: nj I m im DEUTSCHE SÜDPOLAH-EXPEDITION 1901-1903 IM AUFTRAGE DES REICHSAMTES DES INNERN HERAUSGEGEBEN VON EHICH VON DRYGALSKI LEITER KER EXPEDITION X. BAND ZOOLOGIE IL BAND HEFT I 1. l. PLATE, DIE SCAPIIÜPODEN. MIT 12 ABBILDUNGEN IM TEXT. 2. .1. THIELE, DIE ANTARKTISCHEN UND SIBANTARKTISCHEN CHITONEN. MIT TAFEL L 3. E. VANHUFFEN, DIE LUCERNARIDEX UND SKYPHOMEDUSEN. MIT TAFEL II DND III UND 12 ABBILDUNGEN IM TEXT. BERLIN DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER 1908. ^bi r DEUTSCHE SÜDPOLAK-EXPEDITION 1901-1903 IM AUFTRAGE DES REICHSAMTES DES INNERN HERAUSGEGEBEN VON ERICH VON DRYGALSKI LEITKU DEK EXTEDITION X. BAND ZOOLOGIE IL BAND BERLIN DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER 1909 ;^\< Inhalt des X. Bandes. Zoologie II. Band. LIBRAF :^ » Seite Vorwort von E. Vanhöffen \ — \ II Heft 1. (Ausgegeben im Oktober üKi.S.) 1. L. Plate, Die Scaphopoden. Mit 12 Abbildungen im Text 1—6 2. J. Thiele, Die antarktischen und subantarktischen Chitonen. Tafel I 7—24 3. E. Vanhöffen, Die Lucernariden und Scyphomedusen. Tafel 11 und III und 12 Abbildungen im Text 25—50 Heft 2. (Ausgegeben im Oktober i;)08.) 4. G. W. Müller, Die Ostrakoden. Tafel IV-XIX und 45 Abbildungen im Text 51—182 Hefts. (Ausgegeben im November 1908.) 5. A. PoPOFSKY, Die Radiolarien der Antarktis mit Ausschluß der Tripyleen. Tafel XX— XXXVI, eine Tabelle und 29 Abbildungen im Text 183—306 6. 0. Schröder, Unbekannte treibende Eier und Cysten. Tafel XXXVII— XXXVIII 307—316 7. O. Schröder, Sticholonche zanclea (R. Hertwig) und Wagnerella borealis (Mereschkowsky). 4 Abbildungen im Text 317—322 Heft 4. (Ausgegeben im Januar 1909.) 8. G. Enderlein, Die biologische Bedeutung der Antarktis und ihrer Faunengebiete mit besonderer Berücksichtigung der Insektenwelt. Tafel XXXIX und 2 Abbil- j m„^. 323—360 düngen ini iext 9. G. Enderlein, Die Insekten des antarktischen Gebiets. Tafel XL— LXIII und 42 Abbildungen im Text 361—528 10. P. Speiser, Die Parasiten des Fregattvogels (Fregata aquila) 529—532 Heft 5. (Ausgeben im Februar 1909.) 11. G. Enderlein, Die Spinnen der Crozetinseln und von Kerguelen 533—540 12. E. Strand, Spinnentiere Südafrikas und einiger Inseln 541—596 13. P. Speiser, Milben 597—603 2S854 Vorwort. Der zweite Band der zoologischen Ergebnisse, Band X des Gesamtwerks, umfaßt 13 Arbeiten, von denen die ersten 7, außer einigen Muschelkrebsen des süßen Wassers, nur Meerestiere, die 6 folgenden aber Insekten, Spinnentiere und Milben einiger von der Expedition besuchter Inseln und des Kaplandes behandeln. Zum größten Teil sind es kleine, trotz ihres Reichtums an Arten und Individuen sonst wenig beachtete Formen, welche aber im Haushalt der Natur eine wichtige Rolle spielen und besonders, soweit sie der Antarktis entstammen, eine Grundlage für zoogeographische Spekulationen geben, während die pelagischen Arten eine wertvolle Ergänzung zu den Ergebnissen der deutschen Tief- see-Expedition liefern. Es sind nicht weniger als 416 von uns gesammelte Arten, über die in diesem Bande berichtet wird; von diesen waren 192 bisher unbekannt und 144 gehören der Antarktis im engeren Sinne, d. h. dem südlichen Eismeergebiet an, so daß sich unsere Ausbeute einschließlich der im ersten Band erwähnten Tiere schon auf 710 Arten, darunter 274 neue und 193 antarktische Arten beläuft. Die Erbeutung mancher Formen war schwierig. So wurden die Scaphopodcn, Mollusken, deren Gehäuse kleinen Elefantcnzähnen gleichen, wie Professor Plate hervorhebt, nur in geringer Zahl und meist als leere Schalen gefunden, weil die Tiere im Schlamm eingegraben leben und nur ausnahmsweise von der Quastendretsche erfaßt werden konnten. Dennoch sind diese wenigen Stücke von besonderem Interesse, weil sie die ersten ihres Geschlechts sind, die vom Sockel des antarktischen Festlandes und vom Boden der ihn unmittelbar begrenzenden Tiefsee bekannt wurden. Die Untersuchung der Chitonen oder Käferschnecken gab Dr. Thiele Gelegenheit, eine Revision der antarktischen und subantarktischen Arten vorzunehmen, wobei von den erbeuteten Arten zwei als charakteristische Bewohner des antarktischen Gebiets, die beiden andern aber als weit verbreitet in der Subantarktis nachgewiesen werden konnten. In der dritten Arbeit wies ich auf die ausgesprochene Bipolarität der Lucernariden hin, klärte die mysteriösen, bis 40 m langen Tentakeln, welche von allen Südpolar-Expcditionen im Eismeer- gebiet am Lotdraht verwickelt gefunden wurden, als Tentakel einer großen Meduse, Desmonema, auf, beschrieb außer den während der Reise beobachteten Arten die beiden einzigen Medusen der Antarktis in Jugendstadien sowohl wie in reifer Gestalt und gab eine Übersicht über die am weitesten nach Süden vordringenden akraspeden Medusen. Einige Wochen vor der Ausgabe des ersten Heftes dieses Bandes, in dem Ubnaropsis Drygalskii als neue antarktische Meduse beschrieben wurde, hatte Professor Maas in den Medusen der ,, Expedition antarctique fran^aise" die Beschreibung einer neuen Art der Antarktis, Diplulmaris antarctica, VI Vorwort. veröffentlicht, welche sich V( n Ulmaropsis durch geringere Zahl von Radialkanälen und durch das Fehlen aller Tentakellappen unterschied. Auf meine Anfrage teilte mir Maas freundlichst mit, daß eine Andeutung kleiner schlecht erhaltener Tentakelläppchen bei gutem Willen erkennbar sei. Damit wäre die Identität beider Medusen erwiesen, da beim Heranwachsen die Kanäle ver- mehrt und die Tentakelläppchcn vergrößert werden können. Maas hätte demnach ein Jugendstadium von Ulmarofsis vorgelegen. Da die von ihm angegebene Gattungsdiagnose nun für die erwachsene Form nicht genügt, und es wohl möglich ist, daß Ulmariden gefunden werden, die auch erwachsen in seine Diagnose hineinpassen, so muß die Gattung Diplnlmaris als Durchgangsstadium für Ulma- ropsis analog dem Mudeeriastadium der Cvaneiden suspendiert werden. Die neue Art würde dem- nach Ulmaropsis antarctica Maas heißen müssen, und das größere von Charcot entdeckte Exemplar derselben wäre als Ulmaropsis antardiai im Diplulmarisstadium zu bezeichnen. Im zweiten Heft berichtet Professor G. W. Müller über die Ostracoden oder Muschelkrebse. Die pelagischen Arten geben eine wertvolle Ergänzung zu den Resultaten der Tiefseeexpedition, so daß auf Grund der Ergebnisse beider Expeditionen zum eisten Male der Versuch gemacht werden konnte, eine Übersicht über die horizontale Verbreitung der Ostracoden im Atlantischen und Indi- schen Ozean zu geben. Unter ihnen wurden auch wieder die Riesen ihrer Familie, die dunkelbraun- violette, einer kleinen Bohne ähnliche Cypridina castanea und die rötliche, kugelig aufgeblasene Gigantocypris von der Größe einer kleinen Kirsche gefunden. Während die pelagischen Ostracoden nur wenige neue Arten lieferten, ergab sich ein großer Reichtum von solchen unter den antark- tischen Grundbewohnern und den Süßwasserostrakoden des Kaplandes, zu denen noch eine neue Art von St. Helena hinzukam. Im ganzen wurden im engbegrenzten Gebiet bei der Gaussstation, bei ständiger Temperatur des Meeres von — 1,85", aus 385 m Tiefe 48 Arten heraufgeholt, so daß der Artenreichtum der Antarktis nach Müller nicht geringer als der im Golf von Neapel zu veranschlagen sein dürfte. Ferner hebt der Autor hervor, daß sich keine der grundbewohnenden Arten der Antarktis mit solchen der nördlichen Erdhälfte identifizieren ließ und daß sich keine Art fand, die zweien der drei Stationen: Posadowsky-Bai, Kerguelen und Simonstown angehört hätte. In ähnlicher Weise wie bei den Ostracoden wurden auch durch die Ausbeute an antarktischen Radiolarien alle Erwartungen übertroffen. Dr. Popofsky stellt im dritten Heft die Gesamtzahl der antarktischen Arten bei Ausschluß der Tripyleen auf 114 fest, von denen 85, darunter 59 neue, bei der Gaussstation nachgewiesen wurden. Von ihnen werden perennierende Arten und vom Dezember bis März mit wärmeren Tiefenströmen herbeigeführte Sommergäste unterschieden. Eine ganze Anzahl von Arten zeigte auch auffallende Übereinstimmung mit nordischen Formen und vier von ihnen werden als Beispiele für Bipolarität besonders hervorgehoben, da sie im nördhchen und südlichen Kaltwassergebiet häufig anzutreffen sind, während sie im ganzen Warmwasser- gebiet nach den bisherigen Forschungen fehlen und es ausgeschlossen erscheint, daß diese großen und charakteristischen Arten übersehen wurden. Von pelagischen Formen beschreibt dann Dr. O. Schröder im Anschluß an die von Lohmann in den Ergebnissen der Plankton-Expedition veröffentlichte Arbeit ein Anzahl pelagischer Eier und sogenannter Cysten, die durch verschiedene Schwebvorrichtungen so charakteristische Gestalt angenommen haben, daß sie leicht wiedererkannt), werden können. Allmählich wird es gelingen, die zugehörigen erwachsenen Arten festzustellen und dann auf indirektem Wege, durch Untersuchung der reichlicher anzutreffenden Eier besser als Vorwort. yij durch Verfolgung der Eltern, die Verbreitung der erwachsenen Tiere zu erkunden. Außerdem weist Schröder das reichliche Vorkommen von Sticholonche zandea, eines Radiolarien ähnlichen Wesens, im kalten Gebiet der Antarktis wie in den Tropen des Indischen und Atlantischen Ozeans und die eigentümliche Anordnung ihrer Pseudopodien nach und erwähnt Wagnerella borealis, eine marine Heliozoe, von der Gaussstation, die bisher nur vom weißen Meer und vom Mittelmeer bekannt war. Im vierten Heft berichtet dann Dr. Enderlein über die Insekten der subantarktischen Inseln, die ihm zunächst zu Spekulationen über die Beziehungen der verschiedenen Faunagebiete zuein- ander jetzt und in der Vorzeit Anlass geben und ihn zu dem Versuch eines weiteren Ausbaus der Pendulationstheorie führen, indem er mit Recht betont, daß die Entwicklung und geographische Verbreitung nicht allein von der nördhchen Hemisphäre ausgegangen sei, sondern auch vom süd- lichen Festland, auf dem Polverschiebung dieselben artbildenden Einflüsse wie im Norden zeitigen mußte. Dann werden die im subantarktischen und antarktischen Gebiet entdeckten Insekten beschrieben, unter denen besonders die zahlreichen neuen Arten der Crozetinseln, ein neuer Schmetterling von Kerguelen und ein Laufkäfer von Neu Amsterdam hervorgehoben zu werden verdienen. Von besonderem Interesse sind noch die merkwürdigen Robbenläuse, denen Schmetterhngsschuppen ähnliche Gebilde Luft zur Atmung unter Wasser mitzuführen gestatten und einige der noch wenig bekannten Parasiten der antarktischen Meeresvögel. An letztere an- schließend beschreibt Dr. Speiser die von uns erbeuteten Ectoparasiten des Fregattvogels, welche vielleicht eine ebenso weite Verbreitung wie ihr Wirt haben, da nur einmal in Westindien be- obachtete Arten von uns auch bei Ascension gefunden wurden, obgleich über eine Wanderung dieser Vögel von einem Gebiet zum anderen nichts bekannt ist. Den Schluß des Bandes bilden drei Abhandlungen über die von uns im Kapland und auf Inseln gesammelten Spinnen, Weberknechte, Skorpione, Pseudoskorpione und Milben. Enderlein macht uns mit den ersten Spinnentieren der Crozetinseln, einem Troguliden und einer auch auf Kerguelen beobachteten Spinne bekannt, E. Strand beschreibt zahlreiche neue Arten vom Kap, von Ascension und St. Helena, die wegen ihrer geringen Größe meist unbeachtet geblieben waren und erwähnt im Anschluß daran zwei südafrikanische Skorpione, die Professor KRAEPELiN-Hamburg bestimmt hatte, nebst einem Pseudoskorpicm, den ELLIXGSEX-Kragerö (Norwegen) vom Kapland als neu erkannte und beschrieb. Die Arbeit von Speiser endlich schließt durcli Untersuchung einiger freilebender und para- sitischer Arten die Milbenforschungen ab, welche für die Bewohner des Moosrasens durch Richters begonnen und von Lohmann für die Meeresmilben weitergeführt waren. Die Kleinheit der Objekte, die zahlreichen neuen Formen von eigenartiger Ausbildung, das zerstreute Vorkommen machte hier ganz besonders mühevolle Präparation und weitgehende lite- rarische Vorarbeiten notwendig. In voller Würdigung dieser Schwierigkeiten sage ich den Herren Mitarbeitern für die bei ihren mühsamen Arbeiten bewiesene Sorgfalt und Ausdauer hier nochmals meinen verbindlichsten Dank. Berlin im Januar 1909. E. Vanhöffen. DIE SCAPHOPODEN üi:i; DEUTSCHEN SÜDPOLAR-EXPEDITION 19<)1-1!)03 VON L. PLATK (HKKI.IN) MIT 12 ABBILDUNGEN IM TEXT. J1/ # b hi-ulsflii- Sll.l|.i)|jir-Hx|HMliliciri. X. Zoiilosjii'. II. Diese Tiergruppe ist in der Antarktis offenbar spärlich vertreten, denn das mir überwiesene Material bestand aus 19 Gläschen mit nur 5 Arten, von denen zwei neu sind und eine dritte in einer neuen Varietät vertreten ist. Merkwürdigerweise sind mit Ausnahme zweier Exemplare von Cadulus TJiielei alle Schalen leer, was vermuten läßt, daß die lebenden Tiere sich in den tieferen Schlammschichten aufhalten und daher nicht leicht gefangen werden, während die leeren Gehäuse vielfach zufällig an die Oberfläche gelangen und hier liegen bleiben. Für diese Molluskenklasse scheint die ganze Antarktis eine tiergeographische Provinz zu sein, denn von den fünf in der Posa- dowsky-Bucht am Kaiser Wilhelm II. -Lande beobachteten Arten sind drei auch an den Küsten von Patagonien und in der Magellanstraße gefunden worden. 1. Cadulus TMelei n. sp. (Fig. 6-11.) Diese neue Art stammt von der Winterstation der Expedition. Ein Gläschen vom 17. Dezember 1902 enthielt vier ganze (darunter eine mit Tier, Fig. 9) und eine zerbrochene Schale; ferner zwei Bruchstücke, deren Zugehörigkeit zu dieser Art nicht sicher ist. Diese Exemplare stammten aus 385 m Tiefe. Ein zweites Gläschen mit dem Datum 20. I. 1903 barg eine völlig intakte Schale mit Tier (Fig. 10), welches in 380 m mit der Quastendretsche gefangen war. Schale 3 — 3,5 mm lang, in der Seitenansicht wenig gebogen (Fig. 6, 9, 10), aber ziemlich gleich- mäßig, so daß die größte Höhe über der Sehne des Bogens ungefähr der Schalenmitte entspricht. Der Querschnitt ist überall rund (Fig. 8 aus der Mitte), am apikalen Ende (Fig. 6 ap) wenig schmäler als am basalen (bas). Wird die Breite der basalen Öffnung = 1 gesetzt, so beträgt die apikale */e. Nur bei dem Exemplar Fig. 10 war dieser Unterschied etwas größer und betrug ' /; statt ^A;. Die größte Breite liegt ungefälir am Anfange des ersten basalen Viertels der Schalenlänge. Betrachtet man die Schale genau von der Ventralseite, also von der Seite der stärkeren Biegung aus (Fig. 7), so erscheint sie ganz symmetrisch und leiclit keulenförmig. Beide Schalenenden sind gerade und quer abgeschnitten im intakten Zustande; jedoch häufig ist der Rand etwas verletzt und erscheint dann unregelmäßig gekerbt. Die Schale ist sehr dünn und spröde, so daß sie leicht zerbricht. Trocken sieht sie porzellanartig weiß und mattglänzend aus. Leer und in Alkohol untersucht erscheint sei durchsichtig, aber nicht ganz wasserklar, sondern ähnlich wie Milchglas mit weißhchem Schimmer. Bei schwacher Vergrößerung (Fig. 6 =*"/!) fallen zuweilen einige zarte dunkle Querbinden auf, die mit stärkeren Linsen (Fig. 11 =*"/!) sich in viele meist hellbraune Pünktchen auflösen lassen. Sie sind bald etwas heller, bald dunkler und auch in den einzelnen Binden verschieden dicht zu- A Deutsche Südpolar- I'Apcditioii. sammengelagert, wodurch eine Querstreifung von wechselnder Stärke hervorgerufen wird, die aber mit der Lupe nicht gesehen werden lt Kocir., var. rjausd- anum mihi. Apex "/'. Exrmplnr mit der gcwühiilii-heii Biegung '/,. Kippen am basalen lÜHJe. '/r Exemjjlar mit etwas stärkerer Biegung als bei Fig. 2. '/,• SiphoHodmlalium minimum n. sp. "/ . ("amera. 11. Cadulua Thivhi n. sp. Camera. Exemplar von 3 mm L.äiige von der Seite gesehen. "/,• Dasselbe Exemplar von der konkaven (Bauch-) Seite gesehen. '«/• Fig. 8. Querschnitt aus der Mitte dessell)en. 'Vi- Fig. 9, 10. Zwei andere Schalen mit Tier. '*/,• Fig. 11. Braune Pünktchen der Schalenoberfläche. '°/i- Fig. 12. Cadulus {Polijschidps) Dalli Pils. u. Sharp. Apex. '"/,. Camera, g Deutsche Siidpolar-Expedition. zuerst von Orange- Bai, Magellanstraße, beschrieben, aber in sehr ungenügender Form. Sie geben weder die Färbung, noch die Zahl der Rippen an, und außerdem muß sich ein Druckfehler eingeschlichen haben, denn die Länge soll 0,74 mm, der größte Durchmesser 12 mm sein. Später hat Pilsbry eine bessere Beschreibung geliefert nach Material von der Westküste von Patagonien, welches 38,5 mm Länge und an den Öffnungen 3,5 bzw. 0,7 mm erreichte, und eine größere Varietät magel- lanicinn mit 57 mm Länge aus der Magellanstraße aufgeführt. Die mir vorliegenden Exemplare unterscheiden sich durch den Schlitz am Apex (Fig. 1) und durch die meist gelbbraune Färbung von der PiLSBRYschen Schilderung, so daß ich die var. gaussianum für sie schaffen muß. Das größte Stück hat eine Länge von 33,2 mm und einen basalen Durchmesser von 3,7 mm, einen apikalen von 0,8 mm; jüngere Exemplare ziehen sich am Apex oft noch feiner aus, so daß die Öffnung hier nur knapp 0,5 mm beträgt. Der apikale Schlitz ist an allen unbeschädigten Schalen sehr deutUch, während sowohl Mabille und Rochebrune wie auch Pilsbry das Fehlen desselben angeben. Hierin spricht sich ein konstanter L^nterschied aus, der aber .zu unbedeutend ist, um daraufhin eine neue Art zu gründen. In allen übrigen Punkten ist eine Abtrennimg un- möglich. Die gelbbraune Färbung ist nur bei frischen Schalen deutlich, wird aber mit der Zeit immer heller und schließlich weiß, welche Farbe von Pilsbry angegeben wird. Der Schlamm, in dem die leeren Schalen eingebettet sind, muß also den gelben Farbstoff zerstören, wobei die Rippen meist nicht leiden, zuweilen auch etwas abgerieben werden. Die Schalen sind immer matt, glanzlos. Bei den braunen Stücken sind die Rippen etwas dunkler als die Zwischenräume. Die Zahl der Rippen ist sehr variabel. Pilsbry zählte etwa 11 am Apex und 29 an der Basis. Ich finde an der Basis meist 25, aber diese Zahl kann nach unten, namentlich bei jugendlichen Tieren heruntergehen bis auf 18 (bei einem 20 mm langen Exemplar der Belgica-Expedition sogar bis auf 14) und nach oben steigen bis zu 33. Letztere Zahl wurde z. B. bei einem Exemplar von 23,5 mm Länge beob- achtet. Es hängt dies damit zusammen, daß zwischen den ziemlich gleich breiten, leicht gewölbten und scharfbegrenzten Hauptrippen sich zartere Linien einschieben, die manchmal so fein sind, daß man im Zweifel sein kann, ob man sie mitzählen soll oder nicht (Fig. 3). An der basalen Mündung laufen die Hippen flach aus, so daß sie in der Ansicht von vorn nicht über die kreisrunde Randlinie vorspringen. Am Apex sind die Ripp(>n oft so zart, daß sie nicht gezählt werden können, oder fehlen ganz (Fig. 2, 4). Eine Querskulptur ist für das bloße Auge nicht vorhanden; unter der Lupe erkennt man in der Nähe der Mündung häufig einige unregelmäßige, wellige Querfurchen (Fig. 3). Hinsichtlich der Gestalt kann ich die Angaben von Pilsbry bestätigen: die vorderen -/y sind fast gerade, das hintere ist leicht gebogen, und zwar meist so, wie Fig. 2 erkennen läßt, zuweilen auch etwas stärker (Fig. 4). Die größeren Schalen waren vielfach überzogen von jfVMÄ/m -ähnlichen Bryozoon und die Bruchstücke nicht selten an der Seite mit einem Bohrloch von einer Schnecke (Natica ?) verschen. DIE ANTARKTISCHEN UND SUBANTARKTISCHEN CHITONEN VON J. THIELE (BERLIN) MIT 1 TAFEL Es erscheint mir zweckmäßig, mit den vier von der Deutschen Südpolar-Expedition erbeuteten Plakophorenarten : Lepido.pleurus kerguelensis Haddon, Hemiarthrum setulosum Dall, Noto- chiton mirandus Thiele und Ccdlochiton {Icoplax) gaussi n. sp. auch die übrigen bisher bekannten Arten des antarktischen und subantarktischen Gebietes zu bearbeiten, um ein möglichst vollständiges Bild von der Verwandtschaft dieser Formen zu erhalten. Ich habe nicht nur die von der Deutschen Tiefsee-Expedition und die von der Französischen Südpolar-Expedition erbeuteten Chitonen unter- sucht, sondern auch die der Französischen Expedition zum Cap Hörn, die von 0. Nordenskiöld in der Magellanstraße gesammelten, sowie die im Hamburger Museum befindlichen von der Magellan- straße und von Süd-Georgien. Die meisten dieser Arten sind freilich genügend bekannt, doch über einige von ihnen sind den bisherigen Beschreibungen wichtige Ergänzungen hinzuzufügen. Lepidopleurus kerguelensis (Haddon) Iji'lildchiliiit k-rnitirlnisis, IIaddon in: Re]). Vov. ("lialleni,'er, v. 15 |)t. 4;$ p. 12 t. 1 f. ;5; t. 2 f. 3. 1886. Iji'liliichiltm imijnisli'clirri, Fi'kkkkr in: Jahrl). wiss. Ani^t. Hanib., v. 3 p. 107 t. 3 f. 3. 1887. Lfindupkurus ker(jmi('n)ti^, J. Tiiuclk in: Ergebii. D. Tiefsce-Exp., v. 'J p. 330. Wie ich an der bezeichneten Stelle angegeben habe, ist der von Pfeffer beschriebene Lepto- chiton pagenstecheri von Süd-Georgien mit dem fast gleichzeitig beschriebenen L. kerguelensis von Kerguelen identisch, was ich durch Vergleich beider feststellen konnte; Pilsbry (Man. Conch., V. 14 p. 12) führt sie nebeneinander auf, da er sie nicht selbst untersucht hat. Haddon und Pfeffer haben die Schale eingehend beschrieben und abgebildet. Ihre Farbe ist weißlich, doch zuweilen mit einem nicht dazugehörenden Überzug; durch solchen wird auch die von Pfeffer beschriebene braungelbe Färbung mit braunen Punkten bewirkt. Unter der Lupe erhält man mehr oder weniger deutlich den Eindruck, daß die Oberfläche der Schale mit Wärzchen besetzt ist, doch erkennt man bei stärkerer Vergrößerung, daß dieser Ein- druck durch die Löcher der Ästheten mit ihrer häufig helleren Umgebung hervorgerufen sind und daß die Überfläche glatt ist bis auf die Anwachsstreifen und eine sehr feine, nur unter dem Mikroskop sichtbare Längsfurchung der Mittelfelder. Die Größe des mittleren Schalenwinkels, sowie die Länge des hintersten Schalenstückes finde ich ziemlich verschieden. Den Vorderrand des letzteren hat Haddon mit einem starken Einschnitt dargestellt, einen solchen finde ich höchstens durch eine ganz flache Bucht angedeutet; der Apex liegt ziemlich zentral, nach hinten durch eine Konkavität abgesetzt. Die Oberseite des Gürtels ist mit länglichen Schüppchen (Fig. 1,3) bekleidet, die etwa 80 , Schüppchen der Oberseite und deutlich längsgefurcht, so daß sie von den äußersten Schüppclicti der Unterseite an Länge übertroffen werden. Die Radula ist von mir unter dem angegebenen irrigen Namen, unter dem ich das Tier erhalten hatte, und dami auch von Plate abgebildet und beschrieben. Sie Imt unter den mir bekannten Thiele, Chitonen. 1 1 Arten am meisten Ähnliclikeit mit der des südafrikanischen Lepidopleurus sykesi (Sow.) (vgl. Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 9 p. 328—330). Plate gibt als Fundorte an Pimta Arenas und Admiralitätssund; ich kann die folgenden hinzu- fügen: TuesdayBay(,,Gazelle"),Uschuaia,Smyth-Kanal, Puerto bueno (Long Island), Port Grappler (Hamburg. Mus.), Rio Seco, CapValentyn, Puerto Harris, Puerto Condor, Puerto Churuca, Romanche Bai, Katanuschuaia, Puerto Toro, Puerto Madryn (0. Nordenskiöld). Die größte angegebene Tiefe ist etwa 270 m bei Cap Valentyn >), meistens sind es 17 — 35 m. Die Art scheint somit auf das magellanische Gebiet beschränkt zu sein, ist hier aber eine der häufigsten Arten. Hemiarthrum setulosum Dall (Fig. 4 — 1:.^). Chiton castaneus (nee Woon 1815 nee Quoy u. Gaimaud 1834), (roi-TiiorY in MS.) A. Gouin in: U. S. expl. Exp., V. 12 p. 32G f. 411. 1852. Hemiarthrum setulomm, (Carpexter in MS.), Dall in: Bull. U. S. Mus., v. 2 p. 44. 1876. H. s., HaDDON in: Rep. Voy. Challenger, v. 15 pt. 43 p. 14 t. 1 f. 4: t. 2 f. 4. 1886. H. s., Pfeffer in: Jahrb. wiss. Anst. Hamburs;, v. 3 p. 108 t. 3 f. 4. 1887. Acanthochiton couthou>ii+ A. Myijmn, RociiEURr.NE in: Miss. Cap Hörn, Moll. p. 133, 134 t. 9 f. 2. 1889. Hemiarthrum setulosum, Pilsrby, Man. Coneh., v. 14 p. 20 1. 5 f. 89— 100, 1—8. 1892. Daß GouLDS Chiton castaneus von Orange Harbour -) dieselbe Art ist, welche später von Car- PENTER Hemiarthrum setulosum benannt worden ist, halte ich für sicher und daß Acanthochiton stygma nichts anderes ist, konnte ich durch Untersuchung des Originals nachweisen. Allerdings ist dann Goulds Angabe, daß die Kiemen bis zum Vorderende des Fußes reichen, unrichtig; daß RoCHEBRUNE GüULDs Artnamcn durch Couthomji ersetzt hat, war überflüssig, eben weil die Art inzwischen schon einen anderen Namen erhalten hatte. Die Schale ist besonders von Haddon gut beschrieben worden; sie ist fein und gleichmäßig gekörnelt, ohne erkennbare Seitenfelder, gewölbt, meistens von kastanien- bis schwarzbrauner Farbe, selten weißlich oder bläulich mit feinen braunen Linien. Ihre auffallendste Eigentümlichkeit, worauf die Gattung Hemiarthrum begründet wurde, ist das Vorhandensein von ungeteilten Insertions- lamellen an den beiden Endstücken; die Seitenansicht von diesen, die Pilsbry in Fig. 5 und 6 dar- stellt, ist nach einem stark erodierten Exemplar gezeichnet und gibt kein richtiges Bild, daher habe ich dasselbe in meiner Fig. 4 und 5 nochmals dargestellt, man sieht daran nicht nur die Insertions- lamellen, sondern erkennt auch die Wölbung des vordersten Stückes, sowie den fast senkrecht über dem Hinterrande gelegenen Apex des hintersten Stückes. Auch zeigt meine Fig. 6 die Form eines Mittelstückes etwas anders als Haddons Bild, es springt nur der Apex, nicht der ganze Hinter- rand stumpfwinklig vor, die Apophysen sind ziemlich gleichmäßig gerundet, von bräunlicher Färbung. Der Gürtel wird nicht von Schuppen, wie bei Lepidopleurus, sondern von braunen, im Quer- schnitt rundlichen, kurzen und kräftigen Spicula wenig dicht bekleidet; diese (Fig. 7) sind proximal rundlich, distal spitz, meist schwach gebogen und etwa 70 — 100 ,» lang und 20 — 25 ,« dick, an der Basis mit einfachem Konchinbecher, der zuweilen etwas verlängert ist (Fig. 12 ); dazwischen finde ') Nach NoRüEXSKiÖLDS Angabe ist liie Tiefe dieser Station wahrselieinlieh geringer. -) Warum Rochebrune diesem Fundort hinzufügt „Brasihen", ist um so unverständlicher, da mehrere der von ihm beschriebenen Arten der „Mission du Tap Hörn", auch sogar die hier behandelte, von ebenda herstammen; dagegen fügt der- selbe dem Fundort Santa-("ruz von Chitmi pruinosus Gould fälschlich bei: Detroit de Magellan, obwohl Guvu> hinzugefügt hat: Rio Janeiro, diese Art dürfte nicht in der Magellanstraße vorkommen. 2* 1 2 Deutsche Siiclpolar-Expedition. ich zerstreut dünnere, wenig längere Nadeln mit Ringschaft (Fig. 7, 12), die aber wenig auffallen. Auf jeder Seite des Tieres stehen elf Gruppen größerer weißer 8picula, neben dem vordersten Schalen- stück drei, je eins zwischen den Schalenstücken und eins neben dem hintersten Stück. Diese Nadeln (Fig. 8) sind etwa 350,« lang und 40 ii dick, häufig gekrümmt, basal mit Ringschaft. Die Rand- stacheln sind ähnlich, nur kleiner, etwa 200// lang (Fig. 9), die der Unterseite sind von denen der Oberseite kaum verschieden (Fig. 10). Die Radula hat eine ziemlich auffallende Ähnlichkeit mit der von Tonicella, die Mittelplatte ist vorn ziemlich breit, gerundet, mit deutlicher Schneide, nach hinten verschmälert, die Zwischen- platte ohne Schneide, im hintern Teil mit einer ziemlich stark vortretenden äußeren Lamelle, die Hakenplatte mit dreizähniger Schneide, der mittelste Zahn ist wenig größer als die beiden andern; die Seitenplatte hat eine nicht sehr große, am Rande deutlich gekerbte Schneide (Fig. 11), die äußerste Randplatte ist ungefähr gleich lang und breit. Die Verbreitung dieser eigenartigen Form ist dieselbe wie die von Lepidopleurus kerguelensis, am häufigsten ist sie aber bei Kerguelen, von wo die Deutsche Südpolar-Expedition zahlreiche Exemplare mitgebracht hat, während sie im magellanischen Gebiet selten vorkommt. Sie ist eine Flachwasserart. Die mir bisher bekannten Fundorte sind die folgenden: Kerguelen und zwar Royal Sound („Challenger"), Gazellehafen („Valdivia"), Obscrvatory- Bay (,, Gauss"); Süd-Georgien (Internationale Polarforschung, Deutsche Polarstation 1882 — 1883); Insel Booth- Wandel (Französ. Südpolar-Expedition); Magellanisches Gebiet, und zwar Orange- Bai (Exped. Cap Hörn), Navarin, Puerto Toro (Ham- burg. Mus.), Puerto Espinal (O. Nordenskiöld). Notocliiton niirandus Thiele. Nolochilon mirandus, J. Thiele in: Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 9 p. .•?82 f. 11— 16. 1906. Chactopleura miranda, Edg. Smith in: Nat. Antiirct. Exp., Nat. Hist., v. 2 III t. 2 f. 13. 1907. Den Artnamen hat diese merkwürdige Form zwar von Mr. Edgar Smith erhalten, doch ist meine Arbeit früher erschienen. Die Deutsche Südpolar-Expedition hat von derselben mehrere junge Exemplare und ein paar Schalenteile erbeutet, von jenen ist das größte 8 mm lang; bei ihnen ist die Radialfurchung der Schale noch kaum angedeutet und das hinterste Schalenstück noch nicht so lang wie bei dem erwachsenen Tier, das über 80 mm lang wird. Die einzelnen Schalen- stücke lassen an der Identität mit der Art keinen Zweifel. Obwohl mit einer Asymmetrie verbunden, pflegt die Neunzahl der Einschnitte am vordersten Schalenstück am häufigsten zu sein, während das hinterste Stück deren sechs aufweist. Hiernach kommt die Art vor bei der Bouvet-Insel (,,VaUlivia"), an der Winterstation am Kaiser- Wilhelm II-Land und an derjenigen der EngUschen Südpolar-Expedition in der Mac Murdo-Bay, Victorialand. Nuttalocliiton liyadesi (Rocheuuune). (Fig. 13-20). Schizochiton hyadrsi, Rociiebki'nk in: Miss, fa]) Iloin, Moll. y. I.ii' t. H I. I. ISSli (nun X iillaloehilon hnadeai Platk 1899). Es war mir schon beim Vergleich der von l'r.ATE untersuchten Art mit Rochebrunes Ab- bildungen wahrscheinlich geworden, daß I'late sich in der Bestimmung geirrt hatte, und die Unter- Thiele, Chitonen. 13 suchung der Pariser Originale hat das mit Sicherheit erwiesen; Plate hat Rochebrunes Tonicia martialivoT sich gehabt. Von der andern Art kenne ich nur die zwei Exemplare der Pariser Samm- lung, wonach ich zur Ergänzung von Rochebrunes Darstellung das Folgende mitteilen will. Die Schale ist weiß, der Gürtel bräunlich (nach Rochebrune: ligamento sordide roseo) mit unregelmäßig angeordneten kleinen Bündeln von weißen Nadeln. Das vorderste Schalenstück (Fig. 13) hat acl^t Radialrippen und ist mit kleinen zerstreuten Wärzchen besetzt. Solche Wärz- chen finden sich auch auf den Mittelstücken (Fig. 14), und zwar auf den Seitenfeldern ohne Ordnung zerstreut, auf den Mittelfeldern dagegen in Längsreihen geordnet, die von flachen Furchen begrenzt werden. Nach dem seitlichen Einschnitt des Articulamentums verläuft eine flache Rippe auf der Oberseite. Die beiden Apophysen sind durch eine flache Bucht, die nicht bis zum Tegmentum reicht, unvollkommen getrennt. Die Schale bildet in der Mitte einen rechten Winkel, ist auch etwas kielartig abgesetzt. Das hinterste Schalenstück ist vorn stark konvex gebogen, hinter dem Apex, der vom Vorderrand etwa doppelt so weit entfernt ist wie vom Hinterrande, in Seitenansicht konvex (Fig. 16), dagegen in Flächenansicht konkav (Fig. 15). Der hintere Teil trägt zerstreute Wärzchen, der vordere deutliche Längsreihen, durch Furchen getrennt; diese verlaufen vorn in der Mitte etwas unregelmäßig. Die Breite des Stückes ist etwas größer als seine Länge. Die Oberseite des Gürtels ist mit Nadeln besetzt, deren distale Spitze sich mehr oder weniger scharf von einem dickeren Basalteil absetzt (Fig. 17), ihre Länge beträgt etwa 200 /i bei einem Durchmesser von 30—4(1 //; die großen Pinselnadeln sind etwa 0,7 mm lang (Fig. 18); die Schüpp- chen der Unterseite sind schmal, zugespitzt, etwa 110 /( lang (Fig. 19). Die Radula (Fig. 20) hat eine vorn leicht konkave Mittelplatte mit einer vorgebogenen Schneide, nach hinten vebreitert sie sich noch etwas mehr, um dann in einen ziemlich langen und schmalen hinteren Fortsatz auszulaufen. Die Zwischenplatte hat vorn an der Innenecke einen Fortsatz, eine Schneide fehlt, der Außenrand tritt in der Mitte schwach vor. Die Hakenplatte ist groß und kräftig, mit dreizähniger Schneide, deren Mittelzahn bedeutend größer ist als die beiden andern. Die Seitenplatte hat eine deutlich, aber etwas unregelmäßig kammförmig eingeschnittene Schneide. Daß die Art nicht zu Schizochiton, sondern zu Nuttalochifon gehört, ist beim Vergleich mit der folgenden zweifellos. Der auf der Etikette angegebene Fundort ist Romanche-Bäi; Rochebrune gibt an Feuer- land, 20 m Tiefe. Nuttalocliiton martiali (Rochebrune). (.Fig. -'l---'4). Tonicia maHicili, Kulheürune in: Miss. Cup Ilurn, Moll. p. i;59t. 9f. 8. ISW). Nuitalochiion hjadesi (err., non Schizochiton h. Rochebrunk) Platk in: Faiin.i Cliilensis, v. 2 p. 1.-57 f. 151, 250—266. Das typische Exemplar der Art ist nicht gut erhalten, und dadurch ist es bis zu einem gewissen Grade verständlich, daß Rochebrune sie zu Tonicia gestellt hat; dieser Umstand hat Plate ab- gehalten, seine Exemplare mit der Beschreibung der Art zu vergleichen. Plate hat ein Bild vom ganzen Tier und von einem mittleren Schalenstück gegeben, ich füge Zeichnungen vom hintersten Schalenstück (Fig. 22, 23) hinzu, woraus zu erkennen ist, daß dieses viel kürzer ist als bei der vorigen Art und dadurch dem gewöhnlichen Verhalten ähnlich; der Apex erhebt sich fast gar nicht, und die hintere Hälfte ist sehr flach; die Apophysen sind durch eine Bucht getrennt, die nicht das Teg- 14 Deutsche Südpolar-Expedition. raentum berührt. Das Tier ist im ganzen breiter als bei der vorigen Art; die von Plate dargestellte Färbung kann mehr oder weniger verschwinden. Die Skulptur ist stärker, die Längsreihen von Körnchen auf den Mittelfeldern sind weniger zahlreich und seitwärts durch ziemlich tiefe Furchen begrenzt. Die Körnchen auf dem vordersten Schalenstück, den Seitenfeldern und der hinteren Hälfte des letzten Stückes sind nach außen durch mehr oder weniger tiefe Grübchen begrenzt. An dem hintern umgeschlagenen Teil der Innenseite sind die sieben vordere» Stücke in der Mitte eigentümlich faltig und zackig (Fig. 21). Die Kalkkörper der Oberseite des Gürtels sind von Plate beschrieben worden, ich gebe noch die Zeichnung Fig. 24, woraus sich ergibt, daß die distale Spitze, wie sie die vorige Art besitzt, hier mehr oder weniger verkürzt und im Verhältnis zum Basalteil rückgebildet ist. Die Kudula hat Plate abgebildet, sie unterscheidet sich von der der vorigen Art hauptsäch- lich durch die Form der Mittelplatte, die ziemlich gleichmäßig von vorn nach hinten verschmälert ist. Der Fundort des typischen Exemplars ist nicht näher angegeben (Feuerland), Plate hat die Art von Punta Arenas mitgebracht; als weitere Fundorte kann ich angeben: Puerto bueno und Long Island im Smyth-Kanal (Hamburg. Mus.), Puerto Harris und Rio Seco (0. Nordenskiöld). Die Tiefe ist etwa 15 — 35 m. Callocliiton (Icoplax) puniceus (Gould). Chiton puniceus, (Coutiiouy in MS.) A. Gould in: P. Boston Suc-., v. 2 p. 143. 1846. Chito7i üluminatus, Reeve, Conch. icon., v. 4 (Chiton ) f. 147. 1847. Chiton puniceus, A. GouLn in: U. S. expl. Exp., v. 12 p. 324 f. 412. 1852. Chiton (timorphus, KocuEHKrxE in: Miss. Cap Hoin, Moll. p. 142 t. 9 f. 10. 1889. Callochiton illuminaius -\- Ischnochifon {Trachjdermon) puniceus, Pilsbry, Man. Conch., v. 14 p. öl t. 9 f. 92—94: p. 81 t. 8 f. 76, 77. 1892. Callochiton puniceus, Plate in: Fauna Chilensis, v. 2 p. 1 73 f. 288— 293. 1899. Daß Reeves Chiton üluminatus dieselbe Art ist wie die von Gould beschriebene, kann nicht zweifelhaft sein, auch Rochebrunes Chiton dimorphus ist damit identisch, obwohl nicht zu er- kennen ist, welche Arten dieser Zoologe unter den Namen Lepidopleurus puniceus und L. illumi- natus verstanden hat. Durch die erhabenen Längslinien auf den Mittelfeldern und ihre rote Farbe ist die Art ausgezeichnet, nur v\n weißes Exemplar habe ich gesehen, das wohl als albinotisch an- zusehen ist. An den mittleren Schalenstücken tritt der Apex nur wenig vor, während das Teg- mentum vorn einen flachen Vorsprung bildet, den Längsrippen entsprechend ist der ^'o^derrand gekerbt; die Apophysen werden durch eine flache Bucht getrennt, die nicht bis zum Tegmentum reicht. Das hinterste Stück ist hinten rundlich, vorn leicht konvex, der Apex liegt vor der Mitte, der liintere Abfall ist etwas konkav. Bei einem großen Exemplar zähle ich am Vorderrande 22, am Hinterrandc Ki Einschnitte. Diese Art ist im magellanischen Gebiet eine der gemeinsten; die Französische Kap Horn-Expe- dition hat sie erbeutet in der Orange-Bai, Romanche-Bai um! im Fiaiiklin-Kanal; das Material des Hamburger Museums stammt von folgenden Fundorten: Uschuaia, Punta Arenas, Port Stanley, Insel Picton, Banner Gove, Port Grappler, Long Island und Puerto bueno im Smyth-Kanal, das von O. Nordenskiöld gesammelte vcm Martha Bank, Kap Valentyn, Porvenir, Punta Arenas, Puerto Harris, Bahia inutil, Puerto Condor, Puerto Churuca, Navarino, Lagotaia, Puerto Eugenia und Possessian Bay, endlich das von Plate gesammelte von Punta Arenas, Bahia Parke im Cock- Thielü, Cliitonen. J5 burn-Kanal, Beagle-Kanal und Admiralitäts-Sund. Die Tiefe reicht von der Gezeitenzone bis zu 270 (?)mi). CallocMton (Icoplax) "bouveti (Thiele). Callochüon (Icoplax) houveli, J. Thiele in: Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 9 p. 330 t. 29 f. 9, 10. 1906. Die Art hat ähnliche Rippen auf der Schale wie die vorige, ist aber durch eigentümliche Löcher in den spitzen Winkeln seitlich von den Hinterenden dieser Fältchen ausgezeichnet, das hinterste Stück ist hinten breiter gerundet als bei voriger Art. Das einzige Exemplar ist bei der Bouvet- Insel gefunden. CaUoclüton (Icoplax) steinemi (Pfeffer). (Fig. 25, 26). Trtirhi/dermon strinenü, Pfeffer in: Jahrb. wss. Anst. Hamb., v. 3 p. 103 t. 3 f. 1. 1887. Jsfkmtchüon (Tracliydermon) s., Pilsbry, Man. Conch., v. 14 p. 82 t. 6 f. 19—21. 1892. Trachydermon (BoreocMion) s., Pilsbry, Man. Conch., v. 15 p. 63. 1893. Pfeffer hat die Art eingehend beschrieben und abgebildet; sie hat ähnliche Färbung wie die magellanische, doch kann man auf gelblichem Grunde mehr oder weniger deutlich eine rote Marmorierung oder Bänderung erkennen. Die Mittelfelder sind glatt, ohne Längsrippen, an den Mittelstücken tritt der Apex (Fig. 25) deutlich vor, während der Vorderrand gleichmäßig flach konvex ist; die Bucht zwischen den rundlichen Apophysen erreicht nicht ganz das Tegmentum. Das hinterste Stück (Fig. 26) ist mehr verlängert und hat stärker konvexe Ränder, der hintere Abfall ist nur ganz schwach konkav. Ich zähle am Vorderrande 16, am Hinterrande 15 Einschnitte, deren Zahl ist ziemlich variabel. Diese Art ist bisher nur bei Süd-Georgien gefunden worden. Callocliitoii (Icoplax) gaussi n. sp. (Fig. 27-32). Mehrere kleine, vermutlich jugendliche Exemplare, deren größtes etwa 7 mm lang ist, sind von der Deutschen Südpolar-Expedition in der Winterstation erbeutet worden; sie gehören zu derselben Gruppe, wie die drei vorhergehenden Arten, sind aber mit keiner von diesen identisch, so daß ich dafür eine neue Art aufstellen muß, die ich nach dem Schiff der Expedition: gaussi nenne. Die Art hat eine glatte Schale ohne Längsrippen, wodurch sie der vorigen ähnlich ist, doch ist sie schon durch die Färbung verschieden, größtenteils weiß, während meistens ein oder zwei Schalen- stücke hellbräunlich, zuweilen auch ein Teil der übrigen Schale imd des Gürtels ebenso gefleckt ist. Der mittlere Schalenwinkel beträgt 110"; die Schale als Ganzes ist in der Mitte wenig ver- breitert. Unter der Lupe erkennt man leicht die Augenpunkte auf den beiden Endstücken und den Seitenfeldern, während die Skulptur etwas körnig erscheint, indessen unter dem Mikroskop finde ich eine feine Furchenskulptur, auf den Mittelfeldern in I^ängsrichtung, im übrigen radiär. Die Mittelstücke (Fig. 28) sind nach den Seiten hin deutlich verschmälert, hinten stumpfwinklig, vorn mit einem schwachen Vorsprung in der Mitte. Die Apophysen sind durch eine sehr flache Bucht getrennt; die seitlichen Einschnitte liegen vor dem Tegmentum. Das hinterste Stück (Fig. 29) ') SuTER hat ein Exemplar von der C'oolv-Straße für CallochitoH illuminalu^ erklärt (P. malae. Soc. London, v. 2 p. IBö); dessen Farbe ist als grünlich grau angegeben. Ich möchte einstweilen an der Identifizierung mit dieser Art zweifeln, ein genauer Vergleich wiid doch wohl Unterscliiodc ergeben; CnJlorhUim nnjikiiru!' (Huttox) hat dagegen ähnliche Löcher, wie C. bouveti. Wahrscheinlich gehören aber diese beiden Arten auch zur Untergattung Icoithix. Ig Deutsche Südpolar-Expedition. ist ziemlich breit iiiul kurz, hinten deuthch abgeflacht; der Apex liegt vom Vorderrand kaum halb so weit entfernt wie vom Hinterrande, der hintere Abfall ist kaum konkav. Die Zahl der Ein- schnitte am Vorder- und Hinterrande beträgt 15 oder 16. Die Oberseite des Gürtels wird von anliegenden Schüppchen bekleidet, deren Länge sich im Mittel zur Breite wie 5 : 2 verhält, distal sind sie meist abgerundet (Fig. 30); über dem Rande stehen einzeln lange, dünne, glatte Ringschaftnadeln. Die Randspicula (Fig. 31) sind keulenförmig, distal zugespitzt, längsgefurcht, die Schüppchen der Unterseite (Fig. 32) klein, schmal, distal zu- gespitzt. Diese Art dürfte dem Callochiton (Icoplnx) steinenii am nächsten stehen, ohne doch, soweit das die jugendlichen Exemplare erkennen lassen, damit identisch zu sein, da die Form der Schalen- stücke deutlich verschieden ist. Sämthche Exemplare stammen von der Gaussstation aus Tiefen von 350 — 385 m. Plaxipliora setigera (Kung). Chiton seliger, King in: ZikjI. .Imini., v. 5 p. .H.'?8. 1S31. Plariphora curmiclwelin, (iray in: I'. zool. Soi-. London, p. 68. 1847. /'. seliyer, Pilsbry, Man. Conch., v. 14 p. ;51(i t. 05 f. 76— 79. 1892. Placiphora carmichaelis, J. Thiele in: Trosciiel, Gebiß-Schnecken, v. i' p. .'595 t. 32 f. 18. 1893 (Radiila). Chaetoplmra savalieri, RofiiEBRUNE in: Bull. Soc. philoni. Paris, ser. 7 v. 7 p. 119. 1880/81. Ch. veneris+ Ch. alinni, id. ibid., ser. 7 v. 8 p. 34. 1883. Ch. raripilosa + Ch. savalieri+Ch. hahni+ Ch. jriijiiliu Rociikhhine in: Miss. Vny linni, Moli. p. 135— 137. Mit diesen Zitaten soll nur eine Übersicht der Namen gegeben werden, welche dieser im magel- lanischen Gebiet häufigen Art beigelegt worden sind. Die Schalenfärbung variiert, und die von RocHEBRUNE Verwandten Namen beziehen sich sämtlich auf dieselbe Art; falls Chiton raripilosus Blainville damit identisch ist, würde dieses der älteste Name sein. Plate hat auch eingehende Angaben über die Art gemacht (Fauna Chilensis, v. 2 p. 280ff. ), daher kann ich mich darauf be- schränken, die Fundorte derselben zusammenzustellen. Die Mission zum Kap Hörn hat sie von der Orange- Bai und von Tunta Aronas niitgebraclit, 0. NoRDENSKiÖLD von Gente grande, Punta Arenas, Porvenir, Puerto Harris, Admiralitäts-Sund, FortescueBai, Puerto Angosto, Puerto Churuca, Isthmus- Bai, HopeHarbour, Uschuaia-Bai, Segundo Uschuaia, Puerto Espinal, Katanuschuaia, Puerto Toro, Puerto Madryn; im Hamburger Museum von Basket-Insel, Malenense-Sund und Puerto bueno im Smyth-Kanal, endlich nennt Plate noch Puerto Montt und die Falklands-Inseln (Port Stanley). Die von Haddon gemachte Angabe über ein ^'()^k()mmen in bedeutender Tiefe an der chilenisclien Küste winl von Platic mit Recht auf einen wahrscheinlichen Irrtum zurückgeführt, denn die mir xorliegeiulcn .\ngaben beziehen sich durchweg auf die (Jezeitenzone bis zur Tiefe von etwa 27 m. Puerto Montt ist nach Plate das nördlichste \'()rkommen, da I'laxiphora frembleii (Broderip) von N'alparaiso eine andere Art ist, wie ich durch Untersuchung eines Tieres aus dem British Museum festgestellt habe. Notoplax magellanica Thiklk. Ein von der ..Gazelle" in der Magellanstralie (ohne näheren Fundort) erbeutetes Exemplar dieser Art habe jili in einer zurzeit im Druck befindliclieii Arbeit (Revision des Systems der riüt(men) beschrieben. Thiele, Chitonen. 17 Acantliocliites Mrudiniformis (Sowerby). Chiton hirudiniformis, Sowerby in: P. zool. Soc. London, p. 59. 1832. Acanihochites k, Pilsbry, Man. Conch., v. 15 p. 27 t. 2 f. 56, 49. 1893. Nach zwei von H. Rolle erhaltenen Exemplaren kommt diese Art, die bisher von Peru und den Galapagos-Inseln bekannt ist, auch im Smyth-Kanal vor. Sie ist durch die schwarzgrüne, Färbung des Tegmentums, zuweilen mit hellgrünen Streifen neben dem Mittelfelde, das grüne Articulamentum und die schmale, langgestreckte Schale ausgezeichnet; die Mittelfelder sind fein längsgestreift, die Seitenfelder mit runden flachen Wärzchen ziemlich dicht besetzt. Die Bucht zwischen den breiten Apophysen ist tief und schmal. Das hinterste Stück hat ein rundliches Teg- mentum mit etwas hinter der Mitte gelegenem, stumpfwinklig vortretendem Apex, der Hinter- rand des Articulamentums zwischen den beiden Einschnitten ist etwas rundlich. Die Oberseite des Gürtels ist mit grünen, glatten, ziemlich kleinen Kalknadeln von zwei Größen besetzt, die allmählich nach dem Ende hin zugespitzt sind, die größeren sind etwas über 0,3 mm lang und 30 ,« dick, die kleineren etwa 180 ,u lang und 15 ,u dick. Chaetopleura- Arten. In den mir vorliegenden Sammlungen aus dem magellanischen Gebiet ist die Gattung Chaeto- pleura auffallend schwach vertreten, unter dem von ü. Nordenskiöld mitgebrachten Material fehlt sie ganz. In der Literatur finde ich die folgenden Arten aus dem Gebiet angegeben: Chiton isahdlei d'ORBiGNY von San Blas ist sicher eine Chaetopleura, obwohl sie Rochebrune als Tonicia bezeichnet hat; ich habe Exemplare aus dem Pariser Museum mit diesem Namen vor mir, die bei Patagonien (ohne näheren Fundort) von M. Lahille gesammelt sind und gut zu d'ORBiGNYS Beschreibung passen. Chiton tehuelchus d'ÜRBiGNY von ebenda ist gleichfalls eine Chaetopleura, und zwar sehr wahr- scheinlich Ch. fulva (Wood); von dieser Art habe ich aus derselben Quelle Exemplare erhalten. Rochebrune (Miss. Cap Hörn, Moll. p. 137, 138) nennt beide Arten: Cliaetopleura fulva und Tonicia tehuelcha, von der ersteren gibt er die Herkunft aus der Magellanstraße an. Chaetopleura peruviana (Lamarck) soll nach Rochebrune bei Punta Arenas und in der Orange- Bai vorkommen; Plate zweifelt an der Richtigkeit der Angabe. Lepidopleurus culliereti Rochebrune (1. c. p. 140 t. 9 f. 9) von der Orange- Bai scheint auch eine Chaetopleura- Alt zu sein, leider habe ich sie nicht aus dem Pariser Museum erhalten und kann daher keine näheren Angaben darüber machen. Chaetopleura hennahi (Gray) ist von Michaelsen in mehreren Exemplaren bei Ringdove- Inlet im Smyth-Kanal in der Tiefe von 30 m gefunden worden. Ischnochiton pusio (Sow.). Chilon pusio, Sowerby in: P. zool. Soc. London, j). 105. 1832. Ch. condnnus, Sowerby in: Charlesworths Mag. nat. Hist., n. ser. v. 4 p. 293. 1840. Ischnochiton variam, Plate in: Fauna Ciiilensis, v. 2 p. 113 f. 146—150, 2.33—236. 1899. Durch Vergleich eines Exemplars von Chiton pusio aus dem British Museum habe ich die Iden- tität mit Plates Art feststellen können; jene ist nicht ein Chiton s. s., wie Pilsbry vermutet hat, sondern ein Ischnochiton; wahrscheinlich ist auch Chiton condnnus Sow. dieselbe Art. Diese ist Deutsche Sudpolat-'Expeditiou. X. Zoolog^ie. 11. " jg Deutsche Siidpolar-Expedition. nach Plates ausführlicher Beschreibung genügend bekannt, die pflasterartigen Gürtelschuppen und die Radula lassen sie leicht erkennen. Aus dem magellanischen Gebiet kenne ich die Art von folgenden Fundorten: Fortescue Bai, Katanuschuaia (0. Nordenskiöld), Puerto bueno und Long Island im Smyth-Kanal (Michaelsen); Plate hat sie bei Puerto Montt und bei Talcaluiano gefunden, wo sie häufiger ist, als in der Ma- gellanstraße. Isclinocliiton Imitator (Enc. Smith). Chiton (Ischnochiton) imitator, Edg. Smith in: P. zool. Soc. Lundoii, p. .iü t. 4 f. 13. 1881. Isehiochilon k, Plate in: Fauna fhilensis, v. 2 p. 100. 1899. Nach dem, was Plate zu Smiths Beschreibung hinzugefügt hat, ist die Art ausreichend be- kannt. In den mir vorliegenden Sammlungen sind folgende Fundorte angegeben: Orange- Bai (Exped. Kap Hörn), Porvenir, Lennox Cove (0. Nordenskiöld), Puerto Toro, Puerto Pantalon und Picton-Insel (Michaelsen), Bahia Parke, Cockburn-Kanal und Beagle-Kanal (Plate); außer- dem hat Plate die Art bei Talcahuano, Juan Fernandez und bei den Falklands-Inseln gefunden. Isclinocliiton (Cliondropleura) exaratus (G. 0. Sars). Lophyrus exaratus, G. 0. Sars, Moll. Reg. Arct. Xonveg., p. 113 t. 8 f. 1; t. II f. 1. 1878. Ischnochilon (Trachydermon) e., Pilsbry, Man. Conch., v. 14 p. 71 1. 7 f. 39 — 49. 1892. Ich habe für diese und zwei verwandte Arten eine Untergattung Chondropleura aufgestellt (Ergebn. D. Tiefsee-Exped., v. 9 p.334). Sars hat die Art kenntlich beschrieben. Die schwedische Expedition hat sie an folgenden Orten gefunden: Punta Arenas, Kap Valentyn, Puerto Harris. Dieses Vorkommen ist sehr bemerkenswert, da Sars sie von Norwegen beschrieben hat; Dall erwähnt ihr Vorkommen bei Kap Hatteras und Georgia (Bull. U. S. Mus., v. 37 p. 172), als Süd- grenze Fernandina, bei Süd-Amerika ist sie bisher noch nicht nachgewiesen. Isclinocliiton viridulus (Gould). Chilon viridulus, (CouTHorv in MS.) Gould in: P. Boston Soc, v. 2 p. 144. 1846. CA. V., Gould in: U. S. expl. Exp., v. 12 p. 318 f. 413. 1852. Lepidopleurus v., Rochebrune in: Miss. Cap Hörn, Moll. p. 140. 1889. Ischnochilon v., Pilsbry, Man. Conch., v. 14 p. 141 1. 17 f. 32, 33. 1892. Nach Gould ist die Art in der Orange-Bai gefunden worden; in den mir vorliegenden Sammlungen fehlt sie. Tonicina zschaui (Pfefker). (Fig. 33-47.) Chiton zschaui, Pfeffer in Jahrb. wiss. Anst. Hainb., v. 3 p. 105 t. 3 f. 2. 1887. Toniria z., Pilsbry, Man. ("onch., v. 14 p. 204 t. 40 f. 12. 1892. Tonirina z., J. Thiele in: Ex|). Antarct. Kran*,-., Am|)hineuics, p. I iiiid in: Bull. Mus. Paris, v. 12 p. .')49. UHUi. Pfeffer hat die Art nur nach ihren äußeren Merkmalen beschrieben, darum hat Pilsbry sie ihrer äußeren Ähnlichkeit nach zu Tonicia gestellt; daß sie indessen mit dieser Gattung gar keine Verwandtschaft besitzt, sondern zur Vertreterin einer besonderen Gattung zu machen ist, konnte ich dann nachweisen. Zu den von mir (1. c) gcniaclitcn .\ngabon will ich hier die Abbil- dungen und einige weitere Bemerkungen fügen. Die Schale i.st glatt, langgestreckt, hochgewölbt und in der Mitte kantig (Fig. 36), rotbraun, innen dunkelrot, die Apophy.sen bräunlich, am I?aii(le licller; außer den /Vnwachs.streifen ist keine Thiele, Chitonen. jg Skulptur der Oberfläche wahrzunehmen. Die Seitenfelder sind etwas erhoben. Die Insertions- ränder sind schmal, am vorderen finde ich 14, am hinteren 11 Einschnitte, von denen an der Innen- seite Löcherreihen nach der Mitte verlaufen, die Zähnchen sind meistens am Rande eingebuchtet (Fig. 33 — 35), doch nicht kammartig eingeschnitten. Die Mittelstücke haben jederseits einen Ein- schnitt, von dem ein von zahlreichen punktförmigen Löchern durchbohrter Streifen nach dem Apex verläuft; der dahinter befindliche Zahn kann noch etwas vor seinem hintern Ende einen zweiten schwachen Einschnitt haben, der indessen nicht überall vorhanden ist. Hinter dem Zahn ist auch ein Streifen mit feinen Löchern vorhanden. Der Apex der Mittelstücke tritt kaum merklich vor. Die Apophysen sind klein, rundlich, durch einen weiten Zwischenraum getrennt. Der Apex des hintersten Stückes (Fig. 37, 38) liegt dem Yorderrande näher als dem Hinterrande, der hintere Abfall ist leicht konvex. Der Gürtel ist schmal, graugelb, unter der Lupe nimmt man in einiger Entfernung vom Rande der Schale eine aus vielen dunklen Punkten gebildete Linie wahr, doch sind mehr vereinzelt auch darunter noch solche Punkte vorhanden. Ein mit Kalilauge behandeltes Stück der Haut unter dem Mikroskop zeigt diese Punkte aus je einem hellen, an der Außenseite von einem Pigment- mantel umschlossenen Körper gebildet (Fig. 39). In Querschnitten des Gürtels sehen diese Gebilde so aus, wie ich es in Fig. 40 dargestellt habe, sie sind außen bedeutend stärker konvex, als an der Innenseite, distal zugespitzt, an den hellen Körper setzt sich proximal ein mit einer Hypodermis- zelle in Verbindung stehender Konchinbecher an. An der Oberfläche angelangt, degenerieren die Körperchen und lösen sich auf (Fig. 41 links). Da die Außenseite des Gürtels steil abfällt, sind diese eigentümlichen Gebilde mit ihrem hellen Teil aufwärts gerichtet, und es liegt der Gedanke nahe, daß wir hier ungemein einfache lichtempfindliche Organe vor uns haben, deren jedes als Endorgan einer Zelle angesehen werden könnte, doch muß ich das für mehr als zweifelhaft erklären, weil ich bei einem jungen Tier an ihrer Stelle deutliche Kalkschüppchen (Fig. 42) finde und man doch wohl kaum annehmen kann, daß sieli im Laufe des Wachstums ihr Bau und ihre Funktion so bedeu- tend ändern. Am Rande und vereinzelt auf der Oberseite des Gürtels stehen kleine einfache Börstchen (Fig. 43), deren distales Ende zugespitzt oder etwas ausgehöhlt ist, letzteres wohl als Rest eines kleinen, aber verloren gegangenen Kalkstachels. Am Rande finden sich größere Spicula und an der Unterseite längliche, gestreifte, am Ende zugespitzte Kalkschüppchen, deren proximales Ende von einem einfachen Konchinbecher umhüllt wird (Fig. 44, 45). Eigentümlich wie der Gürtel ist auch die Radula (Fig. 46). Die Mittelplatte ist lang und ziem- lich schmal, nach vorn wenig, nach hinten bedeutend verbreitert, die Schneide ist deutlich; die Zwischenplatte ist beträchtlich größer, vorn gerade, mit wohlentwickelter, in der Mitte eckig vor- tretender Schneide, außen schwach konkav ohne flügeiförmigen Anhang. Die kräftige Hakenplatte hat eine einfache, rundliche Schneide (Fig. 46b) und einen ziemlich großen, schräg nach vorn stehenden inneren Flügel (Fig. 46a). Die Seitenplatte hat eine einfache Schneide von mäßiger Größe, die äußerste Randplatte ist länger als breit. Der Flügel der Hakenplatte gestattet nicht, die Gattung Tonicina neben Trachydermon und Tonicella zu stellen, woran man nach dem Verhalten des Gürtels vielleicht zunächst denken könnte, vielmehr ist die Radula der einiger Ischnochiton- Arten am ähnlichsten, abgesehen von der gewöhn- 3* 20 Deutsche Südpolar- Expedition. lieh anders geformten Schneide der Hakenplatte, doch kommt ausnahmsweise auch eine ähnliche Schneidenform bei Ischnochüon- Arten vor, freilich sind diese sonst nicht mit Tonicina ähnlich. Jedenfalls aber ist diese Gattung nicht zu den Chitonidae zu stellen, da die Insertionsränder der Schale nicht so eingeschnitten sind und auch die Zwischenplatte der Radula keinen seitlichen Flügel besitzt. Demnach möchte ich Tonicina in die Familie Ischnochitonidae stellen. Die reifen Eier sind verhältnismäßig groß, etwa 1,25 mm im Durchmesser und an der Oberfläche mit 150 ,« langen, lang-kegelförmigen Zotten (Fig. 47) besetzt. Pfeffer hat die Art von Süd-Georgien erhalten, während die Französische Südpolar-Expedition sie bei der Insel Booth- Wandel gefunden hat. Cliitoii bowenii King. Chiton bowenii, KixG in: Zool. Jouin., v. 5 p. 338. 1831. Ch. boicmi, Rochebruxe in: Miss. Cap Hörn, Moll. p. 141. 1889. Auch diese Art fehlt in den von mir bearbeiteten Ausbeuten, Rochebrune nennt die Orange- Bai als Fundort. Tonicia lebruni Kochebrune. Toniaa lebruni, Rochebruxe in: Miss. Cap Hörn, Moll. p. 138 t. 9 f. (5. 188it. Plate hat diese in der Magellanstraße nicht seltene Art mit der folgenden zusammengeworfen; sie ist aber deutlich von ihr zu unterscheiden, denn während Tonicia fastigiata überall gleichmäßig und ziemlich dicht granuliert ist, hat sie eine glatte Schale, die nur auf den Endstücken und den Seitenfeldern einige vereinzelte Wärzchen aufweist, deren Zahl und Anordnung verschieden ist; die Farbe ist meist braun oder rot, zuweilen grün überlaufen, nicht selten mit helleren Radial- streifen auf dem vordersten Schalenstück. Der Rand der konservierten Tiere ist einfarbig gelblich, doch bemerkt Plate, daß er im Leben abwechselnd gelbweiß und violettrot oder weiß und grau gefärbt war, die dunkleren Streifen mit helleren Flecken. Tonicia horniana Rochebrune (1. c, p. 139 t. 9 f. 7) würde man nach der Beschreibung eher iÜT T . calbucensis Plate als für T. lebruni halten, doch kann ich das Pariser Exemplar nur für die letztere erklären; daß das vorderste Schalenstück mit Radialrippen besetzt ist, muß wohl sicher als Irrtum angenommen werden, da keine Tonicia-Art solche hat, wahrscheinlich sind die radiären Farbenstreifen dafür gehalten worden. Rochebrune nennt Punta Arcnas und die Orange-Bai als Fundorte; Michaelsen hat die Art vom Beagle-Kanal, Puerto Pantalon und von der Basket-Insel, die schwedische Expedition von Gente Grande, Porvenir, Bahia inutil, Uschuaia-Bai, Segundo Uschuaia, Puerto Espinal, Puerto Toro, Puerto Laguna, Lennox Cove und Isla nueva mitgebracht, außerdem haben sie alle Sammler bei Punta Arenas gefunden. Sie geht vom Ebbestrand nur in geringe Tiefe herunter (etwa 15 m angegeben). Tonicia fastigiata (Sow.). Die Literatur hat Plate (Fauna Chilensis, v. 1 p. 176. 1897) zusammengestellt und einige Angaben über die Art gemacht, wobei zu berücksichtigen ist, daß er zu ihr einige Exemplare der vorigen Art gerechnet hat, auf welche sich die Angaben über ,, kleine runde weiße Flecke auf der Außenhälfte der Schalen" und von der Bändorung des Gürtels beziehen dürften. Die Färbung der Thiele, Chitonen. 21 Schale ist meistens braun, häufig mit hellen oder dunklen Längsbändern, die zuweilen den größten Teil der Schale einnehmen können, doch können auch andere Farben auftreten ; so fand ich ein Tier eigentümlich mattgrün und rot gefärbt. Die Größe dürfte die der vorigen Art übertreffen. Sie scheint nicht so häufig zu sein wie Tonicia lebruni. Außer von Punta Arenas habe ich sie erhalten von Uschuaia und von Long Island im Smyth-Kanal (Michaelsen), von Porvenir und von Puerto Churuca (0. Nordenskiöld). Tonicia calbucensis Plate. Tonicia calbucensis, Plate in: Fauna Chilensis, v. 1 p. 205 t. 12 f. 134. 1897. Obwohl ich es für möglich halte, daß Rochebrune mit seiner Tonicia horniana eigentlich diese Art gemeint hat, läßt sich das nicht nachweisen, da das Pariser Exemplar, wie erwähnt, eine Tonicia lebruni ist, und so wird Plates Name beizubehalten sein. Die Schale ist glatt, und ihr fehlen auch die Wärzchen von T. lebruni, der sie sonst recht ähnlich ist; ihre Färbung ist ein helleres oder dunk- leres Rosenrot mit braunen Bändern und Flecken, die auf den Endstücken deutlich radiär verlaufen, mehr oder weniger deutlich radiär auch auf den Seitenfeldern, auf den Mittelfeldern dagegen in Längsrichtung; nur selten ist die Grundfarbe eine andere; so finde ich sie bei einem Exemplar weiß- lich mit leichtem rosenfarbigen Schimmer, auf zwei Mittelstücken aber hellgrün. Die Art ist nicht selten, Plate hat sie von Calbuco, Puerto Montt und Punta Arenas mitgebracht, Michaelsen von Puerto bueno und Long Island im Smyth-Kanal, (). Nordenskiöld von Bahia inutil, Fortescue Bai, Puerto Churuca, Katanuschuaia; die Tiefe geht bis etwa 35 m. Von der zweifelhaften Tonicia chiloensis (Sow.) gibt Plate (Fauna Chilensis, v. 1 p. 175) an, daß er sie bei Puerto Montt und im Cockburn-Kanal gefunden habe; vielleicht ist ein von Norden- skiöld in der Isthmus- Bai gefundenes Tier zu dieser Art zu stellen. Tonicia atrata (Sow.) soll in der Orange- Bai und bei den Falklands-Inseln vorkommen; sie fehlt aber in den mir vorliegenden Ausbeuten. Welche Art Philippi mit seinem Chiton argyrostictus gemeint hat, ist unklar — viel- leicht Tonicia lebruni. Überblickt man die beträchtliche Zahl der Plakophorenarten des magellanischen Gebietes, so wird man für die Gattung 7'(micm und ebenso für die einzige C/rcVon- Art sogleich die Herkunft von der West- küste Südamerikas feststellen können, auch von Ischnochiton pusio und imitator, sowie von Acan- thochites hirudiniformis ist das kaum zweifelhaft. Pia xipiwra seiiger a ist der neuseeländischen P.camp- belli Filhol am ähnlichsten, die Gattung hat ihre Hauptverbreitung bei Australien, von wo sie sich bis Ostafrika und Südamerika, auch bis Tristan da Cunha ausgebreitet hat; sie kann daher nicht zum subantarktischen Gebiet gerechnet werden. Dasselbe gilt von der Gattung Chaetopleura, die in der größten Artenzahl an den amerikanischen Küsten vorkommt, sich aber auch bis West- und Südafrika und Ostasien verbreitet hat. Eigentümlich ist das Auftreten von Ischnochiton {Chondro- pleura) exaratus in der Magellanstraße und bei Norwegen; da die anderen Arten dieser Gruppe, Ischnochiton affinis von Neu-Amsterdam und 7. simplicissimus von Südafrika, wozu vermutlich auch /. dorsuosus (Haddon) von der Prinz Edward-Insel gehört, auf der südlichen Halbkugel zu 22 Deutsehe Südpolar-Expedition. Hause sind, ist anzunehmen, daß hier ihre ursprüngliche Heimat ist, sie reichen aber nicht ins sub- antarktische Gebiet hinein. Die alte Gattung Lepidopletirus ist über alle Meere verbreitet; L. medinae dürfte dem südafrikanischen L. sykesi { Sow. ) am nächsten stehen und auch nicht zu den subantarkti- schen Arten zu rechnen sein, dagegen ist L. kerguelensis nicht bloß dem subantarktischen, sondern auch dem antarktischen Gebiet (Insel Booth- Wandel) eigen. Notochiton mirandus ist nur im antark- tischen Gebiet nachgewiesen; seine nächsten Verwandten sind die Nuttalochiton- Arten der magel- lanischen Gegend, besonders N. hyadesi. Hemiarthrum setulosum ist hauptsächlich subantark- tisch, findet sich aber auch in der Antarktis (Insel Booth-Wandel), ähnlich Tonicina zschaui. Die Untergattung Icoplax endlich kommt in der Antarktis und der Subantarktis, sowie weiter bis Neu- seeland und der Magellanstraße vor. Aus dem Vorkommen von Tonicina zschaui bei Süd-Georgien und bei der Insel Booth-Wandel kann man auf eine nähere Beziehung der ersteren zur West- Antarktis schließen, indessen kommen Lepido- pleurus kerguelensis nnd Hemiarthrum setulosum außer an diesen beiden Orten auch bei den Kerguclcn und in der Magellanstraße vor; alle drei fehlen der Ost- Antarktis, wo bisher nur Notochiton mirandus und Callochiton [Icoplax] goussi nachgewiesen sind, die außerhalb des Gebietes fehlen, vorausgesetzt, daß man die Bouvet-Insel, die auch sonst nahe Beziehungen zur Antarktis zeigt, zu dieser hinzii- rechnet. Erklärung der Al>h ildnugeii. Fig. 1. Schüppchen des Gürtels von Lpjndoplmrus kerguelensis, a Oberseite, b Unterseite. Fig. 2. Mittel-, Zwischenplatte und Schneide der Hakenplatte von der Radula derselben Art; a Schneide der Hakcnplatte abgelöst in Flächenansicht; b die zwei äußersten Randplattcii. Fig. 3. Schüppchen von der Oberseite des Gürtels derselben Art, stark vergr. Fig. 4, 5. Vorderstes und hinterstes Schalcnstück \on Hemiarthrum setulosum in Seitenansicht, vergr. Fig. 6. Ein Mittelstück desselben in Dorsulansicht. Fig. 7 und 7a. Kalkkörperchen von der Oberseite des Gürtels derselben Art. Fig. 8. Eine der Xadeln aus den suturalen Gruppen. Fig. 9. Kandnadel. Fig. 10. Kalkkörperchen von der Unterseite. Fig. 11. Teil eines HaduhiKliedes derselben Art; a abgelöste Schneide der Hakenplatte. Fig. 12. liasalteile der zwei verschiedenen Kalkkorperciien von der Oberseite des Gürtels (aus einem Schnitt), entkalkt. Fig. 13. Vorderstes Sehalenstück von Nuttalochilon hyadesi, vergr. Fig. 14. Tliilfte eines Mittelstückes davon, stärker vergr., Flächenbild. Fig. 15. Das hinterste Schalenstück desselben. Fig. 16. Hinterer Teil des Tieres in Seitenansicht. Rg. 17. Spicula von der Oberseite des Gürtels derselben .\rt. Fig. 18. Gruppennadel von ebenda. Fig. 19. Kalkkörper von der Unterseite desselben. Fig. 20. Teil eines KadnlaKliedes derselben Art, a Seiten|)latte. Fig. 21. Vorderstes Schalenstück von Nullulochiton marlioli, Innenseite, vergr. Fig. 22, 23. Das hinterste Stück in Dorsal- und Seitenansicht, ebenso vergr. Fig. 24. Kalkkorper von der Oberseite des Gürtels. Fig. 25, 2G. Das 5. und 8. Schalenstück eines VnUnvhilou (Icoplax) steinenü, vergr. Fig. 27—29. Das 1., 5. und 8. Schalenstück eines CaUoehilon (Icoplax) gavssi, vergr. Fig. 30. Kalkkörper von der Oberseite des Gürtels derselben Art. Fig. 31. Handspiculuni. Fig. 32. Körperchen von der Unterseite desselben. Fig. 33—35. Innenseite des 1., 5. und H. Schalenstückes von Tovici»a :schnu>, vergr. Thiele, Chitonen. 23 Fig. 36. Das 5. Stück von vorn gesehen. Fig. 37, 38. Das hinterste Stück in Dorsal- und Seitenansicht. Fig. 39. Pigmentierter Körper vom Gürtel derselben in der abgelösten Conchinhaut. Fig. 40. Ein ebensolcher in Seitenansicht (Schnittpräparat). Fig. 41. Einige dieser Körper in einem Querschnitt des Gürtels. Fig. 42. Kalkschüppchen von einem jungen Tier. Fig. 43. Schnitt durch den Rand des Gürtels. Fig. 44. Randkörper des jungen Tieres. Fig. 45. Schüppchen von der Unterseite. Fig. 46. Teil eines Radulagliedes derselben Art; a Flügel der Hakenplatte, b abgelöste Schneide einer solchen. Fig. 47. Zotten von der Oberfläche eines Eies derselben Art. Deutsche Südpolar-Expedition i90i-3- I J JJ J }' i'i ^Z" r' 10 A Band x Tafel l. Werntl AWiut' i i'on]Ri'iniei-.r( ;Q3 (uJ L I ß R A3 vr/'N^At AS' DIE LUCEßNArilDEN UND SKYPHOMEDUSEN DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR-EXPEDITION 1901-1903 VON I ■I E. VANHÖFFEN , ' (BERLIN.) ; MIT 2 TAFELN UND 12 ABBILDUNGEN IM TEXT. Deutsche Südpolar-Expedition. X. Zoologie. 1 1. %M/ ie bei der Deutschen Tiefsee- Expedition habe ich auch bei der Südpolar-Expedition von ' ■ Anfang an den Quallen meine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, ihr Auftreten an der Oberfläche verfolgt und auch einige Planktonfänge aus der Tief see mit größeren Netzen gemacht, so daß schon bei der Ausfahrt zur Südpolarstation, wie auch bei der Heimreise weitere Beiträge zur Kenntnis der Verbreitung schon bekannter Arten von alcraspeden Medusen geliefert wurden, über die hier zunächst im Zusammenhange berichtet werden soll. Nachdem die Expedition am 11. August 1901 Kiel verlassen hatte, ankerten wir vom 12. bis 14. August beim Feuerschiff ,,Elbe III" gegenüber Neuwerk, um die in den letzten Tagen an Bord gebrachten Sachen seefest zu verstauen. Während dieser ganzen Zeit wurden trotz starken An- dringens der Flut keine Quallen hier in der Eibmündung gesehen. Am 15. August aber bei der Ausfahrt in die Nordsee traten sie bereits zahlreich auf. Dort erschienen außer der weißlichen Aurdia aurita die blaue Cyanea Lamarcki, mit distal helleren Mundarmen und farblosem Saum der Randlappen, und spärlich auch Rhizostoma octopus, kenntlich am blauen, tentakellosen Rand- saum der weißlichen Glocke. Am Abend nördlich von Langeoog wurden noch Aurelia mit Hyperia besetzt und Cyanea in Begleitung junger Fischchen (Caranx trachurus) von 2 cm Länge gefangen. Leuchtende Medusen verrieten sich nicht, das Aufblitzen der Wellenkämme kam nur durch massenhaftes Auftreten kleiner als Punkte aufleuchtender Organismen zustande. Vor der niederländischen Küste am 16. und 17. August Hol nur Cyanea auf; Aurelia fehlte, vielleicht weil wir uns weiter als vorher vom Lande entfernt hatten. Dabei zeigte sich, daß die großen Exemplare von Cyanea alle bräunlich gefärbt waren und nur die kleineren die rein kornblumenblaue Farbe hatten, welche für C. Lamarcki charakteristisch sein soll. Ob hier zwei Arten, eine kleinere blaue und eine größere braune, neben- einander vorkommen, oder ob C. Lamarcki in großen Exemplaren bräunliche Farbe annimmt, war wegen der schnellen Fahrt nicht zu entscheiden. Am 18. August, bei der Annäherung an die englische Küste bei Dover, erschien auch Aurelia aurita wieder neben echter Cyanea Lamarcki und als neue Erscheinung trat Chrysaora isosceles dort auf, leicht kenntlich an dem 16-strahligen, gelbbraunen Stern auf dem Schirm. Am Tage darauf herrschte vormittags Chrysaora vor, während Aurelia und Cyanea nur spärlich vorhanden waren, am Nachmittag aber, näher an Land, wurde wieder Aurelia häufiger. Die Ausfahrt aus dem Kanal erfolgte bei stürmischem Wetter, und vielleicht lag es daran, daß sich die bisher beobachteten Quallen nicht blicken ließen. Doch ist es wahrscheinlicher, daß die weitere Entfernung von der Küste dazu Veranlassung gab. 4* 2g Deutsche Siidpolar-Expedition. Am Abend des 21. August außen vor dem Golf von Biscaya wurden dann bereits junge Pdagien, die charakteristischen Hochseequallen der warmen Meere, bemerkt, die zahlreich erschienen, da in jedem Oberflächenfang mehrere Exemplare erbeutet wurden, aber hier, wohl weil sie klein waren, kein starkes Meerleuchten verursachten. Pelagien zeigton sich nun täglich bis zum 26. August als einzige Acalephen mit Ausnahme eines tot an der Oberfläche treibenden Exemplars von Periphylla hyacinthina, welches am 23. August 1901 schon stark zerfetzt und gequollen und mit Idothea metcdlica besetzt gefunden wurde. Auf der Strecke von Madeira bis zu den Kapverdischen Inseln, also im Kanarienstrom, fehlten die Pelagien im Einklang mit den Beobachtungen der Tiefsee-Expedition, und im Porto grande bei Mindello auf Sao Vincente wurde als einzige Skyphomedusenart Nausithoe punctata beobachtet. Da von früher her keine Nachrichten über von Polypen aufgeammte Skyphomedusen von den Kap Verden vorliegen, so scheint es, als ob die freilebenden Skyphopolypen noch nicht den Weg von den europäischen und afrikanischen Küsten zu diesen Inseln gefunden haben. An der Grenze zwischen Nordäquatorialstrom und Guineastrom wurden dann von der ,,Valdivia" sowohl als auch vom,, Gauss" südlich v(m den Kapverden auf kurzer Strecke noch Pelagien angetroffen, vom,, Gauss" am 22. bis 24. September von 8" 43' N. 22" 45' W. v. Gr. bis 6" 50' N. 20« 17' W. v. Gr., die dem Gebiet des Guineastroms anzugehören scheinen, da bei der „Valdivia"-Fahrt längs der Nordküste der Guineabucht im Verlauf dieser Strömung regelmäßig Pelagien auftraten. Dort trennen sich die Fahrtlinien der beiden Expeditionen. In der ganzen Breite der Südäquatorialströmung, welche etwa unter dem 20." W. L. durch- fahren wurde, haben wir Pelagien nicht bemerkt. Erst etwa unter dem südhchen Wendekreis traten am 24., 28. und 29. Oktober mit deutlicher Stromgrenze wieder Pelagien. zum letztenmal bei der Ausreise im Atlantischen Ozean, auf. Auf der Heimreise machten sie sich im Atlantischen Ozean nur an der Gabelung des Golfstroms nördlich von den Azoren am 11. November 1903 bemerkbar. Unter dem Äquator bereits hatten wir begonnen mit Vertikalnetzen in größeren Tiefen zu fischen. So wurden am 1. Oktober 1901 zwei Vertikalfänge aus 800 m und 1330 m Tiefe herauf- geholt und am 7. Oktober mit geringem Erfolg drei Schließnetzfänge aus Tiefen von — 390, 400 — 650 und 800 — 930 m gemacht. Am 11. Oktober stieg das Vertikalnetz in 1200 m, am 14. in 1900 m, am 17. in 1000 m, am 19. in .')U0 m und 1000 m, am 22. in 3000 m. am 26. in 1340 m, am 5. November in 500 m und 1000 m Tiefe hinul), doch keiner dieser 14 Vertikalfänge brachte eine Tiefseemeduse herauf. Bei der Heimreise wurden in dem Gebiet zwischen 30" S. Br. und Äquator Vertikalfänge am 15. August 1903 aus 3000 m, am 22. aus 1500 m. am 4. September aus 2000 m und am 10. Sep- tember aus 3000 m gemacht, ebenfalls ohne Ausbeute an Atolla und Periphylla. Daraus ergibt sich, daß diese echten Tiefseemedusen im südlichen Atlantischen Ozean selbst in Tiefen über 1500 m spärlich sein müssen, da ihre Anwesenheit in dem Gebiet durch die Ausbeute der ,,Valdivia" an ihren Stationen 82 und 85 {21«53'S.,6"58'ö.]..und 26"49'S.Br., 5''54' O.L.n.Gr.) erwiesen ist, die zu- sammen zwei Exemplare von Atolla und zwei von Periphylla lieferten. Erst am 12. November 1901 unter 35" 11' S. Br. und 2"43'0. L. gelang es mir, eine Atolla und am 16. Noveiiilicr unter 35" 39' S. Br. und 8" 16' 0. L. eine Periphylla noch im Atlantischen Ozean bei Vertikalfängen aus 3000 m zu crbfutcii. die vielleicht hier im Süden häufiger werden. Bei der Heimreise von Kapstadt erschienen erst nördlich vom A(iuator in zwei Fängen aus Vanhöi-fen, Lucernariden und Acraspeden. 29 3000 m am 26. September 1903 imter 0" 39' N. Br. und 18» 37' W. L. und am 9. Oktober 1903 westlich von den Kapverden je eine Periphylla und Atolla, während in dem Gebiet nördlich davon in zwei Fängen aus 3000 m am 13. und 20. Oktober 1903 keine Tiefseemedusen gefangen wurden. Ich glaube daraus schließen zu können, daß die Tiefseemedusen keineswegs eine so gleichartige Verbreitung haben, als es nach den gleichartigen physikalischen Lebensbedingungen in der Tiefsee vermutet werden könnte. Außer den für den Atlantischen Ozean bekannten Tiefseemedusen wurde noch Poralia, eine bei der Tiefsee-Expedition im Indischen Ozean bei Sumatra entdeckte Gattung wiedergefunden, welche mit Atolla am 12. November 1901 unter 35" 11' S. Br., 2" 43' ö. L. bei einem Fang aus 3000 m Tiefe heraufkam. Leider waren es nur noch gerade kenntliche Bruchstücke eines großen Exemplars, die auch keine Auskunft über die Gliederung des noch unbekannten Schirmrandes gaben. Im Indischen Ozean, dessen südlichsten Teil wir nur bei der Fahrt von Neu-Amsterdam nach Port Natal berührten, mißlangen alle drei Versuche in größeren Tiefen zu fischen und die Vertikal- fänge aus 400 m Tiefe lieferten keine Skyphomedusen. Von den an der Oberfläche lebenden Quallen zeigte sich nur Charybdea (data am 14. Mai 1903 und dann Aurdia aurita am 22. Mai 1903 südlich von Madagaskar an deutlicher Stromgrenze. Merkwürdig genug ist, daß auf der ganzen Strecke keine Pelagien erschienen. Besser war das Ergebnis im Gebiet der Westwinddrift und im antarktischen Eise. Der einzige Tiefenfang aus 2500 m zwischen Kapstadt und Kerguelen am 18. Dezember 1901 im Norden von den Prinz Edwards-Inseln lieferte eine Atolla; am Strande der Heard-Insel lagen am 3. Februar 1902 zahlreiche große rötliche Exemplare von Desmonema, noch kenntlich, wenn auch nicht zum Konservieren geeignet, und Dr. Werth konnte dieselbe Art später bei der Kerguelenstation am Royal Sund in mehreren Exemplaren sammeln. An Macrocystia wurde dort auch eine Lucernaride gefimden. Von den beiden Tiefseefängen, die in der Zone der treibenden Eisberge gemacht werden konnten, ergab der am 10. Februar 1902 aus 2700 m zwei große Exemplare von Atolla und eine Periphylla, der vom 13. Februar 1902 aus 2000 m leider nur Stücke einer großen Periphylla. Etwas weiter südlich im Packeise vor der Küste des Kaiser Wilhelm II.-Landes wurden nach dem Freiwerden des Schiffes am 10. März 1903 ein Vertikalfang aus 3000 m und am 27. März ein anderer aus 2000 m Tiefe gemacht, von denen nur der letztere eine Atolla enthielt. Immerhin zeigt sich deutlich, daß Atolla und Periphylla in der subantarktischen und antarktischen Tiefsee reicher als in anderen Meeren vertreten sind. Trotzdem fand sich keine Spur davon in den zahlreichen Stationsfängen auf dem Landsockcl aus 385 m Tiefe, eine weitere Bestätigung dafür, daß beide Gattungen echte Tiefseemedusen repräsentieren. Bei der Winterstation habe ich keine erwachsene Skyphomedusen gefunden, wahrscheinlich nur, weil die größten im festen Eise verwendbaren Netze von 1 m Durchmesser noch zu klein waren Dagegen wurden Ephyren im Januar, also im Sommer, nicht selten gefangen. Sie gehörten zwei Arten an, von denen die eine 8-strahlig, die andere 16-strahlig war. Von beiden erhielt ich auch noch junge, aber schon bestimmbare Medusen, welche erkennen ließen, daß die eine Art zu Des- monema gehört, während für die andere eine neue Gattung der Aureliden, Ulmaropsis, aufgestellt werden muß. Daß aber auch große Exemplare von Desmonema dort vorhanden waren, bewiesen 30 Deutsche Siidpolar-Expedition. mächtige Tentakeln, welche gelegentlich an den Fangleinen hängen blieben. Endlich wurde dort in 385 m Tiefe noch eine neue Lucernaride, leider in einem noch nicht völlig erwachsenen Exemplar, erbeutet. Demnach besteht die Gesamtausbeute aus den folgenden Arten: I. L u c e r n a r i d e n. 1. Halidystus kerguelensis n. sp. Kerguelen. 2. Lucernaria australis n. sp. Gaussstation. IT. S k y p h o m e d u s e n. 3. Charyhdea alata Reynai^d. Indischer Ozean. 4. PerifhyUa dodecahostrycha Bp.axdt. Südatlantischer Ozean. 5. PerifhyUa regina Haeckel. Westwinddrift. 6. Periphylla hyacinthina Steenstrup. Nordatlantischer Ozean. 7. Atolla Verriüi Fewkes. Südatlantischer Ozean. 8. Atolla WyviUei Haeckel. Westwinddrift. 9. Nausühoe punctata Kölliker. Kap ^^erden. 10. Palephyra sp. juv. 11. Pelagia noctiluca Forskal. Atlantischer Ozean. 12. Chrysaora hysoscella Linne. Kanal. 13. Cyanea Lamarcki Pkron und Lesuei'R. Nordsee und Kanal. 14. Desmonema Chierchiana Vanhöffen. Westwinddrift und Antarktis. 15. Ulmaropsis Drygahkii n. sp. Antarktis. 16. Poralia sp. Südatlantischer Ozean. 17. Aurelia aurita Linne. Nordsee und Kanal. 18. Rhizostoma octopus Linne. Nordsee. Die Luceriiariden. Auf der südlichen Hemisphäre waren vor den neuen Südpular-Expeditionen nur zwei Gat- tungen von Lucernariden mit je einer Art bekannt geworden. Pfeffer beschrieb 1899 den durch K. von den Steinen von der Deutschen Südpolarstation Süd-Georgien 1883 mitgebrachten Hali- dystus antarclicus, und von Lendenfeld veröfl'entlichte 1884 die kurze Diagnose eines neuen Cra- terolophus von den Küsten Neuseelands, den er nach dem Vorkommen an den flutenden Büscheln des Riesentangs Craterolophus macrocystis benannte. Leider sind für beide Arten nicht die Merk- male hervorgehoben, die sie von den schon bekannten Arten unterschcidiMi sollen. Nur die Gat- tungen sind demnach sicher festgestellt; daß sie neue Arten repräsentieren, wurde als selbstver- stämllich vorausgesetzt, weil die südlichen Formen von allen ihren Verwandten durch das ganze Tropengebiet getrennt erschienen, aus dem auch heute noch keine Vertreter der Lucernariden be- kannt sind. Dann fand Bohchcrevink bei Kap Adare große Liicernnriden '). welche nach Browne ') Southern Cross Collcctiuiis S. 313—314. Vanhöfken, Lucernariden und Acraspeden. 31 an Lucernaria pyramidalis Haeckel erinnern ; doch muß erst die genauere Untersuchung derselben abgewartet werden. Bei der Deutschen Südpolar-Expedition ^\'u^den die beiden Gattungen Halidystus und Lucer- naria erbeutet, so daß jetzt drei Gattungen von Lucernariden mit vier Arten aus den südlichen Meeren bekannt sind, deren Fundorte weit voneinander entfernt liegen. Das deutet darauf hin, daß die Lucernariden auch im südlichen gemäßigten iind kalten Gebiet eine weite Verbreitung haben. Im Norden sind Lucernariden reichlich im Westen des Atlantischen Ozeans von Nord- Grönland bis zum 40" N. Br., so weit das kalte Wasser nach Süden vordringt, auf der Ostseite des- selben von Spitzbergen und Island längs der europäischen Küsten bis zum Mittelmeer und Schwarzen Meer, gefunden und im Pazifischen Ozean wurden sie an den Commander-Inseln und den japanischen Küsten entdeckt '). Aus den warmen Meeren aber hegen bisher keine Beobach- tungen von Lucernariden vor, während sie in den kalten Meeren des Südens mit aus dem Norden bekannten Gattungen, wenn nicht selbst bekannten Arten, an den Küsten von Süd-Georgien, Kerguelen, Neuseeland, Kap Adare und Kaiser Wilhelm II. -Land wieder auftreten. llalicljstus kerü:iielensis ii. sp. (Taf. 11 Fig. 1). Ein Halidystus wurde von Dr. Werth am 18. Juli 1902 in der Observatory-Bai an einem Macrocystisstengel gefunden und nach dem Leben gezeichnet. Mit dieser schönen, gut ausgeführten Farbenskizze, die Taf. I Fig. 1 zeigt, müssen wir uns begnügen, da sie das einzige ist, was zur Unter- suchung übrig blieb. Dr. Werth war wegen seiner schweren Erkrankung und späten Rückkehr nach Europa nicht imstande, selbst für Verpacken und Überwachung seiner Sammlungen zu sorgen, und als ich nach der Rückkehr der Hauptexpedition seine schon früher eingetroffenen Samm- lungen erhielt, fehlte das interessante Präparat. Immerhin läßt sich nach der Zeichnung feststellen, daß die Schirmbreite bei ausgestreckten Armen, ohne die Tentakel, 27 mm, die Höhe des Schirms etwa 10 mm betrug, während der ausgestreckte mit vier Furchen versehene Stiel 20 mm lang und 3 mm breit war. Die Arme sind wie bei Halidystus antarcticus gleich weit voneinander entfernt und die Buchten zwischen ihnen von gleicher Tiefe. Die in den Buchten liegenden Randankei' sind aber verhältnismäßig klein, nur V3 so breit wie der lang ausgestreckte Stiel, ferner sind bei gleicher Größe die Tentakeln weniger zahlreich, da kaum 50 im Bündel vorhanden gewesen sein dürften. Die breit lanzettlichen Gonaden heben sich deutlich durch die dunkle oüvbräunliche Fär- bung von dem sonst hell sandfarbenen ins Grünhche spielenden Schirm ab, während die Tentakel- köpfchen rosenrot erscheinen. Bei einem Vergleich mit Halidystus antarcticus ist auf die Größenverhältnisse und Länge des Stiels nicht viel zu geben, weil Pfefb^er nur konservierte Tiere vorlagen. Dagegen sind trotz gleicher Größe der Tiere die Unterschiede in der Zahl der Tentakel (kaum 50 gegen 100), in der Größe der Randanker — kleine Randanker von V^ der Breite des ausgestreckten Stiels bei der Kerguelen- form, große Randanker von Stieldicke bei kontrahiertem Stiel bei H. antarcticus — und in zweiter Linie auch die verschiedenen Farben bemerkenswert, da H. antarcticus violetten Schirm mit mehr ') K. KiSHiNOUYE, A new Species of Stalked Mediisae, Halidystus Stejnegeri. Proc. U. S. Nat. Mus. vol. XXII, 1899 und K. KisHiNOUYE, Sonic new Sfyi)iiüniedusat' of Japan. Jourii. of tlie College of Science, Imperial University Tokio Japan vol. XVII, 1902. 32 Deutsche Südpolar-Expedition. rötlichen Tentakeln hat. Unter den nordischen Arten unterscheidet sich H. Salpinx Clark von der vorliegenden Form durch die großen trompetenförmigen Randanker, die so lang wie die Arme sind, und durch zahlreiche (60—70) Tentakeln in jedemBüschel, und H. auricula Clark durch die große Zahl der Tentakeln (100—120) bei gleicher Größe, große kaffeebohnenförmige Randanker und tiefere perradiale, flachere interradiale Buchten des Schirmrandes. An //. auricula Clark scheint sich H. antarcticus Pfeffer enger anzuschließen, bei dem ja ebenfalls über 100 Tentakel im Büschel und bisquitförmige Randanker auftreten, während unsere Art dem nordischen H. octo- radiatus Clark am nächsten steht, der auch geringe Tentakelzahl (30—60 im Büschel) und kleine Randanker (='/., der Stieldicke) hat und auch ähnlich gefärbt ist. Indessen wird bei H. octoradiatus die plumpe, gedrungene Form hervorgehoben, die Kürze des Stiels selbst beim lebenden Tier und das Fehlen von Längsfurchen am Stiel, während die Kerguelenform sich gerade durch schlanke Figur, langen Stiel auszeichnet und in der Zeichnung deutliche Stielfurchen erkennen läßt. Daß die Zeichnung genau ausgeführt ist, dafür bürgen mir andere Skizzen von Dr. Werth, die ich kon- trollieren kann. Denmach müssen wir den von Dr. Werth gefundenen Halidystus als neue Art H. kerguelensis anerkennen, so lange wenigstens, bis eine Revision der nordischen Lucernariden zeigt, daß die angegebenen Merkmale variieren. Ich halte es für leicht möglich, daß die Zahl der Ten- takel und die Größe der Randanker sich als schwankend erweist, und daß demnach H. octoradiatus, und H. kerguelensis einerseits, wie H. antarcticus und H. auricula andererseits, oder auch alle vier zu einer Art zusammenfallen könnten. Einstweilen bleibt aber nichts übrig, als sie getrennt zu halten, besonders da Clark die beiden nordischen Formen H. octoradiatus und H. auricula auch im Leben gesehen und unterschieden hat. H. Stejnegeri Kishinouye von den Commander-Inseln^) schließt sich eng an H. auricula und H. antarcticus an, zeigt vier Längsfurchen am Stiel, der halb so lang als die Umbrella ist, große Randanker und 70—100 Tentakeln in jedem Büschel am Ende der Arme. Lucernaria australis n. sp. (Fig. ] und 2.) Am 3. November 1902 wurde eine Lucernaria bei der Gaussstation in 385 m Tiefe gefunden, die ganz blaß rötlich gefärbt war, fast farblos erschien. Leider erhielt ich nur ein einziges junges Exemplar von 10 mm Höhe und 9 mm Breite, dessen Gonaden noch nicht entwickelt waren. Die Arme sind in den Interradien einander paar- weise genähert, so daß vier etwas tiefere und breitere perra- diale Buchten mit vier flacheren und schmäleren inter- radialen am Schirmrand abwechseln (Fig. 1). Am Ende der etwa 2 — 2,5 mm langen Arme finden sich in jedem Tentakel- büschel etwa 25 — 30 Tentakel, von denen die größten 0,23 mm breit sind bei 1,5 mm Länge, wovon 0,16 mm auf den Tentakclknopf konmien. Die kleinsten Tentakel, von denen 2 — 3 am Grunde des Büschels erscheinen, messen Fig. 1. Innenseite von Lucernaria australis. nux 0,23 mm an Länge und 0,1 mm an Breite. Mit ihnen stimmen in der Größe ungefähr ') Proc. U. S. NaI. .Mus. \(.l. 22 |i. 125—129. Vanhöffen, Lucernarideu und Acraspeden. 