Ul. var. integrifolia Fritsch, Gloxinia stolonifera Fritsch, Vanhouttea mollis Fritsch, ^Corytholoma Glaziovianum Fritsch. Györffy J. Über das Vorkommen der Molendoa Hornschuchiana (Funck) Lindb. in Ungarn. (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8 bis 10, S. 302—303.) 8°. Vom Verfasser an mehreren Standorten in der Tatra gefunden. Hackel E. Gramineae novae üirkestanicae. (Acta Horti Petro- politani, XXVL, 1906.) gr. 8". 8 S. Enthält: Avena Fedtschenkoi Hackel, Bromus ereetus Huds. var. uninodis Hackel, Calamagrostis turkestanica Hackel, Melica secunda Kegel var. interrupta Hackel, Stipa turkestanica Hackel. Hayek A. v. Ein Beitrag zur Kenntnis der Flora des Sandschaks Novipazar. (Ungar, bot. Blätter, 1906, Nr. 8— 10, S. 273— 281.) Aufzählung der von Hauptmann P. Zahlbruckner bei Prijepolje gesammelten Pflanzen; ausführlich besprochen werden: Dianthus Baldaccü Degen in sched. (= D. alhanicus Degen et Baldacci non Wettstein) und Lamium foliosum Crantz (= L. maciilatum Auct. plur. non Linne). Hecke L. Infektionsversuche mit Puccinia Maydis Bereng. (An- nales Mycologici, vol. IV, 1906, Nr. 5, S. 418—420.) 8". Hegi G. und Dunzinger G. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. I. Bd., 1. Liefg. (S. 1—22, Taf. 1—4.) Wien (A. Pichlers Witwe u. Sohn), 1906. gr. 8°. — Jede Liefg. ^ 1-20. Höhnel F. v. Fragmente zur Mykologie, II. Mitt, Nr. 64 — 91. (Sitzgsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXV, Abt. I, Mai 1906, S. 649—695.) 8". Neu beschrieben werden : Cenangium rosulatum Höhn., Naemacyclus caulium Höhn., Unguicularia falcipila Höhn., Enclinoa alnicola Höhn., Coronophora thelocarpoidea Höhn., Botrrjosphaeria Molluginis Höhn., Myxodisciis Höhn. n. gen. (mit M. confluens = Xyloma confluens Schwei- nitz), Gnomonia amoena (Nees) f. earpinea Höhn., Ciliomyces nov. gen. (mit Ciliomyces oropensis [Cesati] Höhn. = Pleonectria lichenicola [Crouan] Sacc), Zythia muscicola Höhn., Agyriellopsis difformis Höhn. Zahlreiche andere Arten werden in ihre richtige systematische Stellung versetzt oder es wird ihre Unhaltbarkeit nachgewiesen. Jävorka S. Hazai Owosma- Fajaink (Species Hungaricae generis Onosma). (Annal. Mus. Nation. Hung. IV., 1906, pag. 406 bis 449, tab. XI. XII.) 8°. Behandelt nachstehende Arten und Formen: Onosma Visianii Clem., 0. arenariuvi W. K. einschl. subsp. pseudoarenarium (Schur) Jävorka und subsp. fallax (Borb.) Jävorka, 0. Tornense Jävorka n. sp., 0. viride (Borb.) Jävorka (= 0. Tauricum Kerner non Pallas) einschl. var. Baumgartenü (Heuff.) Jävorka, var. citrinum Jävorka, subsp. Banaticum (Sändor) Jävorka und subsp. Bau. var. subcanescens Jävorka, 0. echioides L. einschl. var. densiflorum Borb. und var. lineare Borb., 0- Tauricum Pallas (= 0. hul- garicum Vel.), 0- stellulatum W. K. Istvan G. Über die Entdeckung des Ämphidium lapponicum (Hedw.) Schimp. cfrct. in der Hohen Tatra. (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8—10, S, 285-286). 8^ 32 Kövessi F. Das Gesetz des Voliiraen-Wachstumes der Bäume. (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8—10, S. 294—501.) 8^ Kubart B. Die organische Ablösung der Korollen nebst Bemer- kungen über die M oh Ische Trennungsschichte. (Sitzgsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXV, Abt. I. Juli 1906, S. 1491—1518.) 8». 2 Taf., 4 Textfig. Mo eller J. Lehrbuch der Pharmakognosie. 2. Aufl. Wien (A. Holder), 1906. 8°. 502 S. 273 Abb. — K 14-40. Molisch H. Zwei neue Purpurbakterien mit Schwebekörperchen. (Botanische Zeitung, 64. Jahrg., 1906, I. Abt., Heft XII, S. 223 bis 232, Taf. VIII.) 8". Die beiden in Meerwasserkulturen gefundenen Bakterien Bhodocapsa suspeiisa (nov. gen. et spec.) und Bhodothece pendens (nov. gen. et spec.) enthalten stark lichtbrechende Körperchen von unregelmäßiger Form, welche gleich den analogen Gebilden bei Phycochromaceen die Schwebefähigkeit dieser Organismen bewirken, wie der Verfasser durch Experimente beweist Er nennt diese Schwebekörperchen Airosomen. Murr J. Pflanzengeographische Studien aus Tirol. Die pontisch- illyrischen Elemente der Tiroler Flora. (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8—10, S. 267-273.) 8^ Palacky J. Catalogus plantarum Madagascariensium. Fase. IV. Prag (sumpt. auct.), 1906. 60 S. Palla E. Über Zellhautbildung kernloser Plasmateile. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. Bd. XXIV., Jahrg. 1906, Heft 8, S. 408 bis 414, Taf. XIX.) 8°. Pascher A. Neuer Beitrag zur Algenflora des südlichen Böhmer- waldes. (Sitzungsber. d. deutsch, nat.-med. Vereines f. Böhmen „Lotos", 1906, Nr. 6.) 8«. 36 S. Peklo J. Zur Lebensgeschichte y ou Neottla Nidus avis L. (Flora, 96. Bd., Jahrg. 1906, 1. Heft, S. 260—275.) 8°. 2 Textfig. Peterfi M. Beiträge zur /Sp/^a^wwjw-Flora Ungarns (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8—10, S. 260—267.) 8". Neu beschrieben v/ird SpJiagnum Girgensohmi var. suhglaucumM.ä.Tton, ausführlich besprochen Sphagnum subtile (Russ.) Warnst. Bryum HaBslinszliyanum n. sp., eine neue Laubmoos-Art der ungarischen Elora. (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8 — 10, S. 290—294.) 8°. 1 Tafel. Verwandt mit Bryum pendulum (Hornseh.) Schimp. ; von G. Gsösz bei Esztergom gefunden. Schar fett er R. Beiträge zur Geschichte der Pflanzendecke Kärntens seit der Eiszeit (XXXVII. Jahresbericht desk. k. Staats- Gymnasiums in Villach, 1906, S. III— XXVIII.) 8«. Schiffner V. Die bisher bekannt gewordenen Lebermoose Dal- matiens, nebst Beschreibung und Abbildung von zwei neuen Arten. (Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien, 1906, S. 263 bis 280.) 8\ 1 Tafel. Neu beschrieben werden Biccia Levieri Schiffner und Cephaloziella Baiimgartneri Schiffner. Notiz über die Moosflora von Eeichenhall in Bayern (AUg. Botan. Zeitschr., 1906, Nr. 11.) 8°. 4 S. 33 S c h i f fn e r V. Neue Mitteilungen über Nematoden-Gallen auf Laub- moosen. (Hedwigia, Bd. XLV, 1906, 8.159-172.) 8". 5 Textfig. — — Über die Formbildung bei den ßryophyten. (Hedwigia, Bd. XLV, 1906, S. 298-304.) 8». Schneider M. Botanik für Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungs- Anstalten. 5. Aufl. Wien (A. Holder), 1907. 8". 252 S. 343 Abb., 1 Karte. Simonkai L. Die Hauptergebnisse einer zweitägigen Exkursion in die Umgebung von Pozsony. (Ungar, botan. Blätter, 1906, Nr. 8—10, S. 306—308.) 8". Neu für Ungarn: Seseli austriacum (Beck) Drude. Zur Flora der Pozsonyer Umgebung. (Ebenda, S. 308 bis 309.) 8". Verfasser erwähnt neben anderen Funden das Vorkommen von Lysi- machia Zawadskyi Wiesner in zahlreichen zu L. nummularia L. neigenden Formen bei Mariatal. Zur Flora des Kralovaner Moores. (Ebenda, S. 309—310.) 8«. Neu für Ungarn: Gymnadenia intermedia Petermann. Tschermak E. Über einige Blüh- und Fruchtbarkeitsverhältnisse bei Roggen und Gerste. (Wiener Landw. Zeitung, Nr. 54 vom 7. VII. 1906.) 8°. 8 S. Wagner R. Untersuchungen über den morphologischen Aufbau der Gattung Pachynema R. Br. (Sitzgsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. KL, Bd. CXV, Abt. I, Juni 1906, S. 1039—1080.) 8". 15 Textfig. Wiesner J. Blumenpflege im Zimmer. (Feuilleton der „Zeit" vom 25. Mai 1906.) Witasek J. Studien über einige Arten aus der Verwandtschaft der Campanula rotundifolia L. (üng. botan. Blätter, 1906, Nr. 8—10, S. 236—249.) 8^ Enthält Beschreibungen und ausführliche kritische Behandlung der nachstehenden Arten und Formen: Campanula Kladniana Schur, C. steno- phylla (Schur) Witasek, C. polymorpha Witasek nov. spec, C. nientiens Witasek nov. spec, C.velehitica Borh. (mit den Formen IJorfeasiona Witasek, divaricata Witasek, farinulenta (Kerner et Wettstein) Witasek, parviflora Witasek, incerta Witasek), C. bulgarica Witasek nov. spec, C. Justiniana Witasek nov. spec, C. albanica Witasek nov. spec, C. gypsicola (Costa) Witasek f. nuda Witasek nova forma. Zeder bau er E. Die Folgen der Triebkrankheit der Pseudotsuga Bouglasii Carr. (Centralblatt für das gesamte Forstwesen, 1906, Heft 11.) 80. 4 S. Anastasia E. La varietä tipiche della Nicotiana Tahacum L. (R. Istituto Sperimentale dei Tabacchi in Scafati, 1906.) 8°. 121 4- 15 pag., 3 lit. Taf., zahlr. Textabb. Angeloni R. Costitutione e Fissazione delle Razze dei Tabacchi. (R. Istituto Sperimentale dei Tabachi in Scafati, 1906.) Folio. VI u. 62 pag., 31 tab. Österr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1907. 3 34 AschersonP. und Gr aebner P. Synopsis der mitteleuropäischen Flora, 44. und 45. Liefg., VI. Bd. (II. Abt.j, Bog. 1-10. Leipzig (W. Engelmann), 1906. 8°. 160 S. Inhalt. Bosaceae {Pomoideae und Prunoideae). u. — — Synopsis der mitteleuropäischen Flora. 46. Lieig., III. Bd. Bog. 31—35 (S. 481—560). Leipzig (W. Engelmann), 1906. 8«. Inhalt: Iridaceae {Iridoideae [Schluß]; Ixioideae). Atkinson G. F. The development of Ägaricus canipestris. (Bo- tanical Gazette, vol. XLII, 1906, Nr. 4, pag. 242—264, tab. VII— XIL) 8«. Baur E. Weitere Mitteilungen über die infektiöse Chlorose der Malvaceen und über einige analoge Erscheinungen bei Liiiustrwm und Lahurnum. (Ber. d. Deutsch. Botan. Ges., Bd. XXIV, 1906, Heft 8, S. 416-428.) 8". Berg er A. Neue Aloineen und andere Sukkulenten. (Notizblatt d. kgl. bot. Gart. u. Mus. zu Berlin, Nr. 38, Nov. 1906, S. 246 bis 250.) 8". Ausführliche Beschreibungen von Aloe Daivei Berger n. sp., Aloe candeläbrum Berger n. sp., Haworthia Chalwini Marloth et Berger n. sp , Mesembrianthemum canum Haw., Caralluma Nebrownü Berger n. sp., Agave jjarrasana Berger n. sp. Sukkulente Euphorbien. (Aus der Sammlung: Illustrierte Handbücher sukkulenter Pflanzen.) Stuttgart (E. ülmer), 1907. kl. 8«. 134 S. 33 Abb. Bohlin K. Über die Kohlensäureassimilation einiger grünen Samenanlagen (Botaniska Studier, 1906, S. 102-112.) 8». Bokorny Th. Einiges über die V^irkung des Schwefelkohlenstoffs auf Pflanzen und die Fruchtbarkeit des Bodens. (Naturw. Wochenschrift, 1906, Nr. 47, S. 747—749.) 8°. Börgesen F. Algenvegetationsbilder von den Küsten der Färöer. (G. Karsten und H. Schenck, Vegetationsbilder, Vierte Reihe, Heft 6, Tafel 31—36.) Jena (G. Fischer), 1906. 4". — Mk. 2-50. Brooks Ch. Temperature and toxic actions. (The Botanical Ga- zette, vol. XLII, 1906, Nr. 5, pag. 359—375.) 8". Busse W. Westafrikanische Nutzpflanzen. (G. Karsten und H. Schenck, Vegetationsbilder, Vierte Reihe, Heft 5, Tafel 25-30.) Jena (G. Fischer), 1906. 4°. — Mk. 2-50. Carano E. Ricerche sulla Morfologia delle Pandanacee. (Annali di Botanica, vol. V, fasc. 1, nov. 1906, pag. 1 — 46, tab. I — V.) 8^ Ghamberlain Ch. J. The ovule and female gametophyte of Dioon. (The Botanical Gazette, vol. XLII, 1906, Nr. 5, pag. 321—358, tab. XIII- XV.) 8°. Christensen C. Index Filicum etc., Fasc. XII. Hafniae (H. Ha- ge rup), 1906. Pag. 705-744 et I— LX. Diese letzte Lieferung enthält den Schluß des Catalogus literaturae und die für den Anfang des Werkes bestimmte Enumeratio generum syste- matica. 36 Cook M. Th. The embryogeny of some Cuban Nymphaeaceae. (The Botanical Gazette, vol. XLII, 1906, Nr. 5, pag. 376-392, tab. XVI— XVIII.) 8». Correns C. Die Vererbung der Geschlechtsformen bei den gyno- diöcischen Pflanzen. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. Bd. XXIV, Jahrg. 1906, Heft 8, S. 459-474.) 8". Dahlstedt H. Einige wildwachsende Taraxaca aus dem bota- nischen Garten zu Upsala. (Botaniska Studier, 1906, S. 166 bis 183.) 8". 4 Textfig. Als neue „Arten" werden beschrieben: Taraxacum laeticolor Dahlst., T. fasciatum Dabist., T. interruptum Dabist., T. Kjellmani Dabist. Eng 1er A. Über Maesopsis Eminii Engl., einen wichtigen Wald- baum des nordwestlichen Deutsch-Ostafrika, und die Notwendig- keit einer gründlichen forstbotanischen Erforschung der Wälder dieses Gebietes. (Notizblatt d. kgl. bot. Gart. u. Mus. zu Berlin, Nr. 38, Nov. 1906, S. 239 -242,) 8°. 1 Abb. Errera L. Glycogene et „paraglycogene" chez les vegetaux. (Travail posthume, avec „Bibliographie" et „Dessins relatifs". Kecueil de l'Institut botanique de Bruxelles, 1906. pag. 343 —446, tab. I— V.) 8°. Ewert R. Die Parthenokarpie der Obstbäume. Vorl. Mitt. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. Bd. XXIV, Jahrg. 1906, Heft 8, S. 414 bis 416.) 8°. Fischer E. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Uredineen. (Zentralblatt f. Bakteriologie, Parasitenkunde u. Infektionskrank- heiten, II. Abt., XV. Bd. 1905, Nr. 7/8, S. 227—132.) 8". Bebandelt: 1 . Piccciniastrum {Thecopsora) Padi (Kze. et Scbm.) Did. 2. Puccinia Liliacearum Duby. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Uredineen. (Ebenda, XVII. Bd., 1906, Nr. ,5/7, S. 203—208.) -8°. Bebandelt: 3. Aeeidiuvi Seseli Niessl auf Laserpidium Siler. 4. Nocb- mals Puccinia Liliacearum Duby. Fischer M. Leitfaden der Pflanzenbaulehre. Stuttgart (E. Ulmer). 1907. 8«. 232 S., 113 Abb. — Mk. 3. Freeman E. M. The Affinities of the Fungus of Lolium temu- lentum L. (Annales Mycologici, vol. IV, 1906, Nr. 1, S. 32 — 34). 8^ Geneau de Lamarliere L. Sur l'epiderme des plantes aeriennes. (Revue gen. de Botanique, tom. XVIII., 1906, Nr. 213, pag 372—378). 8«. Georgevitch P. M. Cytologische Studien an den geotropisch gereizten Wurzeln von Lupinus albus. (Beihefte z. Botan. Cen- tralblatt, Bd. XXII, 1906). 8». 24 S., 1 Taf. Gertz 0. Studier öfver Anthacyan. Lund (H. Möller), 1906. S". 412 p. — Z 8. Glück H. Biologische und morphologische Untersuchungen über Wasser- und Sumpfgewächse. Zweiter Teil: Untersuchungen über die mitteleuropäischen ütricularia- Arten, überdie Turionen- 36 bildung bei Wasserpflanzen, sowie über Ceratophyllwn. Jena (G. Fischer), 1906. 8''. 256 S., 28 Textfig., 6 lith. Doppeltafeln. — Mk. 18. Gortani L. e M. Flora Friulana. Parte seconde (pag. 273 — 519). üdine (B. Doretti), 1906. 8". Graebner P. Pallenis croatica Graebner (Notizblatt des kgl. bot. Gart. u. Mus. zu Berlin, Nr. 38, Nov. 1906, S. 252). 8°. Kräftiger als Pallenis spinosa (L.) Cass., ausdauernd und nur kurz behaart; auf den Inseln Lussin und Arbe. Hedlund T. Om skilnaden mellan Lactuca Chaixii Vill. och L. quercina L. (Botaniska Notiser, 1906, Hft. 6, S. 277—293). — — Über den Zuwachsverlauf bei kugeligen Algen während des Wachstums. (Botaniska Studier, 1906, S. 35—54, Taf. III, IV). 8°. 3 Textfig. Hildebrand F. Über Cyclamen Pseudo-graecuin (Gartenflora, 55. Jahrg., 1906, Heft 23, S. 629—634. Juel H. 0. Einige Beobachtungen an reizbaren Staubfäden. (Bo- taniska Studier, 1906, S. 1—20, Taf. I). 8". 3 Textfig. Behandelt den Vorgang bei Berheris vulgaris und Centaurea Jacea. Kirchner 0. Die Krankheiten und Beschädigungen unserer land- wirtschaftlichen Kulturpflanzen. Zweite vollständig umgearbeitete Auflage. Stuttgart (E. Ulmer), 1906. 8°. 675 S. — Mk. 14. Koch L. Einführung in die mikroskopische Analyse der Drogen- pulver. Berlin (Gebr. Bornträger), 1906. 8". 175 S., 49 Abb. — Mk. 4. Lagerberg T. Über die präsynaptische und synaptische Entwick- lung der Kerne in den Embryosackmutterzellen von Ädoxa moschatellina. (Botaniska Studier, 1906, S. 80—88). 8°. 6 Text- fig- Lindberg H. Iter Austro-Hungaricum. Verzeichnis der auf einer Reise in Österreich-Ungarn im Mai und Juni 1905 gesammelten Gefäßpflanzen. (Öfversigt af Finska Vetenskaps - Societetens Förhandlingar, XVLIII., 1906, Nr. 13). 8". 128 S. 2 Taf. Die Pflanzen sind anläßlich des internationalen botanischen Kongresses gesammelt, u. zw. auf der Reise in die illyrischen Länder und auf der Keise nach Ungarn, sowie auf zwei kleinen Ausflügen nach Mödling und auf den Schneeberg. Neu beschrieben werden: Lolium stibulatum Vis. f. aristata Lindbg. (Insel Meleda); Papaver Bhoeas L. var. (ßahrescens Lindbg. (Mostar); Fumaria Vaillantii Lois. f. longihracteata Lindbg. (St. Canzian); Isatis canescens DC. var. gldbrifolia Lindbg. (Cattaro); Arabis verna (L.) R. Br. a. liocarpa Lindbg. und ß. hebecarpa Lindbg. (Gravosa); Pirus Äria (L.) Ehrh. subsp. Tergestina Lindbg. (Triest); Genista silvestris Scop. var. pur- cepilosa Lindbg. (Mostar); Cytisus diffusus (Willd.) Vis. var. adpresse- pilusus Lmdhg. (Montenegro, inter Krstac undNjegusi); Trifolium scabrum L. f. rosea Lindbg. (Insel Meleda), Tr. sc f. hirsutieaulis Lindbg. (Ragusa und Umgebung); Trifolium Dalmaticum Vis. var. Meledae Lindbg. (Meleda); Trifolium ochroleucum L. subsp. lamprotrichum Lindbg. (Zelenika); Ono- brychis aequidentata (Sibth. et Sm.) D'Urv. a. typica Lindbg. (Spalato), On. aeq. ß. Gussonei Lindbg. (Italien, nach Herbarexemplaren), On. aeq. subsp. foveolata (Seringe) Lindbg. «. typica Lindbg. (Sizilien), On aeq. subsp. foveolata (Seringe) Lindbg. ß. Dalmatica Lindbg. (Spalato); Eu- 37 phorhia epithymoides L. var. glaberrima Lindbg. (Divaöa); Cistus villosus L. var. Balmaticus Lindbg. (= C. Creticus Vis. non L., Meleda); Cerinthe lamprocarpa Murbeck f. Cattaroensis Lindbg. und f. verruculosa Lindbg. (Cattaro); Ajuga Chamaepitys (L.) Schreb. f. subqlahra Lindbg. (Spalato) ; Marrubium candidissimum L. var. subrotundum Lindbg. (Scardona); Stachys Sendtneri Beck var. adenocalyx Lindbg. (Jajce); Salvia triloba L. var. subhastata Lindb. (Lissa; die Art ist neu für Österreich- Ungarn!); Galium murale All. f. hispidulum Lindbg. (Busi); Specularia hybrida (L.) DC. var. subfulcata Lindbg. (Ragusa); Hedraeanthus Kitaibelii DC. f. grandis Lindbg. (Jajce); Hedraeanthus graminifolius (L.) DC. var clatus Wettst. f. Ginzbergeri Lindbg. (Montenegro, inter Cattaro et Krstac) ; Phag- nalon rupestre (L.) DC. var. Illyricum Lindbg. (Spalato); Anthemis coronata Lindbg. (verwandt mit A. brachycentros Gay, Cattaro); Carduus angusti- ceps Lindbg (Jajce); Crepis neglecta L. a. parvuliceps Lindbg. (Cattaro), Cr. negl. ß. majoriceps Lindbg. — Ein Urteil übergden Wert dieser zahlreichen neuen Formen kann Eeferent derzeit, ohne die Originale gesehen zu haben, nicht abgeben. Interessante Besprechungen finden die nachstehenden Pflanzen: Fritil- laria gracilis (Ebel) Aschers, et Graebn. ist nach Ansicht des Verlassers von Fr. neglecta Pari, nicht spezifisch zu trennen. Adonis autumnalis var. ignea Murbeck, aus der Herzegowina beschrieben, gründet sich nach dem Verfasser, der die Originale gesehen, auf Früchte von A. autumnalis und Blüten von A. flamnieus, muß also eingezogen werden; Cytisus Kitaibelii Vis. umfaßt nach Lindberg drei verschiedene Pflanzen: C. Kitaibelii auct., C. decumbens Wallr. und den neuen C. diffusiis var. adpresse-pilosus Lindbg., es wird daher für C Kitaibelii auct. der neue Name C. Visianii Lindbg. in Vorschlag gebracht, was Referent für nicht genügend begründet hält; Anthyllis pulchella Vis. wird ausführlich beschrieben und ihr Verhältnis zu A. Dillenii Schultes und A. Scardica Wettst. besprochen; Vicia Terronii (Ten.) Lindbg. n. nom. (= Vicia hirsuta var. leiocarpa [Moris] Vis.) wird ausführlich beschrieben und ihr Verhältnis zu Vicia hirsuta (L.) Koch klar- gestellt; Stachys Janianus (neu für Dalmatien!) wird nach Exemplaren von Scardona (Originale hat der Verfasser nicht gesehen) ausführlich beschrieben und seine Stellung zu St. Italiens Miller besprochen. Als interessante Funde sind ferner zu erwähnen: Oryzopsis holciformis (M. B.) Richter, bei Mostar (neu für das Okkupationsgebiet); Dactylis glomerata L. subsp. lobata Drejer, bei Herkulesbad (neu für Ungarn); Bassia hirsxita (L.) Aschers. (= Kochia hirsuta Nolte), bei Grado (neu für Österreich, vom Referenten 1903 nächst Belvedere bei Aquileja gesammelt, aber nicht publiziert); ^Silene subconica Friv.", bei Mostar (als neu für Österreich-Ungarn; Referent hat die gleiche, mit Lindbergs Beschreibung vollkommen übereinstimmende Pflanze mehrfach bei Mostar gesammelt, hält sie aber für S. conica L.; vorwiegend drüsige Kelchbeharrung und stärker papillöse Samen findet man oft bei dieser Art; S. subconica Friv. dürfte nur durch größere Petalen mit exserten Nägeln und Besitz eines längeren Carpophors schwach verschieden sein); Anemone Baldensis L, auf dem Schneeberg (neu für Niederösterreich, ein Jahr später unabhängig auch von K. Ronniger dprtselbst aufgefunden); Futnana laevipes (L.) Spach, Insel Busi (neu für Österreich-Ungarn); Valerianella truncata Betcke subsp. miiricata (Steven) Lindbg., Scardona (neu für Dalmatien); Carduus macro- cephalus Desf., Zelenika (neu für Dalmatien). E. Ja neben. Lindem uth H. über angebliches Vorhandensein von Atropin in Kartoffelknollen infolge von Transplantation und über die Grenzen der Verwachsung nach dem Verwandtschaftsgrade. (Ber. der Deutsch, bot. Ges. Bd. XXIV, Jahrg. 1906, Heft 8, S. 428—435). 8^ Lindman C. A. M. Zur Kenntnis der Corona einiger Passifloren. (Botaniska Studier, 1906, S. 55—79). 8". 12 Textfig. 38 Loew 0. Die chemische Energie der lebenden Zellen. 2. Aufl. Stuttgart (Fr. Grub), 1906. 8'. 133 S. Magnus P. Auftreten eines einheimischen Rostpilzes auf einer neuen, aus Amerika eingeführten Wirtspflanze. (Ber. d. Deutsch. bot. Ges. Bd. XXIV., Jahrg. 1906, Heft 8, S. 474—476). 8°. Chrysomyxa BJwdodendri (DC.) de Bary auf Picea pungens Engelm. Meyer A. Erstes mikroskopisches Praktikum. (A. Meyer, Bota- nische Praktika, 1.) 2. Aufl. Jena (G. Fischer), 1907. 8°. 221 S. 82 Abb. — K Q. Murbeck Sv. Bidrag tili Pterantheernas Morfologi. (Lunds üni- versitets Arsskrift, N. F., A. 2, Bd. 2, Nr. 6). gr. 8". 20 S. 1 Taf. Oels W. Pflanzenphysiologische Versuche. 2. Aufl. Braunschweig (F. Vieweg), 1907. 8". 117 S. 87 Abb. — Mk. 3. Plate L. Darwinismus kontra Mutationstheorie. (Archiv für Rassen- und Gesellschafts-Biologie, 3. Jahrg., 1906, 2. Heft, S. 183—201). 8°. Pleijel C. Mutationsformer af Anemone Uepatica L. (Botaniska Notiser, 1906, Hft. 5, S. 237—243). 8». Rehm H. Zum Studium der Pyrenomyceten Deutschlands, Deutsch- Österreichs und der Schweiz. II. (Annales Mycologici, vol. IV, 1906, Nr. 5, S. 395—403). 8°. Neu beschrieben werden: Massarina salicincola Eehm. und Massaria seoparia Eehm. — — Ascomvcetes exs. Fase. 37 (Annales Mycologici, vol. IV., 1906, Nr. 5, S. 404—411). 8«. Neu beschrieben werden: Pezizella sepulta Rehm , Naevia pezizelloides und Phyllachora intermedia var. luxurians Rehm. Rosenberg 0. Erblichkeitsgesetze und Chromosomen. (Botaniska Studier, 1906, S. 237—244). 8°. 5 Textfig. Schelle E. Handbuch der Kakteenkultur. Stuttgart (E. ülmer), 1907. 8». 294 S., 200 Abb. — Mk. 4-50. Schulte A. Die Blattfallkrankheit oder der falsche Mehltau der Weinstöcke Peronospora viticola. Berlin (P. Parey). 1907. kl. 8°. 31 S. — Mk. 0-50. Schulz A. Über die Entwicklungsgeschichte der gegenwärtigen phanerogamen Flora und Pflanzendecke Mittel-Deutschlands. II. Drudes Steppenpflanzen (Ber. d. Deutsch, bot. Ges. Bd. XXIV., Jahrg. 1906, Heft 8, S. 441—450). 8". Sern an der R. Über postflorale Nektarien. Ein Beitrag zur Kennt- nis der myrmekotrophen Anpassungen im Dienste der Verbrei- tungsbiologie. (Botaniska Studier, 1906, S. 275—287). 8". Simmons H. G. The vascular plants in the flora of Ellesmereland (Report of the second Norwegian arctik expedition in the „Fram" 1898—1902. Nr. 2). Videnskabs-selskabet i Kristiania, 1906. gr. 8". 197 pag., 5 flg., 10 tab., 1 cart. Neu beschrieben werden: Saxifraga groenlandica subsp. exaratoides Simmons, Draba alpina var. gracilescens Simmons, Draba subcapitata Simmons, Poa evagans Simmons. 39 Skottsberg C. Vegetationsbilder aus Feuerland, von den Falk- land-Tnseln und von Südgeorgien (G. Karsten und H. Schenck, Vegetationsbilder, Vierte Keihe, Heft 3 und 4, Tafel 13—24). Jena (G. Fischer), 1906. 4". — Mk. 5. Smith C. 0. A bacterial disease of Oleander. Bacillus Oleae (Arcang.) Trev. (Botanical Gazette, vol. XLII, 1906, Nr. 4, pag. 301—310). 8". 4 fig. Splendore A. Sinossi descrittiva ed iconografia dei semi del genere Nicotiana. (R. Istituto Sperimentale dei Tabacchi in Scafati, 1906). S'_. P. I: 163 pag.; P. II: 60 tab. Svedelius N. Über die Algenvegetation eines ceylonischen Korallenriffes mit besonderer Eücksicht auf die Periodizität (Botaniska Studier, 1906, S. 184-220, Taf. VI.) 8°. Teodoresco E. C. Observations morphologiques et biologiques sur le genre Bunaliella. (Revue gen. de Botanique, tom. XVIII., 1906, Nr. 213, pag. 353—371). 8°. 25 Textfig. 2 Taf. Vöchting H. Über Regeneration und Polarität bei höheren Pflanzen. (Botan. Zeitg., 1906, Heft VI— VIII, S. 101—148, Taf. V— yil.) 8". Witte H. Über das Vorkommen eines aerenchymatischen Gewebes bei Lysimachia vulgaris L. (Botaniska Studier, 1906, S. 265 — 274). 8°. 11 Textfig. Woodhead T. W. Ecology of Woodland Plants in the Neigh- bourhood of Hudderfield. (The Joural of the Linnean Society, vol. XXXVII, 1906, Nr. 261, pag. 333—406). 8°. 70 Fig. Personal-Nachrichten. Die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft hat Herrn J. Brunn thaler zum Generalsekretär gewählt. Herrn Eichoberinspektor E. Preissmann wurde der Titel eines Regierungsrates verliehen. Inhalt der Januar •Nummer: Margarete Zemann: Die systematische Bedeutung des Blattbanes der mitteleuropäischen Aira-ATten. (Schluß) S. 1. — G. Kraskovits und H. Fleisch- mann: Interessante Orchideen aus Corfu. S. 4. — Otto Kleiner: Über hygroskopische Krnmmnngsbewegungen hei Kompositen. S.S. — E. Sagorski: Über Artemisi'a salinu WiUi. S. 14. — Dr. Johann Tuzson: Über das Vorkommen der Potentilla reptans L. forma «wra*)- tiaca Knaf in Ungarn. S 18, — Dr. A. Zahlbruckner: Vorarbeiten zu einer Flechtenflora Dalmatiens. S. 19. — Literatur-Übersicht. S. 30. — Personal-Nachrichten. S. 39. Redakteur: Prof. Dr. B. T. Wettstein, Wien, 3/3, ßennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Österreichische botanische Zeitsohrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: 1852/53 ä M. 2-—, l»6ü/t)2, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/92 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-— . Exemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittelst Postanweisung direkt bei der Administration in Wien, 1., Barbaragasse 2 (Firma Karl Gerolds Sohn), zu pränumerieren. Einzelne Nnmmern, soweit noch vorrätig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 40 INSERATE. Aus dem Nachlasse des mag. pharm. Joachim v. Schmuck ist ein gut er- haltenes, reiches Herbarium preiswürdig zu verkaufen. Joachim v. Schmuck war ein Zeitgenosse der Botaniker Hinterhuber, Dr. Lorinser, Pichl- mayr, Dr. Sauter, Dr. Stohl etc. und stand mit den Genannten in persön- lichem wissenschaftlichen Verkehr. Die mit ungeheurem Fleiiie und genauer Sachkenntnis angelegte Sammlung (33 Fasz.) stellt die Arbeit eines langen Menschenlebens dar. Reflektanten wollen Detailnachfragen und Preisanbote richten an: Wilh. Seh war zach er, k. k. Statthalterei, Wien. Die direkten P. T. Abonnenten der ,, Österreichischen botanischen Zeitschrift" ersuchen \nr höflich um g^efällig^e rechtzeitig;e Erneuerung^ des Abonnements pro 1907 per Post- anif^eisung^ an unsere Adresse. Abonnementspreis jährlich 16 IKEark; nur ganzjährige Pränumerationen werden ange- nommen. Die Administration in Wien I., Barbarag'asse 2. ^'^'^^'^'^^^^^^'^^^^'^^^^^^^^^^'^ •-4/^ »-sl'^ *-4'* »-4-^ •-4--« »-4-^ •-4-» »-^^ •-l'^ ^~lr-* •4'^ »-.l-« •-4'-« •-4^-« •-4-« »-4-^ »-^-^ •-4'^ •~4'-« »-4-* •-4-« »4--* •-4'-« Ppeisherabsetzung älterer Jahrgänge der ,,Österr. botanischen E^eitschrift". Um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1892 (bisher ä Mk. 10.—) auf ä Mk. 4.— 1893-1897 ( „ „ „ 16.-) „ „ „ 10.- herab. Die Preise der Jahrgänge 1853, 1853 fä Mark 3.—), 1860 bis 1863, 1864-1869, 1871, 1873—1874, 1876—1880 (ä Mark 4.-) bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1873 und 1875 sind vergriffen. Die früher als Beilage zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts lierTorragender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu liefern. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sich, direkt zu wenden an die Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien. I., Barbaragasse 2. •--*--• •-'T-« »--t-« •-'t-» »-f-* •-!■-• »-t^-« 9^~m »--l-« ^*t.# •-f~* •-'N« »-'S« «-t-* *-^-^ ©-t^-« »-t^ •^t--« »-f-« »-t-« •^f~-9 »-1^-« »-t"* NB. Dieser Nummer liegt bei: Tafel I— II, ferner Inhalt, Titel und Umschlag zu Jahrgang 1906. — Tafel III (Kraskovits und Fleischmann) und Tafel IV (Kleiner) folgen mit der nächsten Nummer. Buchdruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. ^A^ettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LVIL Jahrgang, N°- 2. Wien, Februar 1907. Die systematische Stellung der Gattung Scleranthus. Von Dr. Fritz Vierhapper (Wien). Wie aus den im folgenden mitgeteilten und auch noch aus anderen Systemen zu ersehen ist, wurde der Gattung Sderanthiis von jeher entweder eine mehr minder selbständige Stellung inner- halb der Caryophyllaceen oder doch der Paronychiaceen, respektive lUecebraceen angewiesen oder sie wurde gar als eigene Familie betrachtet. ^) Seringe (1824 2), ^ezw. 1828'). Ordo XXII. Caryopliylleae'). Trib. I. Sileneae. Trib. IL AJsineae. Ordo LXXXVI. Paronychieae '). Trib. I. Telepliieae. Trib. IL lUecehreae. Trib. III. Polycarpaeae. Trib. IV. Pollichieae. Trib. V. Sclerantheae (Mniarum, Scleranthns, Guilleminea). Trib. VI. Queriaceae. Trib. VII. Minuartieae. Fenzl (1836—1840^). Ordo COVII. Caryopliylleae. Subordo I. Paronychieae. Subordo II. Sclerantheae {Mniarum, Sderanthiis, Guille- minea'). ^) Jussieu (Gen. plant, p. 314 [1789]) führt SclerantJms bei den Portu- laceae. 2) In De Candolle, Prodr. I, p. 351 (1824). 3) In De Candolle, Prodr. III, p. 365 (1828). 4) In Endlicher, Gen. plant, p. 955 (1836—1840). Österr. botan. Zeitschrift. 2. Heft. 1907. 4 42 Subordo III. Älsineae. Subordo IV. Slleneae. Bentham und Hooker (1862— 1867 0, bezw. 18882j. Ordo XXII. Caryophylleae'^). Tribus I. Sileneae. Tribus IL Älsineae. Tribus III. Polycarpeae. Ordo CXXIX. Illecebraceae^). Tribus I. Pollichieae. Tribus II. Paronychieae. Tribus III. Pterantheae. Tribus IV. SclerantJieae (Scleranthus [inkl. Mniarum], Ha- hrosid). Baillon (1888^). LXXVI. Caryophyllaceae. I. Lychnideae. II. Cerastieae. III. Polycarpeae. IV. Paronychieae. V. Cometeae. VI. Sclerantheae (Scleranthus [inkl. Mniarum], (?) Ha- hrosia). VII. lllecehreae. Fax (1889*). Caryophyllaceae. I. Silenoideae. 1. Lychnideae. 2. Diantheae. IL Älsinoideae. 1. Älsineae. 2. Sperguleae. 3. Polycarpeae. 4. Paronychieae. 5. Dysphanieae. 6. Sclerantheae (Habrosia, Scleranthus [inkl. Jfmantw]). 7. Pterantheae. Als eigene Familie wurden die Selerantheen zuerst von Link^) und Bartling^) betrachtet, eine Auffassung, welcher sich unter anderen auch Knuth in seinem „Handbuch der Blüten- 1) Gen. plant. L, p. 141 (1862—1867). 2) Gen. plant. III, 1, p. 12 (1880). 3) Hist. de plant. IX, p. 81 (1888). 4) In Engler u. Prantl, Nat. Pflanzenfam. III, 1 &, p. 61 (1889). 5) Enum. plant, hört. reg. bot. Berol. I, p. 417 (1821). 6) In Bartling u. Wendland, Beitr. z. Bot. II, p. 153 (1825) und in Ord. nat. plant., p. 300 (1830). 43 biologie" ^) angeschlossen hat. Nach Bartling umfassen die /ScZer- antheae die Gattungen Mniarum^ Scleranthiis und Guilleminea. In den folgenden Auseinandersetzungen soll zunächst nur von SclerantJms die Rede sein und auf die übrigen von verschiedeneu Autoren zu den Sclerantheen gestellten Gattungen (Mniarum, Ha- hrosia, Guilleminea) erst am Schlüsse zurückgekommen werden. Vergleichend morphologische Beobachtungen brachten mich zur festen Überzeugung, daß die Isolierung von Scleranthus^) nicht gerechtfertigt, sondern vielmehr die Gattung zu den Alsinoideen zu stellen ist. Die Gründe hiefür vs^ill ich im folgenden genauer auseinandersetzen. In bezug auf die Vegetationsorgane stimmen die Scleranthi vollkommen mit gewissen Älsine-Arten, z. B. S. perennis mit A. fascicidata (L.) M. et K., überein. Diese Kongruenz erstreckt sich sowohl auf äußerlich-, als auch inuerhch-morphologische Charaktere, also nicht nur auf den ganzen Habitus, die Stellung, Konsistenz, Form und Nervatur der Blätter, das Fehlen der Neben- blätter, die Art der Behaarung der Vegetationsorgane, sondern auch auf die Beschaffenheit des Querschnittes von Stengeln und Blättern. Sie ist eine so große, daß man A. fascicidata in nicht blühbarem Zustande für 8. perennis halten könnte und umgekehrt. In den Propagationsorganen allerdings zeigt Scleranthus nebst vielen wesentlichen Übereinstimmungen, wie im Aussehen der Kelchzipfel ^), in der Gestalt und Beschaffenheit der Samenanlagen, der Form und Lage des Keimlings und Endosperms, einige schein- bar schwerwiegende Unterschiede von Alsine, u. zw.: 1. das Fehlen der Fetalen*), 2. die Dimerie des Gynaezeums, 3. das Vorhandensein einer einzigen Samenanlage und in- folgedessen den Besitz einer Schheßfrucht, 4. Die Vereinigung der unteren Teile der Sepalen zu einem den Fruchtknoten und später die Frucht krugförmig umfassenden, erhärtenden Gebilde, welches am oberen Eande die häufig haken- 1) II, 1, p. 426 (1898). 2) Linne, Gen. plant, ed. V, p. 190 (1754). Die Gattung ist in Europa und den extratropischen Gebieten Asiens und Nordafrikas verbreitet. Die Arten lassen sich auf zwei Haupttypen, S. annuus L. und S. perennis L., zurückführen, deren ersterer sehr polymorph ist. Eeichenbach unterschied infolgedessen im Dresdener Samenkataloge des Jahres 1871 nicht weniger als 147 Scleranthus- Arten. Einige von Scleranthus kaum abzutrennende Arten existieren auch in Australien, das überdies die später noch zu behandelnde, oft mit Scleranthus vereinigte Gattung Mniarum beherbergt. 2) Ich vergleiche hier die freien Teile des Kelches von Scleranthus mit den Kelchblättern von Alsine. Es gibt Ahine-Arten, welche in der Form, Struktur und Nervatur ihrer Kelchblätter mit S. annuus und solche, welche mit 8. perennis übereinstimmen. *) Die Angabe Payers (Traite d'Organogenie, p. 345, pl. LXX, fig. 1 — 17 [1857]), daß bei Scleranthus die Petalenprimordien ursprünglich vor- handen sind und erst nachträglich verkümmern, ist nach Eichle r (Blütendiagr. IL p. 116 [1878]) nicht genügend fundiert. Es dürfte sich wahrscheinlich um die Anlagen der alternisepalen Staubgefäße gehandelt haben. 4* 44 förmig eingekrümmten freien Kelchzähne trägt und später gemein- sam mit diesen und der Schheßfrucht abfällt. Im Gegensatze zu diesen Eigenschaften hat Älsine zumeist freie Sepalen , größere oder kleinere Fetalen, fast stets ein trimeres, immer raehrsamiges Gynaezeum und stets mit Zähnen aufspringende Kapselfrüchte. Wie schon aus der Anwendung des Wortes „zumeist" zu er- sehen ist, sind die Unterschiede zwischen Scleranthus und Alsine nicht immer vollkommen scharf und keineswegs ausnahmslos durch- greifend. Man findet vielmehr, wenn man die Gesamtheit der exi- stierenden Formen und insbesondere die schon einmal von Älsine generisch abgetrennt gewesenen ins Auge faßt, eine ganze Menge von solchen, welche sich in der einen oder anderen Hinsicht, nicht zum wenigsten im Habitus, zwischen Älsine und Scleranthus inter- mediär verhalten. Was zunächst die Apetalie anbelangt, so sind Blüten mit rückgebildeten oder sogar fehlenden Fetalen innerhalb der Gattung Alsine, u. zw. insbesondere in der Sectio Sdbulineae Fenzl und in der von Loefling^) als Gattung aufgefaßten Sectio Minuartia, welch letztere eine Eeihe Scleranthus habituell nahekommender Arten (z. B. A. montana [Loefl.] Willk., Ä. sclerantha Fisch, et Mey.) umfaßt, gar nicht selten. Bei einzelnen Arten der Sektion Älsinanthe fehlen gleichfalls die Fetalen und bei der in die Sectio Cherleria gehörenden A. sedoides (Linne als Clierleria) F. Schultz sind sie gelegentlich abortiert. Auch in bezug auf die Anzahl der Karpiden und der Ovula ist Älsine mit Scleranthus durch Übergänge verbunden. Während die Arten der Gattung Älsine selbst zu allermeist drei, nur ab und zu vier bis fünf und nur äußerst selten zwei Grififel und zahl- reiche Ovula auf der Flazenta aufweisen, hat beispielsweise die nahe verwandte Gattung Buffonia normalerweise gleich Scleranthus zwei- griflfehge Gynaezeen — wobei allerdings zu bedenken ist, daß Buffonia insoferne nicht als „BindegUed" aufgefaßt werden kann, als sie durchwegs tetramere Blüten hat, während die Scleranthus- Blüte vom Gynaezeum abgesehen pentamer ist — und nur zwei oder vier Samenanlagen in den Ovarien, und die dreigrififelige, Äl- sine sicherlieh sehr nahe stehende Gattung Queria^), deren zweifellos auch vorhandenen nahen Beziehungen zu Scleranthus das oben zitierte Seringe sehe System zum Ausdrucke bringt, hat gar nur eineiige Fruchtknoten. — Der Gegensatz zwischen Älsine und Scleranthus in der Ausbildung der Frucht ist, weil mit der Anzahl der Ovula auf den Flazenten in innigem Zusammenhange stehend, ebenfalls kein wesentlicher und wird durch das intermediäre Verhalten ge- 1) In Linne, Gen. plant, ed. V, p. 39 (1754). — Die Sektion Mimiartia umfaßt etwa 16 Arten und ist von Makaronesien durch das ganze Mediterran- gebiet bis zum Himalaja verbreitet. 2) Loefling inLinne, Gen. plant, ed. V, p. 40 (1754). — Die Gattung hat nur eine Art, die im Mediterrangebiete weit verbreitete Qu. Hispanica Loefl. 45 wisser Typen ausgeglichen. Insbesondere bildet Queria eine Brücke, deren Früchte nur einen einzigen Samen enthalten und ein sehr dünnes, häutiges Perikarp besitzen, welches, noch bis etwa zur Mitte mit drei Klappen aufspringend, ein Bindeglied darstellt zwischen den vielsamigen, gewöhnlich mit dickem, lederigem Perikarp ver- sehenen und bis zum Grunde aufspringenden Kapseln von Älsine und den einsamigen, sehr dünnwandigen Schließfrüehtchen von Scleranthus. Die bei Scleranthus zu beobachtende Vereinigung der basalen Teile der Kelchblätter zu einem erhärtenden, den Fruchtknoten bezw. die Frucht krugförmig umfassenden Gebilde, auf dessen oberem Eande die Kelchzähne und Staubgefäße inseriert sind, und die Ablösung des gesamten Kelches mit der Schließfrucht bildet endlich gleichfalls nur eine graduelle DifiFerenz dieser Gattung von Alsine, deren Kelchblätter gewöhnlich frei sind und auf der Pflanze persistieren. Denn auch in dieser Beziehung gibt es Zwischen- formen. Vor allem sei wieder an die Minuartien erinnert, deren Kelchblätter an der Basis mehr minder stark indurieren und oft ein kleineres oder größeres Stück, allerdings bei weitem nie in dem Maße wie bei Scleranthus, vereinigt sind, aber stets an der Pflanze bleiben, und an Queria, bei welcher die Kelchblätter frei bleiben und nicht erhärten, aber kleine Fruchtstände samt den dazugehörigen Hochblättern zur Ablösung gelangen. Die morphologischen Gegensätze zwischen Scleranthus und Alsine sind nach dem Gesagten schon an und für sich keineswegs derartige, daß sie eine Zuweisung dieser beiden Gruppen in ver- schiedene Hauptabteilungen des Caryophyllaceensystemes recht- fertigten. Sie verlieren aber noch an Gewicht, wenn man ihre bio- logische Bedeutung berücksichtigt. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß die Apetalie bei den ^/sme-Arten verschiedener Sektionen mit der xerophilen Lebensweise im Zusammenhange steht. Es sind größtenteils Steppeu- oder Felsenpflanzen — insbesondere die Minuartien — , welche der Petalen entbehren. Da die Scleranthi zweifellos auch ursprünglich xerophile Gebiete und Lokalitäten bewohnen, so ist es sehr wahr- scheinlich, daß sie die Petalen aus ebendenselben Gründen ein- gebüßt haben wie die eben erwähnten Alsinen. Trotz des Fehlens der Petalen sind die Blüten des S. perennis infolge ihrer Häufung und durch die von einem breiten, weißen Hautsaume eingefaßten, zur Zeit der Anthese sich sternförmig ausbreitenden Kelchblätter sehr augenfällig, sondern am oberen, ringförmig verdickten Rande des Kelchbechers und am Grunde des Fruchtknotens reichlichen Honig ab und werden von vielen Insekten, insbesondere Dipteren, besucht und befruchtet. Bei S. annuus dagegen sind die Blüten trotz ihrer Häufung sehr wenig schaufällig, denn die Kelchblätter besitzen nur einen sehr schmalen Eandsaum und breiten sich überdies zur Zeit der Anthese nicht aus, so daß die Blüten nicht stern-, sondern 46 glockenförmiges Aussehen haben. Es wird infolgedessen auch nur wenig Honig sezerniert und spontane Selbstbestäubung scheint viel häufiger zu sein (daher vielleicht der große Formenreichtum des S. annuusl) als bei >S'. perennis. Auch Kleistogaraie kommt bei S. annuus vor^). Die Ausbildung der das Gynaezeum krugförmig umfassenden Kelchröhre ist vielleicht gleichfalls in ähnhcher Weise wie die In- duration der Kelchblattbasen verschiedener Alsinen, insbesondere Minuartien, und wie die Umhüllung der Einzelblüten von Qneria durch die eng aneinandergerückten, die Blüten überragenden Trag- blätter auf xerophile Einflüsse zurückzuführen. Jedenfalls hemmen diese Bildungen die allzu große Transpiration der Gynäzeen, resp. der ganzen Blüten. Eine Kelchröhre wie bei Sderanthus verhindert ebenso wie die Hochblätter und die geschlossen bleibenden Kelch- blätter bei Queria die Ausbildung einer raehrsamigen Kapsel und bedingt so indirekt die Reduktion der Samenanlagen im Frucht- knoten auf eine einzige und das Entstehen einer SchUeßfrucht (bei Sderanthus) oder doch einer einsamigen Kapsel (bei Queria). Daß endlich bei Sderanthus die Schließfrucht nicht allein abfällt, sondern in Verbindung mit der erhärtenden Kelchröhre und den mit dieser vereinigt bleibenden Kelchzähnen, ist vom Standpunkte des Fortschrittes in dieser Entwicklungsreihe aus auch ganz begreiflich, denn es vergrößert dieses Moment im Vergleiche zu Älsine die Verbreitungsfähigkeit der Samen von Sderanthus durch den Wind infolge der Verringerung des spezifischen Ge- wichtes und ermöglicht außerdem auch bei S. annuus und Ver- wandten eine Verbreitung durch Tiere, indem die hier zur Zeit der Fruchtreife abstehenden und an der Spitze hackig nach einwärts ge- krümmten Kelchzähne den ganzen Flugapparat auch zu einein Häckelapparate machen^). Geradeso ist die bei Queria erfolgende Ausbildung von sich ablösenden, mit an der Spitze hackig ein- gekrümmten Hochblättern versehenen Fruchtständen, welche, bei weitem nicht so individualisiert wie etwa bei den Pterantheen- gattungen Pteranthus oder Cometes, an die von Paroni/chia er- innern, zu verstehen, denn auch sie sind durch sehr geringes spe- zifisches Gewicht ausgezeichnet und geeignet, sich anzuhäckeln. Die Oligomerie des Sderanthus- Gjn&ezeums dürfte biologisch vielleicht vom Prinzipe der Ökonomie in der Ausbildung der Or- gane aus richtig zu deuten sein. Nach all dem Gesagten unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß Sderanthus und Älsine zu einander in sehr nahen verwandt- schaftlichen Beziehungen stehen. Erwägt man nun, welche von den 1) Nach Knuth a. a. 0. 2) Man vergleiche z. B. Vogler, Über die Verbreitungsmittel der schweizerischen Alpenpflanzen. In Flora, 89. Bd. Erg. -Bd. (1901). — Bei S. per- ennis sind die Kelchblätter aufrecht und die Scheinfrüchte daher keine Häckel- früchte. 47 die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Gattungen bil- denden Merkmalen relativ älter und welche relativ jünger sind und welche phyletischen Beziehungen zwischen denselben bestehen, so muß man, bei gleichzeitiger Berücksichtigung der biologischen Mo- mente, den allgemein herrschenden Ansichten^) über das relative Alter solcher Merkmale folgend, zwanglos zur Annahme gelangen, daß die generischen Charaktere von Scleranthus, wie vor allem die Reduktion der Fetalen, die Oligomerie des Audroezeums, Gjnae- zeums und der Ovula und die Ausbildung eines Kelchtubus und einer Schließfrucht, im Vergleiche zu den analogen von Älsine als abgeleitete zu betrachten sind, und daß Scleranthus wahrscheinlich ein jüngerer Typus ist als Alsine und wohl seinen Ursprung aus dieser genommen haben dürfte. Diese schon aus rein morphologi- schen Gründen naheliegende Annahme erhält, wie gesagt, noch dadurch eine wesentliche Stütze, daß auch die biologischen Ver- hältnisse, soweit sie Blüte und Frucht betreffen, sich unter der Voraussetzung, daß Älsine die Stammsippe von Scleranthus ist, mindestens ebensogut verstehen lassen wie unter der entgegen- gesetzten Annahme, daß Alsine von Scleranthus abzuleiten ist. Ich stelle mir die Entwicklung von Scleranthus aus Älsine, resp. ^Zsiwe-artigen Typen etwa folgendermaßen vor. Die relativ ursprünglichsten Formen der ganzen Reihe sind zweifellos Älsine- Arten mit perennem Wüchse, frei bleibenden, nicht indurierenden, persistierenden Kelchblättern, wohl ausgebildeten Fetalen, zehn Staubgefäßen, vielsamigem, trimerem Gynaezeum und vielsamigen hartschaligen, mit sechs Klappen bis zum Grunde aufspringenden Kapselfrüchten. Sie dürften schon in den mesophilen Teilen des weiten Gebietes der alten Tertiärfiora existiert haben und finden sich ja heute noch in großer Artenzahl in diesen Gegenden. In Anpassung an die Vegetationsbedingungen der xerophilen Steppen, Wüsten und zum Teile auch Hochgebirge entstand aus ihnen eine Menge neuer Formen, so die Minuartien mit ihrem gleichwie bei vielen anderen Steppen- und Wüstengewächsen oft einjährigen Wüchse, ihren indurierenden Kelchblättern und reduzierten Fetalen und die Oherlerien mit ihrem polsterigen Wüchse und gleichfalls rückgebildeten Blumenblättern. Die hiedurch hervorgerufene Un- scheinbarkeit der Blüten teilen die erwähnten Sippen bekanntlich mit vielen anderen Gewächsen der an Insekten armen Wüsten und Steppen und auch der Hochgebirge. (Schiuß folgt.) 1) Man vergleiche z. B. Engler, Syllabus, 4. Auü. 1904. 48 Bryologische Fragmente. Von Viktor Schiffner (Wien). XXXIV. Kiicliträgliche Bemerkungen über Cephalo^iella Baum- gartnevi. Ich habe diese interessante neue Art in meiner Schrift: ,Die bisher bekannt gewordenen Lebermoose Dalmatiens" (Verh. der k. k. zool.-bot. Ges. in Wien, LVL. 1906) beschrieben und auf Taf. I, Fig. 7—19, abgebildet und konnte schon dort (1. c. p. 274) eine Reihe von Standorten anführen, welche die geographische Ver- breitung derselben als eine ziemlich weite vermuten lassen, u. zw. : S, -Frankreich (Dep. Eure-et-Loir),W.-Frankreich(Herault), Österreich. Küstenland (bei (jförz), Dalmatien (Inseln Lacroma, Curzola, Lesina. Brazza). Nun kann ich die Pflanze auch noch für Kreta nachweisen, woher sie mir zur Bestimmung zugesandt wurde. Der Standort ist: „By a torrent bed near Knossos. 28. April 1906 Igt. Wm. Ed. Nicholson." Diese Pflanze von Kreta gehört der typischen Form an und stimmt vorzüglich mit den Pflanzen von den Inseln Curzola und Brazza überein, die ich 1. c. abgebildet habe; sie hat aber öfters etwas reicher gezähneltes Invoiucrum und auch die Subinvolucral- blätter zeigen noch bisweilen hie und da seitlich ein oder zwei Zähnchen. Auch diese Pflanze wuchs auf Kalk. Von den oben an- geführten Standorten gehören fast alle dem Mediterrangebiete an und wir kennen sie also jetzt schon vom westlichen (Südfrankreich) bis zum östlichsten (Kreta) Teile des Mittelmeerbeckens. Nur die Standorte von W.-Frankreich (Eure-et-Loir) liegen nicht im Mediterrangebiete. Herr Douin hat aber in seinem soeben er- schienenen wertvollen Buche: ,Muscinees d'Eure-et-Loir" (Cherbourg. 1906) aus diesem Gebiete eine ganze Reihe von Lebermoosen und Laubmoosen angegeben, die man als mediterrane Pflanzen betrachten kann^), so daß das Vorkommen von C. Baimigartneri dortselbst nichts Auffallendes hat und wir diese Spezies nach wie vor ihrem V orkommen nach als eine mediterrane Kalk pflanze klassifizieren können. Herr Prof. Douin gibt die Infloreszenz von C. Baumgartneri als ^paroi'que ou autoique" an (1. c. p. 266); ich habe sie immer autöcisch gefunden. Nachdem die obigen Zeilen schon lange niedergeschrieben waren, erhalteich C. Baumgartneri richtig bestimmt auch aus England von Herrn W. E. Nicholson, der die Pflanze unlängst in Kreta gesammelt hatte und sie nun zu seiner Überraschung in seiner Heimat entdeckte und sie damit zuerst für die britischen Inseln nachwies. Ohne einer eventuellen ausführlichen Publikation ^) So z. B. Targionia hypopJiylla, Lunularia cruciata, Spliaerocarpus, Fossomhronia caespitiformis, SoutJibya nigrella, Calypogeia ericetorum, Cephaloziella Turneri, C. dentata, Kantia arguta, Campylopus polytriclioides, Trichostomum mutabüe, Tortula atrovirens, Bryum torquescens, B. provin- ciale, Pterogonium gracile, Scleropodium ülecebrum etc. 49 von selten des Herrn W. E. Nicholson vorgreifen zu wollen, glaube ich seiner Zustimmung sicher zu sein, daß ich hier den Standort mitteile: „E. Sussex (England). Steep chalk bank above South Sheet, Lewes. 