33 die kleinen tentakelähnlichen Randkörper (Fig. 2 c. c,.) überein, welche in der Mitte der tieferen perradialen Buchten aus schmaler Mittelfurche heraiisragen. Doppelt so lang etwa, 0,4 mm, doch nicht breiter als jene, sind zwei gegenüberliegende interradiale Randtentakel, die aus der Mitte der flacheren Buchten beide nach derselben Seite, also asymmetrisch, etwas auf die Arme herauf- gerückt sind (c^), während der dritte interradiale Randkörper nur die Größe der perradialen erreicht und der vierte ganz fehlt. Die Buchten des Schirmrandes werden von breiten Ringmuskeln umsäumt, und von den Tentakelbüscheln ziehen um ^/s breitere Radialmuskel herab, die im Interradius ein spitzwinkliges Dreieck einschließen, den größeren perradialen Zwischenraum aber nahezu parallel begrenzen. Auf der Innenseite des Kelchs treten in diesen interradialen und perradialen Fi«'. -. Feldern zerstreute Haufen von Nesselzellen von 0,07 — 0,13 mm Randkörper (c) (c') Conuli, bei Durchmesser, meist 0,1 mm messend, auf. Die vierfach gefaltete Lucernaria australis. Mundöffnung liegt etwa in halber Höhe des Kelchs. Die Gastralfilamente, etwa zu 12 in einer Reihe übereinander angeordnet, sind einfach, nicht verzweigt. Zwischen ihnen wurden zwei Copepodcn (Metridia) und ein junger Amphipcde halbverdaut gefunden. Der Kelch ist ungestielt, doch deutet schwache ringförmige Faltung an, daß er sich etwas zu strecken vermag. Der Stiel muß, wenn ein solcher überhaupt als vorhanden angenommen wird, als ein- kammerig bezeichnet werden. Im ganzen Habitus, wie auch in den mei sten Einzelheiten gleicht die vorliegende Lucernaria der Lucernaria bathyphila Haeckel, die vom ;,Knight Errant" im Jahre 1880 unter 60" 3' N. Br. und 5" 51' W. L. von Gr. zwischen den Shetland-Inseln und den Far öer in 540 Faden Tiefe gedretscht wurde. Als Unterschiede sind, abgesehen von dem Fehlen der Gonaden bei der antarktischen Form, die geringere Zahl und bedeutendere Größe der Tentakeln in den Büscheln der Arme zu erwähnen, die jedoch bei weiterem Heranwachsen vermehrt zu werden scheinen, und das Auftreten der Randtentakel, für die ich zum Unterschiede von den Klebkissen oder Rand- ankern den Namen Randkegel oder Conuli (c) vorschlage. Solche Conuli sind bisher nur ausnahms- weise bei Craterolofhus tethys gefunden, bei Lucernaria waren sie bis jetzt unbekannt. Da es noch zweifelhaft ist, ob sie bei den anderen Arten und im besonderen bei der nordischen L. bathyphila überhaupt vorkommen und da vorläufig wenigstens keine Verbindung zwischen der nordischen und der südlichen Form nachweisbar ist, halte ich es für richtig, die jugendliche antarktische Lucer- naria als neue, besondere Art unter dem Namen Lucernaria attsfralis zu unterscheiden, obwohl sie vielleicht beim Heranwachsen der nordischen Form noch in mancher Hinsicht ähnlicher werden könnte. Als ich die Randkegel bemerkte, glaubte ich zunächst den neuseeländischen Craterolophus ge- funden zu haben. Indessen widerspricht dem, daß C. macrocystis v. Lendenfeld ebenso wie C. tethys Clark an Tang festgeheftet in oberflächlichen Wasserschichten lebt, die dunkelolivbraune Farbe der Tange annimmt und langgestielt ist. Auch eine andere Art dieser Gattung kann nicht in Betracht kommen, da der Stiel einkammerig ist und Mesogontaschen nicht nachweisbar waren. Demnach sind jetzt fünf Arten von Lucernariden aus den südlich-gemäßigten und -kalten Meeren bekannt, von denen jede eine nordische Parallelform hat. So entsprechen einander Cra- terolophus macrocystis und C. tethys, ferner Haliclystus kerguelensis und H. octoradiatus, dann Hali- Deutsohe SUdpolar-Expeditiou. X. Zooloj,'ie. LI. 5 34 Deutsche Sikipolai-Kxpediliou. dystus antardicus und H. auricida, Borchgrevinks XMcernan'a und Lucernaria pyramidalis Haeckel, endlich Lucernaria australis und L. hathyfliila. Da aus dem ganzen warmen Gebiet rings um die Erde von 30" N. Br.bis 30." S Br. keine Lucernaride bekannt ist, bietet diese Familie eins der schön- sten Beispiele für die Bipolarität. Die Skyphomedusen. Cliarjbdea alata Reynauu. (Fig. 3 und 4.) Bei einem nächtlichen Fang vom 14. bis 15. Mai 1903 mit dem großen Netz von 7 m Durch- messer, das in 10 — 20 m Tiefe 6 Stunden geschleppt wurde, fand sich fern vom Lande eine gut erhaltene, große Charyhdea. Aus meiner Karte über die Verbreitung der Charybdeiden*) ergibt sich deutlich, daß die Beutelquallen sich an die Küsten anlehnen. Durch Strömungen können sie dann weiter fortgeführt werden. Auch hier macht eine von den Küsten von Mauritius und Reunion nach Süden ziehende, besonders warme Strömung von 25" C das Auftreten dieser Qualle verständlich. Der Schirm ist 55 mm hoch, unten 42, oben 17 mm breit, in zusammengefallenem Zustande, so daß die Gestalt pyramidenförmig mit abgerundetem Scheitel und abgerundeten Kanten erscheint. Die Flügel der einfachen Tentakel, die sogenannten Pedalien, sind, vom Austritt des Tentakol- kanals an gerechnet, 27 mm hoch und messen an der breitesten Stelle 12 mm; die Rhopalien sind 13 mm vom Schirmrand, dem Saum des herabhängenden sogenannten Velums entfernt, und sechs breite Velarkanäle entspringen zwischen zwei Tentakeln, von denen die beiden den Tentakeln benachbarten Paare dichotom verästelt sind, während die an der Rhopalarfurche liegenden noch einfach erscheinen, aber durch einen Knick am distalen Ende schon die Gabelung vorbereiten. Die Phacellen, Gastralfilamente, sind einfach, stehen pinselförmig zusammen und sind horizontal angeordnet. Die Augen sind für spezielle Untersuchung nicht genügend erhalten. Haeckel er- wähnt sechs Arten von Charybdeiden Init einfachen Tentakeln, die er in zwei Untergattungen Charyhdusa und Charybdella teilt, je nachdem sich die Velarkanäle verästeln oder nicht. Vier von diesen Arten zeichnen sich durch holieii pyramidenförmigen Schirm aus, zwei haben kubische Gestalt. Bei der einen Art der Untergattung Charyhdusa, die sich durch den hohen Schirm von den beiden anderen Arten mit kubischem Schirm auffallend unterscheidet, sind die dem Rhopalium jeder- seits zunächst gelegenen Velarkanäle einfach, während die anderen vier Kanäle gerade sich zu gabeln beginnen. Bei dem mir vorliegenden Exem- plar sind nun e])enfalls die am Perradius gelegenen Kanäle noch einfacli, die übrigen gegabelt, und die drei dem Tentakel zunächst liegenden (Jahcl- Fig. ."i. Velarkanäle bei äste beginnen sich wieder zu teilen, wiihrriul der vierte einfach mit kurzem Charybdea alata von ,^ „;,.,. ^,„„ R.in,i,,.,un, verläuft (Fig. 3). Mauritius. ^ . . . rs Rhopalarseptcii, Sehen wir uns nun die drei Arten Haeckels mit einfachen Velar- ca Kanäle, t Tentakel, kanälen an, so zeigt sicli, daß sie alle klein sind, nur 20 mm an Höhe erreichen und dnü Ch. phüippiiui c'ino Mittelstellung zwisclii'ii Cli. jii/rdiiiis und Cli.(dnt(t einnimmt. ') Vamiofik.n, Die .Acalcplien der I'latikton-Kxpedition. Kiel ISli.i. Vanhöffen, Lucernariden und Acraspeden. 35 BW 1 1 \ / Fig. 4. Velarkanäle bei Charybdea alata Die etwas größere Charybdea obeliscus von 36 mm Schirmhöhe zeigt schon einfache Gabelung bei einigen Kanälen, und bei meinem Exemplar, dessen Glocke 55 mm Höhe erreicht, sind diese Kanäle schon doppelt gegabelt. Zum Vergleich konnte ich dann ein noch größeres Individuum von 60 mm Schirmhöhe heranziehen, das Heinroth und Mencke bei der auf der Matthiasinsel verun- glückten Expedition 1901 in der Malakkastraße sammelten. Bei diesem gabeln sich auch schon die perradialen Kanäle an der Spitze. Hieraus ergibt sich, daß die Verästelung der Velarkanäle mit dem Heranwachsen der Charybdeiden zunimmt. Ferner ließ sich feststellen, daß die Gabelung der Kanäle in den verschiedenen Quadranten desselben Tiers keineswegs konstant war (Fig. 4). Es scheint mir demnach nicht zweifelhaft, daß alle diese Charybdeiden mit hochgewölbter pyra- midenförmiger Glocke nur eine einzige Art repräsentieren, da sie von Ch. pyramis Haeckel durch Ch. philippina Haeckel zu Ch. alata Reynaud, dann durch Ch. obeliscus Haeckel zu den Exemplaren vom Indischen Ozean und der Straße von Malakka eine zusammenhängende Reihe bilden. Da Charybdea alata Reynaud der älteste Name aus dieser Reihe ist, müssen die übrigen als Synonyme dazu fallen gelassen werden. Man könnte vielleicht vermuten, daß sich bei der weiten von der Malakkastraße. Verbreitung dieser Art Lokalformen ausgebildet hätten, aber rs Khopalarsepten, ca Kanäle, t Tentakel, ich habe auch den Gedanken daran aufgeben müssen, weil nach Haeckels eigener Angabe die Philippinenform in der Mitte zwischen Ch. ptjramis von den Antillen und Ch. alata von Südafrika stehen soll, andererseits Ch. alata von Mauritius, dem Ch. obeliscus von den Kap- verden am meisten gleicht. Die mehr kantige Form der Glocke, die tieferen Einschnitte des Schirm- randes und die schmäleren Pedalien bei den kleineren Exemplaren halte ich für Jugendcharaktere, die beim Heranwachsen verschwinden. Wir haben daher in Charybdea alata Reynaud eine vom tropischen und südlichen Atlantischen Ozean durch den Indischen Ozean bis zum Stillen Meer ver- breitete Kubomeduse, der sich vielleicht im Pazifischen Ozean die große Charybdea grandis Agassiz und Mayer vom Paumotu- Archipel noch anschließt. Periphylla. Sechs Exemplare von Periphylla nur wurden während der Aus- und Heimreise gefunden, doch sind darunter alle drei bekannten Arten vertreten. Es zeigt sich auch hier wieder, daß diese Tiere recht selten sind und nur in Fängen aus großen Tiefen erscheinen. Charakteristisch ist, daß alle fünf Exemplare, die Borchgrevink in Tiefen von 4 — 6 Faden bei Kap Adare antraf, ganz schlecht erhalten waren, also schon tot gefunden wurden ' ). Periphylla dodecabostryclia Brandt. Zwei Exemplare, charakterisiert durch kegelförmigen Schirm, der breiter als hoch ist, und durch die von außen sichtbaren Gonaden, wurden gefunden: am 26. September 1903 im Atl. Ozean unter dem Äquator in 3000 m Tiefe, 13 mm breit 11 mm lineh, am 9. Oktober 1903 im Atl. Ozeau westlich vou den Kapverden in 3000 m Tiefe, 41 mm breit 38 mm hoch. Die Gonaden waren auch bei dem kleineren Individuum schon in ganzer Länge deutlich entwickelt. ') Southern Gross CoUections S. 314. 36 Deutsche Sädpolar-Expedition. Periphjlla regiiia Haeckel. Diese, durch den kuppeiförmigen Schirm ausgezeichnete Art, die bedeutend gröf3er wird als die beiden anderen Arten, wurde in drei Exemplaren angetroffen, von denen nur eins noch erhalten ist. Das erste Exemplar vom 16. November 1901, als „sehr große PeriphyUn''' notiert, aus 3000 m im Südatlantischen Ozean westlich von Kapstadt erbeutet, ging verloren, als drei Tage später eine mächtige Sturzsee meinen Arbeitstisch an Deck zertrümmerte. Die beiden anderen erhielt ich im Eisberggebiet zwischen 58—63" S. Br. und 90»— 97" ö. L. aus 2000 m Tiefe, doch waren im Fang vom 13. Februar 1902 nur Stücke eines großen zerrissenen Exemplars vorhanden, die ich niclit konserviert habe. Das einzige wohlerhaltene Stück der Sammlung, das übrig blieb, vom 10. Februar 1902 war 90 mm breit und 80 mm hoch. I'eripliylla hyacintiiiiia Steenstki p. Reste eines großen toten P'xemplars, die ich an der Oberfläche des Meeres treiben sah, gelang es mir mit dem Handkäscher während der Fahrt am 23. August 1901 westlich von Kap Finisterre aufzufischen. Das Tier war in Alkohol konserviert noch 48 mm breit, 83 mm hoch, hatte also wohl die Maximalgröße erreicht. Trotz der unvollständigen Erhaltung ließ sich die Art sicher feststellen, da der Eingsinus noch pigmentiert erschien und die Gonaden daher äußerlich nicht sichtbar waren. Atolla. Schon bei der Bearbeitung der Medusen der Deutschen Tiefsee-Expedition habe ich darauf hingewiesen, daß Atolla eine echte Tiefseemeduse ist, was ohne genügende Gründe von Haeckel behauptet, dann später bestritten war. Die Deutsche Südpolar-Expedition bringt weitere Be- stätigung dafür, denn trotz der zahlreichen Fänge aus geringerer Tiefe wurde Atolla nur bei Netz- zügen aus 2000 — 3000 m Tiefe erbeutet. Vor allem ist es interessant, daß kein Exemplar bei der Gaussstation beobachtet wurde, was beweist, daß diese Meduse nicht zur antarktischen Fauna gehört, obwohl sie im Gebiet des südlichen Treibeises in der Tiefe vorkommt. In unserer Sammlung sind folgende sieben Exemplare vertreten: 12. Nuvi'niber litOl ;!(H)()in Atolln Vrrrilll 12 iiiiii Durchmesser, 20 st riihlii,'. Zwischen Tristan d'Aciinha und Kapstadt. 9. Oktober 1!)0:5 :i(KH) m „ „ 17 mm „ 22 „ WestUch von den Kapverden. 26. September 1903 3000 m „ „ 2') mm „ 22 „ Athintiseher Ozean. Unter dem A(|uat(ir. 27. Miirz l'.i()3 20(K)m „ Wi/mllei 5 mm „ 21 „ Im südHchcn Treibeis. 10. Kebruar J(H)2 27Wm „ „ 82 mm „ 22 „ Eisbergsebiet (52" S. Br., 90" (). L. 10. Februar 1902 2700 m „ „ 122 mm „ 24 „ Eisberggebiet 62» S. Br., 90" 0. L. 27. März i90:i20(Mlm „ „ 121 mm „ 22 „ Im südlichen Treibeis. Atolla Verrilli Fewkes. Im Tropengebiet des Atlantischen Ozeans wurden zwei kleine Exemplare von Atolla gefunden, die schon die für A. Verrilli charakteristische scharfe Furchung der Zentralscheibe erkoimen ließen. Dazu möchte ich auch das kleine nur 12 mm breite, vor Kapstadt gesammelte Exemplar vom 12. November 1901 rechnen, obwohl es die Artmerkmale noch nicht deutlich zeigt, weil A. Verrilli allein von der Tiefsee-Expedition in jenem Gebiet nachgewiesen wurde. Vanhöffex, Lucernariden und Acraspeden. 37 Atolla Wyvillei Haeckel. Drei große typische Exemplare dieser Axt liegen vor, von denen die beiden vom 10. Februar 1902 schon tot und etwas beschädigt ins Netz gerieten, während das dritte vom 27. März 1903 schön erhalten war und noch den braunen Farbenton zeigte, der nur oben auf der Wölbung der Zentralscheibe fehlte. Besonders fiel die Länge der breiten lanzettlichen Randlappen auf, die von der Rhopalienspitze bis zur Lappenspitze gemessen 22 mm lang waren. Ohne Zweifel gehört dazu auch das kleine, im gleichen Fang erbeutete Exemplar von 5 mm Durchmesser, dessen Zentral- scheibe noch nicht die breiten und tiefen Radialfurchen der Erwachsenen aufwies. Bei diesen zeigte sich auch wieder das merkwürdige Verhältnis von n — 1 Furchen bei n Pedalien, auf das ich bei der Bearbeitung der Acraspeden-Medusen der Deutschen Tief see- Expedition aufmerksam machte. Nausitlioe punctata Küllikeu. Nur im Porto grande, dem Hafen von Mindello auf der Kapverden-Insel St. Vincent wurden am 13. September 1901 im Oberflächenfang drei Exemplare der typischen Nausühoe punctata Köll. von 3,5 mm Durchmesser gefunden, die runde bis länglich fünfeckige sandfarbene Gonaden hatten, sonst farblos waren. Diese kleine Meduse war, bevor die Plankton-Expedition der Humboldt- Stiftung den Anstoß zu einer systematischen Erforschung der pelagischen Tierwelt gab, nur aus dem Mittelmeer bekannt. Von nahestehenden Formen, die jetzt auch zur Gattung Nausithoe gerechnet werden, waren nur noch Nauphanta Chdlemjcri im Süden des Atlantischen Ozeans, Nauphanta polaris von der Lady Franklin- Bay Expedition im Smith-Sund, Nauphanta VettorisPisani undNausithoe Claiisi vom „Vettor Pisani" in der Nähe der Karolinen gefunden. Dann haben die Plankton-Expedition Hensens im Atlanti- schen Ozean, die Amerikanischen Expeditionen unter A. Agassiz im Golf von Mexiko, im tropischen Stillen Ozean und bei den Malediven, ferner die Siboga-Expedition Webers, die Planktonfänge Dahls bei Ralum in Neu-Pommern und vor allem die Deutsche Tiefsee-Expedition unter Chun dazu beigetragen, unsere Kenntnis von der Verbreitung dieser Gattung wesentlich zu erweitern. Taf. III gibt eine Übersicht über die bisher bekannten Fundorte. Sie lassen deutlich erkennen, daß die Gattung dem warmen Mittelmeer und hauptsächlich den tropischen Meeren angehört und dort gewöhnlich in der Nähe des Landes erscheint, da ja die meisten Fundorte Nausithoe punctata be- treffen. Ausnahmsweise erscheinen im kalten Wasser Nausithoe {Nauphanta) polaris, welche nur durch eine Zeichnung bekannt ist, ferner ein südlich vom Thomson -Rücken gefundenes Exemplar von Nausithoe punctata und Nausithoe {Nauphanta) Challengeri. Während man bei den beiden letzten Funden noch vermuten kann, daß es sich um mit Strömungen vertriebene Exemplare handelt, scheint mir dieses wegen des weiten Weges bei N. polaris ausgeschlossen zu sein. Die Abbildungen, die Fewkes nach Skizzen von Gardiner veröffentlichte ^), lassen zwar keine wesentliche Unter- schiede von Nausithoe punctata erkennen, doch dürfte es sich wegen ihres jetzt noch isolierten Vor- kommens vielleicht empfohlen, sie als besondere Form zu betrachten. Daß Nausithoe polaris in dem kalten antarktischen Wasser gedeiht, ist um so wahrscheinlicher, weil Hornschwämme, die den parasitisch lebenden, die Nausithoü auf ammenden Polypen, Stephanoscyphus, als Wirte aufnehmen könnten, noch an der grönländischen Küste beobachtet sind. 1) The Lady Fniuklin Bay Expeditiun Appendix XI vul. II, S. 399-408. 1888. 38 Deutsche Südpolar-Expedition. Pah'plijni s[). Ein verletztes Exemplar einer jungen Meduse, welche die größte Ähnlichkeit mit der als Nausikaa phaeacmn aus dem Mittelmeer bekannten Jugendform zeigt, erhielt ich am 21. Oktober 1903 unter dem Äquator in einem Planktonfang aus 400 m Tiefe. Das Tier, dem Mundrohr und Magen fehlte, war 4 mm breit und farblos bis auf die verhältnismäßig großen hellgrünlichgelben Gonaden, die der Wölbung des Schirms entsprechend gekrümmt und paarweise einander zugewandt waren, so daß sie von oben oder von unten gesehen nierenförmig erschienen. Da noch keine atlantische Pcdephyra bekannt ist, auf welche diese Jugendform bezogen werden könnte, ist die Artbestimmung nicht möglich. Peliigia noofiluca Furskai,. Tm Atlantischen Ozean wurden sowohl bei der Hinreise wie bei der Heimfahrt Pelasion in größerer Anzahl erbeutet, die nach dem Fundort und wegen der rundlichen Nesselwarzen der meisten Exemplare als Pelngia phosphora bestimmt werden müßten. In erster Linie kommt dabei der Fund- ort in Betracht, weil die Form der Nesselwarzen sich nicht als konstant erwies. So war das größte Exemplar aus einem Schwärm vom 11. November 1903 nördlich von den Azoren deutlich mit läng- lichen Nesselwarzen ausgestattet, wie sie P. noctüuca zukommen sollen, während alle übrigen die rundlichen Nesselwarzen der Pelagia phosphora zeigten. Mundrohr und Mundarme waren aucli bei den letzteren von verschiedener Länge. Daß hier zufällig Exemplare der ersteren Art sich unter die der zweiten gemengt haben sollten, ist unwahrscheinlich, da ja P. noctiluai für das Mittelmeer speziell charakteristisch sein soll. Ich gebe daher die Unterscheidung zwischen P. phosphora und P. noctiluca auf, ebenso wie ich es früher für P. phosphora und P. panopyra getan habe. Darin werde ich noch durch die folgenden Erwägungen bestärkt. Haeckel gibt bei seinem Versuch die Unterschiede der Pelagiaarten sicherzustellen an, daß /'. phosphora in der Mitte steht zwischen P. noctiluca und P. cyanella, daß P. perla in der Mitte zwischen P. noctiluca und P. phosphora, dann daß P. cyanella zwischen P. perla und P. phosphora, und P. denticulata, die nach Götte gleich P. flaveola sein soll, zwischen P. cyanella und P. noctiluca steht. W"\v hätten demnach eine Reihe nicht sicher unterscheidbarer Formen von P. cyanella durch P. phosphora zu P. denticulata {=flaveola Götte), P. perla und P. noctiluca. Andererseits habe ich P. phosphora nicht von P. panopyra unterscheiden können, und auch Haeckel erkennt die Ähnlichkeit dieser beiden vermeintlichen Arten an. Ferner ergab die Nachprüfung, daß Gottes P. flaveola wegen der weniger hohen Nesselwarzen besser der Beschreibung von /'. placenta als der von P. denticulata entspricht. P. neglecta, P. crassa und P. minuta, die ich nacli Form und Verteilung der Nesselwarzen bei konserviertem Material unterscheiden zu können glaubte, schließen sich an P. phosphora an. Kurz, es ist nicht möglich, sichere Merkmale zur Unterscheidung aller dieser vermeintlichen Arten zu finden. Es wäre ja auch wunderbar, wenn diese vagabondierenden Tiere sich eng an die ihnen vorgeschriebenen Grenzen, an das Mittelmeer, an die Westküste Europas, an den Atlantischen, Indischen oder Pazifisclien Ozean halten sollten. Die Arten von Pelagia werden sicli ebensowenig luuli den geographischen Bezirken aufrecht erhalten lass(>n wie jetK« von Phijsalia und Velella, die gleiche Lebensweise führen. Daher nehme ich, bis jemand imstande ist. unterscheidende" Meikmah" zu finden, nur eine Art an, die ich mit dem iiltesten Namen Prldijid inictihicd FonsKAi. nenne. Angal)en über den Fundort Vanhüffun, Lucernaridcu und Acraspeden. 39 werden stets genügen zu erkennen, welcher der vermeintlichen anderen Arten das Tier früher zu- geteilt worden wäre. Im ganzen wurden 106 meist erwachsene Exemplare mitgebracht, die alle aus dem Atlantischen Ozean stammen und von denen eins dreistrahUg gebaut war, nur drei Mundarme, drei Gonaden, sechs Tentakel und sechs Rhopalien hatte. Maas erwähnt als eigenartigen Fall, der ihm neu zu sein schien, daß auf einer Pelagia der Siboga- ausbeute ein Lepadide festsitzend gefunden wurde. Daher möchte ich bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß ich Lepadiden auf Nauphanta Vettoris Pisani ( =NausitJioe punctata) vorkommend erwähnte ^) und daß H. v. Kittlitz 2) Velellen aus dem nördlichen Pazifischen Ozean beschreibt und abbildet, die mit Lepasbündeln besetzt waren. Kittlitz meint, daß die Entenmuscheln sich an toten Valellen angesetzt hätten, aber es scheint mir zweifelhaft, ob auch lebende Quallen sich solcher ungebetenen Gäste erwehren können. Clirjsaora lijsoscella F>innk. Nachden: wir Dover passiert hatten, also im äußeren Teile des Kanals, trieben am 18. und 19. August 1901 mit Fukusbüscheln in Abständen von mehreren Schiffslängen einzelne Exemplare von Chrysaora vorüber. Nach vieler Mühe gelang es mir bei der Fahrt von einem korbartigen Gestell aus, das an den Wanten befestigt über Bord gehängt wurde, ein großes Exemplar mit dem Handkäscher zu erbeuten'). Es war zwar etwas an Tentakeln und Mundarmen beschädigt, ließ jedoch deutlich die charakteristische gelbbraune Sternzeichnung auf dem Schirm erkennen, die Chrysaora hysoscclla, selbst aus der Ferne gesehen, von anderen Medusen unterscheidet. Daß diese Sternzeichnung gelegentlich auch fchh'ii kann, erfuhr ich durch ein Exemplar von 95 mm Durch- messer, welches mir Professor Apstein im Herbst 1904 aus der Nordsee mitbrachte. Bei diesem war der Schirm farblos wie bei Äurelia und nur die mit kleinen Wärzchen besetzten rhopalaren Randlappen zeigten schwach gelbliche Färbung. Auch Haeckel weist schon im System der Medusen auf solche farblosen Exemplare aus der Nordsee hin. Als südlichste Arten sind Chrysaora plocamia Lesson von den Küsten Südamerikas und Chrysaora fulgida Reynaud vom Kap der guten Hoffnung zu erwähnen, von denen die erstere nur selten beobachtet ist, während die letztere zeitweise massenhaft in der False Bay, also noch im Gebiet des Agulhasstromes, auftreten soll. Cjaiiea fiaiiisircki I'huon und Lesueik. Gleich nach dem Verlassen der Eibmündung erschien die blaue Cyanea Lamarcki, die vom 15. bis zum 19. August, von der Nordsee bis zum südlichen Teil des Kanals beobachtet wurde. Am 16. August traten neben der kleineren Cyanea Lamarcki größere bräunliche Exemplare, wohl C. capillata Eschsch. auf. Sichere Merkmale außer der Farbe lassen sich zur Unterscheidung der beiden Arten noch nicht angeben. Die beiden erbeuteten Exemplare hatten einen Durchmesser von 65 mm und 40 mm. Das größere hatte 30 — 32, das kleinere 20 — 22 Tentakel im Bündel, wovon bei dem letzteren nur fünf auf die zweite äußere Reihe kamen. Die Gonaden waren trotz der geringen ') Acalephen der Plankton-Expedition S. 15. =) Denkwürdigkeiten einer Reise nach dem russischen Amerika, nach Mikronesien und durcli iviiiitscliatka, Hd. I S. 109. ■^) Auch sonst hat dieser ,,Korb", den Professor Hexsex schon für die Tiefsee-Expedition anfertigen ließ, mir beim Ober- flächenfang gute Dienste geleistet. 40 Deutsche Südpolar-Expedition. Größe gut entwickelt und wenig kürzer als die Mundarme. Sie erreichten bei dem größeren In- dividuum den Außenrand des Ringmuskels, bei dem kleineren die Mitte desselben. Die Frühreife, d. h. weite Entwicklung der Gonaden bei geringer Görße, Kürze der Mundarme und geringe Tentakelzahl, soll für C. Lamarcki im Gegensatz zu C. capiUnta charakteristisch sein. Die folgenden Tabellen zeigen in der Tat, daß C. Lamarcki im Vergleich zu anderen Arten von ent- sprechender Größe nur schwache Tentakelbündel besitzt. C. Lamarcki !lö iiiiii Uurchinesser 48 Tentakel im Bündel )» 78 mm 45 )» ) 1 1» )» 70 mm 46 )1 » »» >» (')(■) miii '^2 > " 1» 05 mm 32 ) ?) fl 48 mm 28 » )» yi 40 mm 21 1 1» »» 35 mm 12 » >» »» 25 min 10 > »T n '2\ nun 7 1 1» ., 17 nnn 4 1 )» C. cainWüii S() mm 63 » »J )» 41 nmi 35 » 11 )» 20 mm 15 Tl »» n 1:5 mm 7 ») 1» C. jerrwßnea S5 min 70 »» )) )» S6 mm 34 » 5» )» 22 mm 8 5 )1 C. arctica ;36 mm 22 » »> C. Atmad-rilii\\2 mm 100 » »» )i 81 mm 60 . M 11 n 54 nnn 46 »» 11 Cyanea Lainarcki ist vom Kanal bis zum Kattegat verbreitet. In der Ostsee wird sie von der braunroten C. capillata, in den arktischen Meeren durch Cyanea arctica mit gelbbrauner Muskulatur und rosenroten Mundarmen vertreten. Aus südlichen Meeren sind Cyanea Annasethe Haeckel vom Kap der guten Hoffnung, Cyanea Annaskala v. Lendenfeld, C. Müllerianthe Haacke und C. rosea Agassiz und Mayek von Australien, ferner Cyanea ferruginea Götte von Singapore und dem Sundagebiet erwähnt, doch lassen sich sichere Unterschiede bei diesen Arten ebensowenig wie bei den im Norden vorkommenden angeben. Bei der Nachuntersuchung von Gottes C. ferru- ginea fand ich, daß dieselbe mit C. Annasethe Haeckel identisch sein könnte, da beide in dem tief eingesunkenen Schirm, mächtiger Entwicklung von Mundarmeii und Tentakeln im \'erhältnis zum Schirm imd in der groben Muskulalur dci- Subumbrella übereinstimmen. Cyanea Annaskala dagegen hat, im Leben und auch konserviert, gewölbten Schirm und, wie icli inidi überzeugen konnte, feinere Muskulatur (15 Muskelstreifen im Ringmuskel bei 112 mm Durchmesser gegen 7 bei 85 mm großer ('. ferniginea Götte). Sie dürfte, der Annahme von Maas entsprecliciul, mitC MüUcriantlir Haackk und C. rosea Agassiz und Mayer zusammenfallen. Desmonema. Drei verschiedense Gattungen iiat Agassiz für die Entwicklungsstadien einer antarktischen Cyanide aufgestellt: Desmonema, Couthouyia und Medara. Haeckel hat die Zusammengehörigkeit dieser drei (!attun<:en richti<_' erknnnt und sich für den zuerst angeführten Namen Desmonema ent- Vanhöffen. Luceruariclen und Acraspeden. 41 schieden, den er mit veränderter Diagnose annahm, um ihn auch für südHche Arten der Gattung Cyanea passend zu machen. Die Beschreibung der ersten sicheren Art dieser Gattung, der Des- monema ChiercJiiana, welche bei der Weltumseglung des ,,Vettor Pisani" erbeutet wurde, gab mir Gelegenheit, die Gattungsdiagnose zu berichtigen. Alle Zweifel bei der Unterscheidung der Gattungen Cyanea und Desmonema sind dadurch ausgeschlossen, und daher kann ich Maas nicht folgen, der vorschlägt, den Namen Couthouyia für Desmonema anzunehmen, ,,um die von Haeckel in ihrem Sinn veränderte Bezeichnung Desmonema zu vermeiden" ^). Wohin sollte das führen, wenn Gattungs- namen ausgemerzt werden müßten, deren Diagnose fälschlich abgeändert worden war! Die Gattung Desmonema war nur aus den Meeren von Kap Hörn bekannt, bis Borchgrevink -) wahrscheinlich zu Desmonema gehörige große Medusen im Dezember 1899 und Januar 1900 bei Kap Adare ent- deckte und Maas eine junge Cyaneide von der Belgischen Südpolar-Expedition beschrieb, die unter 69» 59' S. Br. und 82" 39' W. L. am 3. Oktober 1898 gefangen wurde. In beiden Fällen handelt es sich sicher um Desmonema. Von Dr. Werth wurde Desmonema dann bei der Kerguelenstation in der Observatorv Bay gefangen und von mir bei der Heard-Insel und an der Gaussstation konstatiert. Da sich nachweisen läßt, daß große Tentakel, die vielfach am Lotdraht oder an den Fischleinen hängen blieben, dieser Meduse angehören, so ergibt sich, daß die Gattung auch bei der englischen Winterstation in der Mac Murdo-Bay und nach den Beobachtungen der ,,Scotia" auch bei Coats Land vorkommt. Wahr- scheinlich ist sie demnach rings um das antarktische Festland verbreitet. Desmonema Chierchiaiia Vanhöffen. (Taf. 11 V\'i. i und H, Abb. 5-9.) Wer sich die Mühe macht, die nach einer Farbenskizze von Dr. Werth und der konservierten Meduse hergestellte AbbildungTaf.il Fig. 2 mit meiner Zeichnung von D. Chierchinna nach dem von ,,Vettor Pisani" erbeuteten Exemplar zu vergleichen, wird finden, daß die Desmonema von Kerguelen mit jener von der Westküste Patagoniens identisch ist. Vergebens aber wird man Ähn- lichkeit zwischen diesen Darstellungen und der ältesten Abbildung einer Desmonema der D. Gaudi- chaudi Lesson von der Ostküste des Feuerlandes suchen. Immerhin läßt sich die Übereinstimmung in der Gattung an den Tentakelbündeln und den ungeteilten Tentakellappen erkennen. Ich halte es jetzt, nachdem die weite Verbreitung der D.Chierchiana von Kerguelen bis Patagonien festgestellt ist, für wohl möglich, daß diese Art mit D. Gaudichaudi identisch ist, doch läßt sich das bei der grundverschiedenen Darstellung der letzteren bei Lesson nicht glaubhaft nachweisen. A^on Kerguelen liegen vier mehr oder weniger gut erhaltene Exemplare vor, von denen drei am 15. Juni 1902, das vierte am 9. August 1902 mit Tang ausgeworfen am Strande der Observatory Bay gefunden wurde. Bei Heard-Eiland beobachtete ich zahlreiche alte und große Exemplare am Strande von Atlas Cove, die zwar schlecht erhalten, aber doch zweifellos kenntlich waren, am 3. Februar 1902. An der Gauss- station wurden mehrere Ephyren im südlichen Frühjahr und ein junges Exemplar im Medora- stadium (Taf. II Fig. 3) am 14. April 1902 gefunden, außer den mächtigen Tentakeln, welche ich schon erwähnte iind die auch das Vorkommen großer erwachsener Exemplare dort beweisen, wenn •) Expedition antarctique beige, Medusen S. 15. ") Southern Gross CoUections S. 315. Deutsche SUdpolar-Expedition. X. Zoologie. II. 6 42 Deutsche Siidpolar-Kxpcdition. Fig. 5. wir auch die dazu gehörigen Tiere selbst mit unseren kleinen Netzen nicht fangen und wegen der ausgedehnten Eisdecke nicht sehen konnten. Die großen Tentakel wurden zuerst am 13. Februar 1902 vor der Eiskante etwa unter 62» S. Br. im Norden vom Kaiser Wilhelm-Lande gefunden, dann erschienen sie bei der Gaussstation am S.März 1902, 10. März 1902, 7. April 1902, 10. April 1902, U.April 1902,17. April 1902 und 4. Juni 1902. In den Monaten Juh bis Januar einschließHch wurden sie nicht bemerkt, aber am 8. Februar 1903 traten sie wieder auf, und am 4. März 1903 wurden sie noch im Packeise konstatiert '). Das dickste Stück, das ich erhielt, hatte einen Durchmesser von 11 mm; die Länge der Tentakeln erreichte nach der Schätzung mindestens 20 m, doch zer- rissen dieselben leicht beim Abnehmen vom Lotdraht, um den sie sich festgewickelt hatten, so daß das längste konser- vierte Stück nur 1 m 25 cm betrug. Querschnitte durch diese Tentakel (Fig. 5) stimmen genau überein mit jenen der sogenannten Siphonophoren- tentakel, die John Rexnie von der Schottischen und Englischen Südpolar-Expedition beschreibt und abbildet -), so daß kein Zweifel über die Identität dieser Gebilde be- stehen kann. Ich habe nun auch Schnitte durch Bathi/physa gemacht (Fig. 6), jene Siphonophore, die allein unter ähnlichen Verhältnissen am Lotdraht hängend bekannt geworden ist, und ganz abweichenden Bau gefunden, während Schnitte durch die Tentakel der Desmonema (Fig. 7) von Kerguelen die genaueste Übereinstimmung zeigten, obwohl die Tentakel bei einem 310 mm im Durchmesser großen Exemplar erheblich kleiner als die lose gefundenen waren. Wir wissen ja aber, daß BoRCHGREViNK eine Qualle von 750 mm Durchmesser und 90 Pfund Gewicht, die vielleicht dieser Art ange- hörte, bei Kap Adare beobachtet und konserviert hat'). In den Sammlungen des ,, Southern Gross" ist wenigstens nur Desmonema erwähnt. Wie überall bei Acraspeden-Medusen sind auch hier die Tentakel hohl (th). Während aber sonst auf dem im Schnitt erscheinenden Ringwall nur Nessclwülste aufgesetzt erscheinen, findet sich hier im Ringwall noch ein Kranz lang elliptischer Lücken (mr). wclclic, tief in öuerschnitt durch einen antark- tischen Tentakel, th Tentakelhöhle, g Gallerle, ent Kntoderm, nw Nessehvarzen, mr MiiskelriJhre, tf Tentakelfalle. mr. ?>>■). ,t^- / Fig. 6. duerschnitt durch den Stamm von Bathyphysa. die den Zentralkanal umgebende Gallerte ') Von derWiiiterstatiori der „Discovery" wurden sie auch in den Monaten .Juli, .\iif;ust und September erwähnt. ») I'roced. Royal I'iiys. Society vol. .\VI, S. 25-27 und National antarctic Expedition Natural History vol. III. ') BoRCHüREViNK, Das Festland am Siul|iiil, Breslau 1005, S. 335— 3;U), Vanhöffen, Lucernariden und Acraspeden. 43 eingelagert, innen blind endigen, außen aber durch einen Kanal resp., wo dieser schon verklebt ist, durch dünne Ektodermschicht anzeigen, daß sie durch Einfaltung der Peripherie entstanden sind {tf). Die Lücken stellen demnach Schnitte durch die Tentakelröhren oder besser Tentakelrinnen dar, welche zur Vergrößerung der muskulösen Fläche, zugunsten der /-issfe, .if Vermehrung der Längsmuskel, entstanden. Ihnen entsprechen jf^ {'^ \ 9 am Rande des Schnitts Vertiefungen, über denen sich ver- breiterte Nesselwülste (nw) erheben. Ganz dasselbe Bild zeigt "*-v W\ \V J Wi sich sowohl bei den Querschnitten durch die Tentakel von ""'" Desmonema, wie bei den am Lotdraht hängengebliebenen Ten- t«^^— ^g f -^ 'w.^-^s^. .l.eni takeln, nur daß bei der ersteren, da die Tiere am Strande ausgeworfen gefunden wurden, das Ektoderm mit den Nessel- "^ /^Oo^-i ^ r-^-^ Wülsten etwas gelitten hatte. '^ "^ ' Die Tentakel erscheinen durch die Einfaltung des Ektoderms längsgestreift, was auch schon bei dem kleinen Exemplar im Medorastadium von 38 mm Durchmesser erkennbar ist (Taf.IL l""*g- '• »lerschnitt durch einen Tentakel von Desmonema. Fig. 3), da hier bereits die Lücken im Schnitt als tiefe Ein- g„, Entodcnn, i; Gallerte, th Tentakel- buchtungen angedeutet sind (Fig. 8). Dagegen finden wir den liölile, mr Mnskelröhre, nw Nesselwarzen Stamm von Bathyphym, der an Dicke den Tentakeln von Desmonema nahezu gleichkommt, viel kompakter gebaut (Fig. 6). Auch hier ist eine zentrale Höhlung vorhanden, aber die Einstülpungen zur Vergrößerung der Muskelfläche sind so dicht und dabei noch verästelt, daß der Querschnitt wie von feinem Netzwerk ausgefüllt erscheint. Nur an einer Seite löst sich dieses Maschenwerk zu gröberen Falten auf, da der Stamm bilateral angelegt ist. Die Tentakel gehören deninach zu Desmonema, da die ' Ka\ andere antarktische Meduse, wie ich später zeigen werde, dafür nicht in If. -:ä K ""^iSs;^) Betracht kommt. Außer diesen Tentakeln, welche ja die größten ant- 9 ü ^/^^J ""' arktischen Exemplare repräsentieren, wurden vier große Individuen von " '^^ ^ y) Kerguelen durch Dr. Werth mitgebracht, die eine Schirmbreite von .....eci 250 — 310 mm erreichten. Mundarme und Gonaden waren verletzt und die Tentakelbündel oben zum Teil verklebt, was an den Zustand er- Fig. 8. öuerschnitt durch innert, den Lessox auf der ältesten Abbildung in der Voyage de la den Tentakel einer jungen (.^^ -^^^ darstellt. Bei diesen großen Tieren habe ich im Bündel gegen Desmonema. ' '^ . . th TentakelliGlile, ent Knto- 60 Tentakel gezählt, von denen die jüngeren außen zu liegen schienen, derm, g Gallerte tf Tentakel- ^[q ältesten und dicksten an der Innenseite. Indessen ist doch, obwohl zuweilen selbst drei Tentakel hintereinander beobachtet wurden, die Anlage der Tentakel als einreihig zu betrachten; die jüngeren Tentakel werden nur, wenn Platzmangel eintritt, aus der Reihe herausgedrängt. In die großen Tentakellappen treten bei dem größten Exemplar gegen 18 getrennte Gefäße ein, von denen die 6 mittleren ziemlich parallel verlaufen, während 6 jederseits etwas nach außen abbiegen. Alle sind verästelt, so daß etwa 100 Zweige den Rand des Tentakellappens erreichen. Die Gefäße und die Verästelungen derselben werden beim Heranwachsen vermehrt. Im übrigen habe ich der früheren Darstellung nichts hinzuzufügen, da sich das Verhältnis des Schirms zu den 44 Deutsche Südpolar-Expedition. Mundarmen, die Länge der Gonaden, die Größe der Randlappen und die Farbe aus Fig. 2 Taf. II ergibt. Das Vorkommen von Desmonema an der Gaussstation wurde dann auch direkt dadurch be- wiesen, daß sich am 14. April 1902 ein junges Exemplar im Medorastadium von 38 mm Durch- messer fand, wovon 5 mm auf das Mundkreuz, 14 mm auf die Magenhöhle, 7 mm auf die Taschen- zone und 5 mm auf die Randlappenzone kommen (Taf. I, Fig. 3). Die Mundarme waren 16 mm lang und fielen durch gelbbräunliche Färbung an der sonst farblosen Meduse mit weißlichen Tentakeln auf. Die acht Haupttentakel waren ungleich, am Grunde ziemlich dick, da der stärkste 2,5 mm Durchmesser hatte, und erschienen durch Längsfaltung der Oberfläche gestreift. Vier Nebententakel waren noch klein, traten aber schon deutlich hervor, während die vier alternierenden nur als Punkte angedeutet waren. Ganz regelmäßig traten die vier ersten Nebententakel ebenso wie die vier ersten Tentakel überhaupt neben dem Interradius im Sinne des Uhrzeigers auf, wenn man das Tier von der Subumbrella betrachtet. Fünf bis sechs gelbbraune Gastralfilamente waren bereits im Quadranten vorhanden. Endlich wurden noch Ephyren an den folgenden Daten gesammelt: 8. Januar 190.^ Ephyra von .'i,5 mm Durchmesser 12. Januar 1903 „ „ 3 mm 12. Januar 1903 „ „ 4,5 mm 12. Januar 1903 „ 9 mm 15. Januar 190.3 „ „ 3 mm 18. Februar 1903 „ 10 mm 25. Februar 1903 „ ü,5 mm Demnach findet die Entwicklung der Ephyren nur im Hochsommer statt, da ja Januar und Febriiar der südlichen Hemisphäre den Monaten Juli und August im Norden entsprechen. Sie wurden in den oberflächlichen Wasserschichten unter dem Eise schon bei Fängen aus 30 — 50 m Tiefe an der Gaussstation erbeutet. Bei den kleinsten Exem- plaren ist bereits ein Gastralfilament im Quadranten angelegt, und die vier ersten Tentakel sind nach Färbung schon er- kennbar. Die vier Zwischententakel neben dem Perradius sind bei 6 mm Durchmesser erst angedeutet, und bei 9 mm Durch- messer erreichen die ersten vier Tentakel schon die Spitzen der Randlappen, während die Zwischententakel erst hervorzu- sprossen beginnen. Die Form der Ephyra von Desmonema (Fig. 9) erscheint plump wegen der breiten Lappentaschen, die auch breite Randlappcn verlangen. Durch die Beobachtung dieser Jugeiulstadien ist es jetzt mit Sicherheit nachgewiesen, daß die Gattung Desmonema dem antarktischen Ufergebiet angehört, was früher nach dem Vorkommen derselben bei Kap Hörn und den unbestimmten Nachiiilitfii vom ,, Southern Gross" nur vermutet werden konnte. Daß die ant- arktische Form völlig identisch ist mit der in der Subantarktis beobachteten, ist zwar noch nicht ganz sichergestellt, doch wahrscheinlicli, (hi dieselben Strömungen, die Eisberge bis Heard-Eiland und zu den T'rozet-Inseln herauffiilireii. auch Medusen transportieren können. Fig. i). Ephyra von Desmonema. Vanhöffen, Lucernariden und Acraspeden. 45 Ulmaropsis Drygalskii n. sp. (Fig. 10—12.) Von einer zweiten echten antarktischen Meduse, die ich gefunden habe, lagen bisher noch keine Nachrichten vor. Sie scheint keineswegs selten zu sein, da neun EphjTen konserviert werden konnten, doch gelang es nur, ein Bruchstück eines erwachsenen Tieres zu erhalten, das aber bei dem regelmäßigen Bau der Medusen genügt, die Gattung als neu zu erkennen und zu beschreiben. Die geringe Zahl der erbeuteten Individuen erklärt sich daraus, daß wegen der dicken Eisdecke mit verhältnismäßig kleinen Netzen vertikal gefischt werden mußte. Am 9. November 1902 wurde beim Aufholen der Reuse, am Reusendraht hängend, ein farbloses Gallertstück einer Meduse ge- funden, das noch 6 Tentakel, 6 Tentakellappen und 5 Rhopalarlappen besaß und sich wegen der zahlreichen verästelten Radialkanäle als einer Ulmaride angehörig erwies. Die Ulmariden umfassen nach Haeckei. drei Gruppen: Umhrosidae mit großen einfachen Tentakeln am Schirmrand zwischen den Randlappen, Sthenonidae mit großen vom Schirmrand abgerückten Tentakeln in einreihigen Bündeln und Aurelidae mit zahlreichen kleinen Tentakeln, die mit kleinen Läppchen am Rande abwechseln. Unsere Meduse gehört wegen der großen einfachen Tentakeln zur ersten Gruppe: Umhrosidae. Aus dieser sind drei Gattungen bekannt: Ulniaris mit 8 Tentakeln und Ui ilandlappcn Umbrosa mit 24 „ „ 'Ai „ TTndosa mit 40 „ „ 48 Da die Ephyren, die ich wegen der Art der Verzweigung der Kanäle als zur antarktischen Ulmaride gehörig ansehen muß, 16-strahlig sind und da auch das vorhandene Schirmstück mit sechs Tentakel, der Krümmung des Randes nach zu urteilen, noch nicht die Hälfte des Schirms ausmacht, so würde unsere Meduse eine neue Gattung repräsentieren, die sich mit 16 Tentakeln, 16 Rhopalien und 32 Randlappen (16 rhopalaren und 16 tentaku- laren) zwischen Ulmaris und Umbrosa einfügt. Die Gattung soll, da ihr Schirmrand ähnUche Gliederung wie bei Ulmaris zeigt, /j ^ '^ U ^ ^ V Ulmaropsis heißen, und die antarktische Art nenne ich zu Ehren des Leiters der Deutschon Südpolar-Expedition Ulmaropsis Drygalskii. Das Kanalsystem legt sich in derselben Weise wie bei Aurdia aurita an (Fig. 12), doch entwickeln sich hier außer den von vorn- herein sich verzweigenden starken Rhopalarkanälen und den Ten- takularkanälen noch je zwei Zwischenkanäle, die ursprüngHch auch als Äste der Rhopalarkanäle entstanden, so daß vom Magen- raum 96 Kanalstämme ausgehen, welche im äußeren Drittel oder in der äußeren Hälfte ihrer Länge durch zahlreiche Anastomosen ver- pj^ bunden, ein feines regelmäßiges Maschenwerk bilden (Fig. 10). An dieses Maschenwerk erinnert die Zeichnung, welche auf Borch- GREViNKs Photographie einer riesigen Meduse undeutlich erkennbar ist^), so daß auch diese Art JOooOoo 1(1. Kanalsystem und Schirm- rand von Ulmaropsis. ') BoRCHGREVi.NK, Das Festland am Siid|)nl. Breslau 1905, S. 335. 46 Deutsche Südpolar-Expedition. dafür in Betracht kommen könnte, doch ist in den Southern Gross Collections nur ,,Desmone.maV' erwähnt. Die 32 Zipfel der Tentakularlappen sind kleiner als die der Rhopalarlappen, welche paarweise den ursprünglichen Ephvralappen entsprechen. Die Tentakel zeigen im Querschnitt eine weite Höhlung und keine so ausgedehnte Gallertschicht wie bei Desmonema, so daß kaum Ge- legenheit für ähnliche Falten, wie sie bei letzterem auf- treten, geboten ist. Über Mundarme, Gonaden und Ga- stralfilamente kann ich nichts angeben, da sie nicht erhalten waren, doch dürften sie sich, nach der größten Ephyra zU urteilen, wie bei Aurelia verhalten. Die nach dem vorhandenen Stück beschriebene Meduse würde vollständig einen Durchmesser von 42 mm erreicht haben, war also noch keineswegs ausgewachsen. Eine wesentliche Änderung ist jedoch beim weiteren Heran- wachsen nicht anzunehmen, so daß die Art nach der Be- schreibung und Abbildung jederzeit wiedererkannt werden kann. Dazu gehören die folgenden Ephvren (Fig. 11), die in der Regel 16-strahlig sind und sich durch lange schmale Ephyralappen vor den Jugendstadien der Fig. 1 1 . Ephyra von Ulmaropsis Drygalskii mit Anlage von 4 Tentakeln. Desmonema auszeichnen : K|ihyrii vdiii 12. .Januar 19();i 4 mm Diirohmcsser, Randlappen I mihi lan»;, 16-strahlig 17. Januar 1903 4 mm 27. Januar 190.5 5 mm 20. März 1902 6,5 mm 31. Januar 1903 1 1 mm 10. März 1902 12 mm 12. Januar 1903 l.ö mm 12. Januar 1903 17 mm 12. Januar 1903 22 mm mm nmi mm mm mm 3,5 mm 4 mm 5 mm 1() 12 15 16 16 16 16 17 Bei der Ephyra von 15 mm Durchmesser zeigt sich an den Rhopalarkanälen distal die Anlage der ersten Seitenäste, bei einer 17 mm messenden sind die beiden ersten Seitenäste schon deutlich gesondert (Fig. 12) und bei 22 mm Durchmesser sind schon zwei Paar Seiten- äste, doch noch keine Anastomosen der Kanäle vorhanden. Bei 4 mm Durchmesser sind erst zwei Tentakelanlagen bemerkbar, bei 6 mm sind vier Tentakel in gleichen Abständen voneinander angelegt und bei 15 mm wechseln vier größere mit vier kleineren Tentakelanlagen ab; bei 17 mm sind schon alle 16 Tentakel erkennbar und bei 22 mm beginnt be- reits die Kräuselung des Mundsaums. Die vier ersten Gastralfilamentc werden frühzeitig angelegt, sind schon bei dem jüngsten Exemplar nach- zuweisen. Die 12-strahlige Ephyra hat nur drei Gastralfilamente, würde also auch nur drei Mundarme erhalten, entspricht demnach einer 3-strahligen Meduse. Die Diagnose für Ulmaropsis Drygalslcii lautet kurz zusammen- gefaßt: Ulmaride (normal) mit lü Tentakeln, 16 Rhopalien und 32 Randla])pen (ein längerer Rho- palarlappen und ein kürzerer tentakularer Randlappen miteinander a1)wechselnd); verästelte Fig. 1:;. Entwicklung des Kanalsystems bei junger Ulmaropsis. Vanhöffen, Lucernaiiden und Acraspeden. 47 Rhopalarkanäle, freie, abgezweigte Äste derselben und einfache Tentakularkanäle bilden durch zahlreiche Anastomosen ein ziemlich regelmäßiges Maschenwerk; vier Mundarme und vier Gonaden sind vorhanden. Ephyren 12 — 17 strahhg gefunden, mit schmalen Ephyralappen. Ulmaropsis und Desmonema sind die einzigen acraspeden Medusen der Antarktis, da die süd- lichen Arten der Gattungen Periphylla und Atolla, als echte Bewohner der Tiefsee, nicht mehr lebend im Küstengebiet über dem Kontinentalsockel vorkommen. Poralia rufescens Vanhöffen. Bei der Deutschen Tiefsee-Expedition fand ich südlich von Sumatra eine so merkwürdige Meduse, daß sie trotz aller Verstümmlung, obgleich Schirmrand und die Enden der Mundarme fehlten, als neue Gattung und Art beschrieben werden konnte. Am 12. November 1901 habe ich nun dieselbe, Poralia rufescens, bei einem Vertikalfang aus 3000 m im südlichen Atlantischen Ozean auf der Breite von Kapstadt wiedergefunden. Charakteristisch ist das Auftreten von sieben oder acht gefalteten Gonaden und die bräunliche Färbung. Leider war auch dieses zweite Exemplar nur in großen Fetzen erhalten, die noch weniger zeigten als das erste, so daß es nicht möglich ist, die Originalbeschreibung zu vervollständigen. Immerhin ist es von Interesse, daß die weite Ver- breitung dieser Art vom südlichen Atlantischen bis zum tropischen Indischen Ozean nachgewiesen wurde. Aurcli.a aiirita LiNNf.. Schon bei der Bearbeitung der Medusen der Deutschen Tiefsee-Expedition habe ich darauf hingewiesen, daß Aurelia aurita ein weit ausgedehntes Verbreitungsgebiet hat, da alle die bisher beschriebenen Formen der warmen Meere keine sicheren Unterscheidungsmerkmale von der typischen Art aufweisen können. Die weite Verbreitung der Art kann durch Verschleppung des unscheinbaren Polypen {ScypJiistoma) zustande gekommen sein, der zwischen Balanen und anderen Tieren geschützt wohl weite Reisen an Schiffen auszuhalten vermag. Bei der Deutschen Südpolar-Expcdition wurde Aurelia aurita am 15. bis 10. August 1901 in der Nordsee und im Kanal, ferner am 22. Mai 1903 südlich von Madagaskar gefunden. Itliizostonia «cfopus Linnä. Die einzige Art der wurzelmündigen Quallen, die wir während der ganzen Reise angetroffen haben, ist Rhizostoma octopus L. Sie wurde mit Sicherheit bei der Ausfahrt am 15. August 1901 in der Nordsee beobachtet, wenn es auch nicht gelang, eins dieser Tiere zu erbeuten. In den kalten Meeren fehlen ja Rhizostomen überhaupt und auch die eine Art, die am Kap der guten Hoffnung vorkommen soll, Rhizostoma capense, scheint äußerst selten zu sein, da sie weder bei der Tiefsee- Expedition im November 1898, noch bei der Südpolar-Expedition November bis Dezember 1901 und Juni bis Juli 1903 dort bemerkt worden ist. Sie wurde ursprünglich von Quoi und Gaimard bei der Reise der ,,Astrolabe" entdeckt und 1833 ohne charakteristische Merkmale beschrieben und abgebildet. Haeckel glaubte sie dann in einem schlecht erhaltenen Stück wiederzuerkennen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine gelegentlich mit dem Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean herabgeführte, nicht am Kap heimische Art. Von den Küsten der Inseln im Atlantischen Ozean, an denen wir landeten, von St. Helena, Ascension, Kapverden und Azoren sind noch keine Rhizostomen bekannt. uoIlIBRAR i./A — 48 Deutsche Südpolar-Expedition. Die Medusen des äussersten Südens. (Taf. III.) Nur zwei akraspede Medusen gehören zur Küstenfauna des antarktischen Kontinents Des- monema und Ulmaropsis. Die erstere war mit etwas Zweifel bereits bei der Bearbeitung der Medusen des „Southern Gross" und der „Belgica" erwähnt. Durch den Nachweis der Deutschen Südpolar-Expedi- tion, da.R Desmonema an den Küsten des antarktischen Kontinents heimisch ist, dort in jugendlichen und auch in erwachsenen Exemplaren vorkommt, sind auch die früheren zweifelhaften Beobachtungen sichergestellt, und, da die Identität der vermeintlichen Siphonophorententakel Rennies mit den Tentakeln von Desmonema bewiesen wurde, so können wir für Desmonema wohl zirkumpolare Ver- breitung annehmen. Ihre südlichsten Fundorte liegen am Festlande des Südens unter 90" und 170" ö. L. und 19" und 80" W. L. Eine neue, ausschließlich antarktische Art ist Ubnaropsis Drygalskü, die bei der Gaussstation, in jugendlichem und ausgebildetem Stadium beobachtet wurde. Danach gelang es auch eine bei Kap Adare gefundene Ephyra zu erkennen und so nachzuweisen, daß auch diese Art weitere Ver- breitung in der Antarktis hat. Im Gebiet des Treibeises im tiefen Wasser am Steilabfall des Kontinents tritt dann bereits AtollaW yvülei auf, die mit Ausnahme eines vom ,,Challenger" erbeuteten Exemplars nur im Bereich der VVestwinddrift bis 50" N. Br. beobachtet ist. Weiter nördlich scheint sie von andern Arten der Gattung vertreten zu werden. Als südliche Art ist wohl auch Atolla Chuni zu betrachten, die von der Deutschen Tiefsee-Expedition südlich vom Kap unter 40" S. Br. entdeckt wurde, i) Ferner sind noch zwei Periphyllaarten in der Eisregion nachgewiesen, P. regina und P. dodecabostrycha, die aber beide in der Tiefsee weit verbreitet zu sein scheinen, da P. regina im Pazifischen Ozean noch im Golf von Panama, im Atlantischen Ozean bis zum Kap, im Indischen Ozean gar bis zum Golf von Aden angetroffen wurde und P. dodecabostrycha selbst noch bei den Sandwich-Inseln und an der kalifornischen Küste, bei den Kapverden und im Mittelmeer, endlich im Golf von Aden, bei Sumatra und Amboina gefunden ist. Sicherer als es Chun in seinem Vortrage über die Beziehungen zwischen dem arktischen und antarktischen Plankton und Maas in den Medusen der Fauna arctica möglich war, können wir jetzt die am weitesten polwärts vordringenden Skyphomedusen einander gegenüberstellen, denen ich hier noch die mit ihnen verwandten Skyphopolypen, die Lucernariden, anschließen will. Kin- ander entsprechende Arten sind: ImNorden: Im Süden: Halidystus auricula Clark, Ostküste von Halidystus l'erguelensisV Ai^uÖFFEN, Kerguelen Nordamerika Halidystus octoradiatus Clark, Westküste von Halidystus antarcticus Pfeffer, Süd-Geor- Europa gien Hulicyntlius lai^eiia ( ). F. Müller, Grönland Craterolophus tethys Clark, Helgoland Craterolophus macrocystis v. Lendenfeld, Neuseeland ■) Sie wurde von der Schottischen Süd-Polar-Exp. im Süden von der Goiigh Insel wiedergefunden. E. T. Browne, The Mcdusae of the Scottish National Antarctic Expedition. Transact. R. Soc. of Edinburgh vol XLVI. 1908. Vanhöffen, Lucernariden und Acraspeden. 49 Lncernaria qnadricornis 0. F. Müller, land, Spitzbergen Lucernaria bathyphila Haeckel, Faröer Grön- Lucernaria pyramidalis Haeckel, Ostküste von Nordamerika Periphylla hyacinthina Steenstrup, Grönland Atolla Bairdi Fewkes, Nordmeer 64° Nausithoe polaris Fewkes, Grönland Chrysaora helvola Brandt, Aleuten Chrysaora melanaster Brandt, Kamtschatka Cjanea arctica Pkron und Lesueur, Grönland Cyanea Postelsi Brandt, Aleuten Lncernaria anstralis Vanhöffen, Gauss- station Lncernaria sp., Kap Adare Periphylla dodeeabostrycha Brandt, Südliches Eismeer Periphylla regina Haeckel, Südliches Eismeer Atolla Wyvülei Haeckel, Südliches Eismeer Atolla Chuni Vanhöffen, Westwinddrift Chrysaora fidgkla Reynand, Kap d. g. H. Chrysaora plocamia, Kap Hörn Cyanea annasethe Haeckel, Kap d. g. H. Cyanea annashda v. Lendenfeld, Süd- australien Desnionenia Chicrcliiana Vanhöffen, Gauss- station Ulniaropsis Drjgalskii Vanhöffen, Gauss- station Phacellophora hamtschatica Brandt, Nord-Paci- fischer Ozean Anrelia linibata Brandt, Grönland, Kamtschatka — — — — — — — — — — Von ihnen sind jedoch nur die in den listen fettgedruckten als zur antarktischen resp. ark- tischen Fauna gehörige Tiere zu betrachten, da die Tiefseemedusen als solche nicht anerkannt werden können, wenn sie auch im Eismeer angetroffen wurden, und die übrigen Arten den tempe- rierten Meeren angehören. Tafelerklärung. Tafel II. Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3. Haliclyslus kerguelmsis n. sp. nach einer Farbenskizze von E. Werth, Nat. Gr. Dcsmormna Chicrchiuna Vanhöffen (adult.) nach einer Farljenskizze von E. Werth, Nat. Gr. Desmonema Chierchiana Vanhöffen (juv.) nach einer Fiubeiiskizze von E. Vanhöffen, Nat. Gr. Tafel III. Die Verbreitung der Lucernarien, der Nausithoe und der am weitesten nach Süden vordringenden Acraspeden Medusen. Deutseho 8ll(lp curla 1 9. magna 1 cT. 400 m 60 Exempl. MCllri!, Ostracoden. ßl 19. VIII. 1903. 27» s. Br., S^ö.L., Tiefe 4209 m, 400 m enthielt 4 Individuen: Holocypris inflata 1 Larve, Conchoecia sjyinirostris 1 ö^, 2 unbestimmte Larven. 20. VIIL 1903. 26«2's. Br., P39'ö. L., Temp. 16,9», Tiefe 5034 m, 400 m enthielt 9 Indi^nduen : Halocypris inflata 1 Larve, Conchoecia curia 2 cf, daphnoides 1 cT, 5 unbestimmte Larven. 22. VIIL 1903. 24» 56' s. Br., 1« 14' w. L., Temp. 17,9», Tiefe 5656 m, 400 m enthielt 21 Individuen: Conchoecia spinirostris 1 cT, 20 unbestimmte Larven. 26. VIIL 1903. 18» 37' s. Br., 5» 5' w. L., Temp. 19«, Tiefe 5538 m, 200 m enthielt 17 Individuen: Halocypris globosa 6 Larven, 11 unbestimmt. I. IX. 1903. 14» s. Br. 6»w. L., 45 m 2 Individuen. 3. IX. 1903. 14» s. Br., 6» w. L., Tiefe 4240 m, 400 m enthielt 55 Individuen: Halocypris inflata 2 Larven, Conchoecia procera 5 Individiien, magna 1 rf, spinirostns 4 Q, 2 cf, 41 unbestimmte Larven. 7. IX. 1903. 9»46's. Br., 8» 31' w. L., Temp. 22,1», Tiefe 3774 m, 200 m enthielt 27 Individuen. II. IX. 1903. 8»5's. Br., 13»49'w. L., Temp. 22,8», Tiefe 3165 m, 400 m enthielt 28 Individuen: Halocypris inflata 1 Larve, Conchoecia degans IQ, 1 cj", acuminata 2 9> 1 d"j rotundata 1 9> atlantica 2 Larven, magna 1 cf, daphnoides 1 Larve, 17 un- bestimmte Larven. 18. IX. 1903. Bei Ascension, Temp. 26», Tiefe 3165 m, 400 m enthielt 200 Individuen: Haloq/pris inflata 1 9. Conchoecia echinata 1 9) degans 1 9. Gies- brechti 1 , 1 Larve, rotundata 1 C', curta 1 n , atlantica 1 O, 2 Larven, magna 1 cf, übrigens unbestimmte Larven. 21. IX. 1903. 0» 27' n. Br. 17» 47' w. L. 400 m 480 Individuen. 1. X. 1903. 6"n. Br., 22» w. L., Temp. 28», 200 m enthielt 90 Individuen: Conchoecia procera 1 9> rotundata! o, spinirostrisl (^, Rest unbestimmt. 13. X. 1903. 21» n. Br., 32»w. L., Temp. 26,4», 200 m enthielt 12 Individuen: Halocypris inflata 2 Larven, 10 unbestimmte Individuen. räii2;e YOiii Grund. Kerguelen-Station, Observatory Bay: I. 1902. Nesidea villosa, Paradoxostoma kerguelense, Xestoleberis kerguelensis, Cythereis kerguelensis. Gaussstation III. 1902 bis IL 1903 in 385 m Tiefe Polycope brevis, antarctica, Cypridina antarctica, Phüomedes assimilis, Cylindroleberis ovalis, sp. (Larve), Macrocypris turbida, tensa, inaequalis, Pontocypris inflata, Nesidea g2 Deutsche Südpolar-Espedition. labiata, Anchistrochdes aculeata, Bythocypris sp., Sderochüus reniformis, compressus, meridionalis, antarcticus, Psetidocythere simüis, Cytherura notalis, Cytherofteron fallax, irregularis, gaussi, stationis, anomala, Eucytherura antarctica, punctata, Cytherois ovalis, minor, Paradoxostoma hypselum, antarcticum, STp.,Paracytherois simüis, vanhöffeni, parallela, 2 unbeschr. sp. (Larven), Microcythere frigida, Xestoleheris rigusa, meridionalis, Loxo- concha meridionalis, laevior, {Loxoconchal) dubia, Cythereis devexa, polylyca. 26. IV. 1903. St. Paul: Paradoxostoma sanctpauli, VI., VII. 1903. Simonstown: Cypridina vanhöffeni, dorsoserrata, arborea, Cylindroleberis oblonga, Sarsidla Larve, Macrocypris dispar, africana, Pontocypris gaussi, flava, Xestoleheris capensis, ramosa. Süßwasser. 12. VII. 1903. Plums tcad , Z c e k o e Vley bei Simonstown enthielt Cypris syngramma, corpulenta, trichota, capensis, radiata, Cypricercus episphaena, maculata, Isocypris perangtista, priomena, Cyprinotus capensis, Cypridopsis triquetra, aculeata, Zonocypris tuberosa, I^arven von Eurycypris sp., Candonocypris sp., Steno- cypris sp. 28. VII. 1903. Sand vley bei Lakeside bei Simonstown: Stenocypris ametra. 29. VIII. 1903. St. Helena, in einer Quelle am Grabmal Napoleons. Erpetocypris hdenae. Die Arten der marinen Ostracoden. Halocypridae. Diagnose vergl. G.W.Möller 1906a, p. 30. Arclüconclioecia <;. W. Müller. Vergl. G. W. Müller 190Ga, p. 43. Archiconchoeeia cncuUata Brady. Vergl. 0. W. MOLLKit 1906a, p. 44, Taf. 7, Fig. 7—12, 18. Gefischt am 14. 19. X. 1901; 12. XI. 1901; 18. XII. 1901, also zwischen dem 14" s. Br. und 43" s. Br.; die Fundorte liegen innerhalb des 1. c. angegebenen Gebietes, füllen zum Teil die dort erwähnte Lücke zwischen Äquator und SP s. Br. aus; ferner gefunden im Indischen Ozean. Arcliifonchoecia striata G. W. Müller. Vergl. G. W. MOllek 1906a, p. 45, Taf, 7, Fig. 13—17. Gefischt am 14., 17., 19., 26. X. 1901 ; 5., 12. XI. 1901 ; 2., 8., 15., 25. V. 1903; 19., 26. VIII. 1903; 19. IX. 1903, also im Atlantischen und Indischen Ozean zwischen dem 1» s. Br. und dem 35« s. Br.; nach den Ergebnissen der Valdivia-Expedition und älteren Beobachtungen findet sich die Art auch auf der nördlichen Halbkugel, wo sie bis zum 40« n. Br. reicht. Die südliche Grenze der Verbreitung deckt sich annähernd mit der 1. c. angegebenen. Arcliicoiiclioecia ventricosa G. ^V. Möller. ArcMconchm'cia rcnlrimsa G. W. MCi.i.Kit 190Ga, p. 4.j, Taf. 7, Fig. 1 — 6. Gefunden am 17., 19. X. 1901 (16« und 19« s. Br.); die „Valdivia" erbeutete die Art nur in der Nähe des Äquators im Atlantischen und Indischen Ozean. Arcliiconchoecia cuneata n. sp. Taf. VIII, Fig. 1—4. Schale des Q (nach etwas verbogenem Exemplar): Höhe etwas größer als y.^ der Länge, der Dorsalrand bildet mit dem Hinterrand einen sehr stumpfen Winkel (von über 135"). Der Hinter- rand bildet eine etwa rechtwinkhge Ecke, deren stark abgerundete Spitze über ^j., der Höhe hegt. Der Hinterrand geht im sehr flachen Bogen in den flachgewölbten Ventralrand über. Oberfläche mit einer wenig auffälHgen, leicht zu übersehenden Längsstreifung, deren Linien ziemUch weit von einander stehen. Die linke unsymmetrische Drüse mündet dicht neben der hinteren dorsalen Ecke, die rechte am Hinterrand etwa auf ^j.^ der Höhe, am ventralen Schenkel der hinteren Ecke. 64 Deutsche Södpolar-Expedition. Das Frontalorgan des 9 überragt die erste Antn. deutlich, es ist etwas herabgebogen, terminal gerundet. Dorsale Borste des zweiten Gliedes der ersten Antn. lang, das terminale Drittel an seinem Ventralrand dünn behaart. Die distale Borste des proximalen Gliedes des Innenastes der zweiten Antn. viel länger als die proximale, deutUch gefiedert. Länge des 9 1,0 mm, (j" unbekannt. Gefunden 1 Q und eine Larve am 19. X. 1901 (19" s. Br. 20" w. L.). Das Material gestattete nur eine sehr unvollständige Darstellung der Art, trotzdem habe ich geglaubt, nicht auf eine Beschreibung verzichten zu sollen, da die Gattung Archiconchoecia augen- scheinlich sehr arm an Arten i st — wir kennen erst drei. Eine Vermehrung der bekannten Arten scheint unter diesen Umständen wertvoll, andererseits ist die Gefahr einer Vermengung mit anderen Arten selir gering. Von den bekannten Arten dürfte die hier beschriebene der A.ventricosa G.W.MChhi&n (1906 a, p. 45) am nächsten verwandt sein. Halocypris Dana. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, ]). 4ü. Hiilocjpris i^lobosa Claus. Taf. VIII Fig. 5—10. Vergl. G. W. Müller ]90Ga, p. 47, Taf. 8, Fig. 13—16, 18, 19, Taf. 35, Fig. 1. Wegen der Darstellung des 9 verweise ich auf die zitierte Stelle, vom cT konnte ich dort nur eine Darstellung der Schale geben, da mir nur ein sehr defektes rf vorlag. Ich gebe hier an der Hand eines reichlicheren Materials eine avisführhchere Darstellung. Schale des cf : Höhe reichlich V2 der Länge, nach vorn nicht versclimälcrt ; der Dorsalrand geht ohne Andeutung einer Ecke in den ziemlich stark gewölbten Hinterrand über, dieser im flachen Bogen in den fast geraden Ventralraud. Rostrum umfangreich, gerade nach vorn gerichtet (die starke Wölbung der Schale und ihre Biegsamkeit machen es äußerst schwierig, wenn nicht un- möglich, eine gute Profilansicht zu erhalten; die in Fig. 5 ist nach einer isolierten Schale gezeichnet). Kein Schulterwulst und keine Skulptur. Stark gewölbt, ähnlich wie beim 9. Die linke unsymme- trische Drüse mündet an der hinteren dorsalen Ecke, die rechte am Hinterrand etwa auf halber Höhe. Frontalorgan ungefähr auf halber Länge scharf stumpfwinklig geknickt. An der ersten Ant. ist der Gegensatz zwischen der ziemlich starren Hauptborste und den weichen Sinnesschläuchen scharf ausgeprägt (wie beim $ ); die Sinnesschläuche zeigen eine eigentümlich lockenartige Biegung (da sie bei allen untersuchten Individuen in ähnlicher Weise gebogen waren, dürfte es sich nicht um Schrumpfungserscheinungen handeln). Zweite Antn. : Die Borsten des proximalen Gliedes klein, die des zweiten lang, die längere etwa 2V2 mal so lang als die ßinnesschläuche, die terminale Hälfte zart, aber nicht erweitert; die Sinnes- schläuche zart, das terminale Stück stets gebogen, doch in sehr verschiedener Weise; ich habe mir keine Klarheit darüber verschaffen köimen, ob es sich hier um Schrumpfungserscheinungen oder überhaupt Voränderungen post mortem handelt, oder ob die Schläuche auch im Leben gebogen sind. Die Hakenglieder mit sehr kurzem, ])roxiinalem Ast, der distale Ast mäßig stark gebogen, links wenig stärker als rechts, auf beiden Seiten annähernd gleich lang, beiderseits ähnUch. Länge des q 1,6—2,25 nun. MüLLEK, Ostracoden. ß5 Die Schalenform des c? ist auffällig verschieden von der des 9; trotzdem zweifle ich nicht, daß beide Formen zusammengehören. Für die Zusammengehörigkeit spricht vor allem die Lage der rechten unsymmetrischen Drüse, auch sonst die Beschaffenheit der Schale, die in beiden Ge- schlechtern dünn und stark aufgetrieben, weiter die gleiche Form des Frontalorgans. Weiter fanden sich in allen sechs Fängen, in denen cf vorkamen, auch 9 oder Larven. Danach halte ich die Zu- sammengehörigkeit für erwiesen. Gefunden am IL, 14., 17., 19., 22., 26., 28. X. 1901; 5., 12. XL 1901; 26. VIIL 1903; 3., 4., 5., 10. IX. 1903; also im Atlantischen Ozean zwischen dem 8° s. Br. und dem 35" s. Br. Die Fund- orte liegen innerhalb der durch ältere Beobachtungen festgestellten Grenzen. Nach den Ergeb- nissen der Planktonexpedition (Vavra 1906, p. 66) reicht die Art im Atlantischen Ozean bis zum 60" n. Br. Ferner im Indischen und Stillen Ozean. Halocypris coniuia var. Ijpica (i. W. Molleu. Halocypris vormda var. Iiipiva C. W. Müli.kk lilOOa, p. 48, Taf. 5, Fig. 8, 9, Taf. 8, Fig. 1—3, 5—7. Gefischt am 11. X. 1901; 26., 30. IX. 1903, also zwischen dem 11" s. Br. und dem 6"n. Br. im Bereich der Valdivia -Fänge, wenig weiter südwärts reichend; ferner gefunden im Indischen und Stillen Ozean. Halocjpris corniiia var. dispar (I. \\ . Mi i.iek. Ilalocj/pris cornuin var. ditfiitir (!. W. Müllkr HKKia, p. 48, Taf. 8, Fig. 4. Gefischt am 5., 12. XL 1901; 22. \'lll. 1903 eine gehörnte Larve, deren Zugehörigkeit zu einer der lieiden Varietäten unsicher; also im Atlantischen Ozean zwischen dem 32" s. Br. und 35" s. Br. im Bereich der Valdivia-Fänge. Ferner gefunden im Indischen Ozean. Halocjpris hicornis (i. \V. Millkb. Jlalüci/jms bkvniis C. \V. Müller l'.llHia, p. 4il, Taf. 8, Fig. 8 12, 17. Ilalon/pris taurina W. Vavra 1906, p. (iü, Taf. 7, Fig. 128/l.S2a. Gefischt am 11., 14., 19. X. 1901; 18. XII. 1901; 4., 8., 10. IX. 1903, also zwischen dem 8» s. Br. und dem 43" s. Br. im Atlantischen und Indischen Ozean; die 1. c. gegebenen Fundorte liegen alle zwischen dem 10" n. Br. und dem 10" s. Br., die Planktonexpedition erbeutete die Art noch unter 12" n. Br. ; ferner gefunden im Stillen Ozean. Halucypris iiillata Dana. Yi-rgl. (;. W. MiLLEK llKKia, p. 50, Taf. 7, Fig. 19—28. Halocypris pelaqica W. Vavra 1906, p. ()4. Hahcjipris covcha \V. Vavra 1900, ]). O;?. \'a\ k \ fal.'il die vi-isfliiedeiien Fonneu als versciiiedcne Arten auf, waliiend ii'Ii die zalilrcicluMi aliiiliciit'u Fdiinen zu ciiu'r All vcn-iuige. Gefischt am 1., 7., IL, 14., 17., 19., 26. X. 1901; 5., 12. XL 1901; 8., 15., 18., 20., 25.. 31. V 1903; IL, 13., 18., 19., 20., VIIL 1903; 2., 3., 4., 5., 8., 10., IL, 12., 19., 26., 31. IX. 1903; 9., 13., 20. X. 1903, also zwischen dem 29" n. Br. und dem 35" s. Br. Verbreitung ähnlich wie 1. c. angegeben. Die Planktonexpedition erbeutete die Art noch unter 60" n. Br. ; ferner gefunden im Stillen Ozean. Deutsche Südi>olar-Expe(Ution. X. Zoologie. IL 9 S^o^^ U LIBR ^/// ... gg Deutsche Südpolar-Expedition. Conchoecia Dana. VergL G.W.MÜLLER 1906 a, p. 51. Conchoecia spinifera Claus. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 56, Taf. 9, Fig. 1-10, 14, 15. Gefischt am IL, 17., 22. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 2., 5. V. 1903; 22. VIII. 1903; 9., 13. X. 1903, also zwschen dem 21" n. Br. und dem 35" s. Br., mit Ausschluß eines breiten äquatorialen Gürtels, ähnlich wie nach den Ergebnissen der „Valdivia". Die Plankton-Exi^edition erbeutete die Art unter 33" n. Br. und dem 18" n. Br. Außer im Atlantischen und Indischen auch im Stillen Ozean beobachtet. Conchoecia ohlonga Claus. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 58, Taf. 9, Fig. 11— 13, 16-25. Gefischt am 11., 14., 17., 19., 26. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 8., 15., 18., 25. V. 1903; 11., 13., 18., 19., 22., 24. VIII. 1903; 3., 4., 8., 10., 19., 26., 30. (a, b) IX. 1903; 9., 13., 20. X. 1903, also zwischen dem 29" n. Br. und dem 27" s. Br. Die Fundorte liegen innerhalb der 1. c. gegebenen Grenzen, dasselbe gilt von den von Vavra (1906, p. 39) gegebenen Fundorten; Atlantischer, Indi- scher, Stiller Ozean. Conchoecia allotheriuni (i. W. Millek. Conchoecia allolherium G. W.Müller 1906 a, p. 59, Taf. IJ, Fig. 15— 19. Gefischt am 19. X 1901; 22. VIII. 1903; 4., 30. IX. 1903; 9. X. 1903, also im Atlantischen Ozean zwischen dem 18" n. Br. und dem 24" s. Br., Verbreitung ähnlich wie 1. c. angegeben; ferner im Indischen Ozean. Conclioecia aequiseta G. W. JIüller. Conchoean apquisela G. W. Müller 190Ca, p. 59, Taf. 1], Fig. 1—6, 11—14. Gefunden am 17. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 10., 26. IX. 1903; 9., 13. X. 1903, also im Atlanti- schen Ozean zwischen dem 21" n. Br. und dem 26" s. Br. (vgl. übrigens das bei C. ÄiVswto Gesagte). Verbreitung älmlich wie 1. c. angegeben; ferner im Indischen Ozean. Conclioecia hirsuta G. W. Müllek. Conchoecia hirsutn G. W. Müllkk 1906 a, p. 60, Taf. 11, Fig. 1—3, 6—10. Gefischt am 11. X. 1901; 12. XI. 1901. Eine ganze Reihe von Fundorten, nämhch 19., 26. X. 1901; 12. XI. 1901; 22. VIII. 1903; 4., 10., 26. IX. 1903; 9. X. 1903, lieferte nur Q, sodaß ich nicht sicher bin, ob die Tiere zu dieseroder der nächstverwandten (7. aeg'wüe^ogehören. — Die sicheren Fundorte lagen im Atlantischen Ozean unter 11" s. Br. und 35" s. Br., danach würde die Art wesentlich weiter nach Norden reichen, als 1. c. angegeben; ferner gefunden im Indischen Ozean. Conclioecia mainillata G. \V. iMOli.ki;. Conchoecia mamillala G. W. Müllek 1906 a, p. 60, Taf. J6, l'ig. 1 9, 'l'af. 35, Fig. 8. Gefischt am 14., 17., 19. X. 1901; 12. XI. 1901; 10. III. 1903, also zwischen dem 23" s. Br. und dem 64" s. Br,; die ,, Valdivia" fand die Art viel weiter nach Norden, auch bei der ,, Valdivia" lagen die Mehrzahl der Fänge nördlich vom 35" s. Br., nur einer in der Antarktis unter 56" s. Br. Atlantischer, Indischer Ozean. Müller, Ostracoden. 67 Couchoecia echiuata G. W. Müller. Conchoeda echinala G. W. Müller 1906 a, p. Ol, Taf. 10, Fig. 14—24. Conchoeda notoeem W. Vavra 1906, p. 58, Taf. 6, Fig. 114—120. Gefischt am 11. X. 1901 ; 3., 4., 10., 12., 26., 30. IX. 1903; 9. X. 1903. also zwisclien dem 18» n. Br und dem 14" s. Br.; die „Valdivia" erhielt die Axt zwischen dem 14" n. Br. und dem 11" s. Br.; nach Vavka 1. c. kommt sie noch unter 31" n. Br. vor. Atlantischer, Indischer, Stiller Ozean. Couchoecia inermis Claus. Vergl. G. W. Müller IStOGn, p. (i2, Taf. 10, Fig. 4—7, Taf. 11, Fig. 25. Gefischt am 30. IX. 1903 und 9. X. 1903 unter 6"n. Br. und 18» n. Br. Die Fundorte liegen innerhalb der 1. c. gegebenen Grenzen; ferner gefunden im Indischen Ozean. ("(iiichoecia reticnlata G. W. Müller. Conchoeda reliculata G. W. Müller 1906 a, p. 64, Taf. 12, Fig. 10—17. Gefischt am 11. X. 1901; 22. VIII. 1903; 4., 10., 26., 30. IX. 1903; 9., 13,, 20. X. 1903, also zwischen dem 29" n. Br. und dem 24» s. Br. Die „Valdivia" fischte die Art im Atlantischen Ozean nur in wenigen Exemplaren in der Nähe des Äquators, im Indischen Ozean zwischen 4» n. Br, und 30" s. Br. Conchoeciii elegans G. U. Saks. Verg.l G.W.Müller 1906 a, p. 69, Taf. 13, Fig. 10, 11, 19—26. Conchoeda elegans Vavra 1906, p. 41, Taf. 2, Fig. 37-40; Taf. 3, Fig. 41-43 (partim). Vavr.\s Darstellung bezieht sich augenscheinlich auf C. elegans und discophora: zu erster« passen die Größenangaben, zu letzterer die Abbildung der Greif- organe des (^. Gefischt am 11., 14., 17., 19. X. 1901; 5.^ 12. XL 1901; 18. XII. 1901; 1., 25. V. 1903; 13., 22., 26. VIII. 1903; 3., IL, 12., 19., 30. IX. 1903; 9. X. 1903, also zwischen dem 18« n. Br. und dem 43» s. Br. Die Fundorte liegen innerhalb der 1. c. angegebenen Grenzen. Bemerkenswert erscheint die Tatsache, daß sie in den zahlreichen Fängen südlich vom 43» s. Br. fehlt, auch der Fang unter 43" (18. XII. 1901) steht vereinzelt da, danach scheint es sich bei dem Fang der „Valdivia" unter 55" s. Br., der auch ganz vereinzelt dasteht, um verschlagene Individuen zu handeln. Ahn- liches gilt von dem Fang der National Antarctic -Expedition unter 49» 40' s. Br., 172» 18' ö. L. ifew examples). Die Art dürfte die eigentliche Grenze ihrer Verbreitung viel weiter nördlich haben. Die Planktonexpedition sammelte die Art 14 mal zwischen dem 60" n. Br. und dem 31» n. Br., nicht weiter südlich. Im Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean. Coiiclioecia bracliyascos G. W. Miller. Conchoeda Irachyascn^ G.W.Müller 1906 a, p. 70. Taf. 14, Fig. 1, 2, 7—14. Gefischt am 18. XII. 1901; 13. IL 1902; 6., 9., 10., 27. HL 1903; 3., 26., 30. IX. 1903; 9. X. 1903, also zwischen dem 18» n. Br. und dem 65» s. Br., Verbreitimg ähnlich wie I.e. angegeben; wie von der „Valdivia", wurde auch vom „Gauss" die Art ziemlich häufig in der Antarktis gefischt, einmal auch von der „Belgica" — im Atlantischen und Indischen Ozean. G8 Deutsche Südpülar-Kxpeditiuii. Coiiclioecia procera G. W. Mfi.i.Eit. Vergl. C. \V. MÜLLER 1906a, p. 71, Taf. 13, Fig. 37—47, Tai. 14, Fig. 3—6. Gefischt am 14., 17., 19., 26. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 2.. 8., 15., 25., 31. Y. 1903; 19., 22. 24. VIII, 1903; 2., 10., 26., 30. TX. 1903; 1., 9. X. 1903, also zwischen dem 35" s. Br. und den 6" n. Br., also innerhalb der I.e. ansrejiebenen Breiten. Atlantischer, Indischer. Stiller Ozean. Conchoecia decipieiis 0. W. Mfii.EU. Corwhoeeia dedpiens G.W.Müller 1906 a, p. 72, Taf. 13, [•'ifr. '-7- 30. Gefischt am 15. V. 1903 (25" s. Br., 55" ö. L.). Die „Valdivia" fischte die Art nur im Indischen Ozean in der Nähe des Äquators. Conclioecia deutaia G. W. Müller. Cumhoecia lUtilnlii G.W.Müller 1900 a, p. 73, 'l'af. 14, Fig. 18— 23, 27. Gefi.scht am 26., 30. IX. 1903; 9. X. 1903, also zwischen dem Ä(iuator und dem 18" n. Br.. also innerhalb der 1. c. angegebenen Grenzen; ferner im Indischen Ozean. ('oiiclioeeia giesbrecliti G. \V. Mi lleü. Vergl. G. W. Müller 1906a, p. 7ö, Taf. If), Fig. 1—10. Cimchoccia jxicilicii ('. .h UAV 19(10, p. 21, Taf. 4, Fig. 5— 7; Taf. 5, Fig. 1, 2. Gefischt am 3., 4., 8., 10., 12., 19., 21., 26., 30. IX. 1903; 9. X. 1903, also im Atlantischen Ozean zwischen dem 14" s. Br. und dem 18" n. Br. Die Fundorte liegen annähernd innerhalb des Gebietes, in dem die Art nach den Ergebnissen der Valdivia-Expedition häufig (14" n. Br. und 10" s. Br.) war; ferner im Indischen und Stillen Ozean. Conchoecia acnininata (iais. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 70, Taf. Jö, Fig. 17-23. Conchoecia ammmata W. Vavra 1906, p. 43, Taf. 3, Fig. 44—48 (part.). Die Darstellung von Vavra bezielit sich nur zmii Teil auf umminala (Schale (h-s -^ ), zmii Teil auf (\ ijirshn'rlill G. W. Müllkk (Greiforgane des (^). Vergl. G. W. Müllkk ÜKHia, p. 75, Taf. If), Fig. 1- 10. Gefischt am 11. X. 1901; 5., 8., 18., 20. V. 1903; 4., 7., 10., IL, 19. IX. 1903;^ 13. X. 1903, also zwischen dem 21" n. Br. und dem 27" s. Br., also innerhalb der in den Valdivia-Ostracoden 1. c. angegebenen Grenzen; das gleiche gilt von den Fängen der Flauklnn-Kxpedititm (Vavra 1894, p. 45), doch beziehen sich, wie gesagt, Vavra s Angaben zum 'i\"il aul (\tjieshreeht.i; ferner im Stillen Ozean. Conclioecia cdeiiiafa G. W. Mi i.ler. Conchoecia edentnta G. W. Müller 1906 a, p. 76, 'i'af. 15, Fig. 24—29. Gefischt am 13. II. 1902; 26. IX. 1903, also 61» s. Br. uiul Ä(|uator, die , .Valdivia" sammelte die Art unter 55" s. Br.; die Verbreitung erscheint höchst auflällig, zwischen 55" s." Br. und diMii Äciuator ist die Art nicht gefangen, ebensowenig nördlicli vom Äquator, doch scheint mir die Identi- tät der äc|uatorialen Individuen mit den antarktischen außer Zweifel zu .sein. Die Art gehört zu den seltenen, so daß die wenigen Funih" kciiKnlci weitergehende Schlüsse zulassen. Müller, Ostracoden. 69 Conchoecia obtnsata G. 0. Saes var. autarctica G. W. Müller. Vergl. G. W. Müller 1906 a, p. 77, Taf. 16, Fig. 10—23. Gefischt am 5., 12. XI. 1901; 18. XII. 1901; 13., 19. VIII. 1903, also zwischen dem 27" s. Br. lind dem 43" s. Br. ; Verbreitung ganz ähnlich wie 1. c. angegeben. Die Plankton-Expedition (Vavra 1906, p. 37) fischte die Art an nicht weniger als 12 Punkten des Nordatlantischen Ozeans zwischen 60" n. Br. und 37" n. Br. (Irminger-See, Labradorstrom imd Floridastrom); ferner dreimal in der Nähe des Äquators, so daß eine nur durch zwei große Lücken unterbrochene Verbindung hergestellt ist zwischen den Fundorten der Arktis und denen der südlichen Halbkugel. Das von Vavra abgebildete Tier gehört zur typischen nordischen Form. Ob alle von der Plankton-Expedi- tion gesammelten Tiere dieser Form angehörten, muß unentschieden bleiben. Die genaue Prüfung der verschiedenen Fänge wäre von einigem Interesse. Coiiclioecia partlieiioda G. W. Mf llf.r. Conchoecia parOievoda G. W. Müller 1906 a, p. 78, Taf. l(i, Fig. 24 — 29. Gefischt am IL, 14., 19., 26. X. 1901; 8., 18., 25. V. 1903; 22., 26. VIIL 1903; 4., 8., 10., 19., 26., 30. IX. 1903; 9., 13., 20. X. 1903, also zwischen dem 29" n. Br. und dem 27" s. Br. Verbreitung ähnlich wie 1. c. angegeben. Atlantischer, Indischer, Stiller Ozean. Conchoecia piisilla G.W. Mri.i.i;i; var. major G. W. Mi i.i.ku. Conchoma iimilh var. major G. \V. Müllkk 19ü6a, i). 80, Taf. 16, Fig. ;«), :il, 34—37; Taf. 17, Fig. 35, 36. Gefischt am 10. III. 1903 (64" s. Br.). Die Fundorte der ,,Valdivia" liegen meist in der Nähe des Äquators im Atlantischen und Indischen Ozean (die Bestimmung war nicht ganz sicher, da nur 9 vorlagen). Coiiclioecia glaiululosa G. W. Müller. Conchoecia glanduhsa G.W.Müller 1906 a, p. 81, Taf. 30, Fig. 29— :& Gefischt am 26. X. 1901; 12. XI. 1901; 10. III. 1903, also unter 27", 3.5" und 64" s. Br.; die Valdivia-Fängc lagen zwischen dem 26" — 29" s. Br. im Indischen Ozean. Conchoecia kjrtopliora G. W. Möller. Conchoecia hiiiajiiiora G.W.Müller lOlKJa, p. 82, Taf. 17, Fig. 1—10. Gefischt am 11., 26. X, 1901; 30. IX. 1903, also im Atlantischen Ozean zwischen dem 6" n. Br. und dem 27" s. Hr., also ähnlich wie I.e. angegeben; ferner im Indischen Ozean. Conclioecia nasotnbercnlaia G. W. Miller. Conchoecia nasoiubernüaia G. W. Müller 1906 a, p. 83, Taf. 18, Fig. 25—30. Gefischt am 26. X. 1901; 9. X. 1903 (27" s. Br., 18" n. Br.). Die Fundorte liegen im Atlanti- schen Ozean innerhalb der 1. c. angegebenen Grenzen — auch im Indischen Ozean. Conchoecia rotiiiidata G. \V. Müllei;. Vergl. G. W. Müller 1906a, p. 83, Taf. 17, Fig. 23—34. Gefischt am IL, 14., 17., 19., 26. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 18. XII. 1901; 13. IL 1902; 6., 9., 10., .17., 23., 27. III. 1903; 3. IV. 1903; 2., 18. V. 1903; 10., IL, 13., 19., 20., 22. VIIL 1903.. 70 Deutsche Südpolar-Expcdition. 4., 10., 11., 12., 19., 26., 30. TX. 1903; 1. X. 1903, also zwischen dem 6" n. Br. imd dem 65" s. Br.; bemerkenswert erscheint ihr ziemlich häufiges Vorkommen in dem antarktischen Gebiet, in dem sie auch die ,,Valdivia" fischte. Im Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean. Conchoecia isocheira G. W. Müller. Conchoecia isocheira G. W. Müllkr ISHlüa, p. 84, 'l';;!'. 14, Fig. 28— 31; Taf. 15, Fig. 30— 33. Gefunden am 21. XL 1902; 17. XII. 1902; 17., 18., 27., 28. II. 1903; 3., 6., 9., 10., 15., 17., 23., 27. III. 1903; 1. IV. 1903. Sämmtliche Fänge liegen in den südHchsten von der Gauss- Expedition erreichten Gebieten, der nördlichste Punkt ist 63" 43' s. Br. Die Fundorte der Valdivia- Ex])('ditinn lagen unter 55" s. Br.; die „Belgica" fischte die Art 13 mal unter 69" 51' bis 71" 2'. Conclioecia curta LrisnocK. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 86, Taf. .30, Fig. 1—9. Conchoecia clausi \V. Vavra 1900, p. Ol. Die Angaben -son Vavra diiiften sieh nid xerscliiedene älinliolie Arten (curta, echimüata, aculicoslaln) beziehen, dafür sprechen die Angaben über (IrüLie und über Struktur. Gefischt am IL, 14., 17., 19., 26. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 8., 15., 18., 20., 25., 31. V. 1903; 11., 13., 18., 19., 20., 22. VIII. 1903; 3., 4., 10., 12., 19., 30. IX. 1903; 9., 13., 20. X. 1903, also zwischen dem 29" n. Br. und dem 35" s. Br. Verbreitung ähnlich wie 1. c. Die Plankton-Expedition fischte diese (oder eine der nächstverwandten Arten, vgl. oben) unter 60" n. Br. Atlantischer, Indischer, Stiller Ozean. Conchoecia acuticostata G. W. Müller. Conchoecia acuticostata G. W. Müller UlOÜa, p. 87, Taf. .-i«, Fig. 18— 21. Gefischt am 18. XII. 1901, also unter 43" s. Br. Der Fundort liegt um 8" weiter südüch, als der südlichste der „Valdivia". Atlantischer, Indischer Ozean. Conchoecia ecliiinilaia f'LAis. Vergl. G.W.MÜLLER lOOÜa, p. 88, Taf. 30, l''ig. 10 17. Gefischt am 19., 26. X. 1901; 5. XI. 1901; 15., 25. V. 1903, also zwischen dem 19" s. Br. und dem 32" s. Br.; die ,, Valdivia" fischte diese Art zwischen dem 26" s. Br. und dem 37" s. Br. und außerdem einmal unter 31" n. Br. Auch nach den Gauss-Fängen scheint die Art in einer breiten äquatorialen Zone zu fehlen. Atlantischer, Indischer Ozean. Conchoecia stigniatica G. \\ . Müllkn. Cmiehoeeia sligmaliea G.W.Müller 1906 a, p. 88, Taf. .30, Fig. 22— 28. Gefi.scht am 11., 14., 19. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 22. VIII. 1903; 4., 10., 26. IX. 1903, also zwischen dem Äcjuator und dem 35" s. Br., von der ,, Valdivia" zwischen (Kmu 7" n. Br. und dem 31" s. Br. im Atlantischen und Indischen Ozean. Conchoecia haddoni IhuDv-NoRMAN. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 89, Taf. 18, Fig. 1—10. Gefi.scht am 11. X. 1901; 12. XI. 1901; 22. VIII. 1903; 9. X. 1903, also im Atlantischen Ozean zwischen dem 18" n. Br. und dem 35" s. Br., also innerhalb der I.e. angegebenen Grenzen. Die Fundorte der Plankton-Expedition liegen sämtlich viel weiter nördlich, zwischen 60" n. Hr. und 42" n. Br. : ferner gefunden im Indischen Ozean. Müller, Ostracoden. 71 Conchoecia bispinosa Claus. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 90, Taf. 18, Fig. 12— 19. Conchoecia secernenda W. Vavra 190(5, p. 59, Taf. 6, Fig. 121—127. Vavra trennt die größeren Formen von C. hispimsa Claus als besondere Art (C. secernenda) ab, während ich, wie 1. c. ausgeführt, eine Trennung nicht für durchführbar halte. Conchoecia mülleri C. Juday 1906, p. 24, Taf. 5, Fig. 5—7 ; Taf. 6, Fig. 1—5. Judays Angaben dürften sich nicht, wie er will (Juday 1907 p. 149), auf C. siriola (G. W. Müller 1906 a, p. 91), sondern auf C. bispinosa beziehen (vergl. besonders die Beschreibung der Hauptborste der ersten Ant. des cf ). Gefiselit am 10., 14., 17., 19., 26. X. 1901 ; 5., 12. XL 1901 ; 1., 2., 25. V. 1903; 11., 13., 22. VIII. 1903; 3., 4., 10., 19., 26., 30. IX. 1903; 9., 13., 20. X. 1903, also zwischen dem 350 s. Br. und dem 29''n. Br., ähnlich wie 1. c. angegeben; auch die Fundorte der Plankton- Expedition liegen innerhalb der I. c. angegebenen Breiten. Atlantischer, Indischer, Stiller Ozean. Conchoecia ailantica Lubbock. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 92, Taf. 5, Fig. 6, 7; Taf. 19, Fig. 17— 28. Gefischt am 1. X. 1901; 3., 4., 8., 10., IL, 12., 19., 26., 30. IX. 1903; 9., 13. X. 1903, also im Atlantischen Ozean zwischen dem 21" n. Br. imd dem 14" s. Br., also innerhalb der 1. c. angegebenen Grenzen der Verbreitung. Die Plankton-Expedition fischte die Art noch unter 37" n. Br. (im Golf- strom; Vavp.a 1906, p. 52); ferner im Indischen und Stillen Ozean. ('onchoecia gaussi u. sp. Taf. IX, Fig. 14—16; Taf. X, Fig. 9—12. Schale des cf ziemlich gestreckt, Höhe wenig mehr als V-» der Länge; Hinterrand tind Dorsal- rand bilden einen Winkel von etwa 90", dessen Spitze beiderseits etwas abgerundet ist. Hinterrand fast gerade, er geht im Bogen ohne Andeutung einer Ecke in den fast geraden Ventralrand über. Ventralrand dem Dorsalrand etwa parallel. Schulterwulst nicht vortretend. Oberfläche mit sehr feiner, nur in der vorderen Hälfte nachweisbarer imd da aucli wenig auffälliger Streifung. Die Linien verlaufen im dorsalen Drittel annähernd dem Dorsaband parallel, etwas nach vorn konvergierend, in der ventralen Hälfte dem Vorderrand parallel, nach der Inzisur zu konvergierend. Linke unsym- metrische Drüse an gewöhnlicher SteHe, rechte etwas dorsalwärts verschoben, sie mündet auf etwa ^/s der Schalenhöhe. Die Mündungen der medialen Drüsen des Hinterrandes sind durch flache Bogen verbunden, sie münden einzeln, abgesehen von einer kleinen Gruppe von drei Zellen, welche in der Nachbarschaft (dorsal von) der rechten unsymmetrischen Drüse liegt (Taf. X, Fig. 12 bei x). Ihre Mündungen liegen außerhalb, der die Mündungen der anderen Zellen verbindenden Linie, welche hier etwas ausgelöscht ist (ich war für Untersuchung dieser Verhältnisse auf die Unter- suchung eines Individuums angewiesen, das zudem Hnks an entsprechender Stelle defekt war). Nahe dem Ventralrand mündet auf etwa ''/s der Schalenlänge eine wenig attffällige Gruppe von wenigstens 10 medialen Drüsenzellen, deren Mündungen dicht beieinander auf kleinem Drüsenfeld vereinigt sind. Frontalorgan des cf : Das Endstück zerfällt in zwei deutlich voneinander gesonderte, ungefähr gleich lange Hälften, deren proximale deutUch distalwärts verschmälert, allseitig mäßig dicht mit kurzen, kräftigen Börstchen oder Dörnchen bewehi-t ist, während die distale im Profil nicht ver- 72 Deutsche Südpolar-Expedition. schmälert und kahl ist; letztere ist terminal abgerundet. Der Dorsalrand des proximalen und distalen Abschnittes bilden miteinander einen einspringenden stumpfen Winkel, dessen ziemlich deutliche Spitze die Grenze beider Abschnitte bildet, während ventral die Grenze durch eine flache Einschnürun«]; gebildet wird. Erste Antn. des cf : Die Sinnesschläuche an der liasis über den Ansatz des Stieles liiuaus blind- sackartig verlängert; die Nebenborsten nur wenig kürzer als die Hauptborste, letztere zu etwa Vb ihrer Länge bewaffnet. Die Bewaffnung besteht aus einer Doppelreihe schlanker, stark basal- wärts gerichteter Spitzen, welche im ganzen Umfang der bewaffneten Region die gleiche Form und Anordnung zeigen. Ihre Form ist schwer festzustellen. Am distalen Ende der Spitzenreihe findet sich eine kleine Gruppe feiner, distal gerichteter Börstchen. Die proximale Nebenborste trägt eine deutliche Schwiele und in ihrer Nachbarschaft einige Börstchen, die proximale eine Reihe von etwa zwölf Börstchen. Innenast der zweiten Antn. des ci' : Die Borsten des Hakengliedes nicht viel kürzer als die kürzere des zweiten Gliedes (etwa Vs der längsten) und diese etwa um den gleichen Abstand kürzer als die längste. Die längste Borste distal deutlich lanzettlich erweitert, zart, die laterale Borste des Hakengliedes an der Basis fein behaart. Von den beiden lateralen Borsten des zweiten Gliedes ist eine etwa so lang wie das Glied ohne Borsten, die andere viel kürzer. Rechtes Hakenglied schlank, spitzwinklig, die Ecke innen und außen stark abgerundet, der distale Ast flach gebogen, etwa noch einmal so lang als der proximale, der linke Haken kleiner, die Ecke deutlicher, doch auch etwas abgerundet, der distale Ast fast gerade, auch hier etwa noch einmal so lang als der proximale. Länge des c? 3,1 mm, 9 unbekannt. Ein einziges c? wurde erbeutet am 12. XI. 1901 unter 35" s. Br., 2" ö. L. Die Art steht der Conchoecia incisa G.W.Müller (1906 a, p. 94, Tai. 19, Fig. 1 — 11) sehr nahe, unterscheidet sich von ihr besonders durch Form und Größe der Schale (bei incisa deutlich nach vorn verschmälert, bei gaussi nicht, incisa cf 2,15 mm, gaussi cf 3,1 mm). Weitere Unter- schiede finden sich in der Form des Frontalorgans und der Hakenglieder. Die Übereinstimmung ist besonders auffällig in der Lage und Anordnung der Drüsen, so daß die nahe Verwandtschaft beider Formen außer Zweifel steht. In den Valdivia-Ostracoden stellte ich Conchoecia incisa vorläufig zur Bispinosa-GTwp^pc (G. W. Müller 1906a, p. 89). Die Richtigkeit dieser Anschauung wird durch die LTntersuchung von C. gaussi bestätigt, da diese Form die für die Gruppe charakteristischen Merkmale, Vergrößerung einiger metlialer Drüsenzellen des Hinterrandes, auffällige Entwicklung einer lateralen Borste des zweiten Gliedes des Innenastes der zweiten Ant. zeigt, allerdings weniger auffällig als bei den typischen Formen. Am Hinterrand findet sich nur eine kleine Gruppe von Zellen, und diese Zellen scheinen niclit größer als die benachbarten (doch konnte ich darüber keine Sicherheit erlangen), die längere laterale Borste ist nicht länger, sondern nur so lang wi(> das zugehörige Glied, aber immerhin länger als hei den iuidcren Arten der Gattung Conchoecia, aucli ist sie viel länger als die nelicu ihr stehende. Man beachte aiicli die Bewaffnung der Nebenborsten der ersten Autii. (vgl. Tal'. IS. Fig. 7 der Valdivia-Ostracoden mit Taf. 9, Fig. 16 dieser Arbeit). An der nahen Verwandt- schaft dieser Art und daim auch von incisa UTit der TJispmosrt-Gruppe kann danach kein Zweifel herrschen. Müller, Ostracoden. 73 Conchoecia loricata Claus var. typica G. W. Müller. Vergl. G. W. Müller 1906 a, p. 95, Taf. 22, Flg. 1—9. Gefischt am 11., 14., 19. X. 1901; 12. XI. 1901; 22. VIII. 1903; 4., 30. IX. 1903, also im Atlantischen Ozean zwischen dem 35" s. Br. und dem 6" n. Br. Die Fundorte liegen innerhalb der 1. c. angegebenen Grenzen; ferner im Indischen und StiUen Ozean. Conchoecia loricata Claus var. minor G. W. Müller. Verg]. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 96, Taf. 22, Fig. 10— 15. Gefischt am 10., 26. IX. 1903 (S^s. Br.), also im Atlantischen Ozean innerhalb der 1. c. an- gegebenen Grenzen der Verbreitung, — auch im Indischen Ozean. Conchoecia ctenophora G. ^y. Müller. ConcJwccia eimophora G. W. Müller 1906 a, p. 96, Taf. 22. Fig. 16—20, 29. Gefischt am 19., 26. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 22. VIII. 1903; 10. IX. 1903; 9. X. 1903, also fm Atlantischen Ozean zwischen dem 18" n. Br. und dem 35" s. Br. Die Fundorte der Valdivia- Expedition lagen im Atlantischen Ozean zwischen dem 26° und dem 35" s. Br., im Indischen Ozean in der Nähe des Äcjuators, die im Stillen Ozean ebenfalls in der Nähe des Äquators (Siboga- Expedition). Conchoecia serrulata Claus. Vorgl. G. W. MÜLLER 1906 a, p. 97, Taf. 22, Fig. 24; Taf. 23, Fig. 20-30. Gefischt am 18. XII. 1901; 10. II. 1902; 13. VIII. 1903, also zwischen dem 29" s. Br und dem 58" s. Br., danach würde die Art noch wesentlich weiter nach Süden reichen, als 1. c. angegeben, wo der südlichste Fundort unter dem 43" s. Br. liegt. Die ,,Discover3^" (National Antarctic Expe- dition) fischte die Art dreimal unter dem 56" bis 59" s. Br., das eine Mal zahlreich, doch läßt die Angabe Bradys, nach der es sich um eine abweichende Form (var. luevis), ,,being almost des- titute of colour and striation of the shell" handelt, einigen Zweifel an der Richtigkeit der Identi- fizierung nicht unberechtigt erscheinen. Conchoecia lophiira G. W. Müller. Conchoecia lophum G. W. Müller 1906 a, p. 99, Taf. 20, Fig. 1—10. ? Cmu-hoeda magna Jiid.vy 1906, ji. 19, Taf. 3, Fig. 8—11 ; Taf. 4, Fig. 1, 2. Gefischt am 11., 19., 26. X. 1901; 5., 12. XL 1901; 22. VIII. 1903; 4., 30. IX. 1903; 9., 20. X. 1903, also im Atlantischen Ozean zwischen dem 29" n. Br. und dem 35" s. Br. Verbreitung ähnlich, wie 1, c. angegeben; ferner im Indischen und Stillen Ozean. Conchoecia jMirvidentata G. \\. Mf ller. Conchoecia parriilniMa G. W. Müller J906a, p. 100, Taf. 20, Fig. 11—18. Gefischt am 12. XI. 1901; 18. XII. 1901; 9. X. 1903, also zwischen dem 18" n. Br. imd dem 43" s. Br. Verbreitung ähnHch wie 1. c. angegeben, die südliche Grenze der Verbreitung erscheint um 6" nach Süden verschoben. Atlantischer und Indischer Ozean. Deutsche Stldpolar-Exiiedition. X. Zoologie. IL 10 74 Deutsche Südpolar-Expedition. Coiielioet'lii hyaloplivlliiiii Claus. Vergl. G.W.MÜLLEK 1906a, p. 101, Taf. 20, Fig. 19-26. Kon C. h. JuDAY 1906, p. 20, Taf. 4, Fig. 3, 4. Gefischt am IL, 19. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 22. VIII. 1903; 4., 10. IX. 1903, also im Atlan- tischen Ozean zwischen dem 8" s. Br. und dem 35" s. Br. Nach den Ergebnissen der Valdivia- Expedition reicht die Art viel weiter nördhch, bis 31" n. Br., nach Brady gar bis 52" n. Br., während die von Valdivia- und Gauss-Expedition festgestellte südliche Grenze annähernd zusammenfällt (34" und 35" s. Br.). Auch im Indischen Ozean. Conchoecia iiiacrocheini G. W. Mi iieü. Conchoecia mnerocheira G. W. Mi'llek 1906a, ]>. lol, Taf. 21, Fig. 1—9. Conchoecia hmyiala \V. Va\ra 1906, p. 52, Taf. 5, Fig. 92—99. Nur die Darstellung des (f bei Vavra paßt zu (\ nwcrn- cheira, die de.s Q (vergl. Taf. 5, Fig. 93) nicht, wenigstens nicht zu der Form, die ich als zugehöriges O betrachte. Gefischt am 11. X. 1901; 26. IX. 1903; also im Atlantischen Ozean in der Nähe des Äquators und unter dem 11" s. Br., nach den Ergebnissen der Valdivia-Expedition reicht die Art viel weiter nach Norden und Süden; die Plankton-Expedition fischte sie unter dem 60" n. Br. und in der Nähe des Äcjuators, doch dürfte, wie oben gesagt, Vavra Individuelt zu der Art gerechnet haben, die ihr nicht angehören (Vavka 1906, p. 53). Ferner im Indischen und Stillen Ozean. Conclioecia subarcuata Claus. Vergl. G. AV. MÜLLEK l'Jüüa, ]>. 102, Tai. 21, Fig. 10—16, 19. Non C. suharcuala Vavra 1906, p. 33. Gefischt am 11., 17.. 19. X. 1901; 18. V. 1903; 30. IX. 1903; 9.. 13. X. 1903, also im Atlan- tischen Ozean zwischen dem 21" n. Br. und dem 26" s. Br. ; nach den Ergebnissen der Valdivia- Expedition reicht die Art sehr viel weiter nach Süden. Nach Vavra 1. c. würde die Art bis zum 59" n. Br. reichen, doch halte ich, wie oben gesagt, Vavras C. suharcuata nicht für identisch mit der von Claus so benannten Form; ferner im Indischen und Stillen Ozean. Conclioecia magna Claus. Vergl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 103, Taf. 21, Fig. 17, 18, 20, 26. Non Conchoecia nmjna Jcday 1906, p. 19, Taf. 3, Fig. 8—11; Taf. 4, Fig. I, 2. Die Darstellung von Juday |ial.^t niciit zu Conchoecia magna Claus, eher paßt sie zu Conchoecia lophma G. W. Müller. Gefischt am 11., 14., 17., 19., 26. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 8.. 18. V. 1903; 13., 18.. 19.. 20.. 24., 26. VIII. 1903; 2., 3., 4.. 8., 10.. 11.. 12.. 19., 26., 30. IX. 1903; 9., 13., 20. X. 1903. also zwischen dem 29" n. Br. und dem 35" s. Br. (ähnlich wie 1. c. angegeben). Nach Vavra (1906 p. 33) reicht die Art bis zum 52" n. Br. Atlantischer, Indischer und Stiller Ozean. Conclioecia spinirostris Claus. Vergl. G. W. Müller 1906a, p. 104, Taf. 22, Fig. 21—23, 25—28. Gefischt am 11., 14., 17., 19. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 1., 2., 15., 20., 25. V. 1903; 9. VII. 1903; 11., 13., 19., 20., 22., 24., 26. VIII. 1903; 2., 3., 4., 5., 1(».. 19.. 21.. 26., 30. IX. 1903; 1., 9. X. 1903, also zwischen dem 18" n. Br. luid dem 35" s. Br., also innerhalb der 1. c. angegebenen Grenzen. Nach Vavra (1906, p. 31) reicht die Art bis zum 60" n. Br. Atlantischer, Indischer, Stiller Ozean. MOller, Ostracoden. 75 Conchoecia inollis G. W. Müller. Conchoeda mollis G. W. Müller 1906 a, p. 106, Taf. 24, Fig. 1—10, 13. Gefischt am 1 .X. 1901; 26., 30. IX. 1903; 9., 13. X. 1903, also zwischen dem Äquator und dem 2P n. Br. Die Fänge reichen weiter nördlich, als die der ,,Valdivia" (2P statt 14" n. Br.); ferner im Indischen Ozean. Conchoecia aniblypostha G. W. Müller. Conchoecia amhli/posiha G. W. Müller 1906a, p. 108, Taf. 24, Fig. 17, 22. Gefischt am 12. XI. 1901 unter dem 35" s. Br., also innerhalb der 1. c. gegebenen Grenzen (27° s. Br. bis 40" s. Br.); im Atlantischen und Indischen Ozean. Conchoecia tyloda G. \V. Müller. Conchoeda tyloda G. W. Müller 1906 a, p. 109, Taf. 25, Fig. 2—13. Gefischt am 26. IX. 1903 (Ä(iuatür), von der ,,Valdivia" zwschen Äquator und dem 35° s. Br., im Indischen und Atlantischen Ozean. Conchoecia antipoda G. W. Müller. Conchoeda antipoda G. W. Müller 1906 a, p. 110, Taf. 26, Fig. 5 — 16. Gefischt am 18. XII. 1901; lo., 13. II. 1902; 6., 9., 10., 23., 27. III. 1903; 3. IV. 1903, alle Fundorte mit Ausnahme von 18. Xll. 1901 (43" s. Br.) liegen südlich vom 64"29's. Br.; auch die ,,Valdivia" fischte die Art häufig in der Antarktis, daneben aber auch vereinzelt weiter nördHch, ein Exemplar nahe dem Äquator (vergl. G. W. Müller 1906a, p. 151); ihr Fehlen in den sämtlichen Fängen der Gaussstation dürfte sich aus der geringen Tiefe des Meeres erklären. Weder die „Belgica" noch die ,, Discovery" (National Antarctic Expedition) erbeutete die Art. Conchoecia dicliotoma G. W. Müller. Conchoeda dicholoma G. W. Müi.ler 1906a. p. 111, Taf. 24, Fig. 23— 29; Taf. 25, Fig. 1. Gefischt am 12. XI. 1901 ; 26. IX. 1903, unterm Äquator und unter dem 35" s. Br., die „Val- divia" sammelte die Art zweimal in der Nähe des Äquators im Indischen und Atlantischen Ozean. Conchoecia rhjnchena G. W. Miller. Conchoeda rhynchena G. W. Müller 1906 a, p. 113, Taf. 26, Fig. 17—25. Gefischt am 12. XI. 1901; 30. TX. 1903; 13. X. 1903, also zwischen dem 21" n. Br. und dem 35" s. Br. Verbreitung ähnlich wie 1. c. angegeben (Atlantischer und Indischer Ozean). Conclioecia phictoljcos var. major G. W. Müller. Taf. IX Fig. 1 — 13. Conchoeda pladolycos var. major G. W. Müller 1906 a, p. 115, Taf. 25, Fig. 21—23. Schale des cT (Fig- 2) ziemlich gestreckt, Höhe etwa Vi fler Länge, nach vorn wenig ver- schmälert. Dorsal- und Hinterrand bilden miteinander einen Winkel, der wenig kleiner als ein rechter, die Spitze des Winkels ist abgerundet, kann kleine, undeutUche Zähne tragen. Hinterrand flach gewölbt, fast gerade, er geht im flachen Bogen in den fast geraden Ventralrand über. Schulter- wulst nicht vortretend. 10' 76 Deutsche Siid|iol;ir-Ex|iedition. Skulptur: Die Schale zeigt in der vorderen ventralen Hälfte, am Ventralrand bis etwa zu halber Schalenlänge, vorn bis annähernd zur Rostralinzisur reichend, eine sehr auffällige Skulp- tur, bestehend aus dem Vorderrand annähernd parallelen, mit dem Ventralrand konvergierenden, dicht stehenden Rippen, zwischen denen zahlreiche Querbalken stehen. Dorsalwärts werden diese Rippen weniger auffällig, reichen bis zu einer Linie, welche etwa in der Höhe von ■'/,-, der Schalenhöhe verläuft. Nach hinten hören die auffälligen Rippen fast unvermittelt auf, an ilire Stelle treten feine, aber immerhin deutliche, nach hinten absteigende Linien, zwischen denen sich ebenfalls Querbalken finden, die ungefähr ebenso deutlich wie die nach hinten absteigenden Linien, mit ihnen eine rhombische Felderung bilden. Bei schwacher Vergrößerung scheinen die Querbalken ein System von nach vorn absteigenden parallelen Linien zu bilden, bei stärkerer Vergrößerung (Fig. 3) zeigt sich aber, daß sie vielfach nicht vollständig, sondern nur annähernd in einer Linie liegen, sich nicht zu zusammenhängenden Leisten ergänzen. Der etwa V5 der Schale einnehmende dorsale Randstreif zeigt eine feine, aber deutliche, nach hinten aufsteigende, ziemlich dichte Streifung, die Linien verlaufen vorn stark geneigt, bilden mit dem Dorsalrand einen Winkel von etwa 40", nach hinten werden sie steiler, nähern sich nahe dem Hinterrand einer Senkrechten. Querbalken zwischen diesen Linien finden sich nur in der hinteren Hälfte, sie sind aber fast durchgehend s feiner und blasser als die Linien, sind bei schwacher Ver- größerung kaum zu sehen. Drüsen : Die linke unsymmetrische Drüse ') mündet an gewöhnlicher Stelle, nahe der hinteren dorsalen Ecke, die rechte etwas dorsalwärts verschoben, deutlich am Hinterrand auf einer den Hinterrand wenig aber deutlich überragenden Warze. Laterale Eckdrüse vorhanden (Fig. 5 Ed), sie mündet fast auf der Kante, wenig auf die mediale Seite verschoben. Die wenig auffälligen Mün- dungen der medialen Drüsenreihe des Hinterrands sind durch deutliche, flache, bogige Linien ver- bunden; die mediale Drüsengruppe (Fig. 4 ml)r) liegt nahe der dorsalen Ecke, sie besteht aus etwa acht Zellen, deren Mündungen dicht beieinander liegen. Schale des 9 (Fig. 1) höher als die des ö\ Höhe etwa ■',.'5 der Länge; nach vorn deutlich ver- schmälert, übrigens die Umrisse ähnlich wie beim cT. Wie beim 0' findet sich in der vorderen Schalen- hälfte eine auffällige Skulptur von ähnlicher Beschaffenheit wie dort, sie reicht auch am Schalen- rand ebenso weit wie dort, beschränkt sicli aber auf eine viel schmalere Randzone. Die übrige Schale erscheint zunächst ganz skulpturlos, bei genauerer Untersuchung entdeckt man eine ziemlich dichte, feine Längsstreif ung, welche die ganze übrige Schale einzunehmen scheint, doch habe ich mir über ihren Umfang keine genaue Vorstellung bilden können. Die Linien verlaufen im ganzen parallel, divergieren nahe dem Hinterrand. Drüsen wie beim ö% die mediale Drüse klein, sie besteht nur aus drei bis fünf Drüsenzellen, die aber deutlich giößer wie die typischen medialen Drüsen des Hinterrandes. Frontalorgan des cf (Fig. 10): Das Endstück mißt annähernd '.;, des Stammes, es ist schlank, nach der Spitze hin wenig verjüngt, terminal zugespitzt, die Spitze wenig abgestumpft, schwach dorsalwärts gebogen; der Ventralrand über V2 seiner Länge mit derben Börstchen besetzt, Dorsalrand kahl. Erste Antn. des (f (Fig. 12): der distale Sinnessclilauch kurz, der pro.ximale ') Rezc'icliniiiii.' der Dnisi^n der Scli.ih- vcrd. C. \V. Mi i.i.kk, Viildivia-Oslracoden (UMIlin) p. 33. Müller, Ostracoden. 77 reicht bis zum ersten Gliede der ersten Antn., er ist an seiner Basis erweitert, die erweiterte Stelle blindsackartig verlängert, nicht eingeschnürt. Die Haiiptborste überragt die Nebenborsten nur wenig, sie ist schlank, distal nicht erweitert, ist zu annähernd "^U ihrer Länge bewehrt; die Be- wehrung besteht in einer Doppelreihe sehr zarter Blättchen (Fig. 13), welche an ihrer Spitze einen Fortsatz nach der Basis der Borste entsenden. Nur der proximale Rand des Blättchens ist deutlich, übrigens das Blättchen so zart, daß seine Form sehr schwer festzustellen ist. Die Blättchen werden proximal etwas kleiner, bewahren übrigens die gleiche Form; distal folgen ihnen keine anders gestaltete Anhänge. Die Nebenborsten sind etwa gleich lang, die distale trägt etwa zehn sehr kurze Börstchen, die proximale eine flache, undeutliche Schwiele. Frontalorgan des 9 (Fig. 11): Das Endstück mißt etwa ^/a des Stammes, ist deutlich durch eine Ringfurche abgegrenzt, deutlich herabgebogen, annähernd gerade oder deutlich dorsal- wärts gekrümmt, schlank, zugespitzt, die Spitze abgestumpft, der Ventralrand zu über ^U, der Dorsalrand zu etwa ^U seiner Länge mit steifen Börstchen bewehrt. Innenast der zweiten Antn. des cT (Fig. 7): Die Sinnesschläuche des Hakengliedes messen \U der längsten Borste, die terminalen Borsten des vorletzten Gliedes schlank, terminal nur wenig erweitert, die distale Borste des proximalen Gliedes mit wenigen feinen Härchen. Das rechte Haken- glied schlank, spitzwinklig, die Spitze des Winkels wenig abgerundet, der distale Ast etwa noch einmal so lang wie der proximale, schlank, deutlich gebogen, aber nicht geknickt; das linke Haken- glied kurz, fast rechtwinklig, die Spitze des Winkels wenig abgerundet, der distale Ast noch einmal so lang wie der proximale, fast gerade. Beim O die Längenverhältnisse der Borsten ähnlich wie beim cf , auch hier die distale Hälfte der längeren Borsten zart, wenig erweitert, die distale Borste des proximalen Gliedes kahl, resp. die Behaarung sehr kurz und undeutlich, auch mit Zeiss Syst. D nicht zu erkennen. Länge des 9 3,4 mm (alle acht gemessenen Individuen), des cT 3,25 — 3,3 mm. Gefischt 1 9 div. juv. am 13. II. 1902, 2 cT, 5 9 am 10. III. 1903; 2 9 am 27. III. 1903; also durchweg südlich vom 62" s. Br. Die untersuchton Individuen zeigten eine weitgehende Übereinstimmung im Bau der unter- suchten Organe, im besondern in der Schalenskulptur, nur das Frontalorgan des 9 war etwas varia- bel, das Endstück bald mehr, bald weniger stark gebogen. Die Form gehört anscheinend einer Gruppe von nächst verwandten, untereinander sehr ähn- lichen Formen an, deren Abgrenzung nur an der Hand eines reicheren Materials gelingen kann, auch dann noch ziemliche Schwierigkeiten bereiten dürfte. Einstweilen kennen wir als Vertreter dieser Gruppe die in den Valdivia - Ostracoden p. 114 beschriebene C. pladoli/cos tijfica, welche in der Form der Schale, Mündung der unsymmetrischen Drüsen, Bau der Gliedmaßen eine so weit- gehende Übereinstimmung mit der hier beschriebenen var. major zeigt, daß ich beide als Varie- täten einer Art aufgefaßt habe. Unterschiede existieren in Größe und Skulptur der Schale und in Umfang und Lage der medialen Drüsengruppe des c?. Der hier beschriebenen var. major dürfte noch näher stehen ein 9, das von der Gauss - Expedition am 3. IV. 1903 (65" s. Br., 80" ö. L.) erbeutet wurde; es ist deutlich kleiner als var. major (3,0 mm), zeigt eine ähnUche Schalenskulptur wie var. major (^ , doch ist der Gegensatz zwischen stark und schwach skulpturierter Schale weniger auffällig, die Linien des schwach skulptierten Teiles stehen viel weniger dicht. 78 Deutsche Südpolar-Expedition. Ich glaube, es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die hier als cf und Q beschriebenen Formen zusammengehören, dafür spricht neben der Übereinstimmung in Schalenform und Größe der Umstand, daß sie sich zweimal in demselben Fang fanden. Die Unsicherheit, welche bei der Art in bezug auf Abgrenzung der Formen, Zusammengehörigkeit der Geschlechter herrscht, ließ eine eingehende Darstellung berechtigt erscheinen. Coiu'lioecia pliiitliina (i. W. Mollek. Conehoeeia flinilmm G. W. Müller 1906 a, p. llü, Taf. 27, Fig. 1— ü, 9, 10, 20. Gefischt am 22. VIII. 1903; 9. X. 1903, 24» s. Br., 18" n. Br. Die Fundorte liegen innerhalb der 1. c. angegebenen Grenzen; ferner gefunden im Indischen und Stillen Uzean. Conclioecia syimnetrica (!. W. Müller. Conehoeeia symmelriea G.W.Müller 190üa, j). 117, Taf. 27, Fig. 7, 8, 13, 15, 16. Gefischt am 12. XI. 1901; 18. XII. 1901; 22. IX. 1903 also zwischen dem Äquator und dem 43" s. Br, Die Fundorte der Valdivia - Expedition lagen sämtlich zwischen dem 26" s. Br. und dem 54" s. Br. Atlantischer, Indischer Ozean. C'oiu'lioecia ainetra G. W. Müller. Conehoeeia ametra G. W. Müller 1906 a, p. 117, Taf. 27, Fig. 11, 12, 14, 17—19. Conehoeeia insi(ßiis Vavra 1906, p. 56, Taf. 5, Fig. 105—107; Taf. 6, Fig. 108— 113. Convhoeciii rillcri ('. Juday 1906, p. 25, Taf. 6, Fig. 6 — 8; Taf. 7, Fig. 1, 2. Trotz des Unterschiedes in derGrößenangabe (5,1 statt 4,6) lijilli' icii die idciitilät für gesichert. Gefischt am 11. X. 1901; 12. XI. 1901; 22. VIII. 1903; 4., 26., 30. TX. 1903, also im Atlan- tischen Ozean zwischen dem 6" n. Br. und dem 35" s. Br. Die Fundorte liegen zwischen den 1. c. angegebenen Grenzen der Verbreitung; die Plankton-Expedition sammelte die Art unter dem 60" n. Rr. ; feiner gefunden im Indischen und Stillen ()/.e;m. Conehoeeia iiiibricaia HifAnv. Vergl. G. W. Müller 1906 a, p. 118, Taf. 28, Fig. 1—6. Gefischt am 22., 26. X. 1901; 5., 12. XI. 1901; 18. V. 1903; 11., 22. VIII. 1903; 26. IX. 1903; 9., 20. X. 1903, also zwischen dem 32" s. Br. und dem 29" n. Br. Verbreitung ähnlich wie 1, c. an- gegeben. DiePlankton-ExjH'dition sammelte die Art wiederohlt noch unter dem 60" n. Br. (Irminger- See). Atlantischer, Indischer, Stiller Ozean. Conclioecia alata G. W. Milleü. Conehoeeia alala G. \V. Müller 1906a, p. 121, Taf. 29, Fig. 1—10. Gefischt am 9. X. 1903 unter dem 18" n. Br. Der Fundort liegt innerhalb der I. c. gegebenen Grenzen; ferner im Indischen Ozean. Conclioecia hettacra G. AV. Möller. Conehoeeia hellaera G. W. Müller 1906a, p. 121, Taf. 29, Fig. 11—19. Gefischt am 18. XII. 1901; 10., 13. Tl. 1902; 20. III. 1902; 30. VI. 1902; 22., 25. VII. 1902; 13., 29. VIII. 1902; 8., 18., 20. X. 1902; 5., 14., 21. XI. 1902; 1., 4., 5.. 6., 17., 22. XII. 1902; 5., 10., 17.— 19. I. 1903; 18., 23., 24., 26., 27., 28. II. 1903; 3.. 6., 9., !(»., 15., 17., 23., 27. TU. Müller, Ostracoden. 79 1903; 13. IV. 1903. Alle Fänge liegen mit Ausnahme derer vom 18. XII. 1901 (43'' s. Br.), südlich vom 59" s. Br., die der „Valdivia" lagen sämtlich südlich vom 49" s. Br., die „Belgica" fischte die Art zweimal unter 70" s. Br. Conchoccia belgicae G. W. Mi lleu. Conchoccia bchjicae G.W.Müller 1906 c, p. 4, Fig. 1 — 11. Conchoeeia innominuia G. S. Brady 1907, p. 1, Taf. 2, Fig. 7 — 14. Unter den an der Gaussstation gesammelten Halocypriden bei weitem die häufigste Art. Die große Mehrzahl der 9 maß 2,7 (2,6 — 3) mm, der cj' 2,6 (2,6—2,8) mm; neben diesen größeren Individuen fanden sich ziemlich selten kleinere, bei denen die O nur 2,4, die cf nur 2,2 — 2,4 mm maßen. Vermittelnde Glieder scheinen zu fehlen. Anfangs glaubte ich es mit einer besonderen Varietät zu tun zu haben, doch konnte ich, abgesehen von der Größe, keine Unterschiede finden. Die Zahl der Zähne an der Hauptborste des r^ ist durchschnittlich geringer (16 — 18), steigt aber bis zu Zahlen (25), die sich auch bei den größeren rf finden (25 — 32). Auch einen Zusammenhang zwischen Jahreszeit und Größe vermochte ich nicht zu erkennen, die kleinen Individuen fanden sich in fast allen Monaten neben den größeren. Gefischt am 20. III. 1902; 4. TV. 1902; 22. V. 1902; 14., 20., 30. VI. 1902; 5., 14., 22., 25., 26., 28. VII. 1902; 13., 29. VIII. 1902; 23. IX. 1902; 8., 14., 18., 20. X. 1902; 5., 14., 21., 22. XI. 1902; 1., 2., 4., 5., 6., 11., 16., 17., 21., 22. XII. 1902; 5., 8., 12., 20., 27. I. 1903; 18., 23., 24., 26., 27., 28. IL 1903; 3., 6., 9., 10., 27. III. 1903. Alle Fundorte liegen in der Antarktis, in der sie nicht den 64" s. Br. überschreiten, die ,,Belgica" fischte sie zwischen dorn 69" 51' und dem 71" 15' s. Br. Von der Natiimal Antarctic-Expedition berichtet Brady (1907, p. 1): .,The species occurred plenti- fully in almost all the nettings taken in Winter Quarters", (77" 49' s. Br., 166" ö. L.). ('oiiclioecia valdiviac G. W. Mi li.ei;. Conrhnpein Vnidiriar G. W. Mim-ler l\mUi, p. 12.S, Taf. 1, Fig. 3; Taf. 23, Fig. 8, 10—19. Gefischt am 12., 16. XI. 1901; 18. XII. 1901; 10. IL 1902; 22. VIII. 1903; 26. IX. 1903; 9. X. 1903, idso zwischen dem 18" n. Br. und dem 58" s. Br. Die ,, Valdivia" sammelte die Art zwischen dem 9" n. Br. und dem 37" s. Br. Atlantischer, Indischer Ozean, nicht im Stillen Ozean. Conchoeeia cliuiii G. \V. Müller. Conchoeeia Chuni G. W. Mi'ller 190i;a, p. 124, Taf. Sl, Fig. 16—28. Gefischt am 5., 12. XL 1901; 18. XII. 1901, also zwischen dem 32" s. Br. und dem 43" s. Br. (ähnlich wie 1. c. angegeben). Im Atlantischen und Indischen Ozean. Conchoeeia elongata G. W. Müller. Conchnena rlnngaln G. W. Müller 1906 a, |). 125, Taf. 32, Fig. 1—7. Gefischt am 9. X. 1903, 18" n. Br. Das einzige von der ,, Valdivia" gefischte Exemplar stammte vom 7" n. Br., 88" ö. L. (Indischer Ozean). Conclioecia daphuoides Claus- Vcrgl. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 126, Taf. 31, Fig. 2— 15. Gefischt am IL, 14., 17., 19. X. 1901; 5., 12. XL 1901; 18., 25. V. 1903; 19., 20., 24., 26. VIII. 1903; 3., 4., 10., IL, 30. IX. 1903; 9., 20., X. 1903 also zwischen dem 35» s. Br. und dem 29" n. Br. 80 Deutsche Südpolar-Expedition. Die Fundorte liegen innerhalb der 1. c. gegebenen Breiten, dasselbe gilt von den Fängen der Plank- ton-Expedition (Vavra 1906; p. 47). Atlantischer, Indischer, Stiller Ozean. Euconclioecia G. W. Müller. Vergl. G. W. Müller 1906 a, p. 127. Enconchoecia chierchiae G. W. Müi.leu. Verj,'l. G.W.MÜLLER 1906 a, p. 128, Taf. 32, Fi^. 8— 17. Gefischt am 15. V. 1903, also unter dem 20" s. Br. Der Fundort liegt innerhalb der 1. c. an- gegebenen Grenzen, ferner im Indischen Ozean. Euconchoecia lacuiiosa n. sp. Taf. X, Fig. 1—8. Schale des Q (juv. ? vergl. unten): Ziemlich kurz und hoch, Höhe etwa '/j der Länge, derb, wenig biegsam. Der Dorsalrand bildet mit dem Hinterrand einen Winkel von etwa 90" mit stark abgerundeter Ecke, Hinterrand in seiner dorsalen Hälfte annähernd gerade, in seiner ventralen geht er im flachen Bogen ohne jede Andeutung einer Ecke in den flach gewölbten Ventralrand über. Kein Schulterwulst. Rostrum ungewöhnlich groß, seine Spitze liegt etwa auf halber Schalen- höhe. Die Oberfläche ist dicht mit rundlichen Gruben bedeckt, zwischen den diese Gruben trennen- den Leisten sind einige höher imd deutlicher, und auf diese Weise entsteht in der vorderen Hälfte eine polygonale Felderung, an deren Stelle nach hinten eine fischschupponartige Slculptur tritt (Fig. 3). Je nachdem man die Schale bei starker oder schwacher Vergrößerung, ganz eingetaucht oder aus dem Medium herausragend untersucht, treten die Felder oder die Gruben deutlicher hervor; bei starker Vergrößerung einer ganz eingetauchten Schale können die vortretenden Leisten ganz verschwinden, auch der Gesichtswinkel spielt dabei eine Rolle, derart, daß, wenn man ungefähr senkrecht auf die Schale sieht, die vortretenden Leisten verschwinden (vergl. Fig. 4 auf dem Rostrum), Immer aber bleibt die Skulptur auffällig. Unsymmetrische Drüsen, soweit ich zu erkennen vermochte, in ähnlicher Lage wie bei anderen Vertretern der Gattung, das heißt beiderseits nahe der hinteren dorsalen Ecke. Frontalorgan des . auf einen kurzen Zapfen reduziert (?). Erste Antn. des 9 sehr kurz und gedrungen, deutlich dreigliedrig, das dritte Glied sehr kurz und breit, es trägt an semem Vorder- rand zwei tvpisdie Borsten, eine gefiederte von etwa halber Länge der Sinnesschläuche, eine un- gefiederte, welche deutlich länger als die Sinnesschläuche ist, außerdem ein diclites Büschel langer Sinnesschläuche. Es hat mir nicht gelingen wollen, auch nur annähernd die Zahl der Schläuche festzustellen, jedenfalls sind sie viel zahlreicher als bei den anderen bekamiten ^Vrten der Gattung; sie erreichen etwa die doppelte Länge der Gliederreihe. Innenast der zweiten Antn. des Q: Die terminalen Borsten des ersten Gliedes überragen das terminale (verschmolzene zweite und dritte) Glied beträchtlich, die längere übertrifft sie um das Mehrfache, der Irmenast mit seinen Borsten uidit ganz so lang wie der Außenast. Mandibel ausgezeichnet durch den Besitz sehr langer Borsten, die längste Borste des termi- nalen Gliedes etwa so lang wie die Gliederreihe des Tasters. I/änge des Q (Larve?, vergl. unten) 1,6 mm; cT unbekannt. MüLLEK, Ostracoden. gl Gefunden ein Q am 2. — 4. XII. 1902. (Gaussstation.) Ich war für die Untersuchung auf ein etwas defektes Individuum angewiesen, so daß ich nicht einmal sicher bin, ob das Tier geschlechtsreif war oder nicht, war es noch nicht geschlechtsreif, so war es ein vor der letzten Häutung stehendes 9» wahrscheinlich aber war es geschlechtsreif. Aber selbst wenn es eine Larve war, dürfte die letzte Häutung nach unseren Erfahrungen an anderen Halocypriden keine wesentlichen Veränderungen in der Form der Schale oder Gliedmaßen ge- bracht haben, da es ein ^ war. Die Form gehört der bisher mir durch zwei einander sehr nahe stehende Arten vertretenen Gattung EuconcJioecia an, entfernt sich in Schalenform und Bau der Gliedmaßen weit von diesen, stellt insofern eine wesentliche Bereicherung unserer Kenntnisse der Halocypriden dar. Polycopidtie. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 231. Polycope Sars. Gattungsiliagnosc vergl. G. W. Müller 1894, p. 233. Polycope aiitarctica n. sp. Taf. XI, Fig. 1-5. Schale (Beschreibung nach einem noch nicht geschlechtsreifen $): Kurz oval, Höhe etwa ^/g der Länge, Rostrum als flacher Höcker, Rostralinzisur als flache Bucht angedeutet. Ventralrand unterhalb der Inzisur gesägt, die einzelnen Zähne mit scharfer, nach hinten gerichteter Spitze; bei den beiden größten Individuen zählte ich 12 und 13 Zälme, bei jüngeren Individuen zeigten beide Schalen meist auffällige Unterschiede (9 und 12). Am Rand eine breite, durchsichtige Zone (ver- schmolzene Partie und Saum?; über die Gestaltung des Schalenrandes habe ich mir keine genaue Vorstellung bilden können). Vom Ventralrand steigen bis etwa zur halben Schalenhöhc etwa 12 feine, aber sehr deutliche Rippen, die meist getrennt von einander verlaufen, zum Teil aus gemein- samer Wurzel entspringen. Behaarung scheint ganz zu fehlen. Das vorletzte Glied der ersten Antn. in beiden Geschlechtern ohne Borsten am Ventralrand, das letzte mit vier oder fünf langen Borsten. Furca des geschlechtsreifen cf symmetrisch, beide Äste mit der gleichen Dornenzahl (7), die Dornen lang xmd schlank, die Spitzen zwischen den Dornen stumpf, zweiteilig, die vordere Hälfte mit einem Schopf sehr feiner Haare. Die Begattungsorgane des (j' mit einem kreisrunden, dicht behaarten Fleck. Länge des (noch nicht geschlechtsreifen) Q 0,75 mm; cT etwas kleiner. Die Art wurde bei der Gaussstation ziemlich häufig — im ganzen in etwa 50 Exemplaren gesammelt, und zwar im XII. 1902, I. und IL 1903. Leider fand sich unter den zahlreichen Indi- viduen nur ein geschlechtsreifes o ^infl ein ziemUch großes, aber noch nicht geschlechtsreifes Q, von dem die Figur 1 stammt; übrigens Larven von etwa 0,5 mm (durchweg die Schale sehr defekt). Die sehr defekte Schale des ö" ließ die gleiche Skulptur erkennen, auch die Furca zeigte im Bau der sehr charakteristischen Spitzen zwischen den Dornen eine weitgehende Über- einstimmung, so daß die Zusammengehörigkeit außer Zweifel ist. Auffällig bleibt dann die geringere Zahl der Furcaldornen beim 9 (fünf wohl entwickelte und eine kurze Spitze). Sollte die Furca ihre Deutsche SUdpoIar-Expedition. X. Zoolog;ie IL 11 p! LIBRARY' g2 Deutsche Südpolar-Expedition. Gestalt noch wesentlich verändern? Die Größe des Tieres macht es unwahrscheinlich, daß noch mehr als eine Häutung erfolgt, und nach den sonstigen Erfahrungen an Ostracoden ist es weiter unwahrscheinlich, daß mit dieser Häutung wesentliche Veränderungen in der Form eintreten. Oder handelt es sich um sekundäre Geschlechtsmerkmale? Dann würde die Art sich wesentlich anders verhalten, als die anderen Arten der Gattung. Das vorhandene Material gestattet keine Beantwortung der Frage. Polycope brevis n. sp. Taf. XI, Fig. 6—10. Schale (nach einer Larve von 0,7 mm Länge) sehr kurz oval, Höhe größer als die Länge, der Dorsalrand sehr stark gewölbt. Rostrum als flacher Höcker, Inzisur als sehr flache Bucht ange- deutet, links Schalenrand glattrandig, rechts ein Zahn in der Inzisur. In der vorderen Hälfte etwa zehn feine, aber scharfe, steil aufsteigende Linien, die zum Teil einzeln, zum Teil aus gemeinsamer Wurzel entspringen. In der Mitte der Schale eine ziemlich deutliche Punktierung. Furcaldornen schlank, lang und ziemlich auffällig behaart. Die Spitzen zwischen den Klauen ziemlich lang und schlank; bei mittelstarker Vergrößerung (Zeiss C) erscheinen sie einfach, bei stärkerer Vergrößerung (Zeiss D oder besser F) erkennt man, daß die Spitze zweiteilig ist, der vordere Ast ist aber sehr zart, leicht zu übersehen, er ist dicht und fein behaart. Ich habe von dieser Art nur ein Exemplar, eine Larve von 0,7 mm, untersuchen können. Gaussstation, XII. 1902. Vergl. ü. W. MÜLLER 1894, p. 203. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 204. Cypridiiiidae. Cypridina M. Edwards. Cj'pridina castanea Hkadv. Vergl. G. W. Müller 1906a, p. 130, Tal. 5, Fig. 1, 2; Taf. 33, Fig. 11—16; Taf. 34, Fig. 10—13. Von dieser Art fand sich im Gauss-Material auch ein geschlechtsreifes O mit Eiern im Brut- raum. Im Schalenumriß und in der Färbung zeigte es keine deutlichen Unterschiede vom cf , es maß 5,5 mm, war erbeutet am 30. IX. 1903. Gefischt am 11., 26. X. 1901; 12., 16. XL 1901; 10., 26., 30. IX. 1903; 9. X. 1903, also im Atlan- tischen Ozean zwischen dem 35" s. Br. und dem 18° n. Br., also innerhalb der 1. c. gegebenen weiten Grenzen der A'^erbreitung; ferner im Indischen und Stillen Ozean. Cypridina vanhöffoiii n. sp. Taf. V, Fig. 1-8, 1.3. Schale des cf : Höhe reichlich ^1^ der Länge, am höchsten auf V2 der Länge, Dorsal- und Ventral- rand ungefähr gleich stark gewölbt, das hintere Ende etwas zugespitzt, die Spitze stark abgerundet, dorsal von (h>r Spitze eine flache Bucht als Abgrenzung eines undeutlichen hinteren Fortsatzes. Rostrum ohne vordere und mit stark abgerundeter ventraler Ecke, Inzisur flach. Oberfläche mit kleinen, flachen Gruben, die nur in der Nähe des Randes deutlich sind, in der Mitte meist ganz verschwinden, außerdem mit einer schwer nachwei-sbaren, schuppenrtigcn Zeichnung, die nichts Müller, Ostracoden. 83 mit den Gruben zu tun hat; von zahlreichen feinen Porenkanälen durchbohrt, die sie bei mittel- starker Vergrößerung (Zeiss C) ziemlich dicht punktiert erscheinen lassen. Die medialen Borsten stehen auf dem Rostrum in einer deutlichen Reihe. Die Verschmelzungs- linie verläuft dem Schalenrand parallel, in mäßiger Entfernung von demselben, links bildet sie vorn, bevor sie in den Schloßrand übergeht, eine Bucht, die rechts fehlt. Schale des 9 der des cf sehr ähnlich, etwas höher ; Höhe ^U der Länge, Dorsalrand stärker gewölbt. Bewaffnung der ersten Antn. des cf ähnlich wie bei Cypridina mediterranea, die bewaffneten Äste, an beiden Borsten in der Zahl zwei vorhanden, sitzen nahe der Basis; die in der Zahl fünf vorhandenen kleinen Saugscheiben sitzen auf sehr kurzen dicken Ästen. Der Innenast der zweiten Antn. in beiden Geschlechtern gleich oder sehr ähnlich gestaltet; er läßt noch eine Zusammensetzung aus drei GUedern erkennen, von denen das erste das umfang- reichste, das zweite und dritte sehr klein; das erste trägt zwei größere Borsten und neben der proxi- malen größeren drei kleinere, das zweite keine, das dritte eine lange terminale Borste, welche die halbe Länge des Basalgliedes der zweiten Antn. erreicht. Drittes Thoraxbein (Putzfuß) im distalen Drittel reichlich mit Borstenbesetzt (etwa 40), dieselben stehen besonders dicht am Ende. Terminal trägt er einen ziemlich umfangreichen papageischnabel- artigen Fortsatz, dessen Rand mit 15 — 20 kammartig gestellten Zähnen besetzt ist; unter den Zähnen ist der terminale deutlich durch Länge und Umfang ausgezeichnet. An der Basis dieses Fortsatzes findet sich ein kräftiger, kurzer, zweispitziger Chitinzapfen, der beweglich ist und die Rolle des sonst gewöhnlich vorhandenen, in einiger Entfernung stehenden, unbeweglichen, kurzen Zapfens vertritt. Furca mit zehn Dornen, der erste, zweite und vierte Dorn kräftig, schwach gebogen, grob gezähnt, der zweite mit dem Stamm verschmolzen, der dritte viel schlanker und meist deutlich kürzer, wenigstens nicht länger als der vierte; vom fünften an, der sehr viel kürzer (etwa nur halb so lang als der vierte), nehmen die Dornen gleichmäßig an Länge und Umfang ab. Oberlippe mit ziemlich umfangreichem, unpaarem vorderem Drüsenfeld, dessen Mündungen zum Teil nach vorn, zum Teil ventralwärts gewandt sind, dahinter jederseits zwei kurze Zapfen mit Drüsenmündungen. Paariges Auge in beiden Geschlechtern wohl entwickelt. Rückenfalten beim cT vorhanden. Länge des 9 3,7 mm, des S' 3,25 mm; diese Größe ziemlich konstant, nur geringen Schwan- kungen unterworfen. Die Art wurde in sehr großer Anzahl, ich schätze etwa in 6000 Exemplaren, bei Simonstown ge- fangen, und zwar wurden fast alle Individuen erbeutet in verschiedenen toten Seetieren, besonders einem Rochen, Trigla, und einer toten Sepia, die völlig ausgefressen waren, so daß nur die leeren Häute übrig blieben. Die Beobachtung wirft ein interessantes Licht auf die Lebensweise der Cypri- diniden, die danach Aasfresser sind, wenigstens diese und die gleich zu beschreibende Art. Cypridina dorsoserrata n. sp. Taf. IV, Fig. 1-3, 5-10. Schale des c? und Q: Höhe annähernd -/s der Länge, am höchsten auf Va der Länge, Dorsal- rand stark, Ventralrand viel flacher gewölbt, Hinterende gerundet, ohne Andeutung einer Grenze 11* 84 Deutsche Südpolar-Expedition. zwischen Dorsal- und Hinterrand, ohne hinteren Fortsatz (als Andeutung einer Abgrenzung eines hinteren Fortsatzes kann man eine sehr flache, leicht zu übersehende Bucht am Hinterrand auf- fassen). Rostrum ohne vordere Ecke, resp. mit sehr flacher, nur angedeuteter Ecke; ventrale Ecke deutlich, nur wenig abgerundet, Inzisur schmal, wenig tief. Oberfläche glatt, kahl. Die Leiste (vergl. G. W. Müller 1906b, p. 17) läßt sich fast bis zur Inzisur verfolgen, sie ist etwa im vorderen Viertel dünn mit kurzen Borsten besetzt, übrigens kahl, glattrandig. Die medialen Borsten des Rostrum stehen fast sämtlich in einer deutlichen Reihe, einige wenig außer der Reihe, vor ihr. Erste Antn. des cf : Die Äste der bewaffneten Borsten mit einer geringen Zahl (konstant drei?) sehr zarter, schwer erkennbarer ovaler Saugscheiben, Die Äste der nicht bewaffneten Borsten tragen zum Teil kleine Spitzen (Taf. IV Fig. 10); ähnhche Spitzen finden sich an gleicher Stelle beim Q. Innenast der zweiten Antn.: Er besteht in beiden Geschlechtern aus einem ziemlich kurzen zylindrischen Basalglied, das fünf Borsten trägt, und einem kurzen mit einer langen terminalen Borste verschmolzenen zweiten Glied. Putzfuß mit etwa 30 Borsten, terminal mit einem kleinen Fortsatz mit etwa sechs Zähnen, denen eine Warze gegenübersteht. Furca mit elf Dornen, welche ziemUch gleichmäßig an Umfang abnehmen. Der vierte kann etwas zurücktreten, so daß er nicht länger, bisweilen sogar etwas schlanker als der fünfte ist, doch ist dies Zurücktreten niemals auffällig, meist kaum erkennbar. Alle Dornen sind am Hinterrand gezähnt. Oberlippe undeutlich geteilt; wir unterscheiden ein vorderes, unpaares Drüsenfeld, dessen Mündungen zum Teil nach vorn, zum Teil ventralwärts gewandt sind, und jederseits ein paariges, dessen Mündimgen mit den ventralen des unpaaren etwa in einer Ebene liegen; die Drüsonf eider sind nur durch flache Furchen voneinander getrennt. An der Stirn steht ein unpaarer, an der Spitze zweiteiliger Zapfen. Paarige Augen in beiden Geschlechtern wohl entwickelt. Rückenfalten beim o" vorhanden, die zweite deutlich, ziplelartig erhoben, die anderen flach; beim 9 fehlen eis. Länge in beiden Geschlechtern ziemlich konstant 2 mm, mit geringen Schwankungen nach unten und oben. Die Art fand sich neben vanhöffeni an verschiedenen toten Seetieren, doch viel seltener als diese. Fast alle Tiere waren cf , V waren ziemlich selten. Ich habe an die Möglichkeit einer Identität mit C. capensis Cleve (p. 133, Taf. 1, Fig. 1, 7; Taf, 2, Fig. 1, 12, 13; Taf. 9, Fig. 21) gedacht, doch halte ich diese für ausgeschlossen mit Rück- sicht auf die Größe der Schale (2,7 mm statt 2 mm) und die Form des Innenastes der zweiten Antn, Cypridina antarctica n. sp. Taf. IV, ]%4, ll-i:i; Taf.Y, Fig. 9— 12. Schale dünn, zerbrechlich; Höhe beim ? etwa V,o der Länge, Dorsalrand ziemlich stark ge- wölbt, er verläuft ohne Andeutung einer Ecke bis zur ventralen Spitze des Rostrums und der den hinteren Fortsatz abgrenzenden Bucht. Letzterer breit und flach, gerundet, nur durch eine flache Müller, Ostracoden. 85 Bucht, aber immerhin deutUch dorsalwärts abgegrenzt. Ventrakand flach gewölbt, viel flacher als der Dorsalrand. Rostriim ohne vordere Ecke, ventrale Ecke deutlich, spitzwinklig, Inzisur schmal und tief. Oberfläche glatt, keine Skulptur nachweisbar, Behaarung scheint fast ganz zu fehlen, ebenso Porenkanäle auf der Fläche. Mediale Borsten des Rostrums in geringer Zahl vorhanden, zerstreut, die des Vorder- und Ventralrandes stehen mäßig dicht, reichen bis etwa ^/^ der Schalen- länge, sind last von der Inzisur an durch eine Leiste verbunden, die glattrandig bis zum hinteren Schloßrand verläuft. Schale des r? ähnlich, wenig gestreckter. Bewaffnung der ersten Antn. : Die basale Saugscheibe klein, die der Nebenäste sehr klein, zart, schwer zu erkennen; sie sitzen auf kurzen Stielen. Die Äste der unbewaffneten Borsten in ähn- licher Weise bedornt wie bei C. dorsoserrata. Innenast der zweiten Antn. in beiden Geschlechtern gleich, deutlich dreigliedrig, das basale Glied kurz, mit einer Borstengruppe am Vorderrand nahe der Basis, zu der noch eine weiter distal stehende kommen kann. Das zweite und dritte Glied gestreckt, das zweite trägt terminal eine kurze, das dritte eine lange, die Gesamtlänge der Gliederreihe übertreffende Borste. Putzfuß auffallend kurz, etwa zu V4 seiner Länge mit Borsten besetzt. Die Borsten stehen zu 12 — 14 in etwa gleichen Abständen zu beiden Seiten, ferner in zwei Gruppen zu etwa sechs terminal neben der Endzange; Endzange mit einer Spitze, welche acht (zweimal vier) kurze und fünf lange Zähne trägt; diesem Kamm steht nur eine sehr kleine Spitze gegenüber, deren Nach- weis mir nicht immer geglückt ist. Furca jcderseits mit neun Dornen, welche gleichmäßig von vorn nach hinten an Länge ab- nehmen; der Hintorrand trägt eine dichte Borstenreihe. Der zweite und vierte ist mit dem Stamm verschmolzen. Oberlippe mit wenig umfangreichem, unpaarem, vorderem Drüsenfeld, dessen Mündungen alle etwas nach vorn gewandt sind, und zwei umfangreichen, schräg nach hinten gewandten Fortsätzen. Paariges Auge in beiden Geschlechtern sehr klein, es scheint stets nur aus vier kleinen Einzelaugen zu ])e3tehen. Frontalorgan etwas, wenn auch nicht sehr viel umfangreicher als bei den meisten Arten der Gattung. Rückenfalten beim cf (vergl. Taf . IV, Fig. 2 von C. dorsoserrata) deutlich, doch flacher als dort. Länge des $ 3,7 — 3,9 mm, des cT 3,4 mm. Die Art war bei der Gaussstation sehr häufig, wurde im VII., IX., X. XL XII. 1902, L, IL 1903 im ganzen an 18 Tagen in etwa 200 Exemplaren gefischt, besonders häufig im XII. Häufig waren die Tiere mit einem Vertreter der Gattung Gyproniscus Kossmann infiziert, von den etwa 200 Individuen, die zum Zweck der Untersuchung in Creosot oder Glycerin aufgehellt wurden, 46, also annähernd \'t, die meisten mit einem, sieben mit zwei, eines mit vier Parasiten. Die infizierten Individuen waren überwiegend geschlechtsreife ? , zum kleineren Teil Larven, die kleinste infizierte I-arve maß 2,2 mm. Von den untersuchten cf (über 40) war keines infiziert. (Auch Sars fand nur- ausnahmsweise Parasiten beim J'.) Alle Parasiten besaßen die Gliedmaßen und einen deutlich gegliederten Körper, waren (nach Sars 1899, p. 233) ? vor der letzten Häutung oder ö", alle lagen frei im Schalenraum, waren mit dem vorderen Körperende nicht in den Wirt eingesenkt. Wie das Fehlen geschlechtsreifer $ zu erklären ist, ob der Wirt, nachdem das ? des Parasiten die letzte Häutung durchgemacht hat, eine Lebensweise führt, die ihn den Nachstellungen so Deutsche Südpolar-Expedition. entzieht, oder wie sonst, weiß ich nicht. Von der Jahreszeit hängt es nicht ab, da die untersuchten Tiere in ganz verschiedenen Monaten (VII., IX., X., XL, XII., I.) gesammelt waren. ÄhnUche Beobachtungen machte ich an Vertretern der Gattung Codonocera aus dem malayischen Arcliipel. Cypridiiia arborea n. sp. Taf. VI, Fig. 1-8. Linke Schale des $ : Höhe etwa ^/a der Länge, am höchsten vor */., der Länge, hintere Hälfte beträchtlich schmaler als die vordere. Dorsal- und Ventralrand sind ungefähr gleich stark ge- krümmt; der Dorsalrand ist gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt. Am hinteren Endo findet sich ein ziemlich umfangreicher Fortsatz, der mit wenig abgerundeter, etwa rechtwinkliger Ecke endigt, sich gegen den Ventralrand nicht, gegen den Hinterrand durch einen stumpfen, ein- springenden Winkel mit ziemlich deutlicher Spitze abgrenzt. Rostrum ohne vordere, aber mit deutlicher ventraler Spitze, rechts der Vorderrand etwas warzenartig vorgewölbt. Inzisur schmal, mäßig tief. Bei schwacher Vergrößerung erscheint die Schale mäßig dicht und fast in ganzem Umfang gleichmäßig punktiert; diese Punktierung rührt nicht etwa von Gruben her, sondern von der Schale eingelagerten Punkten einer stärker lichtbrechenden Substanz, in deren Mitte man häufig, nicht immer, einen feinen Porenkanal erkennt, der aber nicht bis an die Schalenoberfläche zu reichen scheint. Diese Punkte beeinflussen das Relief der Schale an ihrer äußeren Seite in keiner Weise, an ihrer inneren anscheinend auch nicht, doch vermochte ich mir darüber keine volle Klar- heit zu verschaffen. Ganz unabhängig von dieser Punktierung zeigt die Schalenoberfläche eine feine, schwer nachweisbare, schuppenartige Linienzeichnung. Am Rostrum bilden diese länien die Grenzen flacher Gruben, übrigens scheinen solche Gruben nicht vorhanden zu sein. Ferner zeigt die Schale verzweigte Pigmentzellen, besonders reichlich nahe dem vorderen Ende. Die Leiste (vergl. G. W. Müller 1906b, p. 17) nähert sich am Hinterende dem Innenrand, verläuft diesem annähernd parallel; sie trägt beiderseits ziemlich umfangreiche Zähne. Der Innenast der zweiten Antn. des $ besteht aus einem kurzen, ungegliederten Höcker mit vier Borsten. Putzfuß mit wenig (etwa zehn) Borsten, terminal mit einer Reihe langer Zähne, der keine Spitze gegenüberzustehen scheint. (Bei dem einzigen untersuchten Individuum war die Zahn- reihe beiderseits verbogen, stark angedrückt, so daß ich kein klares Bild gewinnen konnte.) Furca jederseits mit neun grobgezähnten Klauen, die alle durch eine Nalit vom Stamm ge- trennt sind, gleichmäßig an Größe abnehmen. Paariges Auge wohl entwickelt; Frontalorgan von gewöhidicher Form. (Jberlippe mit einem umfangreichen, schräg nach vorn gerichteten Drüsenfeld, zu dem noch zwei (jederseits einer) umfangreiche, ventralwärts gerichtete, hauerartige Fortsätze kommen. Länge des $ 2,4 mm; d" unbekannt. Das einzige $ wurde gefischt am .'{. VII. 1903 (Simonstown). Besonders mit Rücksicht auf die Gestalt der Oberlippe halte i( h die Form für nahe verwandt mit Ci/pridma monofiu ('laus ( = Munopia flaveola Claus = Eumomrpia flaveola Claus = Mono- fia monopüt Claus). Vielleicht ist die Art identisch mit Cyjmdina caudatu Cleve (pag. 134, Taf. 7, Fig. 2, Taf. 9. Fig. 14,19). Die Größe würde .stimmen, auch die Schalenkontur aunälieriul (augenscheinlich ist Müller, Ostracoden. gy Cleves Figur etwas verzeichnet), ebenso annähernd die Gestalt des Innenastes der zweiten Antn. und die Borsten der Maxille und des ersten Thoraxbeines, deren Gestalt allerdings sehr wenig charakteristisch. Unterschiede finde ich folgende: bei caudata ist das Auge wohl entwickelt, bei arhorea fehlt es; ferner erwähnt Ci,eve nichts von der Pigmentierung und Punktierung der Schale, obwohl er die Beschaffenheit der Schale besonders berücksichtigt. Beim Auge könnte man ja (wie bei der zweiten Antn.) an einen Unterschied beider Geschlechter denken, beim Bau der Schale scheint mir das ausgeschlossen, ich halte danach beide Arten für verschieden. Gigaiitocypris G. W. Moller. Giganfocijpris G. W. Müller 1895, p. 155. Die Gattung war durch zwei Individuen vertreten, deren Art sich nicht genau feststellen ließ, da beide Individuen noch nicht völlig erwachsen waren und von dem einen nur die ausgefressene Schale vorlag. Nach dem Bau des Putzfusses gehört das vollständig erhaltene Individuum wahr- scheinlich zu G. agassizü. Gefischt wurden sie am 26. IX. 1903 (nahe dem Äquator unter dem 18« w. L. Vertikalfang aus 3000 m Tiefe) und am 13. X. 1903 (21«» n. Br., 31" w. L.). Vertreter der Gattung waren bereits aus dem Atlantischen Ozean bis zu 42" s. Br., aus dem Indischen imd Stillen Ozean bekannt. Pliiloiiiedes Lilljeborg. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 207. Philoinedes assimilis Buady. Taf. VI, Fig. 9—17; Taf. VII , Fig. 14—16. Phaomedes assimilü Buady 1907, p. 5, Taf. 1, Fig. 16—21, Taf. 2, Fig. 1—6. Philomedes aniarcticn IJkady 1907, p. 5, Taf. 3, Fig. 1 — 6. Schale des $ : Höhe etwa '/in der Länge, am höchsten auf Vs der Länge, Dorsalrand stark gewölbt, gegen Hinter- und Vorderrand nicht abgegrenzt, so daß der Bogen fast gleichmäßig, nur nahe dem Hinterende etwas eingedrückt, von der Spitze des hinteren Fortsatzes bis zm* vorderen Ecke des Rostrums reicht. Am Hinterende bildet die Schale eine deutliche Ecke mit wenig ab- gerundeter Spitze von etwas mehr als 90", über der, wie gesagt, der Schalenrand flach eingedrückt ist. Die Ecke liegt etwa auf -I-, der Schalenhöhe. Der Ventralrand ist in der hinteren Hälfte flach gewölbt, in der Mitte der Schale fast gerade. Rostrum mit deutlicher vorderer, etwas abgerundeter Ecke; ventrale Ecke ebenfalls deutlich, Spitze mäßig stark abgerundet. Inzisur tief und ziemlich schmal. Rostrum und benachbarte Gegend des Ventralrandes werden von einem deutlich gestreiften, am Rande in einzelne Haare aufgelösten breiten Saum umzogen. Oberfläche mit kleinen, wenig auffälligen Gruben, welche die Schale undeutlich punktiert erscheinen lassen; bei geeigneter Be- handlung erscheinen die Grenzen der Gruben als eine undeutlich polygonale Felderung. In der Nähe der Inzisur, ventral von ihr, findet sich medial ein scharf begrenzter Fleck mit scharfer paral- leler Streifung (auch von außen sichtbar); in seiner Nachbarschaft steht eine dichte Reihe von stark medialwärts gerichteten (deshalb immer sehr kurz erscheinenden) Borsten, deren Basis durch eine Leiste {L) verbunden ist. Die Borstenreihe kann sich nach vorn bis zur Inzisur und, durch die Inzisur unterbrochen, auf das Rostrum fortsetzen, kann aber auch ventral von der Inzisur fehlen oder nur durch einzelne Börstchen vertreten sein; eine Leiste fehlt hier. Nach hinten setzt 88 Deutsche Südpolar-Expedition, Fig. I. Philomedes assimilis. Rechtes und linkes Greiforgan des ^T- 154 x. sich die Leiste fort, läßt sich ungefähr bis zur hinteren Grenze des Schlosses verfolgen; sie ist im mittleren Drittel der Schale borstenlos, im hinteren trägt sie typische Borsten, die ziemlich ver- einzelt stehen. Schale dünn behaart, fast kahl. Schale des cf der des $ ähnlich, viel gestreckter, Höhe wenig über V2 der Länge, entsprechend der Dorsalrand viel flacher gewölbt, die Bucht über der hinteren Ecke deutlicher; die auffälligsten Unterschiede finden sich in der Gestalt des Rostrums, bei dem die ventrale Ecke ganz unterdrückt ist; die Inzisur flach, im Grunde stumpf winkHg. Die Streif ung an der medialen Seite fehlt (wenigstens war sie bei dem einzigen untersuchten Individuum nicht aufzufinden). Innenast der zweiten Antn. des ? mäßig gestreckt, deutlich zweigliedrig, das distale Glied proximal mit einer umfangreichen, dünn gefiederten Borste, terminal mit einer langen, stark S-förmig zurückgeboge- nen Borste, zwischen beiden drei kürzere, kräftige, kahle Borsten. Innen- ast beim cT von der für Philo- medes gewöhn- lichen Form, das erste Glied kurz, das zweite und dritte gestreckt, etwa gleich lang, das dritte messerartig gegen das zweite einge- schlagen; das zweite trug rechts eine, links drei Borsten, das zweite rechts nur eine nahe der Basis, links zwei kleine an der Spitze. Die fehlenden Borsten rechts waren, wie ich mich über- zeugen konnte, nicht etwa abgebrochen, sondern fehlten von Haus aus, während die Borste links an der Basis des dritten verloren gegangen war. Ob diese Asymmetrie regelmäßig, vermag ich nicht zu entscheiden. Außenast der zweiten Antn. des $ : Die Borsten des zweiten bife fünften Gliedes ungefiedert, dabei aber ziemlich lang, die der folgenden Glieder waren fast stets gekürzt (abgebrochen resp. abge- bissen, vergl. unten am Schluß der Artbeschreibung). Außenast des d": Das zweite und dritte (jlied gestreckt, etwa doppelt so lang als breit, das zweite mit einer kurzen, ungefiederten Borste. Putz[uß in bticlt'u Gcschlecliteru mit wenig (etwa neun) Borsten, terminal deutlich gespalten, der längere Fortsatz mit einem Kamm von etwa neun Zähnen (beim cT weniger?), der kürzere mit zwei kurzen, stiftartigen Fortsätzen. Furca des $ mit zehn Klauen, die gleichmäßig an Größe und Umfang abnehmen, die ersten schwach aber deutlich gekrümmt, am Ilinterrand grob gezähnt, mit einem Büschel feiner Haare medial an der Basis; nach hinten werden die Klauen gerade, an Stelle der groben Zähne tritt eine Borstenreihe, die auch schwindet, auch die mediale Gruppe von Haaren schwindet. Die Furca des cT zeigte sehr abweichende Verhältnisse, beide Äste stark asymmetrisch, ein Dorn an der Spitze zweiteilig, Verhältnisse, wie sie sonst bei den Cypridiniden nicht vorkommen. Müller, Ostracoden. 89 Augenscheinlicli war sie abnorm, die Bildung bedingt (wenigstens zum Teil) durch den Ausfall eines Domes (des vierten rechts). Länge des $ 1,9 — 2,15 mm; des cf 2,3 mm. Die Art gehört zu den häufigeren Bewohnern der Antarktis, sie wurde bei der Gaussstation an 19 Tagen in etwa 50 Exemplaren erbeutet, doch waren die meisten Individuen Larven. Die Identität der hier beschriebenen Form mit Bradys Ph. assimüis ist unzweifelhaft; der einzige bemerkenswerte Unterschied scheint mir der zu sein, daß bei Brady die an der medialen Seite der Furcaldornen entspringenden Borsten beim d ,,are more thanusuallv conspicuous", während ich sie wenig auffällig finde (vergl. Taf. VI, Fig. 12 vom $ ),beim cf habe ich sie nicht gezeichnet, vorhanden sind sie auch. Andere Unterschiede, so im Bau der zweiten Antn. des ? erklären sich daraus, daß Brady noch nicht gelernt hat, die verschiedenen Formen, unter denen Philotnedes auftritt, auseinanderzuhalten, obwohl ich diese Unterschiede genügend klargelegt zu haben glaube (1894, p. 208). Brady verwechselt noch immer Larven der d" und ? mit den geschlechtsreifen ?. Aber auch Bradys Ph. antarctica halte ich für identisch mit der beschriebenen. Die Unter- schiede in der Form der Schale erklären sich aus dem Umstand, daß Bradys Bilder nach vollständig erweichten Schalen gezeichnet sind, für den Innenast der zweiten Antn. des ? gilt das eben Gesagte; besonders bemerkenswert scheint das Vorhandensein der eigentümlichen Skulptur an der medialen Seite (Taf. VI, Fig. 11). Zweifelhaft an der Identität aller drei Formen könnte einen der Umstand machen, daß Brady diese Skulptur nicht auch bei seiner Ph. assimüis erwähnt, doch dürfte sich das in der Weise erklären, daß sie bei entkalkten Schalen leichter zu sehen ist. Auf eine sehr bemerkenswerte Tatsache muß ich hier zurückkommen, bei fast allen geschlechts- reif en $ waren die Borsten gekürzt. Im ganzen konnte ich 18 ? untersuchen, von diesen besaß nur eines die normalen Schwimmborsten, eines hatte jederseits noch eine Schwimmborste, die anderen waren gekürzt; die übrigen ? hatten sie sämtlich gekürzt (Taf. VII, Fig. 15, 16). Die beiden erstgenannten trugen keine Eier im Brutraum, von den übrigen 16 trugen 11 Eier, 5 kerne. Wir begegnen hier ganz ähnlichen Verhältnissen wie bei Philomedes brenda (vergl. G. W. Müller 1898, p. 40). An der zitierten Stelle gab ich p. 43 zur Erklärung des Vorkommens von Individuen mit gekürzten Schwimmborsten folgende Hypothese: „Nach der letzten Häutung, mit der das $ die langen, gefiederten Schwimmborsten erhält (G. W. Müller 1894, p. 209), tummelt es sich freischwim- mend im Wasser, bis es ein cf trifft und begattet wird. Darauf begibt sich das Tier dauernd auf den Grund, um im Sand und Schlamm grabend seine Nahrung zu suchen. Die Schwimmborsten haben ihren Dienst getan, sie sind bei der unterirdischen grabenden Lebensweise nur hinderlich, so werden sie zum größten Teil entfernt, vermutlich mit Hilfe des ersten Thoraxbeines (sog. zweiten Maxille) abgebissen, dafür spricht die Länge der Stummel. Nach dieser Auffasssung wären die Schwimmborsten der ? vergleichbar den Flügeln der Geschlechtstiere der Ameisen und Termiten, welche bekanntUch ebenfalls nur zum Hochzeitsflug dienen, nach der Begattung abgeworfen werden." Ich zweifle nicht, daß diese Hypothese aiich für die vorliegende Art gilt. Überraschend ist die Tat- sache, daß wir denselben Gewohnheiten bei zwei Arten begegnen, von denen die eine die Arktis, die andere die Antarktis bewohnt, daß in den zwischenUegenden Gebieten Formen mit ähnlichen Ge- wohnheiten fehlen, wenigstens kennen wir keine, was allerdings nicht viel beweist. Doch dürfte es sich hier nicht etwa um eine Konvergenzerscheinung handeln, vielmehr um em Erbteil einer Deutsche Südpolar-Kxiu'dilion. X. Zoologio II. 90 Deutsche Südpolar-Expedition. gemeinsamen Stanmiform. Ich betrachte Phüomedes hrenda (die arktische Form) und Ph. assimilis als die nächsten Verwandten, besonders mit Rücksicht auf den Bau der Furoa. Itiitiderina Hradv-Norman. 1896 Rutidenna BKADV-^■oKMA^ 189G, p. ü73. Charakteristik des ? : Schale mit kleinem, aber deutlichem Rostrum, erste Antn. fünfgliedrig (durch Verschmelzung von 3, 4, 5 und 7, 8) ohne Sinnesborste am dritten (fünften) Glied; mit mäßig langen, fast unverzweigten Borsten; Zweite Antn.: Das zweite bis vierte Glied des Außen- astes tragen kurze, ungefiederte Borsten, die übrigen lange gefiederte Schwimmborsten, Innenast sehr klein, ungegliedert. Mandibel von sehr charakteristischer Form, das erste Glied verhältnis- mäßig klein, ohne deutlichen, mundwärts gerichteten Fortsatz, an seiner Stelle einige loirze Spitzen; der Taster sehr kräftig, gedrungen, besonders das zweite und dritte Glied an ihrer Verbindung stark verbreitert, das zweite kurz, dreieckig. Das dritte Glied trägt terminal in der Verlängerung seines hinteren (ventralen) Randes eine starke, unbewegliche Klaue, der eine bewegliche, aus Ver- schmelzung des vierten Gliedes mit einer terminalen Klaue hervorgegangene starke bewegliche Klaue gegenübersteht, so daß sie mit der erstgenannten eine starke Zange bildet; übrigens ist der Taster arm an Borsten. Außenast eine einfache Borste. Maxille von sehr gedrungenem Bau, die Kaufortsätze und das terminale Glied des Tasters mit sehr kurzen, starken, zahnartigen Borsten. Erstes Thoraxbein nur mit Andeutung einer Gliederung, nur das terminale Glied deutlich ab- gegliedert, von ähnlicher Gestalt wie bei Cypndina und Philümedes; die Grenze der anderen Glieder nur angedeutet; mit zwei selir kompliziert gestalteten Zähnen, die von einer geringen Zahl steifer Borsten umgeben sind. Zweites Thoraxbein un2;ea;liedert, aber mit borstentragenden Fortsätzen am Vorderrand, welche an die Gliederung erinnern. Putzfuß von typischer Form. Frontalorgan mit wohl entwickeltem Fortsatz, Oberlippe klein. cf unbekannt. Die Gattung ist von Brady imd Norman aufgestellt auf Grund der Untersuchung von getrockneten $ , rf haben ilinen ebensowenig wie mir vorgelegen. Von besonderem Interesse sind die verwandtschaftlichen Beziehungen der Form. Brady imd Norman bilden für das Genus eine besondere Familie der Rutidermatidae, welche den Familien der Asteropidae, Cypridinidae, umfassend Cypridina, Crossophoriis, Phüomedes, Nematohamma, Strepto- leheris (die beiden letzten = Sarsiella d"), Tetragonodon ( = Philomodes?) und Paramecodon, und Sarsiellidae gleichwertig gegenübersteht. Auf die Frage der verwandtschaftliehen Beziehungen der einzelnen Familien gehen die genannten Autoren nicht ein. Ich habe an anderem Ort (G. W. Müller 1906 b, p. 13) vorgeschlagen, die Gattungen der Cj'pridinidae im Sinne der älteren Autoren (z. B. Sars 1887, G. W. Müller 1894) auf vier Unter- familien zu verteilen : Cypridininac, Philomedinae, SarsieUinae, Cylindroleberinac. Von diesen um- fassen die Cypridininac die Gattungen Gypridina, Pyrocypris, Codonocera, Crossophorus, Giganto- cypris (Diagnose usw. vergl. G. W. Müller 1906b, p. 12), die Philomedinae die Gattungen Phüo- medes und Pseudophüomedes ( = Paramecodon Brady-Norman), vielleicht auch die ungenügend bekannte Gattung Telnujonodon Brady-Norman ( = Phüomedest), die SarsieUinae die Gattung Sursiella (einsclilicßlicli Xcmalohamnui und Strepfoleheris), und die Cylindroleberinac die Gattungen Müller, Ostracoden. 91 Cylindroleheris und Cyclasterope. Ich verzichte darauf, die von Brady-Norman gewählte Grup- pierung einer Kritik zu unterziehen oder die hier niedergelegte Einteilung des näheren zu be- gründen, will nur die Frage kurz erörtern, wo Rutiderma unterzubringen ist. Die Form zeigt auf- fällige Beziehungen zu den Unterfamilien der Philomedinae und Sarsiellinae. Die Schale erinnert lebhaft an die mancher Philomedinae, besonders Pseiidophüomedes angu- lata; die Übereinstimmung ist hier eine so weitgehende, daß es kaum möglich scheint, dafür ledig- lich Konvergenz verantwortlich zu machen. Andererseits erinnert sie imzweifelhaft an die mancher Sarsiellen, mit denen sie, ebenso wie mit der genannten Art, den scharfkantig abgesetzten Rand, die Erhebung der Kante zu einer Spitze nahe der hinteren dorsalen Ecke gemeinsam hat. Die erste Antn. zeigt ganz den Bau wie bei Sarsidla $ . Die zweite Antn. erinnert durch den sehr redu- zierten Innenast an Sarsieila, durch den Verlust der Fiederung an einigen Borsten der proximalen GUeder des Außenastes an Phüomedes ? . Die sehr sonderbar gestaltete Mandibel zeigt mancherlei Beziehungen zu Sarsiella ? , so der Verlust des sogenannten Kaufortsatzes des Basalgliedes, der Schwund fast sämtUcher Borsten bis auf wenige klauenartig umgestaltete am Ende des terminalen und subterminalen Gliedes und die Verschmelzung des letzten Gliedes mit seiner Klaue (bei Sar- siella finden sich ähnliche Verhältnisse an den drei letzten GUedern). In dem Längenverhältnis der GHeder, im besondern in der Gestalt des zweiten Tastergliedes zeigt Rutiderma ursprüngUchere Verhältnisse als Sarsiella. Die Maxille besitzt den gleichen gedrungenen Bau, die gleiche Bewaffnung mit kurzen, zahnartigen Borsten wie bei Sarsiella $ , mit Phüomedes 2 zeigt sie keine besondere Ähnlichkeit. Das erste Thoraxbein entfernt sich im Bau weit von Sarsidla ? , nähert sich sehr stark den Philomedinae; wie bei diesen trägt es zwei sehr komplizierte zahnartige Gebilde an der vorderen Ecke des Kaufortsatzes, in bezug auf Reduktion der Gliederung und Verlust der Borsten steht Rutiderma etwa in der Mitte zwischen PliUomedes und Pseudophilomedes. Das zweite Thorax- bein steht in seinem Bau etwa in der Mitte zwischen Philomedes und Sarsiella, die Gliederung ist geschwunden, die den einzelnen Gliedern entsprechenden Lappen des Vorderrandes sind stärker reduziert als bei Philomedes und Pseudophilomedes, aber noch nicht, wie bei Sarsiella, ganz ge- schwunden. Die Form des Putzfußes, der Furca, des Frontalorgans, des paarigen Auges und der Oberlippe scheint bei der Beurteilung der Frage nach den verwandtschaftlichen Beziehungen kaum von Wert. Versuchen wir an der Hand des gegebenen Materials die Frage nach der Zugehörigkeit zur einen oder anderen Unterfamilie zu beantworten, so scheint es nicht leicht, diese Antwort zu geben; mit beiden Unterfamilien stimmt sie in Organen überein, deren Bau für die Unte^familie besonders charakteristisch, mit Philomedes im Bau des ersten und zweiten Thoraxbeines, mit Sar- siella im Bau der ersten Antn., der Mandibel und der Maxille, doch ist zu bemerken, daß sich die erste Antn. auch nicht allzuweit von der von Philomedes $ entfernt, und daß die Übereinstimmimg mit Sarsiella im Bau der Mandibel keineswegs eine vollständige ist. Im ganzen ist unzweifelhaft die Übereinstimmung mit den Philomedinae größer, und halte ich es für angebracht, sie dieser Unterfamilie einzureihen. Aber schUeßlich ist das etwas Geschmackssache, da die verwandtschaft- lichen Beziehungen zu beiden Familien unzweifelhaft; von größerem Interesse scheint es mir, die Art der verwandtschaftUchen Beziehungen etwas mehr zu präzisieren. Ich habe es an anderem Ort (1894, p. 204) als möglich hingestellt, daß Sarsidla von philomedesähnUchen Formen ab- 12* go Deutsclie Siidjjolar-Kxijedition. stammt, und diese damals mit großer Keserve ausgesprochene Ansicht gewinnt für mich durch das Studium von Rutiderma sehr an WahrscheinHohkeit, da diese Form unzweifelhaft ein ver- mittelndes Glied zwischen den beiden genannten darstellt. Die verwandtschaftlichen Beziehungen denke ich mir so, daß Butiderma von der Reihe, welche von philomedesähnlichen Formen zu Sar- sieila führte, sich abzweigte; sie als ein unverändertes Glied der Ahnenreihe von Sarsiella zu be- trachten, scheint mir durch den Bau der Mandibel ausgeschlossen. Itutiderina compressa Bkady-Norman. Taf. VII, Fig. 1-13. 1896 Rutiderma compressa Brady und Norman 1896, p. 673, Taf. 58, Fig. 9—16. Schale des $ : Ziemlich derb, stark chitinisiert, bräunlich; Höhe reichlich -/s der Länge, am höchsten etwa auf V2 d^r Länge; Dorsal- und Ventralrand stark gewölbt, beide annähernd gleich stark. Der Dorsalrand grenzt sich in ziemlich deutlicher, stumpfwinkliger Ecke mit abgerundeter Spitze gegen den senkrecht abfallenden Hinterrand ab. Seine Grenze gegen den Ventralrand ist in einen kurzen, winkligen, gegen den Hinterrand durch eine flache Bucht abgegrenzten Fortsatz ausgezogen. Rostrum klein, ohne vordere Ecke, ventrale Spitze stark abgerundet, sie liegt unter halber Höhe; Inzisur klein, aber deutlich, im Grunde gerundet. Der Schalenrand erscheint im Profil in der vorderen Hälfte höckerig oder wellig gebogen, da hier der eigentliche Schalenrand von der höckrigen Schale verdeckt wird. Relief der Schale: Am Ventral- und Hinterrand grenzt sich ein steil aufsteigende Partie scharf- kantig gegen eine mittlere flache Partie ab; die Kante, welche die Grenze bildet, verläuft dem Ventralrand annähernd parallel, in geringer Entfernung von ihm, am Hinterrand steigt sie in un- regelmäßig etwa S-förmig geschwungener Linie steil auf, endet in einer der hinteren dorsalen Ecke genäherten konischen Spitze. Die mittlere flachere Partie wird durchzogen von zwei weniger auf- fälligen Rippen, von denen die dorsale von der eben genannten Spitze etwa in der Richtung zum Rostrum verläuft, sie hört auf halber Schalenlänge auf; die zweite ventrale verläuft etwa in der Höhe des hinteren Fortsatzes, der dorsalen annähernd parallel, reicht weiter nach vorn. Die Ober- fläche ist ziemlich unregelmäßig mit kleinen, runden Gruben bedeckt, die zum Teil scharf, zum Teil wenig scharf konturiert sind, bisweilen zu unregelmäßigen Gebilden zusammenfließen; sie sind vielfach mit Schmutz gefüllt, heben sich entsprechend durch dunklere Farbe. Die ziemlich derbe Behaarung scheint sich auf den Schalenrand zu beschränken. Drittes Thoraxbein mit kleiner terminaler Zange, an der ein Kamm mit etwa sechs Zinken einer einzelnen Spitze gegenübersteht; nur wenige (etwa zehn) Borsten vorhanden. Furca: Jeder Ast trägt drei sehr kräftige, wenig gekrümmte, sclinell an Länge abnehmende Dornen, denen noch drei kleinere, schlanke, imtereinander etwa gleich große Spitzen folgen. Die beiden ersten Dornen tragen lateral eine dichte Reihe steifer Börstchen, medial eine Gruppe längerer Haare; ob sich diese auch am dritten Dorn findet, konnte ich iiiclit feststellen. Länge des 2 1,6 mm; d" unbekannt. Das einzige $ wurde gefischt bei Simonstown, die Exemplare von Brady und Norman stamm- ten aus der Gegend de." Kap von Peiias (Bay von Biscaya) und von Kap Breton (Fosse de Cap Breton, Bretagne) aus löo in Tiefe, l^anach hat die Art eine weite Verbreitung. Eine zweite Art Müller, Ostracoden. 93 der Gattung Rutiderma beschrieb C. Juday (1907, p. 147, Taf. 20, Fig. 8 — 13) unter dem Namen Rutiderma rostrata. Sie stammt aus der Gegend von San Diego (Küste von Kalifornien). Auch hier kennen wir nur das ?. Sarsieila Norman. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 213. Die Gattung Sarsiella war im Gauss - Material durch ein Individuum, die Larve eines ? vor der letzten (?) Häutung, vertreten. Das Tier wurde erbeutet am 4. VII. 1903, Simonsbay, Stellnetz. Da es sich, wie gesagt, um eine Larve handelte, verzichte ich auf eine Beschreibung, da man mit der Beschreibung und Benennung von Larven nur Konfusion verursacht. Cjiindroleberis G. S. Brady. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 216 und 1906 b, p. 33. Cjlindrolelteris ovalis n. ap. T;if. VIII, Fig. 11-15; Tnf. IX, Fi;:. 17 IS. Schale des cT ziemlich kurz, Höhe etwa '/lo der Länge, eiförmig, die vordere Rundung unter- brochen durch die Inzisur, welche schmal. Das Rostrum mit deutlicher, etwa rechtwinküger ven- traler Ecke, sein ventraler Rand etwa horizontal. Oberfläche glatt, kahl, nahe dem Hinterrand vereinzelte, wenig auffällige Borsten der bei den cT anderer Arten vorhandenen Borstenreihe. Die medialen Borsten des Rostrums und des Ventralrandes stehen zerstreut, nicht in einer deutlichen Reihe, sie reichen am "\^entrab:and bis annähernd V/.> der Schalenlänge. Die Leiste verbindet nicht die Basis der Borsten, sie ist im ganzen Umfang glattrandig, verläuft in der vorderen Schalen- hälfte und nahe dem Hinterende in nächster Nähe des Innenrandes, entfernt sich von ihm auf etwa -/:) der Schalenlänge, wo sie sich dem Schalenrand sehr nähert. Erste Antn. des d" : Die Sinnesborste des fünften Gliedes schwach entwickelt, niir mit wenigen (etwa vier) Ästen. Klaue des letzten Gliedes schlank. Die gefiederten Borsten mit langen Ästen. Die längsten Borsten beträchtlich länger als die Gliederreihe, da sie abgebrochen waren, ließ sich das Längenverhältnis nicht genau feststellen. Innenast der zweiten Antn. des d": Das terminale Glied stark gebogen, etwa nur -/:! so lang wie das vorletzte, das letzte mit einer langen, etwa bis zur Spitze des Gliedes reichenden Borste nahe seiner Basis, das vorletzte mit einer Gruppe von drei Borsten auf etwa Vs seiner Länge. Putzfuß mit etwa 14 Borsten und mit zwei einander gegenüberstehenden Reihen von je fünf Zähnen. Furca jederseits mit sieben Anhängen, die von vorn nach hinten ziemlich gleichmäßig an Länge und Umfang abnehmen. Die ersten fünf sind derb, klauenartig, die beiden letzten mehr borstenartig, doch ist der Gegensatz kein scharfer. Die Klauen sind ziemlich lang, stark gekrümmt, besonders die ersten; der Hinterrand läßt nur bei starker Vergrößerung (Zeiss D) eine feine, aber dichte Behaarung erkennen. Länge des cT 1,35 mm; ? unbekannt. Das einzige untersuchte Individuum wurde am X. I. 1903 (Gaussstation) erbeutet. 94 Deiitsclie Südpolar-Expedition. CjliiHlroleheris sp. Ferner wurde am 22. I. 1903 (Gaussstation) die Larve eines cf einer größeren Art erbeutet; da das Tier, wie gesagt, noch Larve, verzichte ich auf eine Beschreibung. Cjiiiidroleberis obloiiga Grube. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 219, Taf. 4, Fig. 14—18, 39, 41, 49-55; Taf. 5, Fig. 1, 4, 5, 13, 14, 33, 41-44; Taf. 8, Fig. 4. Ein $ und vier Larven dieser Art wurden am 3. VII. 1903 bei Simonstown erbeutet. Ich kann keine Unterschiede von den im Golf von Neapel gesammelten Individuen auffinden. Cypi'idae (mai-ine). Vergl. G. W. Müller 1894, p. 239. Macrocypris (IJuady.) Vergl. G. W. Müller 1894, p. 242. Macrocypris turbidä n. .sp. Taf. XI, Fig. 11-14; Taf. XII, Fig. 12, 13. Linke Schale des r?' : Höhe deutlich kleiner als V2 der Länge, etwa Vie; am höchsten wenig hinter der Mitte; Dorsahand stark und gleichmäßig gewölbt, gegen den mäßig breit gerundeten Vorderrand nicht abgegrenzt. Auch gegen den Hinterrand ist der Dorsalrand nicht abgegrenzt, so daß der Bogen fast gleichmäßig bis zur hinteren ventralen Ecke reicht; in seinem letzten Stück fällt er fast senkrecht ab, bildet mit dem Ventralrand einen rechten Winkel mit abgenmde'ter Ecke. (Die Gestalt dieser Ecke etwas variabel, bald ist sie deutlicher, bald weniger deutlich.) Ventral- rand in der hinteren Hälfte annähernd gerade, in der vorderen Hälfte deutlich eingebuchtet, in der Mundgegend vorgewölbt. Rechte Schale der linken sehr ähnUch, wenig niedriger. Beide Schalen hell kastanienbraun, getrübt, so daß Verschmelzungslinie und Innenrand nur undeutlich zu er- kennen sind. Behaarung dünn, fein, schwer nachzuweisen. Schale des 9 der des cf sehr ähnlich, wenig höher. Vom Rücken gesehen schmal. Breite wenig höher als Vs der Länge am breitesten auf V2 der Länge, die Seiten bilden flache Bogen, welche gleichmäßig bis zu den beiden zugespitzten Enden verlaufen. Rechtes Greiforgan des cf: Der Stamm mit ziemlich umfangreichem Fortsatz am Ventralrand, an dessen Wurzel eine der dornartig verdickten Borsten entspringt, dieselbe erreicht etwa Va der Länge des Basalgliedes. Eine zweite dicht neben dem Hakenglied entspringende verdickte Borste erreicht nur etwa V 2 der Länge der erstgenannten. Zwischen beiden vordickten Borsten entspringt noch eine schlanke. Das Endglied kurz, stark gekrümmt. Linkes Greif organ des cf ohne deutUchen Fortsatz am Ventralrand des Basalgliedes; von den zwei verstärkten Borsten erreicht die längere ventrale noch nicht V2 der Länge des Basalgliedes, die andere deutlich kürzer, aber über V2 der längeren, die dritte Borste klein, nur schwer aufzu- finden. Das HakengUed sehr kräftig, etwa rechtwinklig g(>krüiiii)it, das Basalstürk sehr kurz und dick, das distale gestreckt, fast gerade. , MOLLER, Ostracoden. 95 Furca: Beide Äste gleich lang, wenig asymmetriscli, annähernd gerade, der Hinterrand des Stammes fein behaart, auf etwa Vs des Hinterrandes eine deutliche Borste. Penis: Innenrand und Vorderrand bilden etwa einen rechten Winkel, neben (hinter) dessen Spitze die Verbindung mit dem Körper erfolgt, das Vas deferens eintritt. Der Außenrand bildet einen flachen Bogen, der in stark gerundeter Ecke in den Vorderrand, in weniger stark gerundeter Ecke in den Innenrand übergeht; frei vortretende Fortsätze fehlen fast ganz, nur das kurze End- stück des Vas deferens tritt frei hervor. Länge des 9 1,9 — 2,0 mm, des cf 1,9 mm. Vorkommen: Gaussstation, ziemlich häufig, im ganzen 13 erwachsene Tiere und etwa 45 Larven, deren Zugehörigkeit z\ii Art aber nicht sicher. Macrocypris inaequalis n. sp. Taf. XII, Fig. 1—7. Schale der von M. turhida sehr ähnlich, etwas gestreckter, Hinterende schlanker, besonders links, die Ecke zwischen Hinter- und Ventrahand deutUcher, der Ventrakand fast gerade, nur ganz flach eingebuchtet. Sicher unterscheiden lassen sich beide sehr ähnUche Schalen an dem Größen- verhältnis beider Schalen; bei inaequalis überragt und umfaßt vorn und hinten die rechte Schale die linke, so wenigstens bei allen drei von mir untersuchten Individuen; bei M. turhida überragt hinten meist die linke Schale die rechte, aber nur sehr wenig, die Verhältnisse sind hier nicht konstant. Farbe, Behaarung wie bei turhida, noch etwas undurchsichtiger wie turhida. Ansicht vom Rücken konnte ich nicht untersuchen. Rechtes Greiforgan des cf dem von M. turhida ähnlich, die kürzere der verdickten Borsten sehr kurz, kegelförmig, nur etwa V,, so lang wie die längere, das Hakenglied weniger stark gebogen. Links die kürzere der beiden verdickten Borsten nur annähernd V-. so lang als die ventrale längere, auch viel schlanker; die dritte schlanke Borste etwa ebenso lang wie die kürzere dicke. Haken- glied ähnlich wie bei M. turhida, kürzer. Furca auffallend unsymmetrisch, nur der rechte Ast wohl entwickelt, dieser sehr kräftig, dick, annähernd gerade, eine Reihe kleiner Börstchen ist auf die mediale Seite gerückt; am Hinterrand zwei Borsten (von denen dem rechten Ast nur eine angehört) auf Vs der Länge. Der hnke Ast er- scheint als ein seitlicher Anhang des rechten, der etwa auf V2 der Länge seitlich entspringt (bis dahin sind beide Äste verschmolzen), bis etwa »A der Länge reicht; das freie Stück ist etwa nur V2 so breit wie der rechte Ast an gleicher Stelle; die mit dem Stamm verschmolzene Endklaue ist fast gerade, aber, wie rechts, durch eine Linie abgegrenzt. Penis: Sein Umriß bildet ein stumpfwinkliges, annähernd rechtwinkliges Dreieck, dessen eine Seite vom Innenrand, dessen andere viel kürzere Seite vom Hinterrand gebildet wird, die dritte längste, dem stumpfen Winkel gegenüberliegende Seite wird vom Außenrand gebildet, sie ist flach gebogen. Die vom Außen- und Vorderrand gebildete Ecke ist abgestutzt, die nach hinten gerichtete Spitze flach eingekerbt; die Teilung der Spitze entspricht einer Spaltung in zwei Äste, welche etwa V3 der Länge des Penis einnimmt. Wo beide Äste sich vereinigen, entspringt ein dolchartiger, derber Fortsatz (Begattungsrohr?), welcher annähernd bis zur Spitze des Penis reicht, in der Ruhe von den beiden Fortsätzen umfaßt wird. Qß Deutsche Südpolar-Expedition. Länge des 9 ^"^^ cf 2,1 mm. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe. Es fanden sich nur zwei cf \md ein Q; wie viele von den Larven etwa dieser Art angehörten, konnte ich nicht feststellen. Macrocj'pris tensa n. sp. Taf. XII, Fig. 8, 9. Linke Schale des (^ sehr gestreckt, Höhe etwa ■'/u der Länge, am höchsten auf ^/^ der Länge, der Dorsalrand undeutlich stumpfwinklig gebogen, die Spitze des Winkels stark abgerundet, der vordere und hintere Schenkel des Winkels schwach gewölbt, das Vorderende schmal gerundet, die hintere Hälfte stark verjüngt, terminal schmal gerundet. Ventralrand fast gerade, flach einge- buchtet. Rechte Schale der linken sehr ähnlich. Furcaläste symmetrisch, die terminale Klaue fast gerade, spitz, Borste am Hinterrand fehlt. Rechter Ast am Hinterrand, linker Ast auf der Seite mit einer Börstchenreihe. Länge des Q 2,4 mm. In dem Material fand sich nur eine Schale, welche Reste der Gliedmaßen entliielt. Immerhin, glaube ich, genügen die gegebenen Merkmale, um die Art sicher zu identifizieren. Vorkommen : Gaussstation. Macrocypris dispar n. sp. Taf XIII, Fig. 1-7. Rechte Schale des q mäßig gestreckt, Höhe etwas größer als -/a der Länge, am höchsten auf V2 der Länge. Der Dorsalrand gewölbt, der Bogen des Dorsalrandes geht ohne Andeutung einer Grenze in den ziemlich schmal gerundeten Vorderrand und das sehr schmal gerundete Hinterende über. Ventralrand fast gerade, sehr flach eingebuchtet. Verschmolzene Zone ziemlich breit, von zahlreichen Porenkanälen durchzogen. Ziemlich lebhaft gebräunt, ungleichmäßig getrübt, anschei- nend konstant ein umfangreicher, länglicher Fleck in der Mitte, welcher einen großen Teil der Schale einnimmt, stark getrübt, der Rand ziemlich durchsichtig. Ebenso die linke Schale und die des 9« Ansicht vom Rücken wie bei M. turbida. Greiforgan des (j' mit ziemlich schlankem Basalglied, dorsal vom Hakenglied entspringt eine schlanke Borste, hnks die beiden verstärkten Borsten ähnlich gestaltet, annähernd gleich lang und gleich dick, dicht nebeneinanderstehend, so daß die dritte, schlanke Borste beiseite gedrängt ist, hinter (medial von) der distalen Borste entspringt; rechts die distale der beiden ver- stärkten Borsten viel schlanker als die proximale, aber etwa ebenso lang, die dünne Borste entspringt zwischen den beiden verdickten, das Hakenglied beiderseits kurz, im Bogen gekrümmt. Am dritten Thoraxbein erreicht die kürzere Klaue des terminalen Gliedes noch nicht V2 der längsten. Furca des cf symmetrisch, gerade, die schwach gekrümmte Endklaue nur sehr un- deutlich vom Stamm abgegrenzt, Hinterrand fast kahl, die Behaarung auch bei Zeiss D nur schwer zu erkennen, auf etwa 7? der Gesamtlänge des Hinterrandes eine kräftigere kleine Borste. MCller, Ostracoden. 97 Furca des Q winklig gekrümmt, das basale etwa -/s messende dickere Stück bildet mit dem distalen schlankeren einen stumpfen Winkel mit abgerundeter Ecke; die Borste des Hinterrandes habe ich nicht auffinden können i). Der Penis hat etwa die Form eines Dreiecks, dessen Seiten vom medialen äußeren und Hinter- rand gebildet werden, während der Vorderrand unterdrückt ist. Innen- und Außenrand bilden eine deutliche spitzwinklige Ecke, während die anderen Ecken abgerundet oder unregelmäßig ge- staltet sind. Der Außenrand bildet einen flachen Bogen, der Hinterrand ist stark ausgeschnitten, die mittlere Bucht wird von einem kleineren äußeren, einem größeren inneren Fortsatz begrenzt. Länge des y und des cf 1,2 bis 1,25 mm; drei Individuen ein C, zwei o" bei Simonstown. Macrocypris africana n. sp. Taf. XII, Fig. 10, 11. 