5, Dezember 1906. c. fr. et cf legit W. E. Nicholson." Ich habe die Pflanze genau untersucht und verglichen und kann versichern, daß sie von der aus Curzola (Dalmatien) nicht zu unterscheiden ist. In den Rasen finden sich einzelne sterile Pflanzen mit reichlichster Keimkörnerbildung, deren Blätter dadurch wie zerfressen erscheinen und dünnwandige, sehr chlorophyllreiche Zellen besitzen. Das Vorkommen dieser vorwiegend mediterranen Kalkpfianze^) in England ist in Anbetracht anderer analoger pflanzengeographi- scher Tatsachen nicht unerwartet. Aus Italien ist mir C. Baume/ nrtneri unterdessen auch be- kannt geworden. Prof. Dr. Caro Massalongo sandte sie mir, ohne meine Publikation der Spezies bereits zu kennen, als nov. sp. (?) Ceplialoziella veronensis mit der Scheda: „Ad rupes circumVeronam (Avesa, mt. Ongarine), 16. Februar 1885, Igt. C. Massalongo" und teilt mir dazu mit, daß diese Spezies um Verona gemein sei. Der Vergleich mit den dalmatinischen Originalexemplaren ergab die vollkommene Übereinstimmung der Pflanze von Verona mit diesen. Das Substrat ist auch hier sicher kalkreich (mit Säure aufbrausend). Vor der durch die Ungunst der Verhältnisse um mehr als ein Jahr nach der Fertigstellung des Manuskriptes verzögerten Druck- legung meiner oben zitierten Schrift hat mein Freund Dr. E. Levier eine von ihm bei Florenz am Monterivecchi am 21. Jänner 1888 sehr spärlich gesammelte und seither nicht wieder gefundene Geplialoslella, die ihm von Herrn F. Stephani als neue Art: CeplialoBla patula bezeichnet worden war, publiziert (E. Levier. Appunti di Briologia Italiana in Bull, della Soc. bot. ital., 1905. p. 210, S. A. p. 28). Auf meine Bitte erhielt ich von Dr. Levier vor einigen Tagen eine Probe von dem Originalexemplar der C. patula Steph. Die sorgfältige Untersuchung desselben ergab zu meiner Überraschung, daß diese Pflanze ganz sicher in den Formenkreis der C. Baum- gartneri gehört. Ich konnte dies nach der Diagnose nicht vermuten, denn wie der Name sagt, sind als Hauptmerkmale die sparrig abstehenden Blätter („squarrose patula") angeführt und in der Bemerkung 1. c. p. 211 heißt es ausdrücklich: „le foglie cauline patenti-divaricate sono caratteristiche di questa specie". Abge- sehen davon, daß nicht alle Pflanzen des Originalexemplars diese Eigenschaft deutlich zeigen, sind aber squarrös abstehende Blätter für die typischen Formen dieser Spezies, die ich in reichlichen Exemplaren nun von verschiedenen Standorten kenne, absolut nicht charakteristisch, wie man aus der meiner zitierten Schrift beige- ^) Auch bei Lewes wächst sie nach brieflicher Mitteilung des Entdeckers am besten auf reinem Kalk. 50 gebenen Tafel ersehen kann; wohl aber kommen solche bei den Schattenformen vor, die ich als var. unibrosa unterschieden habe (vgl. 1. c. p. 273: ,foliis caulinis et involucralibus saepe subsquar- rose patentibns") und tatsächlich gehört die C. 2)atula in die Formenreihe meiner var. umbrosa. Ihre Blattzellen sind nach dem Originalexemplar meistens dünnwandig, nur in den Involucralblättern bisweilen ringsum schwach verdickt. Das Merkmal ,parietibus validis" ist also wohl cum grano salis aufzunehmen. C. patula ist auch nicht diöcisch, sondern autöcisch und durch Zerfall der Sproß- systeme scheinbar diöcisch (pseudo-dioica!). Amphigastrien fehlen ihr meistens gänzlich; nur einmal sah ich ein steriles Stämmchen, an dem einige Amphigastrien deutlich nachweisbar waren, obwohl sie nur sehr klein waren und jedes nur aus wenigen Zellen bestand. Daß solches gelegentlich bei Ceph. Baumgartneri vorkommt, habe ich schon in der Originalbeschreibung (1. c. p. 275) angegeben. Ob diese Pflanze auch auf kalkhaltigem Substrat wächst, konnte ich nicht sicher nachweisen. Möglicherweise könnte die Ansicht auftauchen, daß C. patula (:= C. Baumgartneri var. umbrosa Schffn.) als eigene Spezies neben G. Baumgartneri (typica) aufrecht zu erhalten sei. Ich bin aber auf Grund des Studiums eines reichlichen und guten Materiales überzeugt, daß es sich bei ersterer nur um eine Standortsvarietät der letzteren handelt. Da die Sache so liegt, haben wir also unglückseligerweise für eine zweifellos gute neue Spezies zwei Namen vorliegen. Der eine {Cephalosia patula Steph. in Levier) hat zwar die Priorität, bringt aber ein für die Spezies absolut nicht charakteristisches Merkmal zum Ausdruck und die dazu gehörige Originaldiagnose bezieht sich nur auf eine untergeordnete Standortsform der Spezies; der andere : Ceplialoziella Baumgartneri Schlfn. hat nicht die Priorität, die Diagnose ist aber auf ein reiches Material begründet und gibt die charakteristischen Merkmale der Spezies wieder. Da die Spezies unter dem letzteren den Bryologen geläufig geworden ist und derselbe auch schon in andere bryologische Schriften übergegangen ist, so möchte ich ihn vorläufig beibehalten, werde ihn aber gern ein- ziehen, wenn sich C. patula in der Literatur einbürgern sollte. Dann müßte aber die Pflanze Ceplialoziella patula heißen, denn der Grund, warum Stephan! dieselbe zu der total verschiedenen Gattung Cephalozia stellt, ist nicht einzusehen. XXXV. Interessante neue Standorte einiger exotischer Hepaticae, Unter einer kleinen Kollektion exotischer Lebermoose, die mir von Herrn Prof. Dr. L. Corbiere (Cherbourg) zur Bestimmung übergeben wurde, fanden sich einige von neuen Standorten, die unsere Kenntnis von der geographischen Verbreitung der betref- fenden Arten wesentlich erweitern; ich will also dieselben hier mitteilen : 51 1. Riccia fluitans L. var. canaliculata (Hoffm.) Lindeob. — Afrique occidentale : Soudan; Yacine, au bord d'un marigot. — c. fr. — 12. Februar 1899, Igt. Aug. Chevalier. Ich habe die Wasserform von li. fluitans aus dem tropischen Afrika gesehen: Buhoba, Igt. Dr. Stuhlmann, Nr. 3607 und von Usambara, Igt. Holst, Nr. 43. 2. Targionia elongata Bisch. — Afrique occidentale: Soudan; Tabacco, bords du marigot. 4. Jänner 1899, Igt. Aug. Chevalier, — Diese Spezies war bisher nur aus Abessinien bekannt. 3. Cyathodium smaragdinum Schff"n. — Afrique occidentale : Koulikoro (Soudan), rochers frais ombrages, ä l'entree des grottes. — c. fr. — Oktober 1899, Igt. Aug. Chevalier. — Stephani führt in Spec. Hep. I, p. 63 (sub C. aureonitens) für unsere Pflanze bereits fünf afrikanische Standorte an, aus dem Sudan ist sie aber noch nicht nachgewiesen worden. 4. Marchantia disjunda Süll. — Guadeloupe: Basse-Terre; sur las pierres et les murs humides. — c. fr. — 1898, legt. P. Düss. — War bisher aus Nordamerika, Kuba und Jamaika bekannt. 5. Marchantia emarginata K. El. et Nees. — Nouvelles- Hebrides: ile Aurora (c6te N. W.), pres d'une riviere. — c. fr. — Juillet 1902, Igt. Dr. Joly. — War bisher nur aus dem tropischen Asien bekannt und es ist das Vorkommen an einem so weit östlichen Punkte von großem Interesse. March. midtiloha Steph. Spec. Hep. I, p. 167 ist nach einem Originalexemplar, welches ich untersucht habe, der äußerst variablen M. emarginata so nahe stehend, daß sie sehr gut mit ihr vereinigt werden könnte. Wenn die Strahlen des 9 Rezeptakulums sehr zahlreich auftreten, wird natürlich die rückwärtige Bucht des Köpfchens recht enge, so daß es bei flüch- tiger Betrachtung als fast „symmetrisch", d. h. ringsum gleich entwickelt erscheint. Eine bedeutende Annäherung an dieses Ver- hältnis zeigt z. B. die von mir beschriebene Varietät multiradia von M. emarginata, die ich aus Java, Tjibodas (Schiffner, Iter Ind. Nr. 42). von Tanah Sereal bei Buitenzorg (Iter Ind. Nr. 41) und aus N.-W.-Sumatra, Baiige 1891, Igt. E. Modigliani (mis. E. Levier) kenne. Im anatomischen Baue und in den Ventral- schuppen stimmt M. emarginata und M. multiloha St. sehr gut über ein. (Fortsetzung folgt.) Planktonstudien über einige kleinere Seen des Salz- kammergutes. Von Dr. Karl v. Keißler (Wien). 1. Vorderer Langbatli-See. (Bei Ebensee in Oberösterreich, Seehöhe 675 m.) Proben entnommen am 8. Juli 1906, 4 Uhr nachmittags. 0*6 rein, leichter Wind, leichte Wellen; Netz vom Kahn aus nach 10 m Tiefe hinabgelassen (dasselbe bis 4 m sichtbar). Die Proben enthielten: 52 Phytoplanktonten. Ceratium liirundinella 0. F. M. Häufig. Entspricht dem C. austriacum Zederb. ^), u. zw. dem auf Tab. V, Fig. 17 für den Traun-See abgebildeten Typus. Die Exem- plare sind 3 hörnig (manchmal ein 4. Hörn angedeutet), das seit- liche Hörn ist kurz, leicht spreizend; Größe ca. 170 X 63 {i. Auf die außerordentliche Variabilität von Ceratium hat in letzter Zeit neuerlich H. Bachmann-) hingewiesen. Peridinium cinctum Ehrbg. Vereinzelt. Cyclotella hodanica Eulenst. Sehr selten. Merismopedia tenuissima Leram. in Bot. Zentralbl. Bd. 76 (1898), p. 154. Vereinzelt. Zellen 3 fi Durchmesser. Die Bestimmung ist nicht voll- kommen sichergestellt. Chroococciis limneticus Lemm. Vereinzelt. Je zwei Zellen in einer Gallerte oder zwei solcher Gruppen miteinander vereinigt. Sphaerocystis Schröteri Chod. Sehr selten. Oocystis solitaria Wittr. Vereinzelt. (Als Verunreinigung vereinzelt Koniferen-Pollen) ^). Das Juli-Plankton des Vorderen Langbath-Sees ist ein mo- notones Cera^mm- Plankton ohne irgend eine prägnante Verteilung in den einzelnen Schichten von der Oberfläche bis zu 10 m Tiefe. Die Anzahl der Arten ist eine geringe (sieben), außer Ceratium sind alle Arten des Phytoplanktons sehr spärhch an Individuen vertreten. Das Zooplankton ist wenig bedeutend. 3. Hinterer Laiigbatli-See. (Bei Ebensee in Oberösterreich, Seehöhe 727 in.) Planktonproben entnommen am 8. Juli 1906 (5 Uhr nach- mittags, bewölkt, ruhig). Da kein Kahn zur Verfügung stand, wurde das Wurfnetz (nach Zacharias) benützt und die oberste Schichte auf Plankton untersucht. Die Proben enthielten fast nichts als Koniferenpollen. Wenn auch aus den nur auf die Ober- fläche sich beziehenden Fängen keine positive Schlußfolgerung ge- zogen werden kann, so läßt sich immerhin annehmen, daß das Plankton des Hinteren Langbath-Sees ein sehr armes sein müsse. 1) Österr. bot. Zeitschr.. Jahrg. 1904, p. 124 ff. 2j Der Speziesbegriff (Verhandl. der Schweiz. Naturforsch. Gesellsch. Luzern 1905, S. 35, 36, 37. 3) Im Zooplankton finden sich hauptsächlich: Rotatorien: Anuraea cochlearis Gosse, Notholca longispina Kell., Polyarthra flatyptera Huds. vereinzelt. — Crustaceen: Cyclops spec, Bosmina spec, Daphnia spec. sehr selten: Nauplien selten (Hauptvertreter des Zooplanktons). Das Zooplankton zeichnet sich durch leichte Rotfärbung aus, wie sie sonst im Winter oder ersten Frühjahr zu sehen ist. 53 3. Röthel-See. (Ein kleiner, unterirdischer See, der sich an einer in den Traun-See in Ober- österreich abstürzenden Steilwand des Erla-Kogels [auch „schlafende Griechin" genannt] in einer Seehöhe von ca. 1000 m gegenüber von Traunkirchen befindet.) Da das dort befindliche Floß von mutwilligen Touristen in die Mitte des Sees gestoßen war, konnte nur die Oberfläche mit dem Wurfnetz (nach Zacharias) abgefischt werden. Die Fänge ent- hielten nur Gesteinssplitter und keinerlei Lebewesen. 4. Offeii-See. (Bei Steinkogel nächst Ebensee in Oberösterreich, Seehöhe 651 m.) Planktonproben entnommen am 23. Juli 1906 (2 Uhr nach- mittags, 0'5 bedeckt, leichter Wind, leichte Wellen, Netz bis 1*5 m sichtbar), vom Kahn aus nach 10 m Tiefe gefischt. ^) Phytoplankton: Ceratium hirundinella 0. F. M. Mäßig häufig. Ist der im Vorderen Langbath-See vorkommenden Form (C. austriacum Zederb.) sehr ähnlich, nur durchschnittlieh etwas kürzer (165 X 63 ft). Peridinium cindum Ehrbg. Mäßig häufig. Asterionella formosa Hassk. var. subtüis Grün. Häufig. Meist 8-strahlig, Durchmesser der Sterne ca. 135 ft; häufig mit Parasiten. Bei genauer Durchsicht der Proben konnte ich nur die var. suUilis Grün, und niemals die var. gracilllma Grün, sehen. Synedra ulna Ehrbg. var. splendens Brun. Sehr selten. Über 300 ft lang, nicht geknöpft. Cyclotella comta Kuetz. Mäßig häufig. Durchmesser der Schale 18 — 35 (i. Melosira distans Kuetz. var. nivalis Brun. Selten. Bildet lange Fäden, die sich nicht in ihre einzelnen Glieder zerteilen; Querwände der Schalen undeutlich; Breite des Fadens 6 ^, Länge der Schalen 4 — 5 (i, also die Schalen etwas breiter als lang. Die var. iiivalis Brun. kommt nach De Toni haupt- sächhch im alpinen Gebiet vor. Chroococcus minutus Naeg. Vereinzelt. Cosmarium hioculatum Breb. Vereinzelt. Sphaerocystis Schröteri Chod. Selten. Oocystis gigas Arch. var. Borgei Lemm. in Ark. f. Bot. Bd. 2 (1904), Nr. 2, p. 107, syn. Oocystis spec. Borge in Botan. Notis. 1900, S. 5, Tab. I, Fig. 3. Vereinzelt. Zellen 18 X 14 ft; Kolonien 60 ft Durchmesser. 1) Der k. k. Hofjagdleitung in Ebensee, welche mir den Kahn des kais. Jagdschlosses am Offen-See zur Verfügung stellte, spreche ich an dieser Stelle meinen Dank aus. 54 Botryococcus Brmini Kuetz. Selten. Meist gelbliche Kolonien. Staurastrum spec. Vereinzelt. (Zwei Arten.)') Das Phytoplankton des Oflfen-Sees, welches gegenüber dem Zooplankton bei weitem überwiegt, ist reich an Arten (zwölf; vier derselben treten sogar in ziemlicher Individuenzahl auf); die Haupt- rolle spielen Diatomeen und Peridineen, u.zw. in erster Linie Asterionella, in zweiter Linie Ceratinm und Peridinium, endlich Cy- clotella. Die Verteilung der Planktonten in den einzelnen Schichten ist eine sehr prägnante und ausgesprochene. Es charakterisieren sieh die einzelnen Schichten folgendermaßen: Oberfläche: Asterionella dominierend; Synedra. — 2 m : Asterionella, ferner Peridinium. 2 — 5 m : Peridinium, dann Ceratium, endlich Cyclotella und Asterionella. 5 — 10 m : Asterionella, in zweiter Linie Ceratium und Peridi- nium, endlich Cyclotella. 5. Alt-Aiisseer See. (Bei Alt-Äussee iu Steiermark, Seehöhe 709 m.) Planktonproben entnommen am 7. September 1906 (5 Uhr nachmittags, bedeckt, See bewegt, Netz bis ca. 5 m sichtbar), vom Kahn aus nach 10 m Tiefe gefischt. Diese Proben, sowie diejenigen aus den beiden noch folgenden Seen, stammen von Herrn Dr. K. Eechinger, dem ich an dieser Stelle meinen besten Dank aus- spreche. Phytoplankton: Ceratium hirundinella 0. F. M. Selten. Meist vierhörnig, das seitliche Hörn auffallend lang, stark spreizend; die Formen entsprechen ungefähr dem C. aiistriacum Zederb., erinnern aber mit ihrem verhältnismäßig breiten, ge- drungenen Bau (135 X 55 /tt) an C. carinthiacum Zederb. Sie decken sich mit jener Form, die Lemmermann im Ark. f. Botanik, Bd. II, auf Tab. II, Fig. 37, abbildet. Dinohryon divergens Imh. Sehr selten. Meist leere Gehäuse. Asterionella formosa Hassk. var. suhtilis Grün. Vereinzelt. Sterne ca. 100 fi Durchmesser, einzelne Schale ca. 45 ,u lang. Cyclotella hodanica Eulenst. Mäßig häufig. Schaleudurchmesser 35—50 ft. ^) Im Zooplankton finden sich: Rotatorien: Polyartlira platyptera Huds. sehr selten (im 2 m-Pang mäßig häufig), Anui'aea cochlearis Gosse vereinzelt. — Crustaceen: IJiaptomus spec, Ci/clops s'pec, BosiiiinasT^ec, Daphnia spec. selten. {Diaptomus und Bosmina Hauptrepräsentanten.) 55 Staurastrum paradoxumMej. var. longipes 'Nordst. Mäßig häufig. Staurastrum brachiatum Ralfs. Vereinzelt. Raphidium Braunii Naeg. var. lacustre Ohod. iu Bull. herb. Boiss. T. V (1897), p. 291. PI. XI, Fig. 9, et Alg. vert. Suisse (1902). p. 200, Fig. 117. Vereinzelt. Badißococcus natans Chod. in Bull. herb. Boiss. T. V (1897), p. 297, Tab. XI, Fig. 7, 8 (?). Vereinzelt. Nephrocytium Agardliianum Naeg. Vereinzelt. In Formen, wie sie Chodat, 1. e. Tab. XI, Fig. 2, 4, ab- bildet. Sphaerocystis Schröteri Chod. Sehr selten. Oocystis spec. Vereinzelt.^) Dreieckig-rundliche Kolonien von ca. 25 [i Durchmesser, in denen wieder drei bis vier längliche Kolonien mit je vier Zellen sitzen, Zellen 9 X 6 f*- Im Garda-See beobachtete ich eine ähnliche Art.^) Das Zooplankton ist viel stärker vertreten als das Phy to- plankton. Im ersteren kommt in größerer Menge eine Crustacee aus der Gattung Baphnia vor, welche infolge ihrer ansehnlichen Größe die Hauptmasse des Planktons in quantitativer Beziehung ausmacht und auch bewirkt, daß die Planktonmenge an sich eine ziemUch bedeutende ist. Der Individuenzahl nach ist aber Baphnia nicht am reichlichsten vertreten, sondern Polyarthra platyptera Huds. (Rädertier). Allgemein genommen, charakterisieren sich die ziemlich artenreichen Septemberfänge nach 10 m Tiefe auf folgende Weise: in erster Linie Polyarthra, dann Staurastrum, endlich Cyclotella. Die oberflächliche Schichte enthält hauptsächlich Poly- arthra, ferner Chromogaster (beides Rädertiere), in dritter Linie kommt Ceratium in Betracht. Fänge, die ich im Juli 1902 dem Alt-Ausseer See entnommen hatte ^), ergaben als Hauptbestandteile: Peridinium, Binohryon, in dritter Linie Polyarthra. 6. Crnmdl-See. (Bei Alt-Aussee in Steiermark, Seehöhe 709 m.) Planktonproben vom Kahn aus nach 10 m Tiefe entnommen am 11. September 1906 (5 Uhr nachmittags, bewölkt, Regen, See 1) Das Zooplankton enthält: Protozoen: Difflugia spec. vereinzelt. — Eotatorien: Polyarthra plairjptera Huds. häufig; Chromogaster spec. selten; Anuraea cochlearis Gosse, Notholca longisinna Kell., Mastigocerca c«pw2:tna vereinzelt. — Crustaceen: Baphnia spec. mäßig häufig; Diaptomus spec. selten; Bosmina spec. sehr selten. -) Vgl. Keißler, Notiz über das August-Plankton des Garda-Sees (Ost. Botan. Zeitschr. 1906, p. 414 ff.). 3) Vgl. Keißler, Zur Kenntnis des Planktons des Alt-Ausseer Sees in Steiermark. (Verhandl. d. zool.-bot. Ges. Wien, Bd. 52 [1902], p. 706.) 56 ruhi^, Netz bis ca. 2 m sichtbar). Die Fänge wurden von Herrn Dr. K. ßechinger ausgeführt. Phytoplankton. Ceratium hirundinella 0. F. M. Selten. 3-hörnig oder 4. Hörn angedeutet; das seitliche Hörn spreizend, kurz. Die Formen sehen jenen aus dem Alt-Ausseer See sehr ähnlich (also C. austriacum Zederb. übergehend in C. carinthiacum Zederb.), nur sind sie noch etwas breiter, ferner ist das seitliche Hörn kurz. Peridiniiim cindiim Ehrbg. Häufig. Dinöbryon divergens Imh. Selten. Cyclotella comta Eulenst. Selten. var. melosiroides Kirchn. Vereinzelt. Durchmesser der Schale 12 ft; ungefähr jener Form ent- sprechend, die Bach mann in seiner Abhandlung „Der Spezies- begriff" (Verhandl. d. Schweiz. Naturf. Gesellsch. Luzern 1905) auf p. 42, Fig. 4, abbildet, nur ist zwischen den einzelnen Schalen ein ganz kleiner Zwischenraum. Staurastrum paradoxum Mey. var, longipes Nordst. Selten. Sphaerocystis Schröter i Chod. Mäßig häufig. Hauptsächlich in jenem Entwicklungsstadium, das Chodat in Bull. herb. Boiss. T. V (1897), PI. IX, Fig. 4 (zum Teil auch Fig. 12) abbildet. Botryococcus Braunii Kuetz. Vereinzelt. Scenedesmus spec. Sehr selten. Pediastrum Boryanum Menegh. Vereinzelt. Coelastrum sphaericiim Naeg. Selten. Crucigenia rectangularis Ohod. Vereinzelt. Pandorina Morum Bory. Vereinzelt. Nephrocytium Agardhianum Naeg. Vereinzelt. Raphidium Braunii Naeg. var. lacustre Chod. Vereinzelt. Oocystis spec. Vereinzelt. Gallerte ca. 45 /t Durehmesser, vier eiförmige Zellen ent- haltend (24 X 15 iti). ') Die Fänge aus dem Grundl-See enthalten weitaus mehr Phyto- als Zooplankton (im letzteren sind namentlich die Orustaceen sehr schwach vertreten, was schon makroskopisch auf- fällt). Die wichtigsten Vertreter in den artenreichen Fängen nach 10 m Tiefe sind in erster Linie Peridinium, in zweiter Linie SpJiaerocystis. In der oberflächlichen Schichte dominiert Spliaerocystis weitaus, nicht unbedeutend ist Peridinium. 1) Anhangsweise sei kurz das Zooplankton angeführt: Protozoen: Acti- nophrys sol Ehrbg. sehr selten; Difflugia spec. sehr selten. — ßotatorien: Polyarthra platyptera Huds. sehr selten; Notholca longispina Kell, ver- einzelt. — Orustaceen: Cyclops spec, Bosmina spec, Daplmia spec. sehr selten. (Die Proben enthalten außerordentlich wenig Orustaceen im vollen Gegensatz zu den Fängen aus dem Alt-Ausseer See.) 57 7. Öden-See. (Bei Kainisch nächst Aussee in Steiermark, Seehöhe 764 m.) Die Planktonproben wurden von Herrn Dr. K. Rechinger am 14. September 1906 (10 Uhr vormittags, bedeckt, ruhig) vom Kahn aus dem See entnommen. In den Fang nach 10 m Tiefe kam leider Grundschlamm hinein, so daß eine Untersuchung des- selben auf Plankton nicht möglich war. So blieben nur ein Fang nach 5 m Tiefe und ein Oberflächenfang übrig. Der letztere enthielt überhaupt keinerlei Planktonten, soudern nur Verunreinigungen, wie Koniferenpollen u. dgl. Der erstere enthielt nicht einen einzigen Phytoplanktonten, sondern nur tierische Orga- nismen, aber auch diese in sehr geringer Menge. ^) Zum Schlüsse dieser Abhandlung sei es mir gegönnt, einige al Ige meine re Bemerkungen zu machen. Es sei vor allem betont, daß gelegentlich der Untersuchung des Planktons der früher ge- nannten Seen sich einige seltenere Algen nachweisen ließen, u. zw.: Merismopedia tenuissima Lemm. im Vorderen Langbath-See. Me- losira cUstans Kuetz. var. nivalis Brun. im Ofifen-See, Crucigenia rectangularis Chod. im Grundl-See, Dactylococcus natans Chod. im Alt-Ausseer See, Baphidium Brauni Naeg. var. lacustre Chod. im Grundl- und Alt-Ausseer See, endlich Oocystis gigas Arch. var. Borgei Lemm. im Offen-See. Es sei bei diesem Anlaß mit Rück- sicht auf die Gattung Oocystis bemerkt, daß man bei Bestimmung von Arten derselben oft auf Schwierigkeiten stoßt. Eine genaue Durcharbeitung derselben wäre gewiß wünschenswert. Einen Anfang hiezu hat Lemraermann-) gemacht, indem er eine kurze Über- sicht über die wichtigsten, im Plankton vorkommenden Oocystis- Arten gegeben hat. Was die kleinen Seen aus der Umgebung von Ebensee an- belangt, so zeigt sich wenig Übereinstimmung in der Zusammen- setzung des Planktons derselben, ein Beweis dafür, daß auch be- nachbarte Seen zur gleichen Jahreszeit ein ganz ver- schiedenes Plankton führen können. Die beiden Langbath- Seen sind arm an Plankton, ähnlich wie auch die Uferflora der- selben (Benthos) eine spärliche ist. Der Offen-See dagegen, der nach seiner etwas bräunlichen Wasserfarbe zu schließen, reich an gelösten Humussubstanzen sein dürfte, ist ziemlich reich an einem (übrigens aus anderen Arten ^) bestehenden) Plankton. Bemerkens- ^) Es fand sich folgendes: Eotatoi'ien: Notliolca longispiiia Kell., Polyarthra platyptera Huds., Chromogaster spec, vereinzelt. — Crusta- ceen: Bosmina spec. selten; Cyclops spec, Baphnia spec, Nauplien ver- einzelt. 2) Vgl. dessen Abhandlung „Das Plankton schwedischer Gewässer" in Ark. f. Botanik, Bd. 2 (1904), Nr. 2, p. 106. 3) Vord. Langbath-See mit 7 Arten Phytoplanktonten, 1 Art reichlicher. Offen-See „ 12 „ „ 4 Arten reichlich. (Hievon nur 3 Arten beiden Seen gemeinsam.) Österr. botan. Zeitschrift. 2. Heft. 1907. 5 58 wert für den Offen-See ist das Vorkommen eines Vertreters der Gattung Melosira, welches Genus bekanntlich bis jetzt nur für einige wenige österreichische Alpenseen ^) nachgewiesen wurde. Gemeinsam ist den kleinen Seen aus der Umgebung von Ebensee das Auftreten von Ceratiiim austriacum Zederb. in einer Form, welche genau mit der im benachbarten Traun-See beobachteten übereinstimmt. Was die drei zur Untersuchung gelangten Seen aus der Um- gebung von Aussee betrifft, so stimmen sie, obwohl benach- bart gelegen, doch in der Zusammensetzung des Planktons (September-Plankton) nicht überein. Der Öden-See enthält außerordentlich wenig Plankton (an pflanzlichen Planktonten überhaupt gar nichts), der Alt-Ausseer und der Grundl-See führen dagegen ziemHch viel Plankton, weichen aber untereinander in der Zusammensetzung desselben stark ab: im Alt-Ausseer See dominiert das Zoo-, im Grundl-See das Phytoplankton ; unter den pflanzlichen Schwebewesen spielen im Alt-Ausseer See Staura- strum und Cyclotella, im Grundl-See aber Peridinium und Sphaero- cystis^) eine Rolle. Auch sonst sind noch mancherlei Unterschiede. Gemeinsam aber ist beiden Seen Ceratium austriacum Zederb., in einer Form, die sich an C. carinthiacutn Zederb. annähert. Zu er- wähnen wäre noch die verhältnismäßig große Zahl von Arten von Chlorophyceen, von denen im Alt-Ausseer See 7, im Grundl-See 11 Spezies zu finden waren. über hygroskopische Krünunungsbewegungen hei KompositeD. Von Otto Kleiner (Prag). Mit Tafel IV. Aus dem Pflanzenphysiologischen Institute der k. k. deutschen Universität Prag. Nr. 91 der zweiten Folge. (Schluß. 3) 2. Papp US. Die biologische Zweckmäßigkeit der Hygroskopizität wird erst vervollständigt durch die hygroskopischen Eigenschaften des Pappus. Eathay*) hält es für wahrscheinlich, daß der Pappus aller jener Kompositen, welche hygroskopische Eigenschaften besitzen, eben- 1) Diesbezüglich sind mir bekannt geworden: Mond-See, Caldonazzo-See (nach Zederbauer im „Arch. f. Hydrobiol.", Bd. I, p. 491), Ossiacher-See (nach Zederbauer 1. c. und eigenen Beobachtungen). 2) Auffallend ist die Häufigkeit dieser Alge im Grundl-See. 3) Vgl. Nr. 1, S. 8. 4) E. Eäthay, 1. c. p. 11. 59 falls hygroskopisch sei. Bei den von mir untersuchten Pflanzen trifft dies tatsächhch zu, indem der Pappus von Carlina, Gna- phalium und Helichrysum solche Krüramungsbewegungen vollführt. Der Pappus ist entweder einfach haarig, wie bei Gnaphalium und Helichrysum, oder er ist federig wie bei Carlina. Der haarige Pappus ist im feuchten Räume vollständig ge- schlossen, so daß die Haare aneinander liegen ; beim Austrocknen gehen sie auseinander; sie vollziehen eine ganz ähnliche Bewegung wie die Involukralblätter. Auch hier wird die Krümmung im untersten Viertel durch ein Sklerenchym hervorgerufen, welches sich nahe der Basis an der Außenseite befindet. Bei Helichrysum sind die einzelnen Haare an der Basis miteinander verwachsen. Der durch diese Verwachsung entstandene Ring enthält ebenfalls ein Sklerenchym an der Außenseite, welches in die einzelnen Fäden nur ein kleines Stück hinaufreicht. Die Bewegung beträgt, da das Sklerenchym sich nur über das unterste Viertel erstreckt und da der Unterschied in der Zellwanddicke der Unterseite im Vergleich zur Oberseite nicht sehr groß ist, nur etwa 45° bei Helichrysum, bis 90" bei Gnaphalium. Komplizierter ist der federige Pappus gebaut. Beim Aus- trocknen geht er auseinander und man sieht dann, daß er aus 10 — 12 Teilen, besteht, wovon einen Fig. 6 zeigt. An jedem dieser Teile kann man dreierlei Stücke unterscheiden : einen unteren starken Teil, von welchem 4—8 Haare abgehen, die wieder kleine seitliehe Härchen tragen. Jeder dieser drei Teile ist an der Bewegung des Öffnens und Schließens beteiligt, welche ebenfalls durch ein ein- seitig stärker ausgebildetes Sklerenchym hervorgerufen wird. Der Pappus krümrat sich erstens nach außen. Diese Bewegung wird hervorgerufen im untersten Teile. Er besteht durchwegs aus starkwandigen Zellen, welche an der Unterseite stärker verdickt sind als an der Oberseite. Das Sklerenchym durchzieht den ganzen unteren Teil und setzt sich ein kleines Stück in die Haare hinein fort, bei den in der Mitte stehenden an der Unterseite, bei den seitlich stehenden ebenfalls unten, besonders aber seitlich außen. Bei Austrocknung werden sich also die mittleren nur nach unten, die seithchen ebenfalls nach unten, stärker aber nach außen bewegen. Die dritte Bewegung vollziehen die an den Haaren sitzenden kleinen Härchen. Im imbibierten Zustande liegen sie den Haaren fast an, ausge- trocknet stehen sie nahezu rechtwinklig ab. Sie sind einfache Zellen, die ebenfalls einen antagonistischen Bau aufweisen, indem jede Zelle auf der Außenseite besonders unten stärker verdickt ist. Aus diesem anatomischen Befunde ersieht man auch hier, daß der Bau des Pappus ein höchst zweckmäßiger ist, denn ver- möge der hygroskopischen Eigenschaften, die durch den Bau des Blattes bedingt sind, legt sich der Pappus bei Befeuchtung zusammen ; er hindert also die Involukralblätter nicht, sich möglichst weit nach innen zu krümmen. 5* 60 Bei trockenem Wetter breitet er sieh weit aus ; er bietet dem Winde eine gute Angriffsfläche und, wenn das Früchtchen heraus- gerissen ist, für dieses einen vortrefflichen Tragapparat. In Übereinstimmung mit den Untersuchungen von Rathay hat sich also gezeigt, daß der Pappus der untersuchten Pflanzen, deren Involukralblätter sich als hygroskopisch erweisen, auch hygroskopisch ist. Die Krümmung wird ebenfalls durch Antago- nismus des Gewebes ermöglicht. Sie ist bei dem federigen Pappus von Helichrysum hracteatum und Gnaphalium eine einfache Auswärtskrümmung, ähnlich der der Involukralblätter. Bei dem federigen Pappus von Carlina dagegen ist die Krümmung eine zusammengesetzte, indem sie nicht nur auf den untersten derben Teil beschränkt ist, sondern auch die Haare, ja sogar auch deren Verzweigungen, die kleinen seitlichen Härchen, den antagonistischen Bewegungen unterliegen. II. Über Pflaiizenorgaiie, die sich infolge von Imbibition öffnen. Als eine Merkwürdigkeit wird oft die bekannte Anastatica Jiierochuntica L. angestaunt, weil ihr vertrocknetes Zweigsystem, in Wasser gebracht, sich entfaltet und bei Austrocknung wieder schließt. Es ist also gerade die umgekehrte Erscheinung, wie sie bei unseren Kompositen zu beobachten ist. Diese schließen sich bei Wasseraufnahme und entfalten sich bei Aus- trocknung, jene schließen sich bei Trockenheit und öffnen sich bei Imbibition. Die Krümmungsbewegungen von Anastatica hierochuntica sind bereits von Leclerc du Sablon^j auf Grund des anatomischen Baues und des Chemismus erklärt worden. Es sind bei ihr die Äste des Fruchtstandes, welche bei Befeuchtung oder Wasseraufnahme durch die Wurzel auseinander- geheri. Hier wird nach Leclerc du Sablou der zur Krümmung der Äste notwendige Antagonismus hervorgerufen durch ver- schiedene chemische Ausbildung der die Peripherie des Stengels bildenden Zellwände. Sie bestehen nämhch auf der inneren Stengel- hälfte, welche also der Achse des Fruchtstandes zugekehrt ist, aus Zellulose und quellen stärker als die auf der äußeren Hälfte, welche verholzt sind. Ähnliche Bewegungen wie bei Anastatica Jiierochuntica zeigen sich auch bei Odontospermum pygmaeum und Odontospermum graveolens, welche ich als Beispiel für die anscheinend bei Wüsten- pflanzen häufige, „umgekehrte" Bewegung wählte. 1) Leclerc du Sablon, La Rose de Jericho. Journ. de Bot. I. annee, nr. 3, p. 61— 62. Nach Justs Botanischem Jahresbericht, 1887, IL Bd., p. 645, Ref. 140. 61 Odontospermum pygmaeum 0. Hoifin. (= Asteriscus pygmaeus Dur. et Coss.). Die kurzstengelige Pflanze, deren Aussehen und Größe Fig. 7 zeigt, hat eine starke, holzige Wurzel. Von dem stark verkürzten Stengel gehen 6 — 10 Äste aus, auf welchen die sehr kurz gestielten Köpfehen sitzen. Der scheibenförmige Fruchtboden wird umrandet von zwei Reihen eilängHcher Hüllblätter, welche die hygroskopischen Eigen- schaften besitzen. Ausgetrocknet ist das Köpfchen fest geschlossen (Fig. 7), erscheint dann sehr hart und läßt sich mechanisch nur schwer öffnen. Taucht man das Köpfchen in Wasser, so öfifnet es sich innerhalb fünf Minuten vollständig, in feuchter Luft nur sehr langsam (Fig. 8). Die ausgetrockneten Hüllblätter sind hart und unbiegsam. Sie schließen das Köpfchen vollständig, indem die Blätter des äußeren Kreises den Raum zwischen zwei Blättern des inneren Kreises überdecken und indem sich die Spitzen der Blättchen übereinander legen. Durch Wasseraufnahme werden die Hüllblätter weich und bewegen sich nach auswärts, so daß das Köpfchen becherförmig wird. Wodurch kommt nun diese Bewegung zustande? Analog der Krümmung bei unseren Kompositen, wo ein Sklerenchym an der Außenseite mechanisch tätig ist, müßte man hier dem umgekehrten Vorgange entsprechend vermuten, daß das Öfi'nen durch ein Sklerenchym an der Innenseite verursacht wird. Die anatomische Untersuchung eines Hüllblattes zeigt, daß ebenfalls ein Sklerenchym vorhanden ist, jedoch nicht, wie erwartet, an der Innenseite, sondern in der äußeren Blatthälfte. An einem Querschnitte eines Involukralblattes sieht man ein aus mehreren Lagen ein wenig korkähnlicher Zellen bestehendes Hypoderm (Fig. 9 a), das dem Blatte das graue Aussehen verleiht. Darauf folgt ein starkes Sklerenchym^ welches mehr als die Hälfte des Blattes einnimmt (Fig. 95). Es besteht aus stark verdickten, englumigen Zellen, die außen sehr klein sind, nach innen etwas größer werden. Daran schließt sich ein schwammparenchymähnliches Gewebe (Fig. 9 c), Die innere Begrenzung bildet die aus einer Reihe stark verdickter Zellen bestehende Epidermis (Fig. ^d). De Oandolle, ^) welcher die hygroskopischen Eigenschaften und die Anatomie dieser „Hüllschuppen" beschrieben hat, unter- scheidet im Sklerenchym einen gelblich gefärbten und einen farb- losen Teil. Dieser letztere zeige dieselben Streckungserscheinungen wie die Pflanze selbst, während der gelblich gefärbte Teil und das parenchymatische Gewebe sich vollständig als reaktionslos erweisen. Auch die isolierten farblosen Fasern zeigen dieselbe Erscheinung, und zwar die dem Parenchym zunächst liegenden stärker als die an den gelben „Bastteil" grenzenden. ^) M. C. de Candolle, Proprietds hygroscopiques de V Asteriscus pyg- maeus. Arch. des scienc. phys. et nat. Geneve. t. XV. p. 885—588. Justs Botanischer Jahresb. 1896. II. p. 41. 62 Diese Behauptung De Candolles, daß das Sklerenchym sich bei Imbibition nicht in allen seinen Teilen gleich verhalte, läßt sich auch bestätigen durch Messungen, die man mit radialen Blattlängsschnitten vor und nach der Imbibition ausführt. Es zeigt sich tatsächlich, daß sich das Sklerenchym bei Imbibition ver- schieden stark ausdehnt. Die inneren farblosen Zellen verlängern sich um etwa 20^, die äußeren verholzten nur um etwa 3%, sind also nicht ganz reaktionslos. Ein Längsstreifen ist, vollständig ausgetrocknet, nach innen gekrümmt, so daß die innere Epidermis die Konkavseite bildet. Bei Imbibition streckt sich der Streifen zuerst gerade und krümmt sich dann noch nach der anderen Seite, so daß die frühere Konkavseite zur Konvexseite wird. Die eigentliche Ursache (auf welche De Oandolle nicht eingeht), warum sich der farblose Teil stärker ausdehnt als der „gelbgefärbte", liegt in dem verschiedenen chemischen Verhalten dieser beiden Teile. Der äußere Teil (Fig. 9b^), welcher aus kleinen, stark verdickten Zellen besteht, erweist sich als verholzt, während die Zellen der iunereu Hälfte (Fig. O&a) Zellulosereaktion geben. Die aus einer Lage von Zellen gebildete innere Epidermis besteht ebenfalls aus Zellulose. Schon aus diesem Befunde könnte man ohne weitere Messungen auf ein ungleiches Verhalten des Sklerenchyms bei Imbibition schließen. Denn aus nahezu reiner Zellulose bestehende Zellwände vermögen stärker zu quellen als verholzte Zellen. Da sich also die innere Hälfte des Sklerenchyms stärker ausdehnt als die äußere, ist der zur Krümmung notwendige Antagonismus im Sklerenchym selbst gegeben. Auch die innere Epidermis, welche, aus Zellulose bestehend, sich stark verlängert, dürfte bei der Krümmungsbewegung der Hüllblätter fördernd mitwirken. Das Sklerenchym ist jedoch allein schon imstande, die Bewegung fast ebenso stark zu vollführen, wovon man sich dadurch überzeugen kann, daß man die Epidermis entfernt und dann Messungen macht. Das Sklerenchym, welches also die Krümmung verursacht, erstreckt sich durch das ganze Blatt bis an die Spitze. In der oberen Hälfte werden die Zellen des Sklerenchyms und der Epidermis immer weitlumiger. Die Differenzierung in verholzte und Zellulose-Zellen besteht jedoch in der ganzen Ausdehnung des Sklerenchyms. Daher voll- zieht sich auch die Bewegung längs des ganzen Blattes. Wenn ein Köpfchen von Odontospermum injfjmaeum befeuchtet wird, wird das Wasser rasch aufgesaugt und in das anstoßende Sklerenchym weitergeleitet. Es kommt zur Quellung des Skleren- chyms sowohl nach der Breite als besonders in die Länge, weil die Zellen spindelförmig sind. Die Zellen der inneren Hallte strecken sich bedeutend stärker als die der äußeren Hälfte: es kommt zur Geradestreekung des im trockenen Zustande nach innen gekrümmten Involukralblattes , die Bewegung geht noch über die Geradestreckung hinaus bis zu einer Auswärtskrümmung. Beim Austrocknen tritt der umgekehrte Fall ein, daß sich die Zellulose- 63 Zellen mehr verkürzen als die äußeren; es kommt zur Bewegung nach innen und zum Sehließen des Köpfchens. Ebenso wie Odontospermiim pygmaeum verhält sich eine andere Spezies: Odontospermum graveolens Seh. Bip. Die ziemlich kräftige Pflanze ist reichlich verästelt, die Internodien sind lang und aufrecht abstehend. Die Hüllblätter sind denen von 0. pygmaeum sehr ähnlich, aber morphologisch und anatomisch doch etwas abweichend. Die Spitzen der elliptischen Blätter sind nicht so derb und besonders bei alten Köpfchen zer- schlitzt. Auch hier finden wir als Ursache der Krümmungs- fähigkeit wieder den Unterschied in der chemischen Zusammen- setzuDg des Sklerenchyms. Dieses reicht nur bis etwas über die Mitte des Blattes hinaus. Es besteht aus bedeutend größereu elliptischen Zellen, welche durch zahlreiche starke Porenkanäle miteinander kommunizieren. Die Grenze zwischen verholztem und Zellulose-Sklerenchym ist hier nicht so scharf. Die innere Epi- dermis besteht aus großen elliptischen Zellen, welche mit ihrer Breitseite aneinanderstoßen. Sie löst sich im unteren Blatteile häufig vom Parenchyra los, wahrscheinlich infolge wiederholter starker Krümmungen. In der oberen Hälfte des Blattes liegt sie jedoch fest an und ihre Zellwände sind fast bis zur Spitze stark verdickt, während das Sklerenchym schon früher an Mächtigkeit nachgelassen hat. Die Krümmungsbewegung wird also im unteren Teile nur durch das Sklerenchym, im mittleren, wo die Epidermis fest anliegt, auch durch diese vermöge ihrer vorzüglichen Quellbar- keit (die Verlängerung bei Imbibition beträgt bis 30%) hervor- gebracht. Die beiden Odontospermum- Arien sind Vertreter der Wüsten- flora und ihre hygroskopischen Eigenschaften, welche sich dadurch äußern, daß sich das Köpfehen bei Regen öffnet und bei trockenem Wetter schließt, sind den Lebensbedingungen in der Wüste voll- kommen entsprechend. Würden die Pflanzen auch bei trockenem Wetter die Involukren geöffnet halten, so würden die Früchtchen durch den Wind in den trockenen Sand gestreut und kämen in ungünstige Keimungsverhältnisse. Durch die hygroskopische Ein- richtung öffnen sich die Köpfchen nur bei Begen, durch den nun die Früchtchen herausgeschwemmt werden ; sie können, auf den Boden gelangt, sofort keimen und bevor wieder die Trockenzeit anbricht, ist die Pflanze bereits so weit erwachsen, daß ihr die Trockenheit nichts mehr schadet. Zusammenfassung. In der vorliegenden Arbeit wurden zunächst Krümmungs- bewegungen solcher Organe besprochen, die sich infolge von Imbibition schließen. Dabei wurden In volukralblätter und Pappus- 64 bildungen in Betracht gezogen, und zwar von Carlina acaulis L. und C. vulgaris L., einigen Gnaphalium- Arten und Helichrijsum hracteatum, Wiild. Alle diese Krümmungsbewegungen sind einander sehr ähnlieh. Die untersuchten, mehr oder weniger strohartigen Involiikral- blätter der genannten Pflanzen haben die Eigenschaft, bei Wasser- aufnahme sich nach innen, bei Wasserabgabe sich nach außen zu krümmen. Diese Krümmung wird ermöglicht durch antagonistischen Bau der Blätter, indem bei allen an der Außenseite ein Sklerenchym auftritt, an der Innenseite dagegen nicht. Das Sklerenchym ist entweder auf eine kleine Zone beschränkt, wie bei Helichrysum hradeatum, dann vollzieht sich die Bewegung gelenkartig, oder es erstreckt sich über einen großen Teil des Blattes, welcher die Krümmung vollführt, wie bei Carlina und Gnaphalium. In Übereinstimmung mit der Vermutung von Eathay, daß bei Kompositen mit hygroskopischen Involukralblättern auch der Pappus hygroskopisch sei, konnte die Hygroskopizität desselben bei den untersuchten heimischen Pflanzen nachgewiesen werden. Bei Helichrysum und Gnaphalium ist die Bewegung eine einfache Auswärtskrümmung, bei Carlina ist sie jedoch eine komplizierte, indem nicht nur der unterste derbe Teil, sondern auch die Haare, ja sogar deren Verzweigungen, die kleinsten Härchen, der Krümmung unterliegen. Auch hier hat es sich gezeigt, daß die Bewegung des Pappus im engsten Zusammenhange steht mit seinem anatomi- schen Baue. Außerdem wurden noch durch Imbibition sich öffnende Pflanzenorgane der Untersuchung unterzogen. Bei Odontospermum pygmaeum 0. Hofifm. und Odontospermum graveolens Seh. Bip. wurde ebenfalls ein Sklerenchym vorgefunden, welches die Bewegung ermög- licht, aber nicht wie bei den früheren Fällen durch Vermittlung einer antagonistisch anatomischen, sondern einer antagonistisch- chemischen Ausbildung. Das Sklerenchym erscheint nämlich an der morphologischen Oberseite nur aus Zellulosewänden ge- bildet, während die darunterliegende Partie verholzte Zellwände besitzt. Diese Beobachtungen stimmen mit denen von Leclerc du Sab Ion insofern überein, als die Bewegung bei Odontospermum im selben Sinne erfolgt und durch dieselben chemischen Unter- schiede im Sklerenchym bedingt ist, wie bei der von Leclerc du Sab Ion untersuchten Anastatica hierochitntica. Bei den untersuchten Fällen von hygroskopischen Krümmungs- bewegungen hat sich also gezeigt, daß die Bewegungen bedingt sind entweder durch antagonistisch anatomischen Bau der Organe oder durch antagonistisch chemische Aus- bildung der Zellwände. Zum Schlüsse erlaube ich mir, Herrn Prof. Dr. H. Molisch für die vielfachen Anregungen, die er mir bei dieser Arbeit zuteil werden ließ, meinen innigsten Dank auszusprechen. Auch Herrn Q &*CS CO >3 O dQU( .oV.--^ JUÜ 1 ^ 'n^\ ( I 65 Privatdozent Dr. 0. Richter danke ich vielmals für das der Arbeit entgegengebrachte Interesse sowie für die Ausführung der Photographien. Erklärung der Tafel IV. Fig. 1. Stellungen eines Involukralblattes von Carlina acaulis L. bei der Imbibition. Die Zahlen bedeuten die Zeit in Minuten, während welcher ein Blatt in die nächste Stellung übergeht. Fig. 2. Ein Involukralblatt von HeUchrysum bracteatum. Unterseite. Wenig vergrößert. Fig. 3 und 4. Querschnitte durch ein solches Blatt. Vergrößerung 260. Fig. 3. Durch das „Gelenk". Fig. 4. Durch den oberen Teil. Fig. 5. Stellungen eines ausgetrockneten und eines imbibierten Blattes von HeUchrysum bracteatuvi. Fig. 6. Ein Teil des Pappus von Carlijia acaulis, ausgetrocknet. Natür- liche Größe. Fig. 7 und 8. Köpfchen von Odontospermum pygmaeum. Natürliche Größe. Fig. . Ausgetrocknet. Fig. 8. Imbibiert. Fig. y. Querschnitt durch ein Involukralblatt von Odontospermum pygmaeum. Mit Chlorzinkjod behandelt. Vergrößerung 150. Vorarbeiten zu einer Flechtenflora Dalmatiens. Von Dr. A. Zahlbruckiier (Wien). ? IV. (Mit 1 Abbildung.) (Schluß. 1) Lecanoraceae, Lecanora subfusca (L.) Ach. var, glabrata Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. III. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, ca. 1400 m ü. d. M., an Fagus (Baumgartner). Lecanora chlarona (Nyl.) Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 120. Bocche di Cattaro: bei Lustica, an Ölbäumen (Vierhapper). 320. Lecanora x^olytropa (Ehrb.) Schaer. var. calciseda A. Zahlbr. nov. var. Thallus crassus, usque 3 mm altus, tartareus, areolato-ri- mosus, areolis majusculis, glaucescenti-flavidus, KHO lutescens, Ca CI2 0, non tinctus, in margine sublobatus et linea tenui plumbeo-nigricante cinctus, medulla crassa alba, J — . Apothecia planiuscula vel convexiuscula, plus minus confluentia, pallide testacea. Pycnoconidia bene curvata vel hamata, 21—30 ^ longa et ad 1 • 5 ^u lata. An Kalkfelsen bei Pola (Stockert Nr. 171). 1) Vergl. Nr. 1, S. 19. 66 Lecanora atra (Huds.) Ach.; A. ZaMbr.. Vorarb, I... Nr. 129. Insel Curzola: bei ^rnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen (Baumgartner). Lecanora (sect. Aspicilia) calcarea var. contorta (Flk.) Nyl.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 132. Bocche di Cattaro: an Kalkfelsen bei Klinöi, ca. 150 m ü. d. M. (V ierhapper). Lecanora (sect. Aspicilia) microspora (Arn.) A. Zahlbr., Vor- arb. II, Nr. 255. Mosor-planina bei Spalato, Eamm des Hauptstockes, ca. 1300m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). Lecanora (sect. Aspicilia) farinosa (Flk.) Nyl.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 133. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben an der Nordseite des Hauptstockes, ca. 1300 m ü. d. M.; Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M. (Baumgartner); Bocche di Cattaro: bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper), an Kalk- steinen. Lecanora (sect. Aspicilia) Prevostl (E. Fr.) Th. Fr.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 137. Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). Lecanora (sect. Placodium) crassa (Huds.) Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 140. Insel Arbe: am Strande auf dem Erdboden (Loitlesb erger) in einer Form mit anliegenden, hie und da wenig bereiften blaß- grünlichen Lagerschollen; Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben unterhalb der Kulmination, ca. 1300 m ü. d. M., auf Kalkboden (Baumgartner); Bocche di Cattaro, bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M., auf Kalkboden, z. T. auch auf Kalkstein übergehend (Vier- happer). Lecanora (sect. Placodium) r/^/psacea (Sm.) Hepp; A. Zahlbr,, Vorarb. I, Nr. 140. Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M., auf Kalkboden (Baumgartner). Lecanora (sect. Placodium) saxicola (Poll.) Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 143. f. alhopulverulenta Schaer. Bocche di Cattaro: an Kalkfelsen bei Klinöi, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). Lecanora (sect. Placodium) pruinosa Chaub. ; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 258. Gipfel des Vehki Koziak bei Vrlika, ca, 1200 m ü, d, M., auf Kalk (Baumgartner). Lecanora (sect. Placodium) sidphurella (Körb.) A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 144. Bocche di Cattaro: an Kalksteinen bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). 67 Lecanora (sect. Placodimn) subcircinata Nyl.; Ä. Zablbr., Vorarb. T, Nr. 145. Gipfel des Veliki-Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M., auf Kalk (B aumgartn er); Bocche di Cattaro: an Kalkfelsen bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). 321. Ochrolechia tartarea (L.) Körb. ; Darbish. in Englers Botan. Jahrb., Band XXII (1897), p. 616. Fig. 10. Insel Curzola: bei ^rnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen, fruchtend (Bau mg artner). JPavmeliaceae, 322. JParnielia tubulosa Bitter in Hedwigia, Band XL (1901), p. 206. — Farmelia ceratophylla E. tubulosa Schaer. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, ca. 1400 m ü. d. M., an Eotbuchen. steril (Baumgartner). Farmelia perlata (Ach.) Nyl. Insel Curzola: bei Zrnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen, steril und im Buschwalde auf dem Kom bei Smokvica 350 — 400 m ü. d. M., steril; Sabioncello: Monte Vipera, ca. 600 m ü. d. M., an Föhren, steril (Baumgartner). Subspec. dliata (DC); A. Zahlbr. Vorarb. II, Nr. ^65. Insel Curzola: Gipfel des Kom bei Smokvica, ca. 500 m ü. d. M., im Buschwalde, fruchtend; Sabioncello: Monte Vipera, 800—900 m ü. d. M., an Föhren, steril (Baumgartner). 323. Parmelia cetrarioides Del. apud Duby, Botanic. Gallic, vol. II (1830), p. 601; Nyl., Synops. Lieh., vol. I (1860). p. 38; Hue in Nouvell. Archiv. Museum Paris, 4e ser., vol. I (1899), p. 196. Insel Curzola: beim Dorfe Zrnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen, steril (Baumgartner). Farmelia caperata (L.) Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. I. Nr. 152. Curzola: beim Dorfe Zrnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen, steril und auf dem Gipfel des Kom bei Smokvica, ca. 300 m ü. d. M., im Buschwfllde, fruchtend; Sabioncello: Monte Vipera, 800— 900 m ü. d.M., an Föhren, steril (Baumgartner); Bocche die Cattaro: bei Klinci und bei Lustica, an Ölbäumen, steril (Vier- happer). Die Exemplare vom Monte Vipera zeigen verlängerte, der Unterlage kaum anhaftende Randlappen und bilden ein Analogon zu Farmelia saxatilis var. contorta (Bory), doch ist die Erscheinung weniger prägnant. Farmelia dubia (Wulf.) Schaer.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 151. Sabioncello: Monte Vipera, ca. 600 m Q. d. M., an Föhren, steril (Baumgartner). 324. Pcwmelia cetrata Ach., Synops. Lieh. (1814), p. 198 : Wainio, Etud. Lieh. Bresil, vol. I (1890), p. 40; Hue in Nouvell. Archiv. Museum Paris. 4e ser., vol. I (1899), p. 173. 68 f. sorediifera Wainio, i. s. c; Hiie, 1. s. c. Insel Curzola: auf den Gipfel des Kom bei Smokvica, ca. 500 m ü. d. M., im Buschwalde, steril (Baumgartner). Parmelia tiliacea (Hoffm.) Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 150. Insel Curzola: beim Dorfe Zrnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen, steril (Baumgartner); Bocche di Cattaro: bei Lustica, an Ölbäumen, fruchtend (Vierhapper). Farmelia saxatilis (L.) Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 264. Sabioncello: Monte Vipera, 800—900 m ü. d. M., an Föhren, steril ; Insel Curzola : auf dem Gipfel des Kom bei Smokvica, zirka 500 m ü. d. M., steril (Baumgartner). var. contorta (Bory), A. Zahlbr., Vorarb. 111. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, zirka 1400 m ü. d. M., an Kotbuchen; Sabioncello: auf dem Monte Vi- pera, 800 — 900 m ü. d. M., steril (Baumgartner). Au dem Zustandekommen dieser auffälligen Varietät (vergl. die nebenstehende Abbildung) dürften vornehmlich zwei Faktoren mitgewirkt haben; einerseits der große Feuchtigkeitsgehalt der Luft, anderseits die Einwirkung starker Winde. Der erstere bewirkt eine lebhafte Teilung und Vermehrung der Gonidien in den Eandpartien, so daß eine Streckung der Lappen hervor- gerufen wird. Hiebei müssen, sollen die Lappen nicht reißen. auch die Hyphen sich strecken. Durch das derartig beschleunigte Wachstum und unter der Einwirkung des Windes lösen sich die Lappen von der Unterlage ab und werden mehr weniger gedreht oder gekrümmt. Man beobachtet ferner, daß es zumeist die unteren Lappen des auf vertikaler Unterlage wachsenden Lagers sind, welche in erster Linie die Verlängerung und Drehung aufweisen; somit dürfte auch der Schwerkraft als drittem Faktor eine gewisse KoUe zukommen. DieWahrscheinlichkeit dieser Annahme von der Ent- stehung der var. contorta wird erhöht durch die Beobachtung, daß an denselben Standorten wachsende Exemplare der Parmelia ca- 2Jerata eine ähnliche Neigung zur Verlängerung der unteren Thallus- lappen zeigen, nur dürften sich bei der letzten Art in dem derben Lager und durch das Vorwiegen der hyphoidalen Elemente der Ver- längerung größere Hindernisse entgegenstellen. Parmelia acetabidiim (Neck.) Duby ; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 154. Insel Curzola: beim Dorfe Zrnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen, steril (Baumgartner). Parmelia fuliginosa (E. Fr.) Nyl. ; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 206. Insel Curzola: bei Zrnova, ca. 150 m ü. d. M., an Olea, steril (Baumgartner). f. laetevirens (Flk.) Nyl. Sabioncello: auf dem Monte Vipera, 800—900 m, an Föhren- stämmen, fruchtend (Baumgartner). 69 Parmelia saxatilis var. contorta. — Natürl. Größe. 70 Parmelia furfitracea var. ceratea Acli. ; A. Zahlbr., Vorarb. III. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, zirka 1400 m ü, d. M., an Eotbuchen, steril (Baumg artner). Evernia prunastri (L.) Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 158. Sabioncello: Monte Vipera. 800—900 m ü. d. M., an Föhren, steril; Insel Curzola: Gipfel des Kom bei Sraokvica, ca. 500 m ü. d. M., steril (Baumg artner). f. soredifera Ach. Insel Curzola: bei 2rnova, ca. 150 m ü. d. M., an Ölbäumen, steril (Bau mg artner). 325. Cetraria pinastri (Scop.) Ach. Sabioncello: Monte Vipera, 800 — 900 m, am Grunde der Föhren, sehr spärlich, steril (Baumgartner). Bamalina farinacea (L.) Ach. ; A. Zahlbr. Vorarb. I, Nr. 159. Sabioncello: auf dem Monte Vipera, 800—900 m ü. d. M., an Föhren, steril (Baumgartner). Ramalina dalmatica Ach. et A. Zahlbr. in A. Zahlbr. Vor- arb. II, Nr. 270 und III., Tab. I, Fig. a. Insel Curzola: auf dem Gipfel des Kom bei Smokvica, zirka 500 m ü. d. M., im Buschwald, fruchtend (Baumgartner). Ramalina popuUna (Hoflfm.) Wainw. — R. fastigiata (Pers.) Ach.; A. Zahlbr., Vorarb. III, Nr. 307. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, zirka 1400 m ü. d. M., an Rotbuchen, fruchtend; Insel Curzola: beim Dorfe ^rnova, ca. 150 m ü. d. M., an Oka, reichlich fruchtend (Baumgartner). Theleschistaceae. 326. JBlastenia Viperae A. Zahlbr. nov. spec. Thallus tenuis, efifusus tartareus, verruculoso- vel leproso-granu- losus vel leprosus, isidiis destitutus, viridescenti-cinerascens, made- factus viridis, opacus, KHO — , in margine linea obscuriore non cinctus, omnino subindistincte pseudoparenchymaticus, cellulis subangulosis; gonidiis pleurococcoideis, globosis, 9 — 16 ^ latis. Apothecia subinnata vel adpressa, thallum aequantia, plana, dis- persa vel rarius confluentia, aurantiaca, opaca, usque 1-2 mm lata, primum rotunda, demum subrotunda, lobata vel subirregularia; disco laevigato, sub lente punctulato; margine proprio tenuissimo, acutiusculo, paulum prominulo, permanente; perithecio ex hyphis radiantibus, tenuissime septatis, conglutinatis formato, gonidia non continente, extus aurantiaco-fuscescente, KHO purpureo. intus decolore ; epithecio ipulverulento, ochraceo-aurantiaco, KHO solu- tionem kermesino-purpuream copiosamque effundente; hypothecio decolore, ex hyphis densissime intricatis formato, medulla infra hypothecium gonidia pauca vel nulla includente; hymenio decolore. guttulas oleosas continente, 90 — 100 ^ alto, J violaceo-coeruieo; 71 paraphysibus simplicibus vel parce furcatis, tenuibus, 1*6 — 1*8 ^ crassis, eseptatis, apice haud latioribus; ascis oblongo-ellipsoideis, apice rotundatis vel rotundato-truncatis,sed ibidem membrana modice incrassata praeditis, 8-sporis; sporis in ascis biserialiter dispositis, ]ate ovalibus, ovalibus vel ovali-ellipsoideis, decoloribus, polari- diblastis. isthmo haud distincto, 11 — 13 (i longis et 7 — 8'5 (i latis. CoDceptacula pycnoconidiorum semiemersa, punctiformia, ochraceo- aurantiaca; perithecio dimidiato; fulcris endobasidialibus, parce ramosis, crebre septatis, ad septa non constrictis; pycnoconidiis angiiste oblongis, 2*5 — 3*5 fi longis et 1 — 1-2 (i latis. Sabioncello: auf dem Monte Vipera, ca. 800 m ü. d. M., an Pöhrenrinde (Bau mg artner). Das durchwegs pseudoparenchymatische Lager und die ein- gesenkten bis angedrückten schmalen Apothezien sind für die Art charakteristisch. Blastenia ochracea (Mass.) A. Zahlbr. — A. Zahlbr., Vor- arb. I, Nr. 160. Bocche di Cattaro: an Kalksteinen bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). Blastenia euthallina A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 272. Mosor-planina bei Spalato, Hauptstock, Cjuti Kamen, zirka 1300 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Bau mg artner). Caloplaca (sect. Pyrenodesmia) cJialybeia (Fr.) Müll. Arg.; A. Zahlbr., Vorarb. I. Nr. 162. Sabioncello: auf dem Gipfel des Monte Vipera, ca. 960 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Bau mg artner). var. variegata A. Zahlbr., nov. var. Thallus areolato-rimosus, areolis planis, albis et plumbeo- cinereis variegatis; apothecia margine thallino thallo concolore, disco leviter pruinoso. Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika. ca. 1200 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). Caloplaca (sect. Pyrenodesmia) agardhiana (Mass.) Flag. ; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 163. Biokovo-planina, Veliki Troglav, ca. 1650 m ü. d. M., in einer Form mit dauernd versenkten Apothezien; Sabioncello: Gipfel des Monte Vipera, 960 m ü. d. M. (Baumgartner); Bocche di Cattaro: bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper); auf Kalk. Caloplaca (sect. Eiicaloplaca) cerina (Ehrh.) Th. Fr.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 166. Mosor-planina bei Spalato, Schneegruben unterhalb der Kul- mination, ca. 1300 m ü. d. M., an Gesträuch (Baumgartner). Caloplaca (sect. Eucaloplaca) aurantiaca var. diffracta (Mass.) Lojka; A. Zahlbr., Vorarb. I. Nr. 170. Gipfel des Veliki Koziak bei Vrlika, ca. 1200 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). Caloplaca (sect. Eucaloplaca) Schaereri (Fl.) A. Zahlbr., Vor- arb. I, Nr. 171. 72 Mosor-planina bei Spalato, Kamm des Hauptstockes, zirka 1300 m ü. d. M., an Kalkfelsen; Sabioncello: Gipfel des Monte Vipera, 960 m ü. d. M., auf Kalk (Baumgartner). Caloplaca (sect. Eucaloplaca) arenaria var. Lallavei (Clem.) A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 173. Bocche di Cattaro: bei Lustica, ca. 50 m ü. d. M., an Kalk- felsen (Vierhapper). Caloplaca (sect. Eucaloplaca) Pollinii (Mass.) Jatta; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 176. Bocche di Cattaro: bei Lustica, ca. 50 m ü. d. M., auf Ceratonia (Vierhapper). Caloplaca (sect. Eucaloplaca) lactea (Mass.) A. Zahlbr., Vor- arb. I, Nr. 179. Bocche di Cattaro: bei Klinci; ca. 150 m ü. d. M., an Kalk- steinen (Vierhapper). Caloplaca (sect. Gasparrinia) callopisma (Ach.) Th. Fr.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 183. Bocche di Cattaro: bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M., auf Kalk (Vierhapper). Caloplaca (sect. Gasparrinia) murorum (Hoflfm.) Th. Fr. ; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 184. Bocche di Cattaro: an Kalkfelsen bei Klinci, ca. 150 m ü. d. M. (Vierhapper). Caloplaca (sect. Fulgensla) fulgida (Sm.) Ach,; — A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 138 (sub Lecanora). Subspec. arbensis A. Zahlbr. nov. subspec. Thallus verrucoso-granulosus, verruculis confertis vel plus minus dispersis, laciniis marginalibus paucis minutisque, vitellinus vel vitellino-citriüus ; sporae dactyloideae, 14 — 17^ longae ei'd'bfi latae. Ceterum cum C. fulgida quadrat. Insel Arbe: am Strande auf dem Erdboden (Loitlesberger). Die durch das mehr weniger in Warzen aufgelöste, intensiver gelb gefärbte Lager gekennzeichnete Unterart verhält sich zu Caloplaca fulgida, wie Caloplaca bracteata (Hoffm.) Zahlbr. zu Caloplaca fulgens. Xanthoria parietina (L.) Th. Fr.; A. Zahlbr., Vorarb. II. Bocche di Cattaro: bei Lustica, ca. 150 m ü. d. M., an Acer xilatanoides (Vierhapper). 327. Theloschistes chrysopMhal7Hus Th. Fr., Gener. Heterolich. (1861), p. 51; Hue in Nouv. Archives du Museum, ser. IV, vol. I (1899), p. 101. — Liehen chrysophthalmus Linn., Mantissa II (1771). p. 3U. — Physcia clmjsophthalmaDC., Flor. Fran9., vol. II (1805), p. 401; Schaer., Enum. Lieh. Europ. (1850), p. 12; Nyl, Synops. Lieh., vol. I (1860), p. 410; Orombie, Monogr. Lieh. Britain., vol. I (1894), p. 296. — Tornahenia clirysophthalma Mass., Memor. Lichenogr. (1853), p. 42; Körb., Parerg. Lieh. (1859), p. 21. 73 Insel Ciirzola: am Wege von Pupnata nach Oara, ca. 450 m ü. d. M., an Paliurus und auf dem Kom bei Smokvica, ca. 400 m ü. d. M., an Erica, spärlich (Baumgartner). Buelliaceae. Buellia Bubyana (Hepp) Körb.; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 191. Mosor-planina bei Spalato, Kamm des Hauptstockes, zirka 1300 m ö. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner), Buellia myriocarpa var. punctiformis (Hoffm.) Mudd. ; A. Zahlbr., Vorarb. I, Nr. 193. Sabioncello: Monte Vipera, ca. 600 m ü. d. M., an Föhren (Baumgartner). Buellia (sect. Diplotomma) betulina (Hepp) Th. Fr.; A. Zahlbr., Vorarb. III, Nr. 310. Sabioncello: auf dem Monte Vipera, 800—900 m ü. d. M., an Föhren (Baumgartner). Rinodina immersa (Körb.) Arn.; A. Zahlbr., Vorarb. III, Nr. 311. Biokovo-planina, Veliki Troglav, ca. 1650 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). Physcia stellaris (L.) Nyl. ; A. Zahlbr., Vorarb. II. Bocche di Cattaro: bei Lustica, ca. 50 m ü. d. M., an Acer (Vierhapper). var. leptalea (Ach.) Nyl.; A. Zahlbr., Vorarb. II. Bocche di Cattaro: bei Lustica, ca. 50 m ü. d. M., an Olea (Vierhapper). Physcia adscendens Bitt.; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 278. Insel Curzola: beim Dorfe >^rnova, an Ölbäumen (Baum- gartner). Physcia pulverulenta (Schreb.) Nyl. ; A. Zahlbr.. Vorarb. I, Nr. 199. Biokovo-planina, in den Dolinen unterhalb des Troglav, zirka 1400 m ü. d. M., an Eotbuchen, in einer Form, welche sich schon stark der var. angustata (Ach.) nähert (Baumgartner). var. subvenusta Nyl. in Bullet. Soc. Linn. Normandie, ser. 2, vol. VI (1872), p. 285; Crombie, Monogr. Lieh. Britain., voL I (1894), p. 307. In der Senkung zwischen dem Veliki und Mali Koziak bei Vrlika, 800 — 900 m ü. d. M., an Carpinus] duiuensis (Baum- gartner). Anaptychia ciliaris (L.) Mass.; A. Zahlbr., Vorarb. II, Nr. 281. In der Senkung zwischen dem Veliki und Mali Koziak, 800 bis 900 m ü. d. M., an Carpinus duinensis, häufig (Baum- gartner). österr. botan. Zeitschrift. 2. Heft. 1907. ft 74 Nachträgliche Bemerkung zu der Abhandlung „Inter- essante Orchideen aus Corfu^." Von H. Fleischmann (Wien). Herr Professor Dr. P. Ascherson machte mich aufmerksam, daß Hr. Dr. Karl Keinhold, dem zu Ehren v. Spruner die Pflanze benannt wissen wollte, seinen Namen mit i und nicht mit y schrieb, und führt hiefür ?iuch Dr. Th. v. Heldreich als Zeugen an. Ich hatte den Namen ursprünglich nach meinen Aufzeich- nungen aus dem Herbier Boissi er auch mit i geschrieben, geriet aber in Zweifel, als ich denselben inEeichenbachfil. Orchideo- graphie p. 127 mit y gedruckt sah. Es steht dort: „Ophrys Reyn- holdi V. Spruner! auf der Etikette!" Die beiden Kufzeichen bewiesen mir, daß Eeichenbach fil. sowohl Pflanze als Etikette gesehen hatte, unsicher, ob hier ein Irrtum oder eine andere Ur- sache obwaltete, akkommodierte ich mich leider der unrichtigen Schreibweise Reichenbachs. Nach Hr. Prof. Aschersons Klarstellung ist nun zweifellos Ophrys Reinholdii die richtige Schreibweise. Literatur - Übersicht^). Dezember 1906 und Jänner 1907. Beck Gr. V. Icones florae Germanicae et Helveticae, tom. XXIV, dec. 11. Lipsiae et Gerae (F. Zezschwitz). 4°. BerschW. Anbauversuche mit Getreide. (Zeitschr. f. Moorkultur und Torfverwertung, IV. Jahrg., 1906, Heft 6, S. 248—257.) 8«. BöbmerleE. Waldbauliche Studien über den Nußbaum und die Edelkastanie. Wien (W. Frick), 1906. 8^ 54 S. 6 Abb. Eingehende Studien über Vorkommensverhältnisse, Kulturmöglichkeit, forstliches Verhalten von Juglans regia, J. nigra und Castanea sativa mit besonderer Berücksichtigung von Österreich und speziell Niederösterreich. Die Arbeit enthält nicht nur zahlreiche für den Praktiker wichtige Angaben, sondern auch für den Botaniker und speziell Pflanzengeographen wertvolle Mitteilungen; diesbezüglich sei insbesondere auf die eingehende Besprechung des Vorkommens von Castanea in Niederösterreich hingewiesen. Cori C. J. Ein österreichisches Forschungsschiff. (Beilage des Jahresber. d. Vereines z. Förderung d. naturwiss. Erforschung 1) Vgl. diese Zeitschr. 1907, S. 4. 2) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. 75 d. Adria.) Wien und Leipzig (W. Braumüller), 1906. S'. 26 S. 8 Textabb. 1 Karte. Czapek F. und Berte 1 E. Oxydative Stoffwechselvorgänge bei pflanzlichen Reizreaktionen. (Jahrb. f. wissenschaftl. Botanik, Bd. XLIII, Heft 3, S. 361—467.) 8°. Gräfe V. Studien über das Anthokyan (I. Mitteilung). (Sitzungs- berichte d. kais. Akademie d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Klasse, Bd. CXV, Abt. I, Juni 1906, S. 975—993.) 8°. 1 Tat. — — und Portheim L. v. Untersuchungen über die Rolle des Kalkes in der Pflanze. (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXV, Abt. I, Juli 1906, S. 1003—1073.) 8". 2 Taf. GraßbergerR. und Sc hatten fr oh A. Über Buttersäuregährung (IV. Abhandlung). (Archiv für Hygiene, Bd. LX, S. 40—78, Taf. I, IL) 8". Györffy J. Megjegyzesek a Polytrichum ohioense es P. decipiens faji önallösäganak ismeretehez. (Növenytani Közlemenyek. V., 1906, 3, pag. 86—92, Fig. 21, 22.) 8«. Hayek A. v. Schedae ad floram stiriacam exsiccatam. 7. und 8. Liefg. (31 S.), 9. und 10. Liefg. (34 S.). Wien, 1906. 8^ Heinrich er E. Zur Biologie von Nepenthes, speziell der javani- schen N. melamphora. (Ann. d. jard. bot. d. ßuitenzorg. 1906. Ser. 2. 5. pag. 277—98.) 8«. 3 Taf. 3 Holzschn. — — Zur Kenntnis der Farngattung Nephrolepis. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 43—75.) 8". 1 Textfig., 2 Taf. Die Abhandlung behandelt die bekannten Knollen von Nephrolepis. Untersucht wurde das Auftreten von Knollen bei verschiedenen Arten und Kassen, die Regeneration von Pflanzen zu den Knollen, die Abhängigkeit der Regenerationsfähigkeit von Alter, Lichtzutritt, von der Intaktheit des Knollens etc., die Bildung von Stolonen oder Rhizomen aus den Knollen je nach der Lage auf oder im Boden etc. Janchen E. Zwei für Österreich neue Pflanzen. (Mitteil, des naturw. Vereines a. d. Univ. Wien, V. Jahrg., 1907, Nr. 5, S. 59—63.) 8°. 1. Moenchia mantica (L.) Bartl. f. coerulea (Boiss.) Janchen in Süd- Steiermark. 2. Orlaya Daucorlaya Murbeck auf Cherso und in Dalmatien. Auf Grund des Vorhandenseins von Kalkoxalatkristallen in der Fugenfläche der Teilfrüchte gehören Orlaya Daucorlaya und 0. platycarpa zur Gattung Orlaya und nicht, wie mehrfach angenommen wurde, zu Daucus. Kammerer P. Eine Naturforscherfahrt durch Ägypten und den Sudan. (Wochenschrift f. Aquarien- und Terrarienkunde, Jahr- gang 1906.) 4". XI und 46 S., XXI und 27 Abb. Karzel R. Experimentelle Beiträge zur Kenntnis der Heterotrophie von Holz und Rinde bei Tüia sp. und Aesculus Hippocastmmm. (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. Wien, mathemat.- naturw. Kl., Bd. CXV, Abt. I, Juli 1906, S. 1347—1368.) 8". 1 Taf. Kohn E. und Czapek F. Beobachtungen über Bildung von Säure und Alkali in künstlichen Nährsubstanzen von Schimmelpilzen. 6* 76 (Zeitschr. f. d. gesamte Biochemie, Bd. VTII, 1906, Heft 8—10, S. 302—312.) 8°. Kronfeld E. M. Der Weihnachtsbaum. Botanik und Geschichte des Weihnachtsgrüns. Oldenburg und Leipzig (R. Schwartz), 1906. 233 S. 25 Abb. Auf eingehenden Studien und vieljähriger Sammlung einschlägiger Daten beruhende Darstellung der Verwendung lebender Pflanzen bei Weih- nachtsgebräuchen mit Bezugnahme auf Botanik, Glauben, Gebräuche, Dichtung und Kulturgeschichte. Molisch H. Über das Gefrieren in Kolloiden. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 121—122.) 8°. Murr J., Zahn H., Pöll J. Hieracium. IL (G. v. Beck, Icones florae Germanicae et Helveticae. tom. XIX, 2, dec. 9—11.) Lipsiae et Gerae (F. Zezschwitz). 4°. Nabelek Fr. Über die systematische Bedeutung des feineren Baues der Antherenwand. (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wiss. Wien, mathem.-naturw. Klasse, Bd. CXV, Abt. I, Juli 1906, S. 1427—1490.) 8«. 4 Taf. Verf. hat den Bau der Antherenwand einer großen Anzahl von Angio- spermen auf das sorgfältigste untersucht, so insbesondere den von Magnolia- ceen, Berberidaceen, Papaveraceen, ßanunculaceen, Clethraceen, Ericaceen, Epacridaceen, Primulaceen, Solanaceen. Es gelang ihm, eine große Anzahl oekologisch und morphologisch interessanter Details aufzufinden. In phylo- genetisch-systematischer Hinsicht sei hervorgehoben, daß die oekologischen Funktionen der. Staubblätter den Bau der Antherenwand stark beeinflussen und daher die Ähnlichkeiten in demselben bei verwandten Formen vielfach im Zusammenhange mit der Ähnlichkeit im Gesamtblütenbaue stehen ; für die Klarstellung der Phylogenie großer Gruppen wird daher der Antheren- wandbau wenig Anhaltspunkte abgeben, dagegen drückt sich die Verwandt- schaft engerer Gruppen sehr deutlich in demselben aus. Speziell hervor- gehoben sei, daß die Annahme nicht stichhältig ist, nach der der Besitz eines Exotheciums für die Gymnospermen, der eines Endotheciums für die Angio- spermen charakteristisch sei, denn Ginkgo besitzt ein Endothecium (Goebel), Acanthaceen, Solanaceen, Ericaceen u. a. ein Exothecium. Nemec B. Die Symmetrieverhältnisse und Wachstumsrichtungen einiger Laubmoose. (Jahrb. f. wissenschaftl. Botanik, XLIII. Bd., 1906, .4. Heft, S. 501—579.) 8". 33 Textfig. — — Über inverse Tinktion. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXIV, 1906, Heft 9, S. 528—531.) 8». Palla E. Über Zellhautbildung kernloser Plasmateile. (Ber. d. deutsch, bot. Ges. XXIV. Bd., Heft 8, S. 108— 114.) 8". 1 Taf. Verf. hat mit Rücksicht auf die Untersuchungen Ch. 0. Townsends, welche die Abhängigkeit der Möglichkeit der Membranbildung von dem Zusammenhange mit dem Kerne ergaben, neue einschlägige Untersuchungen durchgeführt, in denen er Rhizoide von Marchantia und Brennhaare von Urtica heranzog. Er konnte in beiden Fällen Membranbildung kernloser Plasmateile konstatieren. Er faßt die Ergebnisse in dem Satze zusammen': „Isolierte Plasmapartien werden stets auch dann noch, wenn sie kernlos geworden sind, eine Zellhaut ausbilden können, wenn sie zur Zeit ihrer Isolierung einen zur Membranbildung verwendbaren Stoff als Reservesubstanz enthielten". Pascher A. Über auffallende Rhizoid- und Zweigbildungen bei einer MoiigeoUa- Art. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 107—115.) 8^ 3 Textfig. 77 Paul J. Zur Flechtenflora von Mähren und Österr.-Schlesien. (Verhandl. d. naturforsch. Vereines in Brunn, XLIV. Bd.) 8°. HS. P^terfi M. Adatok az OligotricJium incurvum anatömiäjähoz, (Növenytani Közlemenyek, V., 1906, 3, pag. 92— 97, Fig. 23 bis 29.) 8«. Podpera J. Nove rostliny kveteny moravsk^. (Öasopis moravskeho musea zemskeho, VI, 1906, nr. 1.) Neue Pflanzen der mährischen Flora: Equisetum variegatum Schi., Calamagrostis pseudophragmites Baumg., Myosotis suaveolens W. K., Brunella grandiflora X laciniata, B. grandiflora X vulgaris. Botanicka zahrada na Kadhosti. (Pfiroda, V, 1906, nr. 3.) 4". 1 S. Vorschlag zur Errichtung eines botanischen Gartens auf dem Radhost. Porsch 0. Orchidaceae. (R. v. Wettstein, Ergebnisse der bota- nischen Expedition der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften nach Südbrasilien, 1901, I. Bd., Fteridopliijta und Atithophi/ta.) f Denkschriften d. mathem.-naturw. Kl. d. kais. Akademie d. Wissensch. Wien, LXXIX.) 4^ 75 S. 8 Taf. Vergl. diese Zeitschr. Bd. LV (1905), S. 150—163. — Es sei hervor- gehoben, daß diese gründliche Bearbeitung nicht bloß wichtige Beiträge zur Systematik der Orchideen bringt, u. a. durch Neubeschreibung zahlreicher, a. a. 0. angeführter Formen, sondern auch Tatsachen von allgemeinerem Interesse, so Beobachtungen über Blütenmutationen bei Orchideen in Be- ziehung auf Gattungsmerkmale, Beobachtungen über die systematische und deszendenztheoretische Bedeutung der Blütenzeichnung, Untersuchungen über die Biologie der Stelis-Blnte, über „Futterhaare" und Wachsausscheidung in Orchideenblüten, über die Assimilationswurzeln von Campylocentrum chloro- rhizum Porsch etc. Die Pflanze im Kampfe mit der Außenwelt. (Das Wissen für Alle, Jahrg. 1907, Heft 1, S. 4—7, Fig. 1—3; Heft 2, S. 19—23, Fig. 4—9; Heft 3, S. 35—38, Fig. 10—13; Heft 4, S. 49—52, Fig. 14—16.) 4°. Die Duftentleerung der Boronia-Blüte (Vortrag). (Verhandl. d. k. k. zoolog.-botan. Gesellsch. Wien, LVL Bd., 8. u. 9. Heft, S. 605—607.) 8«. PrzibramH. Die Regeneration als allgemeine Erscheinung in den den drei Reichen (Vortrag). (Naturw. Rundschau, 21. Jahrg., Nr. 47, 48 u. 49.) 8 S. 8 Fig. Quint J. Pötlö adatok a Römai-fürdö Bacillaria-^oriykhox. (Növenytani Közlemenyek, V., 1906, 3, pag. 74—86, Fig. 15 bis 20.) 8°. Raciborski M. Beiträge zur botanischen Mikrochemie. (Bull, de l'academie des sciences de Cracovie, Cl. math.-nat., Juillet 1906, pag. 553—560.) 8°. _ _ über die Assimilation der Stickstoffverbindungen durch Pilze. (Bull, de l'academie de sciences de Cracovie, Cl. math.- nat., Octobre 1906, pag. 733—770.) 8''. Rechinge r K. Botanische Skizze aus den Gärten von Honolulu. (Zeitschr. f. Gärtner u. Gartenfreunde, 3. Jahrg., 1907, Nr. 1, S. 10—11.) 8". 78 Rohlena J. Beitrag zur Flora von Montenegro. (Fedde. Reper- torium, III, 1906, pag. 145—149.) 8°. Enthält die Originaldiagnosen von Cardamine glauca var. scutari- ensis Rohl., Cardamine maritima var. maglicensis Eohl., Seseli varium Trev. var. lonfiicarpum Rohl., Cerinthe minor L. var. tuberculata Kohl., Trinia vulgaris DG. var. durmitorea Rohl., Vicia montenegrina Rohl., Saxifraga Eocheliana Sternbg. var. ruhescens Rohl, Armeria canescens Host var. majellensis (Boiss.) f. dasyphylla Rohl., Verbascum Bornmiilleri Velen. var. Lovcense Rohl., Verbascum Nicolai Rohl., Verbascum Durmi- toreum Rohl. Schneider C. K. Pomaceae sinico-japonicae novae et adnota- tiones generales de Pomaceis. (Bull, de Therb. Boissier, 2. ser., tom. VIT, 1907, Nr. 1, pag. 50—58.) 8^ — — Species varietatesque Pomacearum novae. (Fedde, Reper- torium, III, 1906, pag. 118—121, 133—137, 150—155.) 8^ Schorstein J. Polyporus fulvus (Scop.). (Zeitschr. f. d. land- wirtschaftl. "Versuchswesen in Österreich, 1906.) 8^ 3 S. 1 Abb. Tschermak E. v. Über die Bedeutung des Hybridismus für die Deszendenzlehre (Vortrag). (Biolog. Zentralblatt, XXVI. Bd., 1906, Nr. 24, S. 881—888.) 8«. Klare Zusammenfassung der Ergebnisse der neueren Untersuchungen in bezug auf die im Titel angedeutete Frage. Verf. kommt zu folgendem Schlußsatze: „Der Hybridismus ist für die exakte Deszendenzlehre von nicht unerheblicher Bedeutung insoferne, als durch Kreuzung neue Formen entstehen, aber auch stammelterliche Merkmale wieder auftreten können. Der Hybridismus stellt somit eine reiche Quelle von Formen dar und ge- stattet nicht selten eine experimentelle Ahnenprobe". Tunmann. Über Folia Uvae Ursi und den mikrochemischen Nachweis des Arbutin. (Zeitschrift d. allg. österr. Apotheker- Vereines, 44. Jahrg., 1906, Nr. 51, S. 729—730.) 4". Vierhapper F. Crinum Kirkii Baker. (Österr. Garten-Zeitung, II. Jahrg., 1907, 1. Heft, S. 2—4, Fig. 1.) 8°. Wagner A. Streifzüge durch das Forschungsgebiet der modernen Pflanzenkunde. (Drei Vorträge.) München (E. Reinhardt), 1907. 8"^. 92 S. Wagner R. Zwei neue Orchideen. (Zeitschr. f. Gärtner u. Garten- freunde, 3. Jahrg., 1907, Nr. 1, S. 7—8.) 8^ Kurze Besprechung von Catasetum galeritum Rchb. und Bulbophyllum Ericssoni Kränzl. Wiesner J. Elemente der wissenschaftlichen Botanik. I. : Ana- tomie und Physiologie der Pflanzen. 5. Aufl. Wien (A. Holder), 1906. 8«. 401 S. 185 Textfig. — ^ 9. Die vorliegende 5. Auflage des Wies n ersehen Lehrbuches erscheint gegenüber ihrer Vorgängerin vielfach umgearbeitet und erweitert. Die Grund- lagen des Buches, vor allem die Gliederung des Stoffes ist dieselbe geblieben, hingegen fanden natürlich die wesentlichen Fortschritte auf dem behandelten Gebiete nach sorgfältiger und kritischer Auswahl die gebührende Berück- sichtigung. Während die „Anatomie" naturgemäß von Änderungen in ge- ringem Maße betroffen wurde, erheischten manche Teile der chemischen Physiologie, die Kapitel über Osmose und Turgor, Reizerscheinungen u. a. eine teilweise Neubearbeitung. Mit Genugtuung ist die beträchtliche Ver- mehrung der Textfiguren zu begrüßen, welche zumeist nach Originalpräparaten angefertigt wurden und zum größten Teile als vorzüglich gelungen bezeichnet 79 werden müssen;. Trotz der vielfachen Verarbeitung neuen Stoffes hat die Darstellung an Übersichtlichkeit, Klarheit und präziser Ausdrueksweise keine Einbuße erlitten, so daß die Neuauflage zweifellos sich ebenso zahlreiche Freunde erwerben wird wie ihre Vorgängerinnen. K. Linsbauer. Wie SD er J. Die organoiden Gebilde der Pflanze. (Festschrift f. Ad. Lieben. S. 444—466.) 8°. 1 Textfig. Wilhelm K. Über einige neuere Errungenschaften und Probleme der Botanik (Inaugurationsrede). Wien (Hochschule f. Boden- kultur), 1906. 30 S. Arnim-Schlagenthin, Graf. Ältere und neuere Selektions- methoden. (Biolog. Zentralblatt, XXVII. Bd., 1907, Nr. 1, S. 25—32). 8". B erger A. Sukkulente Euphorbien. (Aus der Sammlung: Illustrierte Handbücher sukkulenter Pflanzen.) Stuttgart (E. ülmer), 1907. kl. 8^ 134 S. 33 Abb. Sehr gute, auf eigenen Untersuchungen beruhende Bearbeitung der sukkulenten Euphorbien, die in Anbetracht der großen Schwierigkeiten, welche sich der Erkennung derselben in den Weg stellen, für viele willkommen sein wird. Birg er S. Die Vegetation einiger 1882—1886 entstandenen schwedischen Inseln. (Englers Botan. Jahrb., XXXVIII. Bd., 1906, 3. Heft, S. 212—232.) 8°. 2 Taf. 1 Karte. Bemerkenswerte Untersuchung der Vegetation einiger im Hjälmareu- See in Schweden vor 24—30 Jahren neu aufgetauchten Inseln, deren Floi-a schon früher (4, respektive 10 Jahre nach dem Auftauchen) untersucht worden war. Während in den ersten Jahren eine Zunahme der Artenzahl zu konstatieren war, ließ sich jetzt eine Abnahme feststellen, die zweifellos zum Teile auf den Konkurrenzkampf zwischen den Ansiedlern zurückzu- führen ist. Bornmüller J. Zwei neue Arten der Gattung Pedicularis aus Süd- und West -Persien. (Fedde, Repertorium, III, 1906, pag. 72—75.) 8«. Enthält die Originaldiagnosen von Pedicularis Lalesarensis Bornm. und P. Straiissü Hausskn. — — Die Arten und Formen der persischen Cruciferengattungen Clastopus Bge. und Straussiella Hausskn. (Fedde, Repertorium, III, 1906, pag. 114—116.) 8". — — Papilionacearum species quaedam novae e flora Phrygiae. (Fedde, Repertorium, III, 1906, pag. 129—132.) 8». Enthält die Originaldiagnosen von Genista phrygia Bornm., Astra- galus Warhurgii Bornm., Oxytropis argyruleuca Bornm., Onobrychis paucijuga Bornm. — — Beiträge zur Flora der Eibursgebirge Nord-Persiens. III. (Bull, de l'herb. Boissier, 2. ser., tom. VII, 1907, Nr. 1, pag. 32—43, tab. I, II.) 8°. B ritten J. Thrincia niidicaulis. (Journ. of Botany, vol. XLV, 1907, pag. 31—33.) 8". Thrincia nudicaulis (L. sub Crepide) Britten non Lowe, DG. = Leontodon Leysseri (Wallr.) Beck. Buscalioni L. Le Acacie a fillodi e gli Eucalipti. (Malpighia, ann. XX., 1906, fasc. VI— VII, pag. 221—271.) S\ 80 Chabert M. A. Dipsacus et Boronicum nouveaux. (Bulletin de la societ^ botanique de France, tom. LIII, 1906, pag. 545 — 549.) 8". Dipsacus Meyeri Chab. (Algerien), Boronicum Portae Chab. (Valbona, Süd-Tirolj, Dor. Pardalianches L. var. suhalpinum Chab. (Savoyen). Coste H. Flore descriptive ei illustree de la France, vol. III. Paris (P. Klincksieck), 1906. 8°. Detmer W. Botanische und landwirtschaftliche Studien auf Java. Jena (G. Fischer), 1907. ..8°. 124 S. 1 Taf. — M. 2-50. Inhalt des Buches: 1. Über einige wirtschaftliche Verhältnisse Javas. 2. Das Produktionsvermögen der Pflanzen und klimatische Verhältnisse in Java und Mitteleuropa. 3. Einiges über den Boden Javas. 4. Der Reisanbau der Eingeborenen Javas. 5. Die Kultur des Teestrauches nebst Bemerkungen über die Indigofrage in Java. 6. Die Kultur des Kakaobaumes. 7. Die Kultur des Fieberrindenbaumes. 8. Der botanische Garten in Buitenzorg. 9. Ver- gleichende physiognomische Studien über brasilianische und javanische Ur- wälder. 10. Vergleichende Beobachtungen über Stärke- und Zuckerblätter tropischer sowie einheimischer Pflanzen. 11. Beobachtungen über Transpiration der Pflanzen in Java und Jena. 12. Kautschukgewinnung in Singapore. Detto C. Die Erklärbarkeit der Ontogenese durch materielle An- lagen. (Biolog. Zentralblatt, XXVII. Bd., 1907, Nr. 2 und 3, S. 81—95.) 8°. Dietel R. Monographie der Gattung Bavenelia Berk. (Beihefte z. Botan. Zentralblatt, Bd. XX, 2. Abt., Heft 3, S. 343—413, Taf. V, VI.) 8''. Dop P. Recherches physiologiques sur le mouvement des etamines des Berberidees. (Bull, soc. bot. France, tom. LIII, 1906, pag. 554—572.) 8°. 2 Fig. Driesch H. Analytische und kritische Ergänzungen zur Lehre von der Autonomie des Lebens. (Biolog. Zentralblatt, XXVII. Bd., 1907, Nr. 2 und 3, S. 60-80.) 8". Duysen F. Über die Beziehungen der Mycelien einiger, haupt- sächlich holzbewohnender Discomyceten zu ihrem Substrat. (Hedwigia, Bd. XLVI, Heft 1/2, S. 25—56.) 8". 7 Textfig. FeddeF. Ju st s Botanischer Jahresbericht, XXXII. Jahrg. (1904). II. Abt., 6. u. 7. Heft, XXXIII. Jahrg. (1905), L Abt., 3. Heft.' Leipzig (Gebr. Bornträger). 8^. Fedtschenko 0. und B. Oonspectus Florae Turkestanicae (Forts.). (Beihefte z. Botan. Zentralblatt, Bd. XX, 1906, Heft 2, S. 296 bis 341.) 8». Garbowski L. Plasmoptyse und Abrundung bei Vibrio Proteus (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXIV, 1906, Heft 9, S. 477 bis 483). 8". Gauchery M. P. Contribution ä l'etude de la respiration des Bact^riacees (Revue generale de Botanique, tom. XVIII., 1906, pag. 433—466, 484—498.) 8". Goebel K. Morphologische und biologische Bemerkungen. 17. ^e- phrolepis Duffii. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 38-42.) 8^ 1 Textfig. 81 Neplirolepis Duffii ist, wie die Eückschlagserscheinungen zeigen, tat- sächlich eine „Mutation" von N. cordifoUa. Sie kann ebensowenig wie an- dere Formmutationen als durch „Anpassung" an äußere Verhältnisse zustande gekommen betrachtet werden. Goeze E. Die Julianiaceae. (Österr. Garten-Zeitung, IL Jahrg., 1907, 1. Heft, S. 12—13.) 8°. Grüß J. Naturbetrachtungen im bayerisch-tirolischen Hochgebirge. (Naturw. Wochenschrift, N. F., V. Bd., 1906, Nr. 51, S. 801 bis 808.) 8^ Guiliiermond A. Contribution ä l'etude cytologique des Cyano- phycees. (Kevue generale de ßotanique, tom. XVIII., 1906. pag. 392—408, 447—465, tab. 9—13.) 8°. Gurke M. Blühende Kakteen (IconograpJiia Cactacearum), VI. Bd., Taf. 61—76. Neudamm (J. Neumann), 1906. 4^ Herter W. Eine gefährliche Stachelbeerkrankheit in Deutschland. (Naturw. Wochenschrift, N. F., VI. Bd., 1907, Nr. 2, S. 27 bis 28.) 8". 1 Textabb. Holtermann C. Der Einfluß des Klimas auf den Bau der Pflanzengewebe. Leipzig (W. Engelmann), 1907. 8°. 249 S. 16 Taf. — Mk. 12. Kanitz A. Der Einfluß der Temperatur auf die pulsierenden Va- kuolen der Infusorien und die Abhängigkeit biologischer Vor- gänge von der Temperatur überhaupt. (Biolog. Zentralblatt, XVII. Bd., 1907. Nr. 1, S. 11—25.) 8«. Klebs G. über künstliche Metamorphosen. (Abb. d. naturf. Ges. zu Halle, Bd. XXV, 1906, S. 135—294.) 8«. 12 Taf., 21 Textfig. Die Abhandlung enthält die Fortsetzung der Studien des Verfassers über Hervorrufung von Bildungsabweichungen durch verschiedene Modifika- tionen der Kulturbedingungen; der erste Teil behandelt insbesondere Äew/je?-- vivum, der zweite Teil die „Metamorphose" von Infloreszenzen in Laub- triebe. Die Untersuchungen des Verf. und seine aus diesen abgeleiteten Schlüsse sind von großem Werte, und doch möchte der Kef. vor einer Überschätzung derselben, wie sie heute vielfach ganz kritiklos geübt wird, warnen. Er gedenkt eingehender auf die Sachlage zurückzukommen. Hier sei nur ganz kurz folgendes bemerkt. Wenn die Untersuchungen des Verf. über Sempervivum von Bedeutung für die Frage der Organbildung im Sinne der Eassen-, bezw. Artbildung sein sollten, dann müßten sie jene Organe und Eigentümlichkeiten betreffen, welche bei der Arteubildung in der Gattung erfahrungsgemäß eine Rolle spielen. Das ist nun durchaus nicht der Fall; es handelt sich um die Hervorrufung mannigfacher Abnormitäten (Verwach- sungen, Stellungsänderungen, Petalodien etc.), wie sie erfahrungsgemäß bei den verschiedensten Pflanzen infolge von Verletzungen, Ernähruugs- änderungen etc. insbesondere in Gärten so überaus häufig vorkommen. Dai'- aus, daß alle diese Abnormitäten für Sempervivum nicht in der Literatur erwähnt sind, darf man doch nicht schließen, daß sie ganz neu sind; wo käme denn die botanische Literatur hin, wenn alle diese Detailbeobachtungen, die jeder beobachtende Naturforscher täglich machen kann und macht, publiziert würden ? Es ist also gewiß von größtem Interesse, wenn untersucht wird, auf welche physiologischen Ursachen die mannigfachen, so häufig auftretenden Anomalien zurückführbar sind; man darf aber doch nicht daraus, daß es gelingt, durch gewisse Störungen des normalen Entwicklungsprozesses die Zahl der Anomalien zu steigern, den Schluß ziehen, daß es gelungen ist, künstlich neue Merkmale hervorzurufen, den Variationskreis zu erweitern. 82 wie dies heute vielfach für die Klebs sehen Versuche behauptet wird und wozu der Verf. durch einzelne Bemerkungen selbst Anlaß gibt. — Ähnlich verhält es sich bei den Versuchen mit Veronica. Verf. ist es nicht ge- lungen, wie dies so häufig behauptet wird, ein Organ in ein anderes, bezw. eine Infloreszenz in einen vegetativen Sproß „umzuwandeln" ; es ist ihm ge- lungen, durch bestimmte Kulturbedingungen die Blutenbildung zu unter- drücken und einen Sproß mit sonst begrenztem Wachstum zu einer Fort- führung des Wachstums zu bringen. Ref. wiederholt seine Meinung: Die Untersuchungen des Verf. sind sehr wertvoll und wichtig, sie dürfen aber nicht in der Wertschätzung so übertrieben und falsch interpretiert werden, wie dies heute so häufig geschieht. Kny L. Botanische Wandtafeln mit erläuterndem Texte, zehnte Abt. (Taf. 101—105.) Berlin (P. Parey), 1906. — Mk. 35. Die vorliegende Lieferung bringt folgende Tafeln : Gl. Drosera rotundi- folia, CIL Mimosa pudica, CHI. Spiro gyra setiformis, CIV. Cuscuta Tri- folii, CV. Berheris vulgaris. Das vorliegende Heft bringt vorzügliche ver- kleinerte Reproduktionen der Tafeln und den erläuternden Text. Koernicke M. und Eoth F. Eifel und Venn, eine pflanzen- geographische Skizze. (G. Karsten, Vegetationsbilder, V. Reihe, Heft 1 und 2.) Jena (G. Fischer), 1907. 4°. 15 Tafeln mit Text. Das vorliegende Heft zeichnet sich nicht bloß durch ganz vortreffliche und gut gewählte Bilder, sondern auch durch den ausführlichen, für die Pflanzengeographie von Mitteleuropa wichtigen Text aus. Kränzlin H. Über das Dickenwachstum der Palme Euterpe ole- racea. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXIV. 1906, Heft 9, S. 483—489.) 8''. 4 Textabb. Kratz C. Über die Beziehungen der Mycelien einiger saprophyti- scher Pyrenomyceten zu ihrem Substrat. (Hedwigia, Bd. XLVI, Heft 1/2, S. 1—24.) 8^ 8 Textfig. Küster E. Normale und abnorme Keimungen bei Fucus. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXIV, 1906, Heft 9, S. 522—528.) 8^ 1 Textabb. — — Über die Beziehungen der Lage des Zellkernes zu Zellen- wachstum und Membranbildung. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 1—23.) 8°. 20 Fig. Lorch W. Einige Bewegungs- und Schrumpfungserscheinungen an den Achsen und Blättern mehrerer Laubmoose als Folge des Verlustes von Wasser. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 76 bis 95.) 8°. 20 Textfig. Das mechanische System der Blätter, insbesondere der Stämmchenblätter von Si^liagnum. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 96—106.) 8". 11 Textfig. Neiceff J. Nykolko novi za blgarskata flora rastenija. („Godi- schnik" üniv. Sofia, 1906.) 8°. 7 pag. Besprechung einiger für Bulgarien neuer Pflanzen. Overton J. B. The morphology of the ascocarp and spore-for- mation in the many-spored asci of Thecotheus Felletieri. (The Botanical Gazette, vol. XLII, 1906, Nr. 6, pag. 450-492, tab. . XXIX, XXX.) 8°. 83 Parde L. Arboretum National des Barres. Paris (P. Klincksieck), 1907. gr. 8", 400 pag., 95 tab., 22 plan. — Pres. 25. Pax F. Beiträge zur fossilen Flora der Karpathen. (Englers Botan. Jahrb.. XXXVIII. Bd., 1906, 3. Heft, S. 272-321. Taf. III u. IV.) 8°. Keinke J. Naturerkennen. (Deutsche Eundschau, XXXIII. Jahrg.. 1906, Heft 3, S. 452-458.) 8". Renner 0. Über Wachsdrüsen auf den Blättern und Zweigen von Ficus. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 24—37.) 8". 16 Fig. — — Beiträge zur Anatomie und Systematik der Artocarpeen und Conocephaleen. insbesondere der Gattung i^?c«.s. (Englers Botan. Jahrb. XXXIX. Bd., 1907, 3. und 4. Heft, S. 319 bis 448.) 8". Rosenstock E. Beiträge zur Pteridophvtenflora Südbrasiliens. (Hedwigia, Bd. XLVI, Heft 1/2, S. 57—144.) 8". 2 Taf. Saito E. Über die Säurebildung bei Aspergillus Oryzae. (The Botanical Magazine, vol. XX, 1906. pag. 219—224.) 8". Die Abhandlung ist in japanischer Sprache geschrieben. Sauvage au M. C. Recherche de la paternite du Cladostephus verficillatiis. (Bulletin de la Station biologique d'Arcachon, 9. ann., 1906, pag. 5—34.) 8°. Sehellenberg H. C. Über Sclerotinia CorijU. (Ber. d. deutsch. bot. Ges. Bd. XXIV, 1906, Heft 9, S. 505— 511, Taf. XXI.) 8°. Seh outen S. L. Ein neuer und ein modifizierter Apparat zu pflanzenphysiologischen Demonstrationsversuchen. (Flora, 97. Bd., 1907, 1. Heft, S. 116—120.) 8". 2 Textfig. Inhalt: I. Ein einfacher selbstregistrierender Auxanometer. II. Kleine Modifizierung in dem bekannten Versuch zur Demonstration von der Saug- kraft der Blätter. Schulz A. Über einige Probleme der Entwicklungsgeschichte der gegenwärtigen phanerogamen Flora und Pflanzendecke Süd- deutschlands. (Beihefte z. Botanischen Zentralblatt, Bd. XX, 1906... Heft 2, S. 197—295.) 8°. Über die Entwicklungsgeschichte der gegenwärtigen phanero- gamen Flora und Pflanzendecke Mitteldeutschlands. III. Drudes Glazialpflanzen. (Ber. d. deutsch, botan. Ges. Bd. XXIV, 1906, Heft 9, S. 512-521.) 8". Sernander R. Entwurf einer Monographie der europäischen Myr- mekochoren. (Kungl. Svenska Vetenskapsakademiens Handlingar, Bd. 41. Nr. 7.) 8". 410 S-, 29 Textfig., 11 Taf. Eingehende und vor allem auch experimentelle Untersuchung über die Verbreitung von Samen und Früchten europäischer Pflanzen durch Ameisen. Die Abhandlung zeigt die große Bedeutung dieser Art der Verbreitung und zählt zu den wichtigeren ökologischen Arbeiten der letzten Jahre. Sprenger C. Die Crinum Afrikas. (Österr. Garten -Zeitung, II. Jahrg., 1907, 1. Heft, S. 4—10.) 8'. Strasburger E. Über die Ver dickungsweise der Stämme von Palmen und Schraubenbäumen. (Jahrb. f. wissensch. Botanik, Bd. XLIII, 1906, Heft 4, S. 580—628, Taf. III— V.) 8°. 84 Stuckert T, Segunda contribuciön al conocimiento de las Gra- minäceas Argentinas. (Anales del Museo Nacional de Buenos Aires, tom. XIII, pag. 409—555.) gr. 8°. Stümcke M. Guajaktinktur als Färbemittel für Pilze. (Naturw. Wochenschrift, N. F., V. Bd., 1906, Nr. 51, S. 813—814.) 8«. Stürler F. A. v. Nederlandsch Oost-Tndische Cultuurgewassen. Tiel (Holland, A. v. Loon), 1906. 8°. 373 pag., 21 tab. — K 13. Svedelius N. Ecological and systematical studies of the Ceylon species of Caulerpa. (Ceylon marine biological reports, P. II. 1906, pag. 81—144.) 4°. 51 Fig. Tanner-Fullemann M. Contribution ä l'etude des lacs alpins. (Bull, de rherb. Boissier, 2. s^r.. tom. VII, 1907, Nr. 1. pag. 15—31.) 8^ Teodoresco E. C. Observiitions morphologiques et biologiques sur le genre Dunaliella (Fin.). (Revue generale de Botanique, tom. XVIII., 1906, pag. 409-427.) 8^ 1 Taf. Thellung A. Die Gattung Lepidium (L.) R. Br. Eine mono- graphische Studie. (Mitt. aus d. botan. Mus. d. üniv. Zürich, XXVIII.) Zürich, 1906. 4". 340 S. Toepffer A. Schedae zu Toepffer, Salicetum exsiccatum, Fase. I Nr. 1—50. München (V. Höfling), 1906. 8°. 24 S. Ursprung A. Über die Dauer des primären Dickenwachstums. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXIV, 1906, Heft 9, S. 489 bis 497.) 8«. — — Beitrag zur Erklärung des exzentrischen Dickenwachstums an Krautpflanzen. (Ebenda, S. 498—501). %\ — — Studien über die Wasserversorgung der Pflanzen. (Biolog. Zentralblatt, XXVII. Bd., 1907, Nr. 1. S. 1~1I, Nr. 2 und 3, S. 33-60.) 8°. Vollmann F. Über einige kritische Gramineenformen der bayeri- schen Flora. (Mitteil. d. Bayer, botan. Ges. z. Erforschg. der heim. Flora, II. Bd. Nr. 2, S. 22—24.) gr. 8°. Weber E. Die Gattungen Aptosimum Burch. und Peliostomum E. Mey. (Beihefte z. Botan. Zentralblatt, Bd. XXI, 1906, Heft 1, S. 1—101). 8«. Weiss F. E. Die Blütenbiologie von JiercHrmr?.s. (Ber. d. deutsch. botanischen Ges., Bd. XXIV, 1906, Heft 9, S. 501—505.) 8". 2 Textfig. Wengenmayr X. Über Farben Varietäten. (Mitt. d. bayer. botan. Gesellsch. z. Erforschung d. heim. Flora, II. Bd., 1907, Nr. 2, S. 19—20.) 8°. Inhalt: I. Farbenvarietäten der Gentiana verna L. II. Viola calca- rata L. nov. var. hicolor Wengenmayr. III. Fortsetzung des Verzeichnisses von Pflanzen, deren Blüten in Weiß abändern. Westerdijk J. Zur Regeneration der Laubmoose. Nijmegen, (Holland), ohne Jahreszahl. 8*^. 66 S. 2 Taf. 85 Wildeman E. de. Notices sur des plantes utiles ou interessantes de la flore du Congo, Vol. II, fasc. L Bruxelles (Spineux & Cie), 1906. 8°. 166 pag., 23 tab. Inhalt: I. Eocouyer ou Bixa Orellana L. — II. „Bulungu." — III. Quelques conseils de pratique culturale. — IV. Tuiles ve'getales. — V. A propos de Lianes caoutchoutiferes de l'Äfrique tropicale. — VI. Notes sur les usages de quelques plantes congolaises. Yamanouchi S. The life history of PolysipJionia violacea. (The Botanical Gazette, vol. XLII, 1906, Nr. 6, pag. 401—449, tab. XIX— XXVIII.) 8°. Zahn C. H. Hieraciotheca Europaea, Schedae ad Centuriam I., Karlsruhe, 1906, 30 pag., Cent. IL, 1907, 31 pag. 8°. Abdruck der Etiketten des vom Verf. herausgegebenen Exsikkaten- werkes. Neu beschrieben werden: Hieracium Obornyanum Ssp. pratensi- florum Fest et Zahn, H. vulgatum Fries Ssp. Wischniakovii Petunnik et Zahn, H. subspeciosum Naeg. Ssp. Castellae Zahn, H. prenanthoides ViU. Ssp. Spennerianum Zahn, H. laevigatum Willd. Ssp. amaurolepis Murr et Zahn, H. sabaudum L. Ssp. Boemeriamim Zahn, H. piJoseUa L. Ssp. ery- throxaiithum Ob. et Zahn, H. glomeratum Fr. Ssp. muravicum Fest et Zahn, H. brachiatum Bertol. Ssp. adenocaulon Fest et Zahn, H. lepto- phyton NP. Ssp. orthochaeton Ob. et Zahn, H. incisum Hoppe Ssp. sub- gelmianiim Murr et Zahn, H. Dollineri Seh. Bip. Ssp. gaüanum Benz et Zahn, H. iuranum Fr. Ssp. fontanalbae Bickn. et Zahn, H. laevigatum Willd. Ssp. lavantinum Benz et Zahn. Botanische Reisen. Mitte März d. J. will Herr G. Rigo eine botanische Sammel- reise nach Süditalien unternehmen, wenn ihm durch Subskriptionen, bezw. feste Bestellungen die Mittel sichergestellt werden. Der Preis der Zenturie soll 25 Eres., bei Auswahl 30 Eres, betragen. Reflek- tanten wollen sich direkt an Herrn Rigo (Torri del Benaco, Prov. Verona, Italien) oder an Herrn Pfarrer Rupert Huter in Sterzing, Tirol, wenden. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Erschienen sind: Hayek A. v., Flora stiriaca exsiccata. Lieferung 7 — 10. Nr. 301-500. Zahn C. H., Hieraciotheca europaea. Zent. I und II. Dörfler I. Herbarium normale. Zent. 47 und 48. Collins F. S., Holden J. und Setchell W. A., Phyco- theca boreali-americana. Fase. XXVII. Nr. 1301 — 1350. Der Europäische botanische Tauschverein (Prof. Dr. Sagorski. Almrich bei Naumburg a. S. in Thüringen) ver- sendet seine 20. Oflfertenliste. 86 Notizen. Herr W. Becker in Hedersleben (Bez. Magdeburg) steht im Begriff, die Violen Europas monographisch zu bearbeiten. Zu diesem Zwecke sind ihm Unterstützungen, bestehend in Literaturnach- weisen, Pflanzenmaterial etc., erwünscht. Eine große Anzahl von Fachmännern versendet folgenden Aufruf: Von nur wenigen zu Lebzeiten gekannt, dann durch Dezennien fast vergessen, heute im Munde aller Biologen — das war das Schicksal von Glreg-or Mendels Forschernamen. Und doch hatte Mendel schon vor 42 Jahren auf dem Gebiete der Vererbung und Bastardierung das Walten von biologischen Gesetzen erkannt, wo nach oberflächlicher Betrachtung nur Zufall und Eegellosigkeit zu herrschen schien. Mit der Entdeckung und eingehenden Begrün- dung der Hybridgesetze hat er in Wahrheit eine neue, ungemein fruchtbare Ära experimenteller Forschung für die Vererbung der Einzelmerkmale, sowie für die Systematik der Pflanzen und Tiere, nicht minder für die Mikrobiologie der Fortpflanzungsprozesse und für die praktische Züchtung eröffnet und ermöglicht. Allerdings wurde diese Entwicklung erst durch die im Jahre 1900 erfolgte Wiederentdeckung von Mendels Lehre ausgelöst. War ihm selbst zwar die innere Freude und Genugtuung am eigenen Werke beschert, die äußere Anerkennung und Wertung, der schuldige Tribut der Mitwelt vor des Geistes Großtat ist ihm versagt geblieben. Um so glänzender, ja beispiellos rasch hat sich Mendels Nachruhm über alle Länder verbreitet. Was die Mitwelt einst gefehlt, das hat die neue Zeit gesühnt. Doch über die wissen- schaftliche Wiederbelebung von Name und Werk hinaus bleibt noch die Ehrenschuld bestehen, auch der Person ein äußeres, zu weiten Kreisen sprechendes Erinnerungszeichen an der Stätte ihrer Wirk- samkeit zu Brunn in Mähren zu errichten. Ein Denkmal soll dort noch späteren Geschlechtern von dem ausgezeichneten und selten bescheidenen Forscher und von seiner Würdigung seitens der Bio- logen aller Länder erzählen. Die Unterzeichneten richten daher an alle Freunde und Förderer der biologischen Wissenschaften die Aufforderung, diesen Plan durch Stiftung und Sammlung von Beiträgen verwirklichen zu helfen. Zur Entgegennahme von Beiträgen haben sich bereit er- klärt für: Österreich, Deutschland. Frankreich, Rußland, Italien und für die Schweiz: Prof. Dr. Erich v, Tschermak, Präsident des inter- nationalen Komitees, Wien. XTX., Hochschule für Bodenkultur. 