14—17. Die Art ist M. dispar sehr ähnlich, unterscheidet sich von ihr in folgenden Punkten: Schale wenig größer, sonst sehr ähnUch, so daß ich wegen der Beschreibung auf dispar verweise. Am rechten Greiforgan die distale verdickte Borste fast ebenso dick wie die proximale. Die kürzere Klaue des terminalen Gliedes des dritten Tharoxbeines erreicht V4 der längsten. Furca in beiden Geschlechtern ähnlich wie beim ö" von M. dispar, schlanker, die hintere Borste steht auf V3 der Länge des Hinterrandes. Penis tief zweiteiHg, die Teilung am Hinterrand reicht bis etwa V3 der Gesamtlänge, beide Äste decken sich in geringem Umfang, der mediale längere ist zugespitzt, der laterale wenig kürzere abgerundet. Länge des Q 1,35 mm, des c^' 1,25 mm; drei Individuen, ein cf, zwei 9 bei Simonstown. Pontocypris Sars. Vergl. G. W. Mi'i.i.kk 1894, p. 240. Pontocypris inflata n. sp. Taf. XIII, Fig. 8— 13. Linke Schale des (j" : Höhe annähernd V2 der Länge (Vig), am höchsten vor der halben Länge, etwa auf V» Der Dorsalrand bildet einen stumpfen Winkel mit stark abgerundeter Spitze; er geht ohne Andeutung einer Grenze in das mäßig breit gerundete Vorderende und in das viel schmaler gerundete Hinterende über. Ventralrand fast gerade. Ziemlich dicht punktiert, die einzelnen Punkte klein aber deutlich, die verschmolzene Zone des Vorderrandes von Porenkanälen durchzogen, deren Abstand voneinander etwa so groß, als die verschmolzene Zone breit. Farbe sehr hell braun; die Hodenschläuche reichen bis etwa zur halben Schalenlänge. Ähnlich die Schale des Q. Greiforgan des cf : Die drei Borsten des Basalgliedes entspringen weit von der Spitze, etwa auf 2/3 der Länge am Ventralrand, die distale dieser drei Borsten ist lang, schlank, länger als V2 des ') Ein Dimorphisimis beider Geschk'fliter in der Gestalt der Furca findet sicli sonst in der Gattung nicht, überliaupt nur selten bei Ostracoden, so daß der Gedanke naheliegt, daß wir es nicht mit c? und 9 einer Art, sondern mit zwei Arten zu tun haben. Für die Zusaniinengehöriijkeit spricht die weitgehende Übereinstimmung im Bau der Schale und der Gliedmaßen, auch die Größe ist die gleiche, schheßUch das Vorkommen beider Formen nebeneinander. Natürlich ist damit nicht ausgeschlossen, daß es sich um zwei Arten handelt. Leider war ich für die Untersuchung auf nur drei Individuen angewiesen. Deutsche Slldiiiilai-Expeilition. X. i.iiiil..gii> II. 13 98 Deutsche Siidpolar-Expedition. Basalgliedes, die beiden anderen viel kürzer, die mittlere, welche dicht neben der distalen ent- springt, etwas verdickt, nicht zugespitzt, die proximale, die in einiger Entfernung von den beiden distalen steht, ist spitz, eine typische Borste. Das Hakenglied Hnks im Bogen, rechts winklig ge- krümmt, beiderseits ungefähr gleich groß. Am dritten Thoraxbein trägt das vor- und drittletzte Glied je drei Spitzen. Die Borsten des letzten verhalten sich etwa wie 1:2:3, die beiden längeren tragen einen dichten Kamm feiner gerader Seitenzweige. Furca an der Basis mit einer blasenartigen mit kleinen Börstchen besetzten Auftreibung; dieselbe scheint dem linken Ast anzugehören. Sie fand sich bei beiden untersuchten Individuen, ebenso bei P. gaussi und flava, es handelt sich also nicht, wie ich zunächst glaubte, um eine mon- ströse Bildung. Penis terminal quer abgestutzt, die laterale Ecke deutlich, etwa rechtwinkUg, nur wenig abge- rundet, die mediale Ecke schräg abgestutzt. Breite auf halber Länge etwa V3 der Gesamtlänge. Länge des C 0,75 mm, des rj" 0,7 mm; ein j, ein cf, drei juv. bei der Gaussstation aus 385 m Tiefe. Ptmtocjpris g.aus$i n. sp. Taf. XIII, Fig. 14—18. Schale der von P. inflata ähnUch ; der Winkel des Dorsalrandes weniger abgerundet, der Ventral- rand deutUch eingebuchtet. Die Punktierung auffälhger. Die Porenkanäle in der verschmolzenen Zone am Vorderrand ziemlich dicht, ihr Abstand viel geringer als die Breite der verschmolzenen Zone. Die Hoden reichen bis in die vordere Schalenhälfte, steigen dort etwa zu ^/s der Schalen- höhe auf. Greiforgane des cf ähnlich wie bei inflata. Am terminalen GUed des Putzfußes besteht der Kamm der mittleren Borste proximal aus zwei oder drei dicken (gekrümmten?) Ästen, denen schlanke, gerade folgen. Furca wie bei P. inflata, die basale Auftreibimg unbehaart. Penis: Breite in der Mitte größer als V2 der Länge, terminal abgestutzt, die mediale Ecke recht- winklig, wenig abgerundet, die laterale Ecke winkUg abgestutzt. Länge des 9 und cf 0,7 — 0,75 mm, das cT durchschnittlich etwas größer; 14 Individuen bei Simonstown, 1. bis 4. VII. 1903. ' roiitocypris flava n. sp. Taf. XIII, Fig. 19 24. Linke Schale des rf : Höhe ziemlich genau V» der Länge, am höchsten wenig vor Va der Länge, sonst die Konturen denen von P. inflata sehr ähnlich, blaßgelb, Punktierung ziemlich deutlich; auf halber Höhe findet sich ein ziemlich breiter, die Schließmuskelansätze umfassender getrübter Streifen. Poren kanäle des Vorderrandes etwas dichterstehend als bei P. inflata, ziemhch undeutlich. Die Hodenschläuche reichen bis in die Nähe des Vorderrandes, wo sie wenig aufsteigen. Rechte Schale mit etwas stärker abgerundetem Dorsalrand. Greiforgan ähnlich wie bei P. inflata, rechts das Endglied stumpfwinklig gebogen. Terminale Glieder des dritten Thoraxbeines ähnlich wie bei P. inflata, die proxiiiialon Aste der mittellangen terminalen Borste wenig verstärkt. Müller, Ostraeoden. gg Furca ähnlich wie bei P. inflata, die Auftreibiing an der Basis kleiner, nicht behaart. Penis mit annähernd geradem Innenrand und etwa halbkreisförmig aber ziemlich im- regelmäßig gebogenem Außenrand; die hintere Ecke in eine etwas geschwungene Spitze aus- gezogen. Länge des 9 und cf 0,7 — 0,75 mm; 19 Individuen bei Simonstown, 1. bis 4. VII. 1903. ISesideidae (= Bairdiidae). Vergl. G. W. Müller 1894, p. 265. Nesidea 0. G. Costa. Nesidea 0. G. Costa 1849, p. 1, weiteres vergl. G. W. Müller 1894, p. 267 unter Bairdia. Nesidea labiata n. sp. Taf. XIV, Fig. 1—6. Schale von dem für die Gattung charakteristischen Habitus. Linke Schale des O: Höhe an- nähernd Vs der Länge (ohne Lippe, die überhaupt zunächst bei der Beschreibung unberücksichtigt bleibt), am höchsten etwa auf halber Länge, Dorsalrand in der mittleren Partie deutlich gewölbt, vorn und hinten fast gerade und ziemlich steil abfallend, gegen Vorder- und Hinterrand nicht winklig abgegrenzt, beide Enden gerundet, der hintere schmaler als der vordere, der vordere in seiner ventralen Hälfte stark zurücktretend, so daß er im sehr flachen Bogen in den annähernd geraden Ventralrand übergeht; auch der Hinterrand geht im sehr flachen Bogen in den Ventralrand über. Vorder- und Hinterrand sind von einer schmalen verkalkten Lippe (vergl. G. W. Müller 1894, p. 92, 265) umzogen; die des Vorderrandes glattrandig, die des Hinterrandes gezähnt. Rechts Höhe etwa 7b der Länge (letztere ohne Lippe, vergl. oben), am höchsten deutlich vor der Mitte; der Dorsalrand gliedert sich in drei Partien, von denen die mittlere flach gewölbt, fast gerade, wenig nach hinten abfällt. Diese Partie setzt sich ziemlich deutlich winklig gegen die vordere und hintere gerade und stark abfallende Partie ab, übrigens, abgesehen von der Lippe und dem Ventralrand, der linken ähnlich. Der Ventralrand flach eingebuchtet, in der Mundgegend vorgewölbt, dadurch der Vorderrand deutlich gegen den Ventralrand abgegrenzt. Lippe sehr breit, vorn glattrandig, hinten gesägt, vorn und hinten durch eine undeutliche Linie, welche eine Borstenreihe verbindet, in eine äußere und innere Zone geteilt. Ganze Schale undurchsichtig, nicht pigmentiert, mäßig dicht mit langen, dunkelbraunen Borsten besetzt (beim gezeichneten Individuum zum Teil ab- gebrochen), der Ursprung der Borsten als deutlich schwarzer Punkt markiert. Vom Rücken gesehen Breite etwa V2 der Länge, am breitesten auf V2 der Länge. Die Seiten bilden in der mittleren Partie flache Bogen, welche nach den Enden hin in gerade Linien über- gehen oder etwas eingedrückt sein können; beide Enden zugespitzt, die Spitzen unregelmäßig ab- gestutzt, die Lippe der rechten Schale etwas vortretend. Am Penis unterscheiden wir ein umfangreiches, schiefhalbmondförmiges Mittelglied, das sich durch Vermittlung eines schmalen Basalgliedes mit dem Körper verbindet. Das Mittelglied trägt ein kompliziert gestaltetes Endglied und zwischen Endstück und Mittelstück entspringend das eigentliche Begattungsrohr, das sich in ein basales starres und ein weiches Endstück gliedert; das 13* IQQ Deutsche Südpolar-Expedition. basale Stück ist annähernd gerade, reicht bis zur Spitze des Endgliedes das weiche Endstück ist etwas länger als das basale, starre. Im Genitalhöcker des Q bildet der Ausführungsgang des Receptaculum seminis ein dichtes Gewirr von Schlingen; das erhärtete Stück ist sehr kurz und weit; es beschreibt einen Kreis, wendet sich dann mit kurzer, rechtwinkliger Knickung dem kurzen S-förmig gebogenen Endstück zu. J'urca mit sechs Borsten, von den drei terminal, drei am Hinterrand entspringen; von den drei terminalen ist die mittlere über noch einmal so lang als die ungefähr gleich langen benachbarten. Länge des Q 1,8 mm, cT etwas kleiner. Vorkommen: Gaussstation, in 385m Tiefe, ziemlich häufig, besonders im Dezember; es überwogen die leeren Schalen und Larven. Nesidea villosa Hrady. nairdia villosa G. S. Brady 1880, p. 50, Taf. III, Fiff. 3, Taf. V, Fig. 2, Taf. VIII. Fii;. 4. Ein O, ein rf , vier Larven, Kerguelen, Observatory Bay. Obwohl die Darstellung von Brady in mehr als einer Beziehung verbesserungsbedürftig ist, verzichte ich auf eine erneute Beschreibung, da Brady s Darstellung immerhin kenntUch. Bjthocypris Brady. Vergl. (i. W. MÜLLER 1894, p. 275. Eine augenscheinlich dieser Gattung angehörende leere Schale fand sich zwischen dem bei der Gaussstation gesammelten Material. Ich halte es nicht für angebracht, die Form zu beschreiben und zu benennen, zumal die Schale nichts Charakteristisches bietet. Ancliistroclieles Ijuady-Nohman. ? Auchislrochrles BuAnY-NoRMAM 1889, p. 110. A)ichislrochi'h!< Bkauy ]89(), ]). 490. Schale von ähnl chem Habitus wie in der Gattung Nesidea, der aber nicht bei allen Vertretern der Gattung deutlich ausgeprägt. Gliedmaßen denen von Nesidea sehr ähnlich. Unterschiede finde ich in folgenden Punkten: Kauteil und Taster der Mandibel viel schlanker, ebenso die Maxille, deren Taster noch (stets?) eine Zusammensetzung aus drei Ghedern erkennen läßt. An der Atem- platte des ersten Thoraxbeines sind die vier borstenartigen Strahlen des Ventralrandes dicht zu- sammengedrängt, weit von den typischen Strahlen getrennt. Am zweiten und dritten Thoraxbein die Knieborste sehr klein, schwer aufzufinden, der Hinterrand des orston Gliedes kahl. Furca schwach, mit nur drei oder vier Borsten. Bürstenförmiges Organ umfangreich, annähernd symnietiisch, der eine Ast nur wenig kürzer als der andere. Genitalhöcker des C' mit erhärtetem Endstück des Ausführungswegs des Recept. seminis (vergl. übrigens unten die Beschreibung der Art). Auf folgende Punkte, in denen Nesidea und Anchislrocheles übereinstimmen, will ich noch besonders hinweisen: Gliederung und Borsten der ersten Antn., Differenzierung der Borsten der Kaufortsätze der Maxille und der Stralilon der Atemplattc diT Maxitle. Müller, Ostracodeii. 101 Die Gattung Anchistrocheles wurde von Brady-Norman aufgestellt für eine nur als Schale bekannte, bisher (Brady 1865) ahCyÜiere acerosa beschriebene Art. Gleichzeitig wurde eine Diagnose der Gliedmaßen gegeben auf Grund der Untersuchung einer sehr ähnlichen Art von den Fiji-Inseln, die dann 1890 von Brady als Anchistrocheles fumata (1890, p.497, Taf.III,Fig. 13, 14) beschrieben wurde. Ob A. acerosa wirklich den gleichen Bau der Gliedmaßen zeigt, ob also die Diagnose über- haupt auf die als Typus der Gattung aufzufassende Art paßt, läßt sich nicht entscheiden, die Ähn- lichkeit der Schalenform kann kaum als genügender Beweis betrachtet werden. Ich muß mich hier damit begnügen, zu zeigen, daß die hier beschriebene Art im Bau der GUedmaßen mit Bradys A. fumata übereinstimmt, ein Nachweis, der durch die sehr mangelhafte Darstellung bei Brady erschwert wird. Beim Vergleich der Figuren fällt sofort die Ähnhchkeit in der Gestaltung der Mandibel imd Maxille auf, wenn auch der Mandibulartaster keineswegs „almost destitute of setae". Am dritten Thoraxbein fehlt bei Brady die Knieborste, der Hinterrand des ersten Gliedes ist ebenfalls kahl; ob die anderen Borsten wirklich fehlen oder von Brady übersehen sind, muß dahingestellt bleiben. Beim ersten Thoraxbein zeichnet Brady am Hinterrand des ersten Gliedes einen Fortsatz mit vier schlanken Borsten, weiter ist nichts von einer Atemplatte zu sehen. Augenscheinlich hatte Brady von der Atemplatte dieses Beines nur den basalen derberen Teil gesehen, den umfang- reicheren zarten Abschnitt übersehen. Die Furca bezeichnet er als schwach, sie trägt am Ende zwei lange und eine sehr kleine Borste, sie würde zum mindesten in der geringen Entwicklung von Stamm und Borsten mit A. acvJeata übereinstimmen. Manche Verschiedenheit zwischen Bradys und meiner Darstellung glaube ich sicher auf Beobachtungsfehler bei Brady zurückführen zu können, so, wie schon gesagt, die in der Gestalt der Ateraplatte des ersten Thoraxbeines, ferner in der Atem- platte der Maxille, ebenso den Mangel einer Trennungslinie (Verschmelzung?) des dritten und vierten Gliedes der Thoraxbeine. Bemerkenswerte Unterschiede dürften die Arten mir z(>ig(>n im Bau der zweiten Antn., die bei A. fumata kürzer und gedrungener, am letzten Glied eine sehr lange, am Ende rechtwinklig geknickte Klaue trägt; sie ist länger als die ganze Gliederreihe; vor ihr steht eine kürzere, aber immerhin noch sehr lange Klaue, ebenfalls dem letzten Glied angehörig, hinter ihr eine ähnliche, dem vorletzten Glied angehörende. Das ist der einzige wesentliche Unterschied, von dem ich glaube, daß er nicht auf irrtümlicher Darstellung bei Brady beruht (doch halte ich auch hier einen Irrtum in dem Ursprung der Klauen nicht für ausgeschlossen). Alles in allem scheint es mir sicher, daß A. aculeata in die nächste Verwandtschaft von A. fumata gehört. Die Zukunft wird lehren müssen, inwieweit meine Korrekturen der Diagnose zutreffend oder irrig. Die Unterschiede der Gattung von Nesidea habe ich oben schon besprochen, zu diesen kommt bei Bythocypris noch die Gestalt des Genitalhöckers des O, der bei Anchistrocheles ein erhärtetes Stück des Recept. seminis umfaßt, das bei Bythocypris fehlt. Anchistrocheles aculeata n. sp. Taf. XIV, Fig. 7-14, Taf. XV, Fig. 1-5. Linke Schale des d" : Höhe etwa Vs der Länge (letztere ohne Spitzen); am höchsten etwas vor halber Länge; der DorsaLrand setzt sich aus drei fast geraden, etwa gleich langen Stücken 102 Deutsche Südpolar-Expedition. zusammen, von denen das mittlere fast horizontal, wenig nach hinten abfällt, das vordere und hintere ziemhch steil nach vorn resp. hinten abfällt; die Stücke bilden miteinander stumpfe Winkel mit stark gerundeter Ecke. Dorsal und Vorderrand ziemlich deutlich gegeneinander abgegrenzt durch eine abgerundete Ecke, welche etwa auf ^U der Schalenhöhe liegt. Der Vorderrand flach gerundet, in seiner ventralen Hälfte deutUch zurücktretend, mit etwa sieben schlanken Spitzen besetzt. Dorsalrand und Hinterrand sind scharf gegeneinander abgegrenzt durch eine schlanke, nach hinten gerichtete Spitze, welche etwa auf halber Schalenhöhe, etwas darunter liegt. Ventral von dieser Spitze wendet sich der Hinterrand sofort nach vorn, geht im flachen Bogen in den deutlich S-förmig gebogenen Ventralrand über; letzterer setzt sich in einer deutlichen, in der Mund- gegend Hegenden Ecke gegen den Vorderrand ab. Am Rand keine Lippen, der Saum überragt den Schalenrand nicht. Behaarung und Punktierung ähnlich wie bei Nesidea lahiata, weniger derb. Schale undurchsichtig, in der Mitte mit wenig auffälligen Gruben bedeckt (nur zum kleineren Teil in der Figur angedeutet; ich bin nicht sicher, ob es sich um Gruben oder um Verschiedenheiten in der Schalenstruktur handelt), kleinere, weniger auffäUige Gruben oder Flecken finden sich in der Nachbarschaft des Ventral- und Vorderrandes, sie sind von denen der Mitte durch eine breite, nicht skulpturierte Zone getrennt. Rechte Schale der linken sehr ähnlich, die Spitze an der Grenze von Dorsal- und Hinterrand fehlt, an ihrer Stelle eine deutliche, wenig abgerundete Ecke. Vom Rücken gesehen schmal, Breite reichlich ^/j der Länge (letztere mit Spitzen), am breitesten auf halber Länge. Die Seiten bilden flache Bogen, welche sich geradlinig oder flach eingedrückt den beiden Enden nähern; beide Enden zugespitzt, das vordere abgestutzt, in der Mitte deutlich aus- geschnitten, das hintere dornartig verlängert, und zwar liegt der der Unken Schale angehörende Dorn deutlich rechts von der Mittellinie Furca mit vier Dornen, von denen der vorderste der längste; vor ihm keine Borste oder Spitze. Penis etwa halbmondförmig, in der Mitte des Halbmondes entspringt das stark gebogene, in ganzem Umfang starre Begattungsrohr, neben diesem eine frei vortretende Chitinspitze. Genitalhöcker des Q mit einem umfangreichen, erhärteten Chitinrohr, das etwa an der Grenze von Hinter- und Ventralrand mit einer Öffnung (G, ) beginnt, die am Rand einer durch eine Chitin- leiste gestützten Grube (Mündung des Eileiters?) liegt. Von dieser Öffnung geht dann ein zunächst enger, dann sich plötzlich erweiternder Kanal aus, dessen Form und Verlauf aus Fig. 11, 13 ersicht- lich; er scheint bei * blind zu endigen. Ein zweiter, viel zarterer Kanal beginnt am Ventralrand {(j.,), verläuft nahe dem Vorderrand. Ich habe mir über seine Existenz keine volle Klarheit ver- schaffen können, eine blasige Erweiterung, das eigentliche Recept. seminis, habe ich nicht entdecken können. Nach Analogie mit Nesidea würde ich den erliärteten Kanal für den Ausführungsweg des Recept. seminis, den zarten, bei G, beginnenden für den Begattungskanal halten, doch schien, wie gesagt, der erhärtete Kanal blind zu enden. Leider konnte ich nur ein S^ untersuchen, und war es mir nicht möglich, mir vnllc Klarheit über diese interessanten Verhältnisse zu verschaffen. Länge von (f und v 1,1 — 1,15 mm. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe. Selten, es fanden sich nur ein Q, zwei cf, eine leere Schale, sieben Larven, und zwar in den Monaten Oktober 1902 bis Januar 1903. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 276. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 281. Müller, Ostracoden. 103 Cythei'id.ae. Sclerochilus G. 0. Sars. Sclerochilus reniformis n. sp. Taf. XV, Fig. 6—10. Linke Schale des Q: Höhe annähernd Va der Länge, am höchsten wenig hinter ^/^ der Länge. Dorsalrand flach gewölbt, an der Grenze gegen Vorder- und Hinterrand flach eingebuchtet, sonst nicht deutlich abgegrenzt, beide Enden ziemUch schmal gerundet, das hintere wenig breiter als das vordere. Der Ventralrand gegen Hinter- und Vorderende nicht abgegrenzt, in der vorderen Hälfte stark eingebuchtet. Oberfläche mäßig dicht mit auffäUigen Porenkanälen bedeckt, die randständigen Porenkanäle stehen ziemlich weit voneinander, ihr Abstand meist größer als ihre Länge. Färbung? Behaarung nicht nachweisbar (bei Zeiss D). Rechte Schale der linken ähnlich, die flachen Buchten an beiden Enden des DorsaLrandes fehlen (vergl. die Unterschiede bei antarcticus). Schale des cT (rechts) etwas gestreckter als die des 0, Höhe etwa ^/g der Länge, der Dorsal- rand flacher gewölbt, beide Enden etwas breiter gerundet, besonders das Hinterende. Maxille mit drei gleich stark entwickelten Fortsätzen und einer Borste (wie bei antarcticus). Penis: Das Basalstück an der lateralen Ecke mit kurzem, gerundetem Fortsatz, der Aufsatz Hegt in derselben Ebene wie das Basalstück (wenigstens lag er so bei allen sechs Penes, die ich unter- suchen konnte), er ist stark medialwärts gewandt, sodaß er die Furca zum Teil verdeckt. Länge des Q 0,7 — 0,8 mm, des ^ 0,8 mm. Gaussstation, in 385 m Tiefe, ziemlich häufig, doch fast nur O imd Larven, nur drei cf , von denen eines mit zertrümmerter Schale. Die Art steht S. contortus sehr nah, unterscheidet sich im Schalenbau deutlich durch die viel geringere Zahl der randständigen Porenkanäle. Ferner unterscheiden sich beide Formen durch die Gestalt des Penis; im Bau der GUedmaßen habe ich keine Unterschiede gefunden. Sclerocliilus comprcssus n. sp. Taf. XV, Fig. 11—17. Schale des 9 (rechte): Höhe wenig kleiner als Va der Länge, am höchsten etwas hinter Va der Länge, Dorsalrand flach gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, Vorderende schmal, Hinterende breit gerundet, Ventralrand fast gerade, nur flach eingebuchtet. Punktierung, randständige Porenkanäle ähnlich wie bei S. reniformis, nach dem Rand hin etwas getrübt. Unterschiede zwischen rechter und Unker Schale ähnlich wie bei S. reniformis. Schale des cf wenig gestreckter, der Dorsalrand in der Mitte fast gerade, sonst dem Q ähnhch. An der Maxille ist der mittlere der drei Fortsätze (erster Kaufortsatz) deuthch kräftiger als die beiden benachbarten. Am Penis ist der Aufsatz (stets?) derart gedreht, daß er zum Basalstück etwa rechtwinklig steht, im Profil wie ein stabförmiger Fortsatz erscheint. Von der Fläche gesehen, ist er kurz oval. Länge des Q 0,63 mm, des ö^ 0,58 mm. Gaussstation, selten (drei Q, zwei J"). LiJ LlBR 104 Deutsche Südpolar-Expeditioii. Sclerochilus iiieridionalis n. sp. Taf. XIX, Fig. 8, 11, 14. Linke Schale des , : Höhe etwa ^/g der Länge, am höchsten deutUch hinter V2 der Länge (etwa auf ^/g), Dorsalrand stark gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, Vorderende schmal gerundet, Hinterende deutlich breiter. Oberfläche mäßig dicht mit sehr auffälligen Poren- kanälen bedeckt; dieselben haben im Profil oder Halbprofil ein nagelartiges Aussehen. Rand- ständige Porenkanäle ziemlich dicht, ihr Abstand geringer als ihre Länge. Rechte Schale der linken sehr ähnlich, beide Schalen ohne die bei anderen Vertretern der Gattung vorhandenen Unterschiede. Schale des (f der des O sehr ähnlich, kleiner. Maxille mit einem sehr starken Fortsatz (drittem Kaufortsatz), da- neben der viel schwächere Taster; der zweite und dritte Kaiifortsatz viel kürzer, schwach gebogen, borstenförmig, am Ende dicht und fein behaart, der zweite etwas kolbig erweitert. Am Penis ist die äußere Ecke des Basalstückes in einen kurzen, gekrümmten, terminal gerundeten Fortsatz ausgezogen, zwischen diesem Fortsatz und dem Aufsatz findet sich ein kurzer, breiter Fortsatz, der die Mündung des Begattungsrohres trägt. Der Aufsatz liegt mit dem Basalstück in einer Ebene, er ist schief eiförmig, sitzt mit schmaler Wurzel dem Basalstück auf. Länge des O 0,57 — 0,6 mm, des cj" 0,55 mm. Vorkommen: Gaussstation, sechs Q, ein c?, drei juv. Die Art steht S. aequus G. W. Müller (1894, p. 284) sehr nah, unterscheidet sich durch die größere Höhe der Schale und die größere Zahl der Porenkanäle. Im Bau der Glied- maßen habe ich keine Unterschiede gefunden, die Maxille zeigt den gleichen, sehr charakteristi- schen Bau wie bei *S. aequus, nur der den Taster repräsentierende Fortsatz ist etwas länger. Auch der Penis ist sehr ähnlich, unterscheidet sich besonders durch die Ecke des Basal- stückes. Sclerdcliilus anfarcticiis 11. sp. Schale des ^' (rechts) Höhe deutlich kleiner als V2 der Länge (etwa Vi?), am höchsten etwa auf halber Länge; der Dorsalrand in der Mitte annähernd gerade, ganz schwach gebogen, nach vorn etwas abfallend, er bildet auf etwa V, und Vj der Länge eine abgerundete, aber immerhin ziemlich deutliche Ecke, von der aus er deutlich zum Vorder- resp. Hinterrand abfällt, in den er ohne An- deutung einer Grenze übergeht. Vorder- und Hinterende gerundet, und zwar ungefähr gleich breit. Sclerochilis meridionalis. I>inke Sch.ile des v 172 x. MüLLEB, Ostracoden. 105 Ventralrand deutlich eingebuchtet. Oberfläche mit auffälhgen Porenkanälen, dieselben stehen unregelmäßig zerstreut. Die randständigen Porenkanäle stehen am Vorderrand ungefähr so weit voneinander, als sie selbst lang sind, in der hinteren Hälfte des Ventral- randes beträchlich weiter. Linke Schale der rechten ähnlich ; der nach vorn und hinten abfallende Teil des Dorsalrandes schwach eingebuchtet. Schale des rf der des 9 ähnlich, hinten etwas höher. Der Kauteil der Maxille besteht aus drei etwa gleich starken, kräftigen, gebogenen Fortsätzen (Taster, erster und zweiter Kaufortsatz) und einer Borste (dritter Kaufortsatz). Am Basalstück des Penis ist die Ecke des Basalstückes neben dem Ursprung des Aufsatzes in eine deut- liche Spitze ausgezogen. Der Aufsatz ist breit, terminal quer abgestutzt; gewöhnlich liegt er in einer Ebene, welche schief (annähernd senkrecht) zum Basalstück. In dieser Lage er- scheint er (bei Profilstellung des Basalstückes) etwa dreieckig, er ver- deckt das distale Stück des Basal- stückes. Bei etwas veränderter Lage erscheint er als basalwärts gerichteter Fortsatz. Länge des V 0,73 mm, des cT wenig kleiner. Vorkommen: Gaussstation. Alle Individuen (vier 9, fünf cf, drei juv.) wurden im IL 1903 erbeutet. Die Art unterscheidet sich durch ihre Schalenform zur Genüge von den anderen bekannten Vertretern der Gattung. Sclerochilus antarcticus. 1. Linke und rechte Schale des V 132 X. 2. Kaufortsatz der Maxille 270 x. 3. Aufsatz des Penis unter Deckgläschen und ganzer Penis frei liegend 270 x. 4. Bürstenförmiges Organ des cf 270 X. 5. Rechte Schale des ö^ 118 x. Pseudocytliere G. 0. Sars. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 284. Deutsche Südpolar-Exiieditiou. X. Zuulogie. II. 14 106 Deutsche Südpolar-Expedition. Psendocjtliere similis n. sp. Taf. VJI, iMg. 13—16. Schale der von P. caudata (vergl. G. W. Müller 1894, p. 285, Taf. 16, Fig. 5) sehr ähnlich, unterschieden in folgenden Punkten: Der Hinterrand zwischen hinterer ventraler Ecke und dorsalem Fortsatz bei caudata fast gerade, bei P. similis deutlich geschwungen. Porenkanäle in der ver- schmolzenen Zone der hinteren Hälfte bei P. similis seltener als bei P. cawJata. Auch im Bau der Gliedmaßen sind beide Formen sehr ähnlich. Unterschiede finden sich im Bau der Furca des (j , deren Borsten nicht dicht gedrängt, sondern voneinander entfernt stehen, und im Bau des Penis, dessen Endstück bei P. similis etwa dreieckig, bei caudata rhombisch. Auch der Verlauf des Vas deferens ist etwas anders. Furca des O mit drei Borsten (bei caudata m\x eine). Länge des Q 0,7 — 0,8 mm, des cf 0,57 — 0,7 mm. Vorkommen: Gaussstation, eine der häufigeren Arten, im ganzen wurden gegen 40 Individuen gesammelt, die etwa zur Hälfte Larven waren. Nach Brady (1880, p. 145) findet sich P. caudata außer an der europäischen Küste bei den Kerguelen und den Prinz-Edwards-Inseln. Ob die an den zuletzt genannten Orten gefundene Form wirklich mit P. caudata oder etwa mit P. similis identisch, läßt sich auf Grund der sehr mangel- haften Darstellvmg bei Brady 1. c. (anscheinend nach defekter Schale) nicht entscheiden. Cytherura G. 0. Saks. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 287. Cytherura uotalis n. sp. Taf. XVIII, Fig. 4 Schale ziemlich durchsichtig. Linke Schale: Höhe etwa Vz der Länge, am höchsten auf etwa Vs der Länge, wo der Dorsal- rand mit dem Vorderrand eine deuthche, etwas abgerundete, stumpfwinklige Ecke bildet. Dorsal- Cytherura notalis. 1. Rechte Schale von der iiiedialen Seite gesehen 154 X. •!. Schale vom Rücken gesehen 154 x. rand gerade, wenig nach hinten abfallend; auf V4 der Länge grenzt er sich in undeutlicher, stark abgerundeter Ecke gegen den Hinterrand ab. Vorderrand breit gerundet, der Hinterrand bildet einen Winkel von etwa 90° mit mäßig stark abgerundeter Spitze, der dorsale Schenkel des Winkels deutlich gewölbt, der ventrale annähernd gerade; der Ventralrand grenzt sich in deutlicher, wenig abgerundeter Ricke gegen den etwas unregelmäßig gestalteten Ventralrand ab. Ventrale Fläche MüLLEK, Ostracoden. 107 nicht scharfkantig gegen die Seiten abgegrenzt. Oberfläche dicht mit rundhchen, scharf kontu- rierten, kleinen Gruben bedeckt, dieselben ordnen sich zu undeutlichen, überwiegend in der Längs- richtung verlaufenden Reihen an, die zwischen sich undeutliche Rippen erkennen lassen. Die Gruben finden sich auf der ganzen Schalenoberfläche mit Ausnahme des Vorderrandes, in dessen Nachbar- schaft sie undeutlich werden; hier finden sich scharfe, bogig verlaufende Linien. Rechte Schale der linken ähnlich, Hinterende stark abgestutzt und gerundet. Vom Rücken gesehen länglich oval, Breite etwa V2 der Länge, am breitesten etwa auf halber Länge, beide Enden etwas unregelmäßig abgerundet. Länge des Q 0,5 mm, J" unbekannt. Es fand sich nur 1 Individuum, gefischt am 13. IL 1903 (Gaussstation). Cytlieropteron G. 0. Sars. Vergl. G. W. Müller 1894, p. :m. Die Gattung ist durch fünf Arten vertreten, von denen sich vier im Habitus ziemlich weit von der Mehrzahl der Vertreter der Gattung entfernen, sie erinnern an Cytheropteron videns G. W. Müller (1894, p. 303, Tai 20, Fig. 28, Taf. 21, Fig. 16, 18), in deren nähere Verwandtschaft sie auch gehören. Im Bau der Schale passen diese Formen nicht ganz zu der Gattungsdiagnose, wie ich sie (1894, p. 300) gegeben habe, der Fortsatz, resp. die Spitze des Hinterrandes liegt nicht immer über halber Höhe, die rechte Schale trägt nur zwei Zähne, weitere Zähne habe ich vermißt. Unzweifelhaft gehören aber die Arten in den Formenkreis der Gattung, wie besonders die Übereinstimmung im Bau der Gliedmaßen beweist. Cytheropteron fallax n. sp. T;if. XVI II, Fig. 5, 6, 10. Schale ziemlich derb, wenig durchsichtig. Linke Schale des o' : Höhe annähernd V2 der Länge, am höchsten auf V4 der Länge, wo sich der Vorderrand in deutlicher, stumpfwinkliger, wenig abgerundeter Ecke gegen den geraden, wenig, aber deutlich nach hinten abfallenden Dorsalrand abgrenzt. Vorder- und Hinterrand sehr schief, der vordere in der dorsalen Hälfte schwach gewölbt, fast gerade unter etwa 45" nach vorn abfallend, in der ventralen gerundet, der hintere ähnlich, die Rundung in der dorsalen Hälfte. Der Hinter- rand grenzt sich gegen den Dorsalrand in stark gerundeter, meist etwas vortretender Ecke ab, mit dem Ventralrand bildet er einen stumpfen Winkel mit stark gerundeter Ecke. Ventralrand fast gerade. Die ventrale Fläche setzt sich nicht scharfkantig gegen die Seiten ab, doch erheben sich auf ihr, im Profil mehr weniger sichtbar. Kanten oder Leisten, von denen eine auf etwa ^/i der Schalenlänge beginnt, nach hinten langsam aufsteigt, sie kann anfangs im Profil den Schalen- rand verdecken; eine andere weniger scharf ausgeprägte verläuft der erstgenannten parallel, biegt auf etwa Vs der Schalenlänge dorsalwärts um. Die Oberfläche ist mit flachen, polygonalen Gruben bedeckt, die sich in schmalen, ziemlich scharfen, anscheinend doppelt konturierten Kanten ab- grenzen. (Ich habe keine Klarheit darüber gewinnen können, ob die scharfe Ausprägung der Grenzen im Relief begründet ist, oder nicht vielmehr auf einer stärkeren Trübung der Schalen in diesen Linien beruht, vermute das letztere.) In jeder Grube, und zwar häufig dem Rand genähert, findet 14* 108 Deutsche Südpolar-Expeiiition. sich ein deutliclier Porenkanal. Rechte Schale der linken ähnlich, Hinterrand mit mehr weniger deutlicher Ecke auf etwa V» der Höhe. Schale des '^' höher, ziemlich variabel. Höhe deutlich größer als V2 der Länge, Dorsalrand stärker abfallend, mehr oder weniger deutlich gewölbt, sonst der des cf ähnüch. Vom Rücken gesehen mißt beim ; die Breite etwa Vs der Länge, die größte Breite liegt auf etwa V3 der Länge ; die Seiten bilden hier eine gerundete Ecke, von der aus sie nach hinten an- Cytheropteron fallax. I. Reclitf und linke Schale des (f 118 x; -2. Schale vom Kücken {gesehen 118x; 3. Penis '-'06>, ; 4. 1. Antn. des Q 270 x; 5. Terminale Klaue des 3. 'I'iioraxbeincs 27ÜX; 6. Erstes Thoraxbein 270 X; 7. Hinteres Körperende des 9 270 x. nähernd geradlinig zur hinteren Spitze konvergieren. Nach vorn konvergieren die Seiten bis zu etwa Vs der Länge schwach, von da an stark, das Vorderende etwas sclinabelartig zugespitzt. Schale des cf vom Rücken gesehen viel schmaler, Breite kleiner als V2 der Länge, am breitesten etwa auf Vs der Länge, von hier aus nach vorn stark, nach hinten sehr wenig konvergierend bis etwa Vi, Vorderende stark zugespitzt, etwas klaffend, Hinterende stumpf endigend. An der ersten Antn. ist das vierte und fünfte Glied nur undeutlich getrennt, das dritte, vierte, fünfte tragen eine verstärkte Borste. Penis mit langem, frei vortretendem Begattungsrohr, das eine Spirale von etwa 2V2 Umläufen bildet. Müller, Ostracoden. 109 Länge des Q 0,64—0,66 mm, des c^ 0,6—0,65 mm. Gaussstation, dort der häufigste Ostracode des Grundes. Der Schalenumriß paßt viel besser zu Loxoconcha als zu Ctjtheropteron, so daß ich die Form auch zunächst als Vertreter der erstgenannten Gattung ansprach, doch zeigt eine Untersuchung der Gliedmaßen, daß das Tier unzweifelhaft zu Cytheropteron gehört, die Gliedmaßen passen durch- aus zu dieser Gattung. Cytheropteron irregularis n. sp. Taf. XVIII, Fig. 2, 3, 8. Linke Schale des Q: Höhe deutlich größer, als V-. der Länge, am höchsten auf V2 der Länge, der Dorsalrand bildet eine flach S-förmig geschwungene Linie, ist in der hinteren Hälfte deutlich eingedrückt. Er grenzt sich gegen den Vorderrand auf V4 der Gesamtlänge in undeutlicher, stark abgerundeter Ecke ab, gegen den Hinterrand auf etwa Vs der Länge mit ziemlich deutlicher, aber Cytheropteron irregularis. vechte Schale des 9 154 x; Rechte Schale des (f 154 X; 3. Penis 394 X. stark abgerundeter Ecke. Der Vorderrand fällt in der dorsalen Hälfte fast geradhnig ab, ist in der ventralen Hälfte mäßig breit gerundet. Der Hinterrand bildet einen Winkel von ungefähr 90» mit stark abgestumpfter Ecke, der kürzere dorsale Schenkel des Winkels ist gerade oder flach konkav, der längere ventrale gerade, in der ventralen Hälfte flach konvex, er geht im flachen Bogen in den schwach gewölbten Ventralrand über. Flügelartige Fortsätze fehlen, doch ist die ventrale Fläche scharfkantig gegen die Seiten abgegrenzt, die Kante fällt im Profil meist zum Teil mit dem Ventralrand zusammen, scheint sie im Profil nie zu überdecken. Die Oberfläche ist mit scharfkantigen Rippen bedeckt, welche miteinander ein unregelmäßiges, weitmaschiges Netzwerk bilden. Alle Rippen heben sich deutlich und scharfkantig aus der Fläche, sind übrigens sehr verschieden hoch. Durch starke Ausbildung pflegen einige ausgezeichnet zu sein, welche etwa in der Höhe der Schließmuskel- ansätze verlaufen, doch ist ihr Verlauf, wie überhaupt der aller Rippen, ziemlich variabel. Im Grund der durch Rippen begrenzten Felder finden sich im Bereich fast der ganzen Schale kleine, scharf "C)^ oa Li -«.•'' .V, ,^X«i*%': > # * 2 10 Deutsche Südpolar-Expeditioii. konturierte, runde Gruben. Die Rippen erscheinen als verstärkte Wälle zwischen diesen kleinen Gruben. Die rechte Schale ist am höchsten deutlich vor V» der Länge, der Dorsalrand ist flach gewölbt, fällt nach hinten deutlich ab; der Vorderrand ist in seiner dorsalen Hälfte mehr weniger deutlich konkav, der Hinterrand ebenda deutlich eingedrückt. Das Profil der ganzen Schale wird am Dorsalrand durch die rechte, am Vorder- und Hinterrand durch die linke Schale bestimmt. • Schale des cf deutlich niedriger, nach hinten stärker abfallend. Vom Rücken gesehen Breite deutlich größer als Va der Länge, etwa Vi« (bei etwas klaffender Schale). Die Seiten bilden in der Mitte flache Bogen, konvergieren im vorderen Vs fast geradlinig zu dem vorderen zugespitzten Ende, im hinteren Vi in unregelmäßig gebrochener Linie zu dem abgestutzten Hinterende. Penis mit zwei beweglichen Fortsätzen, einem umfangreicheren, terminal zugespitzten und etwas medialwärts gebogenen, einer kürzeren und schlankeren, nach der Spitze hin wenig verbrei- terten und terminal abgestutzten. Zwischen beiden mündet das Begattungsrohr. Länge des O 0,5 — 0,55 mm, des o 0,48 mm. Vorkommen: Gaussstation, einer der häufigsten Cytheriden, im ganzen wurden gegen 100 Indi- viduen gesammelt. Cytheropteron gaussi n. sp. Tili. XVI, Fig. 1, 5. Linke Schale des 9= Höhe (abgesehen von den flügelartigen Fortsätzen, welche den eigent- lichen Ventralrand im Profil verdecken) etwa Vs der Höhe, am höchsten etwas hinter V.> der Länge, etwa auf Vg- Der Dorsalrand deutlich gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand in einem stumpfen Höcker abgegrenzt, neben dem er eine flache Bucht bildet. Der Vorderrand ist in seiner dorsalen Hälfte fast gerade, in seiner ventralen sehr breit gerundet; der Hinterrand ist kurz keilförmig zu- gespitzt, die Spitze, welche etwa auf Vn der Schalenhöhe liegen würde, ist breit, senkrecht abgestutzt. Ventralrand und Dorsalrand des Keiles sind fast gerade, der Ventralrand geht im flachen Bogen in den schwach S-förmig geschwungenen Ventralrand über. Dieser ist zum größeren Teil verdeckt von den flügelartigen Fortsätzen, deren ventraler Rand sich fast geradUnig wenig nach hinten senkt, auf etwa Vio der Länge eine stumpfwinklige Ecke bildet. Die Flügelränder überragen den (in der hinteren Hälfte etwas bauchig vorgewölbten) Ventralrand nur wenig. Oberfläche mit rund- lichen, mäßig scharf konturierten Gruben bedeckt, dieselben sind in der mittleren Partie ziemhch auffällig, was sie nur zum Teil ihrer Form, zum Teil der geringeren Durchsichtigkeit der Wälle zwischen den Gruben verdanken. Nach der Peripherie hin werden die Gruben kleiner und weniger auffällig, verschwinden ganz. Zwischen den Gruben heben sich einige mehr weniger auffällige flache Rippen, eine aus flachen Bogen zusammengesetzte, welche vom Auge ausgehend dem Dorsal- rand annähernd parallel verläuft; von ihr gehen etwa fünf zu den Scliließmuskelansätzen konver- gierende aus. (Die Auffälligkeit des Reliefs schwankt sehr nach der Behandlung, im allgemeinen ist Glyzerin für die Untersuchung günstiger, (loch können die Gruben auch in Kanadabalsam sehr scharf hervortreten, wenn die Leisten sehr undurchsichtig geworden sind.) Die rechte Schale ist deutlich höher (Höhe etwa -/a der Länge), ihr Dorsalrand ist stärker gewölbt, gegen den Vorderrand weniger deutlich abgegrenzt. Der Hinterrand ist nicht abgestutzt Müller, Ostracoden. 111 vielmekr abgerundet, in seiner dorsalen Hälfte mekr weniger deutlicli eingebuchtet. Im ganzen, besonders am Rücken bestimmt die rechte Schale die Kontur des ganzen Tieres, am Hinterrand mehr die linke. Schale des c? der des Q sehr ähnlich. Vom Rücken gesehen Breite etwa Vs der Länge, am breitesten auf V2 der Länge, die Seiten bilden im mittleren Vs flache Bogen, im vorderen V3 konvergieren sie fast geradlinig zu dem zu- gespitzten, wenig klaffenden Vorderende, im hinteren Vs verlaufen sie stark S-förmig geschwungen, die hinteren Ecken der Flügel sind ziemlich stark abgerundet, treten wenig hervor. Penis mit langem, dolchartigem Fortsatz, welcher die Länge der Basalstückes erreicht, nur an seinem lateralen Rand gegen das Basalstück abgegrenzt ist. Ein zweiter ähnlicher aber viel Cytheropteron gaussi. 1. Rechte Schale des 9 (die linke desselben Individuums siehe Taf. XVI, Fig. 1) 118 x; 2. Schale einer Larve (zugehörig?) vom Rücken gesehen 154 x. 3. Penis 206 X. kürzerer Fortsatz entspringt am medialen Rand des Basalstückes, er nimmt das Vas deferens auf; ein dritter Fortsatz entspringt zwischen beiden, er ist viel kürzer als der letztgenannte, haken- förmig gekrümmt. Länge des Q uiid ö" 0,74 — 0,78 mm. Vorkommen bei der Gaussstation in 385 m Tiefe; gefimden wurden elf reife Tiere und elf Larven, von denen aber zwei sich in der Form auffällig unterschieden (vergl. Textfig. Nr. 2), jeder Flügel trägt zwei Dornen, von denen einer an der hinteren Ecke des Flügels, einer am Hinterrand steht. Bei älteren Larven findet sich nichts von einer ähnlichen Bewaffnung, sie nähern sich in der Form sehr dem erwachsenen Tier, aber auch eine kleinere Larve ließ sie vermissen. Ich muß es dahin- gestellt sein lassen, ob diese Larven zu C. gaussi gehören oder Vertreter einer weiteren Art sind. 112 Deutsclie Südpolar-Expedition. Cjtheropteron statioiiis n. sp. Taf. XVI, Fig. 4, 7. Rechte Schale des rf : Höhe etwa *!■, der Länge, am höchsten auf V2 der Länge; Dorsalrand stark gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, Vorderrand ziemlich schmal gerundet, undeutlich gezähnt, Hinterrand in einen Fortsatz ausgezogen, der terminal breit und fast senkrecht abgestutzt ist; der Dorsalrand dieses Fortsatzes geht ohne Andeutung einer Grenze in den Dorsal- rand der Schale über, der etwas unregelmäßig gestaltete Ventralrand grenzt sich gegen den Ventral- rand der ganzen Schale in einer mehr weniger vortretenden Ecke ab, Ventralrand annähernd gerade. Keine flügelartigen Fortsätze, doch setzt sich die ventrale Fläche scharfkantig gegen die Seiten ab, und diese Kante kann im Profil mit dem Ventralrand zusammenfallen oder ihn verdecken, so in der vorderen Hälfte, während in der hinteren Hälfte der Ventralrand (stets?) im Profil sichtbar ist. Oberfläche mit Längs- rippen, von denen vier schwach nach hinten ab- steigende über den Schließ- muskelansätzen , drei oder vier in ihrer hinteren Hälfte schwach aufsteigende in der Höhe der Schließmuskel- ansätze bzw. ventral von ihnen liegen. Diese Längs- rippen sind durch Querrippen verbunden, so daß eine Die einzelnen Felder sind flache Gruben, Cytheropteron stationis. 1. liinke Schale des cf von der medialen Seite gesehen, die nicht verschmolzene Partie ist punktiert 118 X. 2. Penis 270 X. wenig regelmäßige, rhombische Felderung entsteht welche durch mäßig scharfe Rippen getrennt sind; die einzelnen Rippen sind meist durch Trübung der Schale ausgezeichnet, wodurch sich die Felderung viel deutlicher abhebt, als sie es durch das Relief allein tun würde. Diese Felderung ziemlich konstant. Porenkanäle zerstreut, auf- fällig, Verschmelzungslinie und der mit ihr zusammenfallende Innenrand (?) bilden am Ventral- rand eine unregelmäßige Bucht, deren Umfang ziemlichen Schwankungen unterworfen ist (vgl. Textfig. 1). Rechte Schale der linken ähnlich, der Dorsalrand stärker gewölbt, gegen den Vorder- rand hin bildet er eine sehr flache Bucht, gegen den Hinterrand hin ist er durch einen flachen Höcker abgegrenzt; hinterer Fortsatz schmäler als links, terminal gerundet. Da die linke Schale im Profil die rechte allseitig überragt, bestimmt sie allein das Profil des ganzen Tieres. Schale des Q der des cT sehr ähnlich. Vom Rücken gesehen Breite gleich V2 der Länge, am breitesten auf V? der Länge; die Seiten bilden Bogen, welche sich in schwach konkaver Linie dem Vorderende, in stärker konkaver Linie dem Hinterende nähern. Beide Enden zugespitzt; hinten überragt die linke Schale deutlich die rechte. Am Penis trägt das umfangreiche Basalstück einen ziemlich kleinen Aufsatz von unregel- mäßiger Form. Er ist zum großen Teil umzogen von einem sehr zarten, leicht zu übersehenden Anhang. MClleu, Ostracoden. 113 Länge von 9 ^^d cf 0,57 — 0,66 mm. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe, ziemlich häufig; im ganzen wurden 35 Individuen erbeutet, unter denen sechs Larven. Cytheropteron anoinalnm n. sp. Taf. XVI, Fig. .3, 6. Linke Schale des C: Höhe (bei Berücksichtigung der den Dorsalrand begleitenden Rippe) gleich Va der Länge, der Dorsalrand wird von einer dünnen Rippe begleitet, deren Form ziemlich wechselnd; bald ist ihr Rand gerade, bald mehr weniger unregelmäßig ausgebuchtet (zerbrochen?), entsprechend wechselt die Form des Dorsalrandes, ebenso die Abgrenzung gegen Vorder- und Hinter- rand, gegen beide ist er gewöhnlich nicht deutlich abgegrenzt. Vorderrand breit gerundet, mit wenigen stumpfen Zähnen. Hinterrand keilförmig verjüngt, die Spitze des Keils breit und fast senkrecht abgestutzt; der ventrale Rand des Keils gerade oder unregelmäßig eingebuchtet, gegen den Ventralrand meist durch eine Ecke abgegrenzt, Ventralrand annähernd gerade, nicht oder nur unbedeutend durch die Kante der Ventralfläche verdeckt. Keine Flügel, aber die Ventralfläche scharfkantig gegen die Seiten abgesetzt. Oberfläche mit zerstreuten, auffälligen Porenkanälen und umfangreichen Rippen. Solcher blattartig vortretenden Rippen unterscheiden wir folgende : eine den Vorderrand umziehende; sie ist stumpf gezähnt, reicht bis etwa ^U der Schalenhöhe; eine (zweite) den Dorsalrand begleitende, sie beginnt etwa da, wo die zuerst genannte aufhört, so daß sich beide für ein kurzes Stück decken, reicht annähernd bis zur hinteren Spitze. Eine dritte beginnt etwa auf halber Schalenhöhe in der Nachbarschaft des Vorderrandes, steigt im flachen Bogen auf, ver- läuft in der mittleren Schalenpartie der ebengenannten annähernd parallel, senkt sich, um auf etwa V? der Schalenlänge und V2 der Schalenhöhe zu enden. Eine weitere (vierte) Rippe beginnt am Vorderrand, etwa in der Höhe des oberen Randes der Schließmuskelansätze, verläuft annähernd horizontal nach hinten bis etwa zu der Stelle, an der die dritte Rippe endigt. Eine fünfte Rippe umsäumt die Kante, in der sich die Ventralfläche von den Seiten absetzt; sie beginnt ebenfalls am Vorderrand, nahe dem Ventralrand, senkt sich wenig, kann den Ventralrand im Profil verdecken, steigt von etwa '^|^ an deutlich auf, begleitet den Hinterrand, dem sie annähernd parallel verläuft, in einiger Entfernung; sie endet etwa an der Grenze von Hinter- und Dorsalrand. Weitere zwischen den letztgenannten und dem Ventralrand verlaufende Rippen entziehen sich im Profil der Beobachtung fast voUständig. Zwischen der dritten und vierten sowie vierten und fünften Rippe finden sich noch einige ebenfalls scharfkantig, aber weniger stark erhobene Rippen in verschiedenen Abstufungen der Höhe bis zu flachen undeutlichen Kanten; sie bilden ein groß- maschiges, unregelmäßiges Netzwerk. Während der Verlauf der zuerst beschriebenen Rippen ziem- lich konstant (soweit das geringe Material ein Urteil gestattet), ist der dieser letztgenannten außer- ordentlich variabel. Vielleicht finden sich hier sekundäre Geschlechtsmerkmale. Der Raum zwischen den Rippen ist mit kleinen rundlichen Gruben erfüllt, die indessen meist sehr undeutlich sind. Die rechte Schale weist bemerkenswerte Unterschiede auf, die anscheinend konstant sind: die den Vorderrand begleitende Rippe hört bald über halber Schalenhöhe auf, reicht nicht bis zum Anfang der zweiten. Zwischen der zweiten und dritten Rippe verläuft eine weitere umfangreiche, die etwa bis zur Grenze von Dorsal- und Hinterrand reicht. Die fünfte Rippe endet früher, reicht nur etwa Deutsche SUiliiular-ExiJfilitiüu. X. Zoologie. II. ^" 114 Dcutsclie Siidpolar-Expedition. bis zur hinteren ventralen Ecke. Schale des rf der des 9 ähnlich. Ob Unterschiede, die sich im Verlauf der zwischen der zweiten und dritten, dritten und vierten Rippe liegenden Linien finden, konstant sind, vermag ich nicht zu entscheiden. Vom Rücken gesehen, ist die Breite (unter Berücksichtigung der Rippen) etwa ^/a der Länge, die Seiten sind annähernd parallel und geradlinig; sie bilden auf etwa V3 der Länge einen stumpfen Winkel mit mehr weniger abgerundeter Ecke (ob die bei dem abgebildeten Individuum vorhandene Asymmetrie zwischen rechter und linker Schale konstant ist, vermag ich nicht zu sagen), wenden sich von hier an in annähernd gerader Linie zur klaffenden Spitze. Insoweit werden die Konturen gebildet von der oben als vierte be- zeichneten Rippe; da, wo diese aufhört, sich entsprechend die Schalenkontur (auf etwa ^U der Länge) medialwärts wendet, er- scheint die dritte Rippe, welche in der vorderen Hälfte dem.Schloß- rand parallel verläuft, sich etwas hinter ^Z, der Länge stark nach außen wendet und sich sowohl über das Ende der vierten Rippe wie auch über die Ränder der eigentlichen Schale breit herüber- legt; die Schale erreicht da, wo die dritte Rippe die Kontur be- stimmt, also etwa von ^1-, — ^Z, annähernd die gleiche Breite wie im Bereich der vierten Rippe. Auf etwa V? bildet die Kontur eine abgerundete Ecke, wendet sich fast senkrecht zur Mitte. Das letzte V? wird gebildet von einem Fortsatz von etwa V;i der Gesamtbreite, welcher unregelmäßig zugespitzt endigt. Am Penis ist das Basalstück viel weniger frei vom Körper abgesetzt, es trägt zwei Fortsätze, einen hakenartig medialwärts gebogenen und einen kolbenartigen. Länge des Q 0,48 — 0,51 mm, des J' 0,54 mm. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe, gefunden wurden 4 j und 1 cf. Cytheropteron anomalum. Penis .'iS.S ^,. Eucytherura G. W. Müller. Vergl. G. W. Müller 1894, p. .%.'). Eucjtlierura punctatii 11. s[i. Taf. XVII, Fig. 2, 9. Linke Schale des 9= Höhe wenig über ^Zs der Länge (bei Bestimmung der Höhe, wie über- haupt im folgenden, ist zunächst von dem flügelartigen Fortsatz, welcher den Ventralrand zum Teil verdeckt, abgesehen), Dorsalrand annähernd gerade, dem Ventralrand wenigstens in seiner vorderen Hälfte parallel; er grenzt sich auf etwa Vo der Länge in stumpf winkHger, gerundeter, aber deut- licher Ecke gegen den breit gerundeten Vorderrand, auf etwa ''U der Länge in sehr stumpfwinkliger, aber deutlicher Ecke gegen den Hinterrand ab. Der Hinterrand bildet einen spitzen Winkel, dessen Spitze schräg abgestutzt ist; die Ecke, welche der ventrale Schenkel mit der Abstutzung bildet, ist, wenn wir von der den eigentlichen Schalenrand überragenden, lippenartigen Bildung absehen, spitzwinklig, der ventrale Schenkel geht im flachen Bogen in den N'entralrand über. Vorderrand und Hinterrand sind von einer durchsichtigen Lippe begleitet, welche fast den ganzen Vorderrand in gleicher Breite umzieht, nur in der Nachbarschaft der vorderen dorsalen Ecke sich verschmälert; am Hinterrand beschränkt sie sicli auf die dorsale Hälfte des ventralen Schenkels, beginnt hier MüLLEii, Ostracoileii. ||5 breit, verschmälert sich dorsalwärts. An beiden Enden ist sie von Rippen durchzogen, von denen aber nur eine des Hinterrandes als Spitze den Rand überragt. Die flügelartigen Fortsätze beginnen am Vorderrand, heben sich fast von Anfang an scharfkantig ab. Ihr Rand senkt sich, so daß er etwa von V3 der Schalenlänge an den Ventralrand verdeckt, ohne ihn weit zu überragen; er bildet einen flachen Bogen, der etwa auf V7 der Schalenlänge mit nach hinten gerichtetem, abgerundetem Fort- satz endet. Die Oberfläche ist durch flache Leisten in polygonale Felder geteilt. Die Felder sind ziemlich dicht und auffällig punktiert, die Leisten sind frei von Punkten, und diese Verteilung der Punkte macht die Felderung viel auffälHger als die Leisten; häufig sind die Punkte in der Nachbar- schaft der Leisten zu dichten Reihen gehäuft, was die Leisten noch stärker hebt. Vom Rücken gesehen, ist die Breite bei Berücksichtigung der die Flügel umziehenden durch- sichtigen Lippe etwa ^/;j der Länge, ohne die Lippe etwa ^/g. Sehen wir von der Lippe ab, so ist sie auf etwa^/o der Länge am breitesten; die durch die Flügelränder gebildeten Seiten bilden sehr flache Bogen, an deren Stelle im vorderen V3 flache, konkave, zur Spitze konvergierende Bogen treten. Nach hinten werden die Bogen stärker, wenden sich stark medialwärts, treffen Euctyherura punctata, auf V9 der Länge und V<, der Breite (von der '• """«'«^ Körperende des , 270>, 2. Zweite thorakale Glied- Mitte gemessen) mit dem Rand der eigent- Uchen Schale zusammen, bilden mit ihm einen deutlichen, einspringenden Winkel. Dieser Flügelrand wird umzogen von einer breiten, durchscheinenden Lippe, welche direkt hinter dem Vorderende beginnt, bis zu dem eben erwähnten einspringenden Winkel reicht; sie bewahrt im ganzen Umfang annähernd die gleiche Breite, wird nur nahe dem Hinterende der Flügel etwas breiter, sie ist in ihrer hinteren Hälfte von Rippen durchzogen, die aber den Rand nicht überragen oder vorwölben. Der nur in den hintersten '-/o der Länge sichtbare eigentliche Schalenrand verläuft von dem eben erwähnten einspringenden Winkel in deutlich S-förmig geschwungener Linie zum zugespitzten Hinterende. Im Bau der Gliedmaßen scheint bemerkenswert, daß die beiden Borsten am Hinterrand des ersten GUedes des ersten und zweiten Thoraxbeines deutlich verschieden lang sind. cf unbekannt. Länge des 9 0,62 mm. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe. Gefischt wurden 3 Q, 1 Larve im Dezember 1902, Januar, Februar 1903. Eucjthenira (?) aiitarctica n. sp. 'laf. XVI. FiR. 2, 8. Schale des Q derb, dickwandig: Höhe (bei deren Bestimmung ist, wie überhaupt bei Beschreibung der Kontur, zunächst von dem flügelartigen, den Ventralrand zum Teil verdeckenden Fortsatz abgesehen) etwa V^ der Länge, Dorsalrand annähernd gerade, dem Ventralrand annähernd parallel; er bildet auf etwa V4 seiner Länge mit dem Vorderrand, auf ^4 seiner Länge mit dem Hinterrand eine stumpfwinklige, stark abgerundete Ecke. Vorderrand sehr kurz und breit gerundet, die Rundung liegt besonders in der ventralen Hälfte, wo sie drei flache, aber deutHche Spitzen zeigt. Der Hinter- 15* 116 Deutsche Siidpolar- Expedition. rand bildet einen spitzen Winkel mit schräg abgestutzter Spitze, die Spitze des Winkels würde etwa auf ^U der Höhe liegen, die sehr deutliche Spitze, welche der ventrale Schenkel des Winkels mit der abstutzenden Linie bildet, liegt auf etwa -,'3 der Höhe; die Ecke zwischen Hinterrand und Ventralrand ist stark abgerundet. Die Schale ist flügelartig verbreitert, die Flügel verdecken im Profil den Ventralrand zum größeren Teil, überragen ihn um etwa Vg der Schalenhöhe, sie bilden einen flachen Bogen, der vorn etwa auf V3 der Schalenlänge beginnt, hinten auf Vs endigt, hinten bildet er eine scharfe Spitze, von der aus sich der Hinterrand der Flügel wenig nach vorn wendet. Die Oberfläche zeigt längliche, durch flache Rippen begrenzte Felder; wir finden hinter den Schließ- muskelansätzen drei senkrechte Reihen solcher Felder, deren jede aus etwa fünf Feldern besteht; vor diesen Reihen liegen noch einige derartige, weniger regelmäßige Felder. Ferner zeigt die Schale flache, aber scharfe Rippen, so am Rand der Flügel und von den Flügeln auf die eigentliche Schale übergehend. Diese Rippen können bis zum Schalenrand reichen, am Rand als flache Spitzen zum Eucythenira antarctica. 1. Hinteres Körperende des Q 270 x; 2, 3. Zweite und erste Antn. des 9 388 x; 4. Die ;i. terminalen Glieder des 1. Thoraxbeines 388 x; 5. Maxille 388 X. Ausdruck kommen, so in der ventralen Hälfte des Vorder- und Hinterrandes, doch erreichen nicht alle Rippen, welche in solch flache Spitzen auslaufen, den Rand der Flügel. Die Oberfläche zeigt zerstreute, ziemlich auffällige Porenkanäle. Die verschmolzene Zone ist breit, von wenigen schlanken, distal erweiterten Porenkanälen durchzogen. Vom Rücken gesehen, breit; Breite etwa Vs der Länge; in der Mitte (von etwa -/s — Va der Länge) sind die Seiten etwa parallel, im vorderen V3 konvergieren sie in etwas geschwungener Linie zu der klaffenden Spitze. Nach hinten konvergieren sie von V3 der Länge an bis zu V5 der Länge, wo sich die hintere Spitze der Flügel findet. (Bei dem gezeichneten Individuum war diese Spitze nur rechts deutlich, links unterdrückt, anscheinend aber nicht abgebrochen, bei dem anderen Individuum war sie beiderseits annähernd gleich stark entwickelt.) Der Hinterrand der Flügel ist schwach geschwungen, er steht annähernd senkrecht auf der Sagittalebenc iiiul wird in seinem proximalen Teil verdeckt durch die hintere Schalenhälfte, deren Ränder in deutlich konkaver Linie zu dem hinteren abgestutzten Ende konvergieren. Es ist mir nicht möglich gewesen, ein genügendes Bild vom Bau der Gliedmaßen zu erhalten, da ich l)ei dieser sehr winzigen Form auf nur zwei Individuen angewiesen war. In einer Reihe von Punkten zeigt sie weitgehende Übereinstimmung mit Euci/thernra. in zwei Organen beträchtliche Abweichungen, nämlich im Bau der ersten Antn. und der Furca. Die erste Antn. unterscheidet Müller, Ostracoden. 117 sich von der der typischen Vertreter der Gattung und überhaupt der Unterfamilie der Cytherurinae durch die langen dünnen Borsten der letzten Güeder, welche die Länge der vier letzten Güeder erreichen. Ferner läßt das vorletzte Glied seine Zusammensetzung aus drei verschmolzenen GUedern, die ich als fünf, sechs, sieben auffasse (vgl. G. W. Müller 1894, p. 30) erkennen; die Art würde dadurch ursprünglichere Verhältnisse zeigen als die anderen Arten der UnterfamiUe, überhaupt als die Mehrzahl der Cytheriden, würde ein verbindendes Glied herstellen zwischen den Cytherurinae und der im Bau der ersten Antn. (und anderen Charakteren) ursprünglichsten Cjiiheriden: Sclero- chilus, Pseudocythere, Microcythere. Andererseits entfernt sie sich von diesen Formen dadurch, daß das siebente GHed eine Borste trägt, was mir nur bei Paracythere begegnet ist. Weiter entfernt sich die Form von Eucytherura durch die Form der Furca, die nur drei (?) Borsten besitzt. Anscheinend fehlt auch dem Tier das paarige Auge. Es würde unter diesen Umständen berechtigt oder gefordert erscheinen, für die Art eine neue Gattung aufzustellen; ich würde diese Forderung auch erfüllt haben, wenn ich in der Lage wäre, eine etwas vollständigere Darstellung der Ghedmaßen zu geben. Da die Form unzweifelhaft in die nächste Verwandtschaft der Gattung gehört, mag sie hier zunächst verbleiben. Größe des 9 0,5 mm. Gaussstation , 1 9 i^i Dezember 1902, 1 9, 1 Larve im März 1903. Cytherois G. W. Müller. VerRl. G. W. Müller 1894, p. 309. Die Gattungsdiagnose muß dahin abgeändert werden, daß sich die Be- haarung der letzten Gheder des dritten Thoraxbeines nicht stets findet. Cytherois ovalis n. sj). Schale des cT (ganzes Tier): Höhe annähernd Va der Länge, am höchsten etwa auf Vs der Länge, Dorsalrand gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, beide Enden gerundet, das Hinterende etwas breiter als das vordere. Ventral- rand fast gerade. Oberfläche mit zerstreuten, auffälligen Porenkanälen. Verschmolzene Zone schmal, von einzelnen kiirzen, dicken Porenkanälen durchsetzt. Oberfläche mit feiner, dichter Horizontal- streifung. Die rechte Schale überragt im Profil die linke. Schale des 9 der des d" sehr ähnhch. Der eine Kaufortsatz der Mandibel ungezähnt, der andere mit zwei kurzen, spitzen Zähnen. Penis mit zwei Fortsätzen, einem lateralen breiteren mit S-förmig geschwungenem Rand, und einem medialen schlankeren, stabförmigen, beide sind medialwärts gewandt. Cytherois ovalis. ] . Endstück der Spinnborste 393 x ; 2. Basa^glied der beiden Mandibeln 303 x; 3. Drittes Tboraxbein 393 x; 4. Penis 270 X; 5. Schale des ganzen Tieres, dorsal bezeichnet die kräftige Linie den Rand der linken, die zartere den überragenden Rand der rechten Schale 154 X. 118 Deutsche Südpolar-Exjiedition. Länge des O und c? 0,55 mm. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe. Gefunden wurden zwei Q, vier c? im Februar 1903. Die Art hat große Ähnlichkeit mit Cytherois incongruens G. W. Müller 1894, p. 311, unter- scheidet sich von dieser Art durch die deuthch gestrecktere Schale, den anderen Verlauf des Innen- randes und die feine Streifung, welche incongruens fehlt. Unterschiede finden sich ferner im Bau der Mandibel und des Penis. Cytherois iniiior n. sj). Neben C. ovalis fanden sich zwei Exemplare einer kleineren Art. Die Schale unterscheidet sich, abgesehen von der geringeren Größe, durch den Mangel der feinen Streifung. Sonst habe ich keine Unterschiede auffinden können. Auch .'m Bau der Gliedmaßen habe ich keine Unterschiede gefunden. Der Penis trägt nur einen Fortsatz, der breit, schnabel- artig zugespitzt ist. Länge von O und cf 0,45 mm. Vorkommen : Gaussstation in 385 m Tiefe; Februar 1903 1 9, 1 c^- Cytherois minor. 1. Penis 393 x; '2. Schale des ganzen Tieres, die mittlere der .3 am Kücken sichtbaren Linien bezeichnet den ]\and der linken Schale, der von der rechten stark überragt wird. 154 x. Paradoxostoma Fischer. Vergl. G. W. Müller 1904, p. 312. Paradoxostoma hypselnm n. sp. Taf. XTX, Fig. 7. Schale des Q: Höhe deutlich größer als Va der Länge, annähernd Vs; am höchsten etwas hinter der Mitte. Dorsalrand stark gewölbt, Vorderende schmal gerundet. Der Dorsalrand bildet mit dem Hinterrand eine deutHche, wenig abgerundete Ecke, die etwas über Vs der Höhe liegt. Der Hinter- rand geht im flachen Bogen in den Ventralrand über, letzterer schwach ausgebuchtet. Oberfläche mit zerstreuten, nicht sehr auffälligen Porenkanälen. Verschmolzene Zone sehr schmal, nur in der Mund- gegend wenig breiter, randständige Porenkanäle in geringer Zahl vorhanden, besonders in der hinteren Schalenhälfte weit voneinander stehend. Die subdermalen Zellen erwecken den Anschein einer un- deutlichen Fclderung. Schale des cT der des C sehr ähnlich (die subdermalen Zellen fehlen natürlich). An der Maxille fehlt der Taster, der erste Kaufortsatz (am vorderen Rand gemessen) etwa Vi so lang wie der zweite und dritte, mit zwei sehr ungleich langen Borsten. Die Endklauen der Thoraxbeine gefiedert, die des 1. und 2. sehr fein, die des 3. deutlicher. Penis: Das Basalstück trägt zwei Fortsätze, einen umfangreichen lateralen etwa von Schnabel- t'orin iin) Ein Vergleich mit verwandten Arten, z. B. /'. simile, niaelit es wahrscheinlich, daB diese zartere Partie ein besonderer Fortsatz ist; an dem einen untersuchten Individuum konnte ich mir darüber keine Klarheit verschaffen. Deutsclie Sildpular-Expedition. X. Zoologie II. IG 122 Deutsche Südpolar-Expedition. Länge des C 0,78 mm, ,J wenig kleiner. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe, erbeutet wurden 2 9. 1 o (V. 1902, II. 1903). Die Art steht P. simile G. W. Müller (1904, p. 318, Taf. 23, Fig. 2, 27) sehr nahe, unterscheidet sich in der Schalenform durch die abgestutzte hintere Ecke, ferner durch die Form des Penis. rariuloxostoiiiii sp. Unterm 5. I. 1902 wurde ein 9 einer Art gefischt, die mit keiner der anderen von der Gauss- station beschriebenen identisch ist. Da die Schale zertrümmert, auch sonst das Tier defekt, habe ich auf eine Beschreibung verzichtet. Paracytherois G. ^\^ Müller. Paracylherois G. W. Müller 1904, p. 324. Piiracj'therois siniilis n.sp. Schale des 9 (rechts): Höhe etwa Vs der Länge, am höchsten etwas hinter V2 der Länge. Dorsal-, rand stark gewölbt, gegen Hinter- und Vorderrand nicht abgegrenzt, beide Enden schmal gerundet, das hintere wenig breiter als das vordere. Oberfläche mit zerstreuten, mäßig auffäUigen Poren- kanälen. Der Innenrand steigt von der Augengegend im flachen Bogen ab bis zu einer Ecke, die etwa auf Vs der Schalenlänge und V« der Schalenhöhe liegt, steigt von hier etwa senkrecht auf bis zur Höhe des unteren Randes der Schließmuskelansätze, umzieht den unteren Rand der Schließmuskelansätze in S-förmig geschwungener nach hinten aufsteigender Linie, wendet sich im Bogen wieder nach vorn um etwa auf Vie der Länge und in etwa gleicher Höhe mit der vorderen Ecke eine abgerundete spitz- winklige Ecke zu bilden. Von hier steigt er langsam im flachen geknickten Bogen zum Dorsalrand auf. Die Verschmelzungslinie liegt am Vorderende, nicht weit vom Schalenrand, verläuft diesem anfangs parallel, steigt aber bald auf, um sich dem Innenrand zu nähern, den sie auf etwa halber Länge des vorderen absteigenden Bogons trifft. Von hier aus fällt sie mit ihm zusammen bis etwa zur hinteren der eben bescliriebenen Ecken. Von hier aus nähert sie sich wieder dem Schalenrand, in dessen Nachbarschaft und dem parallel sie bis zum Ende verläuft. Die verschmolzene Zone ist von einzelnen schlanken Porenkanälen durchzogen, von denen nur wenige eine deutliche Erweiterung zeigen. Oberfläche mit sehr feiner, paralleler Längsstreifung. Länge des ', 0,48—0,52 mm, c^ unbekannt. Ich bedaure keine weiteren Angaben über die Anatomie machen zu können. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe, ein 9 im XI. 1902, zwei O im IL 1903. Die Art steht P. rara G. W. Müller (1894, p. 325, Taf. 22, Fig. 12, 14, 23) sehr nahe, unter- scheidet sich von ihr in folgenden Punkton: mm ist viel gestreckter (1 : 3), die Bucht, welche Innen- Paracytherois similis. Schale des 9 154 X. MüixEit, Ostracoden. 123 rand und Verwachsungslinie bilden, ist bei rara viel breiter (etwa -/s der Schalenlänge, bei similis etwa ^/s), die Ecke, welche sie nach hinten abgrenzt, ist bei rara stumpfwinkUg, bei similis spitz- winklig. Paracytlierois vanhöifeiii n. sp. Schale des 9= Höhe etwa Vs der Länge, am höchsten etwas hinter V2 der Länge. Dorsalrand stark gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, beide Enden schmal gerundet, das hintere deutUch schmaler als das vordere. Ventralrand fast gerade. Oberfläche mit zerstreuten, auffälhgen Porenkanälen, keine Streifung. Die VerschmelzungsHnie verläuft in ganzer Länge dem Schalenrand annähernd parallel, in mäßiger Entfernung vom Schalenrand, die verschmolzene Zone ist von einzelnen schlanken Porenkanälen durchsetzt (die des Ventralrandes waren wegen der dort herrschenden Trübung nicht zu erkennen). Der Iimenrand fällt fast in ganzer Länge mit der Paracytherois vanhöffeni. 1. F,ndglieder der '2 Antn. des 9 270x; 2. Hinteres Körperende des 9 "JTOx; des 9 393 X; 4. Linke Schale des 9 lö4x. 3. Zweite Antn. Verschmelzungslinie zusammen, nur nahe dem Vorder- und Hinterende schneidet er von dem Bogen der Verschmelzungslinie ein kurzes Stück ab; dasselbe ist vorn etwas größer als hinten, cf unbekannt. Länge des 9 0,57 mm. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe (drei 9 im VL 1902 und I. 1903). Die Art unterscheidet sich durch Schalenform und Verlauf des Innenrandes zur Genüge von den bekannten Arten der Gattung. Paracytherois parallela n.sp. Taf. XIX, Fig. 4. Schale des cj" : Höhe etwa Vs der Länge, am höchsten etwa auf 74 der Länge; hier bildet der Dorsalrand eine deutUche, wenig abgerundete, stumpfwinkHge Ecke, von der aus er nach vorn sehr schwach in annähernd gerader Linie abfällt bis zu etwa V4 der Länge, wo er in stark abgerundeter stumpfwinkliger Ecke in den Vorderrand übergeht. Nach hinten fällt der Dorsalrand von dem höchsten Punkt aus ebenfalls geradlinig aber stärker als nach vorn ab. Hinterende der Schale keil- förmig zugespitzt, die wenig abgestumpfte, etwas unregelmäßig gestaltete Spitze des Keils hegt deutHch über V2 der Höhe, annähernd auf V3, die ventrale Seite des Keiles wie die dorsale gerade, sie geht im flachen Bogen in den schwach eingebuchteten Ventralrand über. Vorderende eben- falls keilförmig zugespitzt, aber der Keil kürzer, an seiner Spitze stark abgerundet. 16* 124 Deutsche Südpolar- Expedition. Oberfläche mit zerstreuten Porenkanälen von verschiedener Größe, verschmolzene Zone breit, von vereinzelten schlanken, zum Teil in der Mitte erweiterten Porenkanälen durchzogen. Die Ver- schmelzungslinie fällt im Bereich des Ventralrandes mehr oder weniger vollständig mit dem Innen- rand zusammen, in der hinteren Hälfte scheint sie sich stets von ihm zu entfernen. Diese Ver- hältnisse unterliegen starken Schwankungen. Oberfläche mit feiner und dichter Längsstrcifung, die Streifen biegen am Vorder- und Hinterende parallel dem Schalen- rand um, konvergieren gruppen- weise nach den Spitzen hin. Schale des Q der des cf sehr ähnlich. Penis mit kolbigem Fortsatz und halbkreisförmigem, frei vor- tretendem Begattungsrohr. Länge von '^ und cf 0,63 mm. Vorkommen: Gaussstation in 385 m Tiefe (ein C, ein cf, eine Larve XL 1902, IL 1903). Die Art unterscheidet sich durch ihre sehr charakteristische Schalenform zur Genüge von den bekannten Vertretern der Gattung. Paracytherois sp. Zwei weitere Arten der Gattung, welche sich ebenfalls bei der Gaussstation fanden, waren nur durch je eine Larve vertreten, so daß ich auf eine Beschreibung verzichte. Eine der Arten steht anscheinend P. oblonga G. W. Müller (1894, p. 326, Taf. 22, Fig. 4, 20) nahe. Paracytherois parallela. Linke Schale des J' 158 x. G. W. MÜLLER 1894, p. 327. Micro cytliere G. W. Müller. Microcythere frigida n. sp. Taf. XIX, FiR. 12, 13. Linke Schale des 9 : Höhe etwa V9 der Länge, am höchsten etwa auf '/s der Länge. Dorsalrand deutlich gewölbt, gegen den Vorderrand nicht abgegrenzt; nach hinten verläuft der Bogen ohne Andeutung einer Ecke bis zu einer annähernd rechtwinkligen, mäßig stark abgerundeten Ecke, in der sich Hinterrand und Ventralrand gegeneinander abgrenzen. Vorderende schmal gerundet, Ventralrand deutlich konvex. Oberfläche mit vereinzelten, wenig auffälligen Porenkanälen. Der Innenrand verläuft etwa halbwegs zwischen Vorderende und Schließmuskelansätzen annähernd senk- recht, auch am Hinterende entfernt er sich weit vom Schalenrand. Die Verschmelzungslinie verläuft dem Schalenrand annähernd parallel, in mäßiger Entfernung von ihm, entfernt sich am Vorder- und Hinterende weit vom Innenrand, während sie am Ventralrand (vollständig?) mit ihm zusammenfällt. Die verschmolzene Zone ist von wenigen unverzweigten, an ihrer Basis nicht scharf abgesetzten Porenkanälen durchsetzt. Rechte Schale der linken ähnlich, die hintere Ecke etwas deutlicher. Schale des o etwas gestreckter, sonst der des V ähnlidi. \um liückcn gesehen (freihegend ohne Stütze) neigt sich die Schale stark nach rechts; sie ist länglich eiförmig, die Breite beträgt Müller, Ostracoden. 125 deutlich weniger als V2 der Länge, die größte Breite liegt etwa auf Vö der Länge, die linke Schale umfaßt die rechte; der Raum zwischen den Hauptzähnen des Schlosses glatt, nicht gezähnt. An der ersten Antn. ist das zweite und dritte (zweite + dritte und vierte) Glied am Dorsal- rand lang und dünn behaart, das dritte (vierte) Glied trägt terminal eine, das (aus Verschmelzung des ursprünglich fünften und sechsten Gliedes hervorgegangene) vierte trägt drei in der basalen Hälfte verdickte Borsten; diese Borsten sind biegsam, der schlanke, distale Teil ist nicht scharf - winklig gegen den proximalen abgegrenzt. Die Borste amVentraband des zweiten Ghedes lang, sie reicht etwa bis zur Spitze der Gliederreihe; das letzte sehr kleine Glied trägt nur zwei Borsten, von denen eine distal undeutlich kolbig verdickt. Der Penis mit kompliziert gestaltetem Auf- satz (vergl. Taf. XIX, Fig. 12). Länge des 9 und c? ^A didi- Gaussstation , ziemlich selten, es wurden sieben Individuen gesammelt. Die Art ist der M. nana G. W. Müller (1894, p. 329) nahe verwandt, unterscheidet sich von ihr durch den Verlauf des Innenrandes in der hinteren Schalenhälfte, durch den Bau der ersten Antn. und des Penis. Microcythere frigida. 1. Rechte und linke Schale des Q 154 x; 2. Linke Schale des (f 154 x; 3. Schale des Q vom Rücken gesehen, freiliegend, 154 x. Xestoleberis G. 0. Sars. Vergl. G.W.MÜLLER 1894, p. 332. Xestoleberis rigusn n. sp. Taf. XIX, Fig. 10. Linke Schale des 9= Höhe annähernd -/.•) der Länge, am höchsten wenig hinter V2 der Länge, Dorsalrand gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, Vorderrand schmal, Hinter- rand sehr breit gerundet. Ventralrand fast gerade (der eigentliche Ventrah-and ist im Profil durch die darüber liegende Ventralfläche der Schale verdeckt). Oberfläche mit mäßig großen Porenkanälen ziemlich dicht bedeckt. Verschmolzene Partie nur am Vorderrand sichtbar, wo sie von einzelnen kurzen, plumpen Porenkanälen durchsetzt wird, übrigens im Profil nicht sichtbar. Rechte Schale der linken ähnlich, wenig höher, der Ventralrand deutUch eingebuchtet, das Vorderende bisweilen mit Andeutung einer Ecke. Schale des (f wenig höher, der Dorsalrand viel stärker gewölbt, das Hinterende ziemlich schmal, wenig breiter als das Vorderende gerundet; der Ventralrand konvex. Vom Rücken gesehen ist das 9 sehr breit. Breite annähernd V4 der Länge, am breitesten etwa auf Va der Länge ; die Seiten bilden Hache Bogen, welche nach vorn bis zu etwa V4 der Länge wenig, von da an stark konvergieren, hier schwach eingedrückt (konkav) sind. Hinterende sehr breit gerundet, Vorderende zugespitzt, die Spitze abgestutzt. 126 Deutsche Südpolar-Expedition. Schale des c^ vom Rücken etwas schmaler, Breite etwa Vio der Länge, am breitesten etwas vorVa. Die Seiten bilden starke Bogen, welche sich dem Vorder- und Hinterende ungefähr gleich schnell nähern; das Hintcrende viel schmaler gerundet als beim C , das Vorderende ähnlich gestaltet wie beim 9- Schale in beiden Geschlechtern nur wenig getrübt. Xestoleberis rigusa. 1. Linke Schale des rf; 2. Rechte und linke Sclialo des V; :^. cf, 4. Q vom Rücken Fig. 1—4 116X; 5. Vordernuid der Schale des Q 270 X; G. Drittes Thoraxbein 270 X. Drittes Thoraxbein mit zwei Borsten am Vorderrand des proximalen Gliedes, die Borste am Ende des zweiten Gliedes lang und schlank, fast so lang wie die beiden letzten Glieder zusammen, die Endklaue ebenfalls lang und schlank, etwas länger als die beiden genannten Glieder. Penis mit kurzem, terminal breit gerundetem Aufsatz. Das Vas deferens nähert sich der Basis stärker als gewöhnlich, auf etwa Vo der Gesamtlänge des Penis, bildet eine sehr langgezogene Schhnge. Länge des '.. 0,63— 0,66 mm, des -i^ 0,55— 0,57 mm. Vorkommen: Gaussstation, ziemlich häufig, im ganzen wurden 34 Individuen gefischt. MOller, Ostracoden. 127 Xestoleberis capensis n.sp. Linke Schale des cf : Höhe etwa Vg der Länge, am höchsten etwas hinter halber Länge, Dorsal- rand ziemUch flach gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt; beide Enden ziemlich breit gerundet, das hintere deuthch breiter als das vordere. Der Hinterrand geht ohne Andeutung einer Grenze in den flach S-förmig geschwungenen Ventralrand über. Oberfläche ziemUch dicht mit großen, auffälligen Porenkanälen bedeckt. Die Verschmelzungslinie ist fast im ganzen Umfang im Profil sichtbar, nur etwa in der Mitte des Ventrakandes entzieht sie sich mehr oder weniger vollständig der Beobachtung. Die verschmolzene Zone wird durchsetzt von zweierlei Porenkanälen, Xestoleberis capensis. 1.— 3. Schale des c^ 154X; 4.-G., I.. "2., 3. Thoraxbein 395X; 7. Penis 270X; 8., 9. Vorderer Schalenrand des 9 und ci' von außen unter Deckglas 270 X; 10. Hinteres Körperende des Q 395 X, F Furca, u iinpaar. kurzen dicken, an der Basis nicht scharf abgesetzten, sie endigen in ähnlicher Weise wie die flächenständigen, und längeren schlanken, an der Basis scharf abgesetzten mit wenig auf- fälligem Punkt. Beiderlei Porenkanäle stehen annähernd regelmäßig abwechselnd am Vorderrand, in der vorderen Hälfte des Ventralrandes fehlen die kurzen dicken Kanäle (resp. ihre Mündung fällt mehr oder weniger vollständig auf die Verschmelzungslinie), am Hinterrand fehlen anscheinend stets die schlanken Kanäle. Die Verhältnisse sind mancherlei Schwankungen unterworfen, beispiels- J28 Deutsche Südpolar-Expedition. weise können die schlanken Kanäle aus den dicken nahe deren Spitze entspringen, in welchem Fall sie sich leicht der Beobachtung entziehen, so besonders am Vorderrand der linken Schale des cf (Fig. 9), Schale etwas getrübt, der nierenförmige Fleck sehr klein. Rechte Schale der linken ähnlich, an der Grenze von Hinter- und Ventralrand eine mehr oder weniger deutliche stumpfwinklige Ecke. Schale des C^ der des 0' ähnlich, wenig höher. Vom Rücken gesehen {rj") Breite etwa V2 der Länge (die gezeichnete war nicht vollständig geschlossen), am breitesten auf V2 der Länge; die Seiten bilden Bogen, welche ohne Andeutung einer Grenze zu den beiden Enden verlaufen, Vorder- ende zugespitzt, Hinterende gerundet. Die Klauen der drei Thoraxbeine in ganzer Länge gleichmäßig gebogen; das zweite Glied des dritten Beines am Vorderrand behaart, mit sehr kleiner terminaler Borste; die Furcalborsten sehr kräftig, auffallend verschieden lang. Am Penis ist der Aufsatz schlank, keilförmig zugespitzt, die Form scheint konstant zu sein; das Vas deferens ist im Bereich des eintretenden und des austretenden Astes deuthch S-förmig geschwungen, an der Grenze beider Äste bildet es eine längliche Schlinge, die Mündung hegt nahe dem medialen Rand. Länge des J 0,55, des c? 0,49, die Größe ziemlich konstant. Vorkommen: Simonstown, häufig. Xestoleberis raniosa n.sp. Linke Schale des cf : Höhe deutlich größer als ^/^ der Länge, annähernd Vs, am höchsten hinter V2 der Länge, etwa auf V?- Der Dorsalrand bildet einen deutlichen Bogen, der ohne Andeutung einer Grenze in' den ziemlich breit gerundeten Vorderrand übergeht. An der Grenze von Dorsal- und Hinterrand findet sich die Andeutung einer Ecke; dieselbe kann unterdrückt sein. Der Hintorrand fällt im flachen Bogen steil ab, bildet mit dem Ventralrand eine ziemlich deutliche Ecke mit mehr oder weniger stark abgerundeter Spitze. Ventralrand deutlich S-förmig geschwungen, im hinteren V3 deutlich aufsteigend. Oberfläche ziemlich dicht mit mäßig großen Porenkanälen bedeckt, die Verschmelzungslinie ist im ganzen Umfang im Profil sichtbar; die Porenkanäle des Randes sind zu Gruppen von zwei bis sechs vereinigt, welche aus gemeinsamem Stamm entspringen, einzeln stehen sie in der dorsalen Hälfte des Vorderrandes und in der hinteren Hälfte des Ventral- randes, hier untermischt mit kleinen Gruppen. Der nierenförmige Fleck ist in zwei scliaif kou- turierte kleinere aufgelöst. Die rechte Schale unterscheidet sich von der linken dadurch, daß das Vorderende schmaler gerundet, sowie duicli die Gestalt des Dorsalrandes, bei dem in der hinteren Hälfte an Stelle des Bogens eine gerade I^inie (eventuell ein flacher Bogen) tritt, so daß der Dorsal- rand auf halber Länge eine deutliche Ecke bildet, und sich Dorsal- und Hinterrand in deutlicher Ecke gegeneinander abgrenzen. An letztgenamiter Ecke sind gewöhnlich die Zähne des Schlosses sichtbar. Wie gesagt kann an Stelle der geraden Linie ein flacher Bogen treten, in welchem Fall die Ecken weniger deutlich; das Aussehen dieser Gegend wird durch die Lage der Schale stark beeinflußt Schale des v der des cT ähnlich, etwas höher, Hinterende etwas breiter. Die Porenkanäle des Vorderrandes sind ebenfalls zu Gruppen vereinigt. Der Stamm, dem sie entspringen, kürzer und breiter, die einzelnen Kanäle länger, ddcli unterliegen diese Verhältnisse mancherlei Schwankungen. Vom Rücken gesehen Breite etwa V» der Länge, am breitesten etwa auf Vs der MüM.EH, Ostracoflen. Länge; die Seiten bilden Bogen, welche ohne Andeutun zugespitzt, 129 laufen. H.nterende gerundet, vordere, „udeutü^h"'"""* '""' """" "' '" ''"''^ ^"''^'' ^"^ , . , Xestoleberis ramosa. 1. Linke und rechte Sclialo dps rf löiv. o o r.- i 4. Pen., .n, Pe.,s,.,„..*/eTf„ .°, .'sl^ T^TZ^^:!' :''■ '"'^ """" *' "='-^ zweiten und ersten '>70x rin v;„ t. ,-.* , 7,'. /' , ' Thoracalbein und terminales Stück des 8. Vorderrand deT Hnken^ Seh 'e d 77'' l T^'l '" "'"'"""'^ ''' '■ «"«'^^ weggelassen ; De,.«.,,e sod,u,,..K,.diM„„. X. JZ r ^'-medialen Seite gesehen 270 X, v ventral, d dor.J gesehen 270 X, v ventral, d dorsal. 17 uJ 1 L I B R A R V "^ ^A«^> />/^\w' V^ 130 Deutsche Südpolar-Expedition. Die Klauen der Thoracalbeine kurz, stark gekrümmt, das dritte mit zwei Borsten am Vorder- rand des proximalen Glieds (ohne die Knieborste). Der Aufsatz des Penis nach der Spitze hin verjüngt, mcdialwärts gekrümmt, terminal melu' oder weniger deutlich zugespitzt. Sein medialer und lateraler Rand sind in großem Umfang stark cliitinisiert, der Baum zwischen ihnen sehr zart; so entsteht zunächst der Eindruck eines zwei- teiligen Aufsatzes, doch ist er nur, wie bei anderen Arten, einfach. Den Verlauf des Vas deferens vermochte ich nicht zu erkennen. Länge des 9 0,6 — 0,65 mm, des cf 0,57 — 0,6 mm. Vorkommen: Bei Simonstown, weniger häufig als capensis. Xestoleberis nieridioiialis n. sp. Linke Schale des Q: Höhe etwas größer als V2 der Länge (Vn)» iim höchsten deutlich hinter V2 der Länge, Dorsalrand stark gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt. Vorder- Xestoleberis meridionalis. 1. Linke iiiul rechte Schale des ^f 118x; 2. o" vom Kücken (,'esehen 118x; 3. Linke und rechte Sch.ile des 9 118x; 4. 9 vom Kücken gesehen 118 ■ ; 5. Drittes Thoraxbein 27(i x; G. Penis und Aufsatz der anderen Seile (unter Deckglas) 330x. MüLi.EK, Ostraeoflen. 131 ende schmal, Hinterende mäßig breit gerundet, Ventralrand fast gerade, in den hinteren '/^ im flachen Bogen aufsteigend, gegen den Vorderrand in mehr weniger deutlicher Ecke abgerundet. Punktierung, verschmolzene Zone und Porenkanäle ähnlich wie bei X. rigusa. Rechte Schale der linken ähnlich, das Vorderende etwas stärker zugespitzt (stets?). Schale des cf der des O ähnlich, im Verhältnis etwas niedriger, an der Grenze von Hinter- und Ventralrand links oder beiderseits eine mehr oder weniger deutliche Ecke mit gerundeter Spitze. Am Hinterrand ist die verschmolzene Zone sichtbar (wegen der Trübung der Schale leicht zu über- sehen). Vom Rücken gesehen ist das 9 etwa Vn so breit wie lang, am breitesten etwa auf -/a der Länge, die Seiten bilden flache Bogen, welche ziemlich gleichmäßig bis zum vorderen zugespitzten Ende verlaufen, sich nahe dem Hinterende stark medialwärts wenden, so daß das Hinterende breit quer abgestutzt, in der Mitte winklig eingedrückt erscheint. Schale des rf vom Rücken gesehen schmaler, etwa 1 : 2, am breitesten deutlich vor -/a der Länge, das Hinterende gerundet, in der Mitte wenig eingezogen. Am dritten .Thoraxbein ist die Borste des zweiten Gliedes etwa so lang wie das dritte ; die ter- minale Klaue etwa so lang wie das dritte und vierte Glied. Am Penis ist der Aufsatz von seiner Basis an nach der Spitze hin verjüngt, terminal zugespitzt, die Spitze mehr oder weniger stark abgestumpft; der mediale Rand bildet einen einspringenden Winkel (nur unter Deckglas deutlich). Das Vas deferens bildet eine etwas unregelmäßige 8 -artige Figur. Länge des 9 0,52—0,61 mm, des S" 0,46—0.56. Gaussstation, ziemlich häufig (gegen 40 Individuen). Die Art erinnert besonders durch die Ansicht des Q vom Rücken an Xestoleheris depressa Brady von den Kerguelen (1880, p. 124, Taf. 31, Fig. 1), die ich aber nicht für identisch halte mit Xesto- leheris depressa G. (). Sars (1865, p. 68, Brady 1868, p. 438); sie würde sich von der genannten unterscheiden durch geringere Größe (9 0,61 statt 0,75, cf 0,56 statt 0,65) und durch die viel spärlichere Punktierung. In der Schale hat sie Ähnlichkeit mit X. parva G. W. Müller (1894, p. 334, Taf. 25, Fig. 6, 10, 11, 15, 29, 30), ohne dieser Art im Bau des Penis und der Gliedmaßen besonders nahezustehen, Xestoleheris kerguclensis n. sp. Linke Schale des o '■ Höhe wenig größer als V-. der Länge, etwa »V-g, am höchsten wenig hinter halber Länge, Dorsalrand stark gewölbt, Vorderrand schmal, Hinterrand etwas breiter gerundet. Ventralrand deutlich konvex; rechte Schale der linken ähnlich, Ventralrand gerade oder in der Mundgegend schwach konkav. Oberfläche dicht mit großen, auffälligen Porenkanälen bedeckt, die verschmolzene Randzone des Vorderrandes von dichtstehenden, unverzweigten, plumpen Poren- kanälen durchsetzt. Außer am Vorderrand ist die verschmolzene Zone noch am Hinterrand sichtbar, am Ventralrand links nicht, rechts undeutlich. Schale des 9 der des ff sehr ähnlich. Ventralrand links weniger deutlich konvex, rechts deut- licher konkav; verschmolzene Zone am Hinterrand auch im Profil zu sehen, doch schwieriger. Vom Rücken gesehen erscheint das Tier freiliegend (nicht durch Glasleisten gestützt) in beiden Ge- schlechtern sehr schief, stark nach rechts geneigt. Beim O ist die Breite etwa V? der Länge, es ist 17* 132 Deutsche .Südpolar-Kxiiedition. am breitesten etwa auf *|^ der Länge. Die Seiten bilden flache Bogen, welche gleichmäßig bis zur vorderen abgerundeten Spitze verlaufen, Hinterende breit gerundet. Schale des cf schmaler, das Hinterende schmaler gerundet. Die ventrale Klaue der zweiten Antn. des cf gekämmt, die des O nicht. Form der Klauen der Thoraxbeine vergl. Fig. 4—6. Am Penis besitzt der Aufsatz an seiner medialen Seite einen starken, basalwärts gerichteten Fortsatz, der sich im Profil zum Teil mit der Furca und dem Rand des Basalstückes deckt (deshalb als vom Basalstück gesondertes Gebilde schwer zu erkennen), sein distales Stück ist keilartig ver- Xestoleberis kerguelensis. 