87 England: Prof. W. Bateson, Grantchester-Cambridge, Merton House. Japan: Prof. M. Miyoshi, Tokio, Imperial üniversity. Amerika: Prof. C. B. Davenport, Cold Spring Harbor, Long Is- land, N. J., ü. S. A., Carnegie Institution Department of Ex- perimental Biology. Dänemark, Norwegen und Schweden: Prof. Dr. 0. Kosenberg, Stockholm, Tegnerlunden 4. Belgien und Holland: Prof. Dr. I. P. Lotsy, Leiden (Holland), Eijn-en Schiekade 113. Personal-Nachrichten. Dr. 0. Richter hat sich an der deutschen Universität in Prag für Anatomie und Physiologie der Pflanzen habilitiert. Dr. Hubert Winkler hat sich an der Universität Breslau für Botanik habilitiert, Prof. Dr. G. Klebs wurde zum Professor an der Universität in Heidelberg ernannt. Dr. Albert Mann wurde zum Professor der Botanik an der George Washington Üniversity ernannt. A. C. Seward wurde als Nachfolger M. Wards zum Pro- fessor an der Universität Cambridge ernannt. Frau Olga Fedtschenko wurde von der kaiserl. Akademie in St. Petersburg zum korrespondierenden Mitgliede gewählt. Der bekannte Botaniker A. Glaziou ist in Bonscat bei Bordeaux gestorben. Inhalt der Febrnar-PJnminer: Dr. Fritz Vierhapper: Die systematische Stellung der Gattung Scleranthus. S. 41. — Viktor Schiffner: Bryologisclie Fragmente. S. 48. — Dr. Karl v. Keil31er: Planktonstndien über einige kleinere Seen des Salzkammergntes. S. 51. — Otto Kleiner: Über hygroskopische Krümmnngsbewegungen bei Kompositen. (Schluß.) S. 58. — Dr. A. Zah Ibruckne r: Vorarbeiten zu einer Flechtenflora Dalmatiens. (Schluß.) S. 65. — H. Fleischmann: Nachträgliche Bemerkung zu der Abhandlung „Interessante Orchideen ans Corfn". S. 74. — Literatur-Übersicht. S. 74. — Botanische Reisen. 8. 8.^. — Botanische Sammlungen, Museen, Institute efc. S. 85. — Notizen. S. 86. — Personal-Nachrichten. S. 37. Redakteur: Prof. Dr. ß. t. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Osterreichische botanische Zeitsohrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: 1852/53 ä M. 2-—, 1860/62, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/92 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-—. Exemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittelst Postanweisung direkt bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Karl Gerolds Sohn),zupränumeriereD. Einzelne Nummern, soweit noch vorrätig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 88 INSERATE. Die Fabrik med. -ehem. und photograph. Apparate und Bedarfsartikel H. Dümler in Wien IX/3, Schwarzsi)aiiierstraße 1 und 6 befaßt sich nun auch mit der Herstellung photographischer Aufnahmen wissen- schaftlicher Objekte und verfügt bereits über ca. 500 Bilder, unter welchen auch ausgezeichnete botanische Auf- nahmen, z. B. von Wehvitschia, Bos- wellia, Fockea, Podostemonaceae, Ee- Nr.JWelwitsehia mirabihs (^J^lv^ losis, Eleinia usw., zu finden sind, die sowohl als r k DÜMLER I. Preis (Goldplaquette): Stereoskop-, wie auch Skioptikondiapositive abgegeben werden. Verzeichnisse mit Preisangabe gratis und franko. Vertretung von Herren Dr. G. Grübler & Comp, in Leipzig. Komplette Laboratoriums- Einrichtungen. — Präparate- gläser für IVIuseen. Ausstellung künstlerischer Stereoskopbilder, Wien 1906. Herbarium des verstorbenen Dr- Kugler billig zu verkaufen. Fachs, Planeg'g^ bei München, Bayern. Im Verlage von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2 (Postgasse), ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden : Alpenblumen des Semmeringgebietes. (Schneeberg, Rax-, Schnee- und ifeitschalpe, Schieferalpen, UUechsel, Stuhleck etc.) Kolorierte Abbildungen von 188 der schönsten, auf den niederösterreichischen und nordsteierischen Alpen verbreiteten Alpenpflanzen. Gemalt und mit er- läuterndem Texte versehen von Professor Dr. G. Beok von Mannagetta. Zweite Auflage. — Preis in elegantem Leinwandband M. 4* — . Jede Blume ist : botanisch korrekt gezeichnet, in prachtvollem Farbendruck naturgetreu ausgeführt. NB. Dieser Nummer ist beigegeben Tafel III (Flelschman n und Kraskovits), Tafel IV (Kleiner) wird der nächsten Nummer beigegeben. Bnchdrnckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LVn. Jahrgang, N«- 3. Wien, März 1907. Bryologische Fragmente. Von Viktor Schiffner (Wien). (Schluü. 1) 6. Schistocliüa linearifolia Jack et St. — Nouvelles Hebrides, 1902 Igt. Dr. Joly. — War bisher nur von Samoa im sterilen Zustande bekannt, unsere Pflanze zeigt einige Fruchthüllen an den Spitzen der Hauptstämme, die von einer subfloralen, fast recht- winkelig abstehenden Innovation gestützt sind. Sie sind röhren- förmig, etwa 6 mm lang, fleischig und gegen die Basis ein wenig verschmälert. Außen sind eine Anzahl zungenförmiger oder lanzett- licher Blättchen angewachsen, die in Form und Größe sehr variieren, und hie und da schwach gezähnt erscheinen. Die MünduDg der Hüllen war leider in allen Fällen abgebrochen, da diese Organe ebenso wie die Stengelblätter bei dieser Spezies äußerst fragil sind. XXXVI. Scapajiia ohliqiia Arnell in Norwegen. Scapania öbliqiia war bisher nur aus Schweden (durch Dr. H. W. Arnell und A. Grape) und von mir aus dem Riesen- gebirge nachgewiesen worden (vgl. Bryol. Fragm. XXII). Vor einiger Zeit sandte sie mir unter anderem Namen Herr Dr. J. Hagen auch aus Norwegen für die ,Hepaticae eur. exs.", woraus ich schließe, daß sie an dem Standorte reichlich vertreten ist. Der genaue Stand- ort ist: Norwegen, Söndre Trondhjems amt, Opdal, am Berge Nonshö an Steinen in einem Bache ; 1050 m, 14. August 1904, legit J. Hagen. Ich bin überzeugt, daß sich die Pflanze noch an vielen Orten in Skandinavien wird nachweisen lassen. Aus dem Alpengebiete ist sie mir bisher nicht vorgelegen, doch ist ihr Vorkommen dortselbst sehr wahrscheinlich. 1) Vgl. Nr. 2, S. 48. Österr. botan. Zeitschrift. 3. Heft. 1907. 90 XXXVII. Ein neuer Bürger der Flora Mitteleuropas. Im Jahre 1904 erhielt ich unter einer großen Masse von Determinanden von Herrn Emil Stolle in Plauen (Sachsen) eine Pflanze, die ich schon damals für Lophozia grandiretis (Lindb.) Schffn. hielt, jedoch war das Materiale zu dürftig, als daß ich es gewagt hätte, daraufhin die Pflanze als neuen Bürger der mittel- europäischen Flora zu begrüßen. Sie wuchs sehr spärlich unter Nardia crenulata, Gephalosia bicuspidata var. idiginosa und Dicranella heferomalla ,an den Wänden eines sonnigen Grabens ara Waldrande oberhalb Bad Elster im Vogtlande" (Sachsen); gesammelt am 26. August 1904 von E. Stolle. Unlängst erhielt ich als „Jg. incisa?'^ die Pflanze abermals von Herrn E. Stolle in besseren Exemplaren von zwei anderen Standorten, die aber demselben Gebiete angehören, mit der Scheda: ,Hohlweg bei Bad Elster i. V. — 16. September 1906, Igt. E. Stolle" und „Waldgrabenböschung im Syrauer Walde (Vogt- land). 1. November 1905, Igt. E. Stolle«. Die Pflanze wuchs mit üppigen Formen von Nardia minor, N. scalaris und von Kantia Trichomanis gemeinsam auf Detritus von Urgestein. Sie ist habi- tuell ganz der L. Incisa ähnlich und auch in der Größe dieser ziemlich gleich. Bei genauerer Untersuchung zeigt sie aber voll- kommene Übereinstimmung mit der L. grandiretis var. Jmmilis Schffn., welche in meinen Hep. eur. exs. unter Nr. 116 aus Finnland ausgegeben ist. Die älteren Stengelteile sind tief rot gefärbt, die Blätter sind doppelt so breit als lang und zeigen die für L. grandiretis charakteristischen breiten und meist stumpfen Lappen, die bisweilen durch Keimkörnerbildung etwas verunstaltet sind. Die Zellen sind vi|el größer (fast doppelt so groß) als bei L. incisa und stehen nicht denen der prachtvollen Exemplare von L. grandiretis nach, die ich aus dem Kärnamoss bei Linköping (Schweden) besitze. Die Pflanze von dem oben genannten zweiten Standorte (Syrauer Wald) stimmt mit der eben besprochenen recht gut überein. Die Blattform und die sehr großen Zellen lassen auch hier keinen Zweifel, daß die Pflanze zu L. grandiretis gehört; jedoch sind an den untersuchten Stengeln die Basen der Ehizoiden bisweilen nicht gerötet. Die Pflanze wächst auch an diesem Standorte nur spärlich zwischen einer üppigen Form von Nardia scalaris, Diplophylhim albicans etc. Es ist also ganz und gar zweifellos, daß diese Pflanzen aus Sachsen identisch sind mit Lopliozia grandiretis (Lindb,) Schffn.. und zwar mit der niedrigen Form var. humilis Schffn. und daß somit diese bisher nur aus Skandinavien und Finnland bekannte Art auch der deutschen Flora angehört. Über die Artberechtigung von L. grandiretis habe ich mich in den Krit. Bern, zu Hep. eur. exs. Nr. 116 ausgesprochen. Man vergleiche auch C. Warnstorf in Kryptfl. v. Brandenb. I, p. 205, 91 wozu zu bemerken ist, daß L. grandiretis doch wohl nicht der L. marchica so nahe steht, wie der Verfasser behauptet; ihre nahe Verwandtschaft mit L. incisa scheint mir zweifellos. Die systematische Stellung der Gattung Scleranthus. Voa Dr. Fritz Vierhapper (Wien). (Schluß. 1) Fortgesetzte Anpassung an die xerophilen Kliraate führte von Minuartia einerseits zur Ausgliederung des Queria- und anderer- seits des Scleranthus-Tjißxis. Beide Sippen unterscheiden sich nämlich, wie erwähnt , namentlich in einem Punkte scheinbar wesentlich von Alsine : in der Art der Verbreitung ihrer Samen. Während diese ihre Samen aus Kapseln ausstreut, werden bei Queria ganze Fruchtstände und bei Scleranthus die einzelnen Schließfrüchtchen samt den Kelchen abgelöst. Der Nachteil, welchen diese Art der Samenverbreitung bei den beiden zuletzt genannten Gattungen infolge der trotz der Häufung der Blüten relativ geringen Anzahl der zur Ausbildung gelangenden Samen mit sich bringt, wird durch die infolge des kleineren spezifischen Gewichtes er- zielte Verbreitungsmöglichkeit auf viel weitere Entfernungen, was ja gerade für Wüsten- und Steppenpflanzen von sehr großer Be- deutung ist, wieder wettgemacht. Dazu kommt noch überdies die Möglichkeit der Anhäckelung an Tiere, u. zw., wie gesagt, bei Queria durch die zurückgekrümmten Spitzen der Tragblätter, bei Scleranthus annuus durch die der Kelchblätter. Es besteht also wohl gar kein Zweifel, daß die Art der Samenverbreitung für Queria und auch Scleranthus im Vergleiche zu Alsine, deren in der Regel jeder Flug- einrichtung entbehrende Samen') meist nur zu kurzem Transporte sich eignen, unter den gegebenen Verhältnissen eine sehr vorteil- hafte ist, und man wird annehmen dürfen, daß auch in diesem Falle wie bei so vielen anderen Gewächsen der Wüsten und Steppen gewissermaßen das Bedürfnis nach einer geeigneten Samenverbreitung den Anstoß zur Ausbildung neuer Gattungen gegeben hat, so daß also Queria sowohl als auch Scleranthus als in Anpassung an die Existenzbedingungen xerophiler Gebiete aus Älsine-SiYÜgen Typen hervorgegangene Gattungen zu betrachten sind. Die Worte „Be- 1) Vgl. Nr. 2, S. 41. 2) Man vergleiche z. B. die Diagnosen in Boissiers Flora Orientalis (I, p. 669—688 [1867]) und die Angaben Voglers a. a. 0. (Sep. p. 108 und 109). Nach diesem Autor entbehren die Samen von neun Alsine- Arten der Schweiz jeglicher Verbreitungsvorrichtung. Drei Arten {Ä. viseosa Schreb., aretioides [Somm.] M. et K. und sedoides [L.] F. Schltz.) haben sehr kleine Samen, zwei Arten (A. laricifolia [L.] Wahlbg. und verna [L.] Bartl.) kleine Samen mit vergrößerter Angriffsfläche und zwei Arten {A. Uniflora [L. f.] Hgtseh. und A. lanceolata [All.] M. et K.) Samen mit papillösem Flügelrande. 7* 92 dürfnis nach einer geeigneten Samenverbreitung" als Anlaß zur Formneubildung dürfen selbstverständlich nicht teleologisch aufgefaßt werden. Was den direkten Anstoß zu derselben gegeben hat, ist nicht mit Bestimmtheit zu ermitteln. Wahrscheinlich waren es auch in diesem Falle xerophile Einflüsse, welche, wie zunächst schon einmal bei Minuartia die Indurierung des basalen Teiles der Kelchblätter und die Apetalie, so auch bei Queria außer der Ape- talie die Häufung der Brakteen um die Einzelblüten und bei Scler- anthus — gleichfalls außer der Reduktion der Fetalen — die röhrenförmige Vereinigung der Kelchbasen bewirkten. Die Tatsache, daß sich die beiden Scleranthus- Arten vor allem in den Kelchblättern unterscheiden, indem dieselben bei S. annuus spitzlich und schmal, bei S. perennis stumpf und breit häutig be- fandet sind, Unterschiede, wie sie auch innerhalb der Gattung Äl- sine vorkommen^), legt den Gedanken nahe, daß Scleranthus viel- leicht diphyletischer Abstammung ist, indem sich S. annuus von anderen Alsine-Arten herleitet als S. perennis. Doch vermag ich es nicht, für diese Möglichkeit irgendwelche Gründe ins Treffen zu führen. Ob übrigens Scleranthus mono- oder diphyletischen Ur- sprunges ist, zweifellos stehen sich S. annuus und perennis ziem- lich nahe, wie vor allem daraus hervorgeht, daß sie einen — aller- dings, soweit meine Beobachtungen reichen, sterilen — Bastard {8. iniermedius Kittel?) bilden. Die Annahme einer derartigen Entwicklungsrichtung wie die eben geschilderte erhält eine neue Stütze, wenn mau bedenkt, daß auch in anderen Pflanzengruppen Formneubildung auf ganz analoge Weise erfolgt sein dürfte. Da ist zunächst an die Parallelreihe der Alsinoideen, die durch den Besitz von Nebenblättern ausgezeichneten Paronychioideen, zu erinnern. Auch in dieser Eeihe findet sich eine Menge von Formen, welche geradeso wie Älsine Petalen und Kapselfrüchte besitzt (z. B. Spergula, Spergularia), darunter auch viele Steppenpflanzen, bei denen das Problem des Samentransportes auf weite Distanzen durch die Ausbildung häutiger Flügelränder an den Samen, also auf ganz anderem Wege als bei Queria oder Scleranthus, gelöst ist. Es gibt ferner zahlreiche Formen mit Schließfrüchten (z. B. Herniarid), welche sich zumeist gemeinsam mit dem Kelche ablösen. Hiebei ist aber zu bedenken, daß sich durchaus nicht alle diese Formen werden von vielsamigen ableiten lassen, sondern daß viele derselben, gleich den einsamigen Ama- ranthaceen, mit denen sie in sehr nahen Beziehungen stehen, primär einsamig sein dürften. Formen mit Fruchtständen, welche denen von Queria homolog sind, begegnet man vor allem in der Gattung Paronychia (z. B. P. Kapela [Hacqu.] Kern.). Nur sind es nicht wie bei jener die Brakteen selbst, sondern die Neben- blätter der Brakteen, welche, sich vergrößernd und skariös werdend, ^j Z. B. zwischen den Arten der Sektionen Äcutiflorae Fenzl und Sjjec- tahiles Fenzl. 93 das spezifische Gewicht der sich loslösenden, kugeligen, wind- rollenden Fruchtstände ganz bedeutend herabsetzen. Die Blüten dieser Formen stecken geradeso wie bei Queria ganz innerhalb der vergrößerten Blattgebilde verborgen, die Kelche sind wie bei dieser vollkommen freiblättrig. Außerdem existieren aber auch Par- onychia-ArteTi, u. zw. vor allem in Nordamerika (z. B. P. Jamesii Torr, et Gray, setacea Torr, et Gray, Wükinsoni Wats.), sowie auch im Mediterrangebiet (z. B. die spanische P. ecliinata Lam.), bei denen es nicht zur Ausbildung ganzer Fruchtstände kommt, sondern wo sich die einzelnen Früchte gemeinsam mit dem Kelche ablösen, dessen Blätter mit den iudurierenden Basalteilen vereinigt sind, und dessen Zähne gleichfalls erhärten und manchmal sogar spreizen (bei P. Wilhinsoni) und so diese Art von Scheinfrucht auch zu einer Häckelfrucht machen. Dieses Stadium entspricht gewissermaßen dem /S'c7eran^/i<<.s- Stadium unter den Alsineen. Eine zweite ganz analoge Entwicklungsrichtung findet sich innerhalb der Rosoideen. Gerade wie Scleranthus von Alsine-artigeü Typen, dürften sich die Alchimillen aus der Gruppe der A. alpina L. von Formen aus der Verwandtschaft der Potentilla alchimilloidesha,^. herleiten lassen. Und auch die Abstammung der beiden anderen Älchimilla-Gru\)\^&n, der Sectio ApJianes und des Formenkreises der A. vulgaris L.. von Potentilla-&rügen Urformen halte ich für überaus wahrscheinlich. Die Übereinstimmung der meisten Alchi- millen aus der ^Zpina-Gruppe mit P. alchimilloides in den Vege- tationsorganen ist eine geradezu überraschende. Auch in vielen Eigenschaften der Blüte, insbesondere im Bau der Stempel, gleichen sich die beiden Typen. Ihre Verschiedenheiten aber sind mutatis mutandis ganz analog denen von Scleranthus und Alsine. Während Potentilla große Fetalen hat, fehlen dieselben bei Alchimilla. Er- stere besitzt etwa zwanzig, letztere nur zwei bis fünf Staubgefäße, erstere einen flachen Blütenboden mit vielen Stempeln, und bildet viele nußartige, einzeln ausfallende Früchtchen, letztere hat einen krugförmig ausgehöhlten Blütenboden mit einem einzigen Stempel und entwickelt, indem das Nüßchen mit dem Blütenboden verwächst und gemeinsam mit ihm und dem Kelche abfällt, eine Scheinfrucht, welche infolge ihres geringeren spezifischen Gewichtes viel leichter vom Winde verbreitet werden dürfte als die Nüßchen von Poten- tilla und zugleich auch infolge der erhärtenden häckelnden Kelch- blätter für den Transport durch Tiere geeignet ist. Es entsprechen also Blüten und Früchte von Potentilla denen von Alsine, Blüten und Scheinfrüchte von Alchimilla denen von Scleranthus, wozu noch bemerkt sei, daß sich die beiden letzteren Gattungen auch in der knäuelförmigen Häufung und der Art der Honigabsonderung der Blüten sehr ähnlich sind und daß beider Blüten vornehmlich von Dipteren besucht werden ^). Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß auch beim Zustandekommen von Alchimilla ^) Man vergleiche Knuth a. a. 0., p. 376. 94 ebenso wie bei dem von Scleranthus xerophile Einflüsse mit im Spiele waren, des Hoehgebirgsklimas für die Eualchimillen, des Steppenklimas für die Aphanes- Arien. Diese, vor allem A. arvensis (L ) Scop., sind ganz gewiß unter ganz ähnlichen Bedingungen entstanden wie die Scleranthi, und es ist sehr bezeichnend, daß A. arvensis in unseren Gegenden sehr häufig gemeinsam mit S. anmius auf sekundären Standorten, insbesondere auf Feldern und Brachen, zu finden ist, eine Tatsache, welche auf die gemein- same Herkunft dieser beiden Sippen hindeutet. — Schließlich sei noch erwähnt, daß die Ähnlichkeit zwischen Alchimilla und Scler- anthus auch noch darin zum Ausdrucke kommt, daß beide Gat- tungen, vor allem aber die Arten A. vulgaris und S. annuus, überaus formenreich sind. Bei Alchimilla ist zweifellos Partheno- genese^) die Ursache dieser Mannigfaltigkeit. Ob bei Scleranthus ebendieselbe Ursache in Betracht kommt, oder ob hier die häufig stattfindende Selbstbefruchtung die gleichen Wirkungen hat, ist bisher noch nicht untersucht worden. Im vorausgehenden war nur von den eigentlichen, in der alten Welt heimischen Scleranthus- Arten die Eede. In Australien und zum Teil auch auf Tasmanien gibt es nun ähnliche Formen -), welche gewiß auch analoger Abstammung sind. Ähnliches dürfte für die oft mit Scleranthus vereinigte, aber von diesem Genus durch die reduzierten Dichasien, die relativ viel längere Kelchröhre und den Besitz eines einzigen Staubgefäßes ausgezeichnete Gattung Mnia- rum ^) gelten. Es ist wohl kein Zweifel, daß sie auf ähnliche Weise aus Alsine-ähnWchen Formen entstanden ist wie Scleranthus. Das durch einen alternisepalen Staminalkreis ausgezeichnete Genus Co- lohanthus, welches in den Gebirgen des antarktischen Amerika, in Australien und Neuseeland vorkommt und dort gewissermaßen die kapselfrüchtigen Alsinoideen repräsentiert, deckt sich in Australien in seiner Verbreitung sehr auffällig mit Scleranthus und weist auch Formen auf, welche, wie ich mich an getrocknetem Material über- zeugen konnte, dem M. hiflorum habituell sehr nahe kommen. Da- mit soll keineswegs gesagt sein, daß Mniarum von Colöbanthus selbst abzuleiten ist, aber es wird immerhin die Vermutung nahe- gelegt, daß in Australien auch noch andere Alsinoideen existiert haben oder auch vielleicht heute noch existieren, von welchen man sich Mniarum eher abstammend denken könnte als eben von Co- löbanthus. 1) Man vergleiche: Murbeck, Parthenogenetische Embryobildung in der Gattung Alchimilla in Lunds Univ. Arsskr. Bd. 36, Afd. 2, Nr. 7 (1901). 2) Ben th am (in Flor. Austr. V, p. 260 [1870]) erwähnt zwei Arten: S. diander K. Br. und S. pungeiis R. Br. 3) Forst er, Char. gen. austr. I, t. 1 (1776) = Diioca Banks in Gärtner, Fruct. et sem. pl. II, p. 196, t. 126, f. 1 (1791). — Nach Bentham (1. c. p. 259) gibt es zwei Arten: M. singuliflorum F. Müll, in Viktoria, durch einzelnstehende, in den Blattachseln sitzende Blüten und M. hiflorum F. MüU. von Neusüdwales, Victoria und Tasmanien, durch am Ende eines langen Stieles zu zweien sitzende Blüten ausgezeichnet. 95 Von den meisten Autoren wird auch Habrosia ^) mit den Scler- antheen vereinigt, ein Vorgehen, dem ich nicht beipflichten kann. Hahrosia, eine monotype Gattung, ist ein ungemein zartes, ein- jähriges Gewächs vom Habitus der Älsine tenuifolia (L.) Cr. mit gegenständigen, pfriemHchen, nebenblattlosen Blättern, fünf hypo- gynen, vollkommen freien, lang pfriemlich zugespitzten Kelchblättern, fünf kleinen Fetalen, fünf hypogynen Staubgefäßen, einem zwei- griffeligen Stempel mit zweieiigem Ovar, einsamigen Schließ- früchtchen, welche, soweit ich es beobachten konnte, sich samt dem Kelche ablösen, und peripherischem Embryo mit dorsaler Radi- cula. Es steht nun vor allem nicht ganz fest, ist mir aber doch sehr wahrscheinlich, daß Habrosia zu den Caryophyllaceen gehört. Nach Baillon ist sie ein zwischen diesen und gewissen Phyto- laccaceen, z. B. Limeum — welche aber nebst anderen Unter- schieden wechselständige Blätter aufweisen — intermediärer Typus. Sollte sie aber wirkHch zu den Caryophyllaceen gehören, dann ist sie innerhalb dieser zu den Alsinoideen zu stellen, darf aber meines Erachtens auf keinen Fall den Sclerantheen subsumiert werden, für welche ja, wenn man sie überhaupt aufrecht erhält, die Aus- bildung einer das Gynaezeum umschließenden Kelchröhre das we- sentHchste Charakteristikum ist, sondern man müßte ihr innerhalb der Alsineen eine ganz isoherte Stellung einräumen. Es würde sich ja in ihr um eine dritte Form der Ausbildung und Verbreitung ein- samiger Früchte innerhalb dieser Reihe handeln : während bei Queria ganze Pruchtstände abgelöst werden, bei Scleranthus die Schließfrucht samt dem sie umschließenden Kelche, gelangen bei Habrosia gleichfalls die Schließfrüchte mit dem Kelche zur Ab- lösung, welcher sie aber nicht umschließt, sondern ganz wie bei vielen Paronychieen, z. B. Herniaria, nur an ihrer Basis mit ihnen verwachsen bleibt und als Flugorgan ihre Verbreitung zweifellos wesentlich fördert. Sollte sich Habrosia demnach tatsächlich auf Alsine zurückführen lassen, dann müßte man Formen, welche etwa der A. tenuifolia nahestehen, als ihre Vorfahren betrachten. Die Gattung Guilleminea, welche die älteren Autoren zu den Sclerantheen stellten, wird heute allgemein^) von den Caryophylla- ceen ausgeschieden und den Amarantaceen zugerechnet. Die aus den vorausgehenden Betrachtungen gewonnenen Er- gebnisse haben nun meines Erachtens folgenden systematischen Ausdruck zu finden: Die Gattungen Scleranthus und Mniarum sind nicht als eigene, etwa den Paronychioideen gleichwertige Gruppe aufzufassen , sondern den Alsinoideen zu subsumieren. Innerhalb dieser können sie als distinkte Gruppe unterschieden werden, welche insbesondere durch die bereits geschilderte Aus- 1) Fenzl in Bot. Zeit. I, p. 322 (1843). — Es ist nur eine Art bekannt, E. spinulifiora (Seringe in DC, Prodr. I, p. 406 [1824], sub Arenaria) Fenzl 1. c. p. 523, welche in Vorderasien vorkommt. 2) Man vergleiche Bentham und Hooker (1. c. III. 1, p. 36) und Schinz (in Engler u. Prantl, 1. c. UI. 1 a, p. 113 [1893]). 96 bildung des Kelches und die Art seiner Beteiligung an der Schein- fruchtbildung charakterisiert ist. Die Sclerantheen sind zweifellos mit Alsine selbst zunächst verwandt, mit deren typischen Formen durch die Minuartien verbunden und als den Gattungen Queria und vielleicht auch Hahrosia 'zu koordinierende Derivatsippen von Al- sine aufzufassen. Folgendes Schema möge diese Ergebnisse illu- strieren : I ? —Mniarum Alsine Minuartia Scleranthus I I . Queria I Hdbrosia Die Caryophyliaceen ^) überhaupt sind meines Erachtens in drei Gruppen zu trennen. Diese sind: I. Faronychioideae. Mit Nebenblättern und freiblättrigen Kelchen. — Eine vielleicht nicht einheitUche Gruppe, von welcher provisorisch folgende Untergruppen unterschieden werden können : 1. Sperguleae, 2. Polycarpeae, 3. Paronychieae, 4. Pterantheae. Auch diese Untergruppen sind durchaus nicht alle einheitUch. So sind die drei Gattungen der PterantJieae : Dicheranthus, Cometes und Pteranthus gewiß ganz heterogener Abstammung und werden nur durch das künstliche Merkmal der hohen Spezialisierung der Fruchtstände zusammengehalten. Insbesondere wäre noch zu untersuchen, inwieweit die uni- ovulaten Formen der Paronychioideen (Paronychieae und Pteran- theae) primär uniovulat, also von Amarantaceenartigen Formen ab- zuleiten, oder sekundär uniovulat, d. h. auf pluriovulate {Sperguleae, Polycarpeae) in ähnlicher Weise zurückzuführen sind, wie Scler- anthus auf Alsine. IL Alsinoideae. Ohne Nebenblätter. Kelche freiblättrig. — Eine relativ einheitliche Gruppe, zu welcher auch die Sclerantheen gehören. III. Silenoideae. Ohne Nebenblätter. Kelchblätter zu einem langen Tubus vereinigt. — Eine relativ einheitliche Gruppe. Die Unterscheidung der beiden Triben Lychnideae und Diantheae er- scheint mir berechtigt. Wien, botanisches Institut der Universität, im Jänner 1907. Über die neuesten Torfmoosforschungen. Von Dr. J. RöU (Darmstadt). Die neuesten Torfmoosforschungen sind zum großen Teil in dem 1906 bei Engelmann in Leipzig erschienenen Werkchen: „Die europäischen Torfmoose" von Gg. Roth enthalten, das den Ab- 1) Von den von Pax (1. c.) auch zu den Caryophyliaceen gerechneten Dysphanieae sehe ich hier ab, da ihre Stellung noch sehr zweifelhaft ist. 97 Schluß seines großen zweibändigen Werkes über die europäischen Laubmoose bildet. Der Schwerpunkt desselben liegt in den sorgfältigen Zeich- nungen, die auf 11 Tafeln die Habitusbilder, sowie eine reiche Fülle einzelner charakteristischer Teile der europäischen Torfmoose geben. Eine solche Darstellung haben wir alle lange ersehnt. Durch eine naturgetreue Abbildung wird der Zweifel der Ungläubigen gehoben und die Ignoranz der Unfehlbaren gebrochen. Sie redet eindringlicher, als Sprache und Schrift und bringt oft mit einem Schlage Klarheit in ungelöste Rätsel und unberechtigte Zweifel. Und so wird auch die Mühe und Sorgfalt, die der Verfasser auf seine Zeichnungen verwendete, manchen Zweifel heben und manches Eätsel lösen. Freilich wird auch manches beanständet werden. So sind z. B. die Stengelblätter des Sph. acutifolium Ehrh. zu groß gezeichnet. In der Beschreibung sind sie in zu- treffender Weise „ziemlich lang" genannt, gezeichnet sind sie aber nur von den Varietäten deflexum und alpinmn, die durch ihre langen Stengelblätter, wie Roth auch richtig bei der var. alpinum bemerkt, den Übergang zu Sph. Schimperi Roll bilden. Auch Warnstorf stellt in seiner Kryptogamenflora der Mark (1903, S. 424) die Stengelblätter von Sph. acutifolium Ehrh. zu groß dar. Sie entsprechen da ebenfalls Übergangsformen zu Sph. Schimperi Rl. Sph. acutifoliutn Ehrh. hat, wie ich S. 12 meiner Arbeit „zur Systematik der Torfmoose" (Flora, 1886) bemerke, kürzere, ovale Stengelblätter. Das Sph. acutifolium, das Warnstorf S. 438 Sph. acutifolium (Ehrh. z. T.) Russ. et Warnst, nennt, besteht aus einem Teil des alten Sj^h. acutifolium Ehrh. und des Spli. Schim- peri Rl. Russow hat ganz richtig das alte Sph. acutifolium Ehrh., sowie das Sph. Schimperi Rl. erkannt und unterschieden und ihre Formen als „rhomhoidea" und „sigmoidea'' bezeichnet und seine var. subtile Russ. richtig zu Sph. acutifolium Ehrh. gestellt. Trotz dieser richtigen Darstellung Russows hat Warnstorf die Varietät subtile Russ. zum Sph. subtile (Russ.) Warnst, erhoben, statt sie als var. subtile Russ. bei Sph. acutifolium Ehrh. zu belassen. Aber nun bleibt immer noch das alte Sph. acutifolium Ehrh. und das Sph. Schimperi Rl. übrig, in dem Warnstorf immer noch wie in seiner var. Schimperi eine Sammlung von Jugendformen sieht, obgleich ich von dem Moos schon vor vielen Jahren stattliche, kräftige, 15 cm hohe, fruchtende Exemplare ver- teilt habe. Es ist ein Verdienst der Roth sehen Arbeit, die var. Schitnperi W. „als Produkt unvollständiger Entwicklung" und das Sp)h. Schimperi Rl. in der var. gracile Rl. als Art abgebildet zu haben, von dem er S. 55 sagt: „Diese schöne Pflanze macht durchaus nicht den Eindruck einer Jugendform und kann vielleicht ebenso gut wie subtile als Art behandelt werden." Nun entsteht noch die Frage: Wie soll jetzt das alte Sph. acutifolium Ehrh, benannt werden, nachdem Wilson sein Sph 98 rubellum, Klinggräff sein Sph. fuscum^ ich mein Sph. Schim- peri, Sph. rohustum, Sph. plumulosum, und Sph. Warnstorfii (patuliim). Russow sein Sph. Girgensohnii und Sph. Warnstorfii, und Warnstorf sein Sph. subtile von ihm abgetrennt haben? Ich verstehe nicht, vparum der Rest des alten Sph. acutifolium Ehrh. nunmehr Sph. acutifolium (Ehrh.) Russ. et W. heißen soll. Es ist richtiger, ihm seinen alten Namen zu lassen und zv^ar ohne Klammer. Das ist auch für andere Arten recht und biUig, denen man im Laufe der Zeit Teile abgezwackt hat. Warum soll man Sph. cymhifolium (Hedw.) Warnst, schreiben statt Sph. cymhi- folium Hedw.? Außer Warnstorf haben doch auch Lindberg, Russow, Limpricht, Klinggräff und ich Teile von ihm ab- getrennt. Eher hätte es noch einen Sinn, die Namen der Epigonen in Klammer zu setzen. Ebenso ist es mit Sph. recurvum Pal, und mit Sph. suhsecundum Nees, neben dem gar noch ein Sph. suhsec. (Nees) Lpr. und ein Sph. suhsec. (Nees) Russ. um die Herrschaft streiten. Es ist sehr zu bedauern, daß Roth nicht den Mut hatte, überall die alten Namen wieder zu Ehren zu bringen. Zuweilen tut er es. So stellt er z. B. das Sph. laricinum Spruce wieder im alten Sinn her, das auf Grund eines zufällig von Limpricht in einem alten Herbar gefundenen Exemplars gegen den Willen Limprichts von Warnstorf und eine Zeit lang auch von seinen Nachfolgern Sphagnum contortum (Schultz) Lpr. genannt worden war. Bedauerlich ist es aber nun, daß Roth, obgleich er das alte Sph. contortum Schultz wieder aufnimmt, es mit dem neuen Namen Sph. cornutum Roth belegt, angeblich, weil durch den alten Namen Verwechslungen stattfinden könnten. Es hindert uns aber nichts, den alten Namen beizubehalten. Noch ist zu beanständen, daß Roth, um mehreren Ansichten und Schreibweisen gerecht zu werden, die alten und neuen Namen in seinem Text und seinen Zeichnungen nicht übereinstimmend anwendet. Er schreibt z. B. im Text Sph. affine Ren. und Card. f. degener ans W., unter der Abbildung dagegen Sph. degener ans W., im Text Sph. teres Ang. var. squarrosulum (Lesq.) W., unter der Abbildung dagegen var. squarrosulum Lesq., ebenso Sph. quin- quefarium W. und Sph. quinquef. Braith., Sph. tenerum (Aust.) W., und Sph. tenerum Aust., Sph. Gravetii (Russ. p. p.) W. und Sph. Gravetii Russ., Sph. inundatum (Russ.) W., und Sph. inun- datum Russ., Sph. ohesum (Wils.) W. und Lpr., Sph. platyphyllum (Süll.) W. und Süll., Sph. hypnoides (A. Br.) Bruch und Sph. cus- pid. V. hypnoides A. Br., Sph. SchliephacJcei (Roll) und Sph. cus- pidatum var. Schliephachei Roll, Sph. Schlieph. (Roll) var. Roellii (Schlieph.) und Sph. cuspid. var. Eoellii Schi., Sph. SchliephacJcei (Roll) var. Schulten (W.) und Sph. Schulten W. Roth sucht den alten Autoren gerecht zu werden, indem er ihre Arten mit den betreffenden Jahreszahlen den neuen Namen beifügt. Er hätte sich aber ein größeres Verdienst erworben, wenn 99 er umgekehrt gesehrieben hätte: Sph. suhhicolor Hpe. 1880, statt S2)h. centrale Jens. 1896; Sph. tenellum Ehrh. 1796, statt Sph. moUuscum Bruch. 1825; Sph. hrevifolium Roll 1889, statt Sph. parvifolium W. 1900; Sph. pliimulosum Roll 1886, statt Sph. suhnitens Russ. und W. 1888. Auch hat Sph. turgidum (C. M.) Roll 1886 die Priorität vor Sph. turgidum 0. M., der das Moos nur als var. benannte, und Sph. Schliephackei Roll in litt. 1906 hat die Priorität vor Sph. Schliephackei (Roll) Roth 1906. Diesen Namen habe ich aus Prioritätsrücksicht gegen Ehrhart meiner früher in Systematik 1886 als Sph. cuspidatum (Ehrh. p. p.) Roll bezeichneten Formenreihe gegeben, wo auch schon die Diagnose und die Varietäten einschließlich var. tenellum W. (Sph. Schulten W.) angeführt sind. Den alten Namen Sph. Schliephackei für die Formenreihe der Acutifolia ziehe ich zurück und stelle die betreffenden Formen zu Sph. Schimperi Rl. Ferner besitzt der Name Sph. rohustum Roll die Priorität vor Sph. Russowii Warnst., was außer Ro,th auch Limpricht in seiner Kryptogamenflora und Oardot in seinem Repertoire sphagnologique bestätigen. Es ist ein Unrecht, daß trotzdem Roth die Formenreihe „Sph. Fms- sowii W." nennt, und ein Mißverständnis, wenn er sagt: „Der Name rohustum als Art besitzt zwar nach Roll die Priorität, jedoch hat derselbe den Namen Russowii bereits in Flora 1886 empfohlen, weil der erstere für einige seiner Varietäten nicht passe." Ich bin gern bereit, die Bezeichnung Sjyh. rohustum Rl. in Sph. Rus- sowii Roll umzuändern, wie ich dies schon 1886 in meiner Syste- matik vorgeschlagen und 1888 im Botan. Zentralblatt getan habe. Für ganz unberechtigt halte ich aber das Vorgehen Warnst orfs, diese Formenreihe mit seinem Autornamen zu versehen. Meine Bemerkung: „Obgleich der Name rohustum für einige Varietäten dieser Art nicht paßt und ich ihn lieber in Sph. Russoivil um- geändert hätte, so behalte ich ihn doch einstweilen als bekannte Bezeichnung bei", gab ihm kein Recht dazu. Ähnlich ist es mit Sph. plumulosum Roll. Ich hatte schon 1884 mein Sph. plumulosum Roll in zwei Unterarten zerlegt und S. 6 meiner Systematik geschrieben: „Diese Gruppe, welche ich Sph. plumulosum nenne, könnte man wieder in zwei For- menreihen ordnen : 1. in die bleichen, nur zuweilen etwas geröteten, kurzästigen Formen mit kleinen bis mittelgroßen meist gefaserten Stengelblättern, die die Varietäten quinquefarium, Gerstenhergeri, suhmersum, silesiacum und alhescens umfassen ; 2. die übrigen, trübroten und trübgrünen Varietäten mit großen, verlängerten Blättern, die gebildet werden durch die drei Hauptvarietäten luridum, plumosum und squarrosuluni, die abermals größere Formenreihen umschließen." Kurz nach dem Erscheinen meiner Arbeit nannte Warnstorf den ersten Teil meines Sph. plumulosum in dem bereits von mir begrenzten Umfang Sph. quinquefarium Warnst. Über diesen Autornamen waren die Ansichten geteilt. Der zweite Teil meiner Formenreihe Sph. plumulosum mußte aber unter allen 100 Umständen den Namen S2)h. plumulosum Eöll behalten. Es war nicht richtig, ihn, wie es Bussow und Warnstorf 1888 getan, mit dem neuen Namen Sph. snbnitens Russ. et Warnst, zu be- legen. Den Namen Sjih. Wilsoni Eöll habe ich 1886 statt Sph. tenellum Kling, gesetzt, dessen Bezeichnung aufgegeben werden muß, da Sph. tenellum Ehrh. 1796 die Priorität vor Sph. mollus- cum Bruch 1825 besitzt. Roth nennt die Formenreihe nach dem Vorgang Limprichts und Warnstorfs Sph. rubellum Wils. Von meinen Formenreihen der Acutifolia hat Roth noch Sph. patulum Roll {Sph. Warnstorßi Rl. 1886, non Russow 1887) erwähnt. Dies ist vielleicht die interessanteste Formenreihe der Acutifolia, von der sich einerseits Sph. rohustum und Girgensohnii, anderseits Sph. acutifolium, Wilsoni, plumulosum, quinquefarium und Schimperi abzweigen. Das bedingt die schwierige Abgrenzung und die unsichere systematische Stellung dieser interessanten For- menreihe. Roth stellt sie als var. zm Sph. plumulosum (subnitens), mit Ausnahme einer niedrigen Form, die ich an der Zufallhütte im Ortlergebiet sammelte und 1897 in den Verhandl. der zool.-bot. Gesellschaft in Wien beschrieb; diese stellt er, der kleinen Poren im oberen Astblatteil wegen, zu Sph. Warnstorfii Russ. Aber diese Poren zeigen auch Sph. patulum, rohustum und Girgensohnii, sowie meine amerikanische Varietät ä/?/«. Wilsoni var. quinquefarium Rl. Meylan berichtet in Heft 2 der Revue bryolog. von 1906, daß er bei Blättern des Sph. Russoivii die gleichen Poren gesehen habe, wie bei Sph. Warnstorfii Russ. Ich habe diese Beobachtung schon 1893 gemacht und sie in der Hedwigia 1893, Heft 4, S. 289 veröffentlicht und kann noch hinzufügen, daß sie auch für einige Formen des Sph. Girgensohnii zutrifft. Es ist daher fraglieh, ob Russows Sph. Warnstorfii eine bessere Art ist, als das meinige. Als ich 1886 mein Sph. Warnstorfii aufstellte, rechnete ich dazu auch einige Übergangsformen von Sph. Girgensohnii, Russoivii und plumulosum, die ich später zu diesen stellte. Das ist kein Grund, die Formenreihe aufzugeben; ich werde sie künftig Sph. patulum (Seh.) Rl. nennen. Von meinen Cuspidata hat Roth Sph. pseiidorecurvum Rl.. S2yh. ligulatum Rl. und Sph. intermedium Rl. in sein Werk auf- genommen. Äp/t. pseudorecurvum Roll (1889) hat er in zahlreichen Exemplaren, Formen und Varietäten meines Herbars von den ver- schiedensten Standorten untersucht und es als zweifellos gute Art befunden. Bei dieser Gelegenheit hat er von Sph. pseudorecurvum Rl. sein Sp)h. pseudocuspidatuni Roth abgetrennt, das ich mit seiner Zustimmung Sp)h. Kothii Rl. nenne, da der Name Sp)h. pseudo- cuspidatum W. schon von Warnstorf einer Art aus Madagaskar gegeben ist. Sph. ligulatum Roll ist eine Formenreihe, die Roth unter Sph. recurvum Pal. anführt und für var. amblyphyllum (Russ.) W. hält. Dem muß ich widersprechen. Die Russowschen Exemplare der 101 var. amhlyphyllum Euss., die ich besitze, gehören nicht zu raeiuem Sph. Ugulatiim. Auch die Besehreibung des Sph. amhlyphyllum (Russ.) Lindberg fil. in seiner den Musci europaei exsiceati von Bauer beigegebenen kritischen Bestimmungstabelle paßt nur teil- weise auf Sph. ligulatum El. Mein Sph. ligulatum ist eine Nebenformenreihe, die Sph. hrevifolium El. und Sph. ohtusum W. verbindet. Sie hält im Habitus und in der Größe der Stengelblätter die Mitte zwischen Sph. hrevifolium und Sph. ohtusum; die Stengel- blätter sind stets zungenförmig, nicht umgerollt, oben breit ab- gerundet und tief und stark gefranst, fast eingeschnitten und faserlos, selten mit einigen Fasern an der Blattspitze. Die Astblätter sind mittelgroß und denen des Sph. recurvum Pal. ähnlich, aber unten langzellig, oben kleinzellig und dickfaserig. Die Ohlorophyll- zellen der Astblattspitze sind oft breiter, oft aber auch schmäler als die Hyalinzellen, und diese zeigen außer den Poren des Sph. recurvum im oberen Teil noch kleine Einzelporen. Die Rinde ist meist undeutlich. Sph. intermedium Roll (Systematik 1884) ist eine schöne und charakteristische Formenreihe der Cuspidata, die Roth neben Sph. Schliephachei Rl. stellt. Nach dem wenig reichlichen Material aus Thüringen wagt er nicht zu entscheiden, ob es sich um eine Jugendform von recurvum oder eine gute Art handelt. Ich besitze aber ein reiches Material gut ausgebildeter Pflanzen nicht allein aus Thüringen, sondern auch aus Sachsen und aus anderen Ländern, darunter außer den von Roth S. 39 beschriebenen var. molluscum Roll und pseudolaxum Roll auch Formen der var. flagellare Roll, die nicht mit dem von Roth angeführten Sph. recurvum, Pal. var. flagellare Rl. zu verwechseln sind. Sph. haltkum Russ., das ich im Sommer 1903 im Kranich- see im Erzgebirge auffand, wo es 1906 auch von Stolle ge- sammelt und von Roth als Sph. halticum Russ. erkannt wurde, hat einige Ähnlichkeit mit zarten Formen des Sjjh. Schliephachei RL; besonders neigt seine var. polyporum W. durch zahlreiche Ast- blattporen dazu. Roth führt unter den Cuspidata auch Sph. hypnoides (A. Br.) Bruch auf, das Warnstorf in seiner Flora der Mark 1903 für eine gute Art, Roth dagegen in seinen Europ. Torfmoosen 1906 für eine Jugendform von Sph. cuspidatum Ehrh. hält. Die Tat- sache, daß ich im Frühling 1906 am ganzen Ufer der Hornsees, wo es AI. Braun entdeckte, keine Spur derselben, wohl aber ver- schiedene Formen von Sph. cuspidatum Ehrh. fand, spricht für die Ansicht Roths. Noch schwieriger als die Cuspidata sind aber die Formen- reihen der Suhsecunda zu umgrenzen. Bei ihnen, die amphibien- ähnlich im Wasser und auf dem Lande leben, sieht der Blick des Forschers überall Entwicklung. Ein großartiges Naturleben spielt sich in ihrem weiten Formenkreise ab. Dem Element sich anzu- passen ist ihr eifrigstes Bemühen, durch das sie der festen Be- 102 ^renzung durch die Systeraatiker spotten, deren Auffassungen in keiner anderen Torfmoosgruppe so verschiedenartig sind. Jedes kleine Unterscheidungsmerkmal wird zu ihrer Gruppierung benützt. Ein Teil der Systematiker legt bei derselben das Hauptgewicht auf die Stengelblätter, der andere auf die Astblätter. Ich gehöre zu den ersteren, und zwar aus dem von mir öfters auch bei anderen Torfmoosgruppen angeführtem Grunde, daß die von den hängenden Ästen geschützten Stengelblätter sich weniger verändern, als die freiliegenden Astblätter, die den Einflüssen des Wassers und der Atmosphärilien preisgegeben sind. Daher habe ich schon 1886 in meiner Systematik die Formenreihe Sph. subsecundum Nees nach den Stengelblättern in zwei Gruppen : microplnjlla und macrophylla eingeteilt und diese Einteilung auch bei Sph. contortum Schltz. eingehalten, wo die erste Hälfte der Varietäten (S. 81 — 84) die microphylla, die andere (S. 84—87) die macrophylla umfaßt. Auch Eussow legt in seiner 1894 erschienenen Arbeit über die Siib- secundum- und Cytnhifolium-GYUT^^e europäischer Torfmoose bei der Abgrenzung seiner Subsecundum- Arien das Hauptgewicht auf die Stengelblätter, freilich ohne diese Stengelblatteinteilung weiter auszubilden. Sein Sph. inundatum Russ. umfaßt Formen mit Stengelblättern zwischen 1 — 1-8 mm Länge und sein Sph. Gravetii solche von 2 — 3 mm, die mehreren Formenreihen angehören. Warn- storf legt dagegen bei seiner Abgrenzung der Subsecunda das Hauptgewicht auf die Astblätter. Wenn Warnstorf S. 459 seiner Kryptogamenflora der Mark (1903) sagt: „Eussow hat mit seinem Sph. inundatum die heterogensten Formen vereinigt und deshalb zur Klärung des Formengewirres in der Siibsecundum-Grn^^ße kaum beigetragen", so ist das ganz richtig. Aber Warnstorf hat durch seine Astblattporen-Systematik den Wirrwarr auch nicht gelöst. Im Gegenteil. Ich habe die von Warnstorf herausgegeben Siihsecunda untersucht und gefunden, daß die Porenverhältnisse der Astblätter den angegebenen Diagnosen meist nicht entsprechen. Dasselbe haben auch andere Sphagnologen festgestellt. Ich mache daraus Warnstorf keinen Vorwurf; denn an der Unregelmäßigkeit der Porenbildung ist die Natur schuld, die bei der Bildung der Ast- blattporen keine Eegel einhält, sondern sie den äußeren Verhält- nissen anpaßt. Sie dürfen aber deshalb auch für die systematische Abgrenzung nicht als ausschlaggebend, sondern nur in zweiter Reihe in Betracht kommen. Wie aber auch die eigene Auffassung Warnstorfs in bezug auf seine Astblattporen-Systematik sich ändert, zeigt sein Sp)h. ob- tusum, das im Laufe der Zeit viele Verwandlungen durchgemacht hat (was bereits Limpricht in seinem Nachtrag bemerkt), ebenso sein Sjih. rufescens, von dem er 1893 in seiner Charakteristik der Torfmoose schreibt: „Poren der Astblätter auf beiden Blattseiten sparsam", während er es 1903 in seiner Kryptogamenflora der Mark zu den auf beiden Seiten reichporigen Arten stellt. Ich habe eine Formenreihe Sph. rufescens nie anerkannt und gebe 103 auch die Bezeichnung rufescens als Var. auf, die ich 1886, S. 88 meiner Systematik zuerst angeführt habe. Roth widerspricht sich, indem er die Veränderlichkeit der Astblattporen zugibt, aber die auf sie gegründeten Arten dennoch beibehält und dieselben noch um eine — Spli. pungens Eoth (%»/i, contortum var. gracile Roll) mit außen reichporigen, innen armporigen Astblättern — vermehrt. Unter meinen übrigen Varietäten des Sph. contortum be- trachtet Roth die var. ahbreviatuin Rl. als einen eigenen Formen- kreis. In der Tat sprechen dafür mehrere Merkmale: der eigen- tümliche schlanke, zierliche Habitus, die kurzen, dichten Äste und kleinen Köpfe, die bleichen Farben, die lockere Beblätterung. Nach den mittelgroßen, 1 — 1*5 mm langen, bis zur Hälfte ge- faserten Stengelblätteru und den mittelgroßen, kurz bespitzten, beiderseits reichporigen Astblättern steht es zwischen Sph. sub- secundum Nees 6) macrophyllum Rl. (*Sp/j. inundatum Russ.) und Sph. contortum Schltz. Ich bezeichne es einstweilen als Sph. cupressi forme Rl., doch kenne ich, um es zur Art erheben zu können, zu wenig Formen, die doch die erste Bedingung für die Abgrenzung einer Formenreihe sind. Eine Form aus der Gruppe der Suhsecunda, dem Sph. laricinum Spr. verwandt, die Art- charakter trägt, ist auch Sph. Wenckii Roll, ein mir vom ver- storbenen Pastor Wenck in Herrnhut mitgeteiltes, im Gnadeuthal im Kapland gesammeltes 10 cm hohes bleichbräunliches, zartes, dem Sph. tenellum Pers. und Sph. capense Hornsch. ähnliches Moos mit kleinen, ovalen, kurz bespitzten, beiderseits reichporigen Astblättern, deren Perlporen nach oben kaum an Größe abnehmen und deren Chlorophyllzellen breit und zentriert sind. Die mittel- großen, hohlen, zungenförmigen Stengelblätter sind wie die des Sph. rohustttm tiber dem Grund etwas ausgeschweift, oben ab- gerundet und gezähnt, bis zur Hälfte zart gefasert und bis zum Grund porös. Der Stengel ist dünn, gelb, die Rinde meist zwei- schichtig. Doch hat auch dieses Exemplar wenig Bedeutung, so lange nicht mehrere Formen aufgefunden werden. Zahlreichere Formen besitze ich von zwei Formenreihen der Suhsecunda, bei denen Stengel- und Astblätter als Gegensätze aus- gebildet sind und von denen ich die mit kleinen Stengelblättern und großen Astblättern Sph. subcontortiim Rl. und die mit kleinen Stengelblättern und sehr großen Astblättern S2ih. pseudoturgidum Rl. nenne. Sph. suhcontortum Rl. steht zwischen Sj^h. inundatum Euss. und Sph. contortum Schltz., ist mittelgroß, bleichgrün bis braun- grün und braungelb bis bleichbraun, hat kleine, kaum 1 mm lange Stengelblätter, wie Spih. siihsecundum Nees a) microphyllum Rl., die zungenförmig, oben abgerundet und gefranst und nur schwach gefasert und armporig sind und nach unten einen etwas ver- breiterten Saum und geteilte Hyalinzellen zeigen. Die Astblätter sind dagegen groß, wie bei Sph. contortum Schltz., etwa 2 mm 104 lang, oft etwas unsymmetrisch, eilänglich, hohl, in eine fünfzähnige Spitze zusammengezogen, fast der ganzen Länge nach umgerollt, beiderseits reich- und kleinporig, meist mit Perlporen. Das Moos wächst in tiefen Wassersümpfen und Mooren, bei Franzensbad, Schueeberg und Zöblitz im Erzgebirge. Sijh. pseiidoturgidum El., das Roth S. 68 seiner Arbeit an- führt, habe ich bereits im Jahre 1886 in meiner Systematik charakterisiert, wo auch S. 79 unter Sph. suhsecundum Nees fünf Varietäten: imhricatum El., natans Schi., fallax El., Berneti Card, und cuspidatum El. beschrieben sind. Diese Porraenreihe hat den Habitus und die sehr großen Astblätter des Sph. tiirgidum, da- gegen die kleinen Stengelblätter des Sph. suhsecundum Nees 6) niacrophyllmn El. (Sph. inundatimi Euss.). Die Astblätter sind doppelt bis dreimal so groß wie die Stengelblätter. Die Formen entsprechen etwa den amphibolen und oligoporen Abteilungen des alten Sph. mundatuni Euss., sind wasserliebend, kräftig, trüb- farbig, dünkelgrün, braungrün, violettgrün, purpurbraun bis schwärz- lich, die Äste kurz bis mittellang, dick und herabgebogen, die Astblätter sehr groß, hohl, beiderseits mit unterbrochenen oder verstreuten Perlporen, die Stengelblätter klein, kaum halb so lang wie die Astblätter, zungenförmig, oben etwas umgerollt, wenig gezähnt, armporig und nur im oberen Drittel gefasert. Eoth er- wähnt Sph. pseudoturgiduni El. unter Sph. rufescens (Bry. germ.), zu dem er die var. Berneti Card, stellt. Ich rechne diese Varietät, sowie die übrigen betreffenden Formen des Sph. rufescens, sofern sie nicht zu Sph. turgidum und Sph. contortum Schltz. gehören, zu Sph. pseudoiurgkhim El. Diese Formenreihe ist in Thüringen und Sachsen verbreitet. Ich habe sie auch unter der Milseburg, am Main, in Origlio bei Lugano und am Brennerpaß gesammelt und besitze ferner Exemplare von Salvan in der Schweiz (leg. Bern et), Barcena in Spanien (leg. Di eck), von der steinernen Renne (leg. Kalmus) und von Paderborn (leg. Gold mann). Eoth zerlegt die var. Warnstorfii El. des Sph. contortum Schltz., die ich künftig zu Sph. auriculatum Seh. (Sph. Gravetii Euss.) stelle, nach den Farben in zwei Teile, deren Form *albescens er zu Sph. inundatum stellt, während er die Form *versicolor zu Sph. rufescens rechnet. Dem stimme ich nicht bei. Wahrscheinlich ist Eoth durch ein Exemplar von der Müllerwiese bei Mörfelden, das von den zahlreichen Formen der var. Warns- torßi durch ungleiche Porenbildung der Astblätter verschieden ist, veranlaßt worden, die von mir als *alhescens bezeichnete Form von var. Warnstorßi El. zu trennen. Und was die *versicolor- Form betrifft, so sehe ich keinen Grund ein, sie der Farbe wegen zu Sph. rufescens zu stellen. Eote Formen kommen bei mehreren Formenreihen vor. Deshalb ist der Name rufescens für eine ganze Formenreihe ebenso schlecht gewählt, wie Sph. rubellum Wils. für Sph. Wilsoni El. Eoth hat das Warn stör fsche Sph. rufescens beschränkt. Besser wäre es, wie bereits bemerkt, die 105 Bezeichnung Sph. rufescens ganz aufzugeben und die betreffenden Formen zu Sph. contortum und Sph. turgidum zu stellen. Ich habe zuerst den Varietätennamen rufescens Br. germ. entdeckt und angeführt und ihn in meiner Systematik 1886, S. 88 unter Sph. turgidum verwendet. Seitdem habe ich mich überzeugt, daß die Farben der Torfmoose so sehr wechselnd und unbeständig sind, daß sie sich nicht zur Bezeichnung von Varietäten eignen, sondern daß man besser tut, jedem Exemplar hinter seinem Namen die Farbe unter einem Sternchen und ohne Autornamen beizufügen. Das tue ich schon seit vielen Jahren und mache nur bei Sph. fiiscum Kling, eine Ausnahme. Wenn Eoth S. 58 sagt: das kammartige Aussehen der Ohloro- phyllzellen bei dem Übergang in den fibrösen Teil der Stengel- blätter ist besonders charakteristisch für die ganze Suhsecundum- Gruppe", so hat er dadurch auf ein Merkmal hingewiesen, das viel eigentümlicher ist als die Färbung. Dasselbe Merkmal zeigen auch einzelne Formen der Cuspidatum -GruTp-pe, worauf ich bereits 1886 in meiner Systematik durch die Bemerkung: „Stengelblätter mit Faseranfängen und Papillen" hingewiesen habe. Auch Sph. halticum Russ. zeigt diese Eigentümhchkeit. Zu Sph. pseudoturgidum El. rechne ich auch die betreffenden Formen des Sph. contortum var. fluitans Grav. (non A. Br.), während die übrigen Formen dieser Varietät wohl als var. fluitans Grav. zu Sph. aquatile W. gehören, das W. neuerdings zu Sph. rufescens und Roth zu Sph. cornutum Roth (Sph. contortum Schltz.) stellt, das mir aber eine besondere Formenreihe zu sein scheint, für die auch der Name Sph. aquatile gut paßt. Die var. fluitans A. Br. ist dagegen eine Varietät von Sph. turgidum. Ich denke, die Braun sehe Bezeichnung der Varietät sollte nicht verloren gehen. Die Formenreihen der Suhsecunda ordne ich folgendermaßen : I. Stengelrinde einschichtig 1. suhsecunda a) microphylla (Stengelbl. meist faserlos) Sph. subsecundum Nees. h) macrophylla (Stengelbl. meist 7^ — Ys gefasert) Sph. inundatum Russ. Sph. cupressiforme Rl. Sph. siibcontortiim Rl. mit sehr großen Astbl. Sph. pseudoturgidum Rl. 2. contorta a) microphylla (Stengelbl. meist 72 gefasert) Sph. contortum Schltz. {S. cornutum Eoth) Sph. pimgens Roth österr. botan. Zeitschrift. 