1., 2. Linke und rerhtc Scliale des (j 154 X; 3. 9 vom Kücken gesehen 154x; 4. — 6. Terminales Glied und Klaue vom 1.—;;. Thoraxhein ;!94 X; 7., 8. Spitze der •>. Antn. von Q und (J' .'i94x; !>., 10. Linker Penis und Aufsatz des rechten Penis desselben Individuums 270 X; 11. Penisaufsatz eines anderen Individuums 270X; \->. ,■' vom Rücken ir)4x. Müller, Ostracoden. 133 jungt, zugespitzt, zweimal fand ich die Spitze auf einer Seite hakig umgebogen, einmal stark ab- gerundet. Das Vas deferens beschreibt eine ähnliche Figur wie bei X. tneridionalis. Länge des 9 0,52 — 0,54 mm, des d' 0,47 — 0,54 mm. Vorkommen: Kerguelenstation, etwa 15 Individuen wurden gesammelt. Von einer zweiten bei den Kerguelen gesammelten Art der Gattung Xestoleberis fanden sich nur wenige 9- Ich verzichte auf eine Beschreibung dieser Form, da sich an der Hand dieses Ma- terials keine genügende Darstellung geben läßt. Loxoconcha G. O. Sars. Vergl. G. W. Müller 1894, p. 342. Loxoconcha ineridoiialis ii. sp. Taf. XVIII, Fig. 1, 9. Schale derb, durchscheinend. Links Höhe etwa Vs der Länge (der stark verkalkte Saum mit- gemessen, Dorsalrand annähernd gerade (resp. schwach gewellt) und horizontal, gegen den Vorder- rand grenzt er sich auf etwa 7io der Länge in stark abgerundeter Ecke, auf etwa Vs ebenso gegen den Hinterrand ab. Vorderrand breit gewölbt, nahe der dorsalen Grenze flach eingedrückt. Der Hinterrand bildet einen stumpfen Winkel, dessen stark abgerundete Spitze etwa auf % der Höhe liegt. Der dorsale Schenkel verläuft annähernd gerade, etwas eingedrückt, der ventrale bildet einen flachen Bogen, der ohne Andeutung einer Grenze in den annähernd geraden Ventralrand übergeht. Oberfläche mit scharf begrenzten polygonalen Feldern bedeckt, die Felder bilden ziemhch tiefe, durch scharfkantige Rippen getrennte Gruben. In den Gruben zeigt die Schale kleinere runde, ebenfalls scharf konturierte Gruben; letztere geben der Schale ein eigentümlich rauhes Aussehen. Die Felder und Gruben finden sich in gleicher Entwicklung auf der ganzen Schale bis auf einen den größeren Teil der verschmolzenen Zone einnehmenden Rand am vorderen und hinteren Ende, der bis auf vereinzelte, ziemlich feine, radiäre Rippen glatt ist. Der eigentliche Schalenrand wird überragt von einem breiten stark verkalkten Saum mit ziemhch deutUcher radiärer Streifung. Flächenständige Porenkanäle ziemlich auffälhg, zerstreut, sie liegen fast stets auf der Kante zwischen zwei Feldern; randständige Porenkanäle fein, am Vorderrand nur in sehr geringer Zahl nachweis- bar. Rechte Schale der linken ähnlich. Vom Rücken gesehen Breite V2 der Länge, am breitesten etwa auf V2 der Länge; die Seiten bilden in den vorderen V4 flache Bogen, welche bis etwa Vs der Länge fast parallel verlaufen, im vorderen Vs deuthch konvergieren; im hinteren V4 sind die Bogen stärker gekrümmt, konvergieren stark. Das Vorderende wird gebildet von einem Fortsatz mit parallelen Rändern von etwa Vs der Gesamtlänge; derselbe setzt sich scharf gegen die obenerwähnten Bogen ab, wird von dem glatten Schalenrand gebildet; er ist terminal zugespitzt. Das Hinterende ist ähnhch, der Fortsatz kürzer und breiter. Es lagen mir nur leere Schalen vor, so daß ich über die inneren Organe ebensowenig wie über das Geschlecht der abgebildeten Tiere etwas zu sagen vermag. Die Zugehörigkeit zur Gattung Loxoconcha scheint mir unzweifelhaft. Länge 0,56 mm. Gaussstation in 385 m Tiefe, gesammelt wurden vier Individuen (I., II. 1903). 134 Deutsche Siidpolar-Expedilion. Loxoconclia laevior n. sp. Schale ziemlich durchsichtig, nicht deutlich getrübt. Links Höhe annähernd V» der Länge, am höchsten etwa auf Vs der Länge. Der Dorsalrand bildet hier eine sehr stark abgerundete stumpf- winklige Ecke, von der aus er im flachen Bogen, fast geradlinig nach hinten schwach ab- fällt, stärker, zunächst ebenfalls fast geradlinig fällt er nach vorn ab; gegen Vorder- und Hinter- rand ist er in keiner Weise abgegrenzt. Vorderrand mäßig breit gerundet, der Hinterrand bildet auf etwa V? der Höhe eine stark abgerundete Ecke, er geht ohne Andeutung einer Grenze in den Dorsalrand über, der ventrale Teil fällt geradlinig steil nach vorn ab. Auf etwa V. der Höhe grenzt sich der Hinterrand deutlich durch eine kleine aber sehr deutliche, nach hinten gerich- tete Spitze gegen den Ventralrand ab. Der Ventralrand ist schwach, aber immerhin deutlich S- Loxoconcha laevior. 1. Linke Schale des 9 118x; 2. Drittes Thoraxbein 270 X; 3. Linke Schale vom Rücken 118x; 4. Hinteres Kiirporcndo des 9 ■i70x: 5., G. Erstes und zweites Tliornxbein '270 X; 7. Zweite Antenne 270 x. förmig geschwungen. Olx'rfläche glatt, flächenständige Porenkanäle ziemlich zahlreich, klein aber deutlich; Verlauf von Innenrand und Verwachsungslinie vergl. die Figur 1. Rechte Schale der linken ähnlich. Vom Rücken gesehen ist die größte Breite etwa Vs der Länge, am breitesten ist sie etwa auf 7- der Länge; die Seiten bilden flache Bogen, welche ziemlich gleich- mäßig bis zu den beiden zugespitzten Enden verlaufen. Spinnborstc der zweiten Antn. ungekniet, die drei thoracalen Gliedmaßen tragen am dritten Glied terminal eine Borste, eine Bildung, durch welche sich die Form von fast allen anderen Cytheriden unterscheidet. Länge des <,' 0,5 mm, ^ unbekannt. Es lag mir nur ein , vor, gefischt im I. 1903 bei der Gaussstation. Die Art steht der Loxoconcha pellucida G. W. Müller (1894, p. 345, Taf. 27, Fig. 1 — 3, ß, 7) nahe, unterscheidet sich von ihr leicht durch die stärkere Streckung der Schale, den A'crlauf der Verschmelzung.slinie am Vorderrand (bei pellucida gewellt) und andere Merkmale. MClleu, Ostracodeii. 135 Loxoconcha (?) dubia n. sp. Taf. XVII, Fig. 3, Taf. XIX, Fig. 9. Rechte Schale: Höhe etwa Vs der Länge, Dorsalrand gerade, gegen den sehr breit gerundeten Vorderrand nicht abgegrenzt, Hinterrand fast senkrecht, er bildet in seiner dorsalen Hälfte einen sehr breiten, kurzen Fortsatz mit senkrecht abgestutztem Hinterende, dessen dorsaler Rand deutlich tiefer liegt, als der Dorsalrand, in S-förmig geschwungener Linie in diesen übergeht. Ventralrand stark bauchig vorgewölbt. Auf etwa 7.-( der Länge wird diese bauchige Wölbung überragt von einer konischen Spitze. Oberfläche dicht mit scharfkonturierten, rundlichen Gruben bedeckt. Die Gruben reichen bis an den Rand, nur der hintere Fortsatz ist davon frei. Die Rippen zwischen den Gruben sind besonders nahe dem Rand dornartig erhoben. Diese Dornen sind besonders auffällig in der Nachbarschaft des Randes, den sie überragen und unregelmäßig gezähnt oder bedornt erscheinen lassen; sie fehlen auch nach der Mitte hin nicht ganz, entziehen sich aber hier der Beobachtung, so daß ich mir kein Urteil darüber habe bilden können, ob sie gleichmäßig im Bereich der ganzen Schale vorkommen. Den Verlauf von Innenrand und Ver- schmelzungslinie zeigt die Textfigur; wie er- sichthch fallen beide Linien weder am Vorder- noch am Hinterrande zusammen. Am Ventral- rand entziehen sie sich infolge der starken Wölbung der Beobachtung. Vom Rücken gesehen Breite etwa gleich der Länge, am breitesten wenig hinter -/s der Länge. Die Seiten bilden hier eine Spitze, von der aus sie nach vorn in deutlich, nach hinten in schwach S-förmig geschwungener Linie zum Vorder- resp. Hinterende konvergieren. Länge 0,86 mm. Vorkommen: Bei der Gaussstation in 385 m Tiefe. Es wurde nur eine leere Schale erbeutet, so daß wir für die systematische Einordnung auf den Bau der Schale angewiesen sind. Einige Merk- male weisen auf die Gattung Loxoconcha hin, so der Verlauf von Innenrand und Verschmelzungs- linie; auch der Fortsatz am Hinterrand und die gleichmäßige Bedeckung mit scharfkonturierten Gruben finden sich in dieser Gattung. Dagegen kennen wir keinen Vertreter der Gattung mit ähnlich breiter Schale. Nach der Ansicht vom Rücken möchte man die Form vielleicht eher zu Eucytherura stellen, zu dieser Gattung würde auch das Profil, aber durchaus nicht Verlauf von Innenrand und Verschmelzungslinie passen. Provisorisch mag die Art bei der Gattung Loxoconcha stehen. Cytliereis G. 0. Sars. Vergl. G. W. Müller 1894, p. .364. Cythereis polyljca n. sp. Tnf. XVII, Fig. 1, ö, Ü. Schale derb, wenig durchsichtig. Linke Schale des c? : Höhe etwa 7, der Länge, am höchsten auf etwa V4 der Länge. Der Dorsal- Loxoconcha dubia. Rechte Schale von der medialen Seite gesehen 96 x. 136 Deutsche Südpolar-Expedition. rand grenzt sich hier in stark abgerundeter Ecke gegen den Vorderrand ab, nach hinten fällt er deutlich in mehr oder weniger unregelmäßig gezähnter Linie ab (die Zähne gehören nicht dem eigentlichen Schloßrand an, vielmehr der Fläche, verdecken aber im Profil zum Teil den Schloß- rand). Gegen den Hinterrand grenzt sich der Dorsalrand auf etwa 7« der Länge in ziemlich deut- licher, wenig abgerundeter Ecke ab; auch diese Ecke kann durch überragende Kanten im Profil verdeckt sein (wie bei der gezeichneten Schale). Vorder- und Hinterrand sehr breit gerundet, beide gezähnt. Die Zähne des Vorderrandes können sich fast über den ganzen Vorderrand ausdehnen, oder auf die ventrale Hälfte beschränken, sie sind sclüank, stehen besonders in der ventralen Hälfte dicht; die des Hinterrandes sind umfangreicher, stehen mehr vereinzelt. Ventralrand annähernd gerade, gegen ^^)rdpr- und Hinterrand nicht deutlieh abgegrenzt. Die Ventralfläche setzt sich scharfkantig gegen die Seitenflächen ab , die Kante verdeckt im Profil den Ventralrand niemals, bleibt in beträchtUcher Entfernung von ihm ; auf etwa 7? der Länge hört sie plötzlich auf, hier schließt sich ihr eine senkrecht aufsteigende Kante an, welche das hinterste V? der Schale scharf gegen die vorderen 7? abgrenzt. Schließ - muskelansätze deutlich warzig vorgewölbt. Ober- fläche gefeldert, die Fel- der polygonal, durch scharfe Kanten sehr deuthch gegeneinander abgegrenzt, die einzelnen Felder mit unregelmäßigen rundlichen Gruben bedeckt. Flächenständige Porenkanäle zahlreich, groß und auffällig, so daß die Schale mit dicken, schwarzen Punkten übersät erscheint, sie stehen meist auf der Grenze zweier Felder. Rechte Schale der linken ähnlich. Schale des Q etwas kürzer, Höhe etwa Vs der Länge, sonst wie die des cf. Vom Rücken gesehen Breite (beim o) etwas größer als V2 der Länge, am breitesten auf V3 der Länge, wo die Schließmuskelansätze als deutliche Warze vortreten. Von hier aus verjüngt sich die Schale nach vorn stark keilartig fast bis zu dem breit abgestutzten, etwa V3 der Gesamt- breite einnehmenden gezähnten Vorderende, in der Nachbarschaft des Vorderendes sind die Seiten deutlich eingedrückt. Nach hinten konvergieren die Seiten weniger stark in schwach gewellter Linie; auf etwa Ve der Länge bilden sie eine bald gerundete, bald unregelmäßige Ecke (gebildet von der hier vortretenden Kante der Ventralfläche), dahinter bilden sie eine flache Bucht, kon- vergieren stark zu dem breit abgestutzten gezähnten Hinterende; die genannte Bucht wird unter- Cythereis polylyca. I. V'onlenaiul von der medialen Seite 270X; 2. Erstes Tlioraxbein 154 X; Kijrperende des Q 154X; 4. Penis 118x. 3. Hinteres MüLLEU, Ostracoden. 137 brochen von einem mehr oder weniger weit in sie hineinragenden Zahn (die das hintere V: ab- grenzende Kante). Penis mit breitem, eiförmigem Basalstück und kleinem, nach vorn gerichtetem konischem Aufsatz. Länge des 9 1)0 — 1,1 mm, cT 1,15 — 1,2 mm. Gaussstation, ziemlich häufig, meist leere Schalen. Cythereis devexa n. sp. Tiif. XVII. Fiü. 4. S. Schale in beiden Geschlechtern durchscheinend, nicht stark getrübt; links: Höhe reichlich V2 der Länge, nur wenig größer, am höchsten auf etwa V4 der Länge, wo Dorsalrand und Vorder- rand sich in stark gerundeter Ecke gegeneinander abgrenzen. Der Dorsalrand fällt in unregelmäßig gewellter Linie deutlich nach hinten ab, bildet auf etwa Vs der Schalenlänge mit dem Hinterrand eine stark gerundete Ecke. Vorderrand breit gerundet, in seiner ventralen Hälfte undeutlich gezähnt; Hinterrand in seiner dorsalen Hälfte steil abfallend, deutlich eingebuchtet; in seiner ventralen Hälfte breit gerundet, mit etwa sieben kurzen, stabartigen Fortsätzen be- setzt , welche stumpf endigen , bisweilen terminal unregelmäßig gezähnt erscheinen. Ventralrand gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, annähernd gerade. Die Ventralfiäche setzt sich scharfkantig gegen die Seiten hin ab, die Kante bildet im Profil einen Bogen, der sich dem Ventralrand nähert, bisweilen stärker als in der Figur gezeichnet, ohne ihn je zu verdecken; nach hinten reicht diese Kante bis etwa Vs der Länge, kann hier dorsalwärts umbiegen, verschwindet aber immer in dieser Gegend, so daß das Endstück der Schale nicht scharfkantig gegen das Mittelstück abgegrenzt ist. Oberfläche ge- feldert, die Felder überwiegend viereckig, durch flache, wenig scharfe Leisten gegeneinander ab- gegrenzt. (Die Abgrenzung der Felder scheint mehr durch eine Trübung der Schale an betreffender Stelle als durch die Leisten bewirkt zu werden, die meist nur wenig hervortreten; das würde auch erklären, daß wir in der Rückenansicht so wenig von der Felderung wahrnehmen. ) Flächenständige Porenkanäle nicht auffallend groß, aber sehr deutlich, zahlreich; sie finden sich meist, aber nicht ausschließlich in der Nachbarschaft der Leisten. Randständige Porenkanäle zahlreich, unverzweigt, distal deutHch erweitert; Behaarung kräftig. Rechte Schale der linken ähnlich, die Ecke zwischen Vorder- und Dorsalrand unterdrückt, der Dorsalrand bildet einen flachen Bogen; sonst wie links. Vom Rücken gesehen (Schale etwas geöffnet) Breite etwa V2 der Länge, am breitesten etwa auf Va der Länge; fast ebensobreit etwa auf V9 der Länge (Gegend der Schließmuskelansätze), da- zwischen etwas eingeschnürt. Von den breitesten Stellen verlaufen die Seiten in flach S-förmig geschwungener Linie zu dem breit und unregelmäßig abgestutzten Vorder- und Hinterende. Im 1. Penis I54x; Cythereis devexa. 2. Hinteres Kfirperende des 9 20 f! X. Deutsche SUdpoliir-KxptMlilion. X. Zouluifie II. 18 I 38 Deiitsclie Siidpolar-Rxpedition. hinteren V3 wird der Rand der eigentlichen (dunkel erscheinenden) Schale von einem helleren, durchscheinenden Streifen überragt, welcher den vorstehenden Rand der kantig abgesetzten Ventral- fläche bildet. Erstes Thoraxbein dem von C. folylyca (p. 136, Fig. 2) sehr ähnUch. Der Aufsatz des Penis mit umfangreichem, stumpfem, nach vorn gerichtetem, schnabelartigem Fortsatz; ein ähnlicher schlankerer und spitzerer Fortsatz findet sich am Hinterrand, er überragt aber die Konturen nur wenig, ist leicht zu übersehen. Länge von , und o" ziemUch konstant 1,1 mm. Vorkommen: Gaussstation, ein 0', drei leere Schalen, diverse Larven. Cythereis kergiicleiisis IIkapy. Taf. XVIII, Fig. 7. ? Cijihere l-eajwlensU Br.\dy 1880, p. 78, Taf. 4, Fig. 16—18, Taf. 20, Fig. 1. Schale derb, durchscheinend, bisweilen in der Gegend der Schließmuskelansätze stark getrübt. Linke Schale des , : Höhe etwa V7 der Länge, am höchsten auf etwa 7? der Länge. Dorsalrand deutlich gewölbt, nach hinten abfallend, gegen den Vorderrand nicht, gegen den Hinterrand un- deutlich abgegrenzt; Vorderrand breit gerundet, Hinterende viel schmaler, unregelmäßig stumpf- zackig. Ventralrand deutlich eingebuchtet. Oberfläche mit mäßig scharf begrenzten rundlichen Gruben, dieselben beschränken sich fast ganz auf die hintere dorsale Hälfte. Flächenständige Poren- kanäle mäßig groß, sehr auffällig, ziemlich dicht stehend, randständige Porenkanäle unverzweigt, schlank, distal etwas erweitert, randständige Borsten breit blattförmig, an einer Seite behaart (Fig. 5). Rechte Schale wenig niedriger als die linke, der höchste Punkt Hegt weiter nach vorn als links, wenig hinter "I-; der Dorsalrand bildet hier eine stumpf gerundete Ecke, von der aus er fast grad- linig nach hinten abfällt, vor der Ecke findet sich eine flache Bucht, welche zu dem viel weniger breit als links gerundeten Vorderrand führt. Mit dem Hinterrand bildet der Dorsalrand eine stark abgerundete aber immerhin deutliche Ecke. Der Hinterrand fällt in schwach S-förmig geschwungener Linie steil ab, bildet mit dem Ventralrand eine stark abgerundete Ecke. Der Ventralrand ist in seinem hinteren V3 unregelmäßig flach gezähnt. Schale des cf" gestreckter als die des O, Höhe etwa '/i.i der Länge, Dorsalrand weniger stark gewölbt, übrigens die Konturen rechts und links ähnlich wie beim O, In der Skulptur finden sich insofern Unterschiede, als sich beim ,?' die Gruben über einen größeren Teil der Schale ausbreiten; sie finden sich in der ganzen hinteren Hälfte (am verschmolzenen Rand?), reichen dorsal bis in die Augengegend, Die Unterschiede scheinen konstant zu sein. Vom Rücken gesehen ist die Schale stark komprimiert. Breite etwa Vs der Länge, am breitesten etwa auf Va der Länge, die Seiten bilden flache Bogen, welche in ganzer Länge annähernd gleich- mäßig verlaufen, beide Enden zugespitzt, die rechte Schale überragt etwas die linke. Viertes und fünftes Glied der ersten Antn. verschmolzen. Penis schlank, das muskulöse Basalstück annähernd quadratisch, der Aufsatz schlank, zu- gespitzt, mit nach hintengerichtetem schnabelartigem Fortsatz nahe der Basis. Länge des s 0,9—0,95 mm, des c< 0,8— 0,95 Tiiin. Vorkommen: Kerguelcn, zicndich häufig. Müller, Ostracoden. 139 Die Art gehört der C'onwexa-Gruppe der Gattung Cijthereis an, zeigt in den Umrissen große Ähnlichkeit mit der Cythereis (Cythere) kerguelensis Brady (1880, p. 78, Taf. 4, Fig. 16 — 18, Taf. 20, Fig. la — f); da weiter der Fundort der gleiche, auch die Größenangabe annähernd stimmt, hegt der Verdacht nahe, daß beide Formen identisch. Unterschiede finde ich in folgenden Punkten: Cythereis kerguelensis. 1. Linke und reclite Schale des Q 90x; 2. Linke Schale des (^ 9üx; 3. Schale vom Rücken gesehen 90x; 4. Erste Antn. 270 X; 5. Vorderrand der rechten Schale von der lateralen Seite gesehen, der Saum weg- gelassen -270 X; G. Penis 206 X. bei Bradys Art ist der Vorderrand der Schale in seiner ventralen Hälfte deutUch gezähnt, bei der vorHegenden glatt, bei Brady ist die ganze Oberfläche, abgesehen vom Rand, ziemlich dicht mit Gruben von unregelmäßiger Form bedeckt, bei der vorliegenden Art nur ein Teil mit runden Gruben (doch hält Brady in seiner Darstellung Porenkanäle und Gruben nicht auseinander, so daß hier 18* 140 Deutsche Sndpolar-Expedition. die Annahme einer falschen Darstellung sehr nahe liegt), erste Antn. bei Brady sechs, bei der vor- liegenden Art fünfgliedrig. Der erste und dritte Punkt sollten genügen, um zu beweisen, daß wir es mit zwei Arten zu tun haben. Trotzdem halte ich es für wahrscheinlich, daß die vorliegende Art identisch mit Bradys Art ist. Die Verbreitung" der pelagisclien Formen. Die folgende Tabelle soll eine Übersicht über die Verbreitung der pelagischen Ostracoden des Atlantischen und Indischen Ozeans nacli unseren jetzigen Kenntnissen geben. Zugrunde gelegt sind in erster Linie die Resultate der Deutschen Tiefsee- und der Südpolar-Expedition. Andere Forschungen, im besonderen die von Claus, Vavra nur insoweit, als mir die Identität der Arten genügend sicher erschien. Die Tabelle bedarf kaum einer Erläuterung; beim Atlantischen (a) und Indischen (i) Ozean ist das Gebiet in Zonen von 10 zu 10 Breitengraden geteilt, beim Stillen Ozean und Mittelmeer beschränke ich mich auf die Angabe des Vorkommens. -Gü (iO— 40 40- 80 .'iO- 20 20- 10 N S 10- Kl ,1 I ;i I 10 20 20- HO 30- 4(1 40 ;iO- 011 Uli 1^ (.. Anliiconclioecüi ciirulhitd ... „ cuneala „ slriala „ veniricusit . . . Conchoecia acanihojihorn . . . , animinald ucuHcoxtaia acquisda ulala allotheritim .... ambliiiKisthn .... anlipoda ametra atlanlmi helgicac hispinosa borcdlis brach jja.sh»! .... caudala cdluluria chuni co])ho])i/(ia rinioiihora ciirUi ihijiJnioiilfs .... (Inx^iophUmlmii . iIccipieiLi dnitala iHrhnlimin ilisciiiilitiiri rf(.s7«H.S' (lorsolubrrruhilii 1 I 1 I I I I 1 I I I I I 1 1 1 1 I I I I 1 1 I I i! Müller, Ostracoden. 141 N — a 80 i 60- 50 a i 50- 40 a i 40- 30 a i 30- 20 a i 20— 10 a i N 10- a i S a i 10- 20 a i 20— 30- 40- 50- 30 40 50 OO a i a i a i a i S fiO- S S ' 70 S| a i CD U. — — — — 1 — 1 1 1 1 — 1 1 1 ] L 1 ] 1 1 „ eehiymlaia pflpfiJfif/i 1 1 1 1 — 1 — 1 1 — 1- 1 1 - 1 1 ] [ 1 ] 1 1111-1 1 „ elegans 1 — 1 — — — 1 — 1 — — — 1 — l „ qieshrechtl 1 1 1 1 1 ] 1- L 1 ] - 1- 1 1- - 1 1 - 1 — 1 1 1 1 1 1 111 1 — 1 - — 1 1 1 — 1 1 1 1 — 1 1 „ fßamhdosa „ hudiloni — „ hirsuta „ hyaloi/liyUum „ imbricnia 1 1 1 — 1 1 — 1 1 1 1 1 — 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 — 1 1 — 1 1 — 1- 1 ] 1 ] 1- 1 — - 1- - 1 l — l — - 1 — — 1 L 1 1 l 1 1 -— 1 - l 1 1 1 1 — 1 1 ? „ inrisii „ inermis _ kfinififft 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 — 1 ] 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1- 1 ] 1 ] 1 1 1 1 1 ] 1 1- 1 - 1- 1 1 1 1 1 1 1- 1 1 L 1 l- 1 1 L 1 l 1 r 1 1 1 1 1 - 1- - 1 - 1- 1 1 1-- 1 -- 1 1 1- 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1- 1 1 1 11 1 1 1 1-- 1 1 - 1 1— - 1 1 1-- 1 1 1 1 1 — 1— - 1 1- 1 1 1 1 1 1 1 1- 1 1 1 1 1 1 1 1 - 1 1 _ „ IcpMhrix 1 1 1 1 1 „ iDjihiiru _ „ lorii'iiiti 1 „ wiicnirlii'ini nidinid 1 1 1 1— 1 - 1- - 1 — 1 1 1 - 1 — 1 1 1 - 1 — -— 1 1 1- 1 1 1 1 - 1 1 1 1 1 1 1 1 — 1 I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1- 1 1 1 1- 1 1 1 — 1 1 ] „ mamilUlia „ mnüis . „ nasotuljereulata 1 „ oblvixja „ uhtusala lyjiica „ „ antnrdica V — „ Diiliiilrichota i — — — — _ „ parvidenlata 1- 1 1-- „ ]il(iciolycos tyi>ica ,, placfoh/cos major ,, pUuthiiKt — — — — 1 — 1 1 1 1 1 .1 — 1 1 1 -— 1 1 1 - 1 „ prosadenc _ 1 111—1 1- 1 1- 1 1 1 1 1- 1 1 l 1 1 „ pusilla — „ reticulala „ rhynchena — „ rolunddia 1 „ sermlata „ spinifera ? „ spinirosiris 1 __ - — — — — 1 1 1- 1 1- 1- - 1 - 1- 1 — 1 1 - 1 1 1 1 1 1 1 „ siriola 1 1 — 1 1 1 1- 1 „ subarcuala — 142 Deutsclie Siidpülar-Kxpeilition. — (k; a i tili 5(1 50- 4» 40- 80 ;?o- 20 20- 10 10— 0- 10 20 20- 30 :50- 4(1 40- 50- GO- TO VüHclwccia t^i/iKiiidiica „ lijloda „ valdiviae... Cypridina castanea Eucmichoecia acidcaln . „ chicrcliiai' „ elongata . „ hcunosa . Giganiocypris sp Haloci/pris bicornis „ eurniäa iijpica . „ contula dixpar „ (jlobosa „ inflaia „ striata Pyrocypris chierchiae Thatonatocypris eck inata 1 1 1! 1 1 1 1 1 1 1 Ich brauche kaum darauf hinzuweisen, daß unsere Kenntnis der Verbreitung noch eine sehr lückenhafte ist, wie bei der für die Größe des Gebietes sehr geringen Zahl der Beobachtungen gar nicht anders zu erwarten war, wie auch ein Blick auf die Tabelle ohne weiteres lehrt. Darum erscheint es auch verfrüht, allgemeine Schlüsse zu ziehen. Ich will mich hier auf einige Bemerkungen über die südlich vom 50. " s. Br. vorkommenden Arten beschränken. Auf die Region südlich vom 60. " s. Br. beschränken sich nur Conchoecia belgicae und Eu- conchoecia lacunosa; bei der erstgenannten Art machen es die zahheichen Funde in dem Gebiet, ihr Fehlen weiter nördlich unzweifelhaft, daß wir es mit einer typischen Form der Antarktis zu tun haben; bei Euconchoecia lacunosa erscheint es verfrüht, aus dem Fang eines Individuums Schlüsse auf die Verbreitung zu ziehen. Als typische Bewohner jener Breiten sind ferner C. heltacra, iso- cheira und pladolycos var. major zu bezeichnen, doch reichen sie etwas weiter nach Norden; ähn- liches gilt für C. antipoda, die sich vereinzelt bis zum Äquator fand. C. hrachjaskos ist südlich vom ()()." nicht selten, häufig in der Nähe des Äquators. Auch (7. rotundata ist ein häufiger Bewohner jener Breiten, reicht ununterbrochen bis in den iKirdlic hcn Atlantischen Ozean. Für die Verbreitung der genannten Formen dürfte weniger die geographische Breite maß- gebend sein, denn die Temperatur bleibt bei den Gaussfängen vom 18. Februar 1902 bis zum 7. April 1903 ziemlich gleich, als die Fähigkeit oder Neigung, zwischen dem Packeis und in Gebieten geringer Tiefe zu leben. Als spezifische Bewohner des Packeisgebietes und flacher Meere wären zu nennen C. belgicae, heltacra, isocheira, also die bei der Gaussstation gefangenen Arten, doch kommen die MOllek, Ostracoden. 143 genannten Arten auch in tieferen Meeren und freiem Wasser vor. Das Fehlen von C. antipoda, rotundata, bmchyaskos, plactolycos major in den Fängen vom 18. Februar 1902 bis zum 6. März 1903 dürfte sich aus der Unfähigkeit dieser Arten zwischen dem Packeis zu leben erklären. Bemerkens- wert erscheint ihr Auftreten im Fang vom 6. März 1903, an welchem Tage sich der „Gauss" den Grenzen des Packeises näherte. Von da an erscheinen sie mehr oder weniger regelmäßig in den Fängen. Bei den anderen südUch vom 50." s. Br. gefundenen Arten (C. edentata, elegans, imbricata, magna, mamülata, subarcuata, symmetrica, valdiviae) handelt es sich zum Teil wohl um verschlagene Individuen. Sie alle fehlten in den Gaussfängen da, wo die Temperatur unter 0" sank, in den Valdiviafängen kommen sie allerdings vereinzelt auch in solchen Fängen vor. Die Ostracodenfauna der Gaussstation. Der A r t e n r e i c h t u m : Die Sammlung der Gaussstation enthielt 4 Halocypriden, 2 Poly- copiden, 4 Cypridiniden, 4 marine Cypriden, 3 Nesideiden, 31 Cytheriden (von letzteren nur 28 beschrieben), im ganzen 48 Arten. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die sämtlichen Grundbewohner aus der gleichen Tiefe, von ein und derselben engbegrenzten Stelle stammten. Die Zahlen sprechen für einen sehr großen Artenreichtum der Antarktis. Es scheint ja müßig, Vergleich anzustellen mit anderen Gegenden, da solchem Vergleich eine feste Grundlage fehlt, doch dürfte der Artenreichtum nicht geringer als beispielsweise der des Golfes von Neapel sein. Zu berücksichtigen wäre der P]inwand oder die Möglichkeit, daß die Zusammensetzung der ant- arktischen Fauna eine sehr homogene, daß die bei der Gaussstation gefundenen Formen sich im Bereich der ganzen Antarktis wiederholen, mit ihnen der Formenreichtum der Antarktis ganz oder wenigstens annähernd erschöpft sei. An sich halte ich diese Annahme wenigstens für die Grund- bewohner für sehr unwahrscheinlich mit Rücksicht auf die große Zahl der gesammelten Arten. Einen gewissen Anhalt zur Beantwortung dieser Frage gewährt die Bearbeitung der Ostracoden der Discovery National Antarctic Expedition durch Brady (1907). Dort werden als in der Winter- station (77" 49' s. Br., 166" ö. L.) gesammelt beschrieben: 1 Haloc}^ride, 3 Cypridiniden (an- geblich 4, doch sind Phüomedes assimilis und antarctica identisch, vgl. oben p. 87, 89), 2 Cythe- riden. Von diesen sind identisch mit von der Gaussexpedition gesammelten Formen der Halo- cypride (vergl. p. 79), wie nicht anders zu erwarten, und ein Cypridinide (vergl. p. 87), zwei Cypri- diniden und die Cytheriden sind verschieden. So gering die Zahl der Arten ist, so sprechen die Funde sicher nicht für eine weite Verbreitung der Arten oder eine Beschränkung auf die vom ,, Gauss" gesammelten Formen. Beziehungen der Ostracodenfauna der südlichen Halbkugel zu der der nördlichen. Über die Beziehungen der pelagischen Ostracoden der Antarktis zu denen der Arktis habe ich mich an anderem Ort (G. W. Müller 1906a, p. 184) ausgesprochen; die Sammlungen der Gauss- expedition haben keine neuen Tatsachen in dieser Richtung zutage gefördert. Bei den Grund- bewohnern liegt für einen Vergleich kein nennenswertes Material vor, die wenigen in der Arktis gesammelten Formen sind fast ausnahmslos nicht derart beschrieben, daß ein Vergleich möglich '^Ö^ Lj LIBRAI 144 Deutsche Siidpolar- Expedition. ist. Ich will abor kurz auf die Beziehungen der gesammelten Formen zu solchen der nördlichen Halbkugel überhaupt eingehen. Enge Beziehungen südlicher Formen zu solchen der nördlichen Halbkugel sind wiederholt behauptet worden. So sagt Brady (1880, p. 4): ,,In the list of the Kerguelen Island Ostracoda, we may notice an affinity with the European fauna much closer than that of any other locality Coming into the scope of this memoir. The British rcsidents found in this distant home are Pseudo- cythere caudata G. 0. Sars; Sderochüus contorlus Norman; Paradoxostoma ahbreviatum G. 0. Sars; Krithe bartonensis Jones; Xestoleberis depressa G. 0. Saks and Polycope orbicvlaris G. 0. Sars." Die genannten Arten sind durchweg solche mit wenig charakteristischen Schalen, bei denen eine Identifizierung lediglich auf Grund des Schalenbildes, zumal wenn dasselbe nur die Konturen gibt, überhaupt nicht möglich ist. Aber auch bei Vergleich der Schalenkonturen, wie sie Brady einmal in seiner Monographie der rezenten Britischen Ostracoden (Brady 1866), das andere Mal in der Bearbeitung der Challenger- Ostracoden (1880) von den fünf zuerst genannten Arten gibt, würde ich die Identität für ausgeschlossen halten, natürlich vorausgesetzt, daß die Darstellung an beiden Orten genau. Die sechste Art, Polycope orhicularis, ist in Bradys erstgenannter Mono- graphie überhaupt ein Sammelname, die vom Challenger gesammelten waren schlecht konserviert, zur Darstellung ungeeignet, die Beschreibung in den Challenger-Ostracoden ist überhaupt unter der Voraussetzung der Identität nach nordeuropäischen Exemplaren gefertigt (1. c. p. 170). Danach bleibt von der von Brady behaupteten Identität der nordeuropäischen Ostracoden mit denen von Kerguelen nicht viel oder richtiger gar nichts übrig. tTberhaupt sind die Darstel- lungen von Brady fast ausnahmslos nicht genau genug, um einen Vergleich der Arten zu gestatten. Eine andere Arbeit, in der Ostracoden der südlichen Hemisphäre mit solchen der nördlichen identifiziert werden, ist die von Egger (Egger 1902). Wer die Beschreibung der 149 Arten durch- sieht, wird erstaunt sein, daß zahlreiche rezente Arten der südlichen Hemisphäre identisch sind mit Arten, die in Nordeuropa nur fossil vorkommen und zwar zum Teil in älteren Schichten, in Kreide und Eozän. So einige bei Kerguelen gesammelte, vor allem aber eine ganze Reihe (gegen 40) Arten von der Nachbarschaft Australiens. Die Resultate verdienen die höchste Be- achtung der Tiergeographen, sind aber bisher, soweit mir bekannt, unberücksichtigt geblieben. Allerdings scheint auch eine Nachprüfung dringend erwünscht, und die ist, da Egger alle seine Funde abbildet, einigermaßen möglich. Eine solche Nachprüfung ergibt, daß katiin eine Bestim- mung richtig ist; ich habe zurzeit eine größere Zahl von Bestimmungen geprüft und nicht eine richtig gefunden. (Vor Jahren habe ich die sämtlichen Bestimmungen geprüft, die Resultate sind mir zurzeit nicht zugänglich; soweit ich mich entsinnen kann, ließ sich nur eine Bestinunung mit einiger Wahrscheinlichkeit aufrecht erhalten.) Mit welcher Oberflächlichkeit Egoer beim Bestimmen vorgeht, das lehrt schon ein Vergleich der Größenangaben. Daß die von ihm beschriebene Form nur Va der typischen mißt, ist fast die Regel, es finden sich aber aucli Differenzen wie 0,4 statt 1,4 mm oder 0,22 statt 1,0 mm oder 0,32 statt 1,55 mm. Dabei ist die Größe bei den Ostracoden, sobald wir geschlechtsreife Tiere vor uns lialicn. meist recht konstant. Daß die Untersuchung des feineren Baues der Schale uns bei den meisten Arten ein Mittel an die Hand gibt, Larven uiul geschlechtsreife Tiere zu unterscheiden, ist eine Egger vollständig unbekannte Tatsache, überhaupt existiert für ihn der feinere Bau (Porenkanäle, Innenrand usw.). der häufig einen viel besseren Müller, Ostracoden. 145 Anhalt zur Unterscheidung der Arten liefert als die Umrisse, durchaus nicht. Sind Eggers Größen- angaben richtig, was mir allerdings auch wieder zweifelhaft, so haben wir es überwiegend mit Larven zu tun — über -/s seiner Arten messen weniger als 0,4 mm. Solch kleine Formen fehlen keineswegs vollständig unter den Ostracoden, sind aber doch nicht so häufig. Daß nach alledem die Arbeit von Egger durchaus ungeeignet ist, als Grundlage für einen Vergleich zu dienen, brauche ich nicht zu sagen. Nach meinen eigenen Anschauungen läßt sich keine der bei der Gaussstation oder bei Kerguelen gesammelten grundbewohnenden Ostracoden mit solchen der nördlichen Hälfte identifizieren, wohl aber zeigen eine ganze .Anzahl eine weitgehende Ähnlichkeit, so Sclero- chilus reniformis mit contortus Norman (p. 103) '), H. meridionalis mit aequus G. W. Müller (p. 104), Pseudoeythere similis mit caudata Särs (p. 106), Cytherois ovalis vait incongruens G. W. Müller (p. 117), Paracytherois similis mit rara G. W. Müller (p. 122); weniger auffällig aber immerhin bemerlcenswert ist die Ähnlichkeit zwischen Paradoxostoma hypselum und caecum, G. W. Müller (p. 118), antarktikum und simile G. W. Müller (p. 121), kerguelense und taeniatum G. W. Müller (p. 121), Microcythere frigida und nana G. W. Müller (p. 124), Xesto- leheris meridionalis und farva G. W. Müller (p. 130), Loxoconcha laevior und fellucida G. W. Müller (p. 134). Die Arten der nördlichen Erdhälfte gehören sämtlich dem Mittelmeer (Golf von Neapel) an, nur zwei, Sclerochilus contortus und Pseudoeythere caudata, kennen wir auch aus dem Nordatlan- tischen Ozean, doch ist die Identität der nordatlantischen und Mittelmeerformen nicht ganz un- zweifelhaft. Von besonderem Interesse wäre die Beantwortung der Frage nach der geographischen Verbreitung der genannten Formen, wie weit sich die nördlichen Formen nach Süden, die süd- lichen nach Norden erstrecken, weiter ob sich in den zwischenliegenden Breiten vermittelnde Formen finden? Leider sind unsere Kenntnisse in dieser Richtung gleich Null. Brady beschreibt, wie oben (p. 144) gesagt, eine Pseudoeythere von Kerguelen, die er für identisch mit der nörd- lichen Pseudoeythere caudata hält; nach seiner Darstellung kann sie aber ebensowohl P. similis oder eine dritte Art sein. Vielleicht ist auch Bradys Xestoleheris depressa von Kerguelen (nicht iden- tisch mit X depressa G. 0. Sars, vergl. p. 144) eine Zwischenform zwischen X. meridionalis (Gauss- station) und X. parva (Mittelmeer), aber auch hier sind die Angaben zu spärlich, um einen Schluß zu gestatten. Unter den von der Gaussexpedition gesammelten Ostracoden fand sich keine Art, welche zweien der drei Stationen: Gaussstation, Kerguelen, Simonstown angehört hätte. Süßwasserostracoden.'-) Die von der Gaussexpedition gesammelten Süßwasserostracoden gehören sämtlich der Unter- familie der Cyprinae (vergl. G. W. Müller 1900, p. 45) an. Sie umfaßen 19 Arten, von denen aber 3 nur durch Larven vertreten waren, von den übrigen 16 waren 2 bereits beschrieben, 14 neu. Fast alle Äxten, bis auf eine, wurden bei Simonstown gesammelt. ^) Die betreffenden Zitate finden sioli olar-Ex|)editioii. Die Mehrzahl gehört bekannten Gattungen an, für 2 Arten habe ich die neue Gattung Iso- cypris aufgestellt. 5 Arten habe ich in der Gattung Cypris gelassen. Cypris (). V. Mülleu. Die Gattung Cypris umfaßt nach dem heutigen Gebrauch alle diejenigen Vertreter der Cyprinae, welche sich nicht durch irgendein Merkmal, das zu ihrer Abtrennung Veranlassung gegeben hat, auszeichnen; dementsprechend vereinigt sie ziemhch heterogene Elemente, stellt keine natür- liche Gruppe dar, läßt sich auch nicht scharf charakterisieren, höchstens durch negative Charaktere. So unwissenschaftlich dieser Zustand ist, so vermag ich doch nicht ihn zu ändern; ich muß es imter- lassen, eine Charakteristik der Gattung Cypris zu geben, kann mich auch nicht auf eine an anderer Stelle gegebene berufen. Von den 5 Arten gehören 3 {corpulenta, tricJiota, capensis) einer natürlichen Gruppe an, die der Gattung Eurycypris nahe verwandt ist, so daß man in Zweifel darüber sein kann, ob man sie nicht dieser Gattung einreihen soll. Cypris radiata n. sp. Linke Schale des Q : Höhe annähernd -/s der Länge, am höchsten etwa auf 7io der Länge, Dorsal- rand stark gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, Vorderende breit, Hinterende etwas schmaler gerundet; Ventralrand flach eingebuchtet, in der Mundgegend flach vorgewölbt. Oberfläche mit zerstreuten, wenig auffäUigen Porenkanälen, welche lange, ziemlich dünne und steife Borsten tragen. Der sehr derbe Saum überragt am Vorderrand und am Ventralrand — an letzterem von der Mitte abgesehen — den Schalenrand deutUch. Der Vorderrand läßt bei stärkerer Vergrößerung eine stumpf-sägeartige Bildung erkennen; die randständigen Borsten entspringen auf der Spitze der Zähne. Verschmolzene Zone am Vorder- und Ventralrand im Profil deutlich, von zahlreichen schlanken, unverzweigten Porenkanälen durchsetzt, von denen die längeren teils zu Borsten führen, teils blind endigen; beide Formen wechseln ziemhch regelmäßig ab. Innenrand von außen nicht sichtbar (nach Ansicht von innen ergänzt), etwa halbwegs zwischen Innenrand und Vorderrand verläuft eine ziemlich auffällige Leiste, welche die verdickte Rand- zone der inneren Schalenlamelle in einen medialen, skulpturierten und einen distalen nicht skulptu- rierten Streifen teilt (etwa wie bei C. corpulenta p. 151, Fig. 5). Rechte Schale der hnken in den Konturen sehr ähnlich, auffällige Unterschiede finden sich in der Bildung des Randes, besonders des Vorderrandes. Der Rand zeigt eine weniger deuthche Zähnelung, er trägt keine Borsten; dir randständigen Borsten entspringen proximal vom Rand in den Buchten einer gewellten Linie. Der Saum ist nur am Ventral- und Hinterrand sichtbar. Die Leiste zwischen Innenrand und Schalenrand fehlt, oder richtiger, ist so schwach ausgebildet, daß sie auch bei der Ansicht von der medialen Seite nur schwer aufzufinden ist; sie verläuft dem Schalenrand viel näher. Eine verschmolzene Zone fehlt, am Vorderrand fallen etwa 20 kurze, dicke, dunkle, radiäre Streifen auf. r^l)(>r ihre Zustandekommen habe i( h mir bei dem geringen mir zur Verfügung stehenden Material keine Vorstellung bilden können, vermuthch handelt es sich um ähnliche Pfeiler, wie sie in der Gattung Cypretta vorkommen (vgl. G. W. Müller 1898, p. 283). Farbe grün, sie war bei den untersuchten Individui'u imr in verwaschenen Flecken über den Schlicßinusk-clansätzen sichtbar. MüLLEU, Ostracoden. 147 Vom Rücken gesehen eiförmig, Breite annähernd ^3 der Länge, am breitesten wenig hinter V2 der Länge, Hinterende gerundet, Yorderende zugespitzt, die Hnke Schale überragt vorn deut- lich die rechte. Cypris radiata. 1. Mnke iiiid rechte Schale des 9 58 x; 2. Q vom Rücken gesehen 58 x; 3. die zwei terminalen Glieder des dritten Thoraxbeines 270 X; 4. Vorderrand der linken Schale von der lateralen Seite 154 x; 5. zweites Thorax- bein IISX; fi. Vorderrand der linken Schale von der medialen Seite gesehen 270 X; 7. Maxille 270 X; 8. Furca 118 x, IR Innenrand, L Leiste, R Rand, S Saum. 19* J48 Deutsche Südpular-Kxpcditiou. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. überragen die Spitzen der Klanen wenig; die zwei ver- stärkten Borsten des dritten Kaufortsatzes der Maxille ungezähnt. Am zweiten Thoraxbein ist die terminale Klaue lang und schlank, so lang wie das zweite bis vierte Glied am dorsalen Rand gemessen. Furca schlank, der Stamm schwach S-föiniig gebogen, an der Basis kolbig erweitert, der Hinter- rand kahl (bei Zeiss D. keine Haare zu entdecken), die terminalen Klauen schlank, fast gerade, ungezähnt, die längere mißt etwas mehr als V2 des Vorderrandes, die kürzere reichlich -/a der längeren; die vordere Borste kurz, etwa Ve der benachbarten Klaue, Länge des O 1,4 mm, cf unbekannt; die untersuchten Q waren unbefruchtet. In dem Material von Plumstead, Zeekoe Vley bei Simonstown fanden sich nur 2 unbefruchtete Q. Cypris syngraiiima u. s\). Taf. XTX, Fig. :5, (5. Linke Schale des 9: Höhe etwa 7in der Länge, am höchsten etwas vor halber Länge, Dorsal- rand sehr stark gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt; beide Enden stark ver- schmälert, in ähnlicher Weise gerundet; die Rundung liegt in der ventralen Hälfte. Ventralrand annähernd gerade, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt. In der Mundgegend ist der eigentliche Schalenrand mehr oder weniger deutlich vorgewölbt. Oberfläche mit dichter, auf- fäUiger Streifung; der größere Teil der Schale wird eingenommen von Streifen, welche dem Ventral- rand annähernd parallel verlaufen, nach beiden Enden konvergieren, nach vorn zu einem Punkt, der auf etwa Vs der Schalenhöhe und Vs der Schalenlänge, nach hinten zu einem Punkt, der wenig höher und nahe dem Hinterende liegt. Auf der übrigen Schale verlaufen die Streifen dem Vorder-, Dorsal- und llinterrand annähernd parallel. Ein schmaler Streifen am Vcu'derrand ist nicht gestreift. Die Behaarung ist deutlich und mäßig lang, die des Vorder- und Ventralrandes ziemlich dicht; unter den Borsten des Hinterrandes zeichnen sich einige durch beträchtliche Länge aus. Die der Fläche differenzieren sich deutlich in schlankere, welche zum Teil lang, zum Teil kurz, und dickere dornartige, welche stets ziemlich kurz sind; die letztgenannten finden sich nur auf tler hinteren Hälfte, fehlen auch hier nahe dem Ventralrand. Der Saum, der derb und ziemlich breit ist, entspringt am Vorderrand auf dem gesägten Schalen- rand ; er läßt «'ine dem Rand parallele Streifung erkennen und setzt sich aus drei scharf gegeneinander abgegrenzten Zonen von verschiedener Dicke zusammen; häufig ist er auch am Ventralrand sichtbar. Die verschmolzene Zone ist am Vorderrand deutlich, von zahlreichen schlanken, unverzweigten Porenkanälen durchbohrt. Der Innenrand entfernt sich ziemlich weit vom Schalenrand, liegt aber dem Vorderrand näher als den Schli(>ßmuskelansätzen. Das Feld zwischen ihm und dem Schalen- rand wird durch eine Leiste in eine äußere glatte, eine innere gestreifte Zone geteilt. Die rechte Schale ist der linken ähnlich, etwas niedriger. Abweichend verhält sich der Vorder- rand. Der viel zartere, nicht gestreifte Saum entspringt an der iiicdialen Seite aber in nächster Nachbarschaft des imregelmäßig gewellten Schalenrandes. Der iiiiicnrand verläuft dem Vorder- rand viel näher als liidcs, fa.st der ganze Raum ist gestreift. Im Bereich der ventralen Schalen- hälfte sind innere und äußere Lamelle durch pfeilerartige Oebilde verbunden, die in einer dem Vorder- rand parallelen und benachbart i'U Linie liegen. Tth Profil er^^cheinen sie als dunkle Punkte. Müller, Ostracoden. 149 Vom Rücken gesehen erreicht die Breite etwa 7* der Länge, die größte Breite liegt wenig hinter halber Länge. Die Seiten bilden starke Bogen, welche gleichmäßig bis zum stumpfwinklig zugespitzten Hinterende verlaufen. In der vorderen Hälfte tritt an die Stelle des Bogens eine gerade oder schwach konkave Linie. Vorderende im Bereich der linken Schale deutlich zugespitzt, die linke Schale überragt vorn die rechte deutlich. Schale bis auf wenige Flecke in der Nachbarschaft des Dorsälrandes dunkelgrün pigmentiert. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. reichen bis zur Spitze der terminalen Klauen. Die zwei klauenartig gestalteten Borsten des dritten Kaufortsatzes der Maxille sind glatt, nicht gezähnt. Erstes Thoraxbein mit wohlentwickelter Atemplatte. Furca schlank, Vorderrand fast gerade, der Hinterrand kahl (auch bei Zeiss D war keine Behaarung zu erkennen). Die terminale Klaue mißt etwa Vs des Vorderrandes, die Cypris syngramma. 1., 2. Vorderraiid der rechten und linken Schale von der medialen Seite 20fiX; 3. die zwei terminalen Glieder des dritten Thoraxheines 270 X; 4. 'Pastor nnd dritter Kaufortsatz der Maxille 270 X; 5. zweites Thoraxhein 154 X; 6. Furca l')4\; IR liiiienrand, L Leiste, R Schalenrand, S Saum. hintere nur annähernd '^1., der vorderen, die vordere Borste weniger als V4 der vorderen Klaue. cf unbekannt. Länge des 9 IjO — 1,1 mm. Plumstead-Zeekoc Vley und Fishhoek bei Simonstown; häufig. Die drei folgenden Arten gehören einer natürlichen Gruppe an, welche der Gattung Eunj- cypris nahe steht. Diese Gruppe läßt sich durch folgende Merkmale charakterisieren: Der Saum entspringt am Vorderrand Unks auf dem Schalenrand, rechts ist er deutlich proximal verschoben, entspringt proximal von der Verschmelzungslinie. Verschmolzene Zone beiderseits deutlich. Links eine stark entwickelte, kantig oder lappig vortretende Leiste, rechts keine Leiste. Endglied des Maxillartasters schlank, nach der Spitze hin deutlich verjüngt, Vorderrand min- destens noch einmal so lang, als er an der Basis breit; am dritten Kaufortsatz zwei zahnartige Borsten. Drittes und viertes Glied des zweiten Thoraxbeines mehr oder weniger vollkommen getrennt. 1 50 Deutsche Siidpolar-K.\|)edition. Furca schlank, Hinterrand nicht behaart, die vordere Klaue mißt mindestens ^/, des Vorder randes des Stammes, die vordere Borste weniger als V2 der vorderen Klaue (meist weniger als V4), die hintere Borste steht ziemlich weit von der hinteren Klaue, ihr Abstand von der letzteren größer als die doppelte Breite der hinteren Klaue an ihrer Basis gemessen. Dieser Gruppe gehören von den hier beschriebenen Arten drei an: trichota, corpulenta und capensis, ferner Cypris fuscata. Die Formen unterscheiden sich von der Gattung Eurycypris durch folgende Merkmale: An der linken Schale hegt der Saum am Vorderrand bei Eurycypris proximal, hier distal von der Ver- schmelzungslinie; die Vertreter der Gattung Eurycypris sind durchweg viel breiter. Cypri.s corpnleiita 0. Sars. 1895 Cypris corpulenta G. 0. Sars 1895, p. .SO, Taf. 5, Fig. 2. Linke Schale des Q: Höhe etwa Vg der Länge, am höchsten etwas vor halber Länge, der Dorsal- rund bildet einen stumpfen Winkel mit ziemlich stark abgerundeter Ecke, dessen vorderer Schenkel gerade und ziemUch stark abfällt, dessen hinterer Schenkel schwach gebogen und wenigstens in der Nachbarschaft des höchsten Punktes weniger stark abfällt. Gegen Vorder- und Hinterrand ist der Dorsalrand nicht abgegrenzt, Vorderende ziemUch breit, Hinterende etwas schmaler gerundet, mit Andeutung einer Ecke auf etwa halber Höhe. Ventralrand deuthch eingebuchtet, in der Mundgegend vorgewölbt. Oberfläche ziemlich dicht mit kleinen, wenig scharf konturierten Gruben bedeckt, die schwer nachweisbar sind, anscheinend bisweilen ganz fehlen. Auffälhg sind dagegen die ziemlich dicht stehenden flächenständigen Porenkanäle, welche ziemlich kurze aber kräftige, starre Borsten tragen. Behaarung am Rand ähnlich, ziemlich dicht und starr. Schale mit einem sehr dicliten oberflächlichen Kanalsystem, das sich in Kanadabalsam meist mit Luft füllt, die Schale undurchsichtig macht. Verschmolzene Zone am Vorderrand deutlich, von sehr zahlreichen, unver- zweigten Porenkanälen durchzogen. Rechte Schale der linken ähnUch, die Porenkanäle in der verschmolzenen Zone weniger dicht. Schale grün. Vom Rücken gesehen Breite annähernd Vg der Länge, am breitesten wenig hinter halber Länge. Die Seiten bilden Bogen, welche ziemlich gleichmäßig bis zu beiden Enden verlaufen, nur nahe dem Vorderende tritt links an die Stelle des Bogens eine gerade Linie, rechts eine flache Bucht (die Verhältnisse ändern sich aber mit einer geringen Neigung des Tieres nach links oder rechts). Vorderende deuthch, Hinterende undeutlich zugespitzt; beide Schalen ungefähr gleich lang. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. überragen die terminalen Klauen deutlich. Die verstärkten Borsten des dritten Kaufortsatzes der Maxille ungezähnt. Zweites Thorax- bein gedrungen, drittes und viertes Glied deutlich getrennt, die Klaue sehr kräftig, so lang wie die drei letzten Glieder zusammen; die Borste des zweiten Gliedes fein behaart, die des dritten Gliedes lang, etwa V3 so lang wie die terminale Klaue, neben ihrem Ursprung eine Gruppe feiner Haare. Furca schlank, Vorder- imd Hinterrand fast gerade; Klauen fast gerade, schlank, die vordere etwa V3 so lang wie der Vorderrand der Furca, die hintere etwa -/s der vorderen. Länge des , 1,9 — 2 mm. r? unbekannt. Müller, Ostracoden. 151 Sars' Material stammte von Knysna, „wHch is located some distance east of the Cape of Good Hope", das der Gaussexpedition von Plumstead, Zeekoe Vley bei Simonstown, hier mäßig häufig, es wurden gegen 30 Individuen gesammelt. Cypris corpulenta. 1. Linke und rechte Schale des 9 43 X; 2. Q vom Rücken gesehen 43 X; 3. Furca 154 X; 4., 5. Vorderrand der rechten und linken Schale von der medialen Seite gesehen 118 x; G. Zweites Thoraxbein 154 •; IRlnnenrand, L Leiste, S Saum, VI Verschmelzungslinie. 152 Deutsche Sfidpolar-Expedition. Cypris tricliotu n. sp. Linke Schale des O: Höhe etwa Vs der Länge, am höchsten auf Vs der Länge; der Dorsalrand bildet einen Winkel mit stark abgerundeter Ecke ; vorderer und hinterer Schenkel dieses Winkels flach gewölbt, der vordere etwas stärker abfallend als der hintere, beide gegen Vorder- und Hinterrand nicht Cypris trichota. 1. I,inke und rechte Schale des Q 30 X; 2. V vom Rücken gesehen 30 X; 3. Die beiden verstärkten Borsten des dritten Kaufortsatzes der Maxille 270 X; 4. Furca 90 X; 5. Zweites Thoraxbein 90 X; IR Innenrnnd, L Leiste, S Saum, VI Verschmelzungslinie. abgegrenzt; beide Enden ähnhch gestaltet, breit gerundet. Ventralrand deuthch eingebuchtet, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, Mundgegend flach vorgewölbt. Oberfläche und Behaarung ähnlich wie bei corpidenta, anscheinend die Behaarung weniger dicht, doch hin ich nicht sicher, daß sich dieser Unterschied nicht daraus erklärt, daß zahlreiche Borsten abgebrochen waren. Müller, Ostracoden. 153 Der Innenrand verläuft in der Nachbarschaft des Vorderrandes annähernd senkrecht und geradlinig. Weitere Unterschiede im Verlauf von Leiste und Verschmelzungslinie vergl. die Figuren. Rechte Schale der linken ähnlich. Farbe grün; Auge klein, schwer aufzufinden. Vom Rücken gesehen ebenfalls corpulenta ähnlich, nahe dem Vorderende beiderseits eine Spitze, die einer Reihe von etwa fünf kleinen Warzen entspricht; diese sind im Profil nur schwer nachzuweisen, in der Rückenansicht treten sie deutlich hervor. (Bei corpulenta scheinen diese Warzen ebenfalls vorhanden zu sein, aber kleiner, in der Rückenansicht sind sie nicht nachweisbar.) Im Bau der Gliedmaßen finde ich folgende Unterschiede von corpulenta: Die Schwimmborsten der zweiten Antn. überragen die Spitzen der Klauen nicht oder nur sehr wenig; das zweite Thorax- bein viel schlanker, die terminale Borste des zweiten Gliedes unbehaart, die des dritten Gliedes etwa V2 so lang wie die terminale Klaue, diese deutlich länger wie die drei letzten Glieder zusammen. Furca an der Basis kolbig aufgetrieben, entsprechend der Hinterrand hier stark gewölbt; die längere Klaue mißt nur etwa V2 des Vorderrandes, die hintere weniger als Vs der vorderen. Länge des "V 3 mm; cT unbekannt. Plumstead, Zeekoe Vley bei Simonstown, selten, es wurden 9 Exemplare gesammelt. Cypris capensis u. sp. T;if. XIX, Fis. 2. Linke Schale des V': Höhe deutlich größer als V2 der Länge, etwa ^5, am höchsten deutlich vor halber Länge, etwa auf Vig. Der Dorsalrand bildet hier eine wenig abgerundete Ecke, von der aus er nach vorn ziemlich stark und geradlinig, nach hinten weniger stark, doch auch deutlich und geradlinig abfällt. An beiden Enden geht er ohne deutliche Grenze in den Vorder- resp. Hinter- rand über, beide Enden sind breit gerundet, das vordere wenig breiter als das hintere. Ventralrand stark eingebuchtet, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt. Oberfläche dicht mit kleinen, rundlichen, ziemlich scharf konturierten Gruben bedeckt. Der Raum zwischen den Gruben erscheint dunkler, da sich nur hier das an anderem Ort beschriebene Netzwerk (vgl. G. W. Müller 1900, p. 5) findet. Dieses Netzwerk war sichtbar bei Untersuchung in Glyzerin, Kreosot, Alkohol; in Kanadabalsam kann es sehr dunkel werden, sich auch auf die Gruben aus- dehnen. Zwischen den Gruben finden sich die kleinen aber deutlichen Porenkanäle. Verschmolzene Zone am Vorderrand ziemlich breit, dicht von parallelen, unverzweigten Porenkanälen durch- setzt, welche verschieden lang sind, aber niemals bis zum Schalenrand reichen. Rechte Schale der linken ähnlich, die Ecke des Dorsalrandes stärker abgerundet. Vom Rücken gesehen. Breite etwa Va der Länge, am breitesten etwas hinter halber Länge. Die Seiten bilden Bogen, welche in der Mitte am stärksten gewölbt sind, nach hinten flacher, fast gerade werden, nahe dem Vorderende deutlich eingedrückt sind. Hinterende abgestumpft, Vorder- ende zugespitzt, nahe dem Vorderende sieht man einige kleine Spitzen (Warzen, die in der Profil- ansicht nur schwer aufzufinden sind). Farbe? Einzelne Individuen ließen undeutliche Reste einer grünlichen Färbimg erkennen, die meisten waren gelblich, nicht pigmentiert; vermutlich sind sie im Leben grün. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. reichen bis zur Spitze der Klauen. Die zwei verstärkten Borsten des dritten Gliedes der Maxille sind glatt, ungezähnt. Am dritten Glied des zweiten Thorax- Deutsche SUtlpülar-Expydition. X. Zuülug^ie. II. ^" 154 Deutsche SQdpolar-Expedition. beines sind bisweilen, nicht immer, undeutliche Reste einer Zusammensetzung aus zwei Gliedern erkennbar, die Endklaue ist kurz, etwa so lang wie das dritte Glied am Dorsalrand gemessen, gezähnt. Cypris capensis. 1. Linke und rechte Schale des Q 33 X; 2. 9 vom Kücken gesehen 33 x; 3. Furca 118 X; 4. Drittes Thoraxbein 270 X; 5. Zweites Thoraxbein 118 X; G. Vorderrand der rechten Schale von der medialen Seite 118 X; IR Innenrand. L Leiste, S Saum. Furca schlank, gerade, die längste Klaue fast gerade, V» so lang wie der Vorderrand des Stammes. Länge des 9: 1,8— 1,95 mm. rf unbekannt. Plumstead-Zeekoe Vley bei Simonstown, häufig. Eury cypris G. W. Müller. Die Gattung Eurycypris (G. W. Mülleu 1898, p. 263) war durch zahlreiche Exemplare einer stattlichen Art in dem bei Plumstead-Zeekoe Vley und Fishhoek gesammelten Material vertreten. Leider waren es durchweg Larven, die meisten vor der letzten Häutung stehend, und zwar C und cT, geschloclitsrcife Tiere fanden sich nicht, weshalb ich auf eine Beschreibung verzichte. MCller, Ostracoden. 155 Cypricercus 0. Sars. 1896 Cypricercus G. 0. Sars 1895, Nr. 8, p. 37. ? Spirocypris R. W. Sharpe 190.3, ]j. 981. Schale gestreckt, Höhe kleiner als ^/^ der Länge. Vorderrand links mit, rechts ohne verschmolzene Zone. Der Saum liegt am Vorderrand Links auf dem Schalenrand, rechts deutlich medialwärts verschoben. Terminales Glied des Maxillartasters zylindrisch oder distal verjüngt, dritter Kaufortsatz der Maxille mit zwei dornartig verstärkten Borsten. Furca lang und schlank, sie mißt mit Klaue mindestens Vz der Schalenlänge, vordere Klaue kürzer als V2 des Vorderrandes, vordere Borste länger als V2 der vorderen Klaue. Die hintere Borste steht nicht dicht hinter der hinteren Klaue, ihr Abstand von ihr mindestens doppelt so groß, als die Klaue an ihrer Basis breit. Die Hodenschläuche treten über den Schließmuskelan- sätzen in die vordere Schalenhälfte ein, bilden dort eine mit der äußersten (weitesten) Windung am Vorderrand aufsteigende Spirale. Der Gattung gehören außer den beiden hier beschriebenen zwei Arten an: 1. Cypricercus cuneatus G. 0. Sars 1895, p. 38, Taf. 6, Fig. la— h. 2. Cypricercus reticulalus Daday 1898, [). 75. Die erstgenannte Form hat große Ähnlichkeit mit der hier beschriebenen episphaena. Sicher sind alle vier Arten nah verwandt. Die Angaben über den Bau des Schalenrandes gründen sich nur auf die Untersuchung der hier beschriebenen Arten. Cypricercus episphaeiia n. sp. Linke Schale des O: Höhe etwa V2 der Länge, am höchsten etwas vor Vj der Länge. Der Dorsal- rand bildet einen deutlichen Bogen, der ohne Andeutung einer Grenze in den Vorder- und Hinter- rand übergeht. Vorderrand mäßig breit gerundet, das Hinterende stark verjüngt, es läuft in eine stark abgerundete Spitze aus, die etwa auf V? der Schalenhöhe liegt. Ventralrand in der Mund- gegend schwach vorgewölbt, dahinter flach eingebuchtet, im letzten Drittel der Schalenlänge steigt der Ventralrand deutlich zu der eben erwähnten Spitze des Hinterrandes auf. Die Oberfläche zeigt sich bei stärkerer Vergrößerung (Zeiss D) gefeldert (Fig. 2); die Grenzen der Felder werden durch Reihen länglicher Gruben gebildet. In jedem Feld findet sich eine rundliche oder unregel- mäßige, flache, ziemlich scharf konturierte Grube. Der Saum ist am Vorderrand auf den Schalen- rand gerückt, er ist sehr schmal, wenig deutlich abgegrenzt. Die verschmolzene Zone deutlich, von schlanken, unverzweigten Porenkanälen durchsetzt. Der Innenrand entfernt sich vorn sehr weit vom Vorderrand, nähert sich den SchUeßmuskelansätzen, er ist wenig deutlich; der Raum zwischen Innenrand und Vorderrand wird vorn durch dem Vorderrand annähernd parallele Leisten in drei Felder geteilt, von denen das hinterste eine parallele Streifung erkennen läßt. Behaarung fein, wenig auffällig, die flächenständigen Porenkanäle ebenfalls fein, zerstreut, nicht auffällig. Rechte Schale ziemlich auffällig von der linken verschieden; etwas niedriger, der Dorsalrand flacher gewölbt, das Hinterende deutlicher zugespitzt, die schlankere nur wenig abgerundete Spitze liegt auf etwa V3 der Schalenhöhe, sie ist durch eine nicht immer deutliche ventrale und dorsale 20* 156 Deutsche Südpolar-Expedition. Einbuchtung undeutlich abgesetzt. Am Vorderrand verläuft der Saum in einiger Entfernung vom Schalenrand, eine verschmolzene Zone ist nicht nachweisbar. Innenrand und Leiste ähnlich wie links, aber viel undeutlicher, schwer aufzufinden. Die Schale ist bis auf wenige Flecke über den Schließmuskelansätzen imd in der Augengegend blaugrün gefärbt. Vom Rücken gesehen Breite etwas kleiner als V2 der Länge (etwa "/24), am breitesten etwa auf halber Länge, die Seiten bilden Bogen, die ziemlich gleichmäßig bis zu beiden Enden ver- laufen; beide Enden deutlich unsymmetrisch, vorn überragt die linke Schale die rechte, hinten Cypricercus episphaena. 1. Reclite und linke Schale des 9 58 x; 2. Schalenskulptur, Nachbarschaft der Schließmuskelansäfze 270 x; 3. Schale vom [{iickon gesehen 43---; 4. Fnrca 118 x; 5. Zweites Tlioraxlioin 270 •:; (!. Maxille 270 X; 7., 8. Vorderrand der rechten und linken Schale von der medialen Seite gesehen !>0>:; IR Innenrand, L Leiste, L, sekundäre Leiste, S Saum. Müller, Ostracoden. |57 die rechte die linke. Die verstärkten Borsten des dritten Kaufortsatzes der Maxille gezähnt; die Klaue des zweiten Thoraxbeines lang, etwa so lang wie das zweite und dritte Glied zusammen, die Borste des dritten Gliedes deuthch länger als das vierte Glied. Furca schlank, schwach S-förmig gebogen, der Hinterrand kahl, die terminale Klaue mißt wenig mehr als V3 des Stammes am Vorderrand gemessen; vordere Borste V2 — V3 so lang als die terminale Klaue, cf unbekannt. Länge 1,5 — 1,6 mm. Plumstead-Zeekoe Vley imd Fishhoek bei Simonstown, sehr häufig. Die Art steht Cijpricercus cuneatus Sars (1896, p. 38, Taf. 6, Fig. 1) sehr nahe, unterscheidet sich von ihr durch das stärker zugespitzte Hinterende der rechten Schale und durch die auffällige Asymmetrie. Cypricercus iiiaculatus n. sp. Linke Schale des c? : Höhe annähernd V2 der Länge, am höchsten etwa auf halber Länge, resp. etwas davor; der Dorsalrand bildet einen flachen Bogen, der im vorderen V4 ziemlich stark nach vorn, im hinteren Vs ziemlich stark nach hinten abfällt; er geht ohne Andeutimg einer Grenze in den Vorder- und Hinterrand über. Vorderende ziemUch schmal gerundet, Hinterende stark verjüngt, sehr schmal gerundet, die Rundung liegt in der ventralen Hälfte, das Hinterende etwa auf V3 der Höhe. Ventralrand fast gerade, im hinteren V3 aufsteigend, gegen Vorder- und Hinter- rand nicht abgegrenzt. Oberfläche glatt, die mäßig dicht stehenden Porenkanäle wenig auffällig. Behaarung fein, wenig auffällig. Die Hodenschläuche treten dorsal von den Schließmuskel- ansätzen, die sie im Bogen umziehen, in die vordere Schalenhälfte ein, in der sie sich unregel- mäßig spiralig aufrollen. Am Vorderrand ist der Saum auf den Schalenrand gerückt, die deutliche verschmolzene Zone ist außer von den zu den Borsten führenden schlanken unverzweigten Poren- kanälen von anderen ähnlichen durchbohrt, welche peripher verschwinden, sich anscheinend verzweigen, aber nicht zu Borsten führen. Die beiden Formen von Porenkanälen wechseln ziemlich regelmäßig miteinander ab. Der Innenrand verläuft ungefähr halbwegs zwischen Vorder- rand und Schheßmuskelansätzen. Die Schale ist in der dorsalen Hälfte überwiegend blaugrün gefärbt, frei von Pigment ist ein breiter vom Auge schräg nach vorn ziehender Streifen, die Umgebung des Schließmuskels, ein unregelmäßiger Fleck über den Schließmuskelansätzen und ein breiter Streifen am Hinterrand. Die Form und Färbimg der Flecke ist ziemlich variabel (bei Untersuchung des ganzen Tieres kommt auch die Pigmentablagerung des Körpers zur Geltung; vgl. die Ansicht vom Rücken). Rechte Schale der Hnken ähnlich, der höchste Punkt liegt deutlich weiter nach vorn, der Dorsal- rand ist stärker gewölbt, fällt vom höchsten Punkt aus deutlich nach hinten ab. Schale des 9 der des cf ähnlich. Die verstärkten Borsten des dritten Kaufortsatzes der Maxille gezähnt, das Grundglied des Greif Organs des cT beiderseits kurz, distalwärts erweitert, terminal quer abgestutzt; das Endglied ist rechts fast gerade, distalwärts verjüngt, es trägt terminal einen schlanken, senkrecht abstehen- den, nach vorn gerichteten Fortsatz, links ist es basal stark gekrümmt, übrigens dem rechten ähnlich. 158 Deutsche Södpolar-Expedition. Furca schlank, deutlich S-förmig gebogen, der Hinterrand sehr fein behaart (Behaarung erst bei Zeiss D erkennbar). Terminale Klaue schwach gebogen, sie mißt wenig mehr als Vs des Vorderrandes. Vordere Borste wenig größer als Va der benachbarten Klaue. Penis vgl. Fig. 3. Cypricercus maculatus. 1. Rechte und linke Schale des c? 58 X; 2. 9 vom Rücken gesehen 58 X; 3. Penis 270 X; 4., 5. Vorderrand der rechten und linken Schale von der medialen Seite gesehen 270 X; f.. Furca 118 X; 7. Maxille 200 X; S. Greiforgane des rf 206 X; 'J. Die zwei terminalen Glieder des dritten Thoraxbeines 270 X; IR Innenrand, L Leiste, R Rand, S Saum (resp. Saumlinie), VI Verschmelzungslinie. Moller, Ostracoden. 159 Länge des Q 1,7 mm, des c? 1,6 mm; die Größe ist nur geringen Schwankungen unterworfen. Plumstead bis Zeekoe Vley bei Simonstown; nicht häufig, es fanden sich etwa 20 Exemplare. ISOCypris n. gen. Schale mäßig gestreckt, sehr stark seitlich komprimiert. Der Saum entspringt beiderseits auf dem Schalenrand, die Leiste beiderseits gleich stark entwickelt und von gleichem Verlauf; der Innenrand fällt am Hinterende mit dem Schalenrand zusammen. Die Punktierung der Ober- fläche beschränkt sich auf die borstentragenden Porenkanäle. Die Borsten der ersten Antn. nicht länger als die Gliederreihe. Letztes Tasterglied der Maxille distalwärts deutüch verbreitert, der dritte Kaufortsatz der Maxille mit zwei zahnartig verstärkten Borsten. Furca kräftig, die vordere Klaue mißt mehr als V2 des Vorderrandes, die vordere Borste weniger als V2 der vorderen Klaue, Abstand der hinteren Borste von der benachbarten Klaue gering, höch- stens die doppelte Breite der hinteren Klaue an ihrer Basis. Der Gattung gehören zwei Arten an. Sie weist mancherlei Beziehungen zur Gattung Amphi- cypris G. 0. Sars 1902, p. 16 auf, so im Bau der ersten Antenne, der Maxille, des Maxillarfußes, der bei beiden Formen einen umfangreichen Kauteil mit zahlreichen Borsten besitzt; dagegen ist die Furca ziemlich verschieden gebaut. Leider läßt uns Saks vollständig im Unklaren über den Bau der Schale. Ich halte es zurzeit nicht für angebracht, beide Formen in einer Gattung zu vereinigen. Isocypris peraugnsta n. sp. Schale dünn, durchscheinend, zerbrechlich. Linke Schale des (, : Höhe V-, der Länge, am höchsten auf V2 der Länge; der Dorsalrand bildet einen flachen Bogen, der sich in einer flachen, aber deutlichen Bucht gegen den Vorderrand, gegen den Hinterrand nicht abgrenzt. Vorderende breit, Hinterende viel schmaler gerundet. Ventral- rand flach, aber deutlich eingebuchtet, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt. Ober- fläche glatt, dicht und deutlich punktiert, die zu den Punkten gehörigen flächenständigen Borsten sind fein, nicht auffällig; etwas kräftiger sind die des Vorderrandes und der vorderen Hälfte des Ventralrandes, noch kräftiger die des Dorsalrandes und die der hinteren Hälfte des Ventralrandes, besonders groß und kräftig sind einige, welche am Hinterende in nächster Nähe des Schalenrandes entspringen. Der Innenrand hat einen sehr charakteristischen Verlauf; er steigt von der Augen- gegend annähernd senkrecht ab, wendet sich auf etwa Vi der Schalenhöhe im Bogen nach hinten, verläuft dem Ventralrand zunächst parallel, konvergiert weiter hinten mit ihm und trifft ihn auf V4 der Schalenlänge. Im weiteren Verlauf scheint er mit dem Schalenrand zusammenzufallen, wenigstens vermag ich ihn als gesonderte Linie nicht mehr aufzufinden. Eine verschmolzene Zone ist am Vorderende als schmaler Streif nachweisbar, sie ist von zahl- reichen schlanken, unverzweigten Porenkanälen durchbohrt. Der schmale Saum ist auf den Schalen- rand gerückt, an seiner Basis wenig scharf abgegrenzt. In der Nachbarschaft des Vorderrandes, demselben annähernd parallel, verläuft noch eine Leiste. Rechte Schale der linken sehr ähnlich, auch in der Bildung des Schalenrandes. Vom Rücken gesehen sehr stark komprimiert. Breite bei nicht vollständig geschlossener Schale (vermutlich kann sie überhaupt nicht vollständig geschlossen werden) nur annähernd Vs der Länge, IGO Deutsche Siidpolar-Expedition. am breitesten auf V2 der Länge; die Seiten bilden flache Bogen, beide Enden sind zugespitzt, das vordere etwas stärker als das hintere. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. reichen etwa bis zur Spitze des terminalen Gliedes (ohne die Klauen). Die verstärkten Borsten des dritten Kaufortsatzes der Maxille einfach, un- gezähnt. Terminale Klaue des zweiten Thoraxbeines schlank, fast gerade, so lang wie die vier letzten Isocypris perangusta. I.Linke Schale 70 X; 2. Tier vom liückeii TO--,; .".. Vordenand von innen 270 X; 4. Erstes Thoraxbein 270 X; 5. 1 Antenne 270 X; G. Maxille 270 X; 7. Fnrca und zweites Thoraxbein 270 x; L Leiste, S Saum, VI Verschmelzungslinie. Glieder. Am dritten Thoraxbein fehlt die terminale Borste des letzten Gliedes ganz (oder ist sehr klein), das Glied trägt nur einen ziemlich langen, schlanken Haken. Furca ziemlich kurz, gedrungen, schwach gebogen, die distale Hälfte des Hinterrandes fein abstehend behaart (Behaarung bei Zeiss C kaum erkennbar), die terminalen Klauen kräftig, deut- Uch gebogen, die vordere mißt etwa -/s des Vorderrandes der Furca. die hintere nur wcnifjj kürzer; Müller, Ostracoden. 161 auch die Borsten kräftig, die vordere mißt etwa V3 der vorderen Klaue, der Abstand der hinteren Borste von der benachbarten Klaue ist etwa so groß, wie die letztere an ihrem Ursprung breit. Länge des V 1>15 — 1,2 mm, c? unbekannt. Eine geringe Anzahl von Individuen wurde gesammelt am 12. Juli 1903 bei Plumstead, Zeekoe Vley (Simonstown). Isocypris prloniena n. sp. Schale der von J. perangusta sehr ähnlich. Unterschiede finde ich in folgenden Punkten: Die Einbuchtung in der Augengegend ist sehr viel deutlicher. Die flächenständigen Porenkanäle und besonders die aus ihnen entspringenden Borsten deutlicher. Die einzelnen Porenkanäle sind durch punktierte, aus Reihen kleiner, länglicher Grübchen zusammengesetzte Linien verbunden, welche überwiegend in der Richtung vom Rücken zum Bauchrand verlaufen, stellenweis eine poly- gonale Felderung entstehen lassen; im vorderen Vs der Schale sind die Linien sehr undeutUch oder Isocypris priomena. 1. Rechte Schale des Q 58 X; 2. Vorderraiid der linken Schale von der medialen Seite 270 X; 3. Schalenskulptur, Mitte der Schale, der Pfeil bezeichnet die Lage des Dorsalrandes, verläuft demselben parallel, 270 X; 4. Furca 118 X; 5. Die zwei terminalen Glieder des dritten Thoraxbeines 270 X; L Leiste, S Saum. verschwinden ganz. Der absteigende Ast des Innenrandes ist S-förmig geschwungen, die Ver- schmelzungslinie in der Nachbarschaft des Vorderrandes unregelmäßig gezackt, wodurch der Vorder- rand bei schwacher Vergrößerung mit keilförmigen Punkten besetzt erscheint. SchließUch ist sie deutlich größer (1,5 statt 1,2 mm). Auch im Bau der Gliedmaßen herrscht eine weitgehende Übereinstimmung. Unterschiede finde ich in folgenden Punkten: Die Schwimmborsten der zweiten Antn. überragen die terminalen Klauen dieser Gliedmaße sehr beträchtlich, die Klauen reichen nur wenig über V2 der Länge der Schwimmborsten; das terminale Glied des dritten Thoraxbeines trägt eine Borste, welche deutlich länger ist als der Haken. Die Furca sehr ähnlich, der Abstand der hinteren Borste von der benach- barten Klaue etwa doppelt so groß, als die Klaue an ihrer Basis breit, die Borste selbst mißt etwa -/a (anstatt annähernd V2) der benachbarten Klaue. Doulsdie Siulpolar-Expetlitioii. X. Zoolo^^ip. II. 21 162 Deutsche Siidpolar-Expedition. Länge des Q 1,5 rmn. Fundort wie I. peramjusta; es fand sich nur ein unbefruchtetes 9- Cyprinotus capeiisis n. sp. Linke Schale des y: Höhe deutlich größer als V2 der Länge, etwa V9, am höchsten wenig vor V2 der Länge, Dorsalrand stark gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, Vorder- Cyprinotus capensis. 1. Rechte und linke Schale des 9 58 X; 2. , vum Kücken gesehen 58 X; 3. Zweites Thoraxbein 154 X; 4. l'urca 154 x; 5. Taster und dritter Kaufortsatz der Maxille 270 X; G., 7. Vorderrand der linken und rechten Schale von der medialen Seite gesehen 154 X; ll{ Innenrand, H Hand, S Saum. Müller, Ostracoden. 163 rand mäßig breit geritndet, Hinterrand in seiner dorsalen Hälfte steil und fast gerade abfallend, in seiner ventralen Hälfte ziemlicli schmal gerundet; Ventralrand flach einge- buchtet, gegen Vorder und Hinterrand nicht abgegrenzt. Der Innenrand entfernt sich nicht weit vom Schalenrand, verläuft demselben aimähernd parallel. Der Saum entspringt am Vorderrand auf dem Schalenrand, überragt ihn in der vorderen Hälfte deutlich. Ver- schmolzene Zone schmal, nicht deutlich abgegrenzt. Oberfläche glatt, bei Überführung in Kanadabalsam leicht stark getrübt, Porenkanäle zerstreut, wenig auffällig, Behaarung ziemlich fein, wenig auffällig. Rechte Schale wesentlich kleiner, im Verhältnis etwas höher, der Dorsaband flacher gewölbt, das Hinterende ähnlich wie links, das Vorderende etwas abgestutzt, Ventral- rand im vorderen und hinteren V3 mit kleinen, aber deutlichen Zähnen besetzt; die Zähne entspringen auf oder dicht neben dem Schalenrand, im letzteren Fall medial von ihm, aber aUe sind im Profil sichtbar. Die Saumlinie entfernt sich am Vorderrand ziemlich weit vom Schalenrand, trotzdem überragt der Saum den Schalenrand noch beträchtlich. Farbe gelblich. Vom Rücken gesehen Breite deutlich kleiner als V2 der Länge (etwa 720 )> am breitesten etwa auf V9 der Länge; die linke Schale bildet einen Bogen, der ziemlich gleichmäßig vom vorderen zum hinteren Ende verläuft, rechts ist die Schale nahe dem Vorderende stark eingedrückt. Das Vorderende ist stark unsymmetrisch gestaltet, im Bereich der linken Schale zugespitzt, das Hinter- ende weniger auffällig unsymmetrisch, abgerundet, in der Mitte mit einer vorspringenden Kante, welche der linken Schale angehört. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. überragen die terminalen Klauen dieser Gliedmaßen beträchtlich, etwa um die Länge der Klauen des letzten Gliedes. Von den Borsten des letzten Gliedes des Maxillartasters sind drei verstärkt, die zwei zahnartigen Klauen des dritten Kaufort- satzes gezähnt. Am zweiten Thoraxbein ist terminale Klaue und Endglied so lang wie das zweite bis vierte Glied, das zweite Glied am Ventralrand mäßig dicht behaart, am Dorsalrand mit ver- einzelten Börstchen. Furca mäßig schlank, der Vorderrand flach S-förmig geschwungen, der Hinterrand fast gerade, in seinen proximalen -/s zart, in den distalen Vs derber, unbehaart (bei Zeiss D keine Behaarung wahrzunehmen). Der Abstand der hinteren Borste von der hinteren Klaue beträgt etwa V? des Hinterrandes. Die Klauen schwach gebogen, die vordere mißt mehr als Va des Vorderrandes, die vordere Borste annähernd V2 (über Vs) der vorderen Klaue. Länge des 9 1>45 — 1,55 mm; cT unbekannt. Gefunden bei Plumstead - Zeekoe Vley und Fishhoek (Simonstown) in etwa 20 Exemplaren. Die Art steht der Cypris aurea 0. Sars (1896, p. 34, Taf. 5, Fig. 4) sehr nahe, besonders ist die Ansicht vom Rücken sehr ähnlich, auch die Größe paßt, so daß ich zunächst beide Formen für identisch hielt, doch finden sich folgende Unterschiede, die ich glaube nicht durchweg auf Be- obachtungsfehler von Sars zurückführen zu können: Der Rücken ist bei C. capensis viel stärker gewölbt; bei aurea ist auch am Hinterrand der Schale der Saum sichtbar, bei C. capensis nicht; bei C. capensis ist der Vorderrand der Furca deutlich S-förmig geschwungen, bei aurea fast gerade; bei aurea fanden sich cfd", bei capensis nicht. 21* 164 Deutsche Südpolar-Expedition. Cypridopsis Brady. Ct/pridopsis Brady 1866, p. 375. Ich beschränke die Gattung Cypridopsis auf solche Formen, bei denen das terminale Glied des Maxillartasters schlank, nach der Spitze hin verjüngt ist, während ich die Formen mit distal ver- breitertem Endglied des Maxillartasters, gleichgültig ob ihre Schwimmborsten wohl entwickelt oder verkürzt sind, in der Gattung Poiamocypris vereinige. Auf die weitere Synonymie kann ich hier nicht eingehen. Cypridopsis triquetra n. sp. Linke Schale des 9= Höhe etwa Vio der Länge (ohne Saum), am höchsten etwa auf V2 der Länge, der Dorsalrand bildet einen deutlichen Winkel mit stark abgerundeter Ecke, dessen vorderer Cypridopsis triquetra. I. Linke und rcchto Schale des 9 90 X; 2. Sclialcnskiilptiir, Mitte der Schale ]'ti>.; .•). 9 vom Rücken gesehen UOx; 4. drittes Thoraxhein 270 X; 5. Furca l'7(i ■ ; G. Maxillc L'7()x; 7. zweites Thoraxhein 154 X; 8., 1). Vorderrand der rechten und linken Schale von der medialen Seite gesehen 118 X. MOLLER, Ostracoden. Iß5 und hinterer Schenkel etwa gleich stark abfallen; der vordere Schenkel ist ziemlich gerade, der hintere schwach gewölbt, beide gehen ohne Andeutung einer Grenze in den Vorder- resp. Hinter- rand über. Vorderende und Hinterende breit gerundet, Ventralrand in der Mundgegend deutlich vorgewölbt, übrigens annähernd gerade, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt. Ober- fläche dicht mit kleinen, aber ziemlich scharf begrenzten Gruben bedeckt, zwischen denen man die wenig dicht stehenden, ebenfalls kleinen und deutlichen borstentragenden Porenkanäle sieht. Die Borsten der Fläche klein, wenig auffällig, die des Randes länger und kräftiger. Der Saum überragt den Vorder- und Ventralrand bis zur Mundgegend deutlich. Eine verschmolzene Zone ist im Profil nur in der Mundgegend nachweisbar. Rechte Schale der linken ähnlich, am Vorderrand findet sich eine ziemlich breite verschmolzene Zone, die von zahlreichen schlanken, unverzweigten Porenkanälen durchsetzt wird. Vom Rücken gesehen schmal eiförmig. Breite wenig größer als V2 der Länge, am breitesten auf Vs der Länge, Hinterende breit gerundet, Vorderende keilförmig zugespitzt, die rechte Schale überragt am Vorderende deutlich die linke. Farbe grün, Auge deutlich. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. überragen die terminalen Klauen beträchtlich, etwa um ~U ihrer (der Schwimmborsten) Länge. Terminales Glied des Maxillartasters zylindrisch, schlank, die verstärkten Borsten des dritten Kaufortsatzes nicht gezähnt. Das zweite Thoraxbein ziemlich gedrungen, die terminale Klaue stark gekrümmt, die terminale Borste am Ventralrand des zweiten und dritten Gliedes ungefähr gleich lang. An der rudimentären Furca ist das etwas dickere Basalstück (Stamm) deutlich durch seine Dicke von der terminalen Borste abgegrenzt; es erreicht ungefähr die halbe Länge der letzteren. Länge des 9 0,8 — 0,85 mm, d" (f fehlen. Gefischt am 12. JuU 1903 bei Plumstead, Zeekoe^^ey (Simonstown), nur wenige Individuen. Die Art steht der Potamocypris {Cypridopsis) gregaria'^) G. 0. Sars (1896, p. 43) aus Süd- afrika sehr nah, unterscheidet sich aber von ihr durch beträchtlichere Größe (0,8 statt 0,7 mm), sowie durch die Form der Furca, die bei C. gregaria Saes eine viel kürzere Endklaue und eine Borste am Hinterrand trägt. Auch fanden sich bei gregaria c?cf. Cyin'idopsis echinata n. sp. Linke Schale des Q: Höhe deutlich größer als V2 der Länge, reichlich Vs, am höchsten wenig vor halber Länge; der Dorsaband bildet einen Winkel mit stark abgerundeter Ecke, dessen vorderer und hinterer Schenkel deutlich fast geradlinig nach vorn und hinten abfällt, ohne Andeutung einer Grenze in den breit gerundeten Vorderrand, resp. in den weniger breit gerundeten Hinterrand übergeht. Ventralrand deutlich eingebuchtet, gegen Vorder- und Hinter- rand nicht abgegrenzt. Oberfläche dicht mit kurzen, dicken, fast ausnahmslos schwach ge- krümmten und nach hinten gerichteten Spitzen besetzt; die einzelnen Spitzen sind an ihrer Basis eingeschnürt,, scharf abgesetzt, hinterlassen beim Abbrechen, das leicht erfolgt, eine kreis- förmige Narbe; sie enden in eine feine Spitze. Frei von solchen Spitzen oder verdickten Borsten ist ein schmaler Streifen am Vorder-, Ventral- und Hinterrand, nicht am Dorsakand. Dieser ') Da Sars bemerkt „being a rather active swimiiier", so gehört die Art nach Bradys Gattungsdiagnose nicht zu Potamo- cypris, sondern zu Cyin-idopsis. 166 Deutsche Sudpolar-Expedition. Streifen ist ziemlich dicht mit langen, schlanken Borsten besetzt. Auch zwischen den Spitzen finden sich vereinzelte typische Borsten. Übergänge zwischen den typischen Borsten und ver- dickten Borsten (Spitzen) habe ich vermißt. Die Schale ist glatt, bisweilen (in Kanadabalsam) läßt sie in der Mitte undeutliche runde Felder erkeimen als Reste von Gruben, wie wir sie beispielsweise bei Ci/pridopsis acideata finden (nicht zu ver- wechseln mit den Narben ab- gebrochener Borsten!). Der Schalenrand ist in der vorderen Schalenhälfte von einem brei- ten häutigen Saum umzogen, der auch in der hinteren Hälfte des Ventralrandes sichtbar ist, hier aber nur schmal ist. Der feinere Bau des Schalenrandes, Ursprung des Saumes, Ver- schmelzungslinie , Porenkanäle waren nicht zu erkennen, da die Schale stark erweicht war. Rechte Schale größer als die linke, der höchste Punkt liegt weiter nach vorn, etwa auf ^/s der Schalenlänge, der Saum in der hinteren Schalen- hälfte breiter, übrigens der linken ähnlich. Vom Rücken gesehen Breite wenig größer als V2 der Länge (bei geschlossener Schale), am breitesten etwas hinter halber Länge, länglich eiförmig, Hinterende gerundet, Vorderende zugespitzt, die rechte Schale umfaßt vorn und hinten die linke, überragt sie deutlich nur am Vorderrand. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. überragen die Klauen des letzten Gliedes beträchthch; verstärkte Borsten des dritten Kaufortsatzes der Maxille nicht gezähnt, terminales Glied des Maxillartasters zylindrisch; an der Furca ist die terminale Klaue etwa doppelt so lang wie der Stamm, ist deutlich gegen ihn abgegrenzt, der Stamm trägt eine deutliche Borste, die in der proximalen Hälfte entspringt. Länge des O ziemlich konstant 0,7 mm, cT unbekannt. Fishhoek, ziemhch liäufig. Die Art erinnert an Gypridopsis aculeata, unterscheidet sich von dieser Form außer anderen Merkmalen diinli die viel größere Zahl und die gedrungenere Form der Dornen, sowie durch den fast vollständigen Mangel der Gniben. Cypridopsis echinata 9- 1. Linke und rechte Scliale 88 x; 2. Tier vom Rücken gesehen, Schale nicht ganz geschlossen 88 x; 3. Drittes Thoracalbein 202 X; 4. Furca 202 X; 5. Dornen nnd Horsten aus der Mitte der Schale, der Pfeil bezeichnet die Lage des Ventral- randes, verläuft demselben parallel 155 X; 6. Zweites Thoraxbein 202 x. Müller, Ostracoden. 167 Cypridopsis acnleata (Costa). 1846 (?) Cifpris amleaia Costa, 1846 Fauna Reg. Napoli p. 11, Taf. 3, Fig. 5. Weiter vergl. G. W. Müller 1900, p. 85. Ich. vermag bei einem Vergleich der Gliedmaßen und des feineren Baues der Schale keine Unter- schiede zwischen Individuen aus Norddeutschland und solchen vom Kap zu finden, abgesehen von geringen Unterschieden in der Größe; die Form vom Kap ist konstant wenig größer (0,75 bis 0,85 mm, statt 0,65 — 0,75 mm). Auch bei der Kapform vermissen wir die c^. Plumstead, Zeekoe Vley (Simonstown), häufig. Die Art bewohnt in Europa schwach salziges Wasser, ist entsprechend an den Küsten häufig, hat hier eine weite Verbreitung. Auch am Kap liegt der Fundort dem Meere nahe, nach einer brief- lichen Mitteilung Vanhoeffens ist eine Beimischimg von Seewasser nicht ausgeschlossen, doch ist sie jedenfalls nur unbedeutend. Zonocypris G. W. Müller. Zonocypris G. W. Müller 1898, p. 284. Zonocypris tnberosa n. sp. Taf. XIX, Fig. 1, 5. Linke Schale des 9 '• Höhe etwa V? der Länge, am höchsten wenig hinter ^/o der Länge, Dorsal- rand ziemlich stark gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand nicht abgegrenzt, beide Enden in ähn- licher Weise abgerundet, das Hinterende wenig breiter als das vordere. Ventralrand fast gerade, in der Mitte nur ganz flach eingebuchtet. Oberfläche mit einem sehr auffälligen Netzwerk von schmalen, scharf konturierten Leisten, welche polygonale Felder einschließen. Ferner finden sich scharf umschriebene, konische Warzen, und | ^^^"-^ ^""^-^^^^ /^ p zwar kleinere und größere, die kleineren stehen immer da, wo drei oder mehrLeisten zusammenstoßen ; auch die größeren stehen so , doch nehmen sie ungefähr die Größe eines Feldes ein, so daß diese Be- ziehung nicht mehr deutlich hervortritt, vielmehr eine größere Zahl Felder radiär angeordnet Zonocypris tuberosa. 1. Schale des cf mit dem Verlauf eines Ilodenschlauchs 118 X; 2. zweites Thoraxbein 270 X; 3. Vorderrand der rechten Schale von der lateralen Seite gesehen 270 X; 4. Greiforgane des cT 270; 5. Penis 270 X. um sie erscheinen. Frei von dieser Skulptur bleibt nur ein ziemlich schmaler Randstreifen. Die Borsten sind zum größeren Teil lang und kräftig, zum 168 Deutsche Südpolar-Expedition. kleineren Teil kürzer und dünner, aber auch diese sind steif; die größeren stehen auf den größeren, die kleineren auf den kleineren Warzen, in welche sie ziemlich tief eingesenkt sind. Am Vorder- rand ist eine schmale, verschmolzene Zone erkennbar. Rechte Schale der linken ähnlich, der Vorderrand mit einer Reihe deutlicher Zähne, die medial von einer durchsichtigen Lippe (Saum?) entspringen; eine verschmolzene Zone fehlt, über die Lage des Saumes habe ich beiderseits keine volle Klarheit erlangen können, vielleicht ist er auf den Schalen- rand gerückt. Verlauf der Hodenschläuche vgl. Fig. 1. Vom Rücken gesehen. Breite etwa ^U der Länge, am breitesten etwa auf 'Vs der Länge. Die Seiten bilden Bogen, welche in der vorderen Hälfte flach, in der hinteren stark gekrümmt sind, so daß das Vorderende keilartig zugespitzt, das hintere breit gerundet erscheint. Im Bau der Gliedmaßen schließt sich die Form eng der Zonocypris madagascarensis (vgl. G. W. Müller 1898, Taf. 19, Fig. 19—31) an. Die Schwimmborsten der zwei Antn. erreichen die gleiche Länge wie dort, auch finden sich die gleichen sehr auffälligen Unterschiede im Bau der Gliedmaßen bei beiden Geschlechtern. Letztes Glied des Maxillartasters zylindrisch, terminal nicht erweitert. Zweiter Kaufortsatz der Maxille mit einer, dritter mit zwei zahnartigen Klauen von ähnlicher Form wie dort. Auch die Greiforgane des c^" von ähnlicher Form, rechts das EndgUed weniger stark verdickt. Auch der Penis von ähnücher Form. Furcaläste sehr klein, borsten- förmig. Länge des 9 und c? 0,7 — 0,8 mm. Plumstead, Zeekoe Vley bei Simonstown, etwa 20 Individuen. Candonocypris V,. O. Sars. Candonocypris G. 0. Sars 1895, j). 