3. Heft. 1907. g 106 h) macrophylla (meist Yj bis ganz gef.) Sph. auriculatum Seh. {S. Gravetii Euss.) Sph. aquatile W. S2)h. turgidum(G.M.) El. {S. crassicladum W.) Sph. turgidulum W. Sph. ohesum (Wils.) W. IL Stengelrinde zweischichtig a) inicrophylla Sph. laricinum Spruce h) macrophylla Sph. platypMjllum SuU. Sphagn. Klinggräffii Eöll habe ich ausführhch in den Bei- trägen zur Moosflora von Nordamerika, Hedwigia 1897 beschrieben. Zu ihm gehört, wie Eoth richtig bemerkt, Sph. degenerans W. 1889 und Sph. turfaceum W. 1896. Ob aber auch Sph. Klinggräfßi zum Teil zu Sph. affine Een. et Card. 1885 zu ziehen ist, wie es Eoth tut, könnte nur jemand entscheiden, der Cardots Formen von Sph. affine und die meinigen von Sph. Klinggräffii untersuchen und vergleichen würde. (scMub folgt.) Versuch einer natürlichen Systematik des Cirsium arvense (L.) Scop. Von Dr. F. Vierhapper (Wien). Cirsium arven&e (L.) Scop. bildet mit einigen sehr nahe ver- wandten Formen eine eigene Sektion (Cephalonoplos [Necker, als Gattung] De Oandolle) der Gattung Cirsium. Wie ich schon in einem Vortrage in der botanischen Sektion der zoologisch-botani- schen Gesellschaft auseinanderzusetzen Gelegenheit hatte, halte ich folgende Gliederung der Pflanze für den natürlichen Verhält- nissen entsprechend: I. Blätter^) beiderseits fast kahl. 1. Stengel unbewehrt. Blattrand ungleich kurzdornig oder ganz wehrlos forma mite 2, Stengel mehr minder stark bedornt. Blattrand mit starken Dornen besetzt forma horridum IL Blätter^) unterseits grau- bis weißwofllg-filzig. 1. Stengel unbewehrt. Blattrand ungleich kurzdornig oder ganz wehrlos forma vestitum 2. Stengel mehr minder stark bedornt. Blattrand mit starken Dornen besetzt forma incanum 1) Es sind immer die Blätter blütentragender Stengel gemeint. 107 Bezüglich der Nomenklatur ist zu bemerken, daß man den Artnamen „arvense^ wohl auf alle vier hier unterschiedenen Formen anwenden kann. Die Bezeichnung stammt von Linne^j, welcher die Pflanze zu Serratula stellte. Linne hat zweifellos vor allem die stachelige Form horriduni vor Augen gehabt, denn auf sie bezieht sich sein Zitat: Ceanothus Theophrasti Columna^), dessen Abbildung typische forma horrida darstellt. Aus der Ver- breitungsangabe: „Habitat in Europae cultis agris" sowie aus dem Zitate „Carduus in avena proveniens" Bauhin ^) geht aber wohl hervor, daß Linne auch die forma mite seiner Serratula arvensis subsumiert hat. Die Phrasen „Serratula foliis dentatis spinosis" *) und „Carduus radice repente, foliis lanceolatis. dentatis, margine aculeatis" ^) gelten wahrscheinhch Intermediärformen zwischen den Typen mite und horridum. „Carduus vinearura repens, sonchi foUo" ®) dagegen ist eine Pflanze mit weißlichem Stengel und unterseits weißlich- wolligen Blättern^), welche, wenn überhaupt zu C. arvense gehörig, der forma vestitum oder incanum entspricht. Da Linne auf das Indument der Blätter gar keine Rücksicht nimmt, so liegt es eben sehr nahe, zu glauben, daß er au keine bestimmte der von den späteren Autoren aus- einander gehaltenen Formen gedacht hat, und es empfiehlt sich daher, wie schon erwähnt, den Namen „arvensis"' als Bezeichnung für den ganzen Formenkreis beizubehalten. Der erste, welcher die Pflanze zu Cirsium stellte, war Scopoli.^) Sie hat demnach zu heißen : Cirsium arvense (Linne pro Serratula) Scopoli. Über die Nomenklatur der hier aufgezählten Formen des C arvense mögen folgende Angaben orientieren: L 1. Forma mite: Serratula setosa Willd.. Spec. plant. III, p. 1645 (1804); Cnicus setosus Bess., Prim. flor. Gal. p. 172 (1809); Cirsium setosum M. B., Flor. Taur. Oauc. III. p. 560 (1819); C. arvense ß mite et y integrifolium Wimm. et Grab., Flor. Sil. II. 2. p. 92 (1829); C. arvense ß mite Neilr., Fl. v. Nied.-Öst. p. 391 (1859); C. arvense a commune 1. setosum et 2. ruderale f. mite et ß ohtusilohiim f. suhviride et f. suhruderale Beck, Fl. v. Nied.-Öst. p. 1239 (1893); etc. I. 2. Forma horridum: C. arvense a horridum Wimra. et Grab. 1. c. ; C. arvense a spinosissimum Neilr. 1. c. ; C. arvense a commune 2. ruderale f. horridum et ß ohtusilobum f. suhhorridum Beck 1. c. ; etc. 1) Spec. plant, p. 820 (1753). 2) Min. cogn. rar. stirp. Ekphr. p. 45, t. 45 (1616). 3) Pinas theatri botanici, p. 377 (1671). *) Linne, Flor. Suec. p. 238 (1745); Dalibard, Flor. Par. Prodr. p. 246 (1749). 5) Linne, Flor. Läpp. p. 234 (1737); Eoyen, Flor. Leyd. Prodr. p. 133 (1740). ö) Bauhin, Prodromus theatri botanici, p. 156 (1720). ') „Caulis . . candicans, . . folia . . . inferius incana lanugine aspersa." 8) Flor. Carn. ed. II. tom. II, p. 126 (1772). 108 II 1 Fovmd. vestitum: G.arvense ö vestitumWmm. ei Gra.h. 1. c; G. arvense y discolor Neilr. 1. c; C arvense ß oUusilobum f. subincanum Beck 1. c; etc. ,^, II 2 Forma incanum: Cnicus lanatiis \A/ill(l., bpec. plant, iii. p 1671 (1804); Cirsiiim lanahm Spreng., Syst. veg. 111, p. 6id a826)- C arvense a commune 3. incanum Beck. 1. c; etc. Von den in De Oandolle's „Prodromus" ^) außer C arvense (= f. horridum) und C. setosum {= f. mUe) angeführten Typen ist das asiatische C incanum Fisch, wohl kaum von der filzigblatt gen Varietät ß des C. arvense auseinander zu halten C. se^eto Bunge dagegen aus Nordchina und das sibirische G. argunense^. G kommen der Forma mite überaus nahe, von welchem sich er- steTeTvor allem durch die fast einzeln stehenden doppel so großen Köpfe letzte es durch die herablaufenden Stengelblätter unterscheidet. Kopte letzteres ^^^^^^^^ ^^^^^^ ^^^ ^ unterschei- denden Merkmalen scheint das Indument der Blätter das wichtigste zu seTn, weil man auf Grund desselben zwei, allerdings nicht gut getrennte geographische Rassen unterscheiden kann. Die l^ornaen SunTer'sfs 'filzigen Blättern sind nämlich hauptsächhch in den wärmeren, trockeneren Teilen des Gesamtareales der Art, also v^ allem im Mediterrangebiete und im südwestlichen Asien bis nach Indien zu Hause, während die mit beiderseits kahlen Blat ern haupt- sLX'h die küheren, feuchteren Gegenden dieses Areales, das ist nsb sondere das Gebiet der baltischen Flora, das geniaßigte Euß- land und Sibirien, bewohnen. Diese ^/^^en Rassen snd m^^^^^^^^^ wähnt, keineswegs sehr scharf auseinander zu b/^ten^^^f^^^Ä^ logisch, denn es gibt eine Menge Zwischenformen mr^ ^J^^erse ts sfhwaeh filziffen Blättern oder solche, bei denen nui die erst- ährTg nT fe mehr minder schwachfilzige Blätter besitzen noch Saphisch denn es greifen die Areale der beiden Typen mannig- faUi^Tneinander was zum Teil vielleicht auch darauf zuruckzu- fä^en sein'Sle, daß diese Oirsien sehr leicht auf künsthchem Weee — mit dem Getreide — verbreitet werden können. ^ Jede dieser beiden geographischen Rassen zerfallt min w^e^er in eine wehrlose und eine bewehrte Form Ich b^be^m Sommer 1906 beide Formen der Rasse I (mit beiderseits grünen Battern) in allen von mir damals besuchten Tälern des Q- f b-;^^;/,^/ Mur im Lungau (Kronland Salzburg) - das ist '"^ ^""'-^J^^'^f^^ Lessach-, Lantschfeld-, Zederhaus- und Seetale " beobacMet nnd konnte - was, soweit aus der Litef^ur zu ersehen bisher allen Autoren entgangen war - feststellen, daß dieselben aus nahmslos einander ausschließende Standorte b e- '^'' '''Forma horridum, der bewehrte Typus, findet sich nur auf Weideplätzen, während forma mi^e , die wehrlose Pflanze stets Getreidefelder bewohnt und nur sekundär m Buschwerk oder «) VI, p. 643 (1837). 109 32, s ■a I-! Fi C ao bi ^ -S a Ä a; "t^ a" ^S< SS » CS p -o . SP q S eil _2 c3 im I boo g ,« .'S o M o S SS 110 an Zäunen auftritt. Es ist auch bemerkenswert, daß letztere früher zur Blüte und Fruchtreife gelangt als erstere. Nach freundlicher Verständigung R. v. Wettsteins kommen auch im Gschnitztale in Nordtirol die beiden Formen des C. arvense unter ganz genau ebendenselben Standortsbedingungen vor, und auch in der Um- gebung von Salzburg herrschen nach gefälliger Mitteilung 0. Mells ähnliche Verhältnisse. Viele Herbarbelege lassen auf einen gleichen Sachverhalt in zahlreichen anderen Gegenden Mitteleuropas schließen. Um Wien dagegen, wo ich noch im Herbste 1906 C. arvense an verschiedenen Lokalitäten, so am Gaisberg bei Perchtoldsdorf, Anninger bei Mödling, Troppberg bei Purkersdorf, am Leopoldsberg, auf den Bergen um Hadersfeld und Greifeustein, im Rohrwald bei Stockerau, im Leithagebirge, auf Äckern sowohl als auch auf WaldHchtungen beobachtete, ist, indem die wehrhafte Form fehlt, die Pflanze im Buschwerk am Rande der Wälder aber einen zwischen den beiden Extremen mehr minder intermediären Typus darstellt, keine so scharfe Ghederung wie z. B. in den Tälern der Alpen vorhanden. Der umstand, daß dort, wo die beiden extremen Sippen auftreten, die bewehrte Form immer an den von Weidetieren besuchten Stellen, die unbewehrte dagegen an Örtlichkeiten, wo Tierfraß aus- geschlossen ist, vorkommt, während in Gegenden, wo, wie z. B. um Wien, kein Weidegang stattfindet, die Gliederung überhaupt unterbleibt, legt es nahe, an eine Mitwirkung der Tiere bei der Entstehung dieser beiden Formen zu denken^). Selbstverständlich kann den Tieren nur eine sekundäre selektionierende Einwirkung zugeschrieben werden. Den Anstoß zur Formneubildung hat offen- bar direkte Anpassung einer Urform an verschiedene Vegetations- bedingungen, und zwar wahrscheinlich verschiedene Bodenverhält- nisse, gegeben. Auf üppigem, relativ feuchtem Boden dürfte sich f. mite, auf magerem, verhältnismäßig trockenem f. horridum gebildet haben. Dieses hatte, durch seine Bestachelung vorzüglich geschützt, naturgemäß viel mehr Aussicht, sich auf den Weide- tieren exponierten Stellen zu erhalten als jenes, welches sich — in Mitteleuropa wenigstens — nur im Schutze der Felder behaupten kann. Es muß dahingestellt bleiben, wo ursprünglich diese Aus- gliederung stattfand, ob in verschiedenen Gebieten, gewissermaßen polytop, oder monotop etwa in der Urheimat des C. arvense. die ja gewiß nicht in den Alpenländern, sondern in Asien zu suchen ist, so daß dann die beiden Formen schon als scharf geschiedene Typen zu uns kamen. Es wäre sehr unvorsichtig, wollte man hier mehr als Mutmaßuno:en äußern. 1) Über das diesen beiden Cirsien bis zu einem gewissen Grade analoge Verhalten der beiden saisondimorphen Parallel sippen Ononis spinosa und foetens vergleiche man Wett st ein, E. v.: Deszendenztheoretische Unter- suchungen, I. Untersuchungen über den Saisondimorphismus im Pflanzenreiche (in Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. Wien, math.-nat. KL, LXX. Bd., p. 332 und 343 [1900]). 111 Inwieweit C. arvense f. mite und f. horridum unter verschie- denen Existenzbedingungen konstant bleiben, soll durch Kultur- versuche, welche ich mir vorbehalte, festgestellt werden. Es liegt nahe, für die beiden Formen mit filzigen Blättern einen ähnlichen Werdegang anzunehmen, wie für die beiden eben besprochenen. Es dürfte forma \vestitum ähnlich wie forma mite, forma incanum wie forma liorridum entstanden sein. Girsimn lanceolatum (L.) Scop. und Carduus acanthoides L. beobachtete ich im Quellgebiete der Mur wiö C. arvense f. horridum nur auf Weideplätzen und gleich diesem nur als bewehrte Formen, also als wirkliche Disteln auftretend. In Feldern konnte ich sie niemals sehen, und demgemäß gibt es auch keine dem C. arvense f. mite entsprechende unbewehrte Formen dieser beiden Arten. Ob sich von C. palustre (L.) Scop., welches sowohl auf Weide- plätzen als auch auf Wiesen wächst, eine bewehrte und eine wehr- lose Form unterscheiden läßt, gedenke ich zum Gegenstande weiterer Beobachtungen zu machen. Wien, botanisches Institut der Universität, im Jänner 1907. Herbar-Studien. Von Rupert Huter, Pfarrer in Ried bei Sterzing, Tirol. (Fortsetzung, i) Centaurea carratracensis Lge. 1880; ausgezeichnet im Wuchs, in den Blättern und Anthodialschuppen, cfr. Willk., Suppl. Prodr. fl. hisp., p. 94. Wurde Juni 1879 von uns bei Oarratraca (prov. Malaga) entdeckt; besonders häufig an Felsen unter Oarratraca am Wege, welcher nach Alora führt. Nota. Die Centaurea, welche in Exsc. P. R. iter IL hisp. 1890, nr. 430, von Huescal-Obera, prov. Almeria, unter dem fälschliehen Namen C. sulfurea ausgegeben wurde, ist Centaurea omphalotricha Oosson. die wir 1879 bei Almeria in einem Stücke gefunden haben, die aber 1890 (nr. 316) von P. u. R. in Mehr- zahl daselbst gesammelt wurde. Die Centaurea, welche Porta und Rigo (it. II. hisp. 1890 nr. 547, sub nomine erroneo C. ornata a. macrantha) bei Oar- tagena: in glareosis rupestribus, 6. Juni, sammelten, ist: Cen- taurea saxicola Lag. ! Die Centaurea, welche in H. P. R., it. III. ital., 1877, nr. 244 als C. sonchifolia ausgegeben wurde, ist Centaurea napi- folia L. 1) Vergl. Jahrg. 1906, Nr. 12, S. 477. 112 174. Unter Microlonclius DO. {Centaurea L.) werden verschiedene Arten aufgeführt, deren Deutung nicht so leicht ist; z. B. scheint mir die Unterscheidung von M. Clusii Spach und 31. Duriaei Spaeh wohl nur auf dem Merkmale zu beruhen, daß die erstere zwei- bis mehrjährig, die zweite einjährig sein soll, ein Umstand, der bei manchen Pflanzen in den südUchen Gegenden wenig bedeutsam ist. Microlonchus Ysernianus Gay et Webb. liegt mir vom Monte Gargano (Italien) vor, gesammelt von Porta und Eigo 1875, und macht mit seinen unteren ungeteilten, lanzettlichen, selbst ganzrandigen oder nur mit ein bis zwei tieferen Zähnen ver- sehenen Blättern einen eigenen Eindruck. Ich möchte aber dar- auf kein besonderes Gewicht legen, da ja die Blattformen, ob ganzrandig, lappig, schrotsägezähnig oder halb bis ganz gefiedert, bei vielen Centaurea-Arten, z. B. bei C Scahiosa, ähnliche Vor- kommnisse zeigen. Die Pflanze vom M. Gargano ist einjährig, bis zwei Spannen hoch, die Calathien sind wohl etwas kleiner, aber nicht gerade um die Hälfte kleiner als bei M. Duriaei, wie Willk. angibt. Microlonchus valdemorensis Gut, von welchem Porta und Eigo aus Spanien wenige Stücke mitgebracht haben, scheint doch nichts anderes zu sein, als eine ganz magere Form von M. Duriaei Sp. : einjährig, am Grunde niederhegend verzweigt, Calathien klein, nur bis 5 mm im Durchmesser. Am ehesten möchte ich Microlonchus spinulosus Eouy, Willk. Suppl. Prodr. flor. hisp., p. 98 (Exsc. P.E. it. IL hisp., 1890, nr. 581, in pascuis prope Cartagena) als gut unterscheidbar an- sehen. Planta gracihs; fohorum dentes spinula flavescente 1 — 3 mm longa aristati ; anthodii squamae spinula gracili 1 • 5 — 2 mm longa munitae. Bei M. Clusii, M. Spachii und M. Ysernianus ist der Dorn der Hüllschuppen kaum 0*5 mm lang; bei M. Delestrei Spach gegen 3 mm lang. Letztere kommt vermischt mit magerem M. Clusii bei Cartagena vor. 175. Crepis alpestris X hlattarioides tritt in zwei Formen auf: a) C. oenipontana Murr, mehr zu C. alpestris neigend, und h) C. Peyritschii Murr, mehr der C. hlattarioides ähnlich. Die Kombination kommt auch am Brenner: Vennatal, an steilen gerölligen Abhängen und mageren Bergwiesen bei 1600 — 1800 m s. m. vor; ferner in Südtirol: Val di Ledro, in Monte Lomar, leg. Porta. Ein Exemplar: Arlberg über Stuben, leg. Murr et Hell- weger, Aug. 1898, macht den Eindruck einer Crepis alpestris X grandiflora. 176. Crepis moesiaca {C. alpestris v. moesiaca) Aschers, et Hut. 1877. Eadicis Collum vaginis foliorum emortuorum brunneis obtectum. Folia radicalia glaucescentia, rigidiuscula, 3 — 6, basi late vaginantia, petiolulata, 1 — 2 dm longa; inferius pinnato-dentata, deinde incise 113 runcinato-lobata, lobis tortuose divaricantibus, ± magnis, acutatis, lobo ultimo lanceolato integro producto, undique cum caule breviter piloso scabriuscula. Gaules 1 — 2, erecti, paucifoliati (fol. 1 — 3), infra medium vel superne furcati, ramis (raro iterum furcatis) unifloris. Folia caulina inferiora et media radicalibus subsimilia, ultima lineari-lanceolata. integra. Calathia ovata, 10 — 12 mm longa. Squamae anthodii angustae, 1 — l*5mmlatae, lauceolatae, acutae, dense pilis albis et nigrescentibus glanduliferis obtectae. Achenia vix rostrata, dense aculeato-dentata. Dalmatia, in fissuris rupium ad montes Orjen et Lovcen, leg. Huter et Pichler. Von Crepis alpestris sicher verschieden ; die Blattform entspricht fast genau der von C. lacera Ten. Das Konzept über Crepis moesiaca war schon vor längerer Zeit geschrieben, als ich durch einen Zufall später darauf kam, daß die nämliche Art schon 1894 (Österr. bot. Zeitschrift Nr. 8) ausführlich von Dr. A. v. Degen besprochen wurde; aber ich dachte bei der Reinschrift: „duobus testibus (hie etiam pluribus : Ascherson et Reuter) stat omne verbum". 177. Crepis hyhrida Kerner = C. cJiondrilloidesh. {C. JacquitiiiTsch.) X C. terglouensis Hacq. (C. liyoseridifolia Tausch) ist vielgestaltig, bald genauer Mittelschlag, bald der einen oder anderen Stammart näher stehend. Wurde von mir gefunden: Pustertal, Sexten (Unter- bacher am Sextenstein, zwischen Toblacher und Innichriedl); dann am Platzerberg ober Gossensaß (2300 — 2400 m s. m.). Daselbst fand ich auch ein Stück, das die gelbliche Behaarung von Crepis jiihata Koch und die Blattform von C. liyoseridifolia zeigt und sehr wahrscheinlich dieser Kombination entspricht. 178. Crepis vesicaria L. wird von Willkomm, Prodr. Fl. hisp. IL, p. 247 nur auf Angabe Nymans aufgenommen. Porta und Rigo sammelten diese Art 1885 in Catalaunia, Montserrat. Alle Mühe, um Crepis scariosa W., dann C. ves. ß. Will- liommii Per. Lar. von C. vesicaria L. spezifisch zu trennen, wird fast umsonst sein, da alle angegebenen Merkmale sich als sehr labil erweisen, und es scheint hier eher eine formreiche Art, ähnlich wie C. taraxacifolia Thuill., vorzuliegen. Die von Rigo 1898 (editio Dörfler, nr. 192) in Sizilien, prope Avola und Syracusa, in pascuis aridis, 20. et 26. IV. ge- sammelte Crepis ist durch folgende Merkmale charakterisiert: Caulis depressus, 5 — 20 cm altus, a medio vel supra ramosus, ramuhs 1 — 3 calathia ferentibus corymbosis, foha basilaria gla- brescentia vix excedens. Haec sinuato-pinnatifida vel pinnato- partita, lobis argute callose dentatis. Folia caulina sub ramulorum basi bracteiformia, integerrima, longa, linearia. Anthodia mediocria. Squamae interiores canescentes, pilis glanduliferis brevioribus et egiandulosis longioribus praeditae. Wir nennen diese Form Crepis hursifolia ß. sicula Huter et ßigo. Leider sind einige Exemplare noch zu jugendlich, um beurteilen zu können, ob die 114 angegebenen Merkmale auch standhalten oder ob man es mit einer frappanten Lokalform zu tun habe. Nota. Crepis aculeata ßornmüller, iter syriacum 1897, nr. 985, Palestina australis, Jaffa, in siceis arenosis, 10. IV.. ist von Crepis aculeata DO. (teste Boissier), Sintenis et Rigo ex ins. Cyprus 1880, nr. 284 (Oarpass in arvis maritimis inter Yialussa et Eleussa) durch den gänzlichen Mangel der Haar- borsten und den etwas wolligfilzigen Stengel verschieden. Ich lege diese Form als Crepis aculeata DO. ß. JSornmülleri in mein Herbar. 179. Im Subgenus von Sonchus: Atalanthus, Seet. I. =: Zollikoferia subgen. Äcanthosonchus Sz. B. = Zollikoferia spinosa Boiss. (cfr. Nym., Oonsp.), wird im Prodr. Fl. hisp. IL, p. 239 eine Spezies Sonchus spinosus DO. mit einer var. y. cervicornis Lge. Pug. = S. cervicornus Willk. illustr., t. 15 aufgeführt. Wir haben in Exsc. 1890 (Porta, Bigo, it. IL hisp., nr. 48) eine dritte Form: Sonchus Freynianus H. P. B. aufgestellt, welche von Willk. Suppl., p. 114 fraglich als Subspezies von Sonchus spinosus aufgeführt wird mit dem Bemerken: „vix crederem hanc plantam a S. spinoso speeifice differre". In den Diagnosen von Sonchus spinosus in Prodr., p. 239 und S. Freynianus Suppl., p. 114 sind aber einige Ausdrücke unklar und verwechselt, so daß eine neue Beschreibung erforderlich ist. Sonchus Freynianus H. P. B. 1890 in sched. Suffrutescens, caespitem intricatum, glabrum, obscure virentem, Vg — 7^ m altum formans. Gaules erecti, infra lignosi, nudi, dichotomi et divarieate ramosissimi; rami foliosi. Foha petiolulata, basi dilatata, utraque parte ala brevissima in rarais decurrente, pinnato-laeiniata, rachide et laciniis angustis, 1 — 2 mm latis, laciniis 1 — 7 patentibus, 1 — 3 cm longis, integris ; aut hinc inde foha indivisa, unidentata, praeprimis folia in parte florifera. Rami floriferi (pedunculi) post delapsum calathii spinescentes, ad instar cervicornus dispositi, anthodio insidenti subaequilongi. Squamae anthodii extimae rotundato-ovatae, 2 mm longae, secundae ovato-lanceolatae, ad 4 mm longae, intimae lanceolatae, ad 10 mm longae, margine scariosae. Achenia 3 mm longa, in costis rugulosa et brevissime pappilose subcanescentia, pappo subduplo breviora. Als Sonchus spinosus DO. ist jene Pflanze anzusehen, welche im Prodr. als solche aufgeführt wird, deren Diagnose aber in einigen Teilen mit Merkmalen der obigen zusammen- gesetzt ist und folgendermaßen lauten muß: Badix ± crassa, sublignosa, ad collum vaginis foliorum emortuorum arcte tecta. Folia omnia basilaria, glabra. lanceolata, sinuato-dentata. in petiolum vaginantem dilatata, basi lanae crassae immersa. Gaules erecti vel ascendentes, aphylli, a basi repetite dichotomi, divari- cati, 20 — 40cm alti. Rami floriferi (pedunculi) anthodio sub- duplo longiores, calathio delapso subspinescentes. Galathia 115 12 — 15 mm longa, solitaria, termiüalia, fastigiata, eiusque squaraae extimae parvae, ovato-lanceolatae, sequentes lanceolatae acutius- culae, intiraae longiores, omnes raargine scariosae. Achenia 4—5 mm longa, pappo subbrevioria, fusca. Sonchus cervicormis Wiilk. ist in den Illustrationen als eigene Art so klar dargelegt, daß keine weiteren Erörterungen notwendig siud; nur möchte aufmerksam gemacht werden, daß die Achenien viel glatter und kleiner sind als bei den vorigen. Schon im Habitus erscheinen beide sehr verschieden: Sonchus Freynianus bildet Stauden, ist nicht reichblütig, indem viele dornenförmige Blütenstiele keine Köpfchen tragen, sondern sich zu derberen Dornen umbilden; die Köpfchen tragenden Stiele sind nicht länger als dasselbe, der Blütenstand daher nicht ge- gipfelt, sondern unterbrochen armblütig; die ganze Pflanze hat etwas Starres in sich. — S. spinosus DO. ist niedrig, höchstens 40 cm hoch, die Blätter sind alle grundständig, erreichen zirka die Länge des halben Stengels, der zwar sparrig, aber doch weich ist und viele ebensträußige Köpfchen ansetzt. Sonchus Freynianus H. P. ß. wurde bisher nur im Barranco de Caballar bei Almeria, u. zw. ziemlich häufig fast in der Mitte des Tälchens gegenüber dem dortigen Gebäude (Hof oder Hütte?) von uns beobachtet. M. Winkler gab ihn vom gleichen Stand- orte als Sonchus spinosus aus. — Sonchus spinosus DO. wächst nicht selten um Almeria an Mauern und Straßenrändern. Sonchus cervicornus Willk. scheint endemisch (?) auf den Balearen zu sein. Warum Willkomm den von Lange aus der Sierra de Gador angegebenen S. sp. ß. cervicornis, welcher nach der Diagnose von Lange fast sicher dazu gehören dürfte, nicht mit seinem S. cervicornus vereinigt, ist mir unklar. Man könnte vielleicht der Vermutung Raum geben, daß die Langesche Pflanze eine depresse Form von einer der zwei früher be- sprochenen Arten sein könnte. Übrigens bin ich der Ansicht, daß Boissier und Nyman besser getan hätten, diese Formen unter Zollilcoferia zu stellen, mit welcher der Habitus weit mehr übereinstimmt als mit Sonchus. 180. Scor Sonera Reverchonii Debeaux (E. Reverchon, plantes d' Espagne 1901, nr, 1229, Sierra de Oazorla, 1700 metres) und Scorzonera P. R. 1891, iter HI. hisp., nr. 339 sub erroneo nomine S. haetica, 1892 sub nomine S. ßstulosa Brot.? edita: Abacete, in glareosis, argillosis Sierra de Alcaraz, sol. calcar., 1300 — 1900 m s. m., 21. — 27. Jun. sind identisch. Radix mediocriter crassa, descendens. Folia pluria vel omnia basilaria, petiolo basi dilatato vaginante, lineari-lanceolata usque ovato-lanceolata, plerumque erecta vel flexuose curvata, acutata, subscabride flocculose sub- cinerascentia, integra vel undulata vel rarius crispulate dentata, cauli humili, 10 — 30 cra alto, subaequilonga. Oaulis simplex, nudus 116 vel infra folio squamiformi praeditus, monanthus. Pedunculus longe sensim clavatus, intumescens, basi anthodii quasi aequilatus. Squamae anthodii exteriores triangulari-lanceolatae, interioribus lanceolatis duplo breviores, omnes acutatae, ligulae sub anthesi iis subaequilongae. Anthodia 3 '25 — 3"5 cm longa, 1 — 1-5 cm lata. Acheuia marginalia ± tuberculata, interiora laevia, 20 mm longa. Pappus 15 mm longus. Scorzonera haetica Boiss. differt: foliis linearibus, squamis exterioribus plus duplo brevioribus quam interiores, pedunculis non incrassatis; Scorzonera hispanica, praeprimis eins forma S. crispatula Boiss.: caule foliato, squamis exteri- oribus 2 — 3-plo brevioribus quam interiores, eis obtusis, margine tomentellis, pedunculo non inflato. Die Angabe der Scorzonera haetica in Sierra de Alcaraz gehört sicher zur obigen; denn S. haetica scheint auf die süd- lichsten Gegenden, Sierra de Mijas und Baetien beschränkt zu sein. Porta und Eigo sammelten an der Sierra de Alcaraz (rarissime!) auch Sc. crispatula in einer niederen Form, die ich von Sc. coronopifolia Desf., leg. Reuter 1849 (Fundort unlesbar) nicht mehr zu unterscheiden wage. — Von Sc. ßstulosa Brot, konnte ich mir keine Diagnose verschaffen. 181. Helminihia H. P. E. it. hisp. 1879, nr. 588 wurde als H. comosa L. ausgegeben, ist aber richtiger: Helminthia lusi- tanica Welw. Prov. Malacitana, in collibus aridis dumosis prope Casarabonella. 6. Jun. Helminthia P. E. iter IV. hisp. 1895, nr. 302 wurde ver- teilt als H. lusitanica, ist aber eher H. comosa Boiss. Diese beiden „Arten" sind wenig verschieden durch ± Be- stachelung und =b Länge der äußeren Hüllschuppen. 182. Picris scdberrima Guss. Exsc. H. P. E., iter III. ital., nr. 448: Calabria, loc. rupestribus aridis prope Murano. Jul. ist von P. laciniata Schk. Vis. spezifisch verschieden, u. zw. durch folgende Merkmale: starr, hoch bis 80 cm, rutig, Köpfe fast um die Hälfte kleiner, Blütenstiele graufilzig, nebst den Hüll- schuppen kurz steifhaarig; Achenien deutlich geschnäbelt. 183. Leontodon intermedius H. P. E. Exsc. iter III. ital. 1877, nr. 236: Eigo it. IV. ital. 1899, editio Dörfler, nr. 308 (sub nomine L. asper). Eadix crassa, pluriceps. Folia basilaria lanceolata, sinuate obtusiuscule dentata, cum parte caulis inferiore incanescentia, nempe pilis furcatis brevibus molliter dense opperta (pilorum radii 3 — 4, explanati). Gaules 15 — 20 cm alti, sursum glabrescentes vel piUs furcatis moUibus brevissimis sparsis, cum squamis foliiformibus parvis, margine albo-ciliatis. Anthodii squamae exteriores margine pectinatim albo-cihatae, inaequilongae, interioribus 3 — 2-plo breviores. Oalathia 10 mm lata, 15 — 17 mm longa. Ligulae latiusculae. Achenia castanea, pappi radiis breviter plumosis. 117 Habitat: Calabria, in rupium calear. fissuris montis Consolino supra Sfcilo et prope Teriolo district. Catanzaro, 600 — 800 m s. m. FI. Majo. Von Leontodon asper Poir. (W. K.) leicht zu unterscheiden durch weiche, kurze Behaarung, welche dem L. incanus L. am ähnlichsten ist (Leontodon graecus B. H., dem er in der Länge der Haare gleicht, ist weniger dicht behaart und die Haare sind steifj, durch stumpfere Bezahnung der Blätter, besonders aber durch die kleineren Köpfchen, welche am Grunde mit dem keuHgen Blütenstiel fast zusammenfließen, endlich durch kleinere Achenien und dichteren, mehr fiederigen Pappus. Leontodon [hiscutellaefolius DO. ist eine kaum kennbare Varietät des L. asper. Leontodon crispiis Vill. und L. Villarsii Lois. werden nicht selten verwechselt. Ersterer ist leicht kennthch an der dichten, steifen Behaarung besonders an den Blattstielen; die Haare sind auffällig sternförmig gegabelt und der Endzipfel der Blätter lanzettlich vorgezogen. Bei Leontodon Villarsii ist die Behaarung steif borsten- artig und nicht gedrängt dicht; die einzelnen Haare sind ziemHch lang, weißlich, an der Spitze entweder nicht gegabelt oder mit sehr kleinen Zinken; der Endzipfel der Blätter bildet einen Ehombus, d. i. die zwei letzten Zähne des Blattes und der End- zahn sind fast gleich groß. Exemplare mit vielen Borsten auf den Blattseiten stellen Leontodon Villarsii Lois. dar; sind die Blätter auf den Flächen fast kahl, und stehen die Borsten am Bande vereinzelter, so bilden sie den Leontodon Rosani Ten. Ersterer erseheint als Tal- form in Ligurien und Italien ; der zweite, die alpine Form, auf dem M. Majella und Morrone. 184. Die 1895 von Porta und Rigo, iter IV. hisp., nr. 300 aus- gegebene Hedypnois ist H. arenaria DO. ß. divisa Per. Lar. ; cfr. Willkomm Suppl., pag. 108, und nicht K polymorpha a. pendula Porta et Rigo. 185. Unsere ziemlich reiche ifieracmm- Sammlung hatte Herr H. Zahn die Güte zu revidieren und das Bemerkenswerte zu veröffentlichen, z. B. in Koch-Hallier-Wohlfart, Synopsis und an anderen Orten. Nur über H. glaucodermum Zahn in htt, H. Orieni — stupposum aus der Rotte „tomentosa^^ (plumosa) sect. „Orientalia"' Fries Epicr., welches wir 1877 als H. Schlosseri vom Monte Pollino, Oalabrien, ausgegeben haben, sei eine kurze Bemerkung gestattet. Herr Zahn bemerkte: „ob nicht etwa eine Standortsverwechslung?" — Wir fanden dieses Hieracium auf dem felsigen Rücken, der sich von der ersten Spitze des Pollino nordösthch gegen die Piani hinabsenkt, in der zweiten Hälfte Juli 1877 gerade erst im Aufblühen bei ca. 2100 m s. m. — In Arcangeli, Flor. ital. pag. 759 findet sich bei H. tomen- tosum (Ger.) All. die Standortsangabe „dalle Alpi agli Abruzzi" ; 118 also sollte dieses Hier aciuni, von dem Zahn sagt: „endemisch in den Westalpen", auch in Mittelitalien vorkommen? Aus den Abruzzen gelang es uns nie bei vieljähriger Durchforschung etwas Ähnliches aufzutreiben, und es dürfte daher ein allfälliger Fund daselbst in den Forraenkreis des H. lanatum W. K. zu stellen sein. Es ist daher höchst wahrscheinlich, daß H. glauco- denniim als der einzige Vertreter der „H. orientalia"' in der Flora Italiens anzusehen ist. Unter den ißeracmm-Dubletten, welche seinerzeit wegen angenommener Bedeutungslosigkeit nicht an H. Zahn gesendet wurden, fand ich nachträglich einen Bogen mit vier Stücken, welche einer Kombination : U. Bocconei > X pa^ltdiflorum ent- sprechen. Ich lege diese Form dXs M.pseudo~pallidifloru7n in mein Herbar. Tracht des H. Bocconei; Stengel bis zum Grunde drüsig behaart; Stengelblätter zu vier, unterstes gestielt, drüsenlos; die oberen sitzend, oval lanzettlich, gezähnt, reich- drüsig; Hülle der Köpfchen 8 — 9 mm lang, reichlich drüsig; Ligulae blaßgelb. Gesammelt 1869 in Antholz (Pustertal, Tirol), ober dem See, unter den sogenannten Vorhängen. 186. Bei Ein- und Anordnung der Campanulae aus der Gruppe Jieterophylla'' (Nym.), als: Campanula rotundifoUa L., pusilla Hke., linifolia (Lam.) DO., Scheuchzeri Vill., carnica Schiede, hispanica Willk., macrorrhiza Gay, crassipes Heuff., sabatia de Not., erheben sich bei einem reichlicheren Material viele Zweifel über den Wert der Formen, indem die oft feinen und schwankenden diagnostischen Merkmale wohl auf ein Individuum passen, das mitten aus zahlreichen, am nämlichen Standorte wachsenden ausgewählt werden muß. Daß diese Gruppe sehr forraenreich ist, beweist wohl am besten die Aufstellung von zahllosen Spezies, Subspezies, Varie- täten und Formen bei verschiedenen Autoren. Ich will mich hier auf einige kurze Bemerkungen beschränken. Im Canale d'Agordo, Schlucht des Flusses Oordevole bei Belluno in Venetien, sah ich in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhundertes an moosigen, buschigen, steilen Kalkwänden jenseits der Straße und des Flusses eine reichblühende Campanida herab- hängen, konnte aber den Postwagen nicht aufhalten lassen, weil es schon spät an der Zeit war. Die Stelle liegt ungefähr in der Mitte zwischen Agordo und Belluno, abwärts bevor man zu einem Straßenwirtshaus kommt. 1893 brachte Eigo aus der dortigen Umgebung einen kleinen, noch nicht blühenden Easen. der vielleicht einer neuen Spezies angehört: Valde caespitosa; folia rosularia rotundato-ovata, 5 — 7 mm diam., brevissime petiolata, acute serrata; folia cauUna inferiora late, superiora 119 anguste lanceolata, parce (dentibus 2 — 4) dentata, margine (sub lente) scabra. Ich empfehle allfälligeu Besuchern jener Gegend angelegentlich eingehendere Beobachtung. Ohnehin bietet die Umgebung von Belluno, z. B. der Monte Serva, für Botaniker reiche Ausbeute. Am Weißlahner im Fischleintal (Sexten) fand ich einmal einige Exemplare, die den Eindruck einer Campanula pusilla X Scheuchseri machen. Von Porta wurde eine Campanula vestina ausgegeben. Diese ist aber nichts anderes als eine etwas üppige C. carnica. bei welcher die sterilen Blätter mehr breit lanzettlich zu- gespitzt sind. Campanula macrorrhiza Gay und C. hispanica Willk. unter- scheiden sich wenig; erstere ist kahl mit größeren Blüten, die zweite behaart (auch ganz kahl!) mit breiteren Blättern. C. sabatia de Not. kann an der stark papillösen Bekleidung des Kelches erkannt werden ; sie ist verästelt, die Äste sind starr abstehend. Bezüglich der Frage, ob Campanula decumhens DO., C. specularioides Oosson (Prodr. Fl. hisp. IL, p. 295) und C. Dieckii Lange (Willk. Suppl., pag. 326) als Spezies oder bloß als Lokalformen angesehen werden müssen, mögen folgende Bemerkungen zur weiteren Beobachtung im lebenden Zustande und Untersuchung der Exsikkaten Anlaß geben. Bei Vergleich der Diagnosen scheinen einige greifbare Unterschiede vorhanden zu sein, doch bei Vergleichung mit den Pflanzen schwinden diese angegebenen Merkmale auf ein Minimum zusammen. Die mir vorliegenden Exsikkaten stammen von folgenden Stellen: 1. Nordseite der Sierra Prieta (Prov. Malaga) in pascuis petrosis calcar., ca. 1000 m s. m. (H. P. R. it. hisp. 1879, nr. 232, sub nomine: C. specularioides). 2. In rupibus et muris vetustis circa Grazalema (Prov. Oadix) (P. et R. it. IV. hisp.. 1895, nr. 322 sub nom. C. specularioides iypica!). 3. Albacete, in pascuis elatioribus glareosis Sierrae de Alcaraz, sol. calc, 1600— 2000 m s. m. (P. R., iter IL hisp., nr. 465 sub nom. C. specularioides). 4. C. DiecTiii Lange, Prov. Valencia a Casaplan (Dr. Di eck) und die nämliche Form : Sierra de Alcaraz versus Riopar, ausgegeben als C. spectdarioides ß. argutidens, Porta et Rigo 1890. Vergleicht man die Diagnose von C. decumhens in Prodr. Fl. hisp. auctore Willkomm mit den mir vorliegenden Exem- plaren von den oben angegebenen Standorten, so stimmt dieselbe zu obigen Nummern 1 — 4. „Pubescens" (1) „aut glabra" (keine ganz ohne Haare, wohl aber bei 2 nur wenige starre Haare am Stengel und bei 3 Stengel unten behaart, oben glatt). 120 „Oaule decumbente" (1), „subsiraplici, paucifloro" (3 nicht gerade niederliegend, aber einblütig, Hungerform!) ; „pedun- culis axillaribus unifioris, folio longioribus; foliis basilaribus rotundato - spathulatis (sinuatis??), foliis caulinis obovatis, crenato - dentatis, superioribus paucis, sessilibus, lanceolatis" (1, 2, 3, nur 4 hat folia inciso-dentata); „calycis tubo ovoideo, ± piloso, laciniis lineari-lanceolatis, integris, acuminatis („erectis" ?), corolla brevioribus" (1, 2, 3, 4); „corolla campanuiata". Dieses Merkmal mangelt, indem alle eorollam profunde quinque- partitam, subrotatam haben, daher wohl zu vager Ausdruck in der Diagnose! Campanula specularioides Cosson. „Tenera" (3), „glaber- rima" ? (glabrescens) (partim 1, 3), „caule decumbente" (2), alterne ramoso, imo ramosissimo" (1). Blätter, Kelch, dessen Zipfel wie bei C. decumbens: „corolla profunde quinque- partita, subrotata" (1, 2, 3, 4). Campanula Bieckii Lange. „Annua" (uti omnes praeee- dentes); „tota, pedunculis exceptis, setulis albis patulis vel setosis scabra" (1 ±, 4); „caule erecto, supra medium ramoso" (4, bei 1 auch a basi ramoso, ramis in- fimis arcuate adscendentibus) ; „foliis undulato-crenatis" (4 argute dentatis). Aus dieser Zusammenstellung scheint sich zu ergeben, daß diese schöne Campanula je nach dem Standorte verschiedene Formen annimmt: an etwas feuchten Felsen, alten Mauern wird sie fast kahl, breitet sich ramosissime aus und legt sich dem Boden pflasterartig an (2). An trockenen, kiesigen, felsigen Stellen wird sie aufrecht ± behaart (1, 3, 4). Nimmt man Campanula decumbens DO. (eine Form, die wohl später niemand gesehen hat; Willkomm schreibt: „non vidi"!) als ältesten Namen an, so würden sich als Varietäten a. specularioides Cosson (2), ß. erecta (1, 3), y. Dieckii Lge. mit forma argutidens P. R. anreihen lassen. Campanula specularioides, welche Nyman zu C. fastigiata Duf. stellt, hat mit dieser nichts zu tun; denn alle diese Formen schließen sich eng an C. ramosissima S. S. = C. Loreyi Poll. an. (Fortsetzung folgt.) über eine auffällige Euphrasia aus der Verwandt- schaft der E. miniifna Jacq. Von Fr. Vollmann (München). Diagnose: Caulis erectus, siraplex vel in parte inferiore ra- mosus, 5—15 cm longus, viridis vel rubescens vel fuscescens, pilis crispulis albidis, eglandulosis. 121 Folia caulina obtusa, infima obovato-cuneata, dentibus utrimque singulis, superiora obovata vel ovata, utrimque 2 — 4 den- tibus obtusiusculis. Bracteae ovatae, erecto-patentes, acutae vel subacut ae utrimque 3—5 dentibus acutis vel breviter aristatis. Folia et bracteae in margine et in superiore inferiore- que parte setulis albidis ± dense obsita. Oalyx dentibus acutis, aristatis, setulis ± dense obsitus. Corolla ca. 5 — 7 mm longa, luteola, labio superiore al- bido-caeruleo, in labio inferiore striis violaceis et purpureis picta, tubo fine anthesis non elongato. Capsula obovata vel elliptica, calycis dentes non aequans. Fundort: Maloja, Oberengadin in der Schweiz, Schloßhügel, 1810 — 1820 m. Leg. Dr. G. Hegi, Kustos am Königl. botanischen Garten und Privatdozent an der Universität München. 9. Aug. 1906. Nach den oben dargelegten Merkmalen steht diese Pflanze systematisch am nächsten der E. minima Jacq. var. hispidula Schleicher f. bicolor Gremh, unterscheidet sich jedoch von ihr durch die Kapsel, die an allen Exemplaren des ziemlich zahlreich vorliegenden Materials auch in reifem Zustande von den Kelch- zähnen um ein gut Teil überragt vrird. Da jedoch neben der kleinen Korolle gerade die die Kelchzähne überragende reife Kapsel als wichtigstes diagnostisches Kennzeichen der so vielgestaltigen E. minima erkannt ist, können unsere Pflanzen unmöglich zu E. minima gestellt werden. Es kommt freilich auch bei anderen Euphrasia- Arten vor, daß das Verhältnis der Länge der Kapsel zu den Kelchzipfeln Schwankungen unterworfen ist. Es sei nur an E. stricta erinnert, bei der ich schon in vielen Fällen Kapseln be- obachtete, welche die Kelchzähne um ein gutes Stück tiberragten (Wettst. Monogr. p. 94 : Capsula calycis dentes non superans), wäh- rend alle übrigen Merkmale die typische E. stricta bekundeten. Hierbei Heß sich jedoch oft wahrnehmen, daß der Befund nicht — wie dies oben behauptet werden konnte — an allen Kapseln des Materials vom gleichen Standorte, ja nicht an allen Kapseln desselben Individuums gleich lautete. Solche Exemplare stammten aber meist aus Gegenden, wo auch E. nemorosa nicht fehlt, so daß die Erscheinung immerhin aus dem Ineinandergreifen der Ver- breitungsareale, aus dem Zusammensein beider Arten erklärt werden kann, wenn nicht überhaupt E. nemorosa mit E. stricta viel enger verwandt ist, als gegenwärtig angenommen wird. Es könnte sieh auch noch fragen, ob hier nicht ein Bastard der E. minima mit einer anderen Art vorliege. Nach dem Befunde, namentlich da die Kronröhre sich am Ende der Anthese nicht ver- längert, könnte wohl nur eine kleinblütige Form beteihgt sein. E. stricta steht, wie das reiche, von Herrn Dr. Hegi gesammelte, mir vorliegende Material beweist, in der Nähe, kommt aber kaum österr. botan. Zeitschrift. 3. Heft. 1907. q 122 in Betracht, da ein Bastard von der Kahlheit und von der vv^enig- stens um einiges größeren Korolle etwas geerbt haben müßte. Letzteres Merkmal müßte auch bei einer Kreuzung mit der gleich- falls aus dem Engadin bekannten E. tatarica Fisch, sich geltend machen, sowie auch die am Grunde abgerundeten unteren und mittleren Brakteen und der an seinem unteren Teile spärlich drüsige Kelch, während die in Frage kommenden Pflanzen an allen Teilen völlig drüsenlos sind. Ebensowenig ist an eine Kreuzung mit der kahlen E. nemorosa (Pers.) Gremli zu denken, die übrigens meines Wissens aus diesem Teile der Schweiz noch nicht konstatiert ist. Nach dem Gesagten kann es zweifelhaft erscheinen, ob diese bisher nicht bekannte Form den Charakter einer Art beanspruchen kann oder ob sie nur eine aus E. minima entstandene Rasse dar- stellt. Ich benenne sie nach dem Finder einstweilen binär: Eu- phrasia JBegii. Kenner dieser Gattung, welche die oben ziem- lich genau angegebene Fundstelle besuchen, seien hiermit zu weiterer Beobachtung bezüglich der Entstehungsursache dieser Pflanze, wo- möglich durch Kulturversuehe, angeregt! Literatur - Übersicht '). Jänner und Februar 1907. Anders J. Die Strauch- und Blattflechten Nordböhmens. Böhm.- Leipa (Selbstverl. d. Verf.), 1906. 8°. 96 S. 5 Taf. Bersch W. Bericht über die Tätigkeit der „Moorwirtschaft Ad- mont" der k. k. landwirtschaftlich-chemischen Versuchsstation in Wien im Jahre 1906. (Zeitschr. f. Moorkultur und Torfver- wertung, V. Jahrg., 1907, Heft 1, S. 1—39.) 8". 1 Situations- plan, 3 Taf., 10 Textabb. Bubäk Fr. Neue oder kritische Pilze. II. (Annales Mycologici, vol. IV, 1906, Nr. 2, S. 105—124.) 8°. 4 Textabb. Neu beschrieben werden: Entomophthora Cimbicis Bubäk, Puecinia Avenae-pubescentis Bubäk, Puecinia Rossii Bubäk, Stigmatea Velenovskyi Bubäk, Guignardia humulina Bubäk, Ophiobolus minor Bubäk, Pleomassaria Vandasii Bubäk, Pleomassaria (Karstenula) Robiniae Bubäk, Ascochyta pellucida Bubäk, Diplodina Sophiae Bubäk, Macrophoma Abietis-pectinatae Bubäk, Cicinnobolus Hieracii Bubäk, Plaeosphaeria Junci Bubäk, Fusi- coccum operculatum Bubäk, Cytosporella Tiliae Bubäk, Ceuthospora F'eurichii Bubäk, Cytodiplospora Bobiniae Bubäk, Septoria relicta Bubäk, Septoria repanda Bubäk, Septoria Vandasii Bubäk, Septoria versicolor Bubäk, Bhabdospora Strasseri Bubäk, Cytosporina Feurichii Bubäk, Hainesia 1) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit ßücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. 123 Feurichii Bubäk, Monochaetia excipuUformis Bubäk, Moriacrosporium leporinum Bubak, Ramularia saprophytica Bubak, Cercospora Malkoffii Bubäk; ausführlich besprochen: Entomophthora Richter i (Bres. et Staritz) Bubäk, Entyloma Schinzianum (P. Magnus) Bubäk, HypJiomyces deformans (Lagg.) Sacc, Sphaerella poUfolia Ell. et Ev., Massarina manima (Otth) Sacc, Phyllosticta bacteroides Vuillemin, Dothiorella Pinastri (Pries) Sacc, Sphaeronemabriinneo-viride Auersyf., Topospora{= Mastomyces)prohoscidea Fries, Botrytis cinereo-virens Kunze et Schmidt, Napicladium laxum Bubäk, Anaphysmene (nov. gen.) Heraclei (Lib.) Bubäk (:= Labrella Heraclei Sacc). Bubak Fr. Houby Ceske Dil. T. Eezy (üredinales). (Archiv pro pnrodovedecke prozkoumaDi cech., sv. XIII., öis. 5, 1906.) gr, 8°. 228 pag. und Kabät J. E. Fünfter Beitrag zur Pilzflora von Tirol. (Ber. d. naturw.-medizin. Vereines in Innsbruck, XXX. Jahrg. 1905/06.) kl. 8°. 20 S. 1 Abb. Neu für Tirol ; Diachea leucopoda (Bull.) Rostaf ., Puccinia uralensis Tranzschel, Solenia confusa Bres., Schizothyrium acwMwi Bubäk novaspec, Fabraea Rousseauana Sacc. et Bomm., Pezizella chrysostigma (Fr.) Sacc, Sphaerella arthopyrenioides Auersw., Phyllosticta Bresadoleana Bubäk et Kabät nova spec, Asteroma Oertelii Sydow, Ascochyta Adenostylis (Allesch.) Kabät et Bubäk, Ascochyta Vitalbae B. et Har., Septoria Artemisiae Pass., Septoria marmorata Kabät et Bubäk nova spec, Septoria Podagrariae var. Pimpinellae magnae Kabät et Bubäk nova var., Septoria pteridicola Kabät et Bubäk nova spec, SepAoria betulina Pass., Rhabdospora cynanchica Sacc, Bomm. et Rouss., Camarosporium oreades (Dur. et Mont.) Sacc, Gloeosporium Pteridis (Kalchbr.) Bubäk et Kabät, Gloeosporium alneuvi West., Gloeosporium leptostromoides Bubäk nova spec, Marssonia Poten- tillae (Desm.) Sacc, Marssonia Daphnes (Desm. et Rob.) Sacc, Lepto- thyrium medi^im var. castanicolum Cooke, Ovularia conspicua Fautr. et Lamb., Ramularia anserina Allesch., Cercosporella Magnusiana Allesch., Cercosporella rhaetica Sacc. et Wint., Sirodesmium Rosae Bubäk nova spec, Macrosporium commune Rabh., Scolecotrichum graminis Fuckel, Tubercularia Berberidis Thüm. und Mykologische Beiträge. IV. (Anfang). (Hedwigia, Bd. XLVI, 1907, Heft 3/4, S. 288.) 8°. Neue Arten: Phyllosticta Dentariae Kabät et Bubäk, Phyllosticta eupätoriicola Kabät et Bubäk. Burgerstein A. Die k. k. Gartenbau-Gesellschaft in Wien 1837 bis 1907. Wien, 1907 (Verlag d. k. k. Gartenbau-Ges.). gr. 8". ^ 128 S., 1 Plan, zahlr. Porträts. Coka F. Pedicularis exaltata Besser in Mähren. (Ungar, botan. Blätter, V. Jahrg., 1906, Nr. 11/12, S. 373—375.) 8«. Vom Verfasser östlich von Velkä in den weißen Karpathen aufge- funden (westlichster Standort der Pflanze!). Pi'ispevky ku kvetene moravske. II. (Vestnik Klubu pfiro- dovedeckeho v Prostejove, 1907.) 8°. 17 pag. Inhalt: A. Topographische Beschreibung: 1. von Steppenwiesen bei Velkä; 2. von Bergwiesen bei Borgice; 3. eines Niederungsmoores bei Bisenz. B. Neue Pflanzenstandorte. Neu für Mähren: Pedicularis exaltata Bess., Veronica orchidea Cr., Brunella vulgaris X laciniata, Centaurea Jacea X elatior. Dementi von Centaurea pannonica in Mähren. Knoll F. Beitrag zur Kenntnis der ^.s^<7&e- Arten Ostasiens. (Bull, de THerb. Boissier, 2. ser., tom. VII, 1907, nr. 2, pag. 127—136.) 