85. Ein Vertreter dieser Gattung fand sich bei Zeekoe Vley, Lange Vley und Fishhoek, doch ausschUeßlich als Larve. Erpetocypris Hkady u. Norman. Erpetuot/pris (part.) Buady u. Norman 1889, |). 84. Herpetocypris (part.) G. 0. Sars 1890, p. 34; Brai-y-Xukman 18!it), p. 722; A. Kaufmann HHK), p. 281. Schale gestreckt, Höhe stets kleiii(>r als \', der Länge. Der sehr schmale Saum entspringt beider- seits auf dem Schalenrand. Verschmolzene Zone Hnks deutlich, rechts verschieden. Die Oberfläche zeigt außer den Porenkanälen zahlreiche kleinere Punkte. Stets überragt die hnke Schale deutlich die rechte. Letztes Glied des Maxillartasters distal deutUch verbreitert, dritter Kaufortsatz der Maxille mit zwei zahnartig verstärkten Borsten. Furca kräftig, die vordere Klaue kürzer als y., des Vorderrandes, die vordere Borste länger als Vs der vorderen Klaue (meist Va oder mehr), die hintere Borste klein, sie entspringt dicht hinter der hinteren Klaue, ihr Abstand von ihr geringer, als die Klaue an der Basis breit. Männchen kennen wir aus dieser Gattung nicht. Im Jahre 1889 .stellten Brady und Norman die Gattung Erpetocypris auf, in der sie die Cyprinae mit verkürzten Schwimmborsten vereinigten. Der Name wird von Sars in Herpetocypris umge- wandelt, was philologisch wohl richtig, den Regeln der Nomenklatur aber nicht entspricht. Ich habe nuch (1000, p. 52) gegen die Existenzberechtigung dieser Gattung ausgesprochen, da sie durcli- Müller, Ostracoden. 169 aus heterogene Elemente vereinigt. Andererseits gehört eine Axt, und zwar die von Brady-Noeman, als Typus bezeichnete E. reptans einem besonderen Formenkreis an, auf den ich jetzt die Gattung beschränke. Außer der hier beschriebenen würden der Gattung noch angehören E. reptans Baird, intermedia Kaufmann, hrevicaudata Kaufmann, reptans Sharp (1903, p. 979, Taf. 45, Fig. 1 — 4; die Art ist nicht identisch mit reptans Baird), nicht aber E.peregrina Croneberg, welche Kauf- mann (1900, p. 289) auch zu ihr stellt. Besondere Beachtung verdient die eigentümUche Schalenstruktur, die kleinen Punkte neben den Porenkanälen (vgl. Fig. 9 von E. helenae). Wir finden dieselbe Eigentümhchkeit bei den Gattungen Stenocypris, Acocypris, Stenocypria, Ilyodromus, und da die genannten Gattungen auch in anderen Merkmalen übereinstimmen, glaube ich, daß wir es hier mit einer natürlichen Gruppe zu tun haben. Erpetocyprls helenae n. sp. Schale dünn, zerbrechlich. Linke Schale des Q: Höhe deutlich kleiner als '/. der Länge (Vw), am höchsten hinter V» der Länge , etwa auf 7., der Länge , Dorsalrand flach gewölbt , gegen Vorder- und Hinterrand nicht deutlich abgegrenzt. Vorderrand breit gerundet, Hinterrand in der dorsalen Hälfte im flachen Bogen steil abfallend, in der ventralen ziemlich schmal gerundet. Ventralrand flach eingebuchtet. Ober- fläche mit mäßig dicht stehenden, kleinen, aber ziemlich auffälligen Punkten, den Borsten tragenden Porenkanälen; am Vorderrand stehen diese Punkte dicht gehäuft, weniger dicht am Ventralrand. Die flächenständigen Borsten sind kurz und fein, nicht leicht nachzuweisen, die am Rand ent- springenden zum Teil lang und derb, besonders umfangreich einige des Hinterrandes. Der Innen- rand verläuft in geringer Entfernung vom Schalenrand, am Vorderrand auf etwa V4 des Abstandes von Schalenrand und Schließmuskolansätzen; er ist zart, schwer aufzufinden. Zwischen Schalen- rand und Innenrand vorn etwa halbwegs, hinten dem Innenrand sehr genähert, verläuft eine umfang- reiche, lappenartig vorspringende Leiste. Saum schmal, auf den Schalenrand gerückt. Die Ver- schmelzungslinie zeigt einen sehr unregelmäßigen Verlauf, sie verläuft nahe dem Schalenrand, entsendet nach der Mitte hin zahlreiche schlanke Fortsätze, welche bei schwacher Vergrößerung als dunkle, radiäre Streifen imponieren. Sie finden sich fast am ganzen freien Schalenrand, nur am Hinterrand fehlen sie; am Ventralrand entziehen sie sich im Profil der Beobachtung. In nächster Nähe des Schalenrandes verläuft eine aus Verschmelzung blind endigender Poren- kanäle hervorgegangene Linie (vgl. G. W. Müller 1898, p. 273, siehe die Fig. 5 der rechten Schale). Rechte Schale der linken ähnlich. Hinterende etwas breiter gerundet. Die Leiste ist viel weniger umfangreich als Hnks, bildet nur eine schmale, aber deuthche Linie, sie verläuft vorn viel näher dem Schalenrand als dem Innenrand, hinten etwa halbwegs zwischen Schalenrand und Innenrand. Die verschmolzene Zone schmal, von schlanken, meist unverzweigten, an der Basis nicht scharf abgesetzten Porenkanälen durchbohrt; ihre Grenze verläuft dem Schalenrand annähernd parallel. Farbe? Jüngere Individuen ließen undeutliche Reste einer grünen Färbung erkennen. Vom Rücken gesehen stark zusammengedrückt. Breite etwa Vs der Länge, in der Mitte sind die Seiten annähernd geradlinig und parallel, beide Enden sind zugespitzt. Die rechte Schale überragt vorn und hinten deutlich die linke. Deutsche SUcliiolar-Expedition. X. Zoologie IL 22 170 Deutsche Südpolar-Expedition. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. erreichen die Spitze der Klauen dieser GHedmaße Basales Glied des Maxillartasters mit einzelnen Spitzen am Vorder(Dorsal)rand. Die v stärkten Borsten des dritt(>n Kaufortsatzes gezähnt. er- Erpetocypris helenae. IIT ;; ■ ' "■ ^'r^ ^'' Ventralrandes der recht,-,. Schale; 6. Stück des Vorderrandes der linken S hale, -und 6 von der medialen Seite, beide 270 X; 7. Taster und dritter Kanfortsatz der Maxille 270 >; S die zwe. teruunalenOl.eder des 3. Thoraxbeines 20G-; 1.. Scl,alenskulptur 270.; ,k l„nenra„d, 1. Leiste. S Saum Müller, Ostracoden. jyj Furca kräftig, Vorderrand deutlich konkav, Hinterrand fast gerade, abgesehen von einer sehr flachen, welHgen Biegung im distalen V3, es finden sich hier drei sehr flache, leicht zu übersehende Buchten. Distale Hälfte sehr dicht mit kurzen Spitzen besetzt, dieselben nehmen proximal an I^änge ab. Die terminalen Klauen kurz und kräftig, schwach gebogen. Die vordere mißt annähernd V2 des Vorderrandes der Furca, die vordere Borste länger als V2 der benachbarten Klaue, hintere Borste klein, sie steht dicht neben der hinteren Klaue. Länge des Q 1,85 — 1,95 mm. c? unbekannt, die untersuchten 9 waren unbefruchtet. St. Helena, in einer Quelle direkt beim Grabmal Napoleons. Vanhöffen schreibt von der Quelle: ,,Ich glaube nicht, daß sie je versiegt" (also nicht in einer dem Austrocknen ausgesetzten Lache, was einige Beachtung verdient). Gesammelt wurden etwa 30 Individuen, von denen etwa die Hälfte Larven waren. Stenocypris G. o. Sars. Vergl. G. W. Müller 1898, p. 273. Stenocypris anietra n. sp. typica. Linke Schale des cf : Höhe etwa V? der Länge, am höchsten etwa auf halber Länge. Der Dorsal- rand bildet einen flachen Bogen, der nach vorn ohne Andeutung einer Grenze bis zu einer auf etwa V.-! der Höhe gelegenen deutlichen, aber abgerundeten Ecke verläuft. Von dieser Ecke, die man auch als warzenartigen Vorsprung des Vorderrandes bezeichnen kann, fällt der Vorderrand steil nach hinten ab, geht im flachen Bogen in den Ventralrand über. Nach hinten grenzt sich der Dorsalrand auf etwa "/^ der Schalenlänge in undeutlicher, stumpfwinkliger, stark abgerundeter Ecke gegen den in sehr flachem Bogen steil nach hinten abfallenden Hinterrand ab. Der Hinterrand grenzt sich gegen den Ventralrand durch eine deutliche, wenig abgestumpfte, dorsal durch eine flache Bucht abgesetzte Spitze ab. Ventralrand schwach S-förmig gekrümmt, im hinteren V3 wenig aufsteigend. Oberfläche dicht punktiert, zwischen sehr zahlreichen kleinen, aber sehr deut- lichen, dicht stehenden Punkten bemerlct man zerstreut größere'); nur die letzteren tragen Borsten, und zwar überwiegend ziemlich lange und schlanke; der Schalenrand trägt zahlreiche mäßig lange, steife Borsten, zwischen denen vereinzelte kürzere und feinere stehen, am Hinterrand finden sich einige besonders lange Borsten. Die verschmolzene Zone ist im Bereich des ganzen freien Schalen- randes als schmaler, überall annähernd gleich breiter Streifen sichtbar, sie ist von zahlreichen .schlanken, unverzweigten Porenkanälen durchsetzt, außerdem finden sich die an anderem Ort (G. W. Müller 1898, p. 273, Taf. 17, Fig. 12, 13) beschriebenen, distal verzweigten, aber nicht zu Borsten führenden Porenkanäle. Die Verschmelzungslinie fällt fast in ganzer Länge annähernd mit einer Leiste zusammen. Wegen Verlauf des Innenrandes vergleiche die Abbildung der rechten Schale, er fällt in der vorderen Schalenhälfte fast vollständig mit dem Verbindungsschlauch zwischen rechtem und linkem *) Wegen Abbildung der l'unktieruni; iiiul des Schaleniandes verweise ich auf G. W. Müller 1898, Taf. 17, Fig. 2, 13; letztere ciits])richt, wenn aueli niclit genau, so doch annähernd den Verhältnissen bei SL ameira; auch die in Fig. 2 gezeichneten Linien erschienen nach Überführung in Kanadabalsani, während sie in Glyzerin nicht sicher zu erkennen waren. 22* 172 Deutsclie Südjiolar-Exi.edition. Vas deferens zusammen, ist deshalb schwer aufzufinden. Zwischen Innenrand und Verschmelzungs- hnie, viel näher der letzteren und derselben annähernd parallel, verläuft eine deutliche Leiste. Rechte Scliale in folgenden Punkten von der linken unterschieden: niedriger, Dorsalrand flacher gewölbt, in der Augengegend eine sehr flache Einbuchtung, der Vorderrand ohne die Ecke, Stenocypris ametra. 1. Linke und rechte Schale 38 X; 2., 3. rechter und linker Kiircalast, rechts siml die terminalen Klauen um! Borsten weggelassen 00 X; 4., 5. Greiforgane des q' 154 x; G. Penis l.")4 ■: ; 1, Leiste, li, sekundäre Leiste, ll{ Innenrand, Vbs Verbindungsschiauch der beiderseitigen Vasa deferentia. Grenze zwischen Dorsal- und Hinterrand etwas deutlicher, an Stelle der hinteren Spitze eine undeut- liche, stumpfwinklige Ecke, die verschmolzene Zone schmaler, die mit der Verschmelzungslinie zusammenfallende Leiste fehlt. Müller, Ostracoden. 173 Vom Rücken gesehen stark komprimiert. Die Schwimmborsten der zweiten Antn. reichen bis zur Spitze der Klauen. Linkes Greiforgan des c? : das basale Glied bauchig erweitert, der bewegliche Finger so lang wie das Basalglied, in der Mitte am Hinterrand erweitert. Rechts der bewegliche Finger deuthch länger als das Basalglied, schlank, schwach gebogen. Rechter Furcalast kräftig, Vorder- und Hinterrand schwach gebogen, Hinterrand in den distalen Vs grob bedornt, die etwa 25 Dornen nehmen proximal an Länge ab, doch nicht regelmäßig, indem auf kürzere Dornen wieder längere folgen. Die Klauen sind stark gekrümmt, in der distalen Hälfte fein, in der proximalen derber bedornt, die längere Klaue mißt etwa Va des Vorderrandes der Furca. die vordere Borste annähernd V2 der benachbarten Klaue. Linker Furcalast schlanker, schwach S-förmig gekrümmt, Hinterrand fein bedornt, die Spitzen sind nur im distalen V4 deutlich, werden dann klein und undeutlich, lassen eine Anordnung in Gruppen erkennen. Penis: Der eine Ast des Aufsatzes kurz und breit, distal gerundet, der andere, welcher den erstgenannten im Profil nur wenig überragt, terminal gerade abgestutzt, lateral in eine Ecke aus- gezogen. Das Vas deferens beschreibt eine sehr komplizierte Linie. Länge des cf 2,8 mm, 9 unbekannt. Ein cT und zwei Larven wurden erbeutet im Vley bei Lakeside (Simonstown) am 28. Juli 1903. Ein weiterer Vertreter der Gattung Stenocypris fand sich unter dem am 12. Juli 1903 bei Plum- stead, Zeekoe Vley gesammelten Material in wenigen Exemplaren, indessen nur Larven, weshalb ich auf eine Beschreibung verzichte. Nteiiocjpris aineti'.i var. minor. Bei Fishhoek fand sich in zahlreichen Individuen, unter denen aber nur zwei geschlechts- reife Tiere (n) waren, eine der oben beschriebenen sehr nahe stehende Form, die sich aber deutlich durch die Schalenform und Größe unterschied. Die Schale ist verhältnismäßig etwas höher, Höhe an- nähernd V2 der Länge ('V;)«), die Ecke am Vorderrand der linken Schale ist fast ganz unterdrückt. Länge 2,1 statt 2,8 mm. Den feineren Bau der Schale konnte ich nicht untersuchen, da die Schale stark erweicht war. Im Bau der inneren Organe, im besonderen des Penis und der Greif - Organe vermochte ich keine Unterschiede aufzufinden. Die Unterschiede in der Schalenform sind ziemlich auffällig, andererseits zeigen die inneren Organe eine so weitgehende Übereinstimmung, wie wir sie sonst nur innerhalb derselben Art finden. Ob beide Formen durch Ubergangsformen verbunden , oder welcher Art sonst die Beziehungen, läßt sich an der Hand des ge- stenocypris ametra var. minor, ringen Materials natürlich nicht entscheiden. Linke und rechte Schale eines cT 32 x. 174 Deutsche Siidpolar-Expedition. Verzeichnis der zitierten Schriften. Brady, G. S., 1866, A Monograph of the reccnt Britisli Üstracoda in: Trans. Linn. Soc. London. Vol. 26. — 1880, Ostracoda in: Report of the Voyage of H. M. S. Challenger. Vol. 1 partS. — 1890, Ostiacoda collected by 11. B. Bkady in the South Sca in: Tr. R. Soc. Edinb. Vol. .35, 1890, p. 489. — 1907, National Antarttic Expedition. Natural history. Vol. 15. Arthro|)oda, Ostracoda by G. S. Brady. 1907. 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Vavka, \V., 1906, Die Ostracoden der Plankton-Expedition. Ergebnisse der Plankton-Expedition. Vol. 2. G. g. Kiel und Leipzig 1906. i\. 1 p h a b 1 i s c h c s Vc r z e i c h n i s. (Synonyme cursiv.) Ancliistrocheles 100 Bairdia 99 Conchoecia acquiscta 66 n aciileata 101 „ villom HIO n alata 7S Arcbiconchoccia 6;} Hythocypris 100 Tl allotlierium 66 » cacullata C;i Candonoeypris 168 •n amblypostha 75 »1 ciineata f>a Concboecia CG yt ainctra 78 n striata l!;j y, acuminata 68 n antipoda 7.") y> ventricosa 63 n acuticostata 70 n atlantica 71 Müller, Ostracöden. 175 Conchoecia lielgicae 79 Conchoecia stigmatica 70 Halocypris bicornis 65 » bispinosa 71 „ subarcuata 74 „ conclia G5 n brachyascos (17 „ symmetrica 78 „ cornuta 65 n chuni 79 „ tyloda 75 „ globosa 64 Y) riausi 70 y, valdiviae 79 „ inflata 65 n ctenophora 73 Cylindroleberis 93 „ pelaffiea 65 V) curla 70 „ oblonga 94 „ taurina 65 r> daphnoides 79 „ ovalis 93 Jsocypiis 159 V decipiens C8 Cypricercus 155 „ perangusta 159 r> dentata G8 „ episphaena 155 „ priomena IGl n dichotoma 75 „ maciilatus 157 Loxoconcha 133 •n ecliinata G7 Cypridina 82 „ dubia 135 n echintilata 7(t „ antarctica 84 „ laevior 134 r> edentata G8 „ arborea 8G , meridionalis 133 n elegans C7 „ castanea 82 Macrocypris 94 •n eloni,'ata 7!» „ caudata 8G „ africana 97 T) gaussi 71 „ dorsoserrata 83 y, dispar 96 fl giesbrechti Ü8 „ vanhflffeni 82 „ inaequalis 95 n glandulosa G9 Cypridopsis 1G4 „ tensa 96 n baddoiii 70 „ aculeata IG7 , turbida 94 » liamala 74 „ echinata IG5 Microcythere 124 T) hettacra 78 „ triquetra 1G4 frigida 124 r> birsuta GG Cyprinotus 1(12 Nesidea 99 ri byalopliylluiu 74 „ capensis 1G2 y, labiata 99 n inibricata 78 Cypris 146 „ viilosa 100 11 inermis 67 „ capensis 153 Paradoxostoma 118 » iimominaUi 79 „ corpulenta 150 „ antarcticuin 121 n insu/nis 78 „ radiata 14G ^ liypselum 118 n isocheira 70 „ syngranima 148 „ kerguelense 1'20 n kyrtopbora G9 „ trichota 151 „ sanctpauli 119 V lophura 73 Cythereis 135 Paracytherois 122 V loricata 73 „ devexa 137 „ parallela 123 n macrocbeira 74 „ lierguelensis 138 „ similis 122 ■n magna 74 „ polylyca 135 „ vanböffeni 123 71 III {11/ na 73 Cytberois 117 Pbilomedes 87 n mamillata GG „ minor 118 „ antarctica 87 fl moUis 75 „ ovalis 117 „ assimilis 87 n iniilleri 71 Cytberopteron 107 Polycope 81 » nasotnbcrciilata G9 „ anomaium 113 „ antarctica 81 n notocera G7 „ fallax 107 „ brevis 82 » oblonga GG „ gaiissi 110 Pontocypris 97 5? obtusata G9 „ irregulaiis 109 „ flava 98 n ■pacijica G8 „ stationis 112 „ gaussi 98 rj partbenoda G9 Cytherura lOG „ inflata 97 n parvidentata 73 „ notalis 106 Pseudocythere 105 « plactolycos 75 Erpetocypris 1G8 „ similis 106 Tl plintbina 78 „ beleiiae 1G9 Rutiderma 90 n proeeia GS Eueonchoecia SO „ compressa 92 n pusiUa G9 „ chierchiae 80 Sarsieila 93 11 reticulata G7 „ lacunosa 80 Scierochilus 103 « rliyncbena 75 Eucytherura 1 14 „ antarcticus 104 n ritteri 78 „ antarctica 115 „ compressus 103. « rotundata G9 „ punctata 114 Scierochilus meridionalis 104 n xecerneiuia 7 1 Eurycypris 154 „ reniformis 103 « serrulata 73 Gigantocypris 87 Stenocypris 171 •n spinifera GG „ agassizii 87 „ ametra 171 n spinirostrls 74 Halocypris 64 Xestoleberis 125 A> oo« V 176 Deutsche Siidpolar-Expedition. Xestoleberis capensis 127 „ kerguelensis 131 - raeridionalis 130 Xestoleberis ramosa 128 „ rigusa 125 Zonocypris 1C7 Zonocypris tuberosa 1G7 Tafelerklärung. Ed Eckdrüse. — G Geschlechtsöffnung. — IR Innenrand. — L Leiste. — niDr mediale Drüse. — >S7 Saumlinie. uDr unsymmetrische Drüse. — VI Verschmelzungslinie. Tafel IV. Fig. 1—3. Cypridina dorsosenata (p. 83). 1. Schale dos c?. 43;<. 2. Furca und Rücken eines cT. 58 x. 3. Oberlippe und Frontalorgan. 154 x. Fig. 4. Cypridina müardica cf, basale Hälfte einer der bewaffneten Borsten. 270 x. Fig. 5—10. Cypridina dorsoserrata (p. 83). 5. Penis. 154 x . 6. Bürstentragende Hälfte des Putzfußes. 154 x. 7. Terminale Bewaffnung des Putzfußes. 270 x. 8. Furca, der rechte (abgewandte) Ast angedeutet. 58 x. 9. Innenast der 2 Antn. des cT. 154 x. 10. Basale Hälfte einer bewaffneten und einer unbewaffneten Bürste der 1. Antn. des cf. 270 x. Fig. 11—13. Cypridina antaräica (p. 84). 11. Sehale des 9. 24 x. 12. Penis. 117x. 13. Oberlijjpe und Frontalorgan. 58 x. Tafel V. Fig. 1—8. Cypridina vanhoeffeni (p. 82). 1. Schale. 24 x. 2., 3. Vorderrand der rechten und linken Schale von der medialen Seite. 90 x. 4. Furca (rechter Ast). 90 x. 5. Oberlippe und Frontalorgan, 58 x. 6. Ba.sales Stück einer bewaffneten Borste der 1. Antn. des cf. 270 x. 7. Innenast der 2. Antn. 154 x. 8. Penis. 90 x. Fig. 9—12. Cypridina anlarctiea (p. 84). 9. Furca, der rechte (abgewandte) Ast angedeutet. 90 x. 10., 11. Putzfuß, terminale Bewaffnung und bnrstentragende lläifte. 270 resp. 117 x. 12. Innena.st der 2. Antn. 154 x. Fig. 1.3. Cyinidina rnnhüeflmi ip. 82). Borstentragende Hälfte des i'utzfußes. 154 x. Tafel VI. Fig. 1-8. Cypridina arborea (p. 86). Linke Schale. .38 x. lliiitercnde der rechten Schale \(jn der medialen Seile. Kostrum der rechten Schale. 38 x. Schalenskulplur. 270 x. Pulzfnß. 154 . Linker Furcalast. 90 x. Innenast der 2. Antn. 154 x. Vorderes Körperende nach Kntferiuing iler Antn. 90 x, Fig. 9—17. Philomedes assimilis (p. 87). 9., 10. Schale des -, und c- 43 x. 1. 2_ .3. 4. 5. (). 7. H. 90 X. Müller, Ostracoden. 177 11. Vordrrrand der Scliale des ^/ von der medialen Seite. 70 x. 12. Linlier Furcalast und Vorderrand des rechten Astes. 118 x. 13. Außenast der 2. Antn. eines Q vor der letzten Häutung. 90 x. 14. Innenast der 2. Antn. des 9- 270 x. 15. Frontalorgan, Oberlippe und 1. und 2. Glied der 1. Antn., letztere von der medialen Seite. 90 x. 16. Paariges Auge des 9- 154 x. 17. Putzfuß. 154 x. Tafel Vn. Fig. 1 — 13. Rididcnna compressa V' (p. 92). 1. Linke Schale des 9- 58 x. 2. Frontalorgan, Oberlippe und 1. .\iitn., letztere von der medialen Seite. 154 x. 3. Innenast der 2. Antn. 200 x. 4. 2. Antn. 117 >. 5., 6. Maxille; 5. der Taster v(mi vorn, fi. die ganze Maxille von der ventralen und medialen Seite gesehen. 154 x. 7., 8. 1. Tlioraxbein (2. Maxille), die Z;iliiu> allein und der <;anze Kauforlsatz. 270 x. 9. Mandibel von der medialen Seite. l.')4x. 10. Ende des Mandibulartasters von der lateralen Seite gesehen. 270 x. 11. Rechter Furcalast und Vorderrand des linken mit dem 1. Dorn. 154 x. 12. 2. 'i'horaxbein. 154 x. 13. PutzfuU. 270 X. Fig. 14 — IG. riiilnwedes assimilis (p. 87). 14. Furca des cT, monströs, votu linken, ali^ewaiulten Ast sind tl lloinen gezeichnet (schattiert), der 4. war ausgefallen. ]17y. 15. Außenast der 2. Aiitn. des ., Sciiwininiborsten zum Teil ciilfiTut ( abgebissen). 90x. 10 wie 15, die Seliwininiborsten vollständig erhalten (Fiederung nur an 2 Borsten gezeichnet). 90 x. Tafel VIII. Fig. 1 — 4. Archicoiirliorrin runrata v (p- 63). 1. Schale im Profil (etwas verbogen). 90 x . (Der * bezeichnet die Mündung der unsymmetrischen Drüse.) 2. Hinterrand der ausgebreiteten Schale. 90 x. 3. Innenast der 2. .\ntn. 270 x. 4. Frontalorgau und 1. Antn. 270 x. Fig. 5—10. Ilnhaiprif (jluhosa cf (p- 64). 5. Schale im Profil. 43 x. 6. 1. Antn. 117 x. 7. Frontalorgan. 117 ■ . 8. Innenast der 2. Antn. 117x. 9., 10. Hakenglied der linken und rechten 2. Antn. 154 x. Fig. 11—15. f'iih'xdrolrherls ornlis cT (p- 93). 11. Innenast der 2. Antn. 154 x. 12. Putzfuß. 154 X. 13. 3. — 7. Glied der 1. Antn. von der lateralen Seile, Borsten gekürzt. 117 x. 14. Furca; Dornen des abgewaiulten Astes schattiert. 154 x. 15. 1. Antn. 90 x. Tafel IX. Fig. 1—13. Covchocein iilnrlohiroii var. major (p. 75). 1., 2. Sehale des ■; und des ö". 28 x. 3. Schalenskulptur aus der hinteren Hiilfte der Schale des c?. 90 x. 4. Hintere dorsale Ecke der Schale des o von der medialen Seite. 70 x. 5. Schale des ö", Gegend der rechten unsymmetrischen Drüse von der medialen Seite. 118 x. 6., 7. Innenast der 2. Antn. des 9 und des cf- 70 x. 8., 9. Hakenglied der linken und rechten 2. Antn. des cT. 154 x. 10., 11. Endstück des Frontalorgans des o^ 118 x und des 9- 90 x. Deutsche SUdpoIar-Expedition. X. Zoologie. U. 23 lyg Deutsche Südpolar-Expedition. i 12. 1. Antn. des d"- 70 x. 13. Stück der Bewaffnung der Haiipthorste der 1. Antn. des c^. 6(Wx. I Fig. 14—16. Conchoecia ganssi cf (p. VI). j 14. 1. Antn. und Frontalorgan. 70 x. ' 15. Basales Stück der proximalen Sinnesborste der 1. Antn. 154 x. ) 16. Bewaflnetes Stüek der Hautpborste und benachbarte Stücke der Nebenborsten der 1. Antn. des q. 270 x. ' Fig. 17, 18. Cyliudrolehiris ovalis cf. (p. 93). | 17. Sehale im Profil. 43 x. ; 18. Ventrale Schalenhälfte von der medialen Seite. 70 x. ; Tafel X. 1 Flg. 1 — 8. Euconchiipcin lacnnosfi (p. 80). (Alle Figuren von einem noch nicht geschlechtsreifen (?) 0; vergl. Text p. 81.) 1., 2. Schale im Profd und xon der Ventralseite. 43 x. < 3. Schalcnskulptiir. Mitte der Schale. 154 x. ^ 4. Vordenjuui der Schale. 90 x. | 5. Mandibel. 117 x. ■ 6. Innenast der 2. Antn. 117 x. | 7. Kanfortsatz der Mandibel. 270 x. | 8. 1. .\ntn. von der medialen Seite. "270 > . ', Fig. 9 — 12. Cunrli(ii'cia iiduani cj (p. 71). j 9. Rechte Schale (nicht verbogen) luul hintere dorsale Ecke der linken Schale. 28 x. 10., 11. Innenast der rechten und hnken 2. Antn. 154 x. < 12. Hinterrand der rechten Schale von der medialen Seite (x siehe p. 71). 207 x. Fig. 13 — 16. PiiiHfUicijlliiri' terende des v- 154 x. Tafel XI. Fig. 1 — 5. Poh/copp antmrticn (p. 81). 1. Linke Schale eines annähernd geschlechtsreifen \\ 118 x. j 2. 2. Furcaldorn iiiul benachbarte Warzen des Q. 600 x. ' | 3. 1. und 2. (ilied der Mandibel des fj- 270x. j 4. Rechter Furcalast und Begattungsorgan des cf. 270 x. > 5. 1. Antn. des cf. 270 x. j Fig. 6—10. Pohjnijip hm-ig (p. 82). 6. Rechte Schale eines annähernd geschlechtsreifen Q. 70 x. 7. Mandibel. 154 x. \ 8. Rechter Furcalast. 270 ■ . 1 9. Basis zweier Fiirealdornen mit den benachbarten Warzen. (idO ■ . J 10. ]. ;\ntn. 270 X. J Fig. 11—14. Mdrniciijiris inrliida (p. 94). 11., 12. Linke und rechte Schale eines Q. 43 x. i;!., 14. (Ireiforgane des cf. 154 x. i Tafel XH. j Fig. 1—7. Maeroci/prif: inniijuitlis (p. 95). 1 1. ö\ ganzes Tier, man sieht den Rand der linken Schale (1. S.) und den diesen am giüüten Teil des Randes über- ragenden iccliten (r. S.). 43 x. 2. Isolierte rechte Schale eines q. 43 x. .3. Furca eines cf (beide .\ste). 154 x. 4., 5. (Ireiforgan des cf- 154 x. j 0. Penis. 154 x. Müller, Ostracoden. 179 7. Die drei distalen Glieder des 2. Thoraxbeines eines cT. 154 x. Fig. 8, 9. Macrocijpris tensa (p. 96). 8. Linke Schale. 43 x. 9. Furea. 118 x. Fig. 10, 11. Macrocypris africana (p. 97). 10. Rechte Schale eines 9. 70 x. 11. Furea eines cT. 207 x. Fig. 12, 13. Macrocypris turbüla (p. 94). 12. Furea. 154 x. 13. Penis. 154 x. Fig. 14 — 17. Macrocypris africana (p. 97). 14. Penis. 207 x. 15. Die drei distalen Gheder des 2. Thoraxbeines. 270 x . 16., 17. Greiforgane des cf. 270 x Tafel XIII. Fig. 1 — 7. Macrocypris dispar (p. 96). 1. Rechte Schale des cf- 70 x. • 2., 3. Greif Organe des cf. 206 x. 4. Die drei distalen Glieder des 2. Thoraxbeines. 206 x. 5. Penis. 270 x . 6., 7. Furea des 9 und des cf. 206 x. Fig. 8—13. Ponlocypris injhda o ([•■ 97). ' 8. liinke Schale des p". 117 x. 9. Die drei distalen Glieder des :i. Tlioraxbcines. 270 x. 10. Penis. 270 x. 11. Furea, an der Basis dei- lliuleiiaiid beider Aste gezeichnet. 270 x. 12., 13. Greif Organe des o"'- 270 x. Fig. 14^18. Ponlocypris (jaussi (p. 98). 14. Linke Schale des cT. 117 x. 15. Die zwei distalen Glieder des 3. Tlioraxbeines. 270 x. K). Penis. 270 x. 17., IS. Greiforgane des o". 270 x. Fig. 19 24. Ponlocypris flava (p. 98). 19. Linke Schale des cf. 117 x. 20. Penis. 270 x. 21. Die drei distalen Gliedern des 3. Thoraxbeines. 270 x. 22., 23. Greiforgane des cf. 270 x. 24. Linke Schale des 9. 117 x. Tafel XIV. Fig. 1—6. Nesidea labiata (p. 99). 1., 2. Linke und rechte Schale eines 9. 43 x. 3. Schale voni Rücken gesehen. 43 x . 4. Genitalhöcker des 9. 270 x. 5. Furea des 9- 154 x . 6. Penis. 270 x. Fig. 7—14. Anchisirocheles aculeala (p. 101). 7., 8. Linke und rechte Schale eines q. 90 x. 9. Furea eines 9. 270 x . 10. Penis. 270 x. 11. Genitalhöcker des 9. 270 x. 12. Kauteil der Maxille. 270 x. 13. Genitalhöcker des 9 schematisiert, die i)unktierte Linie zeigt den Verlauf des Ausfiilirungsganges des Reccpta- culum seniinis, der bei * zu beginnen scheint. 270 x. 14. Schale vom Rücken gesehen. 90 x . 1^0 Deutsche Sii(ij)i)lar-l^xiie(litioii. Tafel XV. Fig. 1—5. Anchisiruchelis acideata cf (p. 101). 1. M;imlilicl. 270 X. 2. 1. Tli(ii;ixl)i'iii, Endklaiu' al)f,'ebrofheii. 270 x. 3. 3. Thoraxbein. 270 x. 4. Büistciifiiniiifres Or^an. 270 x. 5. 2. Aiitn. 270 X. Fig. 6 — 10. Sclnochilus renijormis (p. 103). r,. Hechte Sehale des cf. 117 x. 7. ] unteres IviirpereiKle des Q. 270 x. 8. Kauteil der Maxille. 430 x. 0. 1 'Ollis. 270 x. 10. Linke Schale des ',. 00 x. Fi;;. II 17. Hiicrovhilus conipavsus (p. 103). Jl. Linke Sehalc des cf- 154 x. 12. Kaiitiirtsatz der Maxille. 270 x. 13. Penis, freiliegend. 270 x. 14. Terniinules Stück des Penis unter Deckglaseheii. 270 x. 15. Rechte Schale de.s Q. 1.54 x. H). Hinteres Körperende des Q. 270 x. 17. 1. Thoraxbein des O. 270 x. Tafel XVI. ?"ig. 1. Ciflhrriiiileron (jatifsi, linke Schale. 132 x. (p. 110. | Fig. 2. Euci/thmira (?) aniitrdim, linke Schale. 173x. (p. 115.) P"ig. 3. Cyllicropleron anomalum, linke Schale. 173 x. (]>. 113.) Fig. 4. Cijlhi'rojiti'ron slallonis, linke Schale. 132 x. (p. 112.) Fig. 5. Cylhcroiiterun (jrnissi, vom Kücken gesehen. 132 x. (p. IUI.) Fig. 6. Cytheropleron anomalum, vom Rücken gesehen. 173 x. (p. 113.) Fig. 7. Cijlhrriqileron daiionis, vom Rücken gesehen. 132 x. (p. 112. ) Fig. 8. Kucijlhcrura (?) untaräica, vom Rücken gesehen. 173 x. (jj. llö.) Tafel XVII. Fig. 1. Ctjllirreis jjoli/lyca, linkt' Schale. 70 x. (]). 135.) Fig. 2. Eurythrnira puriclata, linke Schale. 154 x. (p. IM.) Fig. 3. Loi-ocö»?f/irt (?) rfui/«, rechte Schale. 110 x. (p. 135.) Fig. 4. Cylhereis devexu, linke Schale. 70 x. (p. 137.) P'ig. 5, 6. Cythereis polylyca; 5. vom Rücken. 70 x. 0. Schalenskulpliii-, Mitte dei- Schale. 154 x. (p. 135.) Fig. 7. Eiiri/Ihcnira imncldia, Schalenskulptiir. 270 x. (|). 114. ) Fig. 8. Cylhereis devesa, vom Rücken gesehen. 70 x. (p. 137.) Fig. 9. Eucytherura jmncluta, rechte Schale vom Rücken gesehen. 154 x. ([i. II I.) Tafel XVI 11. Fig. I. Lnrnriinrliii nirriilliiiintis, linke Schale. IIS x. ( p. 133.) Fig. 2, 3. Cyllierojilnmi irre Rl'iiMCI FigJ-4 Archiconchoecia cuneata Fig. 5-10 Halocypris globosa c? Fig. il-l5 Cylindroleberls ovalis Deutsche Südpolar -Expedition 1901-3 »- -> Bandx. Tafel IX. H|i-M^' uDr q Rei ■'■ittq Keinit'.i-. Fig. 1-I3 Conchoecia placlolycos var major Flg l4-i6 Conchoecia gaussi Fig 17-18 Cylindroleberis ovalis Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3 Bandx. Tafelx. Aul ih] I;ij .'V:-i vAGlUbch. Jpiia Fig. 1-8 Euconchoecia lacunosa Fig.9-|2 Conchoecia gaussi Flg. 13-15 Pseudocythere simllis . 1 CJecii (j Relliipi' .tV: Deutsche SOdpolar-Expedition. 1901-3. Bandx, Tafel XI. k.i! -J-- Fig. 1-5 Polycope antarctica Fig. 6-10 P, brevis Fig. 11-14 Macrocypris turbida Deutsche Südpolar -Expedition. 1901-3, Bandx. Tafelxh. j:^- LS'' iii".ii() 50 m vorh. 2it00| 2!MM) .")0 111 vorh. 350 S50 100 m 200 2000 2-.'on 1(111 mi vorh. 15(X) 1500 100 m 0? SlKKJi 3000 100 ml ., 800 800 200 m ,300 1900 2200 21)0 m 30? 4000 1 4o;«» 2()0m| „ 1750 1750 275 m 1.50 ' 3000 Jll.V» 3(MJ m llOf) 1700 2H00 8;i5 m (!00 7.")(10 SlOO ' :!(!(! m vorh. 3760 :t;.'>(l 19. IV. 02 23. V. 02 20. VI. 02 5. VII. 02 22. VII. 02 (S Acm. S'S es Acm. ii -i 1 i- (S Acm. S| •6 OS Acm. II oä 1 ^ Acm. 1 S'S 100 m 100 - 276 (SohUeO- nDArten finden, wofür allerdings die unvollkommenen Zahlen in der angehefteten Tabelle nicht deutlich sprechen. Dieses Vorkommen zu einer größeren Zahl von Arten in größerer Tiefe ist wohl mit der höheren Wassertemperatur in diesen Schichten in Zu- sammenhang zu bringen. ') Sticholonche ist lunierdiiigs auch im arktischen Meer und der Nordsee gefunden. Publications de Cü-constauce Nr. 33. C. H. OsTEiNFELo, Catalogue des Especes de Phmtes et d'Aniniaux observles dans le Planlvton recueilli pendant les Expeditions periodiques depuis le Mois d'Aoiit 1902 jusqu'au Mois de Mai 1905. Kopenhague, Fevrier 1906. 196 Deutsche Südpolar-Expedition. Die individuenreichsten Fänge liefern offenbar die Monate Januar bis April, also diejenigen, in welchen das Kaltwasserkontingent an Radiolarien nach meiner Ansicht vermehrt wird um den nördlichen Gastzustrom. Es finden sich in jenen Monaten eine ganze Anzahl Arten in ihrem Vor- kommen mit dem Zeichen v. ( — viele) versehen, d. h, es waren die Individuen in größerer Menge, jedenfalls über 30, vorhanden. Ob diese Zustände der artenreichsten und individuenreichsten Fänge Norm sind, lasse ich dahingestellt sein, ich stelle hier nur die in jenem Jahre beobachteten Tatsachen fest. Von den 85 Arten, welche die Expedition fischte, sind 26 schon in anderen Gewässern gefangen worden. Es soll im folgenden versucht werden, die bekannten Fundstellen und dazu gehörigen Daten mit dem neu festgestellten Vorkommen im südUchen Eismeer in Beziehung zu bringen. In der angehefteten Tabelle am Schluß der Arbeit sind die aus der Literatur bekannt ge- wordenen Fundstellen bei den einzelnen Arten rechts eingetragen. Durch JöRGENSENS (1905) Arbeit keimen wir im wesentlichen die Zusammensetzung des Planktons im Nordmeere (bis zum nördHchem Eismeer), und zeigt ein Teil der schon bekannten Arten des südlichen Eismeeres auffallende Übereinstimmung mit Arten, die im nördUchen Atlantik festgestellt wurden. Es sind von den obigen 26 Arten folgende: 1. Plegmosphaera leptoplegma, + 2. Rhizoplegma horeale, + 3. Spongodiscus favus, 4. Acanthochiasma Krohnii, 5. Acanthometron pellucidum, 6. Zygncnnthidium echinoidcs, 7. Zygacanthidium pallidum, 8. Acanthonia tetracopa, 9. Acanthonia ligurina, 10. Astrocapsa tritonis, + 11. Phormacantha hystrix, + 12. Protoscenium simplex, + 13. Lithomelissa setosa, + 14. Helotholus histricosa Über die Hälfte der schon bekannt gewesenen sücUichen Eismocrformon findet sich also im Kühl- und Kaltwassergebiet des nördlichen Atlantischen Ozeans wieder. Wie ist dieses Zu- sammenstimmen zu erklären? Ein Teil der Arten sind, vor allem gilt das für die Acantharien, nach ihrer sonstigen Verbreitung zu urteilen, eurytherme Arten, die an der Oberfläche weit vom Norden bis zum Süden der Welt- meere gefunden sind. Als solche Arten fasse ich die imter 1?, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10? genannten auf. Da nördliches Kaltwassergebiet und südliches Eismeer niclit die einzigen Fundstellen sind und durch das Vorkommen auch in den wärmeren und wärmsten Teilen eine lückenlose Verbindung in der Verbreitung von Süd nach Nord hergestellt wird, so ist ihr Vorkommen im südlichen und nördlichen Kaltwassergebiet nichts Auffälliges und wird jedenfalls durch die Eurythermie der be- treffenden Arten seine ausreichende Erklärung finden. PoPOFsKY, Radiolarien. 197 Anders bei den sechs noch verbleibenden Arten, die in der Aufführung mit einem Kreuz ( + ) versehen wurden. Diese wurden bisher n u r im nördlichen und durch diese Arbeit auch im süd- lichen Kaltwassergebiet festgestellt. Nun wäre es möglich, daß bei den geringen Kenntnissen, die wir bi-her namentlich über die Gruppen der Spumellarien und Nassellarien besitzen, seltene Arten, wie es einige der ange- führten sechs (mit +) sind, nämlich Phormacantha hystrix und Protoscenium simplex, bei denen außerdem noch der Verdacht besteht, daß sie noch keine ausgewachsenen Individuen sind, bei den bisherigen Planktonuntersuchungen übersehen worden wären. Danach blieben nur noch vier Arten übrig, die sowohl im nördlichen, wie im südlichen Kaltwassergebiet angetroffen wurden, ohne ver- bindendes Vorkommen in den Warmwassergebieten, nämlich: 1. Rhizoplegma boreale, 2. Spongodiscus favus, 3. Lithomelissa setosa, 4. Helotholus histricosa. SämtHche vier Arten sind nun nicht leicht zu übersehende große und charakteristische Formen und glaube ich daher nicht, daß sie von Haeckel und Cleve in ihren Untersuchungen zahl- reicher Fänge aus allen Gebieten der warmen und kühleren Meere übersehen worden wären, zumal sie durchaus nicht seltene Arten darstellen. Das zweifache getrennte Vorkommen an den Polen ließe sich auf verschiedene Weise erklären: 1. Die Arten sind im Kühl- und Kaltwassergebiet häufiger, werden aber im Warmwasser seltener; solche Fälle sind unter den Radiolarien schon bekannt, und habe ich dasselbe bei Zygacanthidium (chinoides und Zygacanthidium pallidum früher feststellen können. Dann wäre es möghch, daß sie im Warmwasser bisher übersehen worden wären. 2. Das Vorkommen im Warmwassergebiet ist überhaupt jetzt nicht mehr festzustellen, die Arten sind im Laufe der Entwicklung ihrer Eurythermie verlustig gegangen und haben sich von den wärmeren Meeren einwandernd an das Kaltwasser angepaßt. Ein solcher Vorgang scheint bei den eben erwähnten Arten Zygacanthidium echinoides, Z. pallidum jetzt noch vor sich zu gehen, da sie im Kaltwasser in Mengen, im Warmwasser nur äußerst selten gefunden werden. 3. Sie sind von einem Pol gewandert, haben sich allmählich an das Warmwasser (sofern es sich um Oberflächenorganismen handelt, was noch festzustellen ist) angepaßt, dadurch morpho- logisch verändert und sind somit als andere nahe verwandte Art aufzufassen. Am anderen Pol sind sie zurückgeschlagen in die Kaltwasserform und Massenentwicklung. Die verbindenden GUeder sind dann entweder ausgestorben oder als andere Art oder Form erhalten geblieben. 4. Die Brücke zwischen nördlichem Vorkommen und südlichem Vorkommen wird durch das Vorkommen in den Tiefwässern der Warmwassergebiete geschlagen, welche entsprechend kühles Wasser führen wie die Eismeere. Da die vier auffallenden Arten von sämtlichen Untersuchern (namentlich Cleate) nicht ge- funden wurden und diesen vornehmlich Oberflächenfänge, d. h. Fänge, welche die assimiUerenden Wasserschichten (etwa — 400 m ) durchfischten, vorlagen, so wird letzteres das Wahrscheinlichere sein. Es wird aber mein Bestreben sein, gerade auf diese Arten in den später zwc Bearbeitung ge- langenden Tiefenfängen der Deutschen Südpolar-Expedition zu fahnden. Für die vierte Annahme 198 Deutsche Südpolar-Expedition. spricht auch das Vorkommen einiger Radiolarien im südlichen Eismeer und zugleich in den Tiefen des Pazifischen Ozeans, worauf ich sogleich zurückkomme. 5. Eine fünfte Erklärung, die nicht von der Hand zu weisen ist, wäre die, daß die betreffenden Arten, die in ihren nördlichen und südlichen Kaltwasserexemplaren übereinstimmen, unter dem Einfluß der Wärme und damit verbundenen sonstigen Existenzbedingungen so variierten, daß sie für andere Arten gehalten werden können und als solche auch beschrieben worden sind, so daß sich dadurch das Fehlen im Warmwassergebiet erklären würde. Doch scheint das bei den vier angezogenen Arten, nach meiner Meinung, nicht der Fall zu sein. Daß es der Fall sein kann, daß sich also Kaltwasserform und Warmwasserform derselben Art wesentlich unterscheiden können, dafür später einige Beispiele. Die von den 26 Arten noch übrigbleibenden 12 Spezies lassen sich wieder in zwei Abteilungen son- dern, erstens in solche, die in warmen Meeren an der Oberfläche gefangen sind, und zweitens die, welche im kalten Tiefenwasser (?) der Warmwassergebiete gefunden wurden. Zur ersten Gruppe gehören: 1. Haliomma favosum (Central-Pac. Chall.-St. 271 — 274). 2. Porodiscus fiustrella (alle warmen Meere). 3. Porodiscus orhicvlatus (alle warmen Meere), 4. Stylodictya Dujardinii (Mittelmeer). 5. Stylotrochus arachnius (alle warmen Meere, häufige Art). 6. Hexcdasfis heliodiscus (alle warmen Meere). 7. Dictyophimus gracilifest (Pac.-Nord. Chall.-St. 240, Kamtschatka). 8. Psilomelissa galeata (Pac.-West, Chall.-St. 200—225). 9. Sethophormis umbrella (Pac.-Nord. Chall.-St. 236—239, Japan). Diese neun Spezies, sämtlich Oberflächenformen, sind demnach Arten, die im Warmwasser- gebiet ihre Hauptverbreitung besitzen, jedoch, wenn auch selten, auch im südlichen Eismeer auf- treten. Sie müssen demnach auch als eurytherme Arten angesehen werden, die aber sonderbarer- weise sich die nördlichen Kühlwassergebiete, wenigstens des einigermaßen gut untersuchten Atlanti- schen Ozeans, nicht erobert haben. Möglich ist auch immerhin, daß sie durch Strömungen un- freiwillig dem südlichen Eismeer zugetrieben, also dort Gäste sind, die sich als widerstandsfähig gegen die kalten Temperaturen erwiesen haben. Damit ist aber noch nicht gesagt, daß sie nicht in den Kaltwassergebieten des nördlichen Pazifi- schen Ozeans auftreten, von welchem Gebiet wir überhaupt so gut wie nichts über die Zu- sammensetzung des Planktons wissen. Es ist das um so wahrscheinhcher, da eine Anzahl unter ihnen bisher nur im Pazifischen Ozean gefangen wurde (1, 7, 8, 9), deshalb vielleicht über den Pazifischen Ozean bis ins nördhche und südliche Eismeer verbreitet vorkommt. Ein Beispiel dafür besitzen wir bereits in Dictyophimus gracilipes, welches von Bailey in den Gewässern von Kamtschatka, von Haeckel im Warmwassergebiet des Pazifischen Ozeans und von der Deutschen Südpolar-Expedition im südlichen Eismeer gefischt wurde. Von besonderem Interesse sind nun wieder die drei restierenden Arten: 1. Psilomelissa phalacra (Pac.-Nord, Chall.-St. 240, 2900 Faden tief). 2. Sethophormis rotida (Pac.-Nord. und Central, Chall.-St. 244, 2900 Faden tief. St. 233, 3125 Faden tief. St. 270—274, 2350-2935 Faden tief.) 3. Clathrocyclas coscinodiscus (Pac. -Central, Chall.-St. 272, 2600 Faden tief). PopoFSKY, Radiolarlen. 199 Diese drei Arten wurden im Kaltwasser des südlichen Eismeeres und in der Tiefe der Warm- wassergebiete des Pacifik gefischt. Wenn die Tiefenangaben, wie sie Haeckel für die Challenger- Fänge angibt, zutreffend sind. d. h. diese Radiolarien wirklich aus den angegebenen Tiefen stammen, so hätten wir es hier mit Kaltwasserformen zu tun, die in die ejitsprechende kühlere Tiefe im Warm- wassergebiet gesunken sind und vielleicht in den nordpolaren Gewässern wieder emportauchen. Die Tiefen, in denen sie gefangen wurden, sind recht beträchthche, und entspricht die Wasser- temperatur dort wohl ungefähr (um wenige Grade verschieden) derjenigen der Eismeere. Doch sind diese Arten wahrscheinhch in Bodenproben von Haeckel in den betreffenden Tiefen fest- gestellt. Es ist daher zweifelhaft, ob sie wirkUch in der Tiefe gelebt haben, wie Haeckel meint. Möghch ist, daß ihre Schalen nur erhalten büeben. Eine Entscheidung könnte nur das Vorhanden- sein des Weichkörpers Uefern, über den jedoch Haeckel leider nichts angibt. Immerhin ist es nicht von der Hand zu weisen, daß sie Tiefenorganismen sind, denn die Challenger- Expedition hat sie in den Oberflächenfängen an der Stelle nicht konstatiert. Im folgenden sollen eine Reihe von interessanten Einzelheiten faunistischer Art Erwähnung finden, die ich ursprünghch notiert hatte, um eventuell eine Gesetzmäßigkeit im Variieren der eurythermen Oberflächenformen, sei es in der Größe der Schale, oder deren Anhänge festzustellen. Leider sind der Arten, die in Oberflächenschichten des südlichen Eismeeres und zugleich im Warm- wasser der Meere gefunden wurden, nur wenige, und eine Gesetzmäßigkeit ließ sich aus den gleich wiederzugebenden Fällen bisher nicht herauslesen. Einen interessanten Fall stellt Rhizoplegma boreale dar, die im nordischen und im südlichen Kühlwassergebiet angetroffen wurde. Jörgensen, der sie im ersteren Gebiet häufig beobachtete, konnte ziemlich deutUch zwei Formen in der Art unterscheiden, je nachdem sie auf der Hochsee oder im Küstenwasser der norwegischen Küste gefischt wurde. Die Hochseeform besaß eine kleine innere Schale, auf dieser wenige kurze Beistacheln und fast stets nur sechs Radialstacheln, die Küstenform dagegen eine größere innere Schale, keine Beistacheln auf derselben und meist acht, also mehr Radialstacheln. Die Antarktisform zeigte sich als der nordischen Küstenform entsprechend mit noch größerer innerer Schale als jene, mit mindestens zehn Radialstacheln, die Gitteräste waren dicker und der Zwischenraum zwischen beiden Schalen kleiner. Es zeigt sich also, daß die ant- arktische Form noch mehr wie die nordische Küstenform, für die Art charakteristische Küsten- charaktere zeigt, was vielleicht auf die bedeutend tiefere Wassertemperatur und die dadurch veränderten Lebensbedingungen geschrieben werden kann. Eine Anzahl anderer Arten erreicht in den Kaltwässern der Antarktis bedeutend größere Dimen- sionen als im Warmwassergebiet. So ist z. B. die Kaltwasserform von Stylotrochus arachnius 2V2nial so groß als die Warmwasserform, eine Tatsache, die wohl nicht darin allein ihre Erklärung findet, daß im Warmwasser bisher vielleicht nur Entwicklungsstadien mit unvollendetem Körper ge- funden wurden. Dasselbe zeigt sich bei Spongodiscus favus, welcher in antarktischen Exemplaren die vierfache Größe der bisher nur bekannten arktischen Individuen erreicht. Weit häufiger ist jedoch das Umgekehrte der Fall, daß nämUch die antarktischen Tiere ge- wisser eurythermer Oberflächenarten an Größe zurückstehen gegenüber den Warmwassertieren, so bei Porodiscus flustrella, Clathrocyclas coscinodiscus. Dinifsi'lie SilfiiMihir-Expeditioii. X. Zoolügfie. 11. ^7 200 Deutsche Siidpolar-Expedition. Es will mir außerdem scheinen, als ■wenn das Warmwasser bedeutend mehr regelmäßigere Formen aufbaut als das Kaltwasser, daß in letzterem die Arten mit unregelmäßigem Skelett überwiegen, sei es unregelmäßig der ganzen Gestalt nach oder nur in seinen Teilen (Poren, Beistacheln, Radial- stacheln usw.). Diese Annahme wird dadurch gestützt, daß Warm wasserformen mit sonst durch- aus regelmäßigem Skelett unter dem Einfluß des Kühlwassers zu Formen variieren, die Unregel- mäßigkeiten im Skelettbau zeigen. Etwas Ähnliches habe ich schon (1905) bei einigen Acantho- metren früher feststellen können. Zur Ontogenie. Bei einigen Radiolarien, die wahrscheinlich der Art Lithdius ohscurus angehörten, wurden des öfteren an der großen Schale je eine bucklige mehr oder weniger deutlich abgesetzt? Hervorwölbung beobachtet, in welche das Plasma eintrat. Da wohl nicht anzunehmen ist, daß Radiolarien mit einem solchen starren Kieselpanzer sich durch Teilung vermehren, bei der auch die Schale geteilt wird, so wird dieser Befund wohl anders zu deuten sein. Bei vielen Spumellarien wächst der Weichkörper über die erste Schale hinaus, und später wird dann um diesen herum eine zweite konzentrische Schale (oder noch mehr) abgeschieden. In diesen Fällen könnte aus irgendeinem Grunde der Weichkörper nicht gleichmäßig aus der Schale ausgedrungen, sondern nur an einer Seite herausgequollen sein, und dieser herausgequollene Weich-, körperteil ist dann durch eine neu abgeschiedene Skeletthülle geschützt worden, so daß es zur Bil- dung einer zweiten konzentrischen oder spiraligen Schale, die sich im Normalfalle bei Lithelius ohscurus auch bildet, wenn der Raum für den vergrößerten Weichkörper zu klein wird, gar nicht gekommen ist. Bei einigen der häufigeren Radiolarien habe ich auch Aufzeichnungen über das Vorkommen der jüngeren Entwicklungsstadien und der älteren Individuen gemacht. So wurden bei Dumetum rectum vom Juli an die jüngsten Exemplare, im Februar und März des nächsten Jahres die ältesten Skelette gefunden. Im Mai fehlte die Art vollständig. Desgleichen wurden von Lithomelissa Jörgenseni im dortigen Winter die jüngsten, im Herbst (Februar, April) die ältesten Exemplare gefischt. Von Helotholus histricosa fanden sich vorwiegend junge Individuen im März, April, ältere im Februar, März, Juli. Danach fanden sich von den drei häufigeren Arten vorwiegend Jugendstadien von Juni an bis gegen die letzten Monate des Jahres, die entwickelten Individuen traten vom Januar bis März auf, in den Monaten (April) Mai, Juni fehlten die Arten fast völlig. Daraus ließe sich vielleicht entnehmen, daß die Hauptvermehrung (durch Schwärmer) in den Monaten eintritt, wo die Arten fehlten, also Mai, April. Die Schwärmer und jüngsten Entwcklungsstadien entgehen dem Netz, daher finden sich die Arten um diese Zeit nicht. Damit stimmt auch gut das lairz vorher häufigere Auftreten der erwachsenen Individuen und das nachherige Anschwellen der Zahlen für jugendliche Tiere. Ich hebe nochmals hervor, daß nicht nur jugendliche und nicht nur alte Individuen in den angegebenen Zeiten angetroffen wurden, daher gilt die obige Tatsache über die mutmaßliche Zeit der Schwärmerbildung nur mit der Einschränkung, daß dieselbe vornehmlich in jene Zeit fällt. Warum gerade diese Zeit für Schwärmerbildung geeignet ist, ist vielleicht mit den durch die Faunistik wahrscheinlich gemachten (periodischen, jährlichen?) Warmwasserzufiüssen in Verbindung PopoF.sKY, Radiolarien. 201 zu bringen, die gerade kurz vorher stattgefunden haben, oder aber durch die Einwirkung des Lichtes, wie Vanhöffen andeutet. Zur Systematik und Phylogenie. Wie bei der Durcharbeitung der Akantharien für die Plankton-Expedition, konnte ich mich auch hier nicht des Eindrucks erwehren, daß im Radiolariensystem, wie es durch Haeckel im Challenger-Report aufgestellt wurde, viele onto- genetische Entwicklungsstufen als phylogenetische aufgefaßt, und somit Entwicklungszustände schon bekannter oder nochmals benannter Arten als neue Spezies beschrieben wurden. Es ließen sich dafür innerhalb der Spumellarien und Monopyleen viele Beispiele anführen, die ich aber mit entsprechenden Belegen für eine spätere Arbeit aufspare, wenn das reichlichere Radiolarienmaterial der Deutschen Südpolar - Expedition, welches aus den artenreicheren warmen Meeren stammt, gesichtet ist. Einige neue Genera wie Dumetum, Bisphaerocephalus, Poroamphora. Lithamphorn, ließen sich dem bisher Bekannten mehr oder weniger gut einfügen. Anders mit der neuen Familie Lithacanthidae, die ich einstweilen als Anhängsel der Spumellarien aufgeführt habe, da der Grundplan ihres Skelettes einen radiären Bau zeigt, nicht einachsig ist, wie bei den Monopyleen. Da ferner die Skelettmasse auch aller Wahrscheinlichkeit nach aus Kieselsäure besteht, so kann die neue Familie nicht zu den Acanthometren gestellt werden, obwohl sie im Bau des Skelettes mit vielen derselben (denen mit vier Hauptstacheln) äußerlich gut zu- sammenpaßt. Der Dreistrahler in der mannigfach abgewandelten Form, welche sich jedoch meist auf die von Jörgensen beschriebene Grundform mit den vier Primärstacheln zurückführen läßt, ist durch die vorliegende Arbeit als ein integrierender Skelettbestandteil für viele neue und alte Monopyleen nachgewiesen worden. Damit zeigt sich immer deutlicher der mutmaßliche phylogenetische Entwicklungsweg, der seinen Ausgang jedenfalls von Spumellarien mit einem Skelett von lockeren Dreistrahlern genommen hat. Einen Parallelweg der Entwicklung zeigt uns eine Anzahl von Vertretern der von Haecker aufgestellten Familie der Thalassothamnidae, zu der auch diese Arbeit einige neue interessante Spezies hinzubringt, z. B. in Gestalt der Gattung Conostylus. Dieser letztere Entwicklungsweg ließe sich danach folgendermaßen konstruieren: Formen, wie sie das HAECKELSche Genus Thalassoxanthium umfaßt, wo der Weichkörper mit gleichmäßig verteilten, regelmäßigen, gleich großen Dreistrahlern durchsetzt ist, bilden den Ausgangspunkt, dann variieren eine Anzahl Dreistrahler, wodurch Formen resultieren, ähnlich Lampoxanthium pandora (Fig. 1). Unter diesen verschiedenen Dreistrahlern finden sich (in der Figur bei D) schon solche, wie sie Conostylus diploconus in einem einzigen Exemplar besitzt. Einer oder mehrere der Dreistrahler zeigen die ,, Tendenz", sich zu vergrößern; auch das ist schon bei Lampoxanthium pandora angedeutet (siehe Figur, Stachel oben rechts). Da für die größeren Stacheln mehr Skelett- 27* Fig. 1. Lampoxanthium pandora H. nach Haeckel. 2Q2 Deutsche Südpolar-Expedition. masse verbraucht wird, „können" nur weniger kleine Dreistrahler ausgebildet werden. Nehmen die großen Dreistraliler an Zahl ab, so müssen die bleibenden an Größe zunehmen; so entstehen allmählich Formen, die nur einen großen Dreistrahler besitzen und wenige kleine, solche sind bekannt in Haeckers Thalassothamnus spermatophorus und dem hier neu beschriebenen Cono- stylus vitrostmüis, welch letzterer nicht mehrere Nebenspicula kleineren Formats, sondern als nächste Stufe niir ein Nebenspiculum besitzt. Geht auch letzteres noch verloren, so resultieren Arten wie die übrigen Thalassothamnidae und Conostylus diploconus, wo nur noch ein Hauptspiculum, ent- standen aus dem Drei- oder Doppeldreistrahler, vorhanden ist. Auf einem ähnlichen Wege, mit demselben Ausgangspunkt, werden sich die Monopyleen von den SpumcUarien herleiten lassen, auch hier kann eine Art, ähnlich Lampoxanthium pandora, gut als Ausgangspunkt gelten, in deren Weichkörper Haeckel wiederholt den abgewandelten Drei- strahler mit den vier (fünf) Hauptstacheln einzeichnet (in der Fig. 1 oben rechts unter dem großen gezähnten Doppclspiculum). Stellen wir uns vor, daß dieser abgewandelte Dreistrahler auf Kosten der übrigen vergrößert wird und schüeßhch allein übrigbleibt, so resultieren Eadiolarien, wie sie an der Spitze der Monopyleen aufgeführt werden als z. B. Tetraplecta, Dumetum, Plagiacantha usw. Damit wären wir auf demselben Stadium wie oben bei dem Parallel weg. Die Entwicklung ist jedoch hier nicht stehen gebUeben wie anscheinend dort, sondern um diesen Dreistrahler sind dann noch Maschenwerke aufgebaut von einer bis zu vielen Kammern, wie sie in den mannigfachen Skeletten der Monopyleen vorhegen. Als eine Fortsetzung des erstgenannten Entwicklungsganges, also der Familie Thalassotham- nidae, könnte man vielleicht die neue Familie Lithacanthidae. auffassen. Wie später noch näher erwähnt wird, besitzt Conostylus diploconus des öfteren eine durchaus regelmäßige Form mit drei nach oben stehenden und drei nach unten gerichteten, mit den ersteren abwechselnden Stacheln. Stellt man sich nun vor, daß zwei gegenüberstehende Stacheln, die im Zentrum zusamme stoßen, in eine Achse rücken, daß dann die drei dadurch entstehenden Achsen, vielleicht wegen der damit verbundenen Gleichgewichtsbedingungen, sich unter Winkeln von 90° schneiden, so kommt man zu dem neuen Genus Lithacanthus ; wird weiter eine Achse rückgebildet, so daß nur noch ein Skelett- kreuz übrigbleibt, so erhalten wir die Gattung Tetracanthus der Familie Lithacanthidae. Aus diesen Gründen könnte man daher die Lithacanthidae vorläufig den Thalassothamnidae anschheßen. Legion Spiimellaria. Farn. Thalassicollidae. H. 62, p. 246. Einzeln lebende Spumellarien ohne Skelett. 1. Thallassopila cladococcus H. Thalasscypila dadococcus H. 87, p. 17, Taf. 1, Fig. 3. Körper kugelig, dunkel gefleckt, mit dünner gelblicher Gallerthülle. Zentralkapsel mit dicker, fester, von Poren durchbohrter Membran; Durchmesser der Kapsel dreimal so groß als der des zentral gelegenen Kernes, drei Viertel der ganzen Gallertkugel. Kern sehr reichlich verzweigt, mit Vorsprüngen versehen (papillated), seine kugelige Oberfläche mit zahlreichen (mehr als hundert) fingerförmigen, stumpfen Blindsäcken ungefähr so lang wie der Kernradius. Protoplasma der Zentralkapsel bildet ein lockeres Netzwerk zwischen den großen runden Alveolen, in der Kortikal- zone radiär gestreift; eine Schicht von großen dunklen ölkugeln vorhanden. Diese sind regel- mäßig verteilt auf der Innenseite der Zentralkapselmembran und durch Zwischenräume von- einander getrennt, welche zweimal so breit sind wie der Durchmesser der Ölkugeln, was der Zentralkapseloberfläche ein geflecktes Aussehen verleiht. E.xtrakapsuläre Gallerthülle dünn, gelblich mit sehr zahlreichen kleinen Zooxanthellen. Maße. Durchmesser der ganzen Kugel 5 mm, der Zentralkapsel 4 mm, des Kernes 1,3 mm. Vorkommen. Antarktischer Ozean. Challenger - Station 154 (südlich von Kerguelen), Oberfläche. Farn. Tlialassotliamnidae. Haecker 1906, p. 879. Unter diesem Namen sind von Haecker (1906) kürzlich eine Anzahl Radiolarien zusammen- gefaßt worden, die von ihm und vorher von Schröder aufgefunden wiirden. Die bisher bekannten Arten verteilten sich auf zwei Genera: Cytodadus und Thalassothamnus. Das Skelett dieser Tierfamilie erinnert an die Doppelspiculi von Sphaerozown- und Thalasso- ocanthium- Alten, mit dem Unterschied, daß dort viele solcher Stacheln, hier nur einer (selten noch Nebenspiculi) ausgebildet werden. Der Mittelbalken des Doppelspiculums ist entweder sehr kurz, oder er fehlt vollständig, so daß dann die Stacheln aus einem Punkt hervorzukommen scheinen. Die massiven, nicht hohlen Stacheln bestehen aus Kieselsäxire und sind geschichtet. Sie strahlen in zwei Kegel aus, die mit den Spitzen einander zugekelirt sind. 204 Deutsche Südpolar-Expedition. Das Endoplasma ist feinwabig, von Vakuolen durchsetzt. In den Vakuolen fanden sich stark färbbare (Chromatin-) Körnchen und außerdem die bei vielen Radiolarien angetroifenen geschich- teten Körper. Die Kernmembran des scheibenförmigen Kernes ist zottig, das Grundplasma fein- wabig, nach Haecker mit unregelmäßigen Flocken eines schwach färbbaren Gerinnsels versehen, ferner finden sich in ihm kleine nukleolcnartige Körper und schleifenähnliche Gebilde. Der Kern- wandung von innen dicht anliegend, finden sich eigenartige linsenförmige Massen, die grobmaschige Struktur und einige tief färbbare Klumpen aufweisen. Zottige Kernmembran und diese linsen- artigen Massen scheinen charakteristisch zu sein. Die beiden bisher bekannten Genera unterscheiden sich folgendermaßen: Genus Thalassothamnus: Die beiden Knotenpunkte meist aneinandergerückt, dizentrisch, Zentralkapsel nicht verästelt, durch besonders lange und besonders stark verästelte Radialstacheln eingekeilt und gefurcht. Skelett also imgleichpoHg. Stacheln reich verzweigt. Genus Ci/iodadus: Knotenpunkte meist zu einem verschmolzen, monozentrische Stacheln, alle Stacheln gleich lang und ähnlich gebaut, regelmäßig angeordnet. Zentralkapsel dichotom verästelt, folgt dem Verlauf der verzweigten Stacheln. Cytocladus ist bisher nur in warmen Meeresgebieten gefunden worden. Von Thalassothamnus beschreibt Haecker kurz eine Art aus dem Material der Deutschen Tiefsee-Expedition und zwar aus antarktischen Gewässern, Thalassothamnus ramosus, eine andere neue Art fing die Deutsche Südpolar-Expedition, die demselben Genus angehört. Es fanden sich aber des weiteren einige Radiolarien in meinem Material, die ohne Zweifel, auch nach ihrem Skelett, zu den Thalassothamnidae gehören. Sie würden, da die Stacheln dizentrisch von einem sehr kurzen Mittelbalken entspringen, der Weichkörper anscheinend unverzweigt ist, dem Genus Thalassothamnus einzureihen sein. Cytocladus und Thalassothamnus umfassen mm aber außerordentlich große Organismen, deren Stacheln reich verzweigt sind. Die beiden neuen Arten haben dagegen unverzweigte Stacheln und zwar an Zahl weniger als im allgemeinen bei den erstgenannten Gattungen vorhanden sind. Sie scheinen also einfacher und ursprünglicher gebaut zu sein und sind im Vergleich mit jenen Riesenformen winzige Wesen. Dies bestimmt mich, für sie eine neue Gattung einzurichten, welche ich als Conostylus bezeichne. Bei den Cytocladus fand Schröder die Stacheln so geordnet, daß um zwei Polstacheln, die sich gegenüberstanden, sich je fünf Stacheln kegelförmig verteilten, so daß die beiden Kegel im Mittel- punkt zusammenstoßen und die Polstacheln die Achse der Kegel bilden. Bei zwei Individuen zeigte sich ferner, daß bei Ansicht auf einen Pol die Stacheln der einzelnen Kegel miteinander abwechselten, d. li. ein Stachel des unteren Kegels entfiel jedesmal auf eine Lücke zwischen zwei Stacheln des oberen Kegels. Auch in dem neuen Genus findet sich eine derartige Gesetzmäßigkeit in der Anordnung der Stacheln angedeutet, nur gruppieren sich die Stacheln am stachellose Pole, da Polstacheln nicht vorhanden sind. Die Stacheln wechseln miteinander al) oder zeigen, bei unjrleicher Zahl der Stacheln in beiden Kegeln, wenigstens das ,, Bestreben" dazu. Bei den einfachsten Formen der neuen Arten mit je drei Stacheln in jedem Kegel ist eine Alternanz der Stacheln deutlich festzustellen. Der Weichkörper der Conostylua- \rton war sehr schlecht erhalten, aus den Trünunern schheße ich, daß er weder gebuchtet noeh gespalten und verzweigt, soufh^n einfach kuglig ist. Näheres vermag ich nicht anzugeben. PopOFSKY, Radiolarien. 205 Schon an anderer Stelle habe ich auf einen interessanten phylogenetischen Hinweis, der schon von Haecker angedeutet wurde, aufmerksam gemacht. Ich wiederhole und ergänze, was ich dort (1907, p. 703) gesagt habe. Bei allen Cytodadus waren stets zwölf Stacheln vorhanden, also das Doppelspiculum zugrunde gelegt, am Ende des Mittelbalkens je sechs Spiculi. Bei den von Haecker beschriebenen waren im ganzen acht bis zwölf vorhanden, also je vier bis sechs an den beiden Enden des Mittelbalkens. Wie die Abbildungen der beiden neuen Arten (Taf. XX, Fig. 3, Tai XXI, Fig. 2) zeigen, ist das fünfte Spiculum des einen Stachelkegels hier nicht als selbständiges anzusehen, sondern nur als eine Abzweigung des benachbarten. Es sind also eigentlich nur je vier Strahlen an den Enden des Mittelbalkens. In der Figur Taf. XX, Fig. 3 sind sogar im unteren Stachelkegel nur vier SpicuU, das akzessorische ist also da schon fortgefallen. Diese selbe Abbildung zeigt ferner im Weichkörper ein „Nebendoppel- spiculum" von bedeutend geringerer Größe als das ,,Hauptdoppelspicu]um". Von Bedeutung ist an diesem Nebendoppelspiculum das Auftreten eines langen Mittelbalkens, an dessen einem Ende vier, am anderen sogar nur drei Stacheln sitzen. Damit sind wir aber auf ein allgemein unter den Sphärozoen und Thalassoxanthien verbreitetes Skelettstück gekommen. Ja es fanden sich Indivi- duen der beiden Arten mit nur sechs Stacheln, also je drei in jedem Kegel (Taf. XX, Fig. 4, Taf. XXI, Fig. 1). Nicht unerwähnt will ich lassen, daß solche Stacheln, sowohl echte Dreistrahler, wie solche mit zurückgebildetem Mittelbalken sich schon bei Lampoxanthium und Thalassoxanthium vor- finden (vgl. L.pandora H. Challenger-Report Taf. 2, Fig. 1 oben links und unsere Textfigur 1). Die neuen Arten weisen also deuthch auf Vorfahren zurück, die in der Nähe der eben genannten Gattungen zu suchen sind. Sie vermitteln so eine Herleitung der Thalassothamnus und Ctßocladus von derartigen phylogenetischen Vorgängern. 2. Thalassothiininns ramosus Haecker. Thalassothamnus ramosus Haecker ()(i, p. 880. Fig. 3a— c. Acht bis zehn Stacheln, mono- bis dizentrisch angeordnet, in der distalen Hälfte allmählich verdickt; dort wenige Äste, aber zahlreiche winzige Dornen, in der proximalen Hälfte mit zahl- reichen, rechtwinkhg abgehenden, reichverzweigten Seitenästen. Die sehr große Zentralkapsel ist zwischen die Basen von mehreren besonders langen und besonders stark verästelten Radialstacheln eingekeilt und durch dieselben vielfach gefurcht und eingebuchtet. Skelett also ungleichpolig. Näheres über die Maße und Fundorte dieser von Haecker beschriebenen Form fehlen noch. Er gibt nur an, daß sie von der Deutschen Tiefsee-Expedition im antarktischen Gebiet erbeutet wurde. 3. Tlialossothaiimus pinetuni u. sp. Taf. XX, Fig. 1. Sieben (wohl nicht immer dieselbe Zahl) Stacheln, rund gleichmäßig nach der dünnen nadei- förmigen Spitze zu abnehmend, wenig deutüch dizentrisch entspringend, bei denen, welche die Zentralkapsel umfassen, im unteren Drittel wenig oder meist gar nicht verzweigt. Die oberen zwei Drittel der Stacheln mit Ästen versehen, welche wieder kleine Seitenäste und kurze oder längere Dornen tragen. Die am nächsten nach der Zentralkapsel zu liegenden Äste sind am längsten, nach der Spitze zu nehmen sie an Länge ab, außerdem scheinen die Äste undeutlich in drei Reihen zu stehen, so daß ein tannenbaumähnhches Gebilde entsteht. Zentralkapsel kuglig, nicht gefurcht 206 Deutsche Südpolar-Expedition. und gespalten. Die äußere Grenze des Calymma verläuft über die Spitzen der Stacheln imd der längeren Seitenäste. Die Stacheln, welche die Zentralkapsel umgeben, sind länger als die übrigen, Skelett also ungleichpolig. Maße : Stacheln lang bis 3,1 mm, Durchmesser der Zentralkapsel bis 1,1 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition 27. Februar 1903. Fahrt im Eise, nicht weit von der Winterstation des ,, Gauss" gefangen. 150 m Vertikalnetz. 1 Exemplar, 4. Conostj'lus diploconus l'op. Taf. XX, Fig. 2, 4. Conosiylus diploconus Pop. 1907, p. 704, Fig. 4. Doppelspiculum mit sehr kurzem Mittelbalken, so daß von zwei dicht nebeneinander liegenden Zentren je 3 — 5 Stacheln ausstrahlen, dieselben sind in zwei Kegeln zu 3 — 5 um die stachellosen Pole geordnet. Bei Aufsicht auf einen Pol wechseln die Stacheln des oberen Kegels mit denen des unteren ab. Kleine Form. Stacheln kurz, verhältnismäßig breit, ungleich lang (vielleicht wieder die am längsten, welche die Zentralkapsel umgeben), konisch zugespitzt, dicht und regelmäßig mit kleinen Zähnchen besetzt. Nebenspiculi nicht gesehen. Maße: Stacheln lang bis zum Skelettmittelpunkt 0,035 — 0,052 mm, breit bis zu 0,005 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition. Winterstation: 27. Oktober 1902, 350 — m und 25, August 1902, 0—300 m, 5. Conostylus vitrosimilis Pop. Taf. XX, Fig. 3, Taf. XXI, Fig. 1. Conostylus vitrosimilis l'oi'. 19(17, p. 704, Fig. 5. Hauptdoppelspiculum mit sehr kurzem Mittelbalken, daher von zwei dicht nebeneinander- liegenden Zentren 3 — 5 Stacheln ausstrahlen, welche wie bei der vorhergenannten Art in zwei Kegeln um die stachellosen Pole verteilt sind. Die Stacheln beider Kegel wechseln miteinander ab, wie das deutlich das Taf. XXI, Fig. 1 abgebildete Individuum zeigt. Stacheln schlank, zyHndrisch, am distalen Ende zugespitzt, anscheinend an der Spitze wenig unregelmäßig und äußerst fein gezähnt. Im Rest des Weichkörpers fand sich ein kleineres Nebendoppelspiculum mit deutlichem Mittelbalken, von dessen einem Ende drei, vom anderen Ende vier fein gezähnte Spiculi ausstrahlten. Die Zahl der Stacheln an dem Nebendoppelspiculum ist vielleicht ebenso wie die des Hauptdoppelspicu- lums geringen Schwankungen imterworfen, was aber bei der geringen Zahl an Individuen, welche zur Beobachtung gelangten (2) nicht festzustellen war. Maße : Stacheln bis zum Skelettmittelpunkt bis zu 0,082mm lang; breit, nicht weit vom Zentrum 0,003 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation: 27. Oktober 1902, 350—0 m. 15. Dezember 1902, 350— ni. Farn. Liosphaeridae H. «7 p. 59. Von dieser Radiolarienfamilie mit einfacher oder m c h r f a c h c r k u g 1 i g e r Schale, ohne jede Radialstacheln sind von Haeckel iin Challenger - Report einige Arten beschrieben worden; einige weitere fischte die Deutsche Südpolar-Expedition. PopOFSKY, Radiolarien. 207 6. Cenosphaera globosa n. sp. Taf. XXII, Fig. 2. Schale einfach, kuglig, dickwandig, rauh von kleinen aufsitzenden Spitzchen. Poren alle gleich groß, kreisförmig, jede von einem dünnen nach außen sechsmal konkav ausgeschweiften sechs- seitigen Rahmen umgeben. Die Ecken der Rahmen sind kleine Spitzen, welche die ganze Schale wie mit kleinen Stacheln überziehen. Poren kleiner als die zwischen ihnen liegenden Gitterbalken der Schale. Acht Poren auf einen Quadranten, von der Mitte bis zum Schalenrand gezählt. Maße: Schalendurchmesser 0,09 mm, Durchmesser der Poren 0,005 mm, der Gitterbalken etwas mehr. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, 23. Mai 1902, Winterstation, 0—335 m. Nur ein Exemplar. Die neue Art gehört in das erste Subgenus des Genus Cenosphaera, Haeckels Phormosphaera, in die Nähe von Cenosphaera favosa, die im nördlichen atlantischen Ozean gefangen wurde. Das Skelett ist genau wie bei der ebengenannten gebaut, sie unterscheidet sich aber von dieser dadurch, daß sie nur halb so groß im Schalendurchmesser ist, daß ferner die Gitterbalken bedeutend dünner, die Poren also größer sind und daß mehr (bis 12) Poren auf einen Quadranten entfallen. 7. Cenosphaera solida H. Cenosphaera solida H. 1887, ]). (iö. Schale sehr dickwandig, mit zahlreichen kurzen Stacheln bedeckt, Wandung ein Drittel so dick wie der Schalenradius. Poren regelmäßig, gleich groß, kreisförmig, so breit wie die Gitter- balken, röhrenartig, acht bis zehn auf einen Quadranten. M aß e : Schalendurchmesser 0,2 mm, Durchmesser der Poren 0,02 mm, der Gitterbalken 0,005 mm. Vorkommen : Challenger-Expedition, Stat. 157. Aus 1950 Faden Tiefe. 8. Croniyospliaera antarctica H. Cromyosphaera anlarciica H. 1887, p. 85, (Taf. 30, Fig. 8?). Vier konzentrische kuglige Schalen, welche durch Radialstacheln, die aber nicht über die vierte äußerste Schale hinausragen (?), miteinander verbunden sind. Zwei der Schalen liegen innerhalb der Zentralkapsel (Medullarschalen), zwei außerhalb derselben (Kortikalschalen). Die Radien der vier Kugeln verhalten sich wie 1 : 2 : 5 : 7. Die beiden äußeren Schalen mit unregelmäßig poly- gonal rundlichen Poren; die äußerste mit dünneren Gitterbalken und rauher, dorniger Oberfläche, die innere mit dickeren Balken. Die beiden inneren Schalen mit unregelmäßig rundlichen Poren. Maße : Durchmesser der vier Kugeln 0,18, 0,12, 0,05, 0,025mm. Vorkommen : Challenger - Expedition, in großen Mengen zusammen mit Rhizosphaera antarctica im Diatomeenschlamm der Station 157 (3. März 1874), 1950 Faden tief. Haeckel unterläuft bei dem Figurenhinweis ein kleines Mißgeschick, indem die angewiesene Figur in der Figurenerklärung und auch im Text für eine andere Art Cromyomma perspicuum (H. 87, p. 262) in Anspruch genommen wird. Die Gattungen Cromyosphaera und Cromyomma unterscheiden sich nämlich nur dadurch, daß bei letzteren die Radialstacheln über die äußerste Schale hinaus- ragen. In Wirklichkeit werden sie wohl, trotzdem sie bei Haeckel sehr weit auseinanderstehen, Deutsche Slldpülar-Expedition. X. Zoologie. II. 2S 208 Deutsche Südpolar-Expedition.. zusammengehören, denn auch bei der ohigenAvt Crornyosphaera antarctica heißt es in der Diagnose: „äußerste Schale mit rauher, dorniger Oberfläche", diese Dornen sind meines Erachtens nichts weiter als Entwicklungsstadien der später über die Schale hinausragenden Radialstacheln. Es kommt nur darauf an, was man als Dornen und was man schon als Stacheln bezeichnen will. Charakteristisch für die Künstlichkeit der Einteilung ist es, daß Haeckel dieselbe Figur das eine Mal einem Vertreter der Gattung Cromyopshaera, das andere Mal einer Cromyomtna zuweist. 9. Plegmosphaer.i Icptoplegrnia II. Tiif. XXI, Fig. 2. Pkfpnosphaera leptoplegma H. 1887, p. 89. Schale ein schwammiges Gerüst von verschlungenen durcheinandergewundenen verästelten Skelettbalken. Innen mit einem Hohlraum für die Zentralkapsel. Weder außen noch innen wird dieses Skelettgerüst durch eine Gitterschale abgeschlossen, wie das bei den meisten Plegmosphaera- Arten der Fall ist. Netzwerk ziemlich locker. Radius des kugligen irmeren Hohlraumes halb so groß wie die Dicke der weitschwammigen Schalenwandung. Innerhalb und außerhalb der Wandung rauh, dornig, nicht durch eine Gitterkugel abgeschlossen. Zwischenraum zwischen den Skelett- fäden zehn- bis zwanzigmal so breit als diese selbst. Das Gewirr von Ästen scheint völlig zusammen- zuhängen. Die Zentralkapsel war sehr dunkel und undurchsichtig. Maße: Durchmesser der Schale 0,28 — 0,3 mm, des inneren Hohlraumes 0,088 — 0,09 mm. Vorkommen : Challenger - Expedition, Nord - Atlantik Stat. 253, Oberfläche. Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 21. Juni 1902, 0— 100 m, ferner 25. August 1902, 0— 300 m. 10. Spongoplegma antarcticuin H. Spongoplegma antarclicum H. 87, p. 90. Kortikalschale mit losem, schwammigem Gitterweik und rauher Oberfläche, vier- bis sechsmal so breit als die eingeschlossene einfache Medullarschale. Poren der letzteren regelmäßig kreis- rund, zweimal .so breit als der Gitterbalken. Von ihrer Oberfläche erheben sich zahlreiche (40 bis 50 oder mehr) kurze Radialbalken, welche sich gabeln und durch Verbindung ihrer Seiten- zweige die schwammige Kortikalschale bilden. Maße: Durchmesser der Schwammschale 0,2 bis 0,3, der gegitterten Medullarschale 0,05 — 0,06. Vorkommen : Antarktis in großer Zahl vom „Challenger" gefischt, zusammen mit Cromyos- phaera antarctica. Im Diatomeenschlamm von Stat. 157 (Tiefe 1950 Faden). Farn. Staurosphaeridae il. «7, p. 151. Kugligc Radiolarion mit einer oder mehr konzentrischen kugligen Schalen und vier über die- selben hinausragenden Stacheln, welche ein Kreuz bilden, also in zwei aufeinder senkrechten Achsen stehen. 11. Slaiiracoiitiuin antarcticiini II. Slauraconlnim antarclicum H. 1887, p. Iü5. Drei konzentrische, k u g 1 i g e Gitterschalen, eine davon innerhalb, zwei außerhalb der Zcntral- kapsel. Vier große gleichgestalteto einfache Stacheln, welche ein Kreuz bilden. Kortikal- (äußerste) Schale dünnwandig, glatt. Poren unregelmäßig rundlich, verschieden groß, zwei- bis viermal so PoPOtsKY, Radiolarien. 209 breit wie die Gitterbalken. Die Radien der drei Kugeln verhalten sich wie 1:2:8. Vier Radial- stacbeln konisch, so lang wie der Radius der größten Schale, also nicht über die Schalenoberfläche hinausragend. Maße: Durchmesser der äußersten Schale 0,2 mm, der mittelsten 0,05 mm, der innersten 0,025 mm. Poren der äußersten Schale 0,006 — 0,012 mm breit; Länge der Stacheln 0,1 mm. Vorkommen : Challenger-Expedition, Stat. 157. 1950 Faden tief. Farn. Cubospliaeridae H. 87, p. 169. Kuglige, einzeln lebende Radiolarien mit einer oder mehr konzentrischen Kugelschalen, über diese hinausragend sechs Stacheln in drei aufeinander senkrechten Achsen. 12. Hexalonche regularis n. sp. Taf. XXII, Fig. 3. Zwei konzentrische, kuglige Gitterschalen, eine innerhalb, die andere außerhalb der Zentral- kapsel. Kortikalschale mit zahlreichen Beistacheln besetzt, dickwandig, drei- bis viermal so breit als die MeduUarschale. Poren der Kortikalschale alle gleich groß, kreisrund, von erhabenen, nach den Poren zu kegelförmig abfallenden Krusten hexagonal eingerahmt. Poren ebenso breit wie die sie trennenden Gitterbalken, sechs bis sieben auf einem Radius. Von den Knotenpunkten des er- habenen Maschenwerks erheben sich Beistacheln, die drei- bis viermal so lang sind als die Poren breit. Die sechs Radialstacheln außerhalb der Schale etwa so lang wie der Radius der größten Schale, konisch, zugespitzt, ohne Flügel und Kanten, bis zu zweimal so breit wie der Porendurchmesser. Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0,13 — 0,14 mm, der inneren 0,042 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Fahrt im P]ise, 15. März 1903, 0— 50 m. Diese neue Spezies entspricht etwa Haeckels Hexalonche cristata, unterscheidet sich aber von ihr durch geringere Dimensionen und die nicht dreiflügeligen Radialstacheln. Von Hexa- lonche aspera, die noch den Maßen und der gleichen StachelbeschafEenheit nach in Betracht kommen könnte, ist sie durch die hexagonale Umrahmung der dicken Schalenwand deutlich zu scheiden. 13. Hexalonche iiiinuta n. sp. Tai. XX, Fig. 5, Taf. XXI, Fig. 5. Zwei konzentrische kugUge Gitterschalen, die eine innerhalb, die andere außerhalb der Zentral- kapsel. Äußere Schale dünn mit unregelmäßig rundhchen, verschieden großen Poren, Durchmesser doppelt so groß als der der inneren Gifcterschale. Poren ein- bis viermal so breit wie die sie trennen- den Gitterbalken. Beschaffenheit der inneren Schale war nicht festzustellen. Beide Schalen durch dünne Radialbalken verbunden, welche außerhalb der Gitterschalen zu sechs dreieckig bis drei- flügUg pyramidalen Stacheln werden, die verhältnismäßig lang und in den äußeren zwei Dritteln sehr dünn, nadeiförmig sind. Bei einem Individuum war die Oberfläche der äußersten Schale glatt (Taf. XX, Fig. 5), bei einem anderen zeigte sie unregelmäßig verteilte kurze, zahnartige Dornen (Taf. XXI, Fig. 5). Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0,045—0,05 mm, der inneren 0,02 mm. Länge der Stacheln 0,08 mm. 28* 210 - Deutsche Südpolar-Expedition. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. Juli 1902. — 385 m. Diese Art ist in die Nähe von Hexalonche aristarchi H. zu stellen, unterscheidet sich aber von ihr durch die Stachelform und den nur halb so großen Durchmesser der äußersten Schale. Sie ist überhaupt die kleinste aller bekannten Hexalonche-Arten. Die Dornen auf der Kortikalschale bei dem einen Individuum würden allerdings dazu berechtigen (nach Haeckel), diese Form als Art abzu- trennen und dem Subgenus Hexalonchetta zuzuweisen, wo die Schalenoberfläche mit Beistacheln überzogen ist. Meines Erachtens gehören sie aber sicher zusammen, vielleicht, daß die Form ohne Stacheln als Entwicklungsstadium zu der stachelbesetzten anzusehen ist. 11. Hexacontium hexacoiiicuin H. Hexacontium hexaconicum H. 1887, p. 196. Drei konzentrische kuglige Schalen, zwei innerhalb, eine außerhalb der Zentralkapsel. Kortikal- schale (äußere) dickwandig, bedornt; Poren regelmäßig, gleich groß, kreisrund, so breit wie die Gitteräste, zehn bis zwölf auf einem Radius, zwischen ihnen lange nadeiförmige Beistacheln, halb so lang wie die sechs Hauptstacheln. Die Radien der drei Kugeln verhalten sich wie 1:3:9. Sechs Radialstacheln konisch, so lang wie der Radius der äußeren Schale, an der Basis viermal so breit wie eine Pore. Maße : Durchmesser der äußersten Schale 0,18mm, der mittelsten 0,06mm, der innersten 0,02 mm. Kortikalporen und -balken 0,005 mm. Stacheln lang 0,1 mm, basal breit 0,02 mm. Vorkommen : Challenger-Expedition, Station 157, 1950 Faden tief. 15. Hexacontium antarcticuni II. Ilexaconlium antarclicum H. 1887, p. 197. Drei kuglige konzentrische Gitterschalen. Kortikalschale dünnwandig glatt mit unregelmäßig rundlichen Poren, acht bis zehn auf einem Radius, zwey- bis viermal so breit wie die Gitterbalken. Die Radien der drei Kugeln verhalten sich wie 1:3:9- Die beiden Medullarschalen mit kleineren, unregelmäßig rundlichen Poren. Die sechs Stacheln konisch, pyramidal am Grunde, so lang wie der Radius, so breit wie eine große Pore. Maße: Durchmesser der äußersten Schale 0,18 mm, der mittelsten 0,06 mm, der innersten 0,02 mm. Kortikalporen 0,006 — 0,012 mm, -balken 0,003 mm. Stacheln lang 0,1 mm, basal breit 0,012 mm. Vorkommen : Challenger-Expedition, Station 157, 1950 Faden tief. Bei Angabe der Stachelbreite nennt Haeckel 0,12 mm, was offenbar ein Druckfehler und oben berichtigt ist (0,012 mm). Bei Vergleich der letzten Art mit der vorhergehenden fällt die auffällige Übereinstimmung beider in den Maßen und sonstigen Merkmalen auf. Sie unterscheiden sich nur darin, daß die letzte Art ungleich große Poren und keine Beistacheln besitzt. Das erste Merkmal ist ein fließendes, wie ich bei vielen Radiolarien feststellen konnte, oft sind bei derselben Spezies die Poren alle gleichartig und gleich groß, oft verschieden. Ein Grund nu^hr, die Haeckel- sche Einteilung vieler Gattungen in Subgenera, welche teilweise hierauf basiert., anzufechten. Der zweite Unterschied wurde schon bei Hexalonche minitfd als nicht bedeutend hervorgehoben, da Formen ohne Beistacheln, bei sonstiger Übereinstimmung, sicher wohl als Entwicklungsstadien von Arten mit Beistacheln anzusehen sind. Bei diesen beiden HAKCKELschen .\rten ist das eben Gesagte PoPOFSKY, Radiolarien. 211 um SO wahrscheinlicher, als sie von derselben Station aus demselben Fang stammen, sie werden also zu einer Axt zusammenzufassen sein und zwar unter dem Namen, welchen das vollständig entwickelte Tier trägt, Hexacontium hexaconicum H. Farn. Astrospliaeridae H. 1887 p. 206. Einzeln lebende, kuglige Radiolarien mit einer oder mehr konzentrischen, kugUgen Schalen, über welche zahlreiche (mehr als sechs) Radialstacheln herausragen. 16. Acanthosphaera fasca n. sp. Taf. XXI, Fig. 3. Eine kuglige Schale aus sehr dünnen, regelmäßig sechseckige Maschen bildenden Gitter- ästen aufgebaut. Alle Poren gleich groß. Auf allen Knotenpunkten des Maschenwerks erheben sich nadeiförmige, dünne, radial gestellte Stacheln, halb so lang wie der Schalenradius. Acht bis zehn Maschen auf einem Durchmesser. Der in Formol konservierte Weichkörper zeigte gelbliche Färbung in der Zentralkapsel, das Zentrum derselben war dunkler oder heller braun gefärbt. Poren 15 bis 20 mal so breit wie die zierlichen Skelettbalken. Maße : Durchmesser der Schale 0,12 — 0,13mm, Stacheln lang 0,04mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 23. März 1903, — 200m, 6 Exemplare. Die Zeichnung ist nach einem zertrümmerten Exemplar gefertigt, da das zierliche Skelett äußerst spröde und selten heil ist. Zur Beobachtung gelangten ferner Radiolarien, deren Weich- körper genau denselben Bau, dieselbe Größe hatte und in Formol konserviert gelblich, innen braun gefärbt war. Ein Skelett war noch nicht vorhanden. Wahrscheinlich sind das Entwicklungsstadien der vorstehenden Art, zumal solche Individuen ohne Skelett sich auch in dem Fang vorfanden, in dem Acanthosphaera fusca gefischt wurde. 17. Acanthosphaera glohosa n. sp. Taf. XXI, Fis. 4. Eine einfache kuglige Schale aus strichdünnen, regelmäßige Sechsecke bildenden Maschen bestehend. Alle Poren gleich groß und gleich gestaltet. Auf allen Knotenpunkten des zierlichen Gerüstes erheben sich dünne radiale Stacheln, etwa so lang, wie der Schalenradi iis. Fünf bis sieben Maschen auf einem Viertelkreis. Maße: Durchmesser der Schale 0,085 mm, der Poren 0,01 mm. Länge der Stacheln 0,04 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Antarktis, Winterstation 22. Juli 1902, — 385 m, 1 Exemplar. Die Zeichnung (Taf. XXI, Fig. 4) ist nach einem zertrümmerten Individuum angefertigt, da das zierliche Skelett wie das der vorhergehenden Art äußerst leicht zerbrechlich ist. Von der eben genannten, mit der sie große Ähnlichkeit hat, unterscheidet sich die Acanthosphaera globosa durch den um ein Drittel geringeren Schalendurchmesser und die längeren Stacheln, auch war im Weichkörper kein Pigment vorhanden, trotz der gleichen Konservierungsweise. Von Acanthosphaera fortispina H. der sie auch nahesteht, unterscheidet sie sich dadurch, daß alle Knotenpunkte Stacheln tragen, welche bei weitem nicht so dick sind, wie dort, und daß ferner mehr Maschen auf einen Viertelkreis entfallen. 2 1 2 Deutsche Südpolar-Expedition. 18. Acanthosplmera antarctica H. Acanihosphaera anlardka IL 1887, p. 214. Eine kuglige, dickwandige Schale mit unregelmäßigen, rundlichen Poren, ungefähr so breit wie die Gitteräste. Radialstacheln erheben sich von allen Knotenpunkten des Netzwerks. Sie sind konisch am Grunde und halb so lang als der Schalenradius. Maße: Durchmesser der Schale 0,15 mm, der Poren und Gitteräste 0,005—0,008 mm. Länge der Stacheln 0,04 mm. Vorkommen: Challenger-Expedition, Station 157, 1950 Faden tief. Diese Art unterscheidet sich von den vorhergehenden diirch das robustere Skelett, die kleineren vmd nicht regelmäßig sechseckigen Poren. 19. Cladococcus antarcticiis H. Cladococcm anlardicus H. 1887, p. 225. Eine kuglige Gitterschale, auf derselben vierzig bis fünfzig mit Nebenästen versehene Radial- stacheln. Letztere kantig, gebogen, von variabler Größe und Gestalt, mit drei bis neun unregel- mäßigen, einfachen, plump gebogenen Seitenästen. Stachelstamm nicht gespalten oder verzweigt. Poren der Schale unregelmäßig polygonal, zwei- bis viermal so breit wie die Gitteräste, fünf bis sechs auf einem Viertelkreis. Maße: Schalendurchmesser 0,14 mm, Poren 0,01 — 0,02 mm, Gitterbalken 0,05 mm. Länge der Stacheln 0,1— 0,18 mm. Breite 0,007 mm. Vorkommen: Challenger-Expedition, Station 157, 1950 Faden tief. 20. Cladococcus pinetiiin II. Taf. XXII, Fig. 1. Cladococcus pinetiim H. 18^7, p. 226, Taf. 27, Fig. 1. Eine kuglige Schale, darauf etwa zwanzig mit reichverzweigten Seitenästen versehene Radial- stacheln. Poren regelmäßig, kreisrund, polygonal, erhaben gerahmt, ungefähr so breit wie die Gitter- balken, zwei bis drei auf einem Viertelkreis. Die zwanzig Radialstacheln kräftig und groß, zwei- bis viermal so lang wie der Schalendurchmesser. Wie ein Tannenbaum verzweigt, mit einem geraden kräftigen dreiseitUch prismatischen Stamm, die drei hervorragenden Kanten unregelmäßig gezähnt, die Zähne, von denen immer drei in gleicher Höhe stehen, gehen allmählich in kräftige Seitenzweige über, die wieder reich und, namenthch die mittelsten, sehr fein verzweigt sind. Die äußersten Seiten- äste bilden dann wieder Zähne. Auf jeder Kante können so bis 10 Seitenäste an einem Stachel stehen. Die feinsten Verzweigungen der Äste der mittleren Stachelpartie bilden ein dichtes filziges Gewirr. Stacheln nach der Mitte zu an Breite zunehmend, gegen die Enden zugespitzt. Maße: Durchmesser der Gitterschale 0,06 mm, der Poren und Gitterbalken 0,008 mm. Länge der Stacheln 0,2—0,25 mm. Vorkommen: Challenger-Expedition, Zentralpazifischer Ozean, Station 266 — 274, Ober- fläche. Deutsche Südpolar-Expedition, am Rand des Festlandeises 15. März 1903, 0— 300 m. Die Figur Taf. XXII, Fig. 1 ist nach dem von der Deutschen Südpolar-Expedition in den antarktischen Gewässern gefangenen Individuum entworfen worden. Leider war dasselbe sehr zertrümmert, namentlich die zentrale Gittorschale, so daß über deren Beschaffenheit nichts aus- PopOFSKY, Radiolarien. 213 zumachen war; mögliclierweise ist die Gitterscliale auch abweichend gebaut von der, wie sie Haeckel für Cladococcus pinetum angibt. Ich hätte dann eine neue Art der HAECKELschen untergeschoben. Die Stacheln stimmen aber mit denen der HAECKELschen Art vöUig überein. 