8^ 3 Textfig. Neu beschrieben werden Astilbe microphylla und A. leucantha. 124 Krasan Fr. Ideales und Keales aus der Morphologie. Ein Gespräch. (Mitteil. d. Naturw. Vereines f. Steiermark, Jahrg. 1906, S. 185 bis 199.) S'.^ Moßler Gr. Über die chemische Untersuchung von Eriodictyon glutinosum. (Zeitschr. d. allg. österr. Apotheker-Vereines. 45. Jahrg. 1907, Nr. 9, S. 135—137.) 4^ Murr J. Beiträge zur Flora von Tirol und Vorarlberg, XX. (Allg. botan. Zeitschr. XIII. Jahrg., 1907, Nr. 2, S. 23, 24.) 8". Neu für Tirol: Ranunculus Flammula var. maior Schulthess, i?. Flamm, var. serratus DC, Dianthus Mamviingiorum Murr. nov. hybr. (= D. Seguieri X inodorus), Oxalis stricta var. pseudocorniculata Murr. nov. var., Trifolium scabrum var. rotundatum Murr. nov. var., Pisum bi- florum var. Sanctae Notburgae Pfaff et Murr nov. var. Nestler A. Die Rinnenbildung auf der Außenepidermis der Paprikafrucht. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., XXIV. Jahrg., 1906, Heft 10, S. 590—598, Taf. XXIV.) 8°. Pascher A. Über die Zwergmännchen der Oedogoniaceen. (Hed- wigia, Bd. XLVI, 1907, Heft 3/4, S. 265—278.) 8°. Pöll J. Bemerkungen zum Artikel , Beiträge zur Veilchenflora von Innsbruck" (Jahrg. 1906, Nr. 12). (Allg. botan. Zeitschr., XIII. Jahrg., 1907, Nr. 2, S. 29.) 8°. Die vom Verfasser a. a. 0. publizierten Bastarde Viola serpens Pöll und V. heterophylla Pöll werden wegen älterer Homonyme in V. leptostolona Pöll, bzw. F. variifrons Pöll umgenannt. Porsch 0. Die Pflanze im Kampfe mit der Außenwelt. (Das Wissen für Alle, Jahrg. 1907, Heft 5, S. 65—69, Fig. 17; Heft 6, S. 83—86, Fig. 18, 19; Heft 7, S. 98—101, Fig. 20—24; Heft 8, S. 120—123, Fig. 25, 26; Heft 9, S. 133—136, Fig. 27 bis 31). 4". Preißecker K. Ein kleiner Beitrag zur Kenntnis des Tabakbaues im Imoskaner Tabakbaugebiete. 3. Fortsetzung. (Fachliche Mit- teilungen d. österr. Tabakregie. VI, 1906, Heft 3, S. 85-113.) gr. 8°. 3 färb. Tafeln. Raciborski M. Über die javanischen Hypocreaceae und Scoleco- sporae. (Bull, de l'Academie des sciences de Cracovie. Ol. sc. mathem. etnatur., decembre 1906, pag. 901—911, tab. XXX.) 8". Scharfetter R. Pflanzengeschichtliche Studien in Kärnten. (Ca- rinthia, II, 1906, Nr. 5 u. 6, S. 152—156.) 8'^. Schiller J. Optische Untersuchungen von Bastfasern und Holz- elementen. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem. -naturw. Klasse, Bd. CXV., Abt. I., November 1906, S. 1623—1659.) 8\ 8 Textfig. Schneider K. C. Vitalismus. (Zeitschrift für den Ausbau der Ent- wicklungslehre, Bd. 1, 1907, Heft 1/2, S. 20—32.) gr. 8^ Stoklasa J., Ernest A., Chocensky K. Über die anaerobe Atmung der Samenpflanzen und über die Isolierung der Atmungs- enzyme. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., XXIV. Jahrg., 1906, Heft 10, S. 542—552.) 8^ 125 Strohmer F. Felddüngungsversuche mit Stickstoflfkalk zu Zucker- rüben. (Österr.-ungar. Zeitschrift für Zuckerindustrie und Land- wirtschaft, VT. Heft, 1906.) 8\ 13 S. Wettstein E. v. Die Hebung der Blumenkultur in Dalmatien. (Österr. Kundschau, Bd. IX, Heft 3, Dezember 1906, S. 157 bis 163.) gr. 8°. Wilhelm K. Kleiner Bilder- Atlas zur Forst- Botanik. Wien (E. Hölzel), 1907. 8°. 167 S. 294 Textfig. — K b. Es war ein glücklicher Gedanke, die außerordentlich schönen Text- bilder des vom Verf. gemeinsam mit Hempel herausgegebenen Werkes „Die Bäume und Sträucher des Waldes" getrennt in Form eines leicht handlichen Buches in den Buchhandel zu bringen. In Verbindung mit einem kurzen er- klärenden Text und mit einigen neuen, insbesondere die Holzanatomie be- treffenden Figuren, stellen diese Bilder ein sehr zweckmäßiges und gewiß vielen willkommenes Hilfsmittel zur Orientierung über die wichtigsten heimischen Holzpflanzen dar. Zahlbruckner A. Neue Flechten. HI. (Annales mycologici, vol. IV, 1906, nr. 6, pag. 486—490.) 8°. Originaldiagnosen von: Lecanactis salicina Zahlbr., Lecidea (sect. Eulecidea) Giselae Zahlbr., Catillaria (sect. Biatorina) croatica Zahlbr., Catillaria (sect. Eucatillaria) flavosorediata Zahlbr., Pertusaria tauris- corum Zahlbr., Parmelia (sect. Menegazzia) Weindorferi Zahlbr. Bernätsky J. A Polygonatum-ielek rendszertani anatömiäja. (Növenytani Közlemenyek, V, 1906, 4, pag. 111—124.) 8". Systematische Anatomie der Polygonateen. Deutscher Auszug im Bei- blatt zu den Növen. Közlem., S. (23)— (29). Borbas V. Die pflanzengeographischen Verhältnisse der Balaton- seegegend. Deutsche Bearbeitung von Dr. J. Bernätsky. (Re- sultate der wissenschaftlichen Erforschung des Balatonsees, IL Bd., 2. Teil.) Budapest, 1907. 4«. 155 S., 3 Taf., 23 Textfig. Bouly de Lesdain M. Lichens des environs de Luxeuil (Haute- Saone). (Bull. soc. bot. France, tom. LIII, 1906, nr. 9, pag. 668—689.) 8°. Neu beschrieben werden : Calicium curtum var. brachypoda B. de Lesd. und Pf:eudobuellia (nov. gen.) hüoculata B. de Lesd. (= Lecanora Mlocu- lata Nyl.). Brand A. W. D.J.Kochs Synopsis der deutschen und schweizer Flora. Dritte Auflage, IIL Bd., 18. Liefg. (S. 2711—3094.) Leipzig (0. R. Reisland), 1907. 8°. Diese Schlußlieferung enthält: Brand, Gramineen (Schluß); Brand, Coniferen; Warnstorf, Pteridophyten ; Eegister. — — Polemoniaceae (A. Engler, Das Pflanzenreich, 27. Heft [IV. 250]). Leipzig (W. Engelmann), 1907. 8°. 203 S. 39 Fig. — Mk. 10-20. Brockmann-Jerosch H. Die Pflanzengesellschaften der Schweizer Alpen. I. Teil. Die Flora des Puschlav (Bezirk Bernina, Kanton Graubünden) und ihre Pflanzengesellschaften. Leipzig (W. Engel- mann), 1907. 8". 438 S., 5 Vegetationsbilder, 1 Karte. — Mk. 16. 126 Brunies S. E. Die Flora des Ofengebietes (Südost-Graubünden). Ein floristischer und pflanzengeographischer Beitrag zur Erfor- schung Graubündens. (Jahresber. d. naturforsch. Gesellschaft Graubündens, XLIII. Bd., 1905/06.) 8^ 326 S., 3 Landschafts- bilder, 2 Tafeln, 1 Karte. Burnat E. Flore des Alpes maritimes. Vol. IV. Geneve et Bale (George et Cie.), 1906. 8". 303 pag. Der vorliegende Band dieses überaus wichtigen und außerordentlich gründlich gearbeiteten Florenwerkes enthält die Crassulaceen und Umbelli- feren. Ca SU A. Contribuzione allo studio della flora delle saline di Cagliari. III. Resistenza fisiologica della flora delle saline all' azione del sale marino. (Annali di Botanica, vol. V, fasc. 2, 1907, pag. 273—354.) 8°. 2 flg. Chauveaud M. G. Sur une nouvelle Interpretation des mouve- ments provoques dans les etamines de Berberis. (Bull. soc. bot. France, tom. LIII, 1906, nr. 9, pag. 694—698.) 8». 3 Fig. Con st antin eanu J. 0. Über die Entwicklungsbedingungen der Myxomyceten. (Annales mycologici, vol. IV, 1906. nr. 6, pag. 495—540.) 8°. Conwentz H. W. Schutz der natürlichen Landschaft, vornehm- lich in Bayern. Berlin (Gebr. Bornträger), 1907. 16^ 47 S. Dalla Torre C. G. de et Harms H. Genera Siphonogamarum ad systema Englerianum conscripta. Fasc. IX. (pag. 641 — 720). Lipsiae (G. Engelmann), 1907. 4°. — Mk. 6 [4-—]. Enthält den Index nominum von Acrocarpidium bis Diplopeltis. Detto C. Die Erklärbarkeit der Ontogenese durch materielle An- lagen. Ein kritischer Beitrag zur theoretischen Biologie. (Fort- setzung.) (Biolog. Zentralblatt, XXVIL Bd., 1907, Nr. 5, S. 142—160.) 8". Döring E. Die mathematisch richtige Erklärung der Entstehung und Vererbung der Geschlechter. Bölitz-Ehrenberg (Selbstverl. d. Verf.), 1907. S^ 55 S. Ein Buch, das hier nur erwähnt werden soll, weil der Titel vermuten lassen sollte, daß es von allgemein biologischem Interesse ist. Dem Verf. fehlt vollständig der Einblick in die prinzipiellsten Ergebnisse der modernen Biologie, er betrachtet die einschlägigen Fragen rein theo- retisch. Der folgende Satz (S. 24) möge das Buch charakterisieren: „Bei der beginnenden Entwicklung eines Lebewesens können wir nicht mit genügender Sicherheit entscheiden, ob dieses aus beiden (Geschlechtszellen Eef.) oder nur aus einer Zelle hervorgeht, da uns die genaue Beobachtung dieser Vor- gänge nicht möglich ist. Es bleibt uns deshalb nichts übrig, als die tat- sächlichen Vorgänge logisch zu folgern". Engler A. Über die Vegetationsverhältnisse von Harar und des Gallahochlandes auf Grund der Expedition von Freiherrn von Erlang er und Herrn Oskar Neu mann. (Sitzungsber. d. kgl. preuß. Akademie d. Wissenschaften, physik. -mathem. Klasse, 1906, XL., S. 726—747.) 8^ Beiträge zur Kenntnis der Pflanzenformationen von Trans- vaal und Ehodesia (Ergebnisse einer Reise mit der British Asso- 127 ciation for the advancement oi science im August und Sep- tember 1905.) (Sitzungsber. d. kgl. preuß. Akademie der WissenschafteD, physik.-mathem. Klasse, 1906, LH, S. 866 bis 906.) 8^ Falck R. Über den Hausschwamm. (Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten, LV. Bd., 1906, S. 478—505.) 8". Flot L. Eecherches sur la naissance des feuilles et sur Torigine foliaire de la tige (Suite). (Revue generale de Botanique, tom. XIX., 1907, nr. 217, pag. 29—41, fig. 91—101.) 8". France R. H. Der heutige Stand der Mutationslehre. (Zeitschrift für den Ausbau der Entwicklungslehre, Bd. 1, 1907, Heft 1/2, S. 53—59.) gr. 8". 4 Textabb. Gaidukov N. Ultramikroskopische Untersuchungen der Stärke- körner, Zellmembranen und Protoplasten. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., XXIV. Jahrg., 1906, Heft 10, S. 581—590). 8«. Verf. hat bei Untersuchung pflanzlicher Objekte mit dem Ultramikro- skop mit Siedentopfscher Abbiendung zahlreiche interessante Beugungs- bilder beobachtet, welche er auf Struktureigentümlichkeiten zurückzuführen trachtet. So lange der Zusammenhang zwischen bestimmten Strukturen und bestimmten Beugungsbildern noch nicht optisch klargestellt ist, ist jeder Rückschluß von letzteren auf bestimmte Strukturen wohl verfrüht, was aber natürlich hindert, die Resultate des Verf. als sehr beachtenswert zu bezeichnen. G an doger M. Les Fedicularis Hispano-Portugais. (Bull, de l'acad. intern, de geographie botanique, 16. ann., 1907, nr. 208, pag. 12—16.) 8". Gay er G. Corydalis capnoides var. goniotricha. (Ungar, botan. Blätter, V. Jahrg., 1906, Nr. 11/12, S. 379—380.) 8". Vom Verfasser bei Klausenburg entdeckt. Griffon E. Quelques essais sur le greffage des Solanäes. (Bulletin de la societe botanique de France, tom. LIII, 1906, nr. 9, pag. 699—705, tab. VIII.) 8°. Györffy I. Beiträge zur Kenntnis der in der Umgebung von Makö vorkommenden Moose, mit Berücksichtigung der anatomischen Verhältnisse einiger Arten. (Ungar, botan. Blätter, V. Jahrg., 1906, Nr. 11/12, S. 326—372, Taf. VI— IX.) 8". Neu beschrieben werden : Pterygoneurum cavifolium var. polycarpum Györffy, Barhula fallax forma biseta Györffy, Tortula ruralis var. fulva Györffy, Grimmia pulvinata var. longipila lusus holotricha Györffy, Ortho- trichum fastigiatum var. robustum forma biseta Györffy, Camptothecium lutescens var. glabrum Györffy. Als neu für Ungarn werden angeführt: Brachythecium sericeum Warnst, und Amblystegium radicale (B. Beauv.) Mitten. Die Abbildungen auf den Tafeln beziehen sich auf: Amblystegium radicale, Anomodon attenuatus, A. viticulosus, Brachythecium salebrosum, Bryum argenteum, B. caespiticium, B. Mildeanum, Camptothecium lutes- cens, C. lut. var. glabrum, Grimmia pulvinata, Leskea nervosa, Mildeella bryoides, Orthotrichum fastigiatum var. robustum, Pylaisia polyantha, Thyidium abietinum. — — A Pterygoneurum cavifolium anatomiai szerkezete, elettani viszonyaira valö tekintettel. (Növ^nytani Közlemenyek, V, 1906, 4. pag. 135—145, fig. 39—48.) 8°. 128 Der anatomische Bau von Pterygoneurum cavifoliiim. Deutscher Aus- zug im Beiblatt zu den Növen. Közlem., S. (31)— (32). Györffy I. Bryologische Beiträge zur Flora der Hohen Täfcra. IV. Mitteilung. (Hedwigia, Bd. XLVI, 1907, Heft 3/4, S. 262 bis 264.) 8". 2 Abb. Hannig E. Über pilzfreies Lolium temulentum. (Botan. Zeitg., 65. Jahrg., 1907, I. Abt., Heft II, S. 25—38.) gr. 8°. Verf. gelang es, zum Teil mit Verwertung seiner Erfahrungen über die Möglichkeit, Früchte nach Verlust des größten Teiles der Endosperms zum Keimen zu bringen, pilzfreies Lolium temulentum zu erhalten, welches mehrere pilzfreie Generationen lieferte. Die chemische Untersuchung der pilzfreien und der pilzhältigen Früchte ergab das Vorhandensein eines Alkaloides in den letzteren, das Fehlen derselben in dem ersteren. Damit scheint die schon wiederholt ausgesprochene Vermutung, daß» die Giftigkeit des Lolium auf den Pilz zurückzuführen ist, ziemlich erwiesen. Zur Physiologie pflanzlicher Embryonen. III. Assimilieren Cruciferen-Embryonen in künstlicher Kultur die Nitrate der Nährlösung? (Botan. Zeitg.. 65. Jahrg., 1907, I. Abt., Heft II, S. 39—44.) gr. 8". Hedlund T. Ytterligare nägra ord om skiin aden melLin iac^^Sp/i. TT'^i^s. var. contortum Roll, Ä^/t. Wi?s. var. flagellare RöU, /Sp/t. TFarnsme Roll, (SpÄ. roö. var. intricatum RöU, (Spfe. ro&. var. giganteum Roll, /SpÄ. roö. var. submersum RöU, iS*/»/». Girgensohnii var. intricatum Roll, /SpÄ. intermedium var. gracile Roll, »S/j/j. Schliephackei Roll (nom. nov. 1906 = /S^Zi. cuspidatum RöU 1886, non /S/j/i. Schliephackei RöU 1886!) var. capi- tatum RöU, Äpfe. Schlieph. var. falcatum RöU, (S^)/». Dusenii var. brachy- cladum RöU, ^j9/t. Dws. var. strictum RöU, Äp/i. Z)ms. var. strictiforme RöU, /S/j/t. X)ms. var. gracile RöU, (Sp/t. Dms. var. capitatum RöU, 5p/t. Dms. var. ieres RöU, /Sp/i. Dtts. var. patulum RöU, /S"/;/«. Dms. var. crispulum RöU, (5p/t. J)i ■^ , ... ^ w iC5> *i '' ß •■^""k m ß^. kl , \ ß 1 ■■ ' \ m fe:-; ^ ^t;. „flii /^' 7 Oestorr.botan.Zeitschr. 1907. Lith. Kunstanstalt Friedr. bperl.Wien I 143 der Torfmoose. Wamste rf sagt S. 338: „Man wird (falls darauf noch Gewicht gelegt werden sollte), je nach dem feuchteren oder trockeneren Standort alle möglichen Wuchsformen unterscheiden können, die mit Namen zu belegen außerhalb des Rahmens dieser Flora hegt." S. 387 heißt es: „einige Formen sind f. deflexa (Grav.) f. immersa (Schi, et Warnst.) f. sphaerocephala W. f. fibrosa (Schlieph.) usw. S. 334 lesen wir: „Verf. muß gestehen, daß er in jüngster Zeit mehr und mehr davon zurückgekommen ist, das zahllose Heer der Formen innerhalb der großen Formenkreise der einzelnen Typen als Varietäten; Formen und Subformen zu unter- scheiden und mit drei, vielleicht sogar mehr Namen zu belegen. Ganz abgesehen davon, daß die vielen Bezeichnungen so zahlreicher Formen sinnverwirrend und abschreckend auf einen angehenden Sphagnologen wirken müssen, haben sie wenig oder keinen wissen- schaftlichen Wert." Ich bin der gegenteiligen Ansicht und bedaure, daß Roth ebenfalls die Varietäten und Formen in beschränkter Anzahl anführt, wenn ich auch anerkenne, daß er manche schöne charakteristische Varietät abgebildet hat und nicht willkürhch be- kannte Varietäten und Formen verwechselt und mit anderen Namen belegt und umgetauft hat, wie das Warnstorf in seiner Arbeit tut. Eine Formenreihe der Torfmoose erhält erst Inhalt und Um- fang durch ihre zahlreichen Varietäten und Formen, selbst wenn es nur Habitus-Varietäten sind. Daher ist der eigentliche Autor einer Formenreihe nicht der, der eine „typische" Form in Gestalt eines Herbarpröbchens als Art beschreibt, sondern der, der alle ihre verschiedenen Varietäten und Formen zusammenstellt, selbst wenn dazu zweifelhafte Formen gezählt werden, die sich später als nicht dazu gehörend erweisen. Ganz unwissenschaftlich ist es, diese sogenannten Zwischenformen unbeachtet zu lassen, oder als lästige und störende Gheder der Formenreihe wegzuwerfen. In der Untersuchung und Gruppierung der Torfmoos-Varietäten und Formen liegt, wie ich schon früher oft bemerkte, der Schwerpunkt der Sphagnologie als Wissenschaft. Es ist interessant, wie auch auf dem Gebiet der Laubmoose sich diese Erkenntnis allmählich Bahn bricht. Ein glänzendes Beispiel liefert in neuer Zeit die Bearbeitung der P/^^^owo^is-Formen durch Loeske und der Harpidien durch Mönkemeyer. Diese fleißigen Forscher, die bei ihren gründlichen Untersuchungen statt der alten Typentheorie dem ent- wicklungsgeschichthchen Moment und der Bildung von Formen- reihen ihr Hauptinteresse zuwenden, würden auf dem Gebiete der Torfmoose ein besonders ergiebiges Feld ihrer Tätigkeit finden. Wenn ich Roths Buch als vorzüghch zum Bestimmen der Arten geeignet betrachte und bedaure, daß die von ihm erwähnten Varietäten keinen erschöpfenden Inhalt und Umfang der Arten darstellen und daß er den Farben-Varietäten unnötige Beachtung geschenkt hat, so verkenne ich dagegen nicht den großen Fort- schritt, der darin hegt, daß er sich frei zu halten suchte von einer Typen-Systematik, die gerade diejenigen Einzelmerkmale, die den 144 größten Schwankungen unterworfen sind, zu Eckpfeilern ihres systematischen Aufbaues wählt, anstatt die ganze Pflanze, ihren Wuchs, ihre Astbildung, Blattstellung, ihre Stengelblätter und ihre anatomischen Merkmale in Betracht zu ziehen und diese Merkmale an zahlreichen Varietäten und Formen zu untersuchen und so statt Artentypen Formenreihen zu charakterisieren. Wenn dies auch in Eoths Buch auf dem beschränkten Raum nicht vollständig zur Ausführung gelangen konnte, so ist doch ein bedeutender Anfang dazu nicht zu verkennen. Da auch die ganze Darstellung und Beschreibung der Arten nicht, wie das zuweilen geschieht, die Hauptsachen zu Neben- sachen macht und umgekehrt, so gibt dieselbe im allgemeinen ein klares Bild der betreffenden Art, und da dieser Darstellung die vortrefiflichen Zeichnungen zu Hilfe kommen, so kann man wohl sagen, daß durch die Roth sehe Arbeit das Studium der Torfmoose nicht nur sehr erleichtert, sondern auch manches klargestellt worden ist, was in den Arbeiten der Bryologen bisher noch strittig war. Ein besonderes Verdienst ist es noch, daß Roth nicht die Ar- beiten eines einzelnen Forschers der seinigen zugrunde legte, sondern selbständig und gerecht die Forschungen und Entdeckungen aller Sphagnologen prüfte und sie bei seinen Darstellungen ohne Vor- eingenommenheit zu berücksichtigen suchte. Das ist leider nicht bei allen sphagnologischen Arbeiten der Fall. Es war eine Zeit- lang Mode, in der Sphagnologie den Anschauungen und Benen- nungen Warnstorfs zu folgen. Auch in neuerer Zeit legen noch einzelne Sphagnologen diese ohne Prüfung ihren Veröffentlichungen zugrunde, etwa im Sinne der Arbeit Horrells: The European Sphagnaceae after Warnstorf 1901. Solche Arbeiten mögen als Standortsverzeichnisse Wert besitzen, für die wissensehaftHche Kritik kommen sie nicht in Betracht. Leider binden sich aber auch kritische Arbeiter oft an die Warnstorf sehe Nomenklatur und entfernen sich dadurch von einer vorurteilsfreien Darstellung. Das ist z. B. bei der verdienst- vollen Unternehmung von Dr. Bauer: Musci europaei exsiccati, Prag 1903, in bezug auf die Torfmoose der Fall. In dem dazu gegebenen Heftchen steht S. 19 Sph. mollnscum Bruch, während in der beigefügten kritischen Bestimmungstabelle der europäischen Sphagna cuspidata von Harald Lindberg, richtig Sph. tenellum Ehrh. steht ; statt Sph. brevifolium Rl. ist Sph. angustifolium 0. Jens, und in der Tabelle Sph. xmrvifoVmm (Sendt.) Warnst, gesetzt. Auch die 1904 erschienene groß angelegte Flora von Tirol von Dalla Torre und Sarnthein, die im 5. Band auf 670 Seiten eine fleißige und sorgfältige Zusammenstellung der Moose gibt, legt zuweilen auf Äußerungen Warnstorfs ein unberechtigtes Gewicht. Die Bemerkung S. 97: „Warnstorf sagt in Verh. der Prov. Brandenburg 1888, p. 115: S. acutifolium var. gracile Russ. ist S. Warnstorfii Rüss. ; hiebei sei bemerkt, daß alles, was mir Roll unter var. gracile Russ. gesandt, nicht zu dieser Art, sondern zu 145 S. aciitifolium gehört", könnte den Eindruck erwecken, als ob mir das unbekannt wäre. Ich habe meine var. gracile nie als zu SjjIi. Warnstorfii Russ. gehörend betrachtet, sondern für Spli. acutifolium var. gracile den Autornamen Russow aus Prioritätsrücksicht bei- behalten und ihn erst später in var. gracile Rl. umgeändert. Zu beanständen ist auch die Bemerkung S. 99: „Nach Warnstorf in litt. dto. 24. Dezember 1902 ist S. rohustum Roll ein Konglomerat von mindestens drei verschiedenen Typen, wo- durch die Bemerkung bei Limpricht III, pag. 609, daß dieser Name die Priorität habe, hinfällig wird." Ich kann versichern, daß dies nicht der Fall ist. Vielmehr habe ich zuerst in meiner Systematik 1886 Sj^h. rohustum Roll in seiner heutigen Fassung abgegrenzt und elf Varietäten desselben zusammengestellt, von denen keine einzige einem anderen „Typus" angehört. Daß unter einzelnen Exemplaren dieser Varietäten zuweilen habituell sehr ähnliehe Pflanzen von Sph. acutifolium und Sph. Girgensohnii ein- gesprengt sind, die einem oberflächlich Untersuchenden zufällig in die Hand geraten können, ist ebenfalls bei dieser und bei anderen Torfmoos-Arten von mir nachgewiesen und als Mimicry bezeichnet worden. Ohne eigene Prüfung sollte man nie, am wenigsten aus weit zurückliegenden brieflichen Mitteilungen, Schlüsse ziehen. Auch muß ich die Anführung von Sph. recurvum var. flagellare Rl., S. 107, beanständen. Das betreffende Torfmoos gehört zu Sph. 2)seudorecurvum'Rö\\ va,r. flagellat'e Roll. In meinen Beiträgen zur Moos- flora von Österreich (Verh. d. zool.-bot. Gesellschaft zu Wien 1897, S. 11) sehrieb ich allerdings Sph. recurvum, Nebenformenreihe Sph. pseiidorecurvum Roll var. flagellare Roll. Diese Nebenformen- reihe habe ich aber später als selbständige Formenreihe aufgefaßt. Noch will ich bemerken, daß Sph. luridum (Hüb.) = Sph. plumidosum Roll ist und wiederholen, daß die S. 101 aufgeführte Formenreihe Sph. Schliephackeanum von mir aufgegeben und der Name in Übereinstimmung mit Schliephacke von mir auf eine Formenreihe der Cuspidata übertragen worden ist. Anzuerkennen ist, daß die Verf. die von Warnstorf beliebte Schreibweise Sph. acutifolium (Ehrh. z. T.) Russ. et W., Sph. cus- pidatum (Ehr.) Warnst., Sph. cymhifoUum (Ehrh. z. T.) Warnst, nicht angenommen, sondern die alten Autornamen ohne Klammer beibehalten haben. Nachdem diese Arbeit bereits fertiggestellt war, erschien von Professor Schiffner in Wien ein interessanter Aufsatz: Über die Formbildung bei den Bryophyten (Hedwigia 1906, Heft 6), der sehr beherzigenswerte Vorschläge enthält. Er sagt S. 300 : „Ich habe es für meine Pflicht gehalten, wiederholt gegen die Bryologen anzukämpfen, welche in synoptischen und mono- graphischen Werken die Varietäten und Formen aus BequemUch- keit oder aus anderen Gründen einfach ignorieren. Daß sich keine strikte Regel aufstellen läßt, hat den Übelstand, daß Varietäten etc. von sehr verschiedenem systematischen Werte aufgestellt werden; 146 immerhin wird aber auf jeden Fall darch gewissenhafte Arbeit in dieser Richtung schließlieh ein Einblick in die Variabiütät der Arten gewonnen, was die Grundlage der Speziessystematik be- deutet, denn nur durch die genauere Kenntnis der Formenkreise ist die Abgrenzung der Arten gegeneinander und die Feststellung ihres verwandtschaftlichen Verhältnisses untereinander möglich." Diesen Ansichten stimme ich natürlich vollständig bei, denn ich habe bereits in meiner Arbeit: „Die Thüringer Laubmoose und ihre geographische Verbreitung" im Jahresbericht der Sencken- bergschen naturforschenden Gesellschaft 1874/75 und im Nachtrag dazu in der D. botan. Monatsschrift von Leimbach 1883, sowie in den „Torfmoosen der Thüringer Flora" in der Irmischia 1884 und in meiner „Systematik der Torfmoose" in der Flora 1885/86 und ebenso in meinen späteren Arbeiten diese Ansichten ausgesprochen und durchgeführt und z. B. in meiner Systematik 373 Varietäten und 325 Formen der Torfmoose unterschieden. Auch der Vorschlag Schiffners, eine einheitliche Bezeichnungsweise der Formen ein- zuführen, die gleicherweise die morphologischen und die Eigen- tümlichkeiten des Standortes berücksichtigt und 1. typische, 2. de- generierte, 3. luxuriante, 4. etioherte, 5. Hochgebirgs- und polare Formen, 6. Seestrandsformen, 7. Farbenformen unterscheidet, sowie der Vorschlag, die von Warnstorf in seiner Flora der Mark für die einzelnen Arten angewandten Standortsbezeichnungen: Xero- phyten, Mesophyten, Hygrophyten und Hydrophyten statt auf den ganzen Formenkreis nur auf die typische Form zu beziehen, ist mir im ganzen sympathisch. Da ich aber 1. eine forma ti/pica, 2. eine Farbenform nicht annehme, so würde ich vorschlagen, die Bezeichnung forma typica ganz aufzugeben und die Farbenbezeich- nung einer Form, wie ich es seit Jahren tue, dem Namen der Form unter einem Sternchen und ohne Autornamen beizufügen und die Warnstorf sehe Bezeichnung entweder der ganzen For- menreihe (aber nur, wenn sie für alle Formen desselben paßt), oder der einzelnen Varietät, oder der einzelnen Form zu geben. Weitere Bemerkungen über die neuesten Torfmoosforschungen finden sich in meiner Arbeit: „Beiträge zur Moosflora des Erz- gebirges", die eben in der „Hedwigia" erscheint. Über das Phytoplankton des Trann-Sees. Von Dr. Karl v. Keißler (Wien). Über das Plankton des Traun- oder Gmundner-Sees in Ober- österreich liegen bisher nur vereinzelte Angaben vor, die ins- besondere von Brehm und Zederbauer ^) stammen. Deshalb er- 1) Vgl. deren Abhandlung „Beiträge zur Planktonuntersuchung alpiner Seen, IV. Teil, 19. Traun-See" (Verhandl. d. zool.-botan. Gesellsch. Wien, Bd. LVI (1906), p. 21; ferner „Beobachtungen über das Plankton in den Seen der Ostalpen« (Arch. f. Hydrobiol. u. Planktonk., Bd. I [1906], p. 469 ff.). 147 schien es mir nicht ungeeignet, einen Aufenthalt im Salzkammer- gut in den Monaten Juni und Juli 1906 zu einer Untersuchung des Planktons des Traun-Sees zu verwenden. Zugleich hatte ich Gelegenheit, auch Ende März und in der ersten Hälfte August 1906 einzelne Proben dem genannten See zu entnehmen, um so einen weiter reichenden ÜberbHck über die wechselnde Zusammen- setzung der limnetischen Flora zu gewinnen. Die Fänge wurden zumeist bei Traunkirchen ausgeführt; einzelne stammen aus der Nähe von Ebensee und Gmunden^). Die vorgenommenen Untersuchungen haben vor allem er- geben, daß die Menge des im Traun-See vorkommenden Planktons eine sehr geringe ist, ähnlich, wie dies z. B. bei dem Hallstätter-See'-) der Fall ist. In qualitativer Beziehung ist die Schwebeflora des Traun-Sees arm an Arten, von denen zeitweise nur eine einzige {Asterionella) in größerer In- dividuenzahl vorkommt; es ergeben sich für den März 5, für den Juni 6, für Juli-August 7 Arten Phytoplanktonten, also eine relativ sehr geringe Zahl, wie dies auch aus folgenden Angaben über zwei benachbarte Seen hervorgeht: Juni-Plankton, Wolfgang-See ^) .. . 24 Arten „ Atter-See*) 18 „ „ Traun-See 6 „ oder ein Vergleich mit dem August-Plankton, Wolfgan g- See ^) . 24 Arten Atter-See^)..... 16 ., Hallstätter-See-) 10 „ „ Traun-See 7 „ Es zeigt sich demnach, daß die benachbarten größeren Seen artenreicher sind als der Traun-See. Die geringe Entwicklung des Traun-See-Planktons in qualita- tiver und quantitativer Beziehung dürfte vermutlich in gleicher Weise wie bei dem Hallstätter-See mit der selbst im Sommer re- lativ niederen Temperatur des Seewassers ^) zusammenhängen. Die von mir beobachteten Phytoplanktonten verteilen sich aut folgende Familien: 1) Dieselben brachten aber keine Abweichungen von den Fängen bei Traunkirchen. -) Vgl. Keißler, Über das Plankton des Hallstätter-Sees in Oberöster- reich (Verhandl. d. zool.-botan. Gesellsch. Wien, Bd. LIII [1903], p. 338 ff.). 2) Nach eigenen Untersuchungen. *) Vgl. Brunnthaler, Prowazek und Wettstein,.. Vorläufige Mit- teilung über das Plankton des Atter-Sees in Oberösterreich (Österreich, botan. Zeitschr., Bd. 51 [1901], p. 79). °) Im Jahre 1906 betrug im Monate Juni die höchste von mir bei Traun- kirchen beobachtete Temperatur der Wasseroberfläche 12-loC.; im Monate Juli stieg die Temperatur erst gegen Ende des Monats auf 17° C. 148 März Juni Juli-August Peridineae 1 1 1 Flagellatae 1 Diatomaceae 3 4 4 Chlorophyceae 1 1 1 5 Arten 6 Arten 7 Arten Wir sehen also, daß die Flagellaten (Dinohryon) in dem von mir beobachteten Zeitraum fast ganz fehlen^), die Peridineen und Ohlorophyceen nur durch je eine Art vertreten sind, und daß die Hauptrolle den Diatomaceen zufällt; diese letzteren kommen auch in großer Individuenzahl {Asterionella) im Plankton vor. Nunmehr v^ende ich mich der Charakterisierung des Planktons in den von mir beobachteten Monaten zu unter gleichzeitiger Be- nützung einiger Angaben von Brehm und Zeder baue r über einige andere Teile des Jahres und gebe zu diesem Behufe fol- gende tabellarische Übersicht: Hauptbestandteile des Planktons. Ende März (1906): Asterionclla"-'). April- Mai : ? Juni (1906): Asterionella. 1. Hälfte Juli (1906): Ceratiiim und Asterionella. 2. „ „ „ Ceratium, in zweiter Linie Cyclotella, endlich Difflugia. 1. Hälfte August (1906): Ceratium. 2. „ „ (1902): Dinohryon und Ceratium^). 2. „ Dezember (1902): I^ra^iZana und Asterionella ^). [In den Monaten, in welchen ich beobachtete, überwiegt stets das Phytoplankton]. Wir können demnach ersehen, daß Asterionella während län- gerer Zeit im Plankton eine hervorragende EoUe spielt. Die In- dividuenzahl, in der diese Alge speziell im Monate Juni auftritt, ist eine ganz enorme, so zwar, daß die Proben, indem alle anderen Planktonten ganz in den Hintergrund treten, wie förmliche Eein- kulturen von Asterionella aussehen. Zu betonen ist, daß ich stets nur die var. siibtilis von Asterionella formosa Hassk. nachweisen konnte, während die var. gracillima zu fehlen schien. Zeder- bauer*) gibt dagegen die var. gracillima an. Ich möchte bei dieser Gelegenheit auf einen von Zederbauer ^) aufgestellten allgemeinen 1) Nach Brehm und Zeder bauer 1. c. treten dieselben erst in der zweiten Hälfte August mehr hervor. 2) Brehm und Zederbauer 1. c. gaben für den März 1902 die gleiche Zusammensetzung an. 3) Nach Brehm und Zederbauer 1. c. *) 1. c. 5) Vgl. dessen früher zitierte Abhandlung im Arch. f. Hydrobiol., Bd. I (1906), p. 492. 149 Satz zurückgreifen, daß die Diatoraaceen die Höhe ihrer Entwick- lung in die kältere Jahreszeit verlegt haben, und möchte beifügen, daß dieser Satz gewiß der Hauptsache nach völhg richtig ist, aber doch nicht ohne gewisse Einschränkungen aufrecht erhalten werden kann, was ich damit beweisen will, daß in manchen Seen im Sommer sehr reichlich Diatomaceen auftreten, so z. B. Asterionella im Traun-See, wie früher erörtert, desgleichen im Atter-See^), im Brenn-See bei Villach"), im Wörther-See ^) und Garda-See^), ferner Cyclotella^) im Hallstätter-See ^), Millstätter-See^), Ossiacher-See -) und andere Fälle mehr. Dagegen kann ich die Behauptung Zeder- bauers, daß Ceratium am reichlichsten in der warmen Jahreszeit auftritt, während es im Winter spärlich vorhanden ist oder ganz fehlt, der Hauptsache nach auf Grund verschiedener Beobachtungen völlig bestätigen. Auch in dem hier besprochenen Traun-See ver- hält es sich ganz ähnlich, indem Ceratium erst im Juli reichlicher sich zu entwickeln beginnt. Um einen besseren Überblick über die wichtigsten Planktonten des Traun-Sees und deren Auftreten in den von mir in Unter- suchung gezogenen Zeitabschnitten zu gewinnen, gebe ich im fol- genden eine diesbezüdiche Tabelle: Planktonten (10 m) 1906 2. Hälfte März Juni 1. Hälfte 2. Hälfte 1 Juli 1. Hälfte August Ceratium . . . Dinobryon . Asterionella Cyclotella . . . Difflugia SS sh s SS sh SS mh SS mh s mh SS s SS mh mh s SS SS Es bedeuten : sh = sehr häufig, h = häufig, mh = mäßig häufig, s = selten, ss = sehr selten, = fehlend. Die obige Zusammenstellung ist wohl eine gute Illustration dafür, wie wenige Arten im Plankton des Traun-See von Be- deutung sind. An sonst gewöhnlich häufig vorkommenden Algen vermissen wir insbesondere: Fragilaria, Synedra und Botryo- coccus. Es sei mir auch gestattet, das Plankton des Traun-See mit dem einiger benachbarter größeren Seen zu vergleichen, wobei ich mich nur auf die Hauptrepräsentanten des Planktons be- ziehen will: 1) Vgl. Brunnthaler, Prowazek und Wettstein, Vorläufige Mit- teilung über das Plankton des Atter-See in Oberösterreich (Österr. bot. Zeitschr., Bd. LI [1901], S. 79). 2) Sämtlich nach eigenen Beobachtungen. 150 Juni : Juli; August ; Wolfgang- See Atter-See Traun-See Hallstätte r- See ^ . , Fragilaria Dinohryon ^sterionella ■Asterionella Cerahum Ceratium ' Dinohryon Ceratium Anahaena Ceratium Dinohryon Ceratium Ceratium Asterionella vorwiegend später auch Zooplankton Cyclotella Ceratium später auch Dinohryon Ceratium Cyclotella Wenn wir obige Daten ^) betrachten, so bemerken wir, daß die vier genannten, einander benachbarten Seen zur selben Jahreszeit in Bücksicht auf die Haupt Vertreter des Planktons ziemlich stark voneinander abweichen, wobei hinzuzufügen ist, daß der Hallstätter-See die exzeptionellste Stellung einzunehmen scheint. Zum Schlüsse der Abhandlung füge ich nunmehr bei das Verzeichnis der im Traun-See beobachteten Phyto- planktonten. (März, Juni— August 1906.) Teridineae. Ceratium liirundinella 0. P. M. März, Juni: sehr selten; Juli-August: mäßig häufig. Die Exemplare aus dem Traun-See entsprechen dem von Zederbauer beschriebenen C. austriacum^). Dieselben sind 3-hörnig (nur selten ein 4. Hörn angedeutet), das seitliche Hörn ziemhch lang, etwas schief vorgestreckt; mit jenem Typus übereinstimmend, den Zederbauer 1. c. auf Tab. V, fig, 17 u. 18, für den Traun-See abbildet. Die Größen Verhältnisse sind im März und Juni ca. 130—150 X 56—60 f*, im Juli ca. 155 X 65 ft (eingestreut einzelne schlanke Stücke 168 X 60 ft), im August 120 — 160 X 54 — 70 ^i (in diesem Monat also in der Größe besonders variabel, neben langen, schlanken Formen auch kurze, breite Individuen). Flagellatae. Dinohryon diver gens Imh. März, Juni: fehlend; Juli: sehr selten; August: selten. 1) Diese Dateu wurden teils nach Angaben in den schon früher ange- führten Abhandlungen, teils nach eigenen Beobachtungen zusammengestellt. 2) Vgl. dessen Abhandlung „Ceratium liirundinella in den österreichi- schen Alpenseen" (Österr. botan. Zeitschr. 1904, p. 168). 151 Diatomaceae. Asterionella formosa Hassk. var. suhtilis Grün. März, Juni: sehr häufig; Juli: erst mäßig häufig, dann selten; August: sehr selten. Auffällig ist es, daß trotz genauen Nachforschens kein Exemplar der var. gracülima in den Proben gefunden werden konnte. Die Breite der Sterne betrug ca. 105 — 110 /x und unterlag in den verschiedenen Monaten, sowie in verschie- denen Teilen des Sees anscheinend keinen Schwankungen; nur fanden sich eingestreut im März einzelne Exemplare mit 160 ^ Durchmesser, im August solche mit bloß 80 ^i Durchmesser der Sterne. Einmal beobachtete ich ein Individuum mit bogig ver- krümmten Schalen. Cydotella hodanica Eulenst. März: selten; Juni: sehr selten; Juli: selten; August: sehr selten. Die Schalen hatten, soweit es sich um Fänge bis 10 m Tiefe handelte, einen Durchmesser von 30 bis höchstens 50^; in einigen Fängen, die im Juni aus einer größeren Tiefe ent- nommen wurden (nämlich von 10 m abwärts bis zu 50 m Tiefe), fanden sich eigentümlicherweise fast nur Exemplare mit breiteren Schalen (u. zw. mit ca. 60 ^ Durchmesser). Cydotella comta Kuetz. März: fehlend; Juni- August: sehr selten. Cydotella plandonica Brunnth. in Österr. botan. Zeitschr., Jahrg. 1901, p. 79. Diese Diatomee fand sich nur Ende Juli in einer Probe in wenigen Exemplaren. Die Schalen maßen 27 X 12 ;*. der Zwischenraum zwischen denselben betrug 9 (i, war also kleiner als ihn Brunnthaler angibt. Nach den Untersuchungen von Bachmann^) scheint sich zu ergeben, daß Cydotella socialis Schutt, mit der Cydotella plandonica Brunnth. nahe verwandt, außerordentlich variabel ist und in verschieden gestalteten Ko- lonien auftritt. Nach Bachmann ist auch Cydotella comta Kuetz. var. radiosa Grün, als Synonym zu C. socialis Schutt zu stellen, in deren Formenkreis vielleicht auch Cydotella plandonica Brunnth. eiuzubeziehen wäre. Bachmann gibt an der an- gegebenen Stelle auch sehr instruktive Abbildungen über die Variationen der kolonienbildenden Cydotella- Avten. Synedra idna Ehrbg. var. splendens Brun. März — August: vereinzelt. Schalen 300 — 400 ,a lang, nicht geknöpft. 1) Vgl. dessen Abhandlung, „Der Speziesbegriff" (Verhandl. schweizer, naturforsch. Gesellsch. Luzern, 1905, p. 42). 152 Chlorophyceae. Staurastrum paradoxum Mey. var. longipes Nordst. März — August: sehr selten. Characium De-Baryanum Hansg., Prodr. Algenfl. v. Böhm. I (1886), p. 123. — Dactylococcus De-Baryanus Reinsch, Contrib. ad Algol, p. 78, Ohlorophye. Tab. XI, fig. 1 a — i. März — August: selten (als passives Plankton auf Krusta- ceen aufsitzend). In den Planktonproben sieht man manchmal einige der kleinen Krebse (besonders Cycloj^s- und Diaptomus-AxiQw), die für das freie Auge grünlich gefärbt erscheinen. Betrachtet man eines dieser Tiere unter dem Mikroskop, so gewahrt man, daß sie mit einem dichten Überzug einzelner, grün ge- färbter, dichtkörniger, zartwandiger Algenzellen von breit- elliptischer Form bedeckt sind, welche, wie man an einzelnen Stellen wahrnehmen kann, mit einem zarten Stielchen dem Tiere aufsitzen. Diese Alge wurde seinerzeit von Eeinsch I.e. in die Gattung Dactylococcus gestellt und zugleich mit einer verwandten Art unter dem Namen D. De-Baryanus und D. Hookeri be- schrieben. Die erstgenannte Spezies zeichnet sich durch breit- elliptische Zellen (33 X 16 jx, nach Eeinsch) aus; zu dieser sind die mir vorliegenden Exemplare zu ziehen, deren Zellen allerdings etwas kleiner sind (20 X 12 fi). Die letztgenannte Art (D. Hookeri) besitzt schmal-elliptische Zellen (15—24 X 4 — 8 /tt, nach Reinsch). Mit Recht stellt Hansgirg 1. c. Dactylococcus Hookeri in die Gattung Characium, ebenso richtig ist seine in einer Fußnote ausgesprochene Vermutung, daß auch D. De- Baryanus in die Gattung Characium einzubeziehen sei. Es sei noch bemerkt, daß man mitunter in den Proben die Zellen dieser Alge von den Tieren losgelöst findet; dies dürfte auf den Einfluß der Fixierungsflüssigkeit zurückzuführen sein ^). Zur Entstehung des Wortes „Phanerogamen". Von Jos. Rompel S. J. (Feldkirch). Die botanische Literatur hat sich in den letzten Jahren mehr- I fach mit dem Ursprung des Wortes Phanerogamen befaßt. Wer ist der Urheber des Wortes, wann wurde dieses zum erstenmal gebraucht, hatte es gleich zu Anfang die heutige Bedeutung? Das 1) Anhangsweise sei kurz das Zooplankton skizziert: Protozoen: Dif- i flugia urceolata Gast. Juli: mäßig häufig (sonst fehlend). — Eotatorien: • Anuraea cochlearis Gosse, Notholca longispina Kell., Triarthra longiseta Ehrbg., Chromogaster spec, Polyarthra lüatyptera Huds., sämtliche sehr selten. — Crustaeeen: JDiaptomus, wichtigster Vertreter des Zooplanktons (selten); die anderen Gattungen, außer Cyclops, welches Genus im Juli- August mehr hervortritt, durchwegs sehr selten. Leptodora hyalina Leyd. ganz vereinzelt. 153 sind die hauptsächlichsten Fragen, um welche es sich handelte. Wir wollen in dieser kurzen Mitteilung nicht etwa diese Fragen neu beantworten, sondern der befriedigenden Beantwortung, welche sie bereits gefunden haben, nur einige Ergänzungen beifügen. Aus der Literatur wird deshalb lediglich das angeführt, was zum Ver- ständnis dieser Ergänzungen notwendig ist. Vor kurzem hat P. A. Saccordo^) nachgewiesen, daß die Zurückführung des Wortes Phanerogamen auf Ventenat (1799), wie T. V. Post und 0. Kuntze 1904 angaben^), nicht genügt. Zugleich konnte der italienische Forscher zeigen, daß der Bota- niker Saint-Amans den Ausdruck Phanerogamen geschaffen und schon im Jahre 1791 in dem Journal des sciences utiles veröffentlicht hat. Freilich hatSaccardo nicht Einsicht genommen in das, was Saint-Amans tatsäehHch im Jahre 1791 geschrieben hat, worüber er also auch keine näheren Angaben bringen konnte; Saccardo machte vielmehr seine Entdeckung bei der Durchsicht einer 30 Jahre später erschienenen Schrift, der Flore Agenaise, in welcher Saint-Amans eine Lokalflora seiner Heimat (Agen in Südfrankreich) veröffentlichte. Saint-Amans beansprucht nämlich im Vorwort dieser Schrift gegenüber Ventenat die Priorität für den Namen Phanerogamen und bringt für die Berechtigung seines Anspruchs zweierlei vor; erstens legt er dar, wie Ventenat durch ein Manu- skript des 1793 verstorbenen Botanikers Bulliard das von Saint- Amans an Bulliard mitgeteilte Wort Phanerogamen erfahren, es aber 1799 als seine eigene Prägung ausgegeben habe, und zweitens gibt er genau an, daß die Bezeichnung Phanerogamen von ihm selber schon 1791 in dem Journal des sciences utiles mehrmals gebraucht worden sei. Der erste Punkt läßt sich heute nicht mehr nachprüfen, da die zwei Briefe, auf die sich Saint-Amans beruft — ein Brief Saint-Amans' an Bulliard und dessen Antwort — , wohl überhaupt nicht erhalten sind; man wird aber hierin Saint-Amans ohneweiters beipflichten, wenn es mit der zweiten Aussage genau stimmt. Da Saint-Amans aber zu deren Bekräftigung nicht nur den Titel der Zeitschrift und das Jahr 1791 anführt, sondern auch die Nr. 17 und 18, sowie die Seiten 283, 285 und 291 als Belegstellen für das Wort Phanero- gamen, bezw. Phanerogamie anführt, so wird man der Annahme Saccardos zustimmen, daß schon durch diesen Bericht allein Saint-Amans als Urheber des Wortes Phanerogamen er- wiesen ist. ^) 1) P. A. Saccardo, Chi ha creato il nome „Fanerogame"?, Estratto dal Bulletino della Societä hot. ital., 1906, 3 Seiten. 2) Lexicon generum Phanerogamarum, p. 613 (zit. nach Saccardo). 3) Saccardo schreibt 1. c: „La cosa dunque sembra chiara : l'inventore del titolo Fauerogame fu il Saint-Amans. Non ho potuto controllare la ci- tazione del suddetto Journal des sciences utiles del Bertholon, ma il Saint-Amans la da cosi precisa, che non e il caso di serbar alcun dubbio in proposito". Österr. botan. Zeitschrift. 4. Heft. 1907. n 154 Immerhin dürfte es angezeigt sein nachzuprüfen, was Saint- Amans 1791 tatsächlich geschrieben hat. Seine Angaben vom Jahre 1821 fallen trotz der bestimmten Einzelheiten etwas auf; man vermißt den Titel der Arbeit, welche das neue Wort zuerst enthält, desgleichen die Anführung von einer oder mehreren Beleg- stellen, in denen das Wort Phanerogamen vorkommt; in den An- gaben von 1821 scheint auch die eine oder andere historische Un- genauigkeit vorzukommen, so daß für die Hauptangabe eine sichere Bestätigung nicht unerwünscht sein kann, zumal Saint- Am ans am Schlüsse seiner Bemerkungen die ganze Sache wie eine ofifene Frage dem Entscheidungsurteil der Botaniker vorlegt. Doch auch ganz abgesehen von diesen Erwägungen dürfte es jedem Botaniker willkommen und für die Geschichte der Bo- tanik eine kleine Bereicherung sein, den Originaltext der ältesten Stelle, welche das Wort Phanerogamen enthält, kennen zu lernen. Handelt es sich doch um ein sehr häufiges, vielleicht um das häufigste Wort in der Sprache der Botanik, an dem wir wenigstens praktisch auch heute noch in ausgedehntester Weise festhalten, und ist doch diese älteste Stelle, die wohl seit 1791 überhaupt nicht mehr abgedruckt worden ist, gänzHch verschollen! Wir er- fahren mit ihrer Wiedergabe zugleich, aus welchem Anlaß das Wort geprägt, wie es begründet, welche Bedeutung ihm gegeben wurde. Der letztere Umstand ist nicht ganz belanglos, da ja be- kanntlich De Candolle die Worte Phanerogamen und Krjpto- gamen nicht lange nachher in einer von ihrer heutigen sehr stark abweichenden Bedeutung gebrauchte. Endhch ist das „Journal des sciences utiles" (herausgegeben von Bertholon) eine außerhalb Frankreichs nur sehr selten vorhandene Zeitschrift; es dürfte also auch aus diesem Grunde eine Wiedergabe der betref- fenden Stellen, welche wir dem Exemplar der Pariser National- bibhothek entnehmen, nicht unerwünscht sein. Die Nachprüfung ergibt zunächst, daß Titel, Jahrgang und Nummern der Zeitschrift genau zu den Angaben Saint-Amans' von 1821 stimmen. Wir finden aber sogleich, daß das Wort Pha- nerogamen 1791 auf eine sehr bescheidene Weise ins Dasein trat. Es erscheint zuerst nicht etwa in einer längeren Origiualarbeit von Saint-Amans, sondern in einem kritischen Referat über den ersten Band des Werkes „Histoire des Champignons de la France par Bulliard", welches „M. de Saint-Amans" unter- zeichnet ist. Für den Referenten war insofern ein Anlaß vor- handen, ein neues Wort zu bilden, als Bulliard in seinem Werke die damals schon viel ventilierte Frage von der Sexualität der Pilze eingehend erörtert und die Verhältnisse mit den deutlich sexuellen Pflanzen zu vergleichen gesucht hatte. ^) In der Diskussion über diese Dinge bringt nun Saint-Amans folgenden Satz auf 1) Vgl. das Werk Bulliards oder auch K. Sprengel, Geschichte der Botanik, 1818, II, pag. 256. 155 S. 283: „Dous nous bornerons, ä cet egard, ä faire remarquer, que si les vegetaux phanerogames (1) presentent une grande variete dans la duree des individus selon leur differentes especes, la meme differenee se rencontre dans les cryptogames et particulierement dans les Champignons". Das ist der erste Satz mit dem Worte Phanero- gamen. Wäre weiter nichts gesagt, wer würde denken, es sei hier zum erstenmal ein neu geprägtes Wort in Kurs gesetzt worden! Doch das Zeichen „(1)" verweist auf eine Fußnote, die folgende Sätze enthält: „J'ai adopte ce mot par Opposition ä celui de cryptogames introduit dans la botanique par le celebre Linne. S'il est re^u comme il rae semble meriter de Tetre, celui de phanerogamie le sera bientot aussi pour de- signer les 23 premieres classes du Systeme sexuel, c'est- ä-dire toutes les plantes a fleurs visibles." Es ist also klar gesagt, daß Saint- Aman s sich bewußt ist, ein neues Wort gebildet und es hier zuerst gebraucht zu haben, daß das neue Wort alle Pflanzen der ersten 23 Linneschen Klassen umfassen soll. Linne s 24. Klasse führte bekanntlich den Namen Cryptogamia; als entsprechende Bezeichnung bringt Saint-Amans an zweiter Stelle das Wort „phanerogamie" in Vorschlag. Bekannt- lich haben sich diese beiden Ausdrücke Phanerogamie und Krypto- gamie, die in den ersten Jahrzehnten des XIX. Jahrhunderts nicht selten waren, später nur wenig im Gebrauch erhalten, ümsomehr kamen die zwei Formen Phanerogamen und Kryptogamen auf, die der späteren Zeit so sehr als korrelate Formen erschienen, daß man nicht selten für beide einen Urheber, nämlich Linne, an- nahm. Aus dem Vorwort der „Flore Agenaise" (1821) ersieht man noch, daß Saint-Amans schon „lange Zeit" vor 1791 an die neue Wortbildung gedacht hat ; ,. es war ihm aufgefallen, daß die Pflanzen „mit unsichtbaren Blüten" den gemeinschaftlichen Namen „Cryptogamia" trugen, während den Pflanzen „mit deutUchen Blüten" ein entsprechender Name nicht gegeben worden war, bzw. ihm nicht bekannt war. Saint-Amans hat übrigens in seinem Referat (1791) das neue Wort noch mehrmals gebraucht; er spricht von der „Organisation si diflferente des vegetaux phanerogames et cryptogames", von den „globules de la poussiere fecondante des plantes pha- nerogames", von der „fecondation de vegetaux phanero- games" und sagt nochmals ausdrücklich „les plantes que nous avons nommees phanerogames". Es sei noch bemerkt, daß sich außer den Bildungen „phanerogamie" und „phanerogame" andere wie etwa „phanerogamique" nicht vorfinden. Der neue Terminus erscheint zuerst, wie schon gesagt wurde» . in einem Referat über ein Werk, welches den als Mycologen be- kannten französischen Botaniker Bulliard zum Verfasser hatte. Es wird dadurch verständlich, wie gerade Bulliard das Wort 11* 156 Pbanerogamen von Saint-Amans auf Ventenat übermitteln konnte, und die spätere Angabe Saint-Amans' (1821), daß er Bulliard auch brieflich mit dem neuen Worte bekannt gemacht und daß dieser sich bereit erklärt habe, das Wort im 2. Bande seines Pilzwerkes zu verwenden, erscheint jetzt sehr glaubwürdig. Das Manuskript des Bulliard sehen Pilzwerkes fiel aber nach dessen schon 1793 erfolgtem Tode an Ventenat. Demnach ist wohl anzunehmen, daß Ventenat durch dieses Manuskript das neue Wort erfuhr und nicht etwa aus dem Journal des sciences utiles 1791, da er es sonst schwerlich unterlassen hätte, Saint- Amans als den Urheber des neuen Wortes zu bezeichnen, als er es 1799 in seinem Tableau du regne vegetal gebrauchte. Es liegt noch die Frage na.he: Welche Veröffentlichung hat mehr getan für die Verbreitung des Wortes, die Saint- Amans' von 1791 oder die Ventenats von 1799? Ohne allen Zweifel die letztere, ja wir müssen annehmen, daß ohne Vente- nats Veröffentlichung das von Saint-Amans gebildete und zu- erst veröffentlichte Wort keinen Eingang gefunden hätte. Hat ja allem Anscheine nach, wie schon angedeutet, nicht einmal Ven- tenat etwas gewußt von der ersten 1791 erfolgten Veröffent- lichung! Das mehrfach erwähnte Journal des sciences utiles wird demnach keine große Verbreitung oder kein besonders hohes Ansehen gehabt haben; dazu kam, daß das neue Wort nur in der verborgenen Ecke eines Eeferates steht und daß die gerade damals in voller Entwicklung stehende französische Eevolution einer sofortigen Aufnahme und Verbreitung des Wortes wenig günstig war. J. F. Boudon de Saint-Amans (1748—1831) gehört nicht zu den hervorragenden Botanikern Frankreichs; immer- hin sind seine floristischen Schriften auch über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt geworden, wie aus Sprengeis und aus Wincklers Geschichte der Botanik hervorgeht. Eine Zu- sammenstellung dieser Schriften und nähere Angaben über das Leben und die Wirksamkeit Saint- Am ans' bringen die größeren biographischen Sammelwerke Frankreichs, auf die wir den Leser verweisen. Beiträge zur illyrischen Flora. Von Karl Maly (Sarajevo). Moenchia mantica (L.) Bartl. (Cerastium manticum L.) Hercegovina: Cabulja Planina. Yar. hercegovinica m. Stengel sehr dünn, etwa bis 14 cm hoch. Blumenblätter so lang wie die nur 4*5 — 5 "5 mm langen Kelchblätter. Griffel 4. Hercegovina: Dubrava bei Sovici, Bez. Ljubuski (leg. Fiala 1890 als M. 7nanüca). 157 Die Gattung Moenchia, von Cerastium, wie es scheint, nur schwach verschieden, zerfällt in zwei Gruppen. Eine hievon hat ihr Verbreitungszentrum in Westeuropa und ist durch tetramere Blüten ausgezeichnet {Occidentales m.). Hieher gehören 31. odandra Gay^) und M. ereda (L.) G. M. Seh. Die zweite Gruppe hat ihr Verbreitungszentrum in Osteuropa und ist durch pentamere Blüten gekennzeichnet {Orientales m.). Hieher M. graeca Boiss. et Heldr. und M. mantica. Zu dieser gehören a typica m. (C. manticum L.) mit weißen Blüten, die kaum hievon verschiedene ß hulgarica Vel. und y coeriilea (Boiss.) Janchen, die bei W. K. Icon. plant, rar. Hung. I. tab. 96 abgebildet ist (Ungarn: Esseg). Zu M. graeca gehört die Abart ß serbica Adam. Euphorbia agraria M. B. [Flor. Taur. Cauc. I 375 (1808), HI 326; Boiss. in DC. Prodr. X 2, p. 163] var. siibhastata Gris. in Aschers. etKanitz, Catal. Cormophyt. (1877) p. 92. E. siib- hastata Vis. et Panc. in Mem. ist. Venet. X (1861) 444 t. VII; do. Plant. Serb. I (1862) 22 t. VII. Ich beobachtete diese Pflanze zuerst gelegentlich eines Aus- fluges mit Herrn Erwin Janchen am 14. Mai 1906 an den steilen Schutthalden der Abstürze des Lipovac (Starigrad) bei Sarajevo. Da ich jedoch nur zwei erst im Aufblühen begriffene Stücke fand, mußte ich diese Stelle noch mehrmals aufsuchen. Trotzdem gelang es mir dieses Jahr nicht mehr, daselbst blühende Pflanzen zu finden, obwohl ich sehr oft sterilen Sprossen be- gegnete. Prächtige Blütenexemplare fand ich hingegen an den dem Lipovac gegenüber liegenden Hängen des üdes. Die Höhen- lage dieses Vorkommens beträgt etwa 700 — 950 m ü. d. M. Blüte- zeit Mai — Juni, Fruchtzeit Juli. Unsere Pflanze stimmt mit der Abbildung bei Visiani und Paucic 1. c. vollkommen überein. Von der Leitart ist sie durch die großen zungenförmigen, stumpfen und oft ausgeran- deten Blätter verschieden. Andere Unterscheidungsmerkmale kann ich vorderhand nicht feststellen, da ich leider über kein genügendes Vergleichsmaterial verfüge. Ich bemerke nur, daß die gemeinsame Hülle (Involucrum) bei unserer Pflanze innen kahl und der Stengel im Leben rund ist, im getrockneten Zustande aber bald gestreift erscheint. Auch sind die Drüsen des Involucrums im Leben nicht bräunlich, sondern gelb oder gelblichgrün ^). Die sterilen Sprosse haben meistens viel schmälere, verkehrt eirund- lanzettliche, spitze Blätter und dünnere, niedrigere Stengel. E. agraria var. subhastata wurde von Ascherson und Kanitz 1. c. für die Hercegovina angegeben, jedoch ohne ^) Kommt nach Boissier merkwürdigerweise auch um Smyrna, Trape- zunt und in Armenien vor, fehlt jedoch im mittleren und östl. Europa. 2j Vergl. Visiani et Panöic 1. c. und Grisehach Spicil. I 143 unter £J. thyrsiflora, die ebenfalls in den Formenkreis der E. agraria gehört oder nach Boissier und Velenovsky mit letzterer identisch ist. 158 Nennung eines näheren Fundortes. Da ich in der floristischeu Literatur vor dem Jahre 1877, dem Erscheinungsdatum des Catalogus, nichts vorfinde, vermute ich, daß die Pflanze Armin Knapp, der im Jahre 1869 im Auftrage der beiden Autoren in unseren Ländern sammelte, in der Hercegovina gefunden hat. Bekanntlich wurde die Ausbeute Knapp s bei der Verfassung des Catalogus benutzt, doch ist mit wenigen Ausnahmen nichts Näheres über sie bekannt geworden. Der Fundort bei Starigrad ist am weitesten nach NW. vorgeschoben. Einer der Originalstandorte findet sich nächst Mokragora in Serbien unweit der Landesgrenze. Astragalus ghjcyphylloiäes DC. var. Serbiens Gr. Beck in Anna!. Hofmus. Wien XI (1896) 75. A. Serbiens Panc. in Sched. nach G. Beck 1. c. nicht Wettstein iö Sitzb. der Akad. Wissensch. Wien XCVIII (1889\ 390 (nom. sol.); G.Beck inKeichenb. Deutschi. Flora XXII, S. 121. Bosnien: An Waldrainen und Wegen am Trebevic bei Sarajevo, ca. 1100 — 1500 m mit A. (jlijcyphyUos L. A. glycy phylloides unterscheidet sich von A. ghjeyphyllos durch den mehr aufrechten Stengel, die stärkere Behaarung, die kleinen, schmalen, häutigen, fadenartig zugespitzten Nebenblätter, die kürzeren (2 — 3 cm langen), halbellipsoidischen, fast geraden Hülsen, welche nach Boissier^) nur 10 — 12 Samen enthalten. In der Behaarung der Infloreszenz stimmt er mit A. glycyphyllos var. bosniaeus G. Beck^) überein. unsere Pflanze ist von der im Herb. norm. ed. J. Dörfler nr. 4238 von Taurien ausgegebenen nur durch die etwas spitzigeren Blättchen, die in 6 bis 9 (10) Paaren an der Blattspindel stehen, verschieden. Die von Janka^) zwischen der serbischen und der südrussischen Pflanze gefundenen Verschiedenheiten vermag ich au unserer nicht zu bestätigen. A. glycyphylloides wurde neuerdings in Bulgarien auf- gefunden*) und ist auch aus Griechenland bekannt^). Vielleicht beziehen sich die Angaben von A. galegiformis L. bei Semlin, in Siebenbürgen und im Moldaugebiet auf A. glycyphylloides^)^ bezw. deren Abart A. Serbiens Pancic. Satureia montana L. Yar. JBlavii Aschers, ap. Blau, Keisen in Bosnien (1877) S. V, 23 u. 75, nomen solum. Stengel zweizeilig behaart. Blätter verkehrt eiförmig-lan- zettlich, 17 — 25X3 — 5 mm, kurz zugespitzt und namentlich die oberen grannig bespitzt, kahl oder fast kahl. Blumen- ') Flora Orientalis II, p. 267. 2) In Annal., 1. c. S. 75. 3) Österr. botan. Zeitschrift 1869, S. 117, Anm. 1. 4) Davidoff in Österr. botan. Zeitschrift 1902, S. 494. 5) Hai, Consp. I, p. 438. *5) Vgl. Janka, 1. c. 159 kröne dunkelrot. Sonst wie die var. communis Vis. (Vergl. Briquet, Lab. des Alp. mar. II 399.) Hercegovina: Bei LisiCiö an der Narenta und am Felsen- paß bei Visnjevo nordwestlich von Gacko. (Blau, 1. c.) Fehlt von beiden Orten sowohl im hiesigen Dublettenherbar Blaus als auch in dessen Herbarkatalog. Hingegen sah ich von fol- genden Orten Blaus Originalexemplare: Rechtes Ufer der Na- renta bei Jablanica und Porim Planina (Nr. 1078), südliche Hälfte von Zagorijen und Vucja Brda (Nr. 1790), Paljev dol zwischen Bisina und Stara Karaula an der Straße von Mostar nach Nevesinje (Nr. 1911), Tresanicatal (Nr. 2463). Ich sammelte die Pflanze bei Paljev-dol, ca. 1000 m (s. o.) und auf der Lisin bei Ivan, 1740 m. Nach diesen Stücken wurde auch die Farbe der Blumenkronen beschrieben, da die Origi- nalen bereits verfärbt sind. Die Beständigkeit der Merkmale muß noch an lebendem Material überprüft werden. Zu S. montana var. Blavii gehören auch zum Teil jene Pflanzen, die Baldacci vom Berge Popratit bei Trijepsi an der montenegrinisch-albanesischen Grenze ausgab. (Iter Albanicum octavum 1902, Nr. 263.) S. montana var. Blavii verhält sich zu S. montana L. ähnlich wie Hifssop'us officinalis L. var. aristatus. [Godr. in Mem. Acad. Stanisiav Ser. III (1850) p. 106] Briquet, Lab. des Alp. marit. II 383 = H. officinalis var. püifer Griseb. ap. Pantocs. zu H. officinalis L. Satureia silvatica (Broinf.) m. [= S. Calamintha (L.) subsp. silvatica Briquet] ß JBoveana m. Stengel zahlreich, ausgebreitet, rutenförmig, bis über 60cm lang, mit verlängerten Ästen. Blätter mittelgroß, im Mittel 23 X 17 (21—33 X 15—27) mm, rautenförmig oder eirund. Serratur aus abgeflachten bis 0'5 (0"75) mm hohen und 2*5 — 5 mm voneinander entfernten Sägezähnen bestehend. Blust lang. Die unteren Scheinwirtel kürzer, die mittleren länger als die nach oben an Größe abnehmenden Blätter. Cymenstiele der unteren Scheinwirtel 6 — 8 mm lang. Die primären Cymenäste kürzer (selten so lang) als die Deckblätter, die sekundären rudi- mentär. Zwitterblüten 15 — 17 mm lang. Bosnien: Am Abhang der Hrastova glava gegen die La- pisnicaschlucht. Blüht Ende August, anfangs September. Die Abart JBoveana stellt eine S. silvatica mit zahlreichen rutenförmig verlängerten Zweigen und kleinen rautenförmigen Blättern mit schwächerer Serratur dar. Ä. ascendens (Jordan sub Calamintha) m. hat kleinere Blüten^), eine i-ndere Blattform, noch mehr abgeflachte Säge- zähne und ist stärker behaart. ^) „La corolle ne depasse pas 10 ou 12 mill. au plus en longeur" Jordan, Observ. IV, p. 11. 160 Noch mehr verschieden ist S. menthifolia (Host) Fritsch. Die neue Abart widme ich dem Geologen Ami Boue, der in den Jahren 1837 und 1838 unsere Länder bereiste und hie- bei auch der Flora seine Aufmerksamkeit schenkte. (Schluß folgt.) Akademieen, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. I. Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzung der math.-naturw. Klasse vom 24. Jänner 1907. Dr. Rudolf Wagner überreicht eine Arbeit mit dem Titel: „Zur Morphologie des Tabaks und einiger anderer Nicotiana -Arten". Die Morphologie des Tabaks ist bis heute noch nicht studiert. Verfasser behandelt der sehr komplizierten Verhältnisse wegen zu- nächst zwei andere, übersichtlicher gebaute Arten, nämlich N. pa- niculata R. et P. und N. Langsdorffii Weinm., um dann zu N. Tabacum L. überzugehen. Die Blütenstände lassen sich vom Pleio- chasium ableiten, bezw. stellen Modifikationen desselben dar, in denen das Auftreten von Beisprossen eine große Rolle spielt, dann aber die relative Sterilität des a -Vorblattes, das schließlich in höheren Sproßgenerationen ganz abortiert. Die entsprechenden Fartialinfloreszenzen stellen bei den untersuchten Arten Wickel- sympodien dar, die allgemein durch progressive Rekauleszenz kom- pliziert sind, wobei für N. tabacum L. noch die Rekauleszenz der serialen Achselprodukte sehr charakteristisch ist. Die sonst bei Beisprossen häufigen atavistischen Züge konnten bei der unter- suchten Kulturform nicht konstatiert werden, scheinen aber einer in den Gebirgen Mexikos vorkommenden Form noch eigen zu sein. Auseinandersetzungen über die Bewertung der Charaktere für phylo- genetische Fragen, sowie die Mitteilung eines sich auf zahlreiche, bisher morphologisch nicht studierte Gattungen der Solanaceen bezüglichen kasuistischen Materials hinsichtlich der progressiven Rekauleszenz und auch der Vorblattanisophyllie beschließen die Abhandlung. Sitzung der math.-naturw. Klasse vom 7. Februar 1907. Das k. M. Prof. Hans Molisch übersendet eine im pflanzen- physiologischen Institute der k. k. deutschen Universität Prag von Realschullehrer Ferdinand Schorn ausgeführte Arbeit: „Über Schleimzellen bei einigen ürticaceen und über Schlei m- zystolithen bei Girardinia palmata Gau dich. 161 I. In dieser Arbeit wird das Vorhandensein von Schleimzellen bei einer Anzahl von ürticaceen, nämlich bei Pellionia Daveauana N. E. Br., Urtica dioica L., Splitgerbera japonica 'Mi({., Boehmeria speciosa und Girardinia palmata Gaudich. nachgewiesen und da- mit höchst wahrscheinlich gemacht, daß sich bei einer ausgedehn- teren Untersuchung noch andere ürticaceen als schleimführend er- weisen werden. IL Die Schleimzellen finden sich bei Pellionia Daveauana im Grundgewebe des Stengels und im beiderseitigen Wassergewebe der Blätter, in der Wurzel jedoch nicht, bei Urtica dioica nur in der Epidermis der häutigen Knospenschuppen, bei Splitgerbera ja- ponica im Grundgewebe des Stengels und des Blattstieles, ferner in den stärkeren Kippen der Blattspreite, meist in der Nähe der Gefäßbündel, bei Boehmeria speciosa im Grundgewebe des Stengels und der Knospenschuppeo. bei Girardinia palmata im Grund- gewebe des Stengels, des Blattstiels, der Wurzel und der Knospenschuppen, selten auch in den stärkeren Rippen der Blatt- spreite. III. Der Schleim in den genannten Pflanzen gehört den sog. Membranschleimen an. In ihrem Baue gleichen die Schleimzellen der ürticaceen denen der Malvaceen, Tiliaceen u. a. Ausgenommen sind die Schleimzellen von Girardinia 2)(il^nata, in denen der Schleim in der Form von Zystolithen vorkommt, die der Verfasser als Schleimzystolithen bezeichnet. IV. Diese Schleimzystolithen sind insofern von Interesse, als sie gestaltlich mit typischen Zystolithen übereinstimmen und ge- schichtet sind, aber keinerlei Inkrustierung mit kohlensaurem Kalke aufweisen. In dieser letzteren Beziehung gleichen sie den von Molisch entdeckten Zellulosezystolithen im Marke von Goldfussia. V. Die Entwicklung der Schleimzellen «urde besonders studiert bei Pellionia Daveauana. Der Schleim entsteht hier aus der Zellmembran, u. zw. aus der sog. Verdickungsschichte. Die im Schleime häufig vorkommenden birnförmigen Einschlüsse, Aus- sackungen und Zipfel sind entwicklungsgeschichtlich durch die un- gleich rasch vor sich gehende Verschleimung der Membran zu erklären. VI. Der Schleim dient höchstwahrscheinlich als Wasser- speicher und erhöht dadurch die Widerstandskraft der Pflanzen gegenüber dem Vertrocknen. Sitzung der math.- naturw. Klasse vom 10. Jänner 1907. Dr. Rudolf Wagner legt eine Abhandlung vor mit dem Titel: ,Zur Morphologie der Sanchezia nohilis Hook, fil." Über die morphologischen Verhältnisse der 1794 von Ruiz und Pavon aufgestellten Gattung Sanchesia war bisher so gut 162 wie gar nichts bekannt; ihre Zugehörigkeit zu den Acanthaceen ■wurde erst 1866 von Hooker fil. anläßlich der Beschreibung der jetzt in den Glashäusern verbreiteten >S'. nohilis festgestellt. Mit dieser Art hat sich der Verfasser eingehender beschäftigt und recht eigenartige Verhältnisse festgestellt. Die Partialinfloreszenzen erster Ordnung sind in zwei um 90*^ verschobenen Zeilen an- geordnet und stellen ihrerseits serial bereicherte Wickelsympodien dar; die a- Vorblätter sind stets steril. Die größte Merkwürdigkeit bildet aber das Auftreten homodromer Blüten, die entweder durch Metatopie der Vorblätter oder der Sepalen 1 und 3 erklärt werden können; Verfasser entschließt sich für das letztere und bezeichnet solche Blüten als pseudeutopisch. Da sie sich in prozentuell mit den Generationen steigender Zahl finden, so wird die Beobachtung zum Anlaß für Spekulationen phylogenetischen Charakters und der Fall läßt sich im Sinne des biogenetischen Grundgesetzes deuten. Das w. M. Hofrat J. Wiesner legt eine Abhandlung: „Die ,Kohleschicht' im Perikarp der Kompositen" von Dr. T. F. Hanausek, k. k. Gymnasialdirektor in Krems, vor. In dieser wird über die Eigenschaften und die Entwicklungs- geschichte der in der Fruchtschale verschiedener Kompositen vor- kommenden schwarzen Masse Auskunft gegeben. Die beispiellose Widerstandsfähigkeit dieser schwarzen Masse gegen die Einwirkung aller lösenden und oxydierenden Reagenzien berechtigt zu der An- nahme, daß diese verbrennliche Substanz einen sehr hohen Kohlen- stoffgehalt besitzen müsse. Ihr erstes Auftreten erfolgt in den ge- meinsamen Außenhäuten (Mittellamellen) der Bastzellen und des Hypoderms und es ließ sich der Nachweis erbringen, daß die Außenhäute selbst sich in die schwarze Masse umwandeln, wobei auch noch andere Teile der Zellwand in den ümwandlungsprozeß mit einbezogen werden. Die physiologische Bedeutung dieser An- häufung einer so kohlenstoffreichen Masse in der Fruchtschale ist bisher gänzlich unaufgeklärt. Das k. M. Prof, v. Höhnel legt eine mykologische Ab- handlung: „Fragmente zur Mykologie" (III. Mitteilung, Nr. 92— 1.5-i) vor. In derselben werden die zu Tomentella -krteü gehörigen Bo- trytis-Formen, Odontia cristidata (Fries), die sanguinolenten Poria- Arten Europas, Collyhia atramentosa Kalchbr., Pratella-FoYmen mit /«oc^/^e-Cystiden, Rosellinia Niesslii Auersw., Nectria cosma- riospora, Venturia Straussi Sacc. et R. und Gibhera salishirgensis Niessl., Bomhardia fasciculata Fr., Coronophora thelocarpoidea V. H., Pscudovalsa profusa (Fr.), Phyllachora dolichogena (B. et Br.), 17 von Feltgen aufgestellte Formen, die Gattung Clono- stachys und einige andere Formen näher besprochen. Ferner wurden an neuen Gattungen aufgestellt: Protodontia, Spaerodermella, Wettsteinina, Clonostacliyopsis, Linodochium und Pseudosphaeria. An neuen Arten werden 47 beschrieben: Protodontia uda, Helicohasidium farinaceum, Inocyhe pluteoides, Meliola longiseta. 163 Limacinia spinigera, Limacinula samoensis, Micropeltis Reclini- geri, Sphaeroderma hypomyces, Spli. epimyces, Nectria modesta, Calonectria oUvacea, Letentruea rJiyncliostoma, Helminthospliaeria Odontiae, H. Corticiorum, Mycosphaerella Aretiae, Focospliaeria hakanica, BhyncJwstoma miniifellum, Amphisphaeria nitidida, jSIelanopsamma liypoxyloides, Pleosphaeria malacoderma, PL sylvi- cola, PJiysalospora Hoyae, Fh. Fagraeae, Didymella Passiflorae, AntJiostoma Coco'is, Wettsteinina gigaspora, Dothidella Musae, Homostegia graminis, Hystermm samoense, Orhilia hotidispora, Hyalinia crenatomarginata, Pirottaea pini, Phialea epihrya, PJiyllosticta Colocasiae, Pli. colocasiaecola , Collonema rosea, Fusi- coccuni Macarangae, Septoria ehurnea, Trichosperma cypjJielloidea, Pestalozziella ambigua^ Gonatorhodiella eximia, Clonostachys cy- lindrospora, Harziella effasa, Cercospora Kleinhofiae, Clastero- sporium glandidae forme, Dendryphiiim pini und Fusarium cir- rhosum. Sitzung der math.-naturw. Klasse vom 7. März 1907. Dr. Rudolf Wagner überreicht eine Arbeit mit dem Titel: „Zur Morphologie der Gattung Creochltoii Bl." Die Gattung Creocluton wurde 1831 von Blume aufgestellt; wie die ungeheure Mehrzahl aller Melastomaceen entbehrt sie heute noch einer morphologischen Bearbeitung. Verfasser hat das Material des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums untersucht und konnte daran die Unrichtigkeit der bisherigen Literaturangaben konstatieren. Die Blütenstände der beiden einander sehr nahe ste- henden Lianenarten aus Java gehören zu dem erst seit wenigen Jahren bekannten Typus der unterbrochenen Primanpleiochasien, deren Ableitung Verfasser 1903 an anderer Stelle gegeben hat. Die eine Art, Cr. pudiljunda Bl., hat einen habituell recht merk- würdigen, in einer Ebene entwickelten Blutenstand, der durch se- riale Bereicherung zustande kommt. Verfasser bespricht die Ver- breituDg der beiden kasuistischen Eigentümlichkeiten, der unter- brochenen Pleiochasien und der Serialsprosse bei den Melastoma- ceen, und führt eine größere Anzahl von bisher nicht bekannten Beispielen aus den Tribus der Tibouchineen, Rhexieen, Microlicieen, Merianieen, Oxysporeen, Dissochae teen, Miconieen, Blakeen, Astronieen, Axinandreen und Me- mo cyleen auf. II. Wiener l)otaiiisclie Albende. Versammlung am 7. November 1906. — Vorsitzender: Prof. Dr. E. v. Wettstein. Privatdozent Dr. 0. Porsch hält einen Vortrag über „Futter- gewebe als Honigersatz. 164 Anknüpfend an seine Untersuchungen über Futter haare und Blütenwachs als den fehlenden Honig stellvertretende Insekten- anlockungsmittel ^) stellte sich der Vortragende die Frage, über welche Insektenanlockungsmittel die Blüten j ener zahl- reichen Orchideen-Arten verfügen, denen nachweisbar so- wohl Nektar als Futterhaare und Blütenwachs fehlen, die sich aber anderseits durch lebhafte Farbe, auffal- lenden Geruch und Größe sowie ihren gesamten mor- phologischen Bau als hochgradig angepaßte Insekten- blumen qualifizieren. Schon im Bereiche der heimischen Flora haben die Unter- suchungen von Darwin, Herm. Müller, Kern er u. a. ergeben, daß eine Eeihe lebhaft gefärbter und zum Teil auch morpho- logisch weitgehend an die Fremdbestäubung durch Insekten an- gepaßter Blüten (Leucojiwi, Spartium, Orchis mascula, morio. tmli- taris, Centanrium erythraea etc.) niemals freiliegenden Honig pro- duzieren. Der Honig, welcher hier in bestimmte Gewebe ein- geschlossen ist, muß vielmehr erst seitens der Insekten erbohrt werden. Immerhin handelt es sich jedoch auch hier um flüssigen Honig als Insektennahrungsmittel, nur liegt derselbe nicht offen in der Blüte zutage. Ganz anders verhalten sich jedoch nach dieser Eichtung hin die oben erwähnten Orchideen, und zwar handelt es sich hier vor allem um Arten der Gattungen Catasetum, CoryantJies, Stanhopea, Gongora, Cyrrhaea, Maxiilaria, Oncidkim etc. Schon im Jahre 1865 hatte der frühere Direktor des botanischen Gartens auf Trinidad Dr. H. Crüger beobachtet, daß verschiedene Arten der Bienen- gattung Euglossa in den frühen Morgenstunden an den Blüten von Arten der Gattungen CoryantJies, Stanhopea, Catasetum, Gongora und CirrJiaea mit großer Gier regelmäßig ganz bestimmte, scharf abgegrenzte Gewebspartien des Labellums abfressen. Ja, an manchen Blüten spielen sich sogar ganze Kämpfe zwischen den Tieren ab, um zu den vielbegehrten Leckerbissen zu gelangen. Diese blüten- biologisch wichtigen Beobachtungen C rügers wurden in jüngster Zeit durch die Hymenopeterologen Adolf Ducke (Para) und Dr. Schrotky bestätigt. Für die Blüten von Oncidium flexuosum hatte schon seinerzeit Fritz Müller angegeben, daß er im brasi- lianischen ürwalde öfter die an der Basis des Labellums befind- lichen Warzen häufig von Insekten abgefressen fand. Weiters teilte dem Vortragenden Dr. Löfgren, Direktor des botanischen Gartens in S. Paulo (Südbrasilien), auf briefliche Anfrage hin mit, daß er öfter Euglossa-Arten auf den Blüten einer Maxillaria-Art antraf. Nach diesen, am natürlichen Standorte der Heimat gemachten unzweideutigen Beobachtungen konnte es keinem Zweifel unter- liegen, daß die von den Insekten mit solchem Behagen 1) Vgl. Wettstein, Vegetationsbilder aus Südbrasilien, ferner Porscb in dieser Zeitsclir. 1905 u. 1906. 165 verzehrten Gewebspartien die den hier fehlenden Honig ersetzende Insektenlockspeise darstellen. Dazu kommt noch, daß diese Gewebe ausnahmslos derart postiert sind, daß die Insekten beim Abfressen derselben unvermeidlich die Bestäubung vornehmen müssen. Demgemäß stand zu erwarten, daß die histo- logische und mikrochemische Untersuchung dieser vom Vortragenden als „Futtergewebe" bezeichneten Gewebspartien auch entspre- chende Anpassungen an ihre Funktion als Insektenlockspeise er- geben dürfte. Die genaue histologische und mikrochemische Untersuchung des umfangreichen, von Prof. v. Wettstein aus Südbrasilien mit- gebrachten lebenden Materials hat dennn auch diese Vermutung glänzend bestätigt. So hat sich gezeigt, daß in den „Futter- geweben" ein eigener Gewebetypus vorliegt, der eine Keihe gemein- samer Anpassungsmerkmale aufweißt, die nur vom Standpunkte ihrer biologischen Funktion aus verständlich sind und ohne Rück- sicht auf die natürliche Verwandtschaft immer wiederkehren. Aus der Fülle der Einzelergebnisse seien hier bloß die Haupt- punkte hervorgehoben^). Die ausnahmslos für das freie Auge deutlich sichtbaren Futtergewebe treten in der Regel als verschieden geformte Schwielen oder Unebenheiten an genau bestimmten Stellen des Labellums auf, so bei Catasetum, Cirrhaea, Gongora, Maxil- laria; in anderen Fällen sind sie kurzwarzig (Oncidium- Arten). Bei den Stanhojjea- Arten stellen sie dagegen langgestreckte Warzen dar, welche den Innenraum des stark ausgehöhlten, fleischigen Hypochils auskleiden. Wie die Futterhaare sind auch die Futtergewebe ausnahmslos sowohl durch ihre dünnen Zellulosemembranen als auch durch ihren reichen Nährstoffgehalt ausgezeichnet. Als Nährstoffe kommen in Betracht: In erster Linie Eiweiß, Fett, Glykose (bei Catasetum an eigene große Zellen gebunden), Stärke und Amylodextrin {Stan- liopea). Eiweiß findet sich ausnahmslos bei allen daraufhin unter- suchten Gattungen in großer Menge und tritt gewöhnlich in Form verschieden großer Körnchen, seltener als je ein großer Krystalloid in jeder Zelle auf {Maxülaria lutescens). Bisweilen erscheinen beide Arten von Vorkommnissen in einer Zelle vereinigt {Maxiilaria pumila). Bei Maxillaria nana tritt das Eiweiß in jeder Zelle als homogene, dichte Masse an der Innenseite der einzelnen Zellen und außerdem in Form zahlreicher Körnchen auf. Fett findet sich in Gestalt zahlreicher verschieden großer Tröpfchen. Die übrigen Nährstoffe bieten nichts besonders Interessantes dar. Erweisen sich dem Gesagten zufolge die Futtergewebe aui Grund ihrer Membranbeschaffenheit und ihres außerordentlich reichen Nährstoffgehaltes als ausgezeichnete Insektenlockspeise, so 11 j Eine ausführliche Darstellung dieses Gegenstandes an der Hand zahl- reicher Abbildungen erscheint demnächst in Pringsheims Jahrb. f. wissensch.. Botanik. 166 verdient überdies ein weiteres Anpassungsmerkmal derselben unser besonderes Interesse, weil es bei allen erwähnten Gattungen wieder- kehrt, nämlicb die Abstoßung der kutinisierten Schichten, resp. der Kutikula der Außenwän de der epidermoidalen Futtergewebszellen. Dadurch wird der für die Insekten unverdauliche Teil ausgeschaltet und ihnen bloß die reine Nahrung dargeboten. In der Regel erfolgt dies einfach durch Ablösung von den sehr dünnen Zelluloseschichten der Außenwände, die dann selbst oft zerreißen {Catnseium, Stanhopea etc). Bei Maxiilaria nana dagegen erscheint dadurch eine präformierte Abrißzone geschaffen, daß die auffallend dünnen Seitenwände der epidermoidalen Futter- gewebszellen an den Ansatzstellen der Außen- und Innenwände plötzlich verdickt sind. Infolge des durch den reichen Nährstoff- gehalt gesteigerten Turgors reißen die dünnen Seitenwände un- gefähr in ihrer Mitte durch, wodurch die ganzen Außenwände samt den Außenhälften der Seitenwände abgetrennt werden. Die- selbe Erscheinung wiederholt sich auch in tieferen Schichten des Futtergewebes, wodurch innere Höhlungen entstehen, in die die Eiweiß- und Fettmassen entleert werden. So erscheint also selbst die Ausschaltung des für die Insekten unverdaulichen Teiles, der kutinisierten Schichten, an ein äußerst zweckmäßiges Anpassungs- merkmal gebunden. Dem Gesagten zufolge stellen die ^Futtergewebe" einen neuen blütenbiologischen Gewebetypus dar, der die weitergehenden Anpassungen an seine Funktion einer den fehlenden Honig er- setzenden Insektenlockspeise zeigt. Herr Stingel spricht sodann über ^Ernährung pflanz- licher Embryonen". (Eine ausführliche Darstellung erscheint demnächst in der Flora). Privatdozent Dr. V. G r af e bespricht ein n e u e s H e r s t e 1 1 u n g s- verfahren für absoluten Alkohol und führt ein neues Form- aldehydreagens vor. (S. diese Zeitschrift 1906, Nr. 8, und Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Wien, Juli 1906.) Zur Exposition gelangten Vegetationsbilder aus dem tropischen Asien, aufgenommen von Dr. H. Hallier. Versami ung am 11. Deze m-b e r 1 906. — Vorsitzender: Ho fr. Prof. J. Wiesner. Privatdozent Dr. H. Käser er leitet den Abend ein mit einem Vortrage, betitelt „Die Oxydation des Wasserstoffes durch Mikroorganismen". (Vgl. Zentralbl. f. Bakt. 1906, Bd. XVI. Nr. 22, 23.) Privatdozent Dr. F. Vierhapper bespricht sodann „die systematische Stellung der Scler antheen". (Vgl. diese ■Zeitschrift 1907, Nr. 2 und 3.) 167 Hofr. Prof. J. Wiesner hält hierauf einen Vortrag „Über die Lichtstärke des Waldschatte ns" mit Rücksicht auf die krautige und halbstrauchige Bodenvegetation. Zur Demon- stration gelangten Vegetationsbilder aus West-Australien, auf- genommen von Dr. E. Pritzel, sowie Stereoskop-Diapositive von H. Du ml er, welche durch ihre detailreiche und in jeder Beziehung tadellose Ausführung lebhaften Beifall fanden. Versammlung am 11. Jänner 1907. — Vorsitzender: Prof. Dr. Fr. v. Höhnel. Dr. E. Löwi bespricht seine „Untersuchungen über die Trennungsschichte". (Vgl. diese Zeitschrift, 1906, Nr. 10.) Dr. H. Freih. v. Handel-Mazzetti hält hierauf an der Hand von reichlichem Demonstrationsmateriale einen Vortrag über „Die Phylogenie des Taraxacum vulgare und seiner Ver- Avandten". (Vgl. die kürzlich in Deutickes Verlag erschienene „Monographie der Gattung Taraxucuni" .) Zur Exposition gelangten Vegetationsbilder vom Monte Maggiore, aufgenommen von Frl. A. Mayer, sowie lebende Pflanzen aus dem botanischen Garten. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Kneucker A., Gramineae exsiccatae. XV. Lieferung 1903 (Nr. 420—450). Aera Provincialis Jord. (Oberitalien), Agrostis alba L. ssp. fiUfolia (Link) Hackel (Portugal), Agr. Gaditana (Boiss.) Nym. forma (Portugal), Alo- pecitrus bnlbosus Gouan (Hannover), AI. ventricosus Pers. (Norwegen), Arena desertorum Lessing var. basaltica Podp. (Böhmen), Av. Wiestii Steud. (Egjpten), Boiiteloua aristidoides Griseb. (Argentinien), Calamagrostis arundinacea (L.) Roth X varia (Schrad.) Host (Torges) (Thüringen), Cal. epigeios (L.) Roth. V. Beichenbachiana Grecescu subv. Huebneriana (Rchb.) (Pommern), Cal. ■varia (Schrad.) Host (Bayern), Cenchrus echinatus L. f. longispina Hackel (Nordamerika), C. myosuroides H. B. K. (Argentinien), C. tribuloides L. (Argentinien). Chloris ciliata Sw. (Argentinien), Chi. radiata Sw. (Argentinien), Danthonia ForskaJei (Vahl) Trin. (Egypten), Descha,mpsia caespitosa (L.) P. B. f. altiftsima (Mnch.) (Pommern), Desch. litoralis Reut. var. Wienana (Gremli) Hackel (Baden), Desch. lit. Reut. var. Rhen. (Gremli) Hackel monstr. vivipara (Baden), Desch. lit. Reut. var. Rhen. (Gremli) Hackel f. subcolorata Kneucker (Baden), Desch. lit. Reut. var. Rhen. (Gremli) Hackel f. subcol. Kneucker monstr. vivipara (Baden), Eleusine tristachya (Lam.) Kth. (Argen- tinien), Eriochloa Montevidensis Griseb. (Argentinien), Miinroa Benthamiana Hackel ap. F. Kurtz (Argentinien), Panicum clandestinum L. (Nordamerika), P. globuliferum Steud. (kult.), P. leucophaeum H. B. K. var. saccharifloram (Raddi) Hackel (kult.), P. Scribneriaman 'Na.sh. (Nordamerika), P. setosicm Sw. (kult.), P. Walteri Poir. (Nordamerika), Rottboellia compressa L. v. fascicu- lata (Lam.) Hackel (Argentinien), Spartina patens Muehlbg. (Nordamerika), Tragus Berteronianus Schult. (ArgentiniQu), Irisetum flavescens (L.) P. B. ssp. alpestre (Host) Aschers, u. Graebn, f. Tirolensis Hackel nov. nom. (Tirol). 168 XVI. Lieferung 1904 (Nr. 451—480). Ägropyron caninum (L.) P. B. f. gracilior Lange (Bayern), Agr. Libanoticum Hackel n. spec. (Syrien), Agr. repens (L.) P. B. a vulgare Doli. (Argentinien), Avellinia Micheln (Savi) Pari. (Italien), Brachypodium distachyon (L.) Roem. u. Schult. (Italien), Bromus commutatus Schrad. (Bayern), Br. comm. Schrad. f. depauperata Uechtritz Herb. (Bayern), Br. Japonicus Thunb. v. porrectus Hackel f. macra Hackel (Bayern), Br. Jap. Thunb. v. porrectus Hackel (Bayern), Br. inermis Leyss. f. inter typicum et v. aristatum Schur intermedia (Bayern), Br. sterilis L. f. oUgostachya Aschers, u. Graebn. (Bayern), Catdbrosa aqua- tiea (L.) P. B. (Pommern), Dactylis glomerata L. ssp. Hispanica (Roth) Koch (Spanien), DipJachne dubia (H. B. K) Scribn. (kult.), IJijyl. spicata (Nees) Doell (Argentinien), Distichiis scoparia (Kunth) Aresch. (Argentinien), Era- grostis pilosa (L.) P. B. (Argentinien), Er. pjlumosa Lk. (Ostafrika), Festuca indigesta Boiss. (Spanien), F. pratensis Huds. X Lolium perenne L. (Aschers, u. Graebn.) (Thüringen), jP. JReverchonü Hackel (Spanien), F. rivularis Boiss (Spanien), Glyceria Canadensis Trin. (Nordamerika), Gl. fluitans (L.) R. Br (Pommern), Gl. nervata (Willd.) Trin. (Nordamerika), Gl. plicata Fries (Pom^ mern), Koeleria phleoides (Vill.) Pers. (Italien), Poa alpina L. (Schweiz), P. caesia Sm. (Norwegen), P. diversifolia (Boiss. et Bai.) Hack. var. Hartmanni Hack. nov. var. (Syrien), P. flaccidula Boiss. et Reuter (Spanien), P. ligulata Boiss. (Spanien), P. pratensis L. var. angustifolia (L.) Sm. subv. straminea Rother f. transiens Figert nov. f. (Schlesien), P. jj'^'nt- L. var. rigens ("Hartm. pro sp.) (Norwegen). XVIL Lieferung 1905 (Nr. 481—510). Aeluropus repens Pari. (Egypten), Älopecurus fulvus Sm. forma (Nor- wegen), AI. geniculatus L. X pratensis L. (Wimmer) f. siibgeniculatus (Böhmen), AI. gen. L. f. rohustiur Hackel nov. f. (Schlesien), Andropogon foveolatus Del. a genuinus Hackel (Sinaihalbinsel), Apera interrupta (L.) P. B. (Frankreich), Aristida plumosa L. (Sinaihalbinsel), Avena barbata Brot. (Sizilien), Av. compressa Heuff. (Ungarn), Av. pratensis L. IL subdecurrens (Borb.) Aschers, u. Graebn. (Ungarn), Briza spicata Sibth. u. Sm. (Cypern), Galamagrostis epigeios (L.) Roth var. densiflora Ledeb. forma (Banat), Catabrosa aquatica (L.) P. B. f. violacea (Gilib.) (Pommern), Coleanthus subtilis Seidl (Böhmen), Eragrostis Aegyptiaca Del. (Ruüland), Er. lugens Nees (Argentinien), Er. pilosa (L.) P. B. forma (kult.), Heleochloa alopecuroides Host (Banat), Hei. alop. Host forma subvaginata Hackel nov. forma (Banat), Koeleria ciliata Kern. 1878 var. rigidiuscula Domin (Böhmen), Paniciim imberbe Poir. var. gracile (H. B. K.) Kueucker forma (Argentinien), P. implicatmn Scribn. forma (Nord- amerika), P. sanguinale L. v. vidgare Doli. (Argentinien), P. turgidum Forsk. (Egypten), P. undulatifolium Ard. (Tirol), Paspalum digitaria Poir. (Südruü- land), Phleum Böhmeri Wibel (Schweiz), Phl. Michelii AU. (Ungarn"), Poa caesia Sm. var. elatior Anders. (Norwegen), P. minor Gaud. (Tirol, Bayern u. AUgäu), Sesleria Heufleriana Schur (Siebenbürgen), S. rigida Heuffel (Banat), Sporobolus spicatus (Vahl) Kunth (Egypten), Stupa longifolia Borb. (^Ungarn). XVIIL Lieferung 1905 (Nr. 511—540). Ägropyron incrustatum Adamov. (Mazedonien), Agr. intermedium P. B. forma (Ungarn), Agr. junceum (L.) P. B. X repens (L.) P. B. (Marss.) var. pubes- cens (Marss.) Hackel (Pommern), Agr. jimc. (L.) P. B. X ^'«P- (L.) P. B. (Marss.) ß stibrepens (Marss.) f. locorum apricorum (Pommern), Atropis distans (L.) Griseb. f. pulvinata Fr. (Norwegen), Air. festucaeformis (Host) Richter, var. intermedia (Schur) Hackel (Ungarn), Bromus Japonicus Thunbg. v. por- rectus Hackel (Ungarn), Br. Jap. Thunbg. « typicus Hackel (Rheinpreußen), Br. intermedius Guss. f. depaiiperatus (Kroatien), Br. macrostachys Desf. var. lanuginosus Boiss. (Cypern), Br. intermedius Guss. f. macra (Cypern), Br mollis L. (Banat). Br. scoparius L. (Cypern), Br. variegatus M. Bieb. (Syrien), Elymus Canadensis L. v. glaucifoUus (Muehlbg.) A. Gray (Nordamerika). 169 Festuca arundinacea Schreb. subv. Mediterranea Hackel (Ungarn), F. Laclie- nalii (Gmel.) Spenn. var. mutica (Tsch.) Aschers, u. Graebner (Elsaß), F. Li- gustica (All.) Bert. (Sizilien), F. ovina L. var. capillata (Lam.) Hackel (Pom- mern), F. ov. L. T. vulgaris Koch (Gren. u. Godr.) subforma (Norwegen), F. pratensis Huds. 1. genuina Hackel a. typica Hackel f. spiculis variegatis (Pommern), F. uniglumis Sol. (Cypern), F. varia Haenke ssp. scoparia Kern, et Hackel forma inter genuinam et var. Gautieri Hackel media Hackel (Pyrenäen), Heteranthelium piliferum Höchst. (Syrien), Hordeum Gusso- neanum Pari. (Egypten), H. Gussoneanum Pari, forma ad H. maritimum With. vergens Hackel (Portugal), H. jubatum L. (Nordamerika), H. murinum L. f. intermedium Beck. (Ungarn), H. secalinum Schreb. (Pommern), Lepturus incurvatus (L.) Trin. (Sinaihalbinsel), Poa Bonariensis Kunth (Argentinien), P. nemoralis L. IV. glauca Gaud. (Schweiz), P. nem. L. var. Parnellii Hook, u. Arn. (Norwegen), P. pratensis L. var. angustifolia L. (Sm.) (Cypern), Psi- lurus aristatus Duv.-Jouve var. hirtellus (Simonkai) Aschers, u. Graebn. (Ungarn). A. Kneucker, Literatur - Übersicht '). Februar, März 1907, Czapek F. Die Ernährungsphysiologie der Pflanzen seit 1896. (Progressus rei botanicae, 1. Bd., 1906, S. 419—532.) 8^ Figdor W. Über Restitutionserscheinungen an Blättern von Ges- neriaceen. (Jahrb. f. Wissenschaft!. Botanik, Bd. XLIV, 1907, Heft 1, S. 41—56, Taf. III.) 8°. Fritsch K. Die Ärtemisia- Arten der Alpen. (6. Jahresbericht des Vereines zuüq Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen, Bam- berg, S. 46—54.) 8\ Guttenberg H. v. Anatomisch-physiologische Untersuchungen über das immergrüne Laubblatt der Mediterranflora. (Englers botan. Jahrb. XXVIII. Bd., 1907, IV. und V. Heft, S. 383—444, Taf. Vn-IX.) 8°. Hackel E. Gramineae novae. II. (Fedde, Repertorium, III, 1907. Nr. 42/43, pag. 241—245.) 8°. Hanausek T. F. Die Ipe-Knolle. (Zeitschr. d. allg. österr. Apo- theker-Vereines. 45. Jahrg., 1907, Nr. 10, S, 149.) 4^ Hayek A. v. Verhenaceae novae herbarii Vindobonensis. II. und m. (Fedde, Repertorium II, 1906, pag. 161—164, III, 1907, pag. 273, 274.) 8». Palacky J. Catalogus plantarum Madagascariensium. Fase. II. Prag (sumpt. auct.), 1907. 8«. 38 pag. Pascher A. Conspectus Gagearum Asiae. (Bull, de la Soc. imp. des Nat. Moscou, ann. 1905, nr. 4, pag. 353—375.) 8". 1) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. österr. botan. Zeitschrift. 4. Heft. 1907. j^2 170 Forsch 0. Die Pflanze im Kampfe mit der Außenwelt. (Das Wissen für Alle, Jahrg. 1907, Heft 10, S. 151—154, Fig. 32 bis 35; Heft 11, S. 166—169, Fig. 36, 37.) 4°. Schneider C. K. Species varietatesque Pomacearum novae. IV. • V. (Fe d de, Kepertorium, III, 1906, Nr. 38/39, pag. 177—183, Nr. 40/41, pag. 218—225.) 8". StoklasaJ., Ernest A., Chocensky K. Über die anaerobe Atmung der Samenpflanzen und über die Isolierung der Atmungs- enzyme. IL (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXV, 1907, Heft 1, S. 38—42.) 8°. Strakosch S. Das Problem der ungleichen Arbeitsleistung unserer Kulturpflanzen. Berlin (P. Parey), 1907. 8^ 110 S. — Mk. 2*50. Wagner E. Loropetalum cliinense (K. Br.) Oliv. (Österr. Garten- Zeitung, IL Jahrg., 1907, 3. Heft, S. 77—80.) 8°. Wettstein R. v. Bericht über den Alpenpflanzengarten auf der Eaxalpe für das Jahr 1906. (6. Jahresbericht des Vereines zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen, Bamberg, S. 26—30.) 8°. Zapalowicz H. Krytyczny przeglad roslismos'ci Galicyi VI. (Revue critique de la flore de Galicie. VI.) (Bull. int. de l'Acad. des sc. de Cracovie. 1906, Nr. 5, pag. 326—327.) Crocus babiagorensis Z&T^&l. sp. nov. ex äff. C. Heuffeliani; Iris pon- tica ZapaL sp. nov. ex äff. I. humilis. Zeder bauer E. Ergebnisse einer naturwissenschaftlichen Reise zum Erdschias-dagh (Kleinasien). IL Botanischer TeiL (Annalen d. k. k. naturhist. Hofmus., Bd. XX, 1906, Heft 4, S. 359 bis 464, Taf. XI— XV.) gr. 8^ Inhalt : Einleitung. — Aufzählung der gesammelten Pflanzen und Be- schreibung neuer Arten. — Vegetation der Steppen Kleinasiens. — Erklärung der Tafeln (neun wohlgelungene Vegetationsbilder in Lichtdruck). Neu beschrieben werden: Colerva spinaruvi flöhnel, Teichospora nivalis Höhnel, Dothidella spinicola Höhnel, Scelobelonium Höhnel nov. gen. mit Sc. melanosporum (Rehm) Höhnel = Belonium melanosporum (Rehm) Sacc, Lachmim Astragali Höhnel, Stagonopsis sclerotioides Höhnel, Sphaeropsis Astragali Höhnel, Comarosporium Astragali Höhnel, Lepto- thyrium Lunula Höhnel, Fusarium suhnivale Höhnel; — Bamalina pa- pillifera Steiner, Peltigera rufescens Hoffm. f. virescens Steiner, Acaro- spora Argaei Steiner, Lecanora circinata Nyl. var. nigricans Steiner, Le- canora badiella Steiner, Lecanora dispersella Steiner, Lecanora subradiosa Nyl. var. caulescens Steiner, Lecanora calcarea Sommerf. var. sphaero- thallina Steiner, Lecanora intermutans Nyl. var. turgida Steiner, Diplo- seliistes calcareus Steiner var. coeruleseens Steiner; — Dianthus Zeder- baueri Vierh., Astragalus Zederbaueri Stadimann i), Myosotis caespitosa Schultz var. nana Stadimann ^), Veronica cinerea Boiss. var. Argaea Stadi- mann 1), Campanula stricta L. forma adpressa Witasek, Campanula glo- merata L. forma hispida Witasek, Podantlmm virgatum Labill. forma pel- tatum Witasek, Erigermi ArgaeusY'iQvh..^), Er igeron Zederbaueri Yierh.-), 1) Die Diagnosen wurden bereits in Fedde, Repertorium II, 1906, pag. 164, 165, abgedruckt. 2) Die beiden Arten wurden schon in Vierhappers Monogr. alp. Eri- geron-Arten berücksichtigt. 171 Achillea speciosa Hayek, Ächillea Zederbaueri Hayek, Centaurea Zeder- haueri Hayek, Scorzonera hieracifolia Hayek, Taraxacum farinosuvi Hausskn. et Bornm., Taraxacum pseudo-nigricans Handel-Mazzetti ; — Stipa Lessingiana Trin. et Rupr. var. Zederbaueri Hackel, Apera intermedia Hackel, Festuca ovina var. argaea Hackel, Festuca violacea var. cappado- cica Hackel, Bromus variegatus M. B. var. subhirsutus Hackel, Bromus cappadocicus Boiss. et Bai, var. argaeus Hackel. Ferner •werden neu benannt : Staurothele elopimoides Steiner (= Sphae- romphale el. Arnold), Staurothele Haszlinskii Steiner (= Sphaeromphale Haszl. Korb.) und Arenaria Tchihatcheffd Vierhapper (= Ar. glutinosa Boiss. non Willd.). Bach H. Über die Abhängigkeit der geotropischen Präsentations- und KeaktioDSzeit von verschiedenen Außenbedingungen. (Jahrb. f. wissenschaftliche Botanik, XLIV. Bd., 1907, 1. Heft, S. 57 bis 123.) 8". 1 Fig. u. 4 Kurven im Text. Bachmann E. Die Rhizoidenzone granitbewohnender Flechten. (Jahrb. f. wissenschaftl. Botanik, XLIV. Bd., 1907, 1. Heft, S. 1—40, Taf. I, II.) 8°. Beckmann P. Untersuchungen über die Verbreitungsmittel von gesteinbewohnenden Flechten im Hochgebirge mit Beziehung zu ihrem Thallusbau. (Beiblatt zu Eng 1er s botan. Jahrb. Nr. 88, 1907.) 8«. 72 S. 10 Textfig. Benecke W. Über Stickstoff bindende Bakterien aus dem Golt von Neapel. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXV, 1907, Heft 1, S. 1-7.) 8». Bernard Ch. Sur quelques maladies de Thea assamica, de Kich- xia elastica et de Hevea hrasiliensis. (Bull, du departement de Tagriculture aux Indes Nöerlandaises. VI, 1907, pag. 1 — 55, tab. I— IV.) gr. 8^ Brotherus V. F. Engler, Die natürlichen Pflanzenfamilien, 227- und 228. Lieferung (S. 865—960, Fig. 635—700). Leipzig (W. Engelmann), 1907. 8". — Mk. 6 [Mk. 3]. Inhalt: Lembophyllaceae (Schluß), Entodontaceae, Fabroniaceae, Pilotrichaceae, Nematoceae und Hookeriaceae. Carothers J. E. Development of Ovule and female Gametophyte in Ginkgo biloba. (The Botanical Gazette, vol. XLIII, 1907, nr. 2, pag. 116—130, tab. V, VL) 8°. ChitrowoW. K Sistematike Nekotorich widow lodsL Euphrasia. Die Abhandlung ist in russischer Schrift gedruckt. Correns C. Zur Kenntnis der Geschlechtsformen polygamer Blütenpflanzen und ihrer Beeinflußbarkeit. (Jahrb. f. wissenschaftl. Botanik, Bd. XLIV, 1907, Heft 1, S. 124—173.) 8^ 4 Textfig. Detto C. Die Erklärbarkeit der Ontogenese durch materielle An- lagen. (Schluß.) (Biolog. Zentralblatt, XXVIL Bd., 1907, Nr. 6, S. 161—174.) 8°. Dutrochet H. Physiologische Untersuchungen über die Beweg- lichkeit der Pflanzen. (1824.) Übersetzt und herausgegeben von 12* 172 A. Nathanson. (Ostwalds Klassiker der exakten Wissen- schaften, Nr. 154.) Leipzig (W. Engelmann), 1906. kl. 8°. 148 S., 29 Textfig. — Mk. 2-20. Erhebungen über die Verbreitung der wildwachsenden Holzarten in der Schweiz. Bearb. u. veröff. im Auftr. d. eidg. Depart. d. Innern unter Leitg. d. eidg. Oberforstinspektorates in Bern u. d. bot. M. d. eidg. Polytechnikums in Zürich. Bern, ohne Jahres- zahl. 4°. 63 S., 2 Karten. Ewert K. Die Parthenokarpie oder Jungfernfrüchtigkeit der Obst- bäume und ihre Bedeutung für den Obstbau. Berlin (P. Parey), 1907. 8«. 58 S. 18 Abb. — Mk. 2-50. Fedde F. Justs Botanischer Jahresbericht. XXXIII. Jahrg. (1905). I. Abt. 4. Heft (S. 721-892 u. I— VIII) und II. Abt. 1. Heft (S. 1—160). Leipzig (Gebr. Bornträger), 1907. 8°. Inhalt von I. 4.: Algen [exkl. Bacillariaceen] (Schluß). Allgemeine Pflanzengeographie und Pflanzengeographie außereuropäischer Länder. Inhalt von IL 1.: Algen, Morphologie der Gewebe (Anatomie). Palae- ontologie. Fitting H. Die Reizleitungsvorgänge bei den Pflanzen. (Ergeb- nisse der Physiologie, IV. u. V. Jahrg.) Wiesbaden (J. F. Berg- mann), 1907. 8". 157 S. 15 Textabb. Flot L. Recherches sur la naissance des feuilles et sur l'origine foliaire de la tige (Suite). (Revue generale de Botanique, tom. XIX., 1907, nr. 218, pag. 70-90, fig. 102—120.) 8°. France R. H. Der heutige Stand der Darwinschen Fragen. Zweite, völlig umgearbeitete und vermehrte Auflage von: Die Weiter- entwicklung des Darwinismus. Leipzig (Th. Thomas), 1907. 8". 168 S. Zahlr. Abb. u. 4 Bildnisse. — Mk. 3-60. Fraysse A. Contribution a la Biologie des plantes phanerogames parasites. (Revue generale de Botanique, tom. XIX., 1907, nr. 218, pag. 49—69.) 8". 13 fig. Inhalt : I. Osyris alba ; 11. Odontites, Euphrasia, Lathraea ; III. Cy- tinus Hypocistis. Gassner G. Zur Frage der Elektrokultur. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXV, 1907, Heft 1, S. 26—38.) 8". Inhalt : I. Elektrische Behandlung der Pflanzen mittels Durchleiten d«s elektrischen Stromes durch das Erdreich, in dem die Pflanzen wachsen. — IL Elektrische Behandlung der Pflanzen mittelst Influenzelektrizität. Gates R. R. Pollen Development in Hybrids of Oenothera lata X 0. Lamarchiana, and Its Relation to Mutation. (The Bota- nical Gazette, vol. XLIII, 1907, nr. 2, pag. 81—115, tab. II— IV.) 8°. Haecker V. Wandtafeln zur allgemeinen Biologie. Ser. C. Nr. 1. Mutationen von Oenothera. Leipzig (E. Nägele). Fig. 1. Einzelblüte von Oenothera LamarcMana. Fig. 2. Oenothera Lamar Chiana. Fig. 3. Oenothera lata. Fig. 4. Oenothera nanella. Fig. 5. Eine Mutation der iata-Familie. Entstehung der Oenothera albida. Hansteen B. Über korrelative Gesetzmäßigkeiten im Stoffwechsel der Samen. (Nyt Magazin for naturvidenskaberne, Bd. 45, H. II, S. 97—111.) 8°. 173 Hildebrand F. Weitere biologische Beobachtungen. (Beihefte z. botan. Zentralblatt, Bd. XXII, 1907, Abt. L, S. 70—84.) 8». 1 Textabb. Inhalt: 1. Über die Umwandlung von Linum perenne in Linum austriacum. — 2. Über den Einfluß niederer Temperaturen auf die Färbung von Blättern und Blüten im Frühjahr und Herbst 1906. — 3. Über einen symmetrisch verschieden gefärbten Blütenstand bei Lotus Jacobaeus. — 4. Über das weitere Verhalten einer abnormblütigen Pflanze von Digitalis ferruginea. — 5. Weitere Beobachtungen über die Bildung weiblicher Blüten an einer männlichen Pflanze von Ruscus aculeatus. — 6. Über eine aus- nahmsweise gleichzeitige Entwicklung der männlichen und weiblichen Blüten von Juglans regia. Jahn E. Myxomyceten Studien. 6. Kernverschmelzungen und Re- duktionsteilungen. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXV, 1907, Heft 1, S. 23—26.) 8°. Kruijff E. de. Sur une bacterie aerobe, fixant Tazote libre de l'atmosphere: Bacterium Krakataui. (Bull, du Departement de Tagriculture aux Indes Neerlandaises, IV, 1906, S. 9 — 13.) gr. 8". Leeke P. Untersuchungen über Abstammung und Heimat der Negerhirse [Pennisetum americamim (L.) K. Schum.]. (Zeitschr. f. Naturwissenschaften, Bd. 79, 1907.) 8". 108 S. 3 Taf. Lotsy J. P. Vorträge über botanische Stammesgeschichte. Erster Band: Algen und Pilze. Jena (G. Fischer), 1907. 8°. 828 S. 430 Fig. Maly K. Nabava Blauovog herbara [dubleta za bos.-herc. zemaljski muzej. (Die Erwerbung des Blau sehen Doublettenherbars für das b.-h. Landesmuseum.) Mit 1 Bildnis Blaus. (Glasnik zem. muz. u Bosni i Herceg. XVIII [1906], S. 107—108.) gr. 8^ — — Hedraeantlms Hercegovinus m. (Glasnik, 1. c, S. 277.), gr. 8. Verwandt mit H. tenuifolius (W. K.) DC. — Herzegowina: Cvrsnica planina {leg. Santarius). Nove biljke iz Bosne i Hercegovine. (Neue Pflanzen aus Bosnien u. d. Herzegowina.) (Glasnik, 1. c, S. 445 — 448.) gr. 8°. Neue Sippen : Erythronium Dens canis L. var. immaculatum, Ea- nunculus velatus Hai. var. bosniacus, Arabis auriculata Lam. var. Var- bossania, Euphorbia carniolica Jacq. 'var. Varbossania, Acer obtusatiim Kit. var. anomalum Pax f. opulifolium und f. pseudopulus, Astrantia major L. subsp. elatior (Friv.) var. integra, Cynanchum Vincetoxieum (L.) Pers. var. bosniacum, Cerinthe lamprocarpa Murb. var. luteo-laciniata Hypochoeris illyrica, Crepis aurea (L.) Cass. var. bosniaca. Meylan Ch. Contributions ä la flore bryologique du Jura. (Bull, de l'herb. Boissier, 2. ser., tom. VII, 1907, nr. 3, pag. 237 — 246.) 