21. Cladococcus arbustus n. sp. var. longispiiia u. var. Taf. XXIII, Fig. 1, 2. Eine kughge Schale, darauf etwa achtzehn bis zwanzig Stacheln mit verzweigten Seiten- ästen. Gitterschale aus sehr dünnen zierlichen Gitterästen, welche regelmäßige, gleich große Sechs- ecke bilden, drei bis vier solcher Sechsecke auf einem Viertelkreis. Stacheln im unteren Drittel dünn, äußere zwei Drittel bedeutend schwertförmig verbreitet. Stacheln oft leicht S-förmig gebogen, im unteren Teil dreikantig, im oberen dreiflüghg mit ziemlich breiten Flügeln, gegen das distale Ende allmählich zugespitzt. Die drei Kanten tragen in drei verschiedenen Höhen der unteren Stachel- hälfte drei Quirle von je drei Seitenästen, von denen die äußersten am reichsten verzweigt sind, daher das Gewirr von feinen ineinandergefilzten Ästen, welches die Gitterschale wie eine Kugel- schale umgibt, am dichtesten in der Höhe des dritten Quirles ist, von der Gitterschale aus gerechnet. Dieses dichte Gewirr bildet also eine zweite Kugelhülle. Über dem dritten Quirl folgen an dem ungespaltenen Stachelstamm keine Seitenäste mehr. Die Flügel verlaufen nicht geradlinig, sondern gewunden von dem Stachelgrund zur Spitze (Taf. XXIII, Fig, 1). Maße: Durchmesser der Gitterkugel 0,073 mm. Länge der Stacheln 0,23 mm, Breite der Poren 0,015 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar - Expedition , an der Packeisgrenze, 23. März 1903, 0— 300 m, 1 Individuum; 15. März 1903, 0— 300 m, 4 Exemplare. 23. var. brevispiiia n. var. Taf. XXII, Fig. 3. Gitterschale genau wie bei der vorhergehenden. Stacheln etwa 20 sehr dünn und zart, nicht verbreitert, dreikantig. Auf den drei Kanten drei bis vier Quirle von je drei feinverästelten Seiten- zweigen. Äußeres Stachelende einfach zugespitzt, nicht breit geflügelt. Stacheln nur halb so lang wie bei der vorhergehenden Varietät. Maße: Gitterschalendurchmesser 0.07 mm. Länge der Stacheln 0,13 umi, Poren breit 0,015mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. August 1902, 0—300 m, 1 Exemplar. An der Grenze des Packeises 15. März 1903, 0—300 m, 2 Individuen. Die genau gleiche Ausbildung der Gitterschale und die ähnliche Verzweigung der Stacheln in beiden Varietäten bezeugen wohl, daß die beiden Formen einer Art angehören, doch war der Unterschied in der Ausbildung des äußeren Stachelteiles imd seiner Länge bei sämtlichen acht beobachteten Cladococcus arbustus so auffallend, daß dieser ,, Dimorphismus" in der Trennung in zwei Varietäten zum Ausdruck kommen mußte. Überleitungen von der einen zur anderen Eoim, die wohl sicher existieren, habe ich bisher noch nicht festgestellt. 23. Cladococcus deiidrites H. Claäococms dendriles H. 1887, p. 227, Taf. 27, Fig. 5. Eine kughge Gitterschale mit fünfzig bis achtzig Radialstacheln. Poren der Gitterschale unregelmäßig, rundHch, mit gezähntem Rand, zwei- bis viermal so breit wie die Gitterbalken, acht 214 Deutsche Südpolar-Expedition. bis zwölf auf einem Viertelkreis. Radialstacheln dreiseitlicli prismatisch, mit zierlich gezähnten Kanten; in den proximalen zwei Dritteln einfach, unverästelt, im distalen Drittel mit einem Busch von zehn bis zwanzig kurzen, einfachen, unverzweigten, aber gezähnten Seitenästen (drei bis sieben, dicht aufeinanderfolgend an jeder Stachelkante). Maße: Schalendurchraesser 0,16— 0,2 mm, Poren 0,006— 0,012 mm, Gitterbalken 0,003. Länge der Stacheln 0,2 — 0,3 mm. Breite 0,01 mm. Vorkommen: Challenger-Expedition, Station 157, 1950 Faden tief. 24. Cladococous aquaticns n. sp. Taf. XXIII, Fig. 3, 4. Eine unregelmäßig kuglige Schale mit zwanzig bis dreißig Stacheln. Poren der Schale unregelmäßig, rundlich, äußerst verschieden an Größe, ein- bis zehnmal so breit wie die Gitteräste. Stacheln zuerst dünn, später dicker, dreikantig, kaum so lang wie der Durchmesser der Schale. Im Abstände des Radius von der Schale, also an allen Stacheln etwa in gleicher Höhe, auf jeder Kante ein sich dichotom verzweigender Seitenast. Mehr als ein Quirl von Seitenästen an einem Stachel nicht vorhanden. Die Verzweigungen verschiedener Stacheln scheinen sich des öfteren zutreffen und zu verschmelzen, so daß eine unregelmäßige, unebene zweite Gitterschale undeutlich gebildet er- scheint. Im Innern der ersten Gitterschale schien es mir, als ob Skelettfäden sich auch dort hindurch- ziehen, so daß auch die erste Gitterschale nicht nur von einer einheitlichen Kugelfläche gebildet wird. Maße: Schalendurchmesser 0,12 mm. Abstand der Seitenäste von der Gitterschale 0,06 mm, Länge der Stacheln 0,10 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 4. April 1902, 0— 300 m; Grenze des Packeises 15. und 23. März 1903, 0— 300 m; je 1 Exemplar. Fig. XXIII, Taf. 4 stellt ein jüngeres, in Entwicklung begriffenes Exemplar mit sehr dünnen Stacheln dar. Die Art erinnert an Cladococcus antarctieus H., weicht aber durch die nicht einheitliche Gitterschale, geringere Dimensionen, größere Unregelmäßigkeit in den Poren und den reich ver- zweigten, teilweise verschmelzenden Seitenästen von ihr erheblich ab. Es ist jedoch möglich, daß sie nur eine Entwicklungsform eines Cladococcus darstellt, dessen Stacheln bedeutend länger und noch reichlicher mit Seitenästen besetzt werden; darauf deutet hin, daß die Stachelenden einen durchaus unfertigen Eindruck machen. 25. Halioiiinia fnvosuin II. Tat. XXIV, Fig. 3. Haliomma favosum II. 1887, p. 231. Zwei konzentrische, kuglige Schal(>n . Tetracaiitlius siinplcx. Jm-. 4. Vier Stacheln von einem Punkte ausstrahlend, gleich lang und gleich gestaltet. Querschnitt kreisrund. Gestalt der Stacheln walzenförmig, der ganzen Länge nach etwa gleich breit, an den Fig. 3. lithacanthus margarethae Pop. PoPOFSKY, Eadiolarien. 237 Fig. 4. Tetracanthus simplex Pop. Enden konisch zugespitzt. Die ganze Oberfläclie der Stacheln in unregelmäßigen Abständen mit kleinen schlanken spitzen Dornen besetzt. An den Stachelspitzen stehen die Dornen dichter, nach der Mitte zu weniger dicht. Stacheln nicht ganz gerade, sondern ein klein wenig gebogen. Maße: Länge der Stacheln etwa 0,11 mm, mittlere Breite ohne Dornen 0,006 mm. Dornen lang bis zu 0,003 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar - Expedition, Winterstation 23. Mai 1902, 365— m (ein Exemplar). Legion Acantharia. lliiterordmiiis^ Ac.aiitlioinetrcii. Kürzlich hat Mielck (1906) eine Anzahl von Vor- schlägen gemacht, gestützt auf Untersuchungen an pazifi- schen Acanthometren, die hier kurz einer Besprechung unterzogen werden sollen, soweit sie für die Anordnung der wenigen Acanthometriden, welche in den antarktischen Gewässern angetroffen wurden, in Betracht kommen. Er schlägt vor, das Genus Acanthochiasma und die Familie Rosettidae, die nunmehr nur noch die Gattung Trizona umfaßt, weil ihre Stachelstellung sich auf das MÜLLERsche Gesetz zurück- führen läßt, aus der Ordnung Actinelia zu entfernen und der zweiten Ordnung Acanthonida ein- zuordnen. Ich bin mit diesem Vorschlage durchaus einverstanden, vor allem seit ich mich über- zeugt habe, das die beiden Vertreter des Genus Rosetta Entwicklungsstadien einer Hexalaspidae sind. Daß die Acanthochiasmiden von ihm zu derselben Klassifikationsstufe erhoben werden sollen wie die Acanthoniden und Acanthophrakten, erscheint mir nicht berechtigt. Ich habe (1906 a, p. 348, Fig. 4, 5 a, b) gezeigt, wie aus den Radialstacheln Diametralstacheln bei Acanthochiasma Krohnii imd A. ruhescens entstehen, ein Hinweis mehr, welcher sie in innige Beziehung bringt zu der Gattung Acanthometron Die Diametralstacheln werden nämlich nicht als solche angelegt, sondern als Radialstacheln, die erst später zentral verbunden werden, ähnlich wie etwa bei vielen Acanthometren um die zentralen Stachelpyramiden später Skelettmasse zur Festigung abgeschieden wird. Letztere Erscheinung, die von Haeckel noch ausgiebig zu systematischen Zwecken benutzt wurde, ist für eine Klassifizierung belanglos. Der Bildung der Diametralstacheln habe ich einen höheren Wert eingeräumt; die eben angeführten Betrachtungen zeigen jedoch, daß man in ilir wohl nur Gattungsmerkmale sehen kann, höher möchte ich mich nicht versteigen. Die Trennung zwischen Acanthoniden und Acanthophrakten scheint Mielck nicht streng durchführbar, er meint: ,,Eine scharfe Trennung ist zwischen beiden nicht einzuhalten, denn nach dem Grundbau des Skeletts wären manche Gruppen der Acanthophrakten den einzelnen Acantho- niden-Familien zwischenzuordnen. Ich bin jedoch nach Abschluß meiner Arbeit über die Acantho- phrakten der Plankton-Expedition zu dem Resultat gekommen, daß die Scheidung beider durchaus berechtigt ist. Außer im Skelett besteht ja auch ein Unterschied in der Lagerung der Zooxanthellen. 238 Deutsche Südpolar-Expediüon. Daß viele, ja wie ich annehme, alle Acanthophrakten Acanthometrenstadien durchlaufen, ist von mir stets betont worden, ein Zeichen, daß letztere die phylogenetisch älteren sein werden. Ferner zeigt sich immer mehr, daß die Acanthometren, welche Stachelanhänge besitzen und wirklich Acanthometren, nicht Entwicklungsstadien von Acanthoplirakten sind, immer weniger werden, daß also phylogenetische Uberleiter nur in ganz geringer Zahl vorhanden sind. Um dieser wenigen Überleitenden willen, die vielleicht noch übrig bleiben (vielleicht bleiben außer Zygacantha diodon überhaupt keine) die deutliche Trennung in die beiden Hauptgruppen fallen zu lassen, glaube ich nicht annehmen zu können. Es ist ja mit unserer sogenannten natürüchen Systematik eine eigen- artige Sache. Da objektive Befunde von verschiedenen Beobachtern verschiedene Bewertung erfahren, so wird diese auch stets in der Systematik der Protozoen, wie ich schon anderweitig nach Hertvvig zitierte, eine große Rolle spielen. Merkmale, die auch bei eingehender Untersuchung als trennende hingestellt werden, erweisen sich bei Material aus anderen Gebieten als überleitende. Je tiefer man in die Gestaltung der kleinen Wesen eindringt, desto mehr schwinden trennende Schranken, so daß man zu der Einsicht kommt: ,, Alles fließt". Gerade bei den Radiolarien stehen wir auf einem Boden, der für die Abstammungslehre zu einem fruchtbaren Gebiet werden wird. Haeckel kam bei seinen Radiolarien- Studien zu derselben Ansicht und äußerte sich darüber Chal- lenger-Report Vol. XVIII, p. II, folgendermaßen: ,,As a believer in the theory of descent, I regard all systematic arrangements of specialists as artificial, and all their divisions as subjective abstrac- tions, and hence I will be guided in the establishment of such groups as subclasses, legions, Orders etc., by purely practical considerations, especially by the desire to give as ready a survey as possible of the complex multitude of forms." Auf die weiten Einzelheiten der Arbeit von Mielck, in der vorläufig nur Andeutungen gegeben werden, gehe ich hier nicht weiter ein. Daß er die Litliolophus-Ütadwn bildenden Acanthonia in diesem Genus belassen, die anderen Acanthometren mit im Querschnitte viereckigen Stacheln aus ihm entfernen will, halte ich für durchaus berechtigt, nur würde ich sie nicht zu Acanthometron oder Zygacantha stellen, wie er es beabsichtigt, sondern in ein besonderes Genus, denn ich habe solche gesehen, wo keinerlei Abplattung der Stacheln erkenntlich war und alle vier Stachelkanten sich durchaus gleichartig ausgebildet zeigten (z. B. alle gezähnt). Da der Stachelquerschnitt von Mielck in eine innigere Beziehung gebraclit wird zur Stachel- basis und ihren Anhängen, so wird sich wohl manch(>s im einzelnen besser als bislier gruppieren lassen, da aber seine ausführliche Arbeit noch ausstellt, so werde ich im folgenden nach dem von mir aufgestellten System gruppieren. Bei einem Vergleich der antarktischen Acanthometriden in faunistischcr Hinsicht fällt eine auffallende Übereinstimmung der Arten mit den Acanthometriden in iiordisclicn Gewässern auf. ich ^ehe hier auf die faunistischen Daten noch einmal nülicr ein, da gerade die Acanthometren die in dieser Beziehung am besten untersuchte Radiolariengruppe bilden und die Einzelheiten in der zusammenfassenden faunistischen Übersicht aller antarktischen Radiolarien zu Anfang dieser Arbeit nicht so drutlich hervortreten. Nach den bisherigen svstematischcn und taunistisrlicn Ar- beiten (einige iluich die neuerliche Untersuchung notwendig werdende systematische Änderungen werden weiter hinten liiei' mitgeteilt) selie icli folgende Arten als in nilrdliehen Gewässern peren- nierend an: PopOFSKY, Radiolarien. 239 1. Acanthochiasma Krohnii. 2. Acanthochiasma fusiformet 3. Acanthometron pellucidum. 4. Zygacantha septentrionaUs"! 5. Zygacanthidiwm echinoides ( = Phyllostaurus heterobolus Jörg).. 6. Zygacanthidium pallidum. 7. Acanthonia tetracopa ( = A, abcisa, A. ligurina). 8. Cruciforma N ordgaardit In den antarktischen Gewässern wurden von der Deutschen Südpolar- Expedition folgende Acanthometriden gefangen : 1. Podactinelius sessilis. 2. Acanthochiasma Krohnii. 3. Acanthometron pellucidum. 4. Zygacanthidium echinoides. 5. Zygacanthidium pallidum. 6. Acanthonia tetracopa. 7. Acanthonia rhipidia. Von Haeckel wurde noch eine sehr seltene Art Zygacantha prismatica aus diesem Gebiet be- schrieben. Scheidet man unter den nordischen Acanthometriden die mit einem Fragezeichen versehenen Arten aus — vielleicht nur Gäste in jenen Gewässern, welche auf Rechnung des warmen, weit nach Norden vordringenden Golfstromes zu setzen sind und nach südlichen Kühlwässern nicht ein- geführt werden können, weil es dort an einer dem Golfstrom entsprechend weit nach Süden vor- dringenden warmen Meeresströmung fehlt — , so findet man, abgesehen von Podactinelius sessilis und Acanthonia rhipidia genau dieselben fünf Arten von Acanthometriden in beiden Kalt- wassergebieten nämlich: 1. Acanthochiasma Krohnii. 2. Acanthometron pellucidum. 3. Zygacanthidium echinoides. 4. Zygacanthidium pallidum. 5. Acanthonia tetracopa. Was jene beiden Arten anbetrifft, so wird wohl Podactinelius sessilis für das südliche Kalt- wassergebiet charakteristisch sein, wogegen ich von Acanthonia rhipidia aus der sonstigen weiten Verbreitung schließe, daß sie auch in den nordischen Meeren noch gefunden werden wird. Die genannten fünf Arten sind (wie die Acanthometriden überhaupt) Oberflächenorganismen und auch in den warmen Meeresgebieten durchgängig relativ häufige Arten. Das Vorkommen in beiden, dem nördlichen sowohl wie dem südlichen Kühl- und Kaltwassergebiet, ist darauf zurück- zuführen, daß jene Arten eurytherme sind, was von der großen Mehrzahl aller übrigen Acantho- metriden nicht gilt; diese sind, wie ich (1904) aus ihrer Verbreitung schloß, als wärmebedürftige Organismen anzusehen. Deutsehe Slldpolar-Expeditiou. X. Zoologie II. ö-^ 240 Deutsche Südpolar-Expedition. Eine von Haeckel aus den antarktischen Gewässern beschriebene Art Zygacantha prismatica wurde bei der Betrachtung außer Spiel gelassen, da sie eine auch in anderen Meeren äußerst selten auftretende Art ist. Systematische Änderungen, die auf Grund der vorliegenden Untersuchung notwendig geworden sind, werden bei den einzelnen Arten erwähnt. Bemerkenswert ist vielleicht noch eine Stachel- eigentümlichkeit bei Acanthonia rhipidia, die auch bei A. tetracopa gefunden wird. Einzelne Stacheln können oft der Länge nach auf- spalten. Ihre Enden zeigen nicht selten keinen gradlinigen Verlauf, sondern weisen unregelmäßig begrenzte flammenartig gekrümmte Enden auf (Textfig. 5). Bei einigen Stacheln eines Exemplares von Acanthonia rhipidia wollte es mir scheinen, als ob in einem hohlen Raum, der zwischen den inneren Teilen der vier Flügel lag, körniges Protoplasma eingeschlossen war (Textfig. 5 a). Da die Expedition fast ein Jahr lang an der Winterstation im Eise ihre Fänge gemacht hat und über ein Jahr im Kaltwassergebiet tätig gewesen ist, so läßt sich auch einiges, wenn auch immerhin noch der Ergänzung bedürftig, über das zeitliche Auftreten der Acantho- metriden aussagen, was am besten folgende Tabelle veranschaulicht Fig. .'). Ende eines Stachels von Acanthonia rhipidia. .s.io. Vom selben In- dividuum wio Fig. 5 a. 1. Acanthochiasma Krohnii. . . . 2. Ac(inth(imrtn>n pelhtcidiDH . . 3. Ziigiicdnthiiliwn echiiioiiJes . . 4. Xi/jjiicdtitliidiiim palUänm . . . 5. AcaiUhuiiia tetraropa 6. AcantJwuia rhipidia 1902 +-t- ■5-3 o y. -+- 1903 b- -f-+ ■+■ ++ In der Tabelle ist das Vorkommen der betreffenden Acanthometriden durch ein Kreuz bezeichnet, wenn in dem Monat unter 10 Individuen gefangen wurden, zwei Kreuze besagen, daß 10 — 30, drei Kreuze, daß mehr als 30 ge- fischt sind. Aus der Tabelle gelit nun doutlicli hervor, daß in den ersten beiden Monaten beider Jahre, im Januar bis März, die Zahl der Arten sowohl wie der Individmu am größten ist, in den dazwischen liegenden Monaten, April bis Dezember, wurden Acanthometriden selten gefunden und zwar nur Acanthonia tetracopa und Zijija- canthidium pallidum. Ich glaube dieses auffällige Zunehmen an Arten und Individuen in den Monaten Januar bis März auf eine von wärmeren nördlicheren und daher artenreicheren Gegenden zuströmende Wasserwelle setzen zu müssen. Ahnliclie Verliältnisso sind nämlich aucli für die noch wärmebedürftigeren Acanthophrakten festzustellen. Ich lasse nun die in antarktischen Gewässern bisher gefundenen Acanthometren folgen. Flg. .'la. Ein Stachelteil von Acanthonia rhipidia, in dessen Innern anscheinend körnige Plasma- substanz einge- schlossen ist. Stacbelkanlen wellig. ■- 330. PopoFSKY, Radiolarien. 241 Farn. Astrolopliidae (Pop. 1904, p. 47). 30 — 200 und mehr Radialstacheln, gleich (Actinelius) oder verschieden lang (Astrolophus) oder mit sonst gleich langen Stacheln und einem aus einer Anzahl bedeutend längerer Stacheln be- stehendem Stiel (Podactinelius), mit dem sie fest sitzen. Von der letztgenannten von Schröder nach dem Material der Deutschen Südpolar-Expedition aufgestellten neuen Gattung ist ein Vertreter bisher bekannt. 57. Podactinelius sessilis Schröder. Podactinelius sessilis Schröder 1906, p. 3(59. Podactinelius sessilis Schröder 1907, p. 227. Betreffs Beschreibung und Abbildung verweise ich auf die zitierten Arbeiten von Schröder, vor allem auf die Ergebnisse der Deutschen Südpolar-Expedition, Zoologie, Bd. IX, p. 227. Es will mir scheinen, als ob die von Haeckel beschriebenen Actinelius-Arten nicht nur phylo- genetisch sondern auch ontogenetisch mit Podactinelius in Verbindung zu bringen sind, indem sie zum Teil Jugendstadien von, als solche noch nicht bekannten, gestielten Acanthometriden dar- stellen, denen der Stiel noch fehlt. Schröder hat solche Stadien für seine neue Art festgestellt. Möglicherweise ist der eine lange und breite Hauptstachel bei zwei von mir früher be- schriebenen Acanthometriden, Acanthonia (Amphüonche) variabilis und Acanthonia [Amfhilonche) biformis, als ein Gebilde anzusehen, das zu einem hier aber massiven Stiel auswächst, mit dem sich die Acanthometride festzusetzen vermag. Farn. Acanthocliiasmidae (Poi-. 1004, p. 50). 10 oder IG Diametralstacheln, welche die Zentralkapsel zweimal durchbohren. 58. Acanthocliiasma Kroliuii II. Aninlhochiüfimi Kroliiui U. 1S()2 p. 403, 'l'jif. XIX, Fig. 7. Acanthoeliidfima Kivlinu K. Hektwiü LSTO Taf. II, Fig. 6. AcanthocJiiasma Krohnii H. 1887, p. 739. Äcanlhochiasma Krohnii Pop. 1904, p. bl. Stacheln nadeiförmig, zylindrisch, sehr dünn und lang, der ganzen Länge nach von gleicher Breite. Zentralkapsel farblos, gelblichweiß, durchscheinend. Körnchen des Protoplasma farblos. Stacheln elastisch. Maße: Diametralstacheln lang bis 1,0 mm, breit 0,001 — 0,002. Vorkommen: In allen wärmeren Meeren, auch als Gast im nördlichen Kühlwasser. Deutsche Südpolar-Expedition, Winter- Station 30. März 1902 (10). Farn. Acanthometridae (l\>v. li)04, p. 59). 20 Stacheln nach dem MÜLi.ERschen Gesetz gestellt. Stacheln im Querschnitte alle rund, ohne gegitterte plattenförmige Anhänge. 59. Acanthoiiietron pelluciduin J. M. Acanthomeira pellucida J. M. 1858, p. 47, Tai. IX, Fig. 1—4. Acanthometra yellucida = A. elastica H. 1862, p. 376, 378, Taf. XVIII, Fig. 1, Taf. XV, Fig. 1. 32* 242 Deutsche Siidpolar-Expedition. Äcanlhmnrlm elaslka R. Hertwig 1879, Tiif. I, Fig. 2, 2a, 2b. Acanlhomelron elaslüum = A. pelhwidum H. 1887, p. 742, 744. Acanthomelron fellucidiim \\\v. ]iHl4 1), p. (iO, 'l";il'. I, Fifj. 1. Stacheln zylindrisch dünn, lang, elastisch, gleich breit der ganzen Länge nach. Weichkörper kiiglig, durchsichtig. Maße: Stacheln bis zu 0,5 mm und mehr lang, 0,001 — 0,003 mm breit. Vorkommen : Nicht sehr häufig in allen wärmeren Meeren, In nordischen Gewässern: Westküste von Grönland (Vanhöffen), Spitzbergen (Cleve), Murmanküste (Linko). Deutsche Süd- polar-Expedition, Winterstation, nur in einem Fang vom 15. März 1902, 200 — m (?) 17 Individuen. Farn. Zygacanthidae (Pop. 1904, p. 69). 20 Radialstacheln nach dem MÜLLERschen Gesetz gestellt. Alle Stacheln komprimiert, im Querschnitt mit einer größeren und einer kleineren Achse, elliptisch. \A^eichkörper kugel- oder polsterförmig. (>0. Zjgacautlia prismatica (ll.)- Acnnlhiitiid jirismalira II 1887, p. 749. Aeimlhmiia prismalica Vuv. 1904, [). 85. Zygacmitha prismalica I'op. 19ü() a, p. 366, Taf. 15, Fig. 25. Stacheln komprimiert, vierkantig vom Stachelgrund bis zur einfachen Spitze, im Querschnitt rhombisch. Alle vier Kanten deutlich, oftmals mit wellenförmiger Begrenzung. Alle Stacheln im Innern verschmolzen, eine kleine Kugel bildend. Maße: Stacheln lang 0,1— 0,16 mm, breit 0,005— 0,008 mm. Vorkommen: Challenger-E.Kpedition, Station 154, Oberfläche. Es besteht der Verdacht, daß diese Spezies statt der 20 Radialstacheln 10 durch die innere Kugel gehende Diametralstacheln besitzt, also vielleicht in das Genus Acanthochiasma zu stellen ist (vgl. Top. 1906, b, p. 366). 61. Zyi^acantliidiuiii ecliiiioidcs (Clap. u. Lachm.). Textfigur 6—9. Aanitlidnirlm irhüioidcK Clapakkdk ii. Lachm A.\.\ 1858, p. 459, Taf. 23, Fig. 1 — 5. Acanlliomrlra rchiiioidcx H. 1862, p. 383. Acanthonia echonoides H. 1887, p. 751. Acanlhimidium (cliinoidcf: Pop. 1904 1), p. 91, Taf. 1, Fig. 2. Annilliiitililluni rrliliiitidrs l'op. 1905 a, ]). 57. ZiHlucanlhidium echinuidrs Top. 19(16 a, p. 368, 369, Taf. 1(1, Fig. 51, 52. Stacheln lang und dünn einfach komprimiert, mit zwei schneidenden Kanten oder komprimiert vierkantig, mit zwei schneidenden und zwei stumpfen Kanten, der ganzen Stachellänge nach, oder nur im unteren Teil. Blätterkreuz ziemlich groß, Flügel dessellien oft auf dem unteren Stachel- teil entlang fortgesetzt, nanicntlicli auf den A(|uat()ri;ilstach('ln. Weic]iköip(M- mit rotbraunem Pigment. Maße: Stacheln lang 0,3 — 0,5 iiiiii und mehr, breit 0,004 — 0,008 mm. Blätterkreuz breit 0,02—0,03 mm. PopoFSKY, Radiolarien. 243 Vorkommen: Häufig im nordischen Kühlwassergebiet (z. B.Nordsee). Selten in den warmen Meeren. Deutsche Südpolar-Expedition. Winterstation 7. März 1902, 15. Jan. 1903, 17. Jan. 1903. Von ZygacantJiidium echinoides sind drei Formen bekannt; der Typus zeigt Individuen, bei denen sämtliche Stacheln ihrer ganzen Länge nach komprimiert vierkantig sind. Die Stachelblätter der Längsachse des Stachelquerschnittes sind schneidend, die der Querachse stumpf. Eine andere Form besitzt Stacheln, die sonst im Querschnitt elliptisch sind, bei denen erst gegen die Spitze hin eine lanzenartige Verbreiterung der Stacheln eintritt, an der vier Kanten erkenntlich werden. Diese Form ist die seltenste von den dreien und hat noch keinen besonderen Namen erhalten; ich habe Fig. 6. Ausschnitt aus der Zentralkapsel eines Zygacanthidium echinoides. x 330. Die kleinen runden Gebilde sind Kerne, am dichtesten im Zentrum liegend. Die großen elliptischen waren anscheinend gelbe Zellen, von denen die biskuitföimige in Teilung begriffen war. An den Stacheln läuft das Blätterkreuz ein Stück hinauf. An einem Stachel etwa 40 Mvoncine. Fig. 7. Fig. 7. Ein auf die Kante gesehe- ner komprimierter Stachel von Zyg- acanthidium echi- noides. X 330. Fig. s. Ein Äqua- torialstachel, auf ^'8- 8. die Fläche gesehen, Blätterkreuz weit hinauflaufend. X 330. FiL'. Abnormer Stachel eines Zygacanthidium echinoides mit sehr kleinem Blätterkreuz. Flügel im unteren Drittel verbreitert. Stachel der ganzen Länge nach vier- kantig wie beim Typus der Art. :•: S'MK Fig. 9. anderweitig (1906 b, p. 369) auf sie aufmerksam gemacht. Die dritte Form endlich zeigt Stacheln, die sonst kom- primiert, aber im unteren Stachelteil vierfiüglig sind durch das weit hinaufziehende Blätterkreuz, besonders an den Äquatorialstacheln; diese Form trägt den Namen var. heterobolus Jörg. Im nordischen Kühl- wassergebiet habe ich die drei Formen nebeneinander konstatieren können. Die in antarktischen Gewässern vorkommende Varietät dieser Art zeigt fast durchgängig außen einfach komprimierte Stacheln, im inneren Teil komprimiert vierlcantige ; die vier Flügel des Blätterkreuzes ziehen sich sehr weit an den einzelnen Stacheln hinauf. Sie entspricht also der von JöRGENSEN beschriebenen Zijgacanthidium echinoides var. heterobolus, die auch in den nordi- schen Gewässern auftritt. Selten fand sich daneben (siehe Textfigur 9) der Typus mit Stacheln, welche der ganzen Länge nach vierkantig sind. Bei einem zum Typ gehörenden Individuum waren die Stacheln lanzenförmig verbreitert, wie die Textfigur 9 zeigt. 244 Deutsche Siidpolar-Expedition. (i'i. ZjgiU-aiitliidiuin pallidum (Clap. u. Lacüm.). Tcxtligur 10. Acanlhometra pallida Clap. u. Lachma.n.n 1858, p. 401, Taf. XXIV, Fig. 6. Acaiilhoslaurus pallidum H. 18G2, p. 396. Acanihuslaums pallidus H. 1887, p. 770. Acanlhonidium pallidum Pop. 1904, p. 99. AcanlJtovidium pallidum Pop. 1905 a, p. 58. Zygacanthidium pallidum Pop. 1906 a, p. 371, Taf. 16, Fig. 36, 34. Vier Hauptstacheln komprimiert zweischneidig oder komprimiert vierkantig, der ganzen Länge nach oder nur im unteren Teil. Hauptstachcln breiter und kräftiger, meist auch etwas länger als die 16 einfach komprimierten Nebenstacheln. Alle Stacheln mit kleinem, vierflügligem IBlätter- kreuz. Zentralkapsel gelblichgrün. Kleine Art. Maße: Hauptstacheln lang 0,12 — 0,2 mm, breit 0,01 mm. Nebenstacheln lang 0,04 — 0,08 mm, breit 0,004 mm. Vorkommen: Nördliches Kühlwassergebiet (z.B. Nordsee, norwegische Küste). Selten in den wärmeren Meeren. Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 5. Juli 1902, 0—385 m (1); 27. Febr. 1903, 0-200 m (1). Selten. Fig. 12. G kleine Myoneme. Antarlttisches Skelett gelöst. Ivci-iits ein zwei- Mvoneme etwa 20. X 330. Fig. 10. Fig. 11. Fig. 10. Zygacanthidium pallidum. An einzelnen Stacheln Kxenqilar. ■; WM. Fig. 11. Aeanthometride mit elliptischer Zentralkapsel. sciiiclitiger Khiin|icn (Krenul- oder NaiirnnL'skiirper?). Fig. 12. Aeanthometride mit spindelförmiger Zentralkapsel. Die kegelförmigen Stachel- schcideii gut kunserviert. In jeder derselben etwa 'Jo ektoplasniatische Fäden und ebensoviele Myoneme. X 330. Die wenigen angetroffenen Individuen dieser Art zeigten sämtlich der ganzen Länge nach komprimiert vierkantige Äquatorial- (Haupt-) stacheln, entsprachen also dem von Claparede und Lachmann von der norwegischen Küste (1858) beschriebenen Typ. Die Varietät pusilla (Jörgensen) habe ich nicht im Material gesehen. Außer den beiden hier aufgeführten Zygacanthiden fand sich noch ziemlich häufig eine Art nut langgestreckter spindelförmiger Zentralkapsel, bei der nur der Weichkörper erhalten geblieben, das Skelett aber gelöst war, wodurch eine Artbestimmung unmöglich wurde (Textfigur 11, 12). Der Weichkörper schien im Vergleich mit den ebenso konservierten anderen Acanthometriden PoPüFSKY, Radiolarien. 245 ziemlicli dunkel. Gallerte, Myoneme waren stets sehr gut erhalten. Die Organismen waren ver- hältnismäßig klein, wenig größer als Zygacanthidium pallidum. Vielleicht liegt hier eine neue Art vor. Farn. Acanthonidae (Pop. 1904, p. 84). 20 Stacheln nach dem MÜLLERschen Gesetz. Alle Stacheln im Querschnitt viereckig oder ein Kreuz bildend, vierkantig oder vierflüglig. Die beiden hierher gehörigen Arten, Acanthonia tetracopa und Acanihonia rhipidia gehören zu den relativ häufigsten Acanthometriden in der Antarktis, namentlich gilt das von der erst- genannten Art. 63. Acanthonia tetracopa (J. M). Acanihometm Mracvpa J. M. 1858, p. 47, Tat. VII, Fig. 3—5, Taf. XI, Fig. 5. Acantlwmetra tetracopa H. 1862, p. 379, Taf. XVIII, Fig. 5. Litholoflms ligurinus H. 1865, j). 366. Acanthonia tetracopa H. 1887, p. 749, Taf. 129, Fig. 9—11. Litholophus pyramidalis H. 1887, p. 735. Litholophus litjurinus H. 1887, p. 736. Lithohplms fascicjilus H. 1887, p. 73(). Litohphus decimalis H. 1887, p. 735. Litholophus arcticus Aurivillius 1899. Acdulhonia pyramidalis Pop. 1904 b, p. 87. Acanthonia ligurina Pop. 1904 b, \i. 87. Acanthonia fascicula Pop. 1904 b, p. 87. Acanihonia drcimulls Pop. 1904 b, [>. 86. Acanthonia abcisa Pop. 1904 b, p. 86. Acantlionia abcisa Pop. 1905, p. 339— 47, Taf. 14, Fig. 1, 2, 4. Acanthonia abcisa Pop. 1906 a, p. 366. Acanihonia tetracopa Pop. 1906 a, j). 366. Alle Stacheln vierflüglig, der ganzen Länge nach fast gleich breit oder im zentralen Teil etwas dünner und nach außen zu an Breite etwas zunehmend, äußeres Ende meist abgestumpft, abge- schnitten. Die Flügelkanten der Stacheln glatt, ohne Zähne und Einschnitte. Zentrale Stachel- endigung weinbeerkernförmig, „herzförmig", keine Pyramide. Ab und zu sind statt der vier Lamellen an einigen Stacheln nur zwei gegenüberstehende entwickelt. Die Art kann sich durch Teilung ver- mehren (Litholophusstadien). Teilstadien häufig. Maße: Stacheln lang bis 0,5mm und mehr; breit, distal bis 0,02mm. Vorkommen: Im nordischen Kaltwassergebiet häufiger gefunden. In allen Teilen der warmen Meere verbreitet. Deutsche Südpolar-Expedition. Eine oft mit zahb-eichen Individuen auftretende Radiolarie. 3. März 1902, 0— 200 m, 0— 300 m (viele); T.März 1902, 0— 50 m (2); 15. März 1902 (9); 20. März 1902, 0—200 m (13); 30. März 1902 (16); 17. April 1902, 0—366 m (7); 15. Jan. 1903 (viele); 31. Jan. 1903, 0— 400 m (1); 19. Febr. 1903, 0—50 m (1), 0—100 m (10), 0—200 m (3), 0—400 m (viele); 27. Febr. 1903, 0—200 m (1); 30. März 1903, 0— 300 m (viele). Wie aus der oben ausführlich angegebenen Synonymie zu ersehen ist, fasse ich nunmehr unter dem Artnamen Acanthonia tetracopa (J. M.) alle früheren Litholophus- Arten Haeckels mit glatten Stachelkanten, ferner auch die von mir aufgestellte Acanthonia abcisa zusammen. Zwischen 246 Deutsche Südpolar-Expedition. Acanthonia tetracopa und A. dbcisa sind keine trennenden Merkmale aufzufinden, beide Formen gehen ineinander über. Diese Art ist die häufigste Acanthometride in den antarktischen Gewässern, sie wurde sowohl in kiigligen, vollständigen, als auch in kegelförmigen (Litholophus-) Teilstadien angetroffen. 64. Acanthonia rhipidia (11.)- Textfigiir 13, 14. Litholophus rhipidium H. 1862, p. 402, Taf. XIX, Fig. 6. Lithohphus rhipidium H. 1887, j). 73t). LiOwlopkus decapri^tis H. 1887, p. 735, Taf. 129, 2. ' Litholophus decastijhs H. 1887, p. 735. Litholophts pnueilhis H. 1887, p. 736. Acanthonia rhipidia Pop. 1904 b, p. 87. Acanthonia penicilla Pop. 1904 b, p. 88. Acanthonia rhipidia usw. Pop. 1905, j). 347, 348. Acanthonia spini/cra Pop. 1905, p. 351, Taf. 14, Fig. 3, 3a. Alle Stacheln vierflüglig, im Querschnitt ein Kreuz bildend. Innen mit herzförmiger Stachel- basis, von innen nach außen zu an Breite gleichmäßig wenig zunehmend, äußeres Ende abgestumpft oder abgeschnitten (?). Stacheln sehr lang. An zwei gegenüber- stehenden Flügeln sind die Kanten glatt, an den zwei dazu senk- rechten gezähnt oder eingeschnitten. Zähne dem distalen Stachel- ende zugekehrt. Kann sich durch Teilung vermehren. Sowohl vollständige, als Teilstadien fanden sich in dem antarktischen Material. Maße: Länge der Stacheln bis 1,0 mm, Breite am distalen Ende bis zu 0,02 mm. V o r k o m m e n : Bisher in allen wärmeren Meeren gefunden. Deutsche Südpolar - Expedition , Winterstation 10. März 1902, 0— 100 m (1); 30. März 1903, 0— 300 m (1). Die Varietät mciSrtto fand sich: 30. März 1902 (1); If). Jan. 1903 (1). 27. Febr. 1903, 0— 150 m (1). Aamthonia rhifidia entspricht im Bau vollkommen der Acan- flionid abcisa, sowohl Weichkörper und Skelett lassen sie als nahe- vorwandte Arten erscheinen. Die letztere unterscheidet sich jedoch von der ersteren dadurcli, daß zwei sich gegenüberstehende Stachel- flügel stets gezähnt sind. Haeckel bildet (Challenger- Report Taf. 129, Fig. 2) Litholophus decapristis ab, docli zeichnet er alle vier Stachelflügel gezähnt, was jedenfalls iiiclit richtig ist. Ich stellte, da Haeckei. alle vier Stachelkanten als gezähnt beschrieb und abluldete, eine neue Art auf nach einem Litholophus- Stadium in Acanthonia spinifera, diese hatte nur zwei gezähnte Stachel- kanten, entsprach aber sonst A. rhipidia H. ; ferner glaubte ich (1904) Litholophus decapristis als Teilstadium von Acanthometra Muelleri, und Litholophus decastylus, rhipidium und penicillus als ebensolches von Acanthonia fragilis deuten zu müssen. Fig. i:;. Stachel- teil von Acan- thonia rhipidia (II.) vnr.pinnata nuv. var. ■ ;!:'.(». Fig. II. Stachel- teil von Acan- thonia rhipidia (ll.)var. incisata iiov. var. y KOO. PopoFSKV, Radiolarieii. 247 Durcli Studien an vielen Acanthometriden fand ich nun, daß bei Teilstadien, wenn sie gezähnte Stachelkanten besitzen, nur zwei Kanten an einem Stachel gezähnt sind, die anderen beiden nicht. Des weiteren zeigt sich, daß Acanthonia Muelleri und AcantJionia fragüis feste, kompakte, nicht so stark geflügelte Stacheln besitzen; die an allen vier Kanten gezähnt sind. Die Identifikationen sind also nicht zulässig, die ebengenannten beiden Arten haben mit den Litholophus mit zwei gezähnten Kanten nichts zu tun. Da ich stets nur zwei Kanten gezähnt fand bei den letzteren, so werden auch wohl die HAECKELschen Litholophus-Arten nur solche Stacheln besessen haben, sie stimmen also mit der von mir als neue Art beschriebenen (1905) Acanthonia spinifera überein. Daher muß die Art nunmehr wieder den alten Namen erhalten, Acanthonia rhipidia (H.), welche als Teilstadium von Haeckel schon 1862 beschrieben wurde. Die Haeckel sehen Litholophus-Arten mit gezähnten Kanten: Litholophus, decastylus, rhipidium, penicülus decapristis unterscheiden sich nur durch die Anzahl der Stacheln, ein Merkmal, welches ich anderweitig (1904) als variabel nachgewiesen habe, sie sind daher alle unter dem Namen Acanthonia rhipidia mit inbegriffen. Ausgebildete kuglige Individuen dieser Art sind von mir im Mittelmeer festgestellt worden, sie gleichen nicht Acanthonia Muelleri oder A. fragilis, sondern auf den ersten Blick Acanthonia tetracopa. Ich hoffe damit den Wirrwarr, der hetveEs Acanthonia rhipidia herrschte, beseitigt zu haben und verweise auf die ausführliche Synonyniie dieser Spezies. Betreffs einer guten Abbildung sei an die von mir 1905, Tat". 14, Fig. 3, 3a wiedergegebene erinnert. Neben dem Typ, der sich auch im Warmwasser vorfindet, wo die Zähne deutlich abgesetzt nach der Stachelspitze zeigen, waren im antarktischen Kühlwassergebiet noch zwei andere Varietäten vertreten. Bei der ersten waren die Zähne undeutlich und kurz, sie zeigten nicht nach der Stachel- spitze, sondern standen senkrecht von der Stachelachse und Stachelkante als kleine Höcker ab. Man könnte sie vielleicht als var. pinnata bezeichnen (Textfigur 13). 65. Acaiiflioiiiii rhipidia var. iiicisnta nov. var. Textfigur 14. Bei der anderen Form, die häufiger auftrat, waren die Einschnitte, die zwischen den einzelnen Zähnen an der Kante liegen, außerordentlich vergrößert. Die Stachelkante war glatt, die Zähne also gänzlich geschwunden, die Einschnitte reichten dagegen, mit der Stachelachse einen spitzen Winkel bildend, bis fast zur Stachclmitte. Die Flügel schienen so durch feine dunkle parallele Linien, die in ungefähr gleichen Abschnitten aufeinander folgten, in lauter kleine Abschnitte eingeteilt. Diese Form mag den Namen incisata tragen (Textfigur 13). Uiiterüi'diiuiis; Aeaiitliophracteii. Farn. Astrocapsidae. Acanthophracta, deren Schale aus kleinen Plättchen mosaikartig zusammengesetzt ist. Das Material der Südpolar-Expedition bot mir zum ersten Male Gelegenheit, diese sonderbare Abteilung der Acanthophracten etwas eingehender zu studieren. Sie fanden sich in einigen Fängen mit einer Art, in etwa 50 — 100 Individuen. Wegen ihrer abweichenden Schalenbauart, die gänzlich Deutsche Stldpolar-Expedition. X. Zoologie. 11. 33 248 Deutsche Südpolar-Expedition. anders ist, wie bei den übrigen Acantliopliracten, wo die Gitterschale ausnnbmslos von den zuerst gebildeten Stacheln entsteht, indem an diesen befindliche Anhänge sich regelmäßig und gesetz- mäßig verzweigen, war ich wie Bütschli nach den HAECKELschen Beschreibungen und Abbildungen geneigt, sie als nicht zu den Acantharien gehörig zu betrachten und sie vielleicht den Tripyleen zuzuweisen, wo ja ähnliche Arten in Gestalt der Circoporidae vorliegen; zumal Haeckel, der die ersten Vertreter dieser Familie beschrieb, nirgends angibt, daß er Skelettlösungsversuche angestellt habe, wonach auch bei diesen Tieren jene eigenartige Skelettsubstanz, das „Akanthin" vorhanden wäre, welches sich nach neuen Arbeiten von Bütschli und Schröder als Strontiumsulfat heraus- gestellt hat. Schon in einer meiner letzten Arbeiten (1906, b, p. 16) betonte ich, daß die Genus- unterschiede, die Haeckel dann auch zur Unterscheidung von Subfamilien benutzt, nämlich die verschiedene Stachellänge, (wie folgende Zusammenstellung zeigt) wohl darauf beruht, daß ein Lösungsmittel, Seewasser oder Konservierungsflüssigkeit, kürzere oder längere Zeit auf das Skelett einiger Arten, welche sonst lange, über die Schale hinausragende Stacheln besitzen eingewirkt und so verschieden lange Stacheln hervorgebracht hat. j Stacheln so lang wie r Suhl l. Astrocapsidinae Schalenradius, mit der ^^'^Crtps« „ , , , , Sphaerocapsa y Schale verbunden l Subf. 2. Porocapsidinae | ^^^^'^'"'^ ^^'^^' ^^' ^ Porocapsa { Schalenradius ( (Cannocapsa) Subf. 3. Cenocapsidinae \ Keine Stacheln j Cenocapsa. Vom Genus Cannocapsa mit auf die Schale aufgesetzten, 20 röhrenförmigen Gebilden, soll in der folgenden Betrachtung einstweilen abgesehen werden, Waren die verschiedenen Stachellängen, wie ich annehme, Resultate der Lösung, so konnte man schon daraus schließen, daß vielleicht eine dem „Acanthin" naheverwandte Substanz oder gar dieses selbst das Gerüst der Astrocapsidae aufbaute, jedenfalls bestand es dann nicht aus der bei den meisten Radiolarien zum Skelettaufbau benutzten Kieselsäure, die ja in Seewasser und den angewandten Konservierungsflüssigkeiten unlöslich ist. Es war also zunächst, etwa nach dem Vorgang von Bütschli (1906), die Skelettsubstanz dieser Organismen einer näheren Prüfung zu unterziehen. Ich gehe kurz auf die Einwirkungsweise der verschiedenen Reagenzien ein. Da die Organismen verhältnismäßig groß sind (0,2—0,') nun Durchmesser), die Schalenstücke sich auch sehr leicht, ohne daß der Weichkörper duich konz. H. SOj entfernt werden mußte, lostrennen ließen, so war die Untersuchung relativ einfach. S c h w e f e 1 s ä u r e von hoher Konzentration greift augenblicklich an. Die äußeren Stachel- teile werden allmählich unregelmäßig begrenzt. Von den vierflügligen Stacheln wird ein sich gegen- überstehendes Flügelpaar eher gelöst, als das dazu senkrechte (eine Jlrscheinung, welche ich schon bei Acanthonia tetracopa {ahcisa) beschrieb, auf die ich später zurückkomme). Die Stachelober- fläche wurde dann körnig (Textfig. 15). Die Schale, erst gleichartig hellglänzend mit unregelmäßig verteilten Poren (Textfig. 16), er- hält nach kurzer Zeit der Einwirkung Risse, auf denen Poren liegen. Diese Risse grenzen unregel- mäßig größere Bezirke ab, die (l;inii ullmählich durch weiter auftretende Sprünge und Täler unter- geteilt worden (Textfig. 17). Diese vertiefen sich und trennen die ganze Schale in kleine, etwa gleich PopOFSKY, Radiolarien. 249 große, unregelmäßige, Komma- bis T-förmige Plättclien. Wahrscheinlich setzt sich ein solches T-förmiges Gebilde wieder aus drei Komma-förmigen Stücken zusammen. Die ganze Schale hat durch die feinen Risse ein dunkleres Aussehen erhalten. Die Plättchen sind nicht, wie Haeckel meinte, jedes von einer Pore durchbohrt. Bei weiterem Einwirken verschwinden einzelne Plättchen, so daß der Abstand zwischen den übrigbleibenden sich immer mehr vergrößert (Textfig. 18). Schließ- lich werden alle Platten gelöst. Die Plättchen fallen jedoch nicht, nachdem sie durch die Risse alle voneinander getrennt sind, vollständig auseinander. Ein Versuch, sie durch Deckglasdruck in einem Schalenstück völlig auseinanderzusprengen, mißlang, obwohl die Plättchen nirgends mehr miteinander in Verbindung standen. Die Ursache dieser Erscheinung ist sehr einfach erklärt. Nach- dem sämtliche Plättchen gelöst waren, blieb an der Stelle, wo die Schalenstücke sich befunden hatten, stets eine dünne feine durchsichtige Haut zurück, auf der die Plättchen befestigt zu sein Fig. IG. Fig. 17. Fig. 18. Fig. H). Fig. 1.'). Stachel von Astrocapsa tritonis nach einiger Zeit der Einwirkung von HjSOi. (550. Fig. 1(). Normales Schalenstück mit der Öffnung für den Durchtritt des Stachels und den feinen Poren, x 330. lig. U). pig. 17. Schalenstück nach einiger Zeit der Einwirkung von H-'SOj. Auftreten von Rissen, welche von Pore zu l'oro springen. : li.'id. Fig. 18. Auflösung weiter fortgeschritten als in Fig. 16. Ansicht nach etwa l'/2 stündiger Einwirkung von H2SO4. xG.iO. Fig. 1 !). Auflösung der Schale fast vollständig, bis auf wenige Brocken und die darunter liegende organische Haut. Nach ■Jstiiiidiger Einwirkung von konz. II2.SÜJ. :•- CJO. schienen. Ich halte diese, nach Entfernung der Skelettschicht von der Schale zurückbleibende Haut für die Zentralkapselmembran, wofür auch, obwohl es mir nicht gelang mit Sicherheit Poren in derselben zu konstatieren, noch andere später zu erwähnende Gründe zu sprechen scheinen. Im weiteren Verlauf der Ho SO4 Einwirkung werden auch die Stacheln vollständig gelöst, was sich jedoch immerhin langsam vollzieht, weil die Weichkörpermasse sie vor dem Lösungsmittel schützt. Schließlich, nachdem auch der Weichkörper, welcher sich immer mehr aufhellt, begonnen hat, sich von der Peripherie zu lösen, ist von den Stacheln nichts weiter erhalten, als die Stachelbasis (Textfig. 20), welche vollständig der entspricht, welche ich bei den Litholophusstadien-bildenden Acanthonia-Arten als weinbeerkernförmig bezeichnete. Die Stachelbasen sind ebenso wie bei den eben erwähnten Acanthonia-Arten, für die ich das- selbe feststellen konnte, in eine zentrale Kittmasse eingebettet (Textfig. 21) und darum wieder geschützter als die Stachelteile im Weichkörper. Immerhin finden sich aber auch im Weichkörper noch einige Stachelteile zerstreut, oft sind an diesen kurzen Stachelstücken alle vier Blätter deutUch noch erkennbar, 33* 250 Deutsche Südpolar-Expedition. Dieser ganze eben beschriebene Prozeß spielte sich in etwa 2 Stunden ab. Nach etwa vier Stunden ist die vorher hellglänzende zentrale Kittmasse von Radiärrissen, die dicht nebeneinander liegen, dunkel gefärbt (Textfig. 22). Kleine Stachelreste sind noch vorhanden. In dieser Kittmasse erkennt man deutlich die Löcher, in denen einzelne ausgefallene Stacheln ge- sessen haben (Textfig. 21). Im Weichkörper verteilt treten kleine hellglänzende Körnchen auf. Oft sind dieselben zu mehreren vereinigt (Mikrokristalle?). Nach drei Tagen sind noch wenige Stachelreste erhalten An einem sogar noch die vier Blätter. Schwefelsäure, verdünnt öO^/o, greift die Skelette kaum sichtbar an. Einprozentige H, SO4 löst dagegen wiederum die Skelette, Versuche, die mit denen von Bütschli an Podacti- nelius und Schewiakoff an anderen Acanthometren angestellten übereinstimmen. Chlorwasserstoffsäure, konzentriert, chemisch rein, wirkt auf das Skelett in der ersten Stunde nicht sichtbar ein. Nur der Weichkörper wird etwas aufgehellt. Nach drei Tagen sind nur die Stacheln im Innern des Weichkörpers noch erhalten, das Stachelzentrum hellglän- zend. Die Skelettmasse der Schale ist völlig gelöst. Auch hier bleibt eine feine Haut (Zentralkapselmembran?) zu- rück, auf der die Plättchen aufgekittet oder zum Teil mit der unteren Fläche eingesenkt waren. Letzteres kann der Fall sein, da bei diesem Exemplare die Membran unregelmäßige kleine Erhöhungen und Vertiefungen zu zeigen schien. Später wird alles vollständig gelöst, f'hlorwasserstoffsäure, mäßig verdünnt (etwa 20 "/o), wirkt auf das Skelett während der ersten Stunde ein, aber nicht besonders intensiv. Nach drei Tagen sind von den drei eingelegten Individuen die Skelette nur teilweise gelöst. Bei allen dreien ist die Skelettmasse der Schale ver- schwunden, zurückgeblieben die organische Haut, bei zweien aucli die Stacheln bis auf ilie Stachelbasen, bei einem alle Skelettmasse (also Schale und Stacheln) bis auf die zentrale Stachelkittmasse. Aus dem Tröpfchen, in dem die drei Skelette gelöst waren, wurden vorsichtig die Weichkörper entfernt. Nachdem die angewandte H Cl und das zur Verdünnung gebrauchte destillierte Wasser bei einer Prüfung mit BaCl, unter dem Mikroskop als absolut IL SO^-frei befunden waren, wurde die salzsaure Lösung der Skelette auf H. SO, geprüft mit dem vorher auf Mikrokristalle untersuchten und davon freien Ba CU. Nach den bisherigen Lösungsversuchen, die sich dem Gang der Unter- suchung der Skelettsubstanz der Acantharien durch Bütschli anschließen und ähnliche Resultate Fig.2i. Zentrale Kitt- masse nach 4 stündi- ger H2SO i-Einwirkung mit radiären Rissen. XG50. Fig. iM. Stachelreste mit der zen- tralen Kittmasse, in welcher die Stacheln gesessen haben. I.iklicr für die Staclielliaseii erkcnntlii'ii. X GäO. I'ig. 2(1. Stachel- reste nach Behand- lung des Astro- capsa-Skeletts (1' 1; Std.) mit konz. H2SO1. ■ o:.o. PopOFSKY, Radiolarien. 251 ergaben, war anzunehmen, daß aucli bei den Astrocapsidae dieselbe Skelettsubstanz vorläge wie bei den übrigen Acantharien, nämlich Strontiumsulfat Sr SO4. Bezüglich der H2 SO4 bestätigte sich durch Zusatz von BaCU zu der salzsauren Skelettlösung die Vermutung. Sofort nach Zusatz des Reagenz traten die charakteristischen Mikrokristalle von Ba SO4 auf. Damit war die H., SO4 als Bestandteil des Astrocapsidae- Skelettes einwandfrei nachgewiesen. Chlorwasserstoffsäure, sehr verdünnt (1%), löst noch langsamer als die 20 "/o ige, diese wieder, wie oben gezeigt, schlechter als die konzentrierte (37 "/o). Dasselbe beobachtete Schröder, im Gegensatz zu Schewiakoff, an Acantharienskeletten. Letzterer meint, daß die konzentrierte Säure nicht lösend einwirkte. Salpetersäure, konzentriert, löst das Skelett schneller als verdünnte. Lösungsversuche mit anderen Reagenzien ergaben ähnliche Resultate, wie sie für die Acantho- metriden bisher bekannt geworden sind. So greift destilliertes Wasser nur langsam an und löst den größten Teil des Skelettes erst in einer Reihe von Tagen auf. Lösend wirkten auch Kochsalz- lösungen, sowie Kalilauge. Schon nach den übereinstimmenden Lösungsversuchen müßte man auf dieselbe Skelettmasse schließen wie bei den Acantharien. Es wurde oben gezeigt, daß auch H2SO4 in der Skelettsubstanz vorhanden war; es war demnach zu prüfen, ob sich nicht auch das Strontium als Bestandteil nach- weisen ließ. Zu diesem Zwecke stellte ich von den mir bisher noch verbliebenen leider nicht mehr zahl- reichen Astrocapsa- Skeletten eine Lösung in Vio normal Salzsäure her, die für die folgenden Ver- suche angewendet wurde. Ich versuchte zunächst mit Hilfe der Flammenreaktion das Sr nachzuweisen. Da die Lösung nur sehr dünn war, so war die Flammenfärbung nicht ohne weiteres zu beobachten. Der Rand der Bunsenflamme färbte sich zunächst von den in der H Cl enthaltenen Na- Spuren gelb. Der gut ausgeglühte Platindraht färbte die Flamme nicht. Daß die Na-Reaktion nicht von Skelettbestand- teilen herrührte, zeigte ein Kontrollversuch mit der zur Lösung benutzten Salzsäure, auch diese färbte die Flamme einen Augenblick gelb, infolge der Spuren von Natrium, welche von der Fabrikation in jeder H Cl zurückbleiben. Diese Flamme der H Cl durch ein Kobaltglas betrachtet, zeigte keinerlei violette oder röthche Farbe, ein Zeichen, daß derartig die Flamme färbende Elemente (K, Sr, Ca) in der Lösungsflüssigkeit abwesend waren. Wurde dagegen die Skelettlösung in die Flamme gebracht, so erschien sie im Kobaltglas röthchviolett, es mußten also entweder K oder Sr in dem Skelett vorhanden sein. Eine Strontiumflamme sieht durch ein Kobaltglas betrachtet auch violett aus, ähnlich wie die K-Flamme, nur hat sie mehr einen Stich ins rötüche. Damit war die Gegenwart von Sr wahrscheinlich gemacht. Leider konnte ich eine spektro- skopische Untersuchung nicht ausführen, die es vielleicht am sichersten gezeigt hätte, da ja gerade Sr außerordentlich charakteristische Linien im Spektrum besitzt. Daß die Flammenfärbung nicht so deutlich auftrat wie sie Bütschli erhielt, führe ich auf die geringen Mengen an gelöster Skelett- substanz zurück. Zu einem Tropfen der Lösung des Skelettes in HCl wurde nun ein Tropfen öOo/p Ho SO4 gesetzt. Sofort begann die Ausscheidung von Mikrokristallen. Vielfach waren dieselben wie bei Bütschli oval, globulitisch, abgerundet rhombisch, selten plattenartig, ab und zu auch säulenförmig. Da 252 Deutsche Siidpolar-Expedition. die Kristalle den Figuren Bütschlis entsprachen, so verweise ich auf dessen Figuren (Deutsche Siidpolar-Expedition, Zoologie Bd. I, p. 243, 249, 251). Bei diesem Versuch erhielt ich folgende der BÜTSCHLischen Figuren, Fig. I, a, die beiden Rhomben, Säulen wie etwa Fig. IV, 9, 4. Ein Tropfen der Lösung wurde auf einem Objektträger langsam durch Erwärmen über der Bunsenflamme verdunstet. Aus der Lösung schieden sich Säulchen, Tafeln und Zwillingsgebilde aus, wie sie Bütschli etwa in Fig. I, die Kreuze der Figur a, Fig. IV, 10, 8, 6, 1, 11. 14 abbildet. Besonders häufig waren langgestreckte, im Umriß rautenförmige Kristalle und unjegelmäßig globu- litische Gebilde. Wurde der Tropfen der Skclettlösung bei stärkerem Erhitzen verdampft und die Skelett- masse noch weiter erhitzt, so ergaben sich auf dem Objektträger Gebilde, welche den Eisblumen am Fenster nicht unähnlich sahen, geringere Massen bildeten dann eigentümliche Rosetten, wie sie Bütschli abbildet p. 243 Fig. II oben rechts, auch wohl häufiger Formen, welche an das eiserne Kreuz erinnerten, mit unregelmäßigen Rauten, seltener winklige Gebilde wie Bütschli sie p. 251 Fig. IV, 7 zeichnet. Einige Skelette wurden auf dem Objektträger in destilliertem Wasser gelöst, welches dann unter dem Exsiccator verdunsten konnte; ich erhielt dadurch mannigfache Kristalle. Die meisten waren globulitisch oder entsprachen Bütschli Fig. I, a links, den kleinen rautenförmigen Gebilden. Die nächst häufigeren waren Platten (Bütschli, Fig. IV, 1, 5, 8), dann Säulen (Bütschli, Fig. IV, 2), welche selten außerordentlich lang, mehr nadelartig waren, dann aber noch meist dieselben Flächen zeigten wie Bütschli, Fig. IV, 2. Damit nicht etwa noch Kristalle der im destillierten Wasser eventuell noch gelösten Salze mit unterliefen, wurde unter das Deckglas der trocken beobachteten Kristalle ein Tropfen Wasser gebracht, die Mikrokristalle lösten sich nicht innerhalb der Zeit, in der ich sie beobachtete (etwa 3 Stunden). Aus der weitgehenden Übereinstimmung der Kristalle in Form und Verhalten mit den von Bütschli beschriebenen, kann es kein Zweifel sein, daß die Kristalle aus Strontiumsulfat bestehen. Die eben beschriebenen Versuche zur Ermittlung der Skelettsubstanz zeigen also, trotz geringer Abweichungen, daß die Schale und die Stacheln der Astrocapsidae aus demselben Material bestehen, wie das der übrigen Acantharien. Damit ist aber ihre Zugehörigkeit zu der eben genannten Radio- lariengruppe erwiesen. Das eben Gesagte gilt aber nur für die Gattungen: Astrocapsa, Sphaerocapsa, Porocapsa und Cenocapsa. Die einzige bisher auch außer Betracht gelassene Gattung Cannocapsa (Schale an stelle der Stacheln mit 20 röhrenförmigen Tubuli) mag möglicherweise nicht zu den Acantharien ge- hören. Vertreter dieser Gattung lagen mir bisher nicht vor und konnte daher auch ihre Zugehörigkeit zu den Acantharien nicht geprüft werden. Einstweilen ist dieses Genus in der FamiHe Astrocapsidae zu belassen, da sie nach Haeckels Bescliicibungeii und Abbildungen zu schließen, dieselbe Schalen- bauart hat und möglicherweise auch dieselbe Skelettsubstanz. Durch die Skelettlösungsversuche ist meine schon früher ausgesprochene Ansicht bestätigt worden, daß die vier Genera Astrocapsa, f^phaerocapsa, Porocapsa und Cenocapsa, die im ganzen 13 HAECKELsche Arten umfassen, weiter nichts sind, als verschiedene weit vorgeschrittene J^ösungs- stadien von einigen Astrocapsa-Arten, d. h. Individuen mit außerhalb der Schale entwickelten PopOFSKY, Radiolarien. 253 Stacheln. Da nun die verschiedene Stachellänge der einzige Unterschied zwischen den vier Genera ist, die Arten sich sonst sehr nahekommen, so fallen somit alle vier Genera in eins zusammen. Da Astrocapsa den vollständigen Typus dieser Organismen vertritt, so wäre dieser Name weiterzu- führen. Sphaerocapsa, Porocapsa und Cenocapsa sind zu kassieren, weil mit Astrocapsa identisch. Mit dem Zusammenschrumpfen der vier Genera zu einem, wird auch die Einteilung in Sub- familien hinfällig, die ich im Anschluß an Haeckel auch kürzlich (1906 b, p. 35) mit Vorbehalt in das revidierte System der Acantharien aufgenommen hatte. Die Subfamiliennamen (vgl. vorn p. 64) Astrocapsidinae, Porocapsidinae, Cenocapsidinae sind also überflüssig. Der bisherige Familienname Sphaerocapsidae muß, da die Gattung Sphaerocapsa beseitigt ist und die Familienbezeichnung den Namen der charakteristischen Gattung tragen soll, hier Astro- capsa, aufgehoben und durch Astrocapsidae ersetzt werden. Die Familie Astrocapsidae, die dann allein die bestehenbleibende Ordnung Stratosphaera der Acanthophracten ausmacht, umfaßt also nur noch die beiden Gattungen Astrocapsa und Caimocapsa. Ob die Astrocapsidae zu den gitterschaligen Acantharien zu stellen sind, darüber sind mir große Zweifel gekommen, die ich hier kurz anführen will, trotzdem schlage ich einstweilen vor, sie an ihrer Stelle im System zu belassen. Wie schon vorn betont, blieb bei der Lösung der Schale stets eine organische Haut zurück, auf oder in der die kleinen Plättchen, aus denen die Schale gepflastert ist, festgekittet sind. Ob- gleich es mir nicht gelang, deutlich Poren in dieser Haut nachzuweisen, halte ich sie für die Zentral- kapselmembran. Die Poren, die dann die Schale durchbrechen, wären dann weiter nichts als die kleinen Offnungen der Zentralkapselmembran, die sich in der Skelettsubstanz eine Öffnung frei- halten, durch welche ein Austausch zwischen Ecto- und Endoplasma möglich wird. Die unregel- mäßig über die ganze Schale verteilten Poren würden dann auch die Verteilung der Membran- poren wiederspiegeln. Für diese Auffassung der Haut spricht ferner, daß ich das Endoplasma oft bis dicht an sie herantreten sah und keinerlei andeie Membran bei sämtlichen zur Beobachtung gelangten Indivi- duen um das Endoplasma gesehen wurde. Danach wäre also die Schale der Astrocapsidae eine Skelettschicht, welche in Gestalt kleiner Plättchen, die später verschmelzen, sich dicht auf die Zentralkapselmembran auflegt, die Poren der Membran als röhrenförmige Gänge in der Skelettsubstanz aber frei läßt. Eingesenkte Poren, die Haeckel bei verschiedenen Arten beschreibt, erklären sich einfach dadurch, daß der durch die Pore hindurchtretende Protoplasmastrang sich an der äußeren Seite der Schale kegelartig er- weiterte und das Ansetzen von Skelettmasse verhinderte. Wahrscheinlich werden von diesen feinen Plasmasträngen aus, welche die Poren der Zentralkapselmembran durchbohren, auch die kleinen Skelettplättfhen gebildet, welche die Schale zusammensetzen. Die Schale der Astrocapsidae ist gewissermaßen eine außen versteinerte Zentralkapselmembran, somit wesentlich etwas anderes, als die Schale der übrigen Acanthophracten, die stets in einiger Entfernung von der Zentralkapselmembran von den Stacheln aus durch regelmäßige Verzweigung von zuerst entstehenden Stachelanhängen sich bildet. Etwas Ähnliches wie bei den Astrocapsidae wurde mir einmal von Dr. Mielck gezeigt, welcher seinerzeit in Kiel über Acanthometren arbeitete. Es handelte sich anscheinend um eine Acantho- 254 Deutsche Siidpolar-Expedition. chiasma, deren Diametralstacheln in zwei mit der Spitze zusammenstoßenden Kegeln standen. Auch hier schien die Zentralkapselmembran mit kleinen Plättchen bedeckt; soviel ich mich erinnere, waren diese von ovaler Form, oben gekielt, diese Plättchen schienen voneinander getrennt zu sein. Diese Erscheinung ist wohl mit den Schalen von Astrocapsa in Beziehung zu bringen. Vielleicht gibt MiELCK einmal nähere Auskunft über diesen seinen Fund. Kürzlich hat Zacharias eine ähnliche Radiolarie unter dem Namen Lepidella chuniana beschrieben und abgebildet (1906 p. 573). Die Astrocapsidae wären also alsAcanthometren aufzufas.sen, deren Zentralkapsel - membran sekundär vielleicht nur zu gewissen Zeiten oder im ausgewachsenen Stadium durch Stron- tiumsulfat überdeckt und geschützt wird. Für diese Auffassung, sie als Acanthometren zu betrachten, spricht noch etwas anderes. Bei den Skelettlösungsversuchen fiel mir auf, daß das eine gegenüberstehende Flügelpaar der vierflügligen Stacheln sich eher löste, als das dazu senkrechte. Dieselbe Eigenschaft habe ich schon früher für AcantJionia tetracopa (ahcisa) beschrieben. Die basale Stachelendigung stellte sich bei Aufhellung des Weichkörpers als eine von mir früher als weinbeerkernförmig bezeichnete heraus, diese war auch für A. tetracopa und andere Teilungsstadien bildende Acanthonia-Arten charakte- ristisch. Bei A. tetracopa sowohl wie bei den mir vorliegenden Astrocapsidae fand ich ferner die basalen Stachelenden von einer hellglänzenden, gegen Lösungsmittel sehr widerstandsfähigen zen- tralen Kittmasse umgeben. Größe und Gestalt der Stacheln sowohl wie der Zentralkapsel schwanken bei A. tetracopa und unseren Organismen in denselben Grenzen und entsprechen einander. Weiter sah ich bei einer Anzahl Astrocapsa-Individuen die Stachelvereinigung, ohne daß eine Lagever- änderung durch Druck etwa stattgefunden hätte, nicht zentral, wie bei den meisten, sondern exzen- trisch (in einigen Fällen sogar recht bedeutend) gelagert (vgl. Textfig. 23). Auch diese Erscheinung findet man bei jener Acanthonia wieder. Leider fanden sich keine Astrocapsa, bei denen das Ecto- plasma mit der Gallerte und die Myoneme erhalten waren. Da gerade letztere in konserviertem Zustand (breit, rechteckig, groß und in geringer Zahl) für Acanthonia tetracopa (ahcisa) charakte- ristisch sind. In einem Falle schien es mir, als ob sehr weit von der Schale entfernt Reste von Myo- nemen säßen, doch genügte das nicht zur vollkommenen Identifikation. Zu diesen anatomischen Übereinstimmungen kommen noch einige faunistische Tatsachen. In (Icni ..Bulletin des resultats acquis pendant les courses periodiques public par le buroau du conseil" usw. werden oft in größeren Mengen in den nordischen Meeren Acanthonia tetracopa (ahcisa) er- wähnt, desgleichen in demselben Gebiet von Haeckel im Challenger-Report Astrocapsa-Arten mit hohen Individuonzahlen. Dasselbe fand ich auch in den antarktischen Gewässern wieder. Die häufigste Acanthometride, die während des Aufenthaltes der Deutschen Südpolar-Expedition auf der Winterstation gefangen wurde, war Acanthoniu tetracopa (ahcisa), daneben oder in anderen Fängen auch in größeren Zalilen die eine Astrocapsa-Art Astrocapsa tritonis. Faßt man alle diese Tatsachen zusammen, so drängt sich unwillkürlich die Nfnnutung auf, Acanthonia tetracopa und Astrocapsa tritonis wären identisch, stellten luii- verschiedene Alters- stadien derselben Art dar. Ist das wirklich der Fall, so denke ich mir den ZusaiunnMihang etwa so. Die Acanthonia tetra- copa (ahcisa) entspricht in nicht vollständig entwickelten Individuen dein l)i'kannten Acantho- metren-Typus. In diesem Stadium sind, gleichgültig ob klein oder groß, diese Organismen imstande, PopOFSKY, Radiolarien. 255 sich vegetativ durcli Zwei- oder vielleicht Mehrteilung zu vermehren (Litholophus- Stadien). Nach- dem diese Teilstadien zu vollständigen Individuen herangewachsen sind (oder sich noch verschiedent- lich geteilt haben), tritt eine Ausscheidung von Skelettsubstanz um die Zentralkapselmembran auf und das Tier bereitet sich mit der so geschützten Zentralkapsel auf die Vermehrung durch Schwärmer vor. Vielleicht dient die vermehrte Skelettsubstanz auch dazu, das Tier sicherer und schneller in größere Tiefen gelangen zu lassen, in denen dann, wie etwa bei den CoUosphaeren, die Schwärmer- bildung erfolgt. Die Fänge der Deutschen Südpolar-Expedition geben leider darüber keinen Auf- schluß. Ist der Zentralkapselinhalt in Schwärmer zerfallen, so löst sich vielleicht die Skelettmasse und die Zentralkapselmembran (Lösung der Zentralkapselmembran erfolgt auch in diesem Stadium bei anderen Radiolarien), und die Schwärmer werden ins Freie entlassen. Andererseits deuten einige vollständig erhaltene Skelette (sowohl Stacheln als auch die vollständig intakte Schale fand sich bei diesen), die innerhalb der Schale vollständig ohne Weichkörper waren, darauf hin, daß der Zentralkapselinhalt vielleicht in Gestalt von Schwärmern die Schale verlassen hat ohne dieselbe zu lösen. Die Poren an den Stacheln (Perspinalporen) sind groß genug, um die Schwärmer zu entleeren. Daß eine solche Schalenbildung nicht vereinzelt unter den Acanthometriden dasteht, zeigt die oben erwähnte, von Mielck gemachte Beobachtung bei acanthochiasmaähnUchen Formen. Wahrscheinlich werden auch die übrigen Astrocapsa- Arten (mir lag nur eine vor) sich mit Acanthonia- Arten in eine ähnliche Beziehung bringen lassen, wie ich sie oben für Astrocapsa tritonis und Acan- thonia tetracopa {abcisa) angedeutet habe. Haeckel selbst (Chall.-Rep. 87, p. 796) erwähnt schön die Ähnlichkeit der Astrocapsida- Stacheln mit denen der Acanthonia, es heißt dort: ,,The twenty radial spines of all observeed Sphaerocopsida (sixteen species) agree perfectly with those of the Genus Acanthonia, and especially with Acanthonia tetracopa, A. denticulata &c." Die andere häufigere Acanthonia-Art, die gezähnte Stacheln besitzt, Acanthonia rhipidia gehört wahrscheinlich zusammen mit den drei Astrocapsidae, Astrocapsa stdlata, A. coronata und A. coronodon, die ebensolche Stacheln haben. Die dreizehn Arten der vier Genera, Astrocapsa, Sphaerocapsa,Porocapsa und Cenocapsa, werden, glaube ich, so zu zwei Arten zusammenschmelzen, von denen eine glatte, die andere an zwei Flügeln gezähnte Stacheln hat. Nach dem oben angedeuteten würde dann Acanthonia tetracopa und die Astrocapsa-Art mit glatten Stacheln wieder nur eine Art bilden, ebenso A. rhipidia mit der Astro- capsa- Art mit gezähnten Stacheln. Auch bei den Astrocapsidae, die hier in Betracht kommen, meine ich, werden die Stacheln nur an zwei Kanten gezähnt sein, eben weil die jüngeren Stadien, als welche ich die ebengenannte Acan- thonia rhipidia ansehe, ebensolche Stacheln besitzt. Haeckel beschreibt und zeichnet für alle Astrocapsidae mit gezähnten Stacheln stets vier Stachelflügel mit Zähnen. Sollte sich herausstellen, daß bei den Astrocapsa mit gezähnten Stacheln nur zwei Stachel- kanten gezähnt sind, so ist meines Erachtens die Identität mit Acanthonia spinifera unzweifelhaft. Diese Hinweise mögen anregen, in dem angegebenem Sinne weiterzuarbeiten, sollte mir dies- bezügliches Material zur Verfügung gestellt werden können, so wäre ich außerordentlich dankbar. Ich habe schon vorn betont, daß die Stellung der Astrocapsidae, wenn die Auffassung der Schale als äußerlich „versteinerte" Zentralkapselmembran berechtigt ist, bei den Acanthophracten eine Deutsche Südpolar-Expedition. X. Zoologie 11. 34: ^<^" 256 Deutsche SSdpolar-Expedition. zweifelhafte ist; wenn ferner durch mehr Beweismaterial der Zusammenhang mit den teilstadien- bildenden Acanthonia- (alsoAcanthometriden-) Arten erhärtet ist, d. h. dieAcanthonia in gewissen Stadien eine solche Schale ausscheiden, den größten (?) Teil ihres Daseins aber die t\-pische Acan- thometren-G estalt besitzen, so neigen sie eher zu den Acanthometren als zu den Acanthophxacten und wären aus der letzteren Gruppe zu entfernen. Bei der nun notwendigen Revision der Familie Astrocapsidae will ich nun nicht dem extrem erscheinenden obigen Hinweis folgen und die in Betracht kommenden 13 Arten zu zwei Arten zu- sammenfassen, obgleich sich viel dafür angeben läßt. So sind nach meinen Untersuchungen Acan- thonia tetracopa und Acanthonia rhipidia vom Norden zum Süden in allen drei Weltmeeren anzu- treffen und damit jedenfalls auch die, wie ich annehme, dazugehörigen beiden Astrocapsa-Arten, so daß die verschiedenen weit auseinanderhegenden Fundorte der Astrocapsa nicht Anstoß erregen können. Die Unterschiede in den 13 HAECKELschen Astrocapsa-Arten sind ferner unbedeutend, so die Gestalt der Aspinallöcher und -poren, ferner das Vorhandensein oder Fehlen eines Ringwalles um die kleinen Schalenporen. Letzteres und das Auftreten von unregelmäßigen Zähnchen am Rand der Aspinalplatten oder auf dem Ringwall der Poren sind vielleicht ebenso wie die variable Gestalt der Aspinallöcher auf ^'erände^ung durch Lösung zurückzuführen. Auch der Schalen- durchmesser, der bei den 13 Arten von 0,2 — 0,55 mm variiert, ist kein Hindernis sie zu zwei Arten zusammenzufassen, da bei der mir vorliegenden Astrocapsa tritonis der Schalendurchmesser von 0,19 — 0,45 mm schwankte. Die 13 Arten lassen sich jedoch, nachdem die verschiedenen Stachellängen, weil sie durch teilweise Lösung des Skeletts hervorgerufen sind, als Trennungsmerkmal zwischen den vier oben- genannten HAECKELschen Gattungen fortfallen, ohne Zwang zu nur sieben Arten vereinigen. Ich führe im folgenden die Synon}'mie an, der endgültige Name steht rechts: 1. Sphaerocapsa cruciata H. i 2. Astrocapsa tritonis H. J 1. Astrocapsa tritonis H. 3. Porocapsa murrayana H. j 4. Sphaerocapsa quadrata H. \ - ri ■ TT I 2. Astrocapsa quadrata (H.) Pop. 5. Lenocapsa nirwana H. ) r i \ > 6. Sphaerocapsa pavimenta H. 3. Astrocapsa pavitnenta (H.) Pop, 7. Porocapsa octodon H. 4. Astrocapsa Octadon (H.) Pop. 8. Sphaerocapsa dentata H. 1 _ . , ? , . /tt \ t> ^ t^ o. Astrocapsa dentata (H.) Pop. 9. Astrocapsa stdlata H. J 10. Astrocapsa coronata H. 11. Astrocapsa quadrifidu H. 12. Porocapsa tetrodon H. 13. Porocapsa coronodon H. 7. Astroatpsa coronodon (H.) Pop. Die ersten vier dieser sich so ergebenden sieben Arten haben glatte, die letzten drei gezähnte Stacheln. Ich will mich nicht mit den Diagnosen dieser Arten aufhalten. Sie unterscheiden sich voneinander außer durch das eben angegebene Merkmal durch folgendes: Poren einfach, nicht in Gruben ohne erhabenen Rand, Poren in Gruben mit Rand, Rand der Aspinalplatte oder der Ringwall der Poren mit Zähnen versehen. 6. Astrocapsa coronata H. PopoFSKT, Radiolarien. 9^7 Ol In antarktischen Gewässern sind von Haeckel (nach der obigen Synonvmie) Ästrocapsa dentata und A. coronodon festgestellt. Im Material der Südpolar-Expedition fanden sich die beiden nicht, wohl aber eine weitere Art, Ästrocapsa tritonis. Die zweite, bisher nicht weiter betrachtete Gattung Cannocapsa der Astrocapsidae ist in ant- arktischen Gewässern nicht vertreten. Jedoch sind zwei Arten: Cannocapsa stethoscopicum und C. tuhulosa ziemlich weit südlich im Atlantik vom ,,Challenger" gefangen worden, die eine in der Nähe von Tristan da Cunha, die andere nicht weit von der Ostküste Patagoniens. c^ Genus Ästrocapsa (B.) Pop. Gen. Ästrocapsa H. 1887, p. 798. Gen. Sphaerocapsa H. 1887, p. 797. Gen. Poroeapsa IL 1887, p. 800. Gen- Cenocapsa H. 1887, p. 802. Schale aus vielen kleinen Plättchen bestehend, die einer organischen Schicht (Zentralkapsel- membran?) ein- oder aufgesetzt sind. Schale mit vielen kleinen Poren, an den 20 vierflüc^liffen Stacheln mit je vier größeren ÖfEnungen ..Aspinalporen". ftfi. Ästrocapsa stellata H. Ästrocapsa stellata R 1887, p. 799. Taf. 133, Fig. 10. Sphaerocapsa dfiUala H. 1887. p. 798, Taf. 135, Fis. 9. Die vier Aspinalporen, von eiförmiger Gestalt, ein Kreuz bildend. Rand der um die Stacheln liegenden Aspinalplatten gezähnt durch unregelmäßig aufgesetzte Spitzen. Schalenporen klein, einfach, ohne umgebenden Eing. auch nicht in Gruben eingesenkt. Stacheln vierflüghg, Kanten der Flügel gezähnt (niir zwei?). Äußerer Stachelteil zwei- bis dreimal so lang wie der Schalen- durchmesser oder auch länger. Maße: Schalendurchmesser 0,3 — 0,4mm, Durchmesser der Zentralkapsel 0,2 — 0,3mm. Länge der äußeren StachelteUe 0,5 — 0,8 mm. Vorkommen : Nähe von Kerguelen, Challenger - Station 152, Oberfläche; Süd-Atlantik, Challenger- Station 332, 2000 Faden Tiefe. Aus den oben angegebenen Gründen sind hier zwei Arten Haeckels identisch gesetzt, der weiterzuführende Name ist Ästrocapsa stellata. Die Deutsche Südpolar-Expedition hat die ^rt nicht angetroffen. 67, Ästrocapsa coronodon (H.). Poroeapsa coronodon H. 1887, p. 801. Vier Aspinalporen zusammen einen Kreis bUdend. der vom Stachelkreuz durchbrochen wird. Rand der die Stacheln umgebenden Aspinalplatten mit 16 — 2-t dünnen, parallelen, aufgesetzten Zähnchen versehen, welche wie eine Krone jeden Stachel umstehen. Kleine Poren der Schale von einem hohen erhabenen Ring umgeben, der einen hohen gezähnten Rand trägt. Die Stacheln vierflüglig, Flügelkanten (alle?) gezähnt. Maße: Schalendurchmesser 0,55 mm. Vorkommen: Antarktis, Challenger- Station 1.54. Oberfläche. Solche Arten, wo die die Stacheln umgebenden Aspinalplatten am Rand mit erhabenem Rmg und aufgesetzten, imregelmäßigen Zähnen versehen sind, können auch mögUcherweise Cannocapsa- 34' 258 Deutsche Südpolar-Expedition. Spezies sein, deren die Stacheln umhüllenden kürzeren oder längeren TubuU einer fast völligen Lösung durch Seevvasser oder Konservierungsmittel anheimgefallen sind. Auch diese Art wurde von der Deutschen Südpolar-Expcdition nicht gefischt. 68. Astrocapsa tritonis II. Textfigur 23—25. Aslrocapsa Iritonis H. 1887, p. 799. Sphaerocapsa cmciata H. 1887, p. 798, Taf. 135, Fig. G, 7. Porocapsa Murrayana H. 1887, p. 800, Taf. 133, Fig. 7. Aspinalporen bilden zusammen einen Kreis- oder ein Quadrat mit konkaven Ecken. Rand der beiden Figuren glatt, nicht gezähnt. Aspinalporen selbst auch kreisförmig bis drei^rckig. Der Fig. 23. Astrocapsa tritonis. Kloines Exciiijilar mit exzentrischer Stachel- vcreinigiinj,'. Zentralkapsel angedeutet, x 6.50. Rand der Löcher für den Durchtritt der Stacheln ist vierzipfelig, nach außen in die Höhe geschlagen (Textfigur 24). Kleine Poren der Schale einfach, ohne umgebenden Ring, auch nidit eingesenkt, alle vier Flügel glatt; außerhall) der Schale etwa gleich breit, Stachelzentrum zu etwas abnehmend an Breite. Maße: Durchmesser der Schale 0,19 — 0,5mm, Fig. '24. Schalenstück von Astro- capsa tritonis. Loch für den Stachel- durchtritt in der Seitenansicht. x330. Fig. 2."). Schalensttick von Astro- capsa tritonis mit einem Loch, durch welches der Stachel hin- durchtritt. Letzterer im (,>iicr- schnitt kreuzförmig. Schale von feinen Poren d urchbrochen. A nsicht von oben, x 6.'>0. Stacheln lang und vierflügelig, innerhalb derselben nach dem PopoFSKY, Radiolarien. 259 Vorkommen: Nord-Atlantischer Ozean, Faröer-Kanal, J. Murray, 1880 und 1882 August, Oberfläche und in Tiefen von 40 — 640 Faden. Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation. In zwei Fängen vom 24. und 27. Febr. 1903. Verhältnismäßig viel Individuen. Farn. Dorataspidae (Pop. 1906 b, p. 36). Akantharien mit 20 im Zentrum vereinigten Stacheln und einer einfachen, fechten Gitterschale, welche aus gegabelten Ästen entsteht. Haeckel beschreibt im Challenger-Report drei hierher gehörige Arten aus den antarktischen Gewässern: Coleaspis occulta, Lychnaspis minima und Lychnaspis cataplasta. Ich wiederhole hier, was ich schon an anderer Stelle erwähnte, daß nämlich die meisten Coleaspis-Arten wahrscheinlich Hexalaspidae sein werden, das gilt vielleicht auch für die antarktische Form des Genus; in anderen Meeren konnte ich letztere noch nicht auffinden. Dagegen konnte ich für die beiden anderen Arten Lychnaspis minima und L. cataplasta namentlich für die häufigere erstgenannte Fundstellen auch aus warmen Meeresgebieten angeben. Diese beiden Arten werden demnach als eurytherme anzu- sprechen sein, wenn ich auch vermute, daß sie nicht zu allen Jahreszeiten im südUchen Kühlwasser- gebiet anzutreffen sein werden. Ich gebe die Diagnosen etwas abgeändert so wieder, wie ich sie (1906) bei der Revision der Acanthophracten festgestellt habe. Alle drei folgenden Arten sind von der Deutschen Südpolar- Expedition nicht gefangen worden. 69. Coleaspis occulta II. Coleaspis ocniUa H. 1887, p. 867. Coleaspis occulta Pop. 1906, p. 77. Alle 20 Stacheln von fast gleicher Größe und Gestalt, völlig verborgen in langen, sie umgebenden zylindrischen Hüllen (,, Mäntel"), die etwas länger als der Radius der Schale und an der abgestumpften Mündung mit einfachen spitzen Zähnen versehen sind. Jeder Mantel ist tief gefurcht, was nach Haeckel durch die Verwachsung zahlreicher paralleler, die Stacheln umstehender, blattförmiger Beistacheln hervorgebracht wird (?). Schale sehr dickwandig und undurchsichtig. Maße: Schale lang 0,08 mm, breit 0,06 mm. Stacheln und ihre Mäntel lang 0,05—0,06 mm. Vorkommen : Bisher nur ein Fundort. Auf der Höhe von Kerguelen , Challenger- Station 159, Oberfläche. Eine Abbildung ist bisher nicht veröffenthcht.' 70. Lychnaspis minima II. Lychnaspis minima H. 1887, p. 841, Taf. 134, Fig. 7, 8. Lychnaspis minima Pop. 19Ü6, p. 93, Taf. IX, Fig. 1, 2. Schale rund, aus 20 Gitterplatten, bestehend aus plumpen, runden, im Querschnitt etwa elUpti- schen Gitterästen. Die Nähte zwischen den Gitterplatten meist erhalten, oft mit deutlich auf- geworfenem Rand, selten verschwunden. Fünf- oder Sechseckigkeit der Gitterplatten meist deut- lich. In jeder Gitterplatte, an jedem Stachel, vier kleine, kreisrunde Aspinalporen, auf den Nähten, zur Hälfte zur einen, zur anderen Hälfte zur anderen Gitterplatte gehörig, fünf bis sechs runde Poren (Suturalporen). Letztere meist größer als die Aspinalporen. Stacheln komprimiert, dick, 260 Deutsche Südpolar-Expedition. im äußeren Teil entweder einfach konisch oder aber dicht über der Gitterschale etwas eingeschnürt und dadurch mehr lanzettlich; von sehr verschiedener Länge und Dicke, einmal bis zu fünf- und sechsmal so lang wie der Schalendurchmesser und bis zu einem Drittel so breit wie der Schalenradius. Stacheln im Innern der Schale meist dünn, nadeiförmig. Schale mit kleineren, zickzackförmigen Beistacheln besetzt, so lang bis doppelt so lang wie der Schalenradius Oft finden bei dieser Art Porenverschmelzungen und unregelmäßige Ausbildung der Gitteräste statt, so daß sie kaum zu erkennen ist (vgl. Pop. 1906 b, Tai IX, Fig. 2). Maße: Schalendurchmesser 0,05 — 0,075 mm, Aspinalporen 0,002 mm, Suturalporen 0,006 mm. Stacheln lang bis 0,45 mm, breit bis 0,011mm. Vorkommen: In den wärmeren Teilen aller drei Weltmeere , Antarktische Gewässer, Challenger- Station 154, Oberfläche. 71. Lyclinaspis cataplasta H. Lyehnaspis cataplasta H. 1887, p. 843. Lychnasins cataplasta Pop. 1906, p. 94, Tal. IX, Fig. 5. Schale kugelig, aus 20 Platten, Nähte zwischen den Platten erhalten oder geschwunden, Gitter- äste platt. In jeder Gitterplatte, an den Stacheln vier runde Aspinalporen, auf dem Rand der Platten acht bis zwölf (meist neun) unregelmäßig runde Suturalporen, meist größer als die Aspinalporen. Stacheln sehr dünn, wenig komprimiert, fast zylindrisch, von verschiedener Länge, einmal so lang wie der Schalendurchmesser (Atl., Sargasso-See) oder fünf- bis sechsmal so lang (Haeckel, Antarktis). Schale mit zierlichen, kleinen, zickzackförmigen Beistachebi besetzt, so lang oder länger als der Schalenradius. Maße: Schalendurchmesser 0,05 — 0,06mm, Aspinalporen 0,0015 — 0,005mm, Suturalporen 0,005—0,01 mm, Gitterbalken 0.002 mm breit. Vorkommen: Antarktische Gewässer, Challenger - Station 149. Auf der Höhe von Kerguelen. Außeidem Atlantischer Ozean, Sargasso-See, Plankton-Expedition (?). Farn. Phractopeltidae (Pop. li)Ot) l), p. iu6). Akantharien mit 20 Stacheln und zwei konzentrischen, echten Gitterschalen. Die eine Art, welche Haeckel aus den südlichen Gewässern erwähnt, Pantopelta icosaspis, habe ich kürzlich mit einer ganzen Anzahl anderer HAECKELScher Phractopeltidae zu einer Art, Dorypelta lithoftera, zusammengefaßt. Dorypelta iithoptem ist eine häufige in allen wärmeren Teilen der drei Ozeane heimische Art. Sie tritt wohl nur gastweise in antarktischen Gewässern auf. 72. Dorjpclla lilliopfera II. Synonymiesiclic l'di'. l'.HMi. p. I(i7. T.if. IX, Fii;. 7- II. 'Hil'. Xll. Fig. 1—3. Zwei konzentrische Sclialcn, jede aus 20 Gitterplatten gebildet. In jeder Gitterplatte, der äußeren sowohl wie der inneren Schale: zwei rundliche oder elliptische Poren an jedem Stachel (Aspinalporen). Auf dem Rand der Gitterplatten sechs bis zwölf unregelmäßig runde, meist zwei- bis dreimal kleinere Suturalporen. Schale meist außerhalb der zweiten Gitterschale an (allen oder) einem Teil der Stacheln mit zwei einfachen, gegabelten, oder, durch häufigere Gabelung entstehend. PoPOFSKY, Eadiolarien. 261 unregelmäßig verzweigten Apophysen oder Gitterplatten, die aber nicht zur Bildung einer dritten Gitterschale zusammentreten. Nähte der äußeren Schale erhalten, aufgeworfen oder verschmolzen. Stacheln dick, kräftig, komprimiert, oft zweischneidig, sehr lang, im Zentrum der kleineren, in der Zentralkapsel liegenden Gitterschale zu einer kleinen Kugel zusammentretend. Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0,08 — 0,11 mm, der inneren 0,03 — 0,05 mm, Stacheln breit bis 0,016 mm. Vorkommen: Atlantischer, Indischer, Pazifischer Ozean, in den warmen Teilen ziemlich häufig. Challenger- Station 157, 1950 Faden tief. Farn. Hexalaspidae (Pop. 190G, b, p. 113). Acanthophracten mit sechs in einer Ebene stehenden großen Hauptstacheln und 14 kleineren Nebenstacheln, die zu je sechs um die beiden Polstacheln angeordnet sind. Im Material der Deutschen Südpolar-Expedition fand sich ein allerdings schon ziemlich weit zerstörtes Individuum, welches ich nach den Größenverhältnissen als Hexalaspis heliodiscus an- spreche. Diese Art wird jedenfalls auch nur zeitweise in der Antarktis angetroffen weiden, in nordi- schen Gewässern trat sie auch durch den Golfstrom verschleppt auf. Sie ist sonst eine häufige und weitverbreitete Acantharie. 78. Hexaliispis heliodiscus II. Hexalaspis heliodiscus H. 1887, p. 875, Taf. liU), Fig. 2. Hexalaspis heliodiscus Pop. 1906, p. 115, T;if. XIII, Fig. 3—8. Hexonaspis heliosesirum H. 1887, p. 878. Hexonaspis hexapleura H. 1887, p. 879, Taf. 140, Fig. 15. Rosella triauyularis Pop. 1904, p. 5G, Taf. V, Fig. 2. Rosetta elegans Pop. 1904, p. 50, Taf. V, Fig. 3. Alle sechs Hauptstacheln von etwa gleicher Größe und Gestalt oder zwei gegenüberhegende Hauptstacheln größer als die anderen vier, selten mit undeutlichen Kanten auf den breiten Seiten. Schale an den Stacheln zipfelig in die Höhe gezogen. Alle Hauptstacheln komprimiert, dreieckig, breit, ungefähr so lang wie der Schalenradius. Nebenstacheln komprimiert, zweischneidig, so lang wie die Hauptstacheln, oft aber auch weit kürzer, stets viel weniger breit als diese. Um jeden Stachel zwei Aspinalporen und acht bis zwölf kleine, runde Suturalporen. Eigentliche Kämme, krusten- artige Erhebungen zwischen den Poren, nicht vorhanden, bei ausgebildeten Individuen liegen die Poren jedoch in die dicke Schale grubenförmig eingesenkt. Maße: Schalendurchmesser 0,08 — 0,1 mm. Länge der Hauptstacheln außerhalb der Schale bis 0,08 mm. Breite dicht über Gitterschale 0,03 mm. Vorkommen: In allen drei Weltmeeren verbreitet, ziemlich häufig. Deutsche Süd- polar-Expedition, Winterstatiou 15. Dezember 1902. Hatte ich schon kürzlich (1906, p. 115) Rosetta elegans, welche von mir als neue Acanthometride aufgestellt war, als Entwicklungsstadium zu Heralaspis heliodiscus angesehen, so möchte ich auch die andere Art des Genus Rosetta, R. triangularis'PoF. als ein solches betrachten. Das Genus Rosetta ist damit aufgehoben und die Familie Rosettidae nur auf eine Gattung, Trizona, mit einer eigen- tümlichen Art, T. Brandtii, beschränkt. 262 Deutsche Südpolar-Expedition. Legion Nassellaria. Unter-Ordimiiü: Plectoidea. Farn. Plagonidae (II. Cliall.-Kep. p. 908). Radiolarien mit ursprünglich „dreifüßigem'' Skelett, welches aus drei oder mehr radialen Stacheln gebildet wird, die von einem Mittelbalken oder aus einem Punkt entspringen ohne ver- bindende Gitteräste. 74^. Pla^onidiuni quadi-i;^eniinuiii H. Plagonidium quadrigeminum H. 1887. p. '.)14. Vier gleiche Radialstacheln, die paarweise von den Enden eines gemeinsamen Mittelbalkens entspringen. Stacheln zylindrisch, gebogen, acht- bis zehnmal so lang wie der gemeinsame Mittel- balken, in der distalen Hälfte gegabelt, Gabeläste gebogen, etwas länger als der basale Teil. Maße: Länge der Stacheln 0,18mm, des Mittelbalkens 0,02mm. Vorkommen: Challenger-Expedition, Station 159, Nähe der Kerguelen, Oberfläche. 75. Hexaplai^ia aataretiea II. Hexaplagia anlaretica H. 1887, p. 915. Sechs Radialstacheln, die von einem gemeinsamen Mittelpunkt ausstrahlen; je zwei stehen sich paarweis gegenüber und bilden drei Durchmesser, die leicht gebogen, dreiseitlich prismatisch sind, mit Seitenästen, welche wieder mit kleinen Seitenarmen versehen sind; alle drei Durchmesser kreuzen sich in dem gemeinsamen Mittelpunkt. Die drei Paare sind einander gleich, doch trägt der untere Stachel jedes Paares drei bis vier Seitenzweige an den drei Seitenästen und ist zwei- bis dreimal so lang wie der obere Stachel, der nur zwei Seitenäste trägt. Maße: Länge der oberen Stacheln 0,12mm, der unteren 0,3mm. Vorkommen: Challenger-Expedition, Station 157, 1950 Faden tief. Farn. Plectanidae (H. ChalL-Kep. p. i)i!)). Radiolarien, deren Skelett aus den verschmelzenden Seitenästen von drei oder mehr Radial- stacheln gebildet wird, die von einem Mittelbalken oder aus einem Punkt entspringen. Skelett entweder völlig unregelmäßig oder nur wenig regelmäßig, niemals eine regelmäßige Gitterschale bildend. 7r». riectopliora triacaiitlia n. sp. Taf. XXIX, Fi!,'. 1, Tiif. .\.\X, Fijr. 1. Drei Radialstacheln, von einem Punkte ausstrahlend, bilden die Kanten einer kleinen drei- seitigen flachen Pyramide. Die Basis der Pyramide wird von drei konvexen Bögen gebildet, welche die Stacheln miteinander verbinden und einen unregelmäßigen Ring bilden. In größerem Abstände, als die Entfernung von der Pyramidenspitze bis zum ersten Ring beträgt, ist ein zweiter unregel- mäßiger Ring angelegt, der mit dem ersten Ring noch durch eine Anzahl, meist drei, radiär ver- PopOFSKv, Radiolarien. • 263 laufender Skelettbrücken verbunden wird. Einer oder zwei der Radialstacheln verlaufen auch, bis zum zweiten Ring und noch über diesen hinaus, die anderen endigen schon am ersten Ring oder strahlen aus dem Skelett heraus (Fig. XXIX, Taf. 1, Stachel links). Auch diese sekundären Stacheln, welche den ersten und zweiten Ring verbinden, sind noch über den letzteren hinaus verlängert. Alle Skelettstücke sind dreikantig bis dreiflügelig, auch können noch kleine Seitenäste vorhanden sein, diese sind jedoch nur dornartig, kurz und in geringer Anzahl angelegt. Maße: Da die Objekte schon in Balsam eingeschlossen waren, kann die Länge der Stacheln nur in der Projektion bei Aufsicht auf den untersten Ring wiedergegeben werden, dieselbe beträgt so bis 0,05 mm. Breite des ersten Ringes 0,02 mm, des zweiten größeren Ringes im Mittel etwa 0,035 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar - Expedition , Winterstation 22. Juli 1902,0 — 385 m (zwei Exemplare). Die eine Zeichnung (Taf. XXIX, Fig. 1 ) ist bei Ansicht auf den untersten Ring, die andere (Taf. XXX, Fig. 1) bei schräger Ansicht auf die Pyramidenspitze gezeichnet. 