8". Neu beschrieben werden: Bryum arenarium Jur. var. longipilum Pod- pera, Polytrichum gracile Dicks. var. atromitrium Meylan, Leucodon sciu- roicles Schwgr. var. longifolius Meylan, Homalothecium sericeum Bry. eur. var. julaceum Meylan. Pantu Z. C. Plantele cunoscute de poporul Roman. Bukarest (Minerva), 1906. 8°. 174 Petzold V. Systematisch- anatomische Untersuchungen über die Laubblätter der amerikanischen Lauraceen. (Englers botan. Jahrb., _XXVIIL Bd., 1907, IV. u. V. Heft, S. 445—474.) 8". Mit 1 Übersichtstafel. Stäger E. Pflanzen mit transparenten Blüten. (Naturw. Wochen- schrift, N. F. VI. Bd., 1907, Nr. 12, S. 184—186.) gr. 8^ Pollaci G. Sulla scoperta dell' aldeide formica nelle piante. (Kendiconti della r. accademia dei lincei, cl. fis. mat. nat., vol. XVI., 1907, p. 199—205.) 8^ Potonie H. Zur Stammesgeschichte des Farnprothalliums. (Naturw. Wochenschrift, N. F. VI. Bd., 1907, Nr. 11, S. 161 bis 173.) gr. 8". Schellenberg H. C. Über das primäre Dickenwachstum des Markes von Samhucus nigra L, (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXV, 1907, Heft 1, S. 8—16.) 8°. Schinz H. und Thellung A. Beiträge zur Kenntnis der Schweizer Flora, VII. 1. Begründung vorzunehmender Namensänderungen an der zweiten Auflage der „Flora der Schweiz" von Schinz und Keller. (Bull, de Therb. Boissier, 2. ser., tom. VII. 1907, nr. 2, pag. 97— 112; nr. 3, pag.177— 192; nr.4, pag. 331—346.) 8**. Schönfeldt H. v, Diatomaceae Germaniae. Die deutschen Dia- tomeen des Süßwassers und Brackwassers. Berlin (W. Junk), 1907. 4". 263 S. 19 taf. Schulz E. Ein Beitrag zur Hieracienflora des Ober-Pinzgaus, Tirols und des Eiesengebirges. (Verhandl. d. botan. Vereines der Provinz Brandenburg, XL VIII. Jahrg., 1906, S. 91—99.) 8^ Neu beschrieben werden aus dem Ober-Pinzgau : Hier actum süvaticum (L.) Fries var. porrectum üechtritz ß. grandiflorum E. Schulz, H. atratum Fr. subsp. pseudocaesium R. Schulz, H. atratum subsp. coracmum E. Schulz, H. atratum subsp. subporrectum E. Schulz, H. melanocephalum Tausch var. spaif/mZa^wm E. Schulz, H.alpinumh.i.tuhiflorum E.Schulz; aus Tirol: H. melanocephalum f. stylosum E. Schulz, H. caesium Fr. var. egregium E. Schulz, H. pseudo-corconticum E. Schulz; aus dem Eiesengebirge: H. in- distinctum E. Schulz, H. intercalare E. Schulz. — — Ein neuer Standort der Alsine hiflora in den Alpen. (Verhandl. d. botan. Vereines der Provinz Brandenburg, XLVIII. Jahrg., 1906, S. 100—104.) 8°. Vom Verfasser in den Krimler Alpen aufgefunden. Szabö Z. Index criticus specierum atque synonymorum generis Knautia (L.) Coult. (Beiblatt zu Englers botan. Jahrb. Nr. 89, 1907). 8^ 31 S. T anner-Fullemann M. Contribution ä l'etude des lacs alpins. Le Schoenenbodensee. (Bulh de Therb. Boissier, 2. s^r., tom. VII, 1907, nr. 1, pag. 15—31; nr. 2, pag. 113—126; nr. 3, pag. 225—236.) 8". Teodoresco E. C. Materiaux pour la flore algologique de la Eoumanie. (Beihefte z, botan. Zentralblatt, Bd. XXI, 2. Abt., Heft 2, S. 103—219, tab. IV— X.) 8". 89 Textabb. 175 Thomsen P. Über das Vorkommen von Nitrobakterien im Meere. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., Bd. XXV, 1907, Heft 1, S. 16 bis 22.) 8^, ülbrich E. Über die systematische Gliederung und geographische Verbreitung der Gattung Anemone L. (Verhandl. d. botan. Vereines der Provinz Brandenburg, XLVIII. Jahrg., 1906, S. 1 bis 38.) 8". Personal-Nachrichten. Graf zu Leiningen- Wester bürg hat sich in München für Agrikulturchemie und Bodenkunde habilitiert. A. G. Tansley wurde zum Dozenten für Botanik an der Universität Cambridge ernannt. Dr. C. M. Wiegan d wurde zum außerordentlichen Professor der Botanik am Wellesley College ernannt. Dr. H. J. Weber wurde zum Professor der Pflanzenbiologie an dem College of Agriculture der Cornell üniversity ernannt. Dr. B. Longo wurde zum Professor der Botanik an der Uni- versität Siena ernannt. Prof. Dr. Ernst Haeckel (Jena) wurde zum wirklichen Ge- heimen Rat mit dem Titel „Exzellenz" ernannt. Miß Klara E. Cummings, Professorin der Kryptogamen- künde am Wellesley College, ist am 28. Dezember 1906 ge- storben. Hofrat Dr. Guido Kr äfft, Professor der Land- und Forst- wirtschaft an der technischen Hochschule in Wien, ist am 22. Fe- bruar gestorben. P. Sintenis ist am 6. März gestorben; sein inhaltsreiches Herbar ist testamentarisch in den Besitz des Museums der Stadt Görlitz übergegangen. G. Kraskovits ist am 16. März in Kandy auf Ceylon ge- storben. Inhalt der April-Nnmmer : Dr. Josef Schiller:, Untersuchungen über die Embryogenie in der Gattung Gnaphalium. S. 137. — Dr. J. Roll: Über die neuesten Torfmoosforschnngen. (Schluß.) S. 142. — Dr. Karl v. Keißler: Über das Phytoplankton des Traun-Sees. S. 146. — Jos. Rompel S. J.: Zur Entstehung des Wortes „Phanerogamen". S. 152. — KarlMaly: Beiträge zur illyrischen Flora. S. 156. — Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongi-esse etc. S. 160. — Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. S. 167. — Literatur-Übersicht. S. 16a. — Personal-Nachrichten. S. 175. Redakteur: Prof. Dr. B. v. Wettstein, Wien, 3/3, Rennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Österreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monates und kostet ganzjährig 16 Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben : 1852/53 a M. 2-—, 1860/62, 1864/69, 1871, 1873/74, 1876/92 ä M. 4-—, 1893/97 ä M. 10-—. Exemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittelst Postanweisung direkt bei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Karl Gerolds Sohn),zupränumeneren. Einzelne Nummern, soweit noch vorrätig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. 176 INSERATE. Zu verkaufen. Dr. Otto Kuntzes große und wertvolle Bibliothek — Anschaffungs- wert 60.000 Mark — viele seltene, alte Werke darunter, sowie sein reichhaltiges Herbar, enthaltend seine auf wiederholten Weltreisen gemachten Sammlungen in über 435 Mappen, nur teilweise etwas beschädigt. Dr. Otto Kuntzes große, wohl nur von Kew übertroffene, sehr wert- volle Sammlung von Pflanzenabbildungen, Preis 20.000 Mark, eventuell auch abzugeben. Frau Dr. 0. Kuntze Villa Girola San Remo (Liguria), Italia. •-4'^ «-X-^ »-vP^ »~{^« •-4'^ •-4'-« •~>|'^ •-4'^ •-4'^ «s^^ »^^-^ «--^-^ •-4'^ »s^^ »-4^ »-^-^ *^l'^ «-sP^ *~-l^-» •~4'^ •-4'^ ^-^l^* •--J'-* Ppeisherabsetzung älterer Jahrgänge der ,,Österr. botanischen Zweitschrift". Um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1893 (bisher ä Mk. 10.—) auf ä Mk. 4.— 1893-1897 ( „ „ „ 16.-) „ „ „ 10.- herab. . Die Preise der Jahrgänge 1853, 1853 (ä Mark 3.—), 1860 bis 1863, 1864—1869, 1871, 1873—1874, 1876—1880 (ä Mark 4.-) bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1873 und 1875 sind vergriffen. Die früher als Beilage zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts heryorragender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu liefern. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sich direkt zu wenden an die Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. •--t-« »-T-« »-1^^ »--t-« »^N« •-!-« ♦-I^* •-'N« »-t-« »-t-^ m-f-^ »-t^-» »-t-* »4^-» ^-i^ M^* •^t^ •'-t-* •^t~* »-f^ •-'1>* »--t-» ^■'t-* NB. Tafel V (Schiller) wird der nächsten Nummer beigegeben. Buchdrnckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE mSCHE ZEIT Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LVII. Jahrgang, N«- 5. Wien, Mai 1907. Mykologisches. Von Prof. Dr. Franz v. Hölinel (Wien). XVII. über eine Kranklieit der Feldahorne in den Wiener Donau-Anen. In den Wiener Donau-Auen, z. B. im Prater, in dem Teile zwischen der Sophienbrticke und dem Heustadiwasser, sieht man häufig Feldahorne, die durch ihre weilien. teilweise entrindeten Stämme schon von weitem auffallen. Diese Bäume sind offenbar im Absterben begriifen. Da die Kronen derselben gesund er- scheinen und nur die Stämme durch ihren stellenweise bloß- gelegten Holzkörper sich als krank erweisen, ist es klar, daß die Krankheitsursache in diesen gesucht werden muß. Die nähere Untersuchung hat mir nun gezeigt, daß es sich hier um die In- fektion durch einen vermöge seiner Seltenheit und seiner merk- würdigen Lebensweise interessanten resupinaten Polyporus (Poria) handelt. Alle näher studierten kranken Feldahornstämme erwiesen sich als durch Poria ohliqua (P.) infiziert. Dieser eigentümliche Pilz ist mit Sicherheit bisher nur sehen nachgewiesen worden. Schon Fries (Hymen, europ. p. 570) sagt von ihm „ad truncos rarus". Seine Seltenheit ergibt sich schon daraus, daß er, soweit ich sehen kann, in keiner der zahl- reichen Exsikkatensammlungen ausgegeben ist. Auch erwähnen ihn weder Fuckel noch Britzelmayr in ihren Werken. So wie viele Polyporus- Arten wird er wohl eine weite Verbreitung haben, dürfte aber überall nur sehr sporadisch vorkommen. In den Lehr- und Handbüchern für Pflanzenkrankheiten (Hartig, Sorauer, Frank, Tubeuf etc.) wird er nicht erwähnt. Saccardö (Syll. VL p. 206), der ihn mit Unrecht als Fomes anführt, denn die PoVenschichte ist einjährig und nicht geschichtet, sagt zwar, daß er nicht bloß in Europa, sondern auch auf Ceylon, in Nord- und Südamerika und Austrahen vorkommt, allein es ist mir mehr als fraglich, ob diese Angabe auf richtigen Bestimmungen basiert. Denn der Pilz österr. totan. Zeitschrift. 5. Heft. 1907. I3 178 ist den meisten Mykologen kaum bekannt und wird wohl gewöhn- lich mit anderen resupinaten, dunkelbraunen Poria- und Polyporus- Formen verwechselt. So ist beispielsweise Phaeoporus obliquus (P.) in Schröter (Pilze Schlesiens I, p. 489) nicht Poria ohliqua (P,), sondern die resupinate Altersform von Polyporus radiatus (Sow.), die von Eostkow (in Sturm, Deutschi. Flora, 4. Bändchen, p. 115, Tafel 56) als Polyp, polymorphns beschrieben wurde. Ebenso ist P. ob- liquus (P.) Fr. „Ad truncos Eobiniae Pseudoacaciae Patavii, fre- quens" (in P. Saccardo, Mycol. venet. spec, p. 53) kaum dieser Pilz. Fries (1. c.) zitiert zwar Weinmann (Hym. ross., p. 333), allein auch hier scheint nach der Beschreibung und dem Auftreten auf Erlen und Birken, auf welchen Polyp, radiatus besonders häufig vorkommt, eine Form dieser Art vorzuliegen. Desgleichen ist zweifellos der von Secretan (Mycograph. suisse III , p. 95) als Polyporus obliquus ? bezeichnete Pilz nur eiue resupinate Form von Fomes salicinus. Ferner halte ich den Polyporus umbrinus Pers. nee Fries (in Persoon, Myc. europ. II, p. 94) nicht wie Fries (Hym. europ., p. 570) für P. obliquus, schon weil Persoon angibt „Pori omnes inaquales, sed in superficie inaequah, pro more, parum obliqui sunt", was für den echten P. obliquus durchaus nicht gilt. Man ersieht daraus, daß die Angaben über das Vorkommen von P. obliquus nur mit der größten Skepsis betrachtet werden müssen. Was Europa anlangt, so kann es nur als sicher gelten, daß der Pilz in Schweden (wo er vonAcharius entdeckt und Persoon mitgeteilt wurde), Norddeutschland (Stettin, ßost- kovius), Frankreich (Leg. 1890 Mortillet, Exemplar in meinem Besitze), Oberungarn (Leg. A. Kmet, s. Bresadola, Hym. Kmet. in Atti Acad. Bovereto 1897, Vol. III, p. 15), Eussisch- Polen (Leg. Eichler, s. Bresadola, F. pol. in Ann. myc. I, p. 76) und im Prater bei Wien bisher gefunden wurde. Alle an- deren Angaben sind mir zweifelhaft und müssen näher geprüft werden. Für Großbritannien wird der Pilz weder von Ber- keley noch von Cooke angegeben. Was die Nährpflanzen des Pilzes anlangt, so geben die älteren Autoren Fries, Persoon, Eabenhorst (Deutsch. Kryptog., I. Aufl., I. Bd., p. 419) nur an, daß er an Baumstämmen wächst. Als sichere Nährpflanzen können gelten Fagus (Eostkovius, Eichler), Betula (Eichler) und Acer campestre. Ob (Sacc. Syll. VI, p. 206) auch Citrus, Bobinia, Älnus zu den Nährbäumen des- selben zu rechnen sind, bleibt zweifelhaft. Wenn der Pilz tatsäch- lich auch in ganz Amerika, Australien und Ceylon vorkommt, wird er wohl noch auf anderen Bäumen wachsen. Doch liegt mögUcher- weise diesen Angaben teilweise eine Verwechslung mit der resu- pinaten Altersform von P. radiatus zugrunde, da dieser Pilz weit verbreitet ist, wie die von Wettstein im südHchen BrasiUen ge- sammelten ganz typischen Exemplare lehren. 179 Abgebildet ist der Pilz in Fries (Icones, Taf. 188, Fig. 1) und von Eostkovius (1. c. Taf. 7). Was nun den Pilz selbst und seine Lebensweise anlangt, so gibt Fries an, daß er, sowie in kleinerem Maßstabe das Cor^icmm comedens, unterrindig, u. zw. unter der dicken ßinde der Stämme wächst und diese absprengt. Ich fand ihn an den Feldahornstämmen auch unter der dicken Rinde, und nach dem Abwurf dieser auf dem Holzkörper in weit ausgebreiteten Überzügen frei aufsitzend. Allein es zeigte sich bei genauerer Untersuchung, daß er auch in großen Platten 2 — 3 cm tief im noch festen und harten Holze vor- kommt. Diese Platten sind sehr weit ausgebreitet und können einen großen Teil des Stammes umziehen. Es ist höchst merkwürdig, daß diese Platten im festen und sonst anscheinend gesunden Holze wachsen und sich verdicken können. Sie müssen hiebei jedenfalls einen großen Druck überwinden. Schließlieh sprengen sie die einige Zentimenter dicke, feste Holzschichte ab und liegen dann ober- flächlich. Wahrscheinlich gelangt der Pilz dadurch ins Innere des Holzkörpers, daß er sich ursprünglich im Cambium entwickelt und in diesem in einem sehr jugendlichen Zustande latent bleibt, ohne das Cambium zu töten. Dieses bildet nun weiter Holz aus, das den sich langsam weiter entwickelnden Pilz bedeckt. Dadurch gelangt dieser immer tiefer ins Holz, bis er endhch imstande ist, die ihn deckenden Holzschichten abzusprengen. Der Pilz hat ein aus- dauerndes Mycel. Die gebildeten Fruchtkörper sind jedoch einjährig und entwickeln sich das ganze Jahr hindurch; ich fandfim Oktober im Holzkörper frische Fruchtkörper, die den Winter überdauerten und sich im April noch immer ganz frisch und etwas weiter ent- wickelt zeigten. Ist der Pilz nach Absprengen der ihn deckenden Gewebsschichten (Binde oder Holz) an die Oberfläche gelangt, so bildet er die Sporen (die spärlich und schlecht entwickelt schon im noch bedeckten Fruchtkörper auftreten können), vertrocknet dann sehr bald, wird brüchig, schwarzbraun und fällt dann in Bruchstücken ab. Der Fruchtkörper ist ganz unbegrenzt und wird gegen seinen Band zu ganz allmähhch dünner und verliert sich in eine weiße, lederighäutige, zähe, etwa 1 mm dicke Mycelhaut, die getrocknet eine feste, knorpelig-pergaraentartige Konsistenz hat, ähnlich wie Peniophora gigantea. Diese Mycelhaut besteht aus sehr verschieden dicken Hyphen, die meist nur undeutlich zu erkennen sind und hie und da auch blasige, größere Anschwellungen zu haben scheinen. Wenn der reife Fruchtkörper, an die Luft gelangt, vertrocknet, löst er sich an den Bändern etwas ab, wodurch der „ambitus erectus cristatus", von welchem Fries spricht, entsteht. Das ist aber durchaus keine eigene hutartige Bildung, sondern eine Vertrocknungserscheinung, denn der Pilz ist vollkommen resupinat und unberandet. Die Fruchtkörperplatten sind frisch ledrig-fleischig, zähe, trocken hart, brüchig. Frisch sind sie innen umbrabraun, während die Porenmündungen, die meist sehr gestreckt (weil schief abgeschnitten) sind, weißlich und etwas schimmernd erscheinen. Ganz 13* 180 frische, soeben freigewordene Platten, sowie solche, die man künst- lich aus dem Holze herausgelöst hat, erscheinen daher an der freien Porenseite weißlich-holzfarben. Mit der Lupe betrachtet, er- scheinen die Porenmündungen fein samtig gewimpert. Im Alter wird der Pilz ganz schwarzbraun. In diesem Zustande wird er erst leicht sichtbar und daher meist so gesammelt. Ist er ganz alt und im Zerfall begriffen, so sieht er dem Alterszustande von Folyporus radiatus oft sehr ähnlich. Die Fruchtkörperplatteu sind meist 5 — 6 mm stark und von sehr gleichmäßiger Dicke, was sich schon durch den Druck, dem sie im Stamme unterworfen ist, erklärt. Der Pilz ist dadurch besonders ausgezeichnet, daß er seiner ganzen Dicke nach fast nur aus den röhrigen Poren besteht, da das Subi- culum, auf dem sich die Poren entwickeln, nur sehr wenig aus- gebildet ist, ja stellenweise völlig fehlt, was schon Fries beob- achtete, daher er die Poren als „ligno impositis; basi perviis" be- zeichnete. Indessen fand ich, daß stellenweise (wie es scheint, an abnormal entwickelten Partien des Pilzes) das Subiculum bis 2'5 und 4 mm dick wird. Merkwürdig ist, daß diese dicken Stellen des Subiculums aus ganz parallelen, dünnwandigen, schön quer- septierten, 2—8 ^ dicken, senkrecht zum Substrate stehenden Hyphen bestehen, während die Poren stets schief nach abwärts gerichtet sind und mit dem Subiculum einen Winkel von 20 — oO*^ ein- schließen. Die Poren zeigen einen eckig-rundlichen Querschnitt und sind trocken 160—200 n, naß 200—300 ii breit. Die Wände derselben sind aus dünnwandigen, 2 — 3 /t breiten, gelbbraunen Hyphen zusammengesetzt. Die Länge der Röhren beträgt je nach ihrer Neigung und der Dicke des Pilzes 1'5— 3 cm. Im Hymenium sind manchmal spärlich, manchmal in größerer Zahl durchscheinend gelbbraune, scharf spitzkegelige, oben dickwandige, an der Basis bauchig erweiterte Setulae von etwa 15 — 25 ^t* Länge und einer Breite von 8 — 12 fi an der Basis zu finden. Sie ragen meist nur wenig (8—12 ft) vor und sind leicht zu übersehen. Die Sporen sind hyalin, längüch-elliptisch, dünnwandig und etwa 10^4 ^ groß, mit einem Öltropfen. Sie scheinen auch breiter vorzukommen, da sie Bresadola mit 9 — 11^:^:6 — 8^ groß angibt. Die Angabe bei Quelet (Fl. mycol. 1888, p. 379) „ovoide spherique 4 /«," ist jeden- falls falsch und deutet darauf hin, daß ihm vielleicht P. poly- morphus Eostk. vorlag, der 4*5 — 5-5w3-5— 4-5 ft große Sporen hat, die aber gelbhch gefärbt sind. Wie schon erwähnt, ist die Porenschichte des Pilzes, der ein langjährig fortwachsendes, parasitisches Mycel hat, einjährig und niemals am Querschnitte gezont. Das Merkwürdigste des Pilzes ist seine völlige Entwicklung im Holze und unter der Rinde der Stämme, wo er unter dem hohen Gewebedrucke steht. Es verdiente diese Erscheinung näher studiert zu werden, wozu aber ganze Stammquerschnitte nötig wären. 181 Noch sei erwähnt, daß die Baumarten, an welchen der Pilz bisher mit Sicherheit nachgewiesen ist, lauter Splintbäume sind. In der Tat scheinen mir diese besser der Lebensweise des Pilzes zu entsprechen als Kernholzbäume. Nach der gegebenen Beschreibung ist der Pilz mit voller Sicherheit zu erkennen. Fries sagt mit Recht, daß er mit keiner anderen Polyporee zu vergleichen ist. Der Pilz wird in den Cryptog. exsic. mus. Palat. vindobon. zur Ausgabe gelangen. Beiträge zur illyrischen Flora. Von Karl Maly (Sarajevo). (Schluß. 1) Veronica orhiculata A. Kerner in Österr. botan. Zeitschrift XXIII (1873] 372 XXIV. (1874) 19. V. austriaca Subspec. orhiculata (Kern.) m. in Sched. Einen eigenen Formenkreis, wenn auch zuweilen von V. austriaca nicht scharf unterschieden, hat F. orhiculata. Sie wurde zuerst von Visiani als V. austriaca »var. a Capsula orhiculata, levissime emarginata" abgetrennt 2). Auch Ascherson fiel diese Form auf und er schrieb, daß sie sich zu V. prostrata L. verhalte, wie V. austriaca zu F. Teucrium, d. h. nach der hier be- folgten Benennung wie F. Jacquinii Baumg. ^) zu F. dentata Schmidt {= V. austriaca L. nach Kern er)*). Erst A.v. Kerner be- legte sie ihrer Fruchtform wegen mit dem Namen F. orhiculata, ohne sein Vorhaben, sie später näher zu beschreiben, auszuführen. Nach ihm ist sie auf den Bergen Dalmatiens und Bosniens ziemlich verbreitet und wurde im Jahre 1868 durch Pichler auch vom Berg Lovcen in Montenegro mitgebracht. Knapp nachher beschrieb Pantocsek eine V. diver sifolia, welche später wohl als Synonym der ersteren betrachtet wurde. Wenigstens führen Ascherson und Kanitz in ihrem Catal. cormophyt. et anthophyt. (1877) p. 59 nur die erstere Pflanze an. Kern er hat seine V. orhicidata zwar nicht beschrieben, aber bereits im Jännerheft des Jahrganges 1874 der Öster- reichischen botanischen Zeitschrift so klare Hinweise auf Vi- siani und Ascherson gebracht, daß es ganz zweifellos ist, welche Pflanze er meinte. Nach den internationalen Regeln der botan. Nomenklatur (1906), Art. 37, besteht daher dieser Name 1) Vgl. Nr. 4, S. 156. 2) Visiani, Flora Dalmatica. II (1847). S. 170. 3) Enum. I (1816) 26, nicht Schott in Eöm. Schult. Syst. I (1817) 108. — V. austriaca L. var. bipinnatifida Koch, Synopsis II (1837) 526. — V. midtifida Auct. pl. nicht L. *) Botanische Zeitung XXX, S. 642, nach Kern er 1. c. 182 zu Recht. Pantocseks V. diversifoUa wurde im 2. Heft der Verhandlungen des Vereines für Naturkunde in Preßburg für 1871/1872 im Jahre 1874 beschrieben^). Die Veröffentlichung geschah gleichfalls anfangs des Jahres, wenn auch vermutlich später^). Eine V. diversifoUa hat aber bereits Steudel viel früher aufgestellt^), weshalb es jedenfalls vorzuziehen sein dürfte, den Kern ersehen Namen zu verwenden. F. orhicidata ist von F. austriaca durch die geringere Behaarung der vegetativen Teile, durch die meist rundliche, nicht oder seltener ausgerandete. gänzlich kahle Kapsel, die fast stets ganzrandigen und schmallinealisch bis linealisch-lanzett- lichen oberen Blätter der sterilen Sprosse und der Gipfeltriebe oberhalb der Blütentrauben leicht zu unterscheiden. Nach der Blütezeit verlängern sich die Gipfeltriebe und verleihen der Pflanze dann durch die zahlreichen schmalen ganzrandigen Blätter ein sehr charakteristisches Aussehen. Die Stöcke mit ausgerandeten Kapseln lassen sich von meiner F. Jacquinii var. anomala [Früchte völlig kahl] meist leicht durch die geschilderte Form der Gipfeltriebe unter- scheiden. In den Formenkreis der F. orbiculata ist auch F. austriaca var. prenja G. Beck*) zu stellen. Die Kapseln sind bei dieser Form, wie ich an Stücken, die Herr V. Curßic am Prenj sammelte, feststellen konnte, kreisrund, spitz ausgerandet, die Blätter der Gipfeltriebe breiter, doch weist die ganze Tracht auf erstere hin. F. orbiculata A. Kern, (emend.). a typica m. F. austriaca var. a Capsula orbiculata, levissime emar- ginata Visiani Flor. Dalm. II 170 (1847). F. orhicidata A. Kern. 1. c. V. diversifoUa Pantocs. 1. c. (obere Stengelblätter weniger geteilt, einfach-fiederschnittig. Mittelstreif und die verlängerten Zipfel sehr schmal. Stellt daher eher eine Mittelform zwischen a und ß dar). Blattform, bis auf jene der Gipfeltriebe, wie bei F. Jac- quinii Baumg. Kapsel verkehrteirund. Dalmatien: Visiani I.e. Originalstücke ohne Standorts- angaben im Herb, des botan. Gartens zu Padua gesehen ! Ragusa (Adamovic). Hercegovina: Orijen (Adamovic), Trebinje, Üskoplje- Ivancica (Jan che n), um Station Hum (Janehen, Maly). ß Celakovskyana {A&ahavs.) m. F. austriaca var. Celakovshjana Aschers, ined. (Herb. Blau). ^) Der Index Kewensis zitiert irrtümlich 1871—1872. 2)'Österr. botan. Zeitschrift 1874, S. 163. 3) Nomencl. botan. ed. I (1821—1824), p.. 876. 4) Annal. Hofmus. Wien II (1887), 155, t. VII. 183 Die unteren Blätter oval, kerbsägig, die mittleren und oberen länglich, einfach fiederteilig mit linealischen Zipfeln. Parallelform zu V. austriaca ß pinnatifida Koch Synops, p. 526^). Bosnien: Im Kastell von Sarajewo aufwiesen ca. 700 m, am Trebevic bis 1000 m (Maly), am Grdonj bei Sarajevo und an Abhängen bei Dubovce, zwischen Hadzici und Blazuj (0. Blau Herb.). Hercegovina: Avtovac (leg. Vidovic 1888), um Drez- nica (Maly), Vojno (Janchen). Geht oft in die vorige Form über. Eine solche Pflanze, die in der Blattform viel Ähnlichkeit mit F. hihariensis Kerner hat, sammelte Baldacci in Montenegro: Oberhalb Bijela skala im Kumija- Gebirge (Baldacci 1898, nr. 39). y hercegovinica m. Untere Blätter kerbsägig, die oberen ± schmal, ein- geschnitten gezähnt (bis fie der spaltig). Hercegovina: Verbreitet um Mostar: Stolac, Podvelez, Hum (leg. Vidovic^ 1885; Gallier, Plantae Herceg. exs. a. 1895 a. H. Eaap lectae Nr. 124, Janchen als F. prenja); bei Vitina im Bez. Ljubuski, Übergangsform zu voriger (leg. Fiala, 1892 als F. multißda). Dalmatien: Biokovo, Spalato, Almissa, Makarska (Herb. Visiani), Igrane-Makarska (M. Sardagna) etc. Montenegro: Grahovo (Adamovic). In typischer Entwicklung sehr eigentümlich, aber durch Cbergangsformen mit voriger und folgender Form verbunden. d prenja (Gr. Beck) m. F. austriaca var. F. prenja G. Beck 1. c. Stengel ausgebreitet, niedrig, gracil. Blätter breiter, kerb- sägig. Kapsel kreisrund, spitz ausgerandet. Blätter der Gipfel- triebe breiter, Trauben kürzer, eirund. Hercegovina: Prenj Planina, ca. 1800—2000 m (G. Beck, Öurßic). Dürfte die hochalpine Form der vorhergehenden Abart sein. Die von Vandas^) am Porim gesammelte Pflanze liegt mir leider nur in sehr unvollkommenen Stücken vor und gehört darnach zu einer der beiden vorhergehenden Sippen. F. puhicarpa Simonk. ^), mit welcher Velenovsky*) F. prenja indentifiziert, kann schon wegen den behaarten länglichen Kapseln nicht hierher gehören. ^) Hierher gehört vermutlich auch G. Becks V. muUifida var. diversi- folia aus der Umgebung von Sarajevo. Siehe Annal. Hofmus. Wien, II, 137. -) Sitzungsber. d. kgl., böhm. Ges. d. Wissensch. 1890, S. 274. 3) En. pl. Transsilv. (1887) 422. ■>) Sitzb. d. kgl. böhm. Ges. d. Wiss. 1902, XXVII, 10. 184 Campanula m^oesiaca Telen. (in Sitzungsber. d. kgl. böhm. Ges. d. Wissensch. 1892, S. 17). a typica m. „ foliis ... inferioribus oblongis subobtusis, basi abrupte attenuatis vel saepius valde inaeqii aliter truncatis petiolum alatum aeguantibus" (Velenovsky. I.e.). Bulgarien: Vergl. Velenovsky 1. c. und Suppl. I., 184. Montenegro: Crna Planina im Komgebiet (Stengel schwächer beblättert, die unteren Blütenknäuel ziemlich weit von- einander entfernt, (leg. 0, Eeiser^). ß ohlongifolia in. Auch die unteren Blätter allmählich in den Stiel verschmälert oder schwach spateiförmig. Bosnien: Vranica Planina ([Sjekirica:] Brandis 1886, G. V. Beck 1892, Curcic). Serbien: In der Landschaft Zlatibor bei üzice, ca. 1000 m. Abnorm tief gelegener Standort (leg. 0. Eeiser)^). Bulgarien? Am Cam Kurijel bei Samokov (leg. 0. Bei s er); fraglich, weil die unteren Blätter schlecht erhalten sind. Ich glaube, daß G. moesiaca eher mit C. cervicaria (z. B. mit der var. imbricata Kochel) als mit C. thyrsoidea L. oder gar C. glomerata L. verwandt ist. Campanula atJioa Boiss. et Heldr, Diagn. Ser. 2, III (1856), p. 110. Syn.: C. trachelium ß orientalis Boiss. Flor. Orient. III (1875). C. trachelium var. atlioa (Boiss. Heldr.) Bald, in Mem. Acad. Sc. Bologna, Ser. 5, IX (1901), 539. Bosnien: Miljackatal (Fiala), Moscanicaschlucht. Weicht von der typischen Pflanze nur durch die kerbige Serratur ab. C. trachelium L. ist in der rar. typica m. (v. dasy- carpa M. K., C. urticifolia Schmidt, non Gaud.) um Sara- jevo verbreitet. Daselbst kommt auch die var. paniculata Peterm. vor. Cainpanula patula L. yar. Jahorinae in. Pflanze verkahlend. Die entwickelte Blumenkrone 3—4 cm lang, schwach fünfspaltig (tiefer als Vg), 3*5 — 4mal so lang als die Kelchzähne, welche etwa doppelt so lang als die Kelchröhre sind. Kelchröhre mit spärlichen Drüsenpunkten. Bosnien: Alpine Triften auf der Gola Jahorina. Die Blumenkrone der C. paiida ist gewöhnlich ca. 15 bis 25 mm lang^) und bis zur Hälfte in fünf Zipfel geteilt. Sie kommt gleichfalls auf der Jahorina vor und ist in Bosnien noch ziemlich häufig, während sie in den südlicheren Teilen der Balkanhalbinsel durch C. hemscJiinica C. Koch, C. epigaea Degen, C. Velenovskyi Adam, und C. olympica Boiss. vertreten wird. 1) Vgl. Eohlena, Vierter Beitr. z. Flora v. Montenegro (1905), S. 69. 2) Als C. glomerata in den .Ungar, botan. Blättern 1905, S. 128, an- geführt. 3) G. V. Beck, Flora v. Niederösterreich III, S. 1103. 185 Bereits Alphonse de C and olle beschrieb im Jahre 1839 eine C. patula d grandiflora (Prodromus VII 480) von der Insel Zakynthos (ital. Zante), die Margot dort gesammelt hatte. Diese unterscheidet sich nach der Beschreibung durch ganz- randige, viel längere Kelchzipfel. Näheres konnte ich über diese Pflanze nicht teststellen, da mir Margot et Reuters Essai d'une Flore de l'ile de Zante (Geneve, 1838) nicht zur Ver- fügung steht und die neueren Floristen (Boissier, Halacsy) sie nicht erwähnen. Übrigens muß das Vorkommen einer Form der echten C. patula in so südlicher Lage Zweifel erwecken. Zu vergleichen ist auch C. patula var. platypliylla Borbäs. Geogr. atque enum. plant, comit. Castriff. (1887), p. 204, die durch breitere Kelchzipfel und große, breitere Blätter verschieden zu sein scheint. Die Blumenkrone ist größer als bei C. patula, doch sind keine Maße angegeben. Den Herren Erwin Jan eben in Wien und Professor Dr. Pier' Andrea Saccardo in Padua sei an dieser Stelle für die Über- lassung von Herbarien für meine Studien mein bester Dank aus- gesprochen. Ein Beitrag zur Kenntnis der Variation der Frucht von Trapa natans L. Von Ferdinand Kryz aus Wien. Mit 9 Figuren. Ich sammelte am 26. August 1906 rund 1000 unbeschädigte, am Ostufer des Teiches von Neuhammer (Preuß. Reg.-Bez. Oppeln) angeschwemmte Früchte der gemeinen Wassernuß ein, welch letz- tere in diesem und in den Gewässern der Umgegend noch häufig vorkommt, um an diesen Früchten einige Fragen ihrer individuellen Variation festzustellen. Ehe ich daran gehe, die Ergebnisse dieser Arbeit zu schildern, seien einige allgemeine Bemerkungen über die Wassernuß selbst und ihre Fruchtbildung vorausgeschickt. Die perigyne Blüte der Trapa natans L. ist bekanntlich vierzählig gebaut und besitzt einen den halb unterständigen Fruchtknoten um- gebenden Diskus. Das Gynoeceum geht aus zwei Fruchtblättern hervor und wächst hauptsächlich in seiner Basaipartie, so daß es fast unterständig wird. Trotz seiner zwei fächerigen Anlage wird nur eine einfächerige, einsamige Schließfrucht ausgebildet, welche in der Regel vier Dornen aufweist, die aus den vergrößerten und verhärteten Kelchzipfeln der vierspaltigen Kelchröhre hervorgegangen sind. Das epikarpe Fruchthäutchen verliert sich bald und es zeigt sich eine längsgerippte, holzige, schwarzbraune, vom erhärteten Diskus gekrönte Frucht mit einem durch den Griffelabfall bewirkten Scheitelloch, das zum Samen hineinführt, welche Öffnung jedoch 186 durch einen dichten Borstenkranz verdeckt wird. Sie be- sitzt eine keilförmige Gestalt und zwei ihrer Dornen erstrecken sich, von der Basis des Diskus ausgehend, als Fortsetzungen des flachgedrückten Körpers der Frucht nach entgegengesetzten Rich- tungen, u. zw. gewöhnlich nach aufwärts. Die beiden anderen Dornen sind viel tiefer, etwas über der kegelstumpfartigen Basis ebenfalls an gegenüberliegenden Stellen der Frucht und mitunter genau senkrecht zu den flachgedrückten Seiten der letzteren in- seriert. Sämtliche Dornen enden in der Regel in eine schmale, blattförmige, lanzettliche Spitze, deren beide Ränder mit feinen, geraden Widerhäkehen von wechselnder, meist sieben bis zehn auf einer Seite betragenden Anzahl versehen sind. Da diese Spitze leicht abbricht, so fehlt sie sehr häufig. Es kommt jedoch auch vor, daß ein oder der andere Dorn, meistens einer der tiefer in- serierten, nur eine einfache, gewöhnlich nach oben gekrümmte, nadeiförmige Spitze ohne Widerhaken besitzt oder ganz rudimentär ausgebildet ist und stumpf kegelförmig ohne Spitze endigt. Die Dornen dienen bekanntlich zum Festhalten der schwimmenden Früchte im Schlamme und ^wischen den am Ufer wurzelnden Wasserpflanzen. Trapa natans L. ist die in Deutschland vor- kommende Art, welche normal vier Dornen ausbildet. Nur zwei- dornige Früchte besitzt die sich im Lago Maggiore und im See von Varese vorfindende Trapa verhanensis. Schon die erste Durchsicht der Aufsammlung ergab, daß unter diesen 1000 Trapa natans-¥ mchten nicht alle die normale Zahl von vier Dornen aufwiesen. Es zeigte sich, daß davon 922 mit vier gut ausgebildeten Dornen versehen waren, während 41 neben drei normal gestalteten noch einen rudimentär gewordenen Dorn besaßen. Als rudimentär werden wir im folgenden alle jene Früchte bezeichnen, welche einen oder auch mehrere ihrer Dorne nur kümmerlich, ohne Spitze, bloß mit abgerundetem Ende als Stumpf ausgebildet haben. Unter den übrigen Früchten fanden sieh zwei, welche infolge Verdoppelung eines Dornes fünfdornig wurden und zwei, bei denen die Tendenz zur Verdoppelung durch eine tiefe, den betreffenden Dorn der Länge nach halbierende Furche deuthch wahrnehmbar war. In vier Fällen zeigte sich eine Verdoppelung der lanzettHchen Spitze eines der tiefer inserierten Dorne, so zwar, daß im oberen Drittel der blattförmigen Spitze eine Gabelung in zwei ebenfalls mit Widerhäkchen versehene Spitzen eintrat. Bei 26 Früchten waren drei Dornen ausgebildet und der vierte nur so schwach angedeutet, daß sie als dreidornig angesehen werden konnten. Eine Frucht zeigte zwei deutliche Dornen und einen dritten rudimentär entwickelt, war also eine rudi- mentäre dreidornige Frucht, während nur zwei Früchte zweidornig waren, da sie zwei wohl ausgebildete Dornen, aber keine rudi- mentären aufwiesen. Die weitere Untersuchung erstreckte sich auf die Symmetrie der Früchte und die Richtung ihrer Dornen. Zur leichteren Ver- 187 ständlichkeit seien die zwei höher inserierten Dorne als Längsdorne, die beiden tiefer entspringenden als Querdorne bezeichnet. Von einer Längsebene der Frucht wird gesprochen werden, wenn eine Ebene vorhanden ist, welche beide Längsdorne der Länge nach symmetrisch halbiert, anderseits wird von einer Querebene die Eede sein, wenn eine Ebene existiert, die beide Querdorne der Länge nach symmetrisch halbiert. Wenn Längs- und Quer- ebene vorhanden sind, schneiden sie sich in der ursprünglichen Blütenachse, die hier als Pruchtachse bezeichnet sei. Mitunter bildet die Längsebene eine Symmetrieebene der Frucht, insoweit bei einem solchen organischen Körper überhaupt von Symmetrie die Eede sein kann, und wir werden in diesem Falle von einer Längs-Symmetrieebene, hingegen, wenn die Querebene eine Sym- metrieebene bildet, von einer Quer-Symmetrieebene sprechen. Be- sitzt die Frucht nur eine Symmetrieebene, so sei sie schlechtweg als symmetrisch bezeichnet, weist sie jedoch zwei Symmetrieebenen auf, so werden wir sie als bisymmetrisch charakterisieren. Bei einer bisymmetrischen Frucht steht die Längs-Symmetrieebene senkrecht auf der Quer-Symmetrieebene, die beide selbst wieder, ebenso wie dies von der Längs- und der Querebene gilt, stets lot- recht angeordnet sind. Die Frucht ist natürlich immer so gestellt gedacht, daß die Fruchtachse lotrecht steht und ihr oberes Ende durch den Mittelpunkt des Scheitelloches markiert erscheint. Die einzelnen Dornen selbst können mannigfache Eichtungen auf- weisen. Sie sind selten horizontal, sondern meistens nach auf- oder abwärts gerichtet. Diese verschiedenen Lagen der Dornen zu- einander wurden bei sämtlichen Früchten bestimmt und so ein Bild gewonnen, welche Dornstellungen überhaupt und welche am häufigsten vorkommen. Im folgenden seien die Früchte kurz nach ihrer Dornenanzahl und durch die Bezeichnung „Dorner" charakte- risiert. Die beiden normal ausgebildeten und die beiden nur angedeuteten Fünfdorner wurden in bezug auf ihre Dornenstellungen unter die normal beschaffenen Vierdorner mit aufgenommen. Die Zahl der normalen Vier- und der dazu einverleibten Fünfdorner betrug 930. Eudimentär ausgebildete Vierdorner gab es 41. Bei allen rudimen- tären Vierdornern war stets einer von den Querdornen unent- wickelt. Als häufigste Fruchtform, welche wir kurz als die „Domi- nante" bezeichnen werden, wurde jene gefunden, bei der beide Längsdorne und ein Querdorn nach aufwärts, der andere Querdorn nach abwärts gerichtet war. Von den 285 normal ausgebildeten und den sechs rudimentär beschaffenen Dominanten besaßen 52 eine Quer-Symmetrieebene. Unter diesen 52 symmetrischen Früchten waren drei rudimentäre Dominanten mit je einem rudimentär ge- bliebenen, stumpf endigenden Querdornansatz und außerdem noch ein normal ausgebildeter Fünfdorner, Eine Vorstellung von einer so beschaffenen, normal ausgebildeten symmetrischen Frucht gibt 188 die Fig. 1. Die übrigen 239 Dominanten wiesen keine Symmetrie- ebene, jedoch sehr häufig Längs- und schon seltener auch Quer- ebenen auf. Vielfach lagen auch je zwei zusammengehörige Dorne in zwei sich schneidenden Ebenen oder auch in krummen Flächen. Unter diesen 239 Dominanten sind auch die drei übrigen rudimen- tären Früchte, sowie einer der beiden nur angedeuteten Fünfdorner mit inbegriffen. Die am nächst häufigsten, nämhch in 172 Fällen auftretende Fruchtform, welche die eigentlich normale Frucht repräsentiert, wollen wir kurz die „Normalform" nennen. Bei ihr sind sämtliche Dornen nach aufwärts gerichtet. Nur 27 Normalformen hatten eine Längs- und eine Quer-Symmetrieebene, waren also bisymmetrisch. Eine solche bisymmetrische Normalform zeigt die Fig. 2. Die übrigen 144 Norraalformen enthielten vier rudimentäre Früchte, deren Querdorn nur kümmerlich ausgebildet war und auch noch Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3. den zweiten vorhanden gewesenen, normal ausgebildeten Fünfdorner, den die Fig. 3 wiedergibt. Bei 142 Exemplaren war jene Fruchtform vorhanden, welche zwei nach aufwärts gerichtete Längsdorne und zwei nach abwärts weisende Querdorne besitzt. 23 solche Früchte waren bisymmetrisch. Eine derartige Fruchtform zeigt die Fig. 4. Unter den übrigen 119 asymmetrischen Früchten waren sechs nur rudimentär aus- gebildet. 117 Früchte hatten zwei nach aufwärts gerichtete Längsdorne, einen horizontal gestellten und einen nach aufwärts gekrümmten Querdorn. 25 davon hatten eine Quer-Symmetrieebene. Das Aus- sehen dieser Fruehtform läßt sich aus der Fig. 5 ersehen, die eine von jenen Früchten abbildet, bei welchen es zu einer Gabelung der lanzettlichen Spitze des nach aufwärts gerichteten Querdornes gekommen ist. Es fanden sich unter diesen 25 symmetrischen und 189 unter den 92 asymmetrischen Früchten keine rudimentär aus- gebildeten Exemplare. Beide Längsdorne nach oben, einen Querdorn in horizontaler Lage und den anderen nach abwärts gekrümmt, zeigten 120 Früchte, von denen 18 rudimentär waren, u. zw, war es in allen Fällen der rudimentär gebliebene eine Querdorn, welcher, da er keine sicher erkennbare Tendenz, sich irgendwie zu krümmen, aufwies, als horizontal gerichtet angenommen wurde. 17 Exemplare hatten eine Quer- Symmetrieebene und unter diesen symmetrischen Früchten gab es auch zwei rudimentär gebliebene, von denen eine in Fig. 6 gezeichnet ist. Von den anderen 103 asymmetrischen Früchten waren 16 rudimentär ausgebildet. Die Längsdorne nach aufwärts, die Querdorne horizontal ge- richtet, hatten 90 Früchte. 18 davon waren bisymmetrisch. Eine Fig. 4. Fig. 5. Fig. 6. Form, von der ein Querdorn rudimentär geblieben war, wies eine Quer-Symmetrieebene auf. 71 Früchte waren asymmetrisch. Unter ihnen fanden sich noch drei rudimentäre Formen, u. zw. darunter eine, welche beide Querdorne nur als Stümpfe entwickelt hatte, und auch der zweite, nur angedeutete Fünfdorner, der in Fig. 7 wiedergegeben ist, wurde hier aufgenommen. Die vorstehend beschriebenen sechs verschieden gestalteten Fruchtformen sind die weitaus am häufigsten auftretenden Varia- tionen der Dornenstellungen der Trapa «a^aws- Früchte. Alle übrigen Fruchtformen treten, wie weiter unten beschrieben wird, nur spärlich auf. Es zeigt sich, daß alle diese oft wiederkehrenden Fruchtformen sämtlich zu jenen gehören, welche beide Längsdorne nach aufwärts gerichtet haben. Diese Fälle dominieren, wie später näher ausgeführt werden soll, wenn von der für sich gesondert betrachteten Stellung der Längs- als auch der Querdorne die Bede 190 sein wird. Alle nunmehr zur Besprechung gelangenden Frucht- formen zeigen nicht mehr das Merkmal der beiden nach aufwärts gerichteten Längsdorne. Um uns weniger wiederholen zu müssen und auch um über- sichtlicher die zahlreichen sonstigen Variationen der Wassernuß - fruchte darzustellen, werden wir uns nachfolgender Abkürzungen bedienen, die für die Einzahl und Mehrzahl giltig sind. Fr. = Frucht; Q. D. = Querdorn; L. D. = Längsdorn; L. E. := Längsebene; Q. E. = Querebene; L. S. E. = Längs- Symraetrieebene; Q. S. E. = Quer-Symmetrieebene; n. o. g. = nach oben gerichtet; n. u. g. r= nach unten gerichtet; h. g. = horizontal gestellt; sym. = symmetrisch; rud. = rudimentär: b. = besaß; ausgeb. = ausgebildet; w. = war; norm. = normal; anged. = angedeutet; bef. = befand; 1. = liegend, lagen; abgeb. = abgebildet. Fig. 8. Fis:. 9. Wir fahren nun unter Benützung der angeführten Abkür- zungen fort, mehr in Schlagworten die übrigen Formen der Vier- und weiter unten auch der Dreidorner ganz kurz zu charakteri- sieren. 8 Fr. b. : 2 h. S- L. j D., 2 n. u. g. Q. D.; 2 davon w. bif 5ym. 4 Fr. b. : 2 h • g . L. D. . 1 h. g. Q. D., 1 n. u. g- Q. D.; davon b. eine Q. s. E. 2 Fr. b. : 2 h. g- L. D., 1 E . 0. g. Q. D ., 1 n. u g- Q- D.; davon b. eine Q. s. E. 8 Fr. b. : 1 h. g- L. D., 1 n . 0. g. L. D. , 2 n. u. g- Q- D.: davon b. eine Q. s. E. 6 Fr. b. : 1 h. g- L. D., 1 n . 0. g. L. D .. 1 n. 0. g- Q D.. n. u. g- Q. D.; 2 davon hatten den n. u. g. Q- D. ri id. aus geb. 2 Fr. b. : 1 h • g . L . D , 1 n. 0. g. L. D., 1 h. g- Q- D., n. 0. g- Q- D. 191 1. Fr. b.: 1 h. g. L. D., 1 n. o. g. L. D., 2 h. g. Q. D. 3 Fr. b.: 1 h. g. L. D., 1 n. o. g. L. D., 1 h. g. Q. D.. 1 n. u. g. Q. D. 2 Fr. b. : In. o. g. L. D., 1 n. u. g. L. D., 1 d. o. g. Q. D., 1 D. u. g. Q. D. ; 1 davon hatte den n. o. g. Q. D. rud. ausgeb. 2 Fr. b.: In. o. g. L. D., 1 n. u. g. L. D., 2 h. g. Q. D. 1 Fr. b.: 2 n. u. g. L. D.. 1 h. g. Q. D., 1 n. u. g. Q. D. Sie b. eine Q. S. E. Wir kommen nunmehr zur Besprechung der 27 Dreidorner. In 24 Fällen waren beide Längsdorne und nur ein Querdorn aus- gebildet, in drei Fällen waren beide Querdorne, aber nur ein Längs- dorn entwickelt. Folgende verschiedene Fruchtformen fanden sich vor: 6 Fr. b. : 2 n. o. g. L. D., 1 n. o. g. Q. D. Eine davon, welche in Fig. 8 abgeb. ist, b. eine Q. S. E. 5 Fr. b.: 2 n. o. g. L. D., 1 h. g. Q. D. Eine davon b. einen rud. Q. D. 10 Fr. b. : 2 n. o. g. L. D., 1 n. u. g. Q. D. Zwei davon b. eine Q. S. E. 1 Fr. b.: 1 h. g. L. D., 1 n. o. g. L. D., 1 n. u. g. Q. D. 1 Fr. b.: 2 h. g. L. D., 1 n. u. g. Q. D. 1 Fr. b. : 2 n. u. g. L. D., 1 n. u. g. Q. D. 1 Fr. b.: 1 n. o. g. L. D., 2 n. u. g. Q. D. 1 Fr. b.: 1 n. o. g. L. D., 1 n. u. g. Q. D., 1 h. g. Q. D. 1 Fr. b.: 1 h. g. L. D., 1 n. u. g. Q. D., 1 n. o. g. Q. D. Die beiden Zweidorner hatten ihre zwei Längsdornen auf- wärts gekrümmt, waren aber asymmetrisch, da sie keine Längs- ebene aufwiesen. Ein Exemplar dieser beiden Zweidorner zeigt die Fig. 9. Wenn wir nur das Längs- oder nur das Querdornenpaar ins Auge fassen, so lassen sich au unseren Früchten die weiter unten beschriebenen Verhältnisse feststellen, die wir wieder unter Be- nützung der früheren Abkürzungen darlegen wollen. Zuerst seien die Vier- und die dazu gerechneten Fünfdorner betrachtet, so zwar, daß die die. Längsdorne betreffenden Angaben vorangestellt sind. 932 Fr. b.: 2 n. o. g. L. D. Bei 372 davon w. beide L. D. in einer L. E. 1., worunter sich auch der norm. Fünfdorner bef. Unter den 560 Fällen, wo die L. D. nicht in einer L. E. 1.. w. beide anged. Fünfdorner und der zweite norm. Fünfdorner ent- halten. 14 Fr. b. : 2 h. g. L. D. In fünf Fällen die L. D. in einer L. E. 1. 1 Fr. b.: 2 n. u. g. L. D. in einer L. E. 1. 20 Fr. b.: In. o. g. L. D., 1 h. g. L. D. In acht Fällen die L. D. in einer L. E. 1. 4 Fr. b.: 1 n. o. g. L. D.. 1 n. u. g. L. D. In einem Fall die L. D. in einer L. E. 1. 192 172 Fr. b.: 2 n. o. g. Q. D. In 74 Fällen die Q. D. in einer Q. E. 1. Unter den übrigen 98 Fr. bef. sich ein norm. Fünfdorner. 93 Fr. b. : 2 h. g. Q. D. In 51 Fällen die Q. D. in einer Q. E. I., worunter sich auch ein anged. Fünfdorner bef. 158 Fr. b.: 2 n. u. g. Q. D. In 71 Fällen die Q. D. in einer Q. E. 1. 119 Fr. b.: In. o. g. Q. D., 1 h. g. Q. D. In 66 Fällen die Q. D. in einer Q. E. 1. 128 Fr. b.: In. u. g. Q. D.. 1 h. g. Q. D. In 55 Fällen die Q. D. in einer Q. E. 1. 301 Fr. b. : 1 n. o. g. Q. D., 1 n. u. g. Q. D. In 159 Fällen die Q. D. in einer Q. E. 1. Unter den übrigen 142 Fr. bef. sich der andere norm. Fünfdorner und der zweite nur anged. Fünf- dorner. Wir kommen nun zur Erörterung der Dornenstellungen bei den Dreidornern. 21 Fr. b.: 2 n. o. g. L. D. In fünf Fällen die L. D. in einer L. E. 1. 1 Fr. b.: 2 n. u. g. L. D., die nicht in einer L. E. 1. 1 Fr. b. : 2 h. g. L. D. in einer L. E. 1. 1 Fr. b.: In. o. g. L. D., 1 h. g. L. D. Beide L. D. in einer L. E. 1. 1 Fr. b.: 2 n. u. g. Q. D., die nicht in einer Q. E. 1. 1 Fr. b.: 1 h. g. Q. D., 1 n. u. g. Q. D., die nicht in einer Q. E. 1. 1 Fr. b.: 1 n. o. g. Q. D., 1 n. u. g. Q. D. Beide Q. D. in einer Q. E. 1. Die beiden Zweidorner hatten ihre nach aufwärts gerichteten Längsdorne nicht in einer Längsebene hegend, wie schon früher erwähnt wurde. Wenn wir die Resultate der Symmetriefeststellungen sämt- licher Früchte zusammenfassen, so finden wir, daß unter den 1000 Wassernüssen 174 symmetrische und 826 asymetrische Frucht- forraen vorkamen. Unter den 171 symmetrischen Vier- und Fünf- dornern fanden sich 70 bisymmetrische und sechs symmetrische, aber nur rudimentär ausgebildete Früchte. 35 rudimentäre Formen waren unter den 800 asymmetrischen Vier- und Fünfdornern. Es gab drei symmetrische und 24 asymmetrische Dreidorner. Der eine rudimentäre Dreidorner war asymmetrisch. Beide Zweidorner zeigten gleichfalls Asymmetrie. Von sämtlichen 1000 Früchten wurde auch die Größe be- stimmt. Es wurde als Maßstab hiefür die Fruchthöhe, nämlich die Größe des lotrechten Abstandes der Fruchtbasis von dem Mittel- punkte des oberen Scheitellochrandkreises der lotrecht aufgestellten Frucht gewählt, u. zw. wurde diese Größe in ganzen Millimetern ab- gerundet ausgedrückt. Im besonderen wurden auch noch die Größen- variationen der Normalformen und der Dominanten festgestellt. 193 Über die Eesultate dieser Messungen gibt die nachstehende Ta- belle Auskunft, womit wir diese Arbeit beschUeßen wollen. Fruchthöhe der Wassernüsse in mm 9 1011 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 Sämtliche 1000 Wassernüsse Beide Zweidorner Ein rud. Drei- dorner 26 norm. Drei- dorner 41 rud. Vier- dorner 926 norm. Vier- dorner 2 anged. Fünf- dorner 2 norm. Fünf- dorner 48 sym. Domi- nanten der Vier- dorner 235 asym. Domi- nanten der Vier- dorn er 27 sym. Haupt- formen der Vier- dorner 140 asym. Haupt- formen der Vier- dorner 3 7 11 11 28 27 44 44 63 63 20 13 111 2 1 107 1 30 25 159 3 4 151 1 11 39 2 29 153 1 7 135 15 157 7 11 139 29 22 114 71 1 1 3 5 105 61 9 30 20 2 11 41 25 1 5 4 4 1 37 23 5 4 3 1 1 6 2 1 1 1 1 4 1 Herbar-Studien. Von Rupert Huter, Pfarrer in Ried bei Sterzing, Tirol. (Fortsetzung. ^) 187. Als Jasione rosularis B. et ß. wurde eine Pflanze von Porta und Eigo (it. IV. hispan. 1895, nr. 316) ausgegeben; die Pflanze ist aber richtig Jasione montana L. Die Sammler ließen sich durch die Standortangabe: „Silla de la ßeyna" bei S. Eocque täuschen, wo aber keine andere Art zu finden war. Die seltene Jasione penicillata Boiss. brachten Porta und Eigo 1895 von zwei Standorten mit. Eine Pflanze von der 1) Vergl. Jahrg. 1907, Nr. 3, S. 111. österr. botan. Zeitschrift. 5. Heft. 1907. 14 194 Sierra Tejeda. loco „Tazilla de Plata", 1800—2000 m s. m., ent- spricht der Diagnose: „tota pilis longis albis erispulata" (forma cinerascens P. E.). Diejenige von der Sierra de Mijas (locis glareosis dolomiticis) ist untenhin kahl, auch die Köpfchen sind wenig behaart (forma suhglahra P. R.). 188. Erica australis L. wurde von Porta und Rigo 1895 in wenigen Zweigen, vermischt mit E. umhellata ß. major Cosson, bei Puerto Santa Maria bei Cadix gesammelt; ebenso E. multi- flora L. 1891 in Spanien (loc. ?) — Erica stricta Don kommt reichlich vor an der Nordseite der Sierra Prieta prope Cortijo de Venticha und Sierra Nevada, in Baranco de Tesoro, 1500 bis 1600 m s. m. (H. P. R. it. hisp. 1879, nr. 435 und 436). 189. Gentiana pannonica Scop. rar. JPichleri Huter. Differt a typo statura humili, 10—12 cm alta, foliis ovato- lanceolatis acutatis. corollae lirabi laciniis lanceolatis acutius- culis. Carinthia, in monte Ovir, autumno 1878. Leg. Th. Pichler. Macht auf den ersten Anblick einen fremdartigen Eindruck, besonders durch die lanzettUchen Zipfel der Korollen; doch glaube ich kaum, daß die angegebenen Merkmale beständig sein dürf