77. Tetraplecta xipliacaiitha n. sp. Taf. XXIX, Fig. 2, 3. Vier Radialstacheln, die von einem zierlichen, kurzen, runden Mittelbalken ausstrahlen, und zwar als echte Stacheln des Dreistrahlers, wie ihn Jörgensen auffaßt. Nämlich ein Apikaistachel (in der Figur mit A bezeichnet) rückwärts und aufwärts gerichtet, ihm gegenüber ein Dorsalstachel (D) rückwärts und schräg abwärts gerichtet; diese beiden Stacheln am einen Ende des gemein- schaftlichen Mittelbalkens. Am anderen Ende stehen schräg abwärts, seitwärts und vorwärts ge- richtet die beiden Lateralstacheln (L). Die vier Stacheln entsprechen genau den viei Hauptstacheln des Plectacantha-TypusJöRGENSEN (1905, p. 124). Die Stacheln sind basal sehr dünn, so dünn wie der Mittelbalken, von dem sie ausgehen, sie verbreitern sich allmählich und werden dreikantig bis dreiflügelig, um im letzten Drittel ihre größte Breite zu erreichen und dann in eine einfache Spitze auszulaufen. An den Stacheln stehen zuerst in geringeren, dann in größeren Abständen bis zu vier Wirtel von schlanken, dünnen, gebogenen drei Seitenästen, die in Form zweier anein- ander gehängter Halbkreise von zwei benachbarten Stacheln zusammenlaufen, sodaß alle Stacheln durch solche Bogen miteinander verbunden sind. Die Bögen der einzelnen Wirtel sind wieder durch unregelmäßige, feine Skelettfäden verbunden, so daß ein feines, wirres Geflecht entsteht (welches später vielleicht noch kräftiger wird). Am distalen Ende der Stacheln finden sich oft noch drei in gleicher Höhe stehende Zähne, welche wohl als Neuanlage neuer Seitenäste zu deuten sind. Die kräftigsten Bögen liefern die dritten Wirtel. Bei jüngeren Exemplaren (Taf. XXIX, Fig. 2) sind die Stacheln schlank, dünn, lassen noch keine Dreikantigkeit oder Dreiflügeligkeit erkennen und erscheinen, da sie sehr dünn sind, oft gebogen. Die verbindenden Bögen und das unregelmäßige Netzwerk fehlen solchen Jugendstadien. Maße: Länge der Stacheln 0,11 mm, größte Breite derselben 0,004 mm. Abstand der kräftigsten Wirtel 0,042 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar - Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, 0— 385 m (zwei Exemplare). Deutsche Südpolar-Expedition. X. Zoologie. IL 35 264 Deutsche Südpolar-Expedition. Dumetuin nov. gen. Fig. Sü. Dreistrahler im Sinne von Jörgensen. Haeckel beschreibt (1887, p. 914, Taf. 91, Fig. 5) eigenartige einfache Plectoidea unter dem Gat- tungsnamen Plagiocarpa. Er sieht diese Formen als zu den wahrscheinlich ältesten der ganzen Nassel- larien-Gruppe gehörig an, indem der Apikalstachel und der gemeinsame Mittelbalken die Grundlage zum Sagittalring, die anderen drei Stacheln die drei Basalfüße daran bilden. Allem Anschein nach trifft das auch nach Haeckels Abbildung vom Plagiocarpa pro- cortina (1. c.) zu. Von dem bei der Betrachtung des Nassellarien- Skelettes von Jörgensen (190.5) zugrunde gelegten Dreistrahler (vgl. nebenstehende Textfigur 26) unterscheidet sich das Skelett von Plagiocarpa nur durch das Hinzutreten eines fünften Stachels, auf den Haeckel selbst keinen Wert legt. Dieser fünfte Stachel entsteht am ventralen Ende des Mittelbalkens und würde somit dem Ventralstachel des JöRGENSENschen Campylacantha-Typus (Fig. 29) entsprechen. Dieser Ventralstachel ist jedoch nicht in der Ver- längerung des Mittelbalkens schräg nach abwärts gerichtet, sondern wie der Apikalstachel schräg nach aufwärts (Textfig. 27, Vert.) und trägt bei Plagiocarpa oder deren phylogenetischen Nachkommen wohl sicher zur Bildung des Sagittalringes bei. Die neue Gattung Dumetum zeigt genau denselben Grundplan im Bau des Skelettes wie Plagiocarpa, also an einem Mittelbalken, am einen Ende, dorsal aufwärts, den Apikalstachel, dorsal abwärts den Dorsalstachel am anderen Ende ventral, seitwärts, abwärts, die beiden Lateral- stacheln und ventral aufwärts den dem Jörgen SENschen Ventral- stachel des Campylacantha-Typus etwa entsprechenden einen Stachel, den icli w ciicn seiner abweichenden Richtung besser als Vertikalstachel bezeichnen möchte (Textfig. 27). Diese neue Grundform des Nassellarien- Skelettes könnte vielleicht abgekürzt Plagiocarpa - Typus benannt werden. In diesem Plagiocarpa- Typus zeigen sich jedoch deutlich zwei Entwicklungsrichtungen; die eine, oben schon angedeutet, führt zur Bildung eines Sagittal- ringes mit Basalfüßen; die Zentralkapsel liegt dann innerhalb des Ringes also auf dem Mittelbalken, die andere zeigt keinerlei Andeutung zur späteren Ringbildung und die Hauptskelettbildung tritt unterhalb des Mittelbalken sein, indem sich ein Netzwerk aus den Seitenästen der drei abwärts gerichteten Stacheln bildet, welches dann die aucli ui\t crha 11) des Mittelbalkens gelegene Zentralkapsel umschließt; in dieser Entwicklungsrichtung liegt das neue Genus Dumetum, welches also denselben Gnmdplan des Skelettes besitzt wie Plagiocarpa, aber Zentralkapsel und Kon- zentration im Skelettbau unterhalb des Mittelbalkens hat. Vom Plectacantha-Tvpus (Jörgensen p. 124) (Textfig. 26) unterscheidet sich der Plagiocarpa- Typus eigentlich nur durch das Vorliaiidcnsein des Vertikalstachols, sonst stimmen beide sogar Fig. ■-'". Plagiocarpa-Typus. POPOFSKV, Radiolarien. 265 in der Bogenführung und den verbindenden Skelettstücken beim Weiterausbau des Skelettes sehr gut überein. Läßt man den Vertikalstachel, und dazu berechtigt seine Stellung, als Ventralstachel Jörgen SENs gelten, so kommt man zur Jugend- form des Campylacantha- Typus, der sich im aus- gebildeten Stadium nur durch zwei, nach Jörgen- SENs Meinung vielleicht als Ableger oder Seiten- äste des Dorsalstachels aufzufassende Seiten- stacheln (/, l, siehe Text- figur 29) unterscheidet, welche wie der Dorsal- Fig. 28. Plectacantha-Typus. Fig. 2U. Campylacantha-Typus. Stachel abwärts, seitwärts, dorsal gerichtet sind. Der Plagiocarpa-Typus leitet somit über vom Plectacantha- zum Campylacantha-Typus. Des besseren Verständnisses wegen wurden die den Typen entsprechenden Skizzen ähnlich denen von Jörgensen wiedergegeben. 78. Diiinetuni rectnin u. sp. T;if. XXIX, Fig. 4, 5; Taf. XXXVI, Fig. 1. Von einem sehr kurzen Mittelbalken — bei einigen Individuen schien der letztere überhaupt zu fehlen (Taf. XXIX, Fig. 5) und alle Stacheln aus einem Punkt zu entspringen — gehen an den Enden insgesamt fünf Stacheln aus, am dorsalen Ende der Apikal- und der Dorsalstachel, am ventralen Ende der Vertikal- und die beiden Lateralstacheln (über die Bezeichnungen siehe oben). Der Apikal-, Dorsal- und die beiden Lateralstacheln sind etwa gleich an Größe, kleiner ist der Vertikalstachel. Alle Skeletteile sind dreikantig bis dreiflügelig, auch der Mittelbalken. Der Apikalstachel ist nicht stark aufgerichtet, er weicht nur in einem kleinen Winkel von der Richtung des Mittelbalkens ab, im Gegensatz zu anderen Plectoidea-Arten. wo er fast senkrecht ist. Im unteren Drittel findet sich beim Apikalstachel der erste Wirtel, bestehend aus drei geraden, aus den drei Kanten hervorgehen- den Seitenästen, die wiederum einen Wirtel von drei kleinen Astchen tragen können. Auch der kleine Vertikalstachel trägt in der Mitte einen Wirtel von drei kräftigen Seitenästen, die in scharfe Spitzen auslaufen. Reicher verzweigt sind namentlich bei Individuen, welche mit dem Skelettbau fertig sind, der Dorsal- und die beiden Lateralstacheln. Der schräg nach abwärts gerichtete kräftige Dorsalstachel hat im unteren Drittel einen Wirtel von drei kräftigen Seitenzweigen; von diesen tragen zwei wieder je drei Seitenäste, welche mit den ihnen entgegenwachsenden entsprechenden Seiten- ästen der Wirtel der Lateralstacheln verschmelzen und so verbindende Skelettbrücken zwischen den einzelnen Stacheln herstellen. Weiter außen folgt am Dorsalstachel noch ein weiterer, kleinerer Wirtel, wie überhaupt die dem Mittelbalken am nächsten hegenden Seitenäste am längsten und kräftigsten sind. In der Abbildung (Taf. XXIX, Fig. 4) ist erst ein kräftiger Bogen, welcher den Dorsalstachel mit dem einen Ventralstachel verbindet, angelegt, der andere ist noch im Entstehen 35* 266 Deutsche Südpolar-Expediüon. begriffen, man kann nur die aufeinander loswachsenden Seitenäste der entsprechenden Wirtel der Seitenzweige erster Ordnung erkennen. Auch zwischen anderen Seitenästen können noch Ver- bindungen und Verwachsungen eintreten, so daß bei älteren Individuen ein unregelmäßiges Gitfer- werk von den Stacheln aus entsteht, welches die Zentralkapsel umgibt. Alle Skeletteile sind gerade und scharf zugespitzt. Bei einigen ausgebildeten Individuen erschien der Weichkörper sehr dunkel und undurchsichtig (ob infolge der Fixation?) und verhinderte daher auch ein näheres Studium des Maschenwerks dieser interessanten Art. Wie schon erwähnt, war bei einzelnen Individuen der Mittelbalken nicht gut oder überhaupt nicht vorhanden. Taf. XXIX, Fig. 5 ist ein solches beim Anblick auf den Apikalstachel dargestellt. Alle Stacheln scheinen aus einem Punkt zu entspringen und sind nur schwierig ihrer Stellung nach mit den entsprechenden Stacheln der normalen Individuen der Spezies zu identifizieren (Bezeich- nung der Stacheln durch Buchstaben wie in der Abbildung der gewöhnlichen Vertreter der Spezies Taf. XXIX, Fig. 4 und wie in den Textabbildungen). Die Art scheint leicht zur Varietätenbildung zu neigen, so könnte man ja die obige anormale Form ohne Mittelbalken schon von der normalen mit Mittelbalken als Unterspezies sondern. öfter treten jedoch noch eigenartige ,, Verkrüppelungen" ein, unmotivierte Biegungen und unregelmäßige Verzweigungen der Skelettbalken, so daß die Formen schwer zu identifizieren sind (Taf. XXXVI, Fig. 1). Als akzessorische Gebilde finden sich dann ferner die Kanten der Seitenäste mit deutlichen Zähnen versehen, welche vom Stachel senkrecht abstehen (Taf. XXXVI, Fig. 1) (nicht nach der Spitze des Astes gerichtet sind). Ich möchte jedoch von einer Unterteilung des Genus nach den genannten Merkmalen ab- sehen. Die Spezies gehört, nach meinem Material zu urteilen, zu den häufigeren Radiolarien des südlichen Eismeeres. Maße: Länge des Mittelbalkens 0,005 mm, Länge der Dorsal-, Apikal-, der Lateralstacheln 0,115 mm, größte Breite der Skeletteile 0,008 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation und Fahrt im Eise. 21. Juni 1902, 200 m; 25. August 1902, 150 m; 23. September 1902 300 m, 150 m (2 Exemplare, eins mit gezähnten Seitenästen); 10. November 1902, 150 m (Individuum mit gezähnten Seitenästen); 15. Dezember 1902, 350 m; 15. Januar 1903 (2 Individuen); 19. Februar 1903, 400 m (voll- ständiges Skelett); 15. März 1903, 0— 300 m (vollständiges Skelett). Aus den eben angegebenen Daten geht hervor, daß die Art das ganze Jahr über im südlichen Eismeer angetroffen ist. Es zeigte sich ferner, daß die Monate vom Juni an die jüngsten, die Früh- jahrsmonate die am weitest entwickelten Skelette lieferten, denn im März und Februar wucden Individuen gefischt, deren Skelett wie eine Kapsel die Zentralkapsel umgab. Vielleicht liegt in den Monaten, wo sie nicht als Art mit Skelett gefunden wurden, also im April und Mai die Zeit der Fortpflanzung und die Entwicklung von Scliwärmern zu skelottlosen Weichkörpern, die dann erst im Mai, Juni mit der Skelettbildung beginnen, welche dann im Laufe des Winters und Früh- jahrs zum Abschluß kommt. Die neue Gattung wäre, da die einzelnen Skelettstücke verbunden werden und ein einheit- liches unregelmäßiges Netzwerk bilden, der Unterordnung Plectoidea zuzuweisen und zwar der PopoF.SKY, Radiolarien. 267 Familie Plectanidae. Diese wird von Haeckel je nach der Zahl der Stacheln ob drei (Triplectida), vier (Tetraplectida), sechs (Hexaplectida) und zahlreiche (Polyplectida), in vier Unterfamiüen ein- geteilt, deren Namen in -Klammern eben wiedergegeben wurden. Da sich Dumetum keiner der alten Unterfamilien einfügt, mit seinen fünf Stacheln, so müßte es eine besondere UnterfamiUe bilden, falls die Einteilung in Unterfamilien nach dem angegebenen Prinzip Berechtigung hat. Desgleichen müßte, im Lichte der obigen Betrachtung auch Plagiocarpa in der Familie Plago- nidae nicht der Unterfamilie Tetraplagida mit vier Stacheln eingereiht werden, sondern eine be- sondere Unterfamilie für sich bilden, wegen seiner fünf Stacheln. Anhangsweise, ohne einen neuen Namen zu geben, erwähne ich hier eine Radiolarie, die an JöEGENSENs neues Genus Plectacantha erinnert, da anscheinend ein Apikaistachel {A in der Figur Taf. XXX, Fig. 3), ein Dorsal- und zwei Lateralstacheln xind eine Anzahl Primärbögen und unregel- mäßige Maschen vorhanden sind. Die Bögen zwischen den Stacheln verlaufen aber wesentlich anders als Jörgen sen für Plectacantha angibt. Da nur das eine Exemplar vorlag und dieses an- scheinend nur ein Jugendstadium darstellt, so habe ich davon abgesehen, darauf eine neue Art zu begründen. Man könnte sie vielleicht dem Genus Peridium zugesellen, welches, wie mir scheint, jedoch auch zahlreiche Jugendzustände von im Alter anders gebauten Radiolarien umfaßt. Uiiterordiiuiig Steplioidea. Farn. Semantidae (11. Cliall.-Rop. p. 953). Radiolarien mit einem Vertikalring (Sagittalring), an dessen Basis sich, senkrecht zu ihm, ein horizontaler Ring (Basal- oder Cortinarring) mit zwei, vier oder mehr großen Öffnungen an- schließt. 79. Semaiitis triforis n. sp. Taf. XXX, Fig. 2. Ein Sagittal- (Vertikal-) und ein Basalring (senkrecht dazu) ohne deutliche drei Basalfüße und Vertikalhorn. Basalring mit zwei Poren. Vertikalring fast oval, trapezförmig, dorsaler Ast gebogen, ebenso der apikale; ventraler Ast gerade. Am Vertikalring ist durch Verzweigung von jedenfalls paarweise stehenden Hauptästen (etwa sieben Paare) ein Netzwerk entstanden mit sechs größeren und vielen sehr kleinen Poren auf einer Seite des Ringes. Die äußeren jüngsten Ver- zweigungen sehr dünn, so daß der äußere Rand des Netzwerkes einen eigenartig zersplissenen Ein- druck macht durch die vielen feinen Fortsätze und Einschnitte. Das Netzwerk erstreckt sich über den dorsalen, apikalen und ventralen Ast des Vertikalringes, der basale Ast ist frei davon. Basalring mit zwei eiförmig bis dreieckigen Maschen. Auf jeder Seite anscheinend drei Paare von knöpf - oder warzenartigen Verdickungen, welche möghcherweise sich auch noch weiter verästeln können. Am basalen Ast des Sagittalringes schien eine unregelmäßig gestaltete Verlängerung, nach abwärts gebogen, zu sitzen. Maße: Höhe des Vertikalringes 0,021mm, Breite desselben 0,02mm. .)(5)^ Deutsche Südpolar-Expedition. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 5. Juli 1902, — 137m; nur ein Exemplar. Die Art erinnert an Haeckels Semantis hiforis, die in weniger entwickeltem Zustande mit unverzweigten, paarweise stehenden Warzen auf den Ringen ausgestattet ist, wahrscheinlich werden diese sich auch noch verästeln. Sie unterscheidet sich aber wesentlich von ihr durch die bedeutend geringere Größe (nur etwa ein Viertel so groß) und den anders gebogenen Vertikalring. SO. Semantis niicropora n. sp. Taf. XXX, Fig. 4. Ein Vertikal- (Sagittal-)ring und ein Basalring mit zwei Poren, ohne Basalfüße und Vertikal- lidiii. Dorsaler und basaler Ast des Sagittalringes wenig gebogen, fast gerade, ventraler Ast gebogen, Sagittalring daher trapezförmig mit runden Ecken. Dorsaler Ast mit vier Hohlkehlen und vier stumpfen Kanten. Von der Mitte des dorsalen Astes bis zum Anfang des basalen Astes verläuft um den Ring ein wahrscheinlich doppeltes ,, Geländer", welches von senkrecht vom Ring abstreben- den Ästen gebildet wird, die wieder durch dünne, bedornte Querbalken verbunden werden. Da- durch entstehen um den Ring eine Anzahl (fünf bis sechs) langgestreckter, viereckiger Poren. Basal- ring klein, nicht horizontal, sondern vom Vertikalring abwärts gerichtet. Die beiden Basalporen dreieckig, am weitesten nach außen liegend, mit je einer Ecke, die in Form eines Zähnchens vor- springt, versehen. Dort, wo basaler und ventraler Ast zusammentreffen, ein Paar von kurzen An- hängen. Maße: Höhe des Sagittalringes 0,05 mm. Breite desselben 0,037 mm. V () r k () m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 27. Oktober 1902, — 150 m; nur ein Exemplar. Man könnte versucht sein, diese beiden Arten der HAECKELschen Gattung Glathrocircus zu- zuweisen, da sich außer den Basalporen noch Poren am Ring befinden. Die von Haeckel be- schriebenen Clathrocircus sind jedoch wesentlich anders gebaut, auch besitzen sie vier oder mehr Basalporen. Die beiden Arten schließen sich wegen ihrer zwei Basalporen am besten der Gattung Semantis an. 81. Heniiintisciis j^racilis ii. sp. T.if. XXX, Fijr. 5. Ein Sagittal- und ein Basalring, letzterer mit sechs typischen Basalfüßen, wovon wahrschein- lich die in der Figur mit 2 — 4 bezeichneten mit dein mit 1 bezeichneten Dorsalstachel zu dem ur- sprünglichen Dreistrahler im Sinne von Jörgensen gehören. Die übrigen sind akzessorische Gebilde. Sagittalring anscheinend halbkreisförmig, kleiner im Durchmesser als eine der beiden ,, Poren" des Basairinges, welche etwas nach unten geneigt sind. Skelett zierlich und dünn. Außer den sechs Basalfüßen finden sich nach außen und innen strahlend an dem Basalring noch kleinere Stacheln. Maße: Breite des Sagittalringes 0,02 mm, Längsdurchmesser des eingeschnürten Basal- ringes 0,043 mm, Querdurchmesser 0,02 mm, Länge der Basalfüße bis zu 0,05 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 19. Februar 1903, — 400 m; zwei Individuen. PopoFSKY, Radiolarien. 269 Die kleinen Stacheln, welche am Skelett vorhanden sind, deuten darauf hin, daß die Skelett- entwicklung noch nicht zum Abschluß gekommen ist, also vielleicht ein Entwicklungsstadium vorliegt, Uiiterordiuiiig Spyroidea. Farn. Zygospyridae (H. Chall.-Rep. p. 1022). Eadiolarien mit vollständiger Gitterschale, bestehend aus einem zweiteiligen Kopf, der durch einen Sagittalring eingeschnürt wird. Eine Kuppel auf dem Kopf (Apikal-Kuppel = Galea Haeckels) und ein Thorax, d. h. ein zweites, am Kopf hängendes Skelettstück, fehlen. Die beiden hierhergehörigen neuen Arten gehören dem Genus Tripospyris an und zwar wahr- scheinlich dem ersten Subgenus Tripospyrantha, da anscheinend nur zwei große Poren in der das Köpfchen abschließenden Basalplatte vorhanden sind. Mit Sicherheit ließ sich letzteres jedoch nicht feststellen, da die Organismen schon in Balsam eingeschlossen vorlagen und ein Drehen und Wenden unter dem Mikroskop dadurch unmöglich gemacht wurde. S2. Tripospyris biloculata n. sp. Taf. XXX, Fig. 7. Schale biskuitförmig mit deutlicher sagittaler Einschnürung. Der einschnürende Ring deutlich und breit erkenntlich. Basalplatte mit zwei großen Poren und drei Füßen (Cortinarfüßen), d. h. stachelartigen Anhängen besetzt. Ein besonders gestalteter „Caudal"-Fuß (in der Abbildung der mittelste) und zwei paarweis gleichgestaltete „Pectoral"-Füße. Der Caudalfuß, welcher in der Seiten- ansicht beim Anblick auf die Einschnürung als Fortsetzung des einschnürenden Ringes erscheint, ist mit einer erhabenen Leiste versehen, also anscheinend dreifiüglig, wie auch die Pectoralfüße. Von letzteren unterscheidet er sich aber dadurch, daß von seiner Spitze nach dem Köpfchen noch zwei paarweis gleiche Skelettbögen mit einem nach außen gerichteten Zahn verlaufen. In der Mitte der Faszialplatte, auf die man bei Ansicht auf die Einschnürung blickt, liegen drei Paar große Poren, paarweis angeordnet, welche den in der Wandung liegenden Ring begleiten. Der übrige Teil der Schale ist von großen Poren durchsetzt, deren Durchmesser sehr verschieden ist; sie sind von un- regelmäßig runder Form. Auf dem Ring verläuft eine sehr dünne erhabene Leiste. Auf dem Kopf sitzt ein kurzes schmales dornartiges Apikalhorn, welches kaum ein Viertel so lang ist wie die Füße. Maße: Höhe der Schale (bei der Einschnürung gemessen) 0,07 mm, größte Breite 0,116 mm, Länge der Füße 0,03 mm, Länge des Apikalhornes bis 0,002 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation :U. Januar 1903, — 150 m; nur 1 Exemplar. 83. Tripospyris bicornis n. sp. Tai. XXX, Fig. 6. Schale oval mit nicht sehr deutlicher sagittaler Einschnürung. Der Sagittalring, welcher in der Wandung der Schale liegt, ist breit und deutHch erkenntlich. Auf ihm verläuft ein breiter er- habener Grat. Die den Kopf abschließende Basalplatte besitzt zwei Poren, welche durch den Ring voneinander geschieden werden, sie trägt auch die drei Füße (Cortinarfüße Haeckel), d. h. drei Stachelanhänge. Ein großer Unterschied zwischen den drei Füßen scheint nicht zu bestehen. 270 Deutsche Südpolar-Expedition. Der Caudalfuß erscheint wieder beim Blick auf die Einschnürung als Verlängerung des Ringes Er ist, wie die andern Füße, dreiflüglig, mit drei scharfen erhabenen Kanten. Der auf der Mitte entlanglaufende Flügel teilt sich am Grunde des Fußes, an der Basalplatte gabiig in zwei Flügel, welche bis in die Gegend der untersten großen Fascialporen verlaufen und dort endigen. Die beiden anderen Flügel münden im Bogen in die entsprechenden Flügel der beiden anderen Füße (Pectoral- füße) ein. Auch die beiden Pectoralfüße sind durch Erweiterung, Verlängerung und Verwachsung der Flügel mit ebensolchen segelartig ausgespannten dünnen Skelettblättchen verbunden. Auf diese Weise wird die Öffnung der Schale von einem ausgeschweiften Zaun umgeben, welcher die Füße als Pfosten benutzt. Der Caudalfuß ist der schmalere und kürzere, die beiden Pectoralfüße sind wieder paarweis gleichgestaltet, alle drei Füße sind ein wenig der Schalenöffnung zugebogen. Die Mitte der Fascialplatte, auf welche man bei Ansicht auf die Einschnürung blickt, zeigt wieder paarweis geordnet und den Ring begleitend sechs große Poren. Die übrigen Poren sind unregel- mäßig rund und von sehr verschiedener Größe. Die Schale wird von zwei kurzen dicken, pyramidenartigen Apikalhörnern gekrönt, welche dem Scheitel des Ringes aufsitzen. Maße: Höhe der Schale über der Einschnürimg gemessen 0,07 mm, größte Breite 0,11 mm, Länge der Füße 0,04 mm, Länge der Hörner 0,009 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Fahrt im Eise 15. März 1903, — 50m; nur 1 Exemplar. Farn. Tholospyridae (II. (Iiall.-Kep. p. lü77). Schale bestehend aus einem, durch eine sagittale Einschnürung zweiteiligen Köpfchen, dessen aboralem Pol noch eine Kuppel (Galea) aufgesetzt ist. Ein an den Kopf sich anschließendes Brust- stück (Thorax) fehlt. 84. Pjlospjris deiiticulata (Eukenhero). Lithdholnis dmlimhdu EnRExnERc; 1844, Mdiiatsber. d. K. Akad. d. Wiss. Berlin p. 203. Lilhüjicm (lenlieuliitu Ehre.\herg 1872, Abhandl. d. K. Akad. d. Wiss. Berlin, p. 297, Taf. XII, II, Fig. 7. Pyloffpijris denticulata H. 1887, p. 1083. Schale dornig mit leichter Einschnürung zwischen Kuppel und Kopf und tiefer sagittaler Ein- schnürung. Mit unregelmäßigen rundlichen Poren von variabler Größe. Kuppel (Galea) halbkuglig, ungefälir halb so lang und so breit wie der nußförmige Kopf. Keine symmetrisch angeordneten größeren Poren. Basalfüße und Apikalhorn fehlen. Maße : Kuppel lang 0,04mm, breit 0,06mm, Kopf lang 0,08mm, breit 0,1 nun. Vorkommen: Antarktis, Ehrenberg. Im Eis eingeschlossen. Farn. Anclrospyridae (II. ChalL-Kep. p. 1090). Schale am aboralen Pol mit Kuppel, welche dem sagittal eingeschnürten Kopf aufgesetzt ist, am oralen Pol setzt sich an den Kopf ein Bruststück (Thorax) an. S.'). Aiidrospjris aptcnodjios II. AnihoKpijris aplnuxhiles II. 1887, |). KIH.'!. Schale mit drei freien Basalfüßen und einem einfachen Apikalhorn. Gitterwerk der dreiteiligen Schale nicht schwammig. Schale glatt, mit einer leichten sagittalen Einschnürung und einer eben- PopoFSKY, Radiolarien. 271 solchen, welche die Kuppel vom Kopf trennt. Poren der Schale unregelmäßig rundlich. Kuppel halbkuglig, mit einem kurzen konischen Hörn, ungefähr so groß wie das rundliche Köpfchen und halb so groß wie der orale Brustteil (Thorax). Die drei Füße erheben sich unmittelbar unter der Einschnürung, welche Kopf und Brust trennt. Sie sind gleich, divergent, gebogen, ungefähr so lang wie das Köpfchen und sind nicht Endanhänge, sondern Seitenanhänge des Thorax. Maße: Länge der Schale 0,2 mm. Breite 0,05 — 0,07 mm. Vorkommen : Antarktis, Challenger-Expedition Station 157, 1950 Faden tief. IJnterordiiiina; Cyrtoidea. Farn. Tripocalpidae (H. Chall.-Rep. p. 1133). Cyrtoidea mit einfacher nicht weiter gegliederter Schale, welche also nur aus einem Kopf mit drei radiären Apophysen besteht. Als in diese Familie gehörig hat Jörgen sen eine Anzahl Arten und neue Gattungen beschrieben, welche auf eine sehr genaue Untersuchung der im Skelett vorhandenen Hauptstacheln gegründet sind. Da mir nur wenige Individuen zur Untersuchung zur Verfügung standen, so sind die folgenden Phormacantha-, Protoscenium und Peridium-Arten nicht immer mit Sicherheit zu identifizieren gewesen, da die zum Teil schwer auffindbaren Gattungsmerkmale nicht alle gefunden werden konnten. Eine sehr zweifelhafte Stellung nehmen meiner Ansicht nach — auch Jörgensen erwähnt etwas Ähnliches — die Peridium-Arten ein, da sie wohl mehr oder weniger nur Entwicklungsstadien von Dicyrtiden und Tricyrtiden sind. 86. Plioriiiacantha lijstrix (Jöroensen)? Taf. XXX, Fig. 8. Perjdium hystrix Jörg. 1899, p. 76. Phormacanthu hystrix Jörg. 1905, p. 132, Taf. XIV, Fig. 59— 63. Da mir nur vier schwer zu entziffernde Individuen vorlagen, so bin ich im Zweifel, ob die Spezies hier richtig bestimmt wurde. Phormacantha soll einen Dorsal-, Apikal-, zwei Lateral- und einen Ventralstachel besitzen, die sich, wie sie in der Fig. XXX, Taf. 8 bezeichnet sind, auch aus dem Skelett der mir vorliegenden Radiolarien herauslesen lassen (vgl. die Bezeichnung durch An- fangsbuchstaben). Jedoch ließen sich die drei Primärbögen wie sie bei Plectacantha vorkommen und sich auch hier finden sollen, nicht deutlich auffinden. Die hier wiedergegebene Figur entspricht etwa Jörgen sens (1905) Taf. XIV, Fig. 59 c. Das Maschenwerk ist unregelmäßig, außen mit dornigen Beistacheln besetzt. Das gezeichnete Individuum könnte auch noch zu Plectacantha ge- hören und ist vielleicht ein Jugendexemplar von Phormacantha, wie Phormacantha möglicherweise auch noch nicht das Endziel der ontogenetischen Entwicklung ist und später zu Dicyrtiden führt. Maße: Länge des Netzwerkes 0,05 mm. Breite desselben 0,04 mm. Vorkommen: Westküste Norwegens ziemlich oft, jedoch nicht in größeren Individuen- zahlen in Tiefwasserfängen. Deutsche Südpolar -Expedition, Winterstation 6. August 1902, 0— 350 m (1); 0— 200 m (3). Deutsche SUdpolar-Expedition. X. Zoologie. II. öO 272 Deutsche Südpolar-Expedition. 87. Protosceuiuni siinplex (Cleve)? Taf. XXX. Fig. f). Pledanhm aimplex Cleve 1899, Taf. .3, Fig. .3. Pruloscoiium simplex Jürgex.sen 1905, p. 13.3, Taf. X\', Fig. C9. Protoscenium auch ein von Jörgensen aufgestelltes neues Genus, soll Apikal-, Dorsal-, zwei Lateral- und einen Ventralstachel besitzen; von Phormacantha unterscheidet sich das Genus da- durch, daß zu den drei basalen Grundbögen, die schon bei Plectacantha vorhanden sind, noch sechs apikale Bögen dazukommen. Die basalen Stacheln bilden eine flache Pyramide, der Apikalstachel ist am besten entwickelt. Am Apikalstachel und Ventralstachcl ist der erste Wirtel gut entwickelt, bei den drei basalen Stacheln jedoch fehlt jedesmal der abwärts und auswärts zeigende Zweig. Alle Hauptstacheln besitzen daher einen Mittelstamm, der etwa so lang ist wie die Primärbögen (über die anderen Bögen vgl. Jörgensen 1905, p. 133). Außer den genannten Skelettstücken bilden sich noch weitere aus, so daß eine mit Dornen und kleinen Stacheln besetzte flache Kuppel entsteht. Die Zeichnung Taf. XXX, Fig. 8 stimmt gut mit Jörgensens Abbildung überein, die Hauptstacheln sind dort durch ihre Anfangsbuchstaben bezeichnet. Maße: Durchmesser des Netzwerkes bis 0,07 mm. Vorkommen : Nordmeer 78" N. 3» W. Tiefseefang; 56» N., 36» W. Cleve. An der norwegischen Westküste nach Jörgensen selten und einzeln, Januar 40 Seemeilen NW. von Gaulcvaerö, 0— 700 m. Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 27. Oktober 1902, 0—350 m; je 1 Exemplar. 88. Perldiuni niinntuni ii. sp. Taf. XXX, Fig. 10. Diese Art ist eine der kleinsten der ganzen FamiHe, mißt doch das Skelett kaum 2 u im Durch- messer. Über die Zugehörigkeit dieser Art zu Peridium kann man zweifelhaft sein. Das Skelett besteht aus einem unregelmäßig kugligen, verhältnismäßig grobmaschigen Netzwerk, namentlich liegen auf der in der Abbildung nach unten gekehrten Seite zwei große Poren, die wie die anderen unregelmäßig rundlich sind. An dem Skelett waren vier kurze dornige Stacheln bemerkbar, von denen wohl drei der Basis, einer der Spitze angehörte, also wohl Apikal-, Dorsal- und zwei Lateral- stacheln ausmachen; mehr wurden nicht gesehen, auch über ihren inneren Zusammenhang nii hts ermittelt. Maße: Durchmesser des Skelettes 0,025 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, 0—385 m; 1 Exemplar. Etwa ähnlich gestaltet ist die folgende Art, die auch nur deutlich vier Stacheln zeigt, während Peridium nach Jörgensen fünf Hauptstacheln besitzen soll, nämlich Apikal-, Dorsal-, zwei Lateral- und einen Ventralstachcl, die Primärbögen sollen wie bei Plectacantha, das Netzwerk geschlossen sein. Nach Haeckel soll Peridium ein geschlossenes Köpfchen ohne innere Spindel, ein llnrn und drei Ba.salfüße tragen. Nacli der llAECKELschen Definition würde die Spezies sicher zu Peridium gehören, und .stelle ich sie dalier audi zu diesem Genus. PopoFSKY, Radiolarien. 273 89. Peridium qnadrispiculum n. sp. Taf. XXXI, Fig. 1. Skelett etwa wie ein rechtwinkliger Kugelsektor, grobmaschig mit unregelmäßig runden, sehr verschieden großen Poren. An der Basis mit drei dünnen spitzen Basalstacheln, die aber nicht abwärts, sondern seitwärts gerichtet sind. Auf dem Kopf, in der Wandung der Schale schon sichtbar verlaufend, ein schlankes, nadeiförmiges Hörn, fast so groß wie der Skelettdurchmesser. Das Skelett der Art ist sehr klein, nur wenig größer als das der vorigen Art. Maße: Skelettdurchmesser 0,03 mm, Länge der Stacheln 0,023 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 15. Dezember 1902, — 350 m; nur 1 Exemplar. 90. Peridium piriforme n. sp. Taf. XXXI, Fig. 9. Skelett ei- oder birnenförmig, nur der Kopf vorhanden, der am spitzen Ende geschlossen ist und dort die Basalfüße trägt. Seitlich am breitesten Teil des Skelettes tritt ein Hörn heraus, an dem einige kleine Dornen sitzen; dieses Hörn läßt sich als Stachel in der Skelettwandung weiter- verfolgen bis zur Basis. An dieser sitzen die drei Basalfüße, von denen zwei anscheinend gleichartig gebaut sind (Pectoralfüße) und der dritte (Caudalfuß) im Bau abweicht. Die Pectoralfüße, von denen der eine im vorliegenden Exemplar leider abgebrochen war, sind kräftig, zylindrisch, schräg nach außen gerichtet. Gegen das Ende schwellen sie an, und lösen sie sich in viele (12 — 15) haar- artige, kurze Stachelchen auf, die wie ein Haarbusch eine im Endknoten Hegende Pore umgeben (letztere ist wohl nur eine zufällige Bildung). Der Caudalstachel ist etwa ebenso lang, wie die Pectoralfüße, doch bedeutend dünner, schlank, konisch zugespitzt, pfriemförmig und am Ende unverzweigt. Über die Schale verstreut, namentlich von dem in der Wandung liegenden Stachel ausgehend, liegen eine Anzahl dünner, schlanker, oft mit Nebenästen versehener Stacheln, die bis- weilen den Längsdurchmesser der geschlossenen Schale an Größe übertreft'en. Die Poren in letzterer sind unregelmäßig rund und von verschiedener Größe. Maße: Längsdurchmesser der Schale 0,06 mm, größte Breite derselben 0,046 mm, Länge der Pektoralfüße 0,04 mm, Breite derselben 0,005 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, 0— 385 m; nur ein Exemplar. Farn. Cyrtocalpidae (H. Chall.-Rep. p. 1178). Cyrtoidea mit einfacher, nicht weiter gegliederter Schale, ein Köpfchen ohne radiäre Anhänge (Basalstacheln und Flügel). Nicht radiär gebaute Monocyrtida. 91. Mitrocalpis araneafera d. sp. Taf. XXX, Fig. 11. Schale aus nur einem Köpfchen bestehend, eiförmig, gegen die enge Mündung zugespitzt, am aboralen Pole breiter, aus unregelmäßig runden oder polygonalen, mit ausgerundeten Ecken ver- sehenen Maschen bestehend Poren von sehr verschiedener Größe. Die dazwischenUegenden Gitterbalken ziemlich dünn. Maschen am weitesten an dem oralen Pol, also an der Mündung der 36* 974 Deutsche Südpolar-Expedilion. Schale. Auf der inneren Schale erhebt sich, zerstreut über die ganze Oberfläche derselben, eine große Zahl kurzer Stacheln, die in einiger Entfernung von der inneren Schale eine unregelmäßige zweite Hülle bilden, welche wie zartes Spinnengewebe die innere Schale umgibt. Die Oberfläche dieser zweiton Hülle ist nicht glatt, sondern unregelmäßig. Wie die am Rand stehenden Stacheln zeigen, können auch benachbarte Stacheln ineinanderfließen und noch Poren einschließen. Nach der Schalenmündung zu nimmt das Spinngewebe ab, um an der Mündung ganz zu verschwinden, so daß dort nur die Stacheln sichtbar sind. Diese sind hier etwas größer, als sie an den sonstigen Teilen der Schale sind. In der Figur (Taf. XXX, Fig. 11) ist die zweite äußere Spinngewebhülle nur am Rand im Querschnitt gezeichnet. Maße: Länge der inneren Schale 0,21 mm. Breite derselben 0,133 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition. Fahrt im Eise 15. März 1903, — 300m; ein Exemplar. Die neue Art unterscheidet sich von der einzigen bisher bekannten Mitroailpis palliuta H. durch die bedeutend geringeren Dimensionen, ferner dadurch, daß die Oberfläche der zweiten Hülle nicht glatt, sondern mehr ungleichmäßig ist, daß weiter der Schalenmund eine Anzahl größerer Beistacheln trägt. Farn. Tripocyrtidae (II. Chall.-KciJ. p. 1192). Cyrtoidecn mit zweiteiliger Schale, einem Kopf und einem durch eine Kragen-(Collar-)Ein- schnürung abgesetzten Bruststück. Schale mit drei radiären Anhängen. Zu dieser Familie gehören viele antarktische Radiolarien, und zwar vor allem solche, welche in größeren Individuenzahlen auftreten und fast in jedem Fang zu finden sind. 'A'i. Dictyophiiiius ^[^racilipes Hailey? Taf. XXIX, Fig. 7, 8; Taf. XXXI, Fig. 15; Taf. XXXIV, Fig. (i. Didyophimus grarüippn Bailey, 1856, Anicr. .loiim. Sti. and Arts, vol. XXII, p. 4, Taf. I, Fig. 8. Dichfrjihimus gracilipen H., 1887, p. 1108. Schale bestehend aus einem Kopf und Thorax an der Mündung weit geöffnet. Kopf und Thorax durch tiefe Krageneinschnürung getrennt. Verhältnis der beiden Schalenstücke zueinander = 1:3, Breite = 1:4. Kopf halbkuglig, mit einem dünnen Hörn; letzteres ist pyramidal, drei- kantig, ebenso dick wie die Füße und so lang wie der Kopf. Die Poren des Kopfes sind klein, un- regelmäßig rund, wie die Poren des Thora.x. Letztere sind größer imd unregelmäßig polygonal l)is rundlich. Der Thorax setzt sich aus drei gewölbten Netzen zusammen, welche sich zwischen drei, in der Wandung als deutliche Kanten herablaufenden Rippen ausspannen. Die.se Rippen sind verlängert in drei lange und schlanke dreiseitlich prismatische Füße. Sie sind zwei- bis dreimal so lang wie der Schalendurchmesser. Maße: Kopf lang 0,02 mm, breit 0,028—0,03 mm, Thorax lang 0,05 mm, breit 0,08 mm. Vorkommen: See von Kamtschatka, Baii.ky, Nord-Pazifischer Ozean, Challenger- Expedition, Station 240, Oberfläche. Deutsche Südpolar-Expedition. Winterstation 22. Juli 1902, — 385 m; vier meist jugendliche Exemplare. In Taf. XXIX, Fig. 8 ist ein jugendliches Exemplar dargestellt, bei dem nur das zierliche Köpf- chen und die Füße entwickelt .sind, ein ebensolches Individuum, jedoch auf die Schalenöffnung PoPOFSKY, Radiolarien. 275 gesehen, zeigt Taf. XXXI, Fig. 15. Taf. XXIX, Fig. 7 stellt ein Individuum dar, welches im Begriff ist, den Thorax anzulegen (Seitenansicht), und Taf. XXXIV, Fig. 6 veranschaulicht ein fast ausge- bildetes Exemplar, bei Ansicht auf den Kopf von unten. Hier wird deutUch erkenntlich, daß die drei Füße und das Apikalhorn nicht frei endigen, sondern zusammenlaufen und den Grundtypus des Ske- lettes zeigen, welchen die Stacheln beim Plectacantha-Typus besitzen. Es sind nämhch vorhanden : ein Dorsalstachel (= Apikalhorn, D), ein Apikaistachel (A), zwei Lateralstacheln (Li, Lj) und ein Ventralstachel (V). Alle Stacheln sitzen an einem gemeinsamen Mittelbalken. Jörgensen hält es für nicht angebracht, diese schon hoch differenzierten Formen an die Spitze der Dicyrtiden zu stellen, er stellt vielmehr dorthin das Genus Lithomelissa. 93. Dictjophimus planctonis n. sp. (?) Taf. XXXII, Fig. ü. Kopf und Brust nicht deutlich voneinander durch eine Einschnürung abgesetzt. Kopf drei- eckig, mit einem kräftigen, langen, dreikantigen, pyramidalen Hörn, welches etwas länger als der Kopf ist. Brust nur wenig erweitert, fast dreiseithch prismatisch in den drei Kanten verlaufen undeutlich die drei kräftigen, dreikantigen, pyramidalen Eckfüße, welche über den Rand der Brust frei hinaustreten, etwa so lang wie die Hälfte der Länge des ganzen Skelettes beträgt. Die drei Füße verlaufen fast parallel, nur wenig gegen die Spitze des Kopfes zusammengeneigt. Schalen- wand mit kreisrunden, verschieden großen Poren besetzt, Kopf sowohl wie Brust. Rand der Brust mit wohl nur vorübergehend vorhandenen, kleinen, unregelmäßig gestellten Stacheln besetzt, welche später die neu zu bildenden Poren trennen, ein Zeichen, daß die Skelettbildung noch nicht abgeschlossen ist. Maße: Länge des Kopfes und Thorax zusammen 0,05 mm, Länge des Hornes und der Füße 0,03 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar -Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, 0—385 m. Ein junges Exemplar. 94. Litlioinelissa Jörgenseni n. sp. Taf. XXXI, Fig. 4, 5, 11, 12. Schale aus Kopf und Thorax bestehend, beide gehen allmählich ineinander über, eine Kragen- einschnürung nur selten angedeutet. Schale glockenförmig bei normalen Individuen, aber oft auch mit unregelmäßigen Ausbuchtungen und Wülsten. Kopf mehr oder weniger halbkugeUg, mit einem kräftigen, meist pyramidalen, dreikantigen, etwas dem Gipfel des Kopfes zu gebogenen Hörn (der Dorsalstachel, D) und im Nacken, an der Einschnürung, mit einem kürzeren, ebenso gestalteten Hörn (dem Ventralstachel, V). Außer diesen beiden ist der Kopf mit einer Anzahl kleinerer oder größerer Dornen bedeckt. Außer dem Dorsal- und Ventralstachel, die am Kopf die Schale durch- brechen, ist ein Apikalstachel vorhanden, welcher den Thorax am unteren Ende verläßt und oft als ein gegitterter, geflügelter Anhang ausgebildet ist (vgl. Taf. XXXI, Fig. 12, A), zuweilen aber nur kurz und dornenartig aussieht. Die beiden Lateralstacheln (L) treten in Form von je zwei, also im ganzen vier dornenartigen Stacheln am oberen Teil des Thorax an die Oberfläche. Der Kopf ist mit unregelmäßig runden, meist kleinen Poren dicht besetzt, die nach der Mitte des Thorax an Größe zunehmen, um bei älteren Individuen schließlich sich gegen den Rand desselben wieder zu 276 Deutsche Südpolar-Expedition. verkleinern. Auffällig groß und im Viereck gestellt, sind auf dem Thorax meist vier Poren angelegt, welche den Apikalstachel umgeben. Bei jüngeren Individuen ist, wie schon erwähnt, die ganze Schale glockenförmig, bei älteren wächst der Glockenrand weiterund verengt sich allmählich. Bei einem Individuum (Taf. XXXI, Fig. 12) war die Schalenmündung schon fast völlig geschlossen, ich zweifle deshalb auch nicht daran, daß bei vollständigen Individuen erst dann das Skelett vollendet ist, wenn die Schale vöUig ab- geschlossen ist. Nach JöRGENSEN (1905, p. 135) soll der Dorsalstachel bei Lithomelissa, ehe er als Hörn am Kopf über die Schale hinaustritt, seiner übrigen Länge nach in der Wandung verlaufen. Ich fand bei manchen Individuen, daß das der Fall sein kann, bei anderen wieder verlief er zuerst als innere Spindel (Columella Haeckel), dann in der Wandung, um daiauf frei nach außen zu endigen. Ich halte also das nicht für ein charakteristisches Merkmal. Dagegen ist die Zweispitzigkeit der Lateral- stacheln gut sichtbar und leicht zu kennen, wenn sie vorhanden. Allein, es will mir scheinen, als wenn auch das keine Norm ist, da ich auch einspitzige Lateralstacheln sah, was auch Jörgensex in seiner Genusdiagnose schon in Klammern andeutet. Maße: Da sich Kopf und Brust nicht deutlich voneinander abheben, sind die Längen- und Breitenverhältnisse der Schale insgesamt wiedergegeben. Länge der Schale bei fast völlig aus- gebildetem Individuum 0,09 — 0,11 mm. Größte Breite bis 0,07 mm. Länge des größten Kopf- hornes 0,014 mm. Diese variable Spezies zeigt deutlich, daß die Einteilung der Dicyrtiden (und daher auch wohl der ganzen Unterordnung Cyrtoidea ) dringend einer Revision bedarf. Viele der Dicyrtiden, welche mit offener Schalenmündung beschrieben sind, werden später geschlossene Schalen besitzen. Die HAECKELSche Einteilung in Subfamilien nach dem Prinzip: Schale offen oder geschlossen, zwingt dann dazu (in der Tat ist das von Haeckel auch unbeabsichtigt geschehen, worauf ich in einer späteren Arbeit zurückkommen werde), die jungen Exemplare in die eine Unterfamilie, die alten, mit der Skelettbildung fertigen, in die andere Unterfamilie einzureihen. Eine andere Merkmalsgruppe, die Zahl der ,, Hörner", ist auch variabel, und müßten die Einzel- tiere derselben Art nach der Zahl der Hörner auch in verschiedenen Gattungen untergebracht werden. Ferner wird als Gattungsmerkmal von Haeckel die Beschaffenheit der radiären Anhänge benutzt, ob sie massiv oder gegitterte Flügel sind. Auch hier zeigt unser Beispiel, daß beides bei einer Art vorhanden sein kann, die nachfolgend beschriebene Varietät von Lithomelissa Jörgenseni zeigt deutlich gegitterte Anhänge, nicht nur ein Stachel, wie oben beim Typus, sondern alle Stacheln, mit Ausnahme des Kopfhornes, sind so eigenartig umgebildet. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation und Fahrt im Eise. Ich verzichte hier darauf, die einzelnen Fänge anzugeben, in denen sich die häufige Spezies fand, und gebe nur die Monate mit der Anzahl der Fänge und gefangenen Individuen wieder: 1902, März, in 6 Fängen 16 Tiere; April, in 8 Fängen 18; Mai, in 1 Fang 1; Juni, in 2 Fängen 4; Juli, in 1 Fang 1; August, in 3 Fängen 8; September, in 2 Fängen 3; Oktober, in 1 Fang 1; November, Dezember keine. 1903, Januar, Februar keine; März, in 3 Fängen 6. Mit Ausnahme der Monate November, Dezember, Januar, Februar sind also in allen Monaten Individuen der Art im südlichen Eismeer festgestellt worden. In den erstgenannten Monaten PoPOPsKY, Radiolarien. 277 scheint eine besondere Radiolarien- Armut in den Gewässern zu herrschen, auch andere Arten wurden selten oder gar nicht gefunden. Dieser Armut folgt dann in den Monaten März, April ein Maximum, wie aus obigen Daten hervorgeht. Es stimmt das mit den faunistischen Tatsachen bei anderen Spezies gut zusammen. 95. Litlionielissa Jörgenseni var. alata n. sp. nov. var. Tai. XXXI, Fig. 3. Die neue Varietät entspricht sonst im Bau dem Typus. Die aus Kopf und Thorax bestehende Schale trägt ein Kopfhorn und am Kopf auch eine Anzahl kleiner, spitzer Dornen. Die am Kopf ausmündenden Stacheln sind massiv (Dorsal- und Ventralstachel), die übrigen drei (zwei Lateral- und ein Apikalstachel) sind gegittert, d. h. bilden eine kleine Gitterplatte mit drei bis vier Poren von derselben Größe wie die Poren des Thorax in der entsprechenden Höhe. In der Figur (Taf . XXXI , Fig. 3) ist nur ein Stachel so völlig ausgebildet, die anderen zeigen im Zickzackbau die Anlage zu der kleinen Stachelgitterplatte. Die Varietät scheint eine kleinere und weniger breite Schale zu besitzen als der Typus, wenigstens war das einzige mir vorUegende Exemplar bedeutend schmaler als die Schale der typischen Exemplare. Jedenfalls bleibt die glockenförmige Schale auch nicht dauernd offen, die Zähnchen am unteren Rand deuten auf eine Weiterentwicklung der Schale. Maße: Länge der unvollendeten, offenen Schale 0,07 mm, größte Breite derselben 0,05 mm, Länge der Flügelanhänge 0,016 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar -Expedition, Winterstation 22. JuH 19U2, 0— 200 m. Nur ein Exemplar. IM». Lithonielissa setosa Jühg. Taf. XXXI, Fig. 2, ü, 7, 8, 10. Bolryojyyle setosa Jörgensen 1899, p. 91. Lühomelissa setosa Jörgensen 1905, p. 1.S5, Taf. XVI, Fig. 81—83, Taf. XVIII, Fig. 108. Schale bestehend aus Kopf und Thorax, die durch eine deutliche Nackeneinschnürung getrennt werden. Auf dem halbkugligen Kopf sitzen bis zu zehn und mehr lange, schlanke, runde, zugespitzte Stacheln, die unregelmäßig ausstrahlen. Eine Anzahl solcher Stacheln, die die Länge der ganzen Schale erreichen können, dringt auch aus dem Nacken heraus und überzieht den Thorax. Thorax glockenförmig, breit, bei älteren Individuen an der Mündung etwas zusammengezogen. Wahr- scheinlich wird die Schale später ganz geschlossen (Jörgensens Varietät belonophora), denn die am unteren Schalenrand stehenden, unregelmäßigen Stacheln sind nur als Wände von noch niclit völlig ausgebildeten Poren anzusehen. Die Poren auf der Schale sind unregelmäßig rund, von ver- schiedener Größe, kleiner auf dem Kopf, größer werdend gegen den Rand des Thorax hin. Ob alle Grundstacheln bei den mir vorliegenden Individuen vorhanden sind, kann ich nicht versichern. Fünf sind wahrscheinlich vertreten, doch schienen mir bei dieser Art die Lateralstacheln nicht jeder mit zwei Spitzen über die Schalenoberfläche hinauszudringen. Taf. XXXI, Fig. 7 zeigt ein Individuum bei Ansicht auf den Kopf, es werden die Grundstacheln oder wenigstens deren zusammentreffende Mittelpartien sichtbar. Wegen der übereinstimmenden Größe des Kopfes, der Maschen und der langen schlanken Stacheln sind die auf Taf. XXXI, Fig. 2, 8, 10 dargestellten peridiumähnliehen Radiolarien mutmaßlich als Jugendzustände von Lithomelissa setosa aufzufassen. 278 Deutsche Südpolar-Expedition. Maße: Kopf lang 0,02 mm, breit 0,03 mm; Thorax lang 0,054 mm, größte Breite desselben 0,06 mm; Länge der Stacheln bis 0,06 mm. Vorkommen: Nordmccr. Gehört an der Westküste Norwegens zxi den häufigsten Radiolarien. Häufiger in Tiefwasserfängen, seltener an der Oberfläche. Auch in der Antarktis, wenn auch nicht die häufigste, so doch eine der häufigeren Radiolarien. Deutsche Südpolar-Expe- dition, Winterstation und Fahrt im Eise 17. April 1902, 275—92 m, 2 Tiere; 5. und 22. Juli 1902. 0—385 m, 3 jugendliche Tiere; 27. Oktober 1902, 0—350 m, 1 Tier; 15. Dezember 1902, 0—350 m, 3 junge Tiere; 15. März 1903, in 3 Fängen 4 Tiere, darunter 1 junges. Auch hier wieder ähnliche Verhältnisse im Vorkommen, wie bei Lithomelissa Jörgenseni. Jeden- falls ist aus den obigen Daten zu schließen, daß die Art das ganze Jahr über in den antarktischen Gewässern anzutreffen ist; in den Sommermonaten wurden meist junge Tiere gefangen, im Winter und Frühjahr (März) fast völlig ausgebildete. 97. Lithomelissa (l) capitata n. sp. Taf. XXXI, Fig. 13, 14. An LiÜwmdissa setosa schließt sich dicht eine wahrscheinlich neue Spezies an, die sonst der genannten Spezies entspricht, aber einen dickeren, langgestreckten Kopf besitzt, der wenig oder gar nicht durch Einschnürung von dem wahrscheinlich mit derselben Dicke des Kopfes sich an- schließenden zylindrischen (nicht erweitert glockenförmigen) Thorax abgesetzt ist. Die Stacheln, die schlank, dünn, sehr lang, zylindrisch am Ende zugespitzt sind, überziehen zu etwa 6 — 10 den Kopf, einige entspringen am Nacken, andere am Thorax. Die Stacheln neigen dazu, wie das bei JöRGENSENS Spezies Lithomelissa hystrix der Fall ist, vom unteren, außerhalb der Schale liegenden Ende aus nach der Schale zu sekundäre Bögen zu spannen. Die Poren sind sehr unregelmäßig, meist nicht rund, sondern polygonal, dadurch unterscheidet sich die Spezies auch von LithomeUssa setosa. Auch scheint die Skelettbildung am unteren Schalenrand durch bedeutend kräftigere, dicht nebeneinander stehende, unregelmäßige Zähne, die später zu Porenwandungen werden, vor sich zu gehen. Ob da fünf Grundstacheln vorhanden waren, oder, wie sonst das innere Skelett beschaffen war, darüber vermochte ich nichts zu ermitteln; ich habe die Spezies daher nur mit einem Fragezeichen versehen in die Gattung Lithomelissa aufgenommen. Diircli die Bildung der obenerwähnten Sekundärbögen an den Stacheln, namentlich des Nackens, wird die Einschnürung verdeckt, und Kopf und Thorax erscheinen als ein durch eine Kuppel abgeschlossener Zylinder. Das vorliegende Exemplar war ohne Zweifel erst dabei, den Thorax anzulegen. Vielleicht gehört das auf Taf. XXXI, Fig. 14 abgebildete jugendliche Exemplar einer ähnlich gebauten, nur mit noch etwas dickerem Kopf versehenen Radiolarie auch zu Lithomelissa capitata. Maße: Länge der ganzen unvollständigen Schale 0,05mm, größte Breite 0,045 — 0,05mm; Länge der Stacheln bis 0,07 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-E.xpedition. Winterstation 20. März 1902. 0— 200m; 6. August 1902, 0— 100m(?). Je 1 E.xemplar, Püi'OKsKY, Radiolarien. 279 98. Lithomelissii (?) brevispicula n. sp. Taf. XXXII, Fig. 7, 8. Kopf und Thorax gar nicht oder nur ganz undeutlich voneinander abgesetzt. Kopf halbkuglig mit kurzem angesetztem Zylinder, Thorax nur wenig erweitert. Die fünf Hauptstacheln : Dorsal-, Apikal-, Ventral-, zwei Lateralstacheln sind vorhanden und bilden ein inneres Skelettgerüst (vgl. Taf. XXXII, Fig. 8). Auf dem Kopf ein konisches, zugespitztes Hörn, ein ebensolches, etwas kürzer, im Nacken. Die anderen Stacheln treten am Thorax über die Schale hinaus. Außer diesen größeren Stacheln finden sich auf der Schale, namentlich auf dem Kopf, dicht nebeneinander stets feine, kurze Dörnchen, die für die Art charakteristisch zu sein scheinen. Die Poren im Kopf und Thorax sind verhältnismäßig groß, unregelmäßig rund bis polygonal. Die Art erinnert an Lithomelissa hystrix Jörgensen, unterscheidet sich aber durch den breiteren Kopf und die Dornen, sowie dadurch, daß dort die Sekundärbögen, namentlich der Nackenstacheln, dazu beitragen, den Kopf in den Thorax einsinken und die Einschnürung verschwinden zu lassen. Andeutungen solcher Sekundärbögen, von den unteren äußeren Enden der Nackenstacheln aus- gehend, sind auch hier vorhanden. Daher ist möglicherweise Lithomelissa brevispicula als eine antarktische Varietät von L. hystrix aufzufassen. Über die Zugehörigkeit zur Gattung Lithomelissa bin ich im Zweifel, da das innere Stachelskelett nicht genügend klar zergliedert werden konnte. Von Lithomelissa Jörgenseni unterscheidet sich L. brevispicula durch den dünneren kleineren Kopf, die feinen Dornen und die nicht pyramidalen Hörner. Alle beobachteten Individuen waren sicher solche mit unvollkommenen Skeletten, worauf der gezähnte untere Rand des Thorax hindeutet. Maße: Länge der ganzen (unvollständigen) Schale 0,05 mm, größte Breite derselben 0,05 mm; Länge der Hörner bis 0,02 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 4. April 1902, 0—300 m; 5. Juli 1902, 0—137 m (2); 6. Aug. 1902, 0—350 m; 23. Sept. 1902, 0—300 m (2); 10. Nov. 1902, 0— 150 m; Dezember 1902 in 3 Fängen 3 Tiere. Also wahrscheinlich das ganze Jahr über in den antarktischen Gewässern anzutreffen. yy. Helotliolus histricosa .Ini:a. Taf. XXXII, Fis. 1 -ö: Taf. XXXVI, Fig. 2. H'elotholus hisiricosa Jörgensen 1905, p. l.'iT. Taf. XVI, Fig. 8(5— 88. Schale bestehend aus Kopf und Thorax, letzterer ist bei jugendliehen Exemplaren offen, bei alten geschlossen. Außer den vier Primärstacheln (Apikal-, Dorsal-, zwei Lateralstacheln) ist auch der Ventralstachel vorhanden. Alle Staclieln ragen frei über die Oberfläche des Thorax hinaus, der Dorsalstachel als Apikalhorn auf dem Kopf, der Ventralstachel am Nacken, die horizontal gerich- teten Lateralstacheln am oberen, der Ventralstachel am unteren breitesten Teil des Thorax. Der Dorsalstachel verläuft zum Teil innerhalb der Schale, zum Teil innerhalb der Wandung derselben und bildet so ein kurzes Stück eine .,Columella", ehe er nach außen tritt. Vom ventralen Ende zweigt sich noch ein Axialstachel ab, der nach Jörgensen wenig unterhalb der Nackene nschnürung vom Mittelbalken entspringt und bei älteren Individuen zweiteilig ist. Alle fünf Hauptstacheln sind etwa gleich lang und dornartig, konisch zugespitzt, Basalfüße werden durch sie nicht gebildet. Dt'UtsL-lie Süilpolar-Expeditiou. X. Zoologie. II. 280 Deutsche Südpolar-Expedition. Der Kopf ist halbkuglig, ziemlich dick, meist etwas höher als breit und war bei den antarkti- schen Individuen, zum Unterschied von den nordischen, wenig deutlich, oft (Taf. XXXVI, Fig. 2) fast gar nicht vom Thorax abgesetzt. Der Thora.x ist breit glockenförmig. Kopf und Thorax sind mit großen, unregelmäßig runden Poren von verschiedener Größe be- setzt, am kleinsten sind sie auf dem Kopf, nehmen auf dem Thorax bis zum breitesten Teil an Breite zu, um am geschlossenen oralen Schalenende wieder etwas an Größe abzunehmen. Außer den oben erwähnten Stacheln finden sich sowohl auf dem Kopf, als auf dem Thorax im allgemeinen, schmale, nadeiförmige, konische, unregelmäßig verteilte und gerichtete Beistacheln, die den Längsdurchmesser des Kopfes meist nicht an Länge übertreffen. Bei jüngeren Individuen ist der untere Rand der noch offenen Schale mit iinregelmäßigen Dornen besetzt, welche später zu Porenwandungen werden. Jörgensen hat nur solche Indi- viduen beobachtet (Taf. XXXII, Fig. 3). Am breitesten Teile des Thorax bleibt jedoch ein Kranz von zehn bis zwanzig, rings in etwa gleicher Höhe um den Thorax verlaufender, kurzer Dornen bestehen (Taf. XXXII, Fig. 1). Diese Beistacheln, welche kranzförmig angeordnet sind, können auch (Taf. XXXII, Fig. 1) teilweise in der Wandung verlaufen, ehe sie über die Oberfläche hinaustreten. In manchen Fällen werden sämtl'che Stacheln an der Oberfläche nur kurz dornig oder gar nicht entwickelt (Taf. XXXVI, Fig. 2). Die Stacheln und Beistacheln können noch im unteren äußeren Teil durch Bügel mit der Schale in Verbindung treten, so daß ein Anfang zur Bildung geflügelter Stacheln auch hier vorhanden zu sein scheint. In Taf. XXXII, Fig. 2 ist ein Individuum auf den Kopf gesehen dargestellt, und wird so das innere Stachelgerüst teilweise zur Anschauung gebracht. Letzteres zeigen auch die Figuren von älteren und jüngeren Exemplaren, welche auf die Schalenöffnung gesehen sind (Taf. XXXII, Fig. 4). Bei den jüngeren eben erwähnten Exemplaren ist meist nur der Kopf erst entwickelt. Bei einigen solchen fand sich eine wahrscheinlich abnorme Kopfbildung. Das Balkengerüst war äußerst dünn geblieben und die dazwischenliegenden Lücken anscheinend ausgefüllt durch sehr dünne ,, Skelettfenster". Diese durchsichtigen Fenster zeigten bei genauerer Betrachtung eine eigentüm- liche Struktur von lauter parallelen, oft die Richtung wechselnden Strichelchcn (Taf. XXXII, Fig. 5). Das Balkonwerk war sehr wirr, dem Geäst eines Baumes vergleichbar. An einigen Teilen waren überhaupt keine Äste, sondern nur die durchsichtigen ,,Fenster}>lättchen" sichtbar. Die Umrißformen der vollständigen Individuen mit geschlossener Schale können entweder mehr regelmäßig birnenförmig (Taf. XXXII, Fig. 3) oder auch unregelmäßig dreieckig mit wulstigen Ausbuchtungen sein (Taf. XXXII, Fig. 1). Die Art scheint sehr variabel zu sein, was sich sclion in den verschiedenen Umrißfoniieii, der größeren oder geringeren Dicke des Kopfes ausprägt. Von dem Typus, wie ihn die meisten vorkommenden Individuen der häufigen Art zeigen, möchte ich jedoch zwei Varietäten im folgenden abgrenzen, l^en Typus könnte man vielleicht so um- schreiben: Kopf undeutlich oder gar nicht vom Thorax abgesetzt. Stacheln und Beistacheln ver- hältnismäßig weit über die Schalenoberfläche hervorragend, Poren nicht in die Wand eingesenkt und auch nicht von erhabenen Kanten umgeben. PopoFSKY, Radiolarien. 281 Maße: Länge des Kopfes 0,043 mm, größte Breite desselben 0,06 — 0,07 mm, Länge des Thorax bei vollständigen geschlossenen Individuen bis 0,1 mm, größte Breite desselben bei solchen 0,1 — 0,12 mm, Länge der Stacheln 0,02 — 0,07 mm imd mehr. Vorkommen: Nordmeer an der Nordwestküste Norwegens nach Jörgexsen, selten, in Tiefwasserfängen. Von der Deutschen Südpolar-Expedition als eine der häufigsten Kadiolarien in den antarktischen Gewässern angetroffen. Ich gebe auch hier nur die Anzahl der Fänge und Individuen in den einzelnen Monaten wieder. Winterstation und Fahrt im Eise. 1902: März, 4 Fänge 19 Individuen; April, 5 Fänge 19 Ind.; Mai, 1 Fang 3 Ind.; Juni, 1 Fang 4 Ind.; JuH, 2 Fänge 2 Ind. ; August, 3 Fänge 4 Ind. ; September, 3 Fänge 8 Ind. ; Oktober, 2 Fänge 3 Ind. ; De- zember, 1 Fang 1 Ind. 1903: Januar, 3 Fänge 11 Ind.; Februar, 3 Fänge 33 Ind.; März, 2 Fänge 4 Ind. Mit Ausnahme des November (wohl sicher eine zufällige Ausnahme) ist die Art also von der Expedition in allen Monaten des Jahres im südlichen Eismeer gefischt worden. Auch hier zeigt sich, daß die meisten Exemplare in den Monaten Januar bis April gefangen wurden, während sie in den übrigen Monaten spärlicher angetroffen wurden. Die jungen Exemplare, bei denen nur erst der Kopf entwickelt oder noch in Entwicklung begriffen war, erschienen in den Fängen des März und April. Vollständige Individuen der Art mit geschlossener Schale fanden sich verhältnismäßig selten im Februar, März imd Juli. 100. Helotholns histricosa Jörg. var. clausa n. var. Taf. X.XXIII, Fig. 1; Taf. XXXIV, Fi;;. 1. Schale bestehend aus Kopf und Thorax. Ersterer wenig (Taf. XXXIII, Fig. 1) oder gar nicht (Taf. XXXIV, Fig. 1) durch eine Einschnürung von letzterem abgesetzt. Inneres Stachelgerüst anscheinend wie beim Typus. Die äußeren Stachelenden sind jedoch sehr kurz dornenförmig oder nur in Form kleiner Spitzen angedeutet. Außer den Enden der Primärstacheln finden sich über die Schale verstreut noch ebenso gestaltete Beistacheln, die Neigung besitzen (Taf. XXXIII, Fig. 1), durch Bügel noch mit der Schale in Verbindung zu treten und so als breite dreieckige Blätter erscheinen, welche eine Pore umfassen. Stacheln und Beistacheln erscheinen auch oft als kleine Spitzchen auf der polygonalen Felderung. Die unregelmäßig runden, verschieden großen Maschen sind sowohl auf dem Kopf als auf dem Thorax von einem erhabenen, unregelmäßig polygonalen Netzwerk umgeben. Hierdurch, sowie durch die äußerst kurzen Stacheln unterscheidet sich die Varietät vom Typus, bei dem undeutlich eine polygonale Felderung um die Poren trilweise an- gedeutet sein kann. Die im ganzen etwa birnenförmige Schale ist im entwickelten Zustande wohl immer geschlossen, es wurde jedoch nur e i n solches Individuum angetroffen (Taf. XXXIV, Fig. 1). Die andere Figur stellt ein Individuum dar, welches dabei ist, seine Schale zu schließen. Solche geschlossenen Helo- tholns mit kurzen Spitzchen statt der Stacheln auf der Felderung machen genau den Eindruck von Radiolarien, welche der Familie der Lithocampidae (vgl. H. Chall.-Rep. Taf. 77, Fig. 2, LitJwcampe urceolata H.) zuzuweisen wären, und es ist zu erwägen, ob solche Arten nicht dort eingeschlüpft sind, die nur vollständige Individuen von Dicyrtiden darstellen. 37*. 282 Deutsche Siidpolar-Expedition. Haeckel beschreibt (Cha!l.-Rep. p. 1507, Taf. 77, Fig. 2) eine Art, Lithocampe urceolata, die möglicherweise nichts anderes ist als unsere Varietät, Maße und Zeichnung treffen gut zu, nur sind die Stacheln dort bei dem im Pazifik gefischten Tier bedeutend kürzer, auch sollen bei Lithocampe urceolata vier in der Schale liegende Ringe (Septalringe) mit einem Kreis von Poren vorhanden sein, damit wäre allerdings eine Identität hinfällig. Maße: Kopf lang 0,034 mm, größte Breite 0,06 — 0,07 mm, Länge des Thorax 0,09 mm, größte Breite 0,01 mm, Länge der Dornen bis 0,01 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 17. April 1902 275 — 92 m (1); 23. Mai 1902. 0— 365 m (1); 6. August 1902, 0— 100 m (1); 0— 350 m (-2). 101. Helotholiis liistricosii Jöro. var. iiiicropora n. vai. Taf. XXXIII, Fi«. 2,3. Die Varietät, von der nur unentwickelte Individuen zu Gesicht kamen, unterscheidet sich vom Typus und von der Varietät clausa durch den bedeutend kleineren, fast vollständig kugligen Kopf, der nur sehr kleine, dicht nebeneinanderliegende unregelmäßig runde Poren von verschiedener Größe besitzt. Auf dem Kopf sitzen eine Anzahl kurzer Icräftiger oder längerer gertenförmiger Stacheln. Das innere Stachelgerüst (Taf. XXXIII, Fig. 3) entspricht dem des Typus. Der Thorax scheint sehr erweitert zu sein und ist von großen imregelmäßig polygonalen Poren durchbrochen. Die Poren gehen wahrscheinlich durch nachträgliche Skelettablagerung noch in rundliche Maschen über und verlieren dadurch etwas an Größe. Nur eine geringe Anzahl von Individuen wurde beobachtet, die sich, wie namentlich ein Ver- gleich der Zeichnungen zeigt (beide sind bei derselben Vergrößerung angefertigt) deutlich vom Typus und der anderen Varietät unterscheiden. Beides waren Exemplare, die die Anlage des Thorax eben begonnen hatten. Die Primärstacheln ragen jedenfalls über die Oberfläche des Thorax hinaus und dieser scheint auch noch mit Beistacheln besetzt zu werden. Ma ß (■: Kopf lang bis 0,05 mm, größte Breite desselben 0,047 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 3. März 1902, 0—200 ni (1); 8. Septomher 1902. 0—300 m (3); 27. Oktober 1902, 0—150 in (2). l(>'-2. Helot lioliis ]()iii;:iis II. sp. Tal'. XXXIV, Kig. 2. Unter den antarktischen Helotholus-Artcii land sicii eine .Vnzaii! liKlividucii. die sonst //e/o- iholus histricosa (Typus) im Bau fast gleichkamen, sowolil in den Poren, dem Stachelgerüst, den äußeren Stacheln, der äuLicrcn Form usw.; sie unterschieden sich nur regelmäßig durch die bedeuten- dere Länge und lireite der Schale, welche letztere doppelt so lang wird als bei der genannten Art. Ich hielt diese Individuen zuerst für riesige Helotholus histricosa, die man vielleicht als Varietät abtrennen könnte, da sich aber im weiteren Verlauf der Untersuchung des Materials keine über- leitenden Individuen fanden, habe ich eine neue Art für sie eingerichtet. Wahrscheinlich sind die ausgebildeten Skelette dieser Art auch ge.schlo.ssen. beobachtet wurden solche jedoch iiocli nicilt. Poi'Oi'SKY, Radiolarieii. 283 Auch in nordischen Gewässern scheint sich diese Art zu finden. So bildet Jörgensen (1905) Taf. XVI, Fig. 87 a eine Radiolarie ab, die er für eine unausgebildete Helotholus histricosa hält. In den Größenverhältnissen scheint sie jedoch, soviel nach der Abbildung zu schließen ist, zu Helo- tholus longus zu gehören. Maße : Länge der ganzen (vollständigen) Schale 0.174mm, größte Breite 0,11mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation, Fahrt im Eise, 3. März 1902, 0—200 m (1); 20. März 1902, 0— 200 m (1); 17. April 1902, 0— 270 m (1); 0— 300 m (2); 31. Januar 1903, 0— 150 m (1); 0— 250 m (1); 27. Februar 1903, 0— 200 m (1); 15. März 1903, 0— 50 m (1). Die Art ist also in beiden Jahren nur in den Monaten Januar bis April in den ant- arktischen Gewässern gefangen worden. Es liegt die Vermutung nahe, daß vielleicht in Helotholus longus eine Varietät vorliege, welche einem Saisondimorphismus von Helotholus histricosa zuzu- schreiben wäre. Das ist jedoch ausgeschlossen, da letztere Art gerade auch in jenen Monaten am häufigsten in der typischen Form vorkommt und in dieser Gestalt das ganze Jahr über gefangen worden ist. H>:{. Helotholus (i) aniplus n. sp. Taf. XXXIV, Fig. 3. Die unter diesem Namen beschriebene Art gehört wahrscheinhch in das Genus Helotholus, doch kann ich letzteres nicht mit Sicherheit bestimmen, da das innere Stachelgerüst nicht der Be- obachtung zugänglich war. Sie unterscheidet sich deutlich von H. histricosa durch den zierlicheren Bau. Der kleine Kopf ist deutlich von dem sehr breiten, glockenförmigen Thorax abgesetzt. An- scheinend sind die Primärstacheln (Dorsal-, Ventral-, die beiden Lateral- und der Apikaistachel) vorhanden. Das Apikalhorn (Dorsalstachel) steht schief auf dem Kopf und ist gegittert-, mit einigen Poren versehen. Eine geringe Anzahl kurzer Beistacheln verteilt sich auf Kopf und Thorax, welche von ungleich großen, unregelmäßig runden Poren durchbrochen sind. Das eine Individuum, welches gefangen wurde, war mit der Skelettbildung sicher noch nicht fertig, was deutlich aus dem unregelmäßig begrenzten Rand des Thorax hervorging. Besser als Worte drücket die Zeichnung (Taf. XXXIV, Fig. 3) den Unterschied von den bei gleicher Vergrößerung gezeichneten übrigen Helotholus-Arten aus. Maße: Kopf lang 0,01 mm, größte Breite desselben 0,033 mm, Länge des Thorax (unvoll- ständig) 0,04 mm, größte Breite desselben 0,074 mm, Länge des Hornes 0,03 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-E.xpedition, Winterstation 10. November 1902, bis 150 m; ein Exemplar. 1(>4. Psilomelissa phaliUTa 11. Taf. XXXIV, FiJ,^ 4. Psilomelissa plmlacra H. 1887, \k 1208. Schale glatt, bestehend aus Kopf und Thorax, Kopf ohne Hörn. Kopf und Thorax deutlich tief voneinander abgesetzt. Kopf oval, langgestreckt-, kuglig, hyalin, mit nur wenigen kleinen Poren im unteren Drittel. Thorax zylindrisch bis glockenförmig, mit vielen äußerst kleinen, runden Poren dicht bedeckt. Mündung bei den bisher beobachteten Individuen weit offen. Skelett- bildune anscheinend noch nicht vollendet. Die Poren im Nacken bedeutend größer als alle übrigen. 284 Deutsche Südpolar-Expedition. Vom Thorax erheben sich seitlich, etwas schräg nach unten gerichtet, wenig gebogene, kräftige, an den Enden etwas verbreiterte, dann zugespitzte Stacheln, welche in der letzten Hälfte drei- flüglig sind. Sie sind so lang wie der Durchmesser des Kopfes. Nach Haeckel sollen die Stacheln keulenförmig (club-shaped) sein, bei meinem antarktischen Exemplar trifft das weniger, nur an- deutungsweise zu. Maße: Kopf lang 0,046—0,05 mm, breit 0,04—0,043 mm, Thorax (unvollständig) lang 0,04—0,06 mm, breit 0,04 mm. Vorkommen: Nordpazifischer Ozean, Challenger-Expedition, Station 244, 2900 Faden tief. Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, — 385 m. 105. Psilonielissii tricuspidata n. sp. Taf. XXXII, Fis. 9; Taf. XXXIII, Fif. 8. Von dieser neuen Art liegen mir zwei Formen vor, die wahrscheinlich zusammengehören. Sie erinnert an P. phalacra, unterscheidet sich jedoch von dieser durch den größeren, kugligen Kopf, der mit verhältnismäßig großen Poren vollständig besetzt ist. Kopf und Brust sind mehr oder weniger deutlich voneinander abgesetzt. Kopf kuglig, glatt ohne Hörn. Im Nacken oder doch dicht unter demselben entspringen drei dreikantige Stacheln, frei über die Schalenwand hinausragend. Zwei davon stehen senkrecht ab, sind etwas nach oben gebogen, der andere zeigt seitlich abwärts und verläuft zu einem Teil in der Wandung des Thorax, an einer erhabenen Kante erkenntlich, die dort in der Wandung liegt. Nach der Länge der Stacheln kann man zwei Varietäten unterscheiden. Die eine Varietät hat lange, kräftige Stacheln, die zwei Drittel der Länge des Kopfes erreichen; die Schale dieser Individuen ist grobporig und schlanker, mit deutlicher Einschnürung zwischen Kopf und Brust. Diese möge als var. gracüis bezeichnet werden (Taf. XXXII, Fig. 9). (Die andere Form aus dem südatlantischen Ozean hat sehr kurze, fast dornige, dreikantige Stacheln, die Schale ist kleinporig, namentlich auf dem Kopf. Letzterer ist dicker und weniger deutlich abgesetzt, die ganze Gestalt plumper. Sie könnte man als var. abdominalis n. var. ab- spalten [Taf. XXXIII, Fig. 8].) Bei beiden Individuen war der Thorax nocli in der Entwicklung begriffen, namentlich bei den in Taf. XXXII, Fig. 9 abgebildeten. Er scheint danach im größeren Teil eine zylindrische Form zu besitzen. Die Poren im Nacken waren die größten der ganzen Schale. Maße: Kopf lang 0,04 mm, breit 0,035 — 0,04 mm, Thorax (unvollständig) lang bis 0,04 mm, Länge der Stacheln bei der var. gracüis 0,034 mm, var. abdominalis 0,006 nun. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation. Var. gracüis 22. Juli 1002, — 385 m; ein Exemplar. Bisphaeroceplialiis nov. f^en. Für eine kleine Radiolarie, die im Bau sich an Psilomelissa ansclilicLU. aber eigenartig in der Gestalt des Kopfes abweicht, sei hier eine neue Gattung errichtet. Dieses Genus läßt sich etwa so charakterisieren. Schale bestellend aus Kopf und Thorax. Kopf glatt ohne Korn, deutlich abgesetzt vom Thorax, welcher in der Nackengegend drei seitlich PopoFSKY, Radiolarien. 285 abstehende Stacheln trägt. Kopf durch eine Einschnürung von oben nach unten in zwei Teile geteilt, die aber zusammenhängen, daher ,,bilokular". Die Nackengegend von sekundärem Gitterwerk überzogen, welches vom oberen Teil des Thorax zum unteren Teil des Kopfes zieht und dadurch teilweise die Kopf- Brust-Einschnürung verdeckt, 100. Bispliaeroeephalns luiimtus n. sp. Taf. XXXIII, Fig. 9. Die obige Gattungsdiagnose gilt für die einzige hierhergehörige kleine Art. Die beiden Kopf- hälften sind teilweise ohne Poren, ,, hyalin" erst am äußeren Rand des Kopfes, am weitesten von der Kopfeinschnürung entfernt, sitzen wenige, kleine runde Poren. Das den Nacken verdeckende sekundäre Gitterwerk (siehe oben) zeigt die größten Poren. Der Kopf hat Biskuitform, der Thorax ist etwas unregelmäßig, bucklig, zylindrisch, wenig an Breite nach der Schalenöffnung zunehmend. Der Rand der Öffnung deutet auf ein noch un- vollendetes Skelett. Thorax mit kleinen runden Poren. Die drei seitlich abstehenden Stacheln sind nicht sehr lang dornenförmig, schlank. Maße: Länge des Kopfes 0,015 mm; größte Breite desselben 0,035 mm, Länge des Thorax (unvollständig) 0,03 mm, größte Breite desselben 0,04 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar - Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, — 385 m; ein Exemplar. Haeckel beschreibt im Rahmen seiner Lithocampiden (Monopyleen mit drei oder mehr Ein- schnürungen ohne radiäre Anhänge) im Genus Lithostrobus (Chall.-Rep. p. 1475) etwas Ähnliches, wie es in dem neuen Genus Bisphaerocephalus auftritt. Sein Subgenus Botryostrobus umfaßt dort zwei Arten, bei denen der Kopf durch einige unregelmäßige Einschnürungen geteilt wird. Er deutet dort an, daß diese Arten sich möglicherweise von den Botryodea herleiten. Von dem neuen Genus läßt sich vielleicht dasselbe sagen, die einzige hier auftretende Einschnürung teilt aber den Kopf in zwei gleiche Hälften, nicht in unregelmäßige Stücke wie dort. • Farn. Anthocyrtidae (H. Chall.-Rep. p. 1241). Dicyrtida mit vielen Radialstacheln. Schale aus Kopf und Thorax bestehend, die deutlich voneinander abgesetzt sind. 107. Sethophorinis rotula H. Taf. XXXllI, Fig. 5; Taf. XXXIV, Fig. 5. SeOiophormis rotula H. 1887, p. 124ß, Taf. hl, Fig. 9. Sethophormis Iriloba H. 1887, p. 124(3. Sethophormis enneastrum H. 1887, p. 1246. Schale aus Kopf und weitem, flachem Thorax bestehend. Kopf sehr groß, flach, mützenförmig, mit unregelmäßigem, sehr dünnem Netzwerk, welches sich von drei in einen Punkt einmündenden Spangen entwickelt; diese Spangen gehen, von einem Punkte ausstrahlend, nach den ersten Ver- zweigungspunkten der drei Primärstacheln, welche in der Mitte des Kopfes in einen Punkt zusammen- laufen (Taf. XXXIII, Fig. 5). Durch diese wird der Kopf in drei Abschnitte geteilt. Die Kragen- 28(j Deutsche Südijolar-Expedition. einschnürung, welche Kopf und Thorax trennt, wird von einem kräftigen sechseckigen Ring gebildet, der abwechselnd drei größere und drei kleinere Seiten zeigt, von denen letztere etwa halb so groß wie die ersteren sind. Von der Mitte der drei größeren Seiten erheben sich drei horizontale, zentripetale Radialstacheln, die im Innern des Kopfes zusammenfließen, nach außen sind sie zentrifugale Rippen des Thorax. Von den sechs Ecken des Kragenringes entspringen sechs andere Thoraxrippen, ähnlich den ersteren, aber nur zentrifugal, nicht zentripetal verlängert. Jede dieser Rippen, die beim aus- gewachsenen Tier gegen das Ende hin etwas verdickt werden, trägt außerhalb des Kragenringes je nach der Entwicklungsstufe zwei, drei, fünf (oder mehr?) gegenständige, paarweise, tangentiale Seitenäste. Die sich gegenüberstehenden Seitenäste benachbarter Rippen verschmelzen, so daß um den Kragenring noch zwei, drei, fünf (oder mehr?) konzentrische, sechseckige Ringe gebildet werden, die flach, fast in einer Ebene liegen. Zwischen den so entstehenden Maschen des Thorax bildet sich bei fertigen Individuen noch ein feines, unregelmäßiges Netzwerk aus (Haeckels S. enneastrum). Maße: Breite des Kopfes 0,08 — 0,12 mm, Durchmesser des Thorax jo nach der Entwicklungs- stufe 0,12— 0,36 mm. V o r k o m m e n : Pazifik (-Nord, -Zentral) Challenger-Expedition, Station 244, 2900 Faden tief, Station 253, 3125 Faden tief, Station 270—274, 2350—2935 Faden tief. Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation und Fahrt im Eise. 22. Juli 1902, 0—385 ni (2); 15. Dezember 1902, 0— 350 m (2); 15. März 1903, 0— 300 m (1). Wie oben ersichtlich, sind unter dem Namen Sethophormis rotulu H. drei von Haeckel gesondert aufgeführte Arten zusammengezogen, da sie nach meinem Material und den geringen Unterschieden in den ürößenverhältnissen (andere durchgreifende Unterschiede gibt auch Haeckel nicht an) sicher als Entwicklungsstadien anzusehen sind, und zwar in folgender Reihenfolge: Sethopliormis triloha, Sethophormis rotula, Sethophormis enneastrum. Haeckel selbst weist auf die Ähnlichkeit der drei hin. Die auf Taf. XXXIII, Fg. 5; Taf. XXXIV, Fig. 5 dargestellten Individuen stellen noch jüngere Entwicklungsstadien dar als S. Irihihn. da Ix'i ihnen außer dem Kragenring erst ein res]), zwei Ringe angelegt waren. Die antarktischen Formen schienen etwas weniger regelmäßig gebaut zu sein als die pazifischen Formen, auch waren die Radialrippen nach außen zu nicht auffällig verdickt, wie es Haeckel für Sethophormis triloha abbildet. Daß letzteres später auch bei den antarktischen Formen noch eintritt, ist sehr wahrscheinlicli. da ich die mir vorliegenden Exemplare alle für Entwicklungs- stadien halte. los. Sellioplioniiis iiiiilti'ella II l'af. XXXV, Fii,'. -J. Sethophormis umbrdlit II. IS87. ji. \-2W, Taf. 7(1. Kiir. 4, ä. Schale aus Ko])f und weit geöffneten), schirmförmigem Thorax bestehend, beide deutlich durch den Kragenring oder die Nackeneinschnürung voneinander abgesetzt. Kopf groß. Ilacli hutförmig, mit unregelmäßigen, kleinen, polygonalen Maschen. Tliorax (lach, mit in<'hr oder weniger regel- mäßigen hexagonalen Maschen und H> — 20 deutlich hervortretenden Thoraxrip])en. Vier der letzteren, die stärksten, bilden ein Kreuz und tretTen sich im K()])f in einem PiinUt. In jedem Quadranten gehen dann noch von dem Kragenring, welcher kreisförmig, drei bis fünf unregelmäßig verteilte PopoFSKY, Radiolarieii. 287 oft etwas gebogene Thoraxrippen aus. Einige der letzteren entspringen wohl auch als Seitenäste der vier zusammentreffenden Radialrippen, oder sie entspringen von den vier halbkreisförmigen kleinen Bögen, welche durch die vier Radialrippen halbiert werden und dem Kragenring aufsitzen. Äußerer Rand des Thorax unregelmäßig gezähnt, was darauf hindeutet, daß die bisher beobachteten Individuen unvollständige Schalen besaßen. Maße: Kopf lang 0,02 mm, breit 0,06—0,066 mm, Thorax lang 0,1—0,12 mm, Durchmesser desselben 0,28—0,32 mm. Vorkommen: Pazifik (-Nord), Challenger-Expedition, Station 236—239 (nahe Japan), Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, 0— 385 m (1). Farn. Setliocyrtidae (H. Chall.-Rep. p. 1288). Die Sethocyrtidae sind Monopyleen mit zwei Schalenstücken, Kopf und Thorax, ohne radiale Anhänge. Dicyrtida eradiuta. 109. Sethoconiis coniciis n. sp. Taf. XXXIII, Kig. 10, 11. Schale einfach, aus Kopf und allmählich anschließendem Thorax bestehend. Radiäre Anhänge, z. B. Stacheln, nicht vorhanden. Auch fehlt das bei vielen Sethoconus- Arten vorhandene Collar- septum. Der Kopf ist (wohl nur bei jugendlichen Stadien) oben offen und auf der einen Hälfte in eine lange gegitterte Spitze ausgezogen. Der Kopf geht allmählich in den weiten flach konisch ausgebreiteten Thorax über, der an der Mündung weit geöffnet ist. Kopf und Thorax sind mit unregelmäßig runden Poren versehen, die gegen den Thoraxrand etwas größer werden. Die beiden zur Beobachtung gelangten Stücke waren jedenfalls noch nicht mit dem Skelett- bau fertig, da der untere Thoraxrand unregelmäßige, kurze Zähnchen trug. Wahrscheinhch wird auch später der Kopf abgeschlossen, wie das Jörgensen für seinen Androcydus gamphony- chia beschreibt. Maße: Kopfdurchmesser am Nacken 0,026 mm, Länge des Kopfes vom Grunde des Hornes bis zum Nacken 0,033 mm, Länge der dem Kopf aufgesetzten dreieckigen Spitze 0,03 mm; größte Breite des Thorax (bei den unvollständ gen Individuen) 0,10 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, 0—385 m; 1 Exemplar. 110, Setlioceplialus galeatiis n. sp. Taf. XXXllI, Fig. 7. Schale einfach, aus einem flach halbkugligen Kopf mit senkrecht zu diesem abgesetzten, wenig breiten Thorax bestehend. Das Ganze sieht aus wie ein Hut mit kurzer Krempe., Kopf mit vielen unregelmäßig runden Poren, die im Innern des Hutes einfach, außerhalb desselben von erhabenen ausgeschweiften unregelmäßigen Kanten umgeben sind, zwischen welchen sie allmählich eingesenkt liegen. Der Rand der Hutkrempe ist regelmäßig mit kleinen Zähnchen besetzt, zwischen welchen er etwas ausgerandet ist. Von jedem Zähnchen zieht eine kleine erhabene Rippe nach dem Innern des Hutes zu. Deutsche SUdpoUr-Expedition. X, Zoologie. II. 38 288 Deutsche Südpolar-Expedition. Die ganze Schale dieser schönen kleinen Art ist ziemlich dick und kräftig gebaut. Maße : Breite der HutöfFnung 0,07 mm, Breite des Hutrandes 0,01 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. Juli 1902, 0— 385 m; 1 E.xemplar. Sektion Tricyrtida. Farn. Podocyrtidae (II. (iKill.-l.'cp. p. i;'.i4). Monopyleen mit dreiteiliger Schale, Kopf, Thorax, Abdomen, welclic dunli eine Nacken- und eine Baucheinscliiüining getrennt werden. Schale äußerlich mit drei Radialapophvsen. 111. IMerocorjs bifornis ii. sp. ■|':if. XXXIV, Fig. 7,8. Scluile mit Kojjf, Brust, Leib, letzterer weit offen. Kopf klein, abgerundet kegelig, etwas un- regelmäßig, mit rundlichen Poren. Direkt auf dem Kopf ein etwas gebogenes dreikantiges pyrami- dales Hörn, so lang, wie der Kopf breit ist. Seitlich am Kopf ein ebenso gestaltetes längeres Hörn schräg seitwärts nach oben gerichtet, so lang wie Kopf und Brust zusammen. Thorax wenig länger als der Kopf, von letzterem nur undeutlich abgesetzt. In der Nähe des Kopfes mit rundlichen kleineren Poren, die allmählich größer werden und regelmäßig sechseckige Gestalt annehmen. Vom unteren Ende des Thorax strahlen leicht gebogen sehr dünne gertenartige Stacheln aus, welche länger sind als Kopf und Thorax zusammen. Jedenfalls werden drei davon vorhanden sein, das gezeichnete Individuum (Tal. XXXIV, Fig. 8) zeigte nur einen, die anderen waren anscheinend abgebrochen. Abdomen breit, zylindrisch bis glockig, deutlich von der Brust getrennt. Poren in regel- mäßigen Ringen angeordnet. Form der letzteren sechseckig, mit ausgerundeten Ecken. Die Poren nehmen allmählich gegen den Rand des weit geöffneten Abdomens an Größe zu. Skelettbildung wahrscheinlich noch nicht abgeschlossen. Maße: i^änge des Kopfes 0,014 mm, größte Breite desselben 0,030 mm, Länge des Thorax 0.014 mm, größte Breite desselben 0,042 mm, Länge des Abdomens (unvollständig) 0,065 mm, größte Breite desselben0,09 mm, Länge der Hörner bis 0,035mm, Länge der Thoraxstacheln 0,054 mm. Vorkommen: Dmitschc Südpolar-Expedition. Fahrt im Eis 15. März 1903, — 3f»0 ni (1); 0—200 m (3); 0—50 m (1). Auf Taf. XXXIV, Fig. 7 wurde eine Monopylee abgebildet bei .Vnsiclil aul den Kopf, die niög licherweise eine Varietät von Pterocorys bicornis darstellt. Sie weicht jedoch erheblich von jener al). Zwei Kopfhörner sind vorhanden, dagegen vier Stacheln innerlich, von denen jedoch mir drei durch den Thorax hindurch an die Oberfläche treten. .VUe äußeren Stachelteile sind knrz. Die regel- mäßigen Poren bei Pterocorys bicornis sind diii( li unregelmäßig polygonale ersetzt. Das in die Figur eingezeichnete innere Stachelgerüst zeigt wie bei früheren Formen Dorsal- {!)), Apikal- (A). zwei Lateral- (L) und einen Ventralstachel (F,, Fj), welch letzterer jedoch gegabelt ist. Ich habe dieser Form keinen Namen gegeben, weil mir nur das eine Individuum vorlag, vielleicht bildet sii' i'inc nonc Art. Sie fand hier nur Erwähiuing, weil .sie zeia:t, daß aucli innerhalb der Tricvrtiden PüPOFsKY, Radiolarieii. 289 wie bei den Dicyrtiden der Grundplan im Bau des Stachelgerüsts, wie er von Jörgensen festgestellt wurde, wiedergefunden wird. Dasselbe zeigt auch die folgende zierliche Art. 113. Corociilj ptra Kruegeri n. sp. Taf. XXXV. Fig. 8. Schale im ganzen langgestreckt glockenförmig mit einer angesetzten Krempe. Schale weit geöffnet. Die Stacheln strahlen von dem Nacken (Collarstrictur) aus. Kopf halbkuglig, regelmäßig, auf dem Gipfel mit einem langen Hörn (Dorsalstachel) ver- sehen, welches länger als die ganze Schale und wahrscheinlich wie die Mehrzahl der übrigen Stacheln dreikantig ist. Es ist zierlich, schlank, etwas gebogen und fein zugespitzt. Mit einer flachen Einschnürung ist vom Kopf der zylindrische, oben imd unten etwas verengte Thorax abgesetzt. Im Nacken erheben sich frei nach außen strahlend vier dreikantige Stacheln, deren Länge verschieden ist und die Länge des Thorax erreichen kann. Thorax sowohl wie der Kopf sind mit unregelmäßig polygonalen, meist sechseckigen Poren versehen, die in Ringen aufeinander- folgen. Vom Thorax ist deutlich fast senkrecht abgesetzt das kurze Abdomen, welches wie eine Hut- krempe von dem übrigen glockenförmigen Schalenteil absteht. Nur zwei Porenreihen mit ähnlichen Poren wie im Thorax machen das Abdomen aus, welches am unteren Rand weit geöffnet ist und wahrscheinlich auch so bleibt, da das Individuum den Eindruck erweckt, als wenn es mit der Skelett- bildung abgeschlossen hat. Maße: Länge der ganzen Schale 0,041 mm, größte Breite derselben 0,03 mm, Länge des zierlichen Kopfhornes 0,05 mm. Vorkommen: Deutsclie Südpolar -Expedition, W'interstation 22. Juli 1002, — 385 m. Ich habe die zierliche Art zu Ehren meines Freundes Dr. A. Krüger benannt, der beim Sor- tieren der Sammlungen der Südpolar-Expedition behilflich war, und dem ich viele schöne neue Arten verdanke. Farn. Phormocyrtidae (.11. Cliall.-h'ep. ]>. I36ß). Tricyrtida multiradiata. Scliale aus Kopf, Thorax und Abdomen bestehend, die deutlich von- einander abgesetzt sind, mit vier bis neun oder mehr radialen Apoplivscn. 113. Clathroejclas cosdiiodisciis II.? Taf. XXXV, Fig. 1,3. Clathmqiclns cotfcinodiscus H. 1887, p. i:!81t, Taf. 58, Vig. :i. Schale flach glockenförmig bis schirmförmig, weit geöffnet, Breite der drei Schalenstücke 1 : 8 : 10 (pazifisch) oder 1:7:8 (antarktisch), Kopf klein, halbkuglig, mit zwei divergenten, gleich langen, pyramidalen Hörnern. Kopf mit unregelmäßig runden, kleinen Poren. Im Innern ein Stachel- gerüst. Thorax mit konkaver Außenlinie, mit zahlreichen großen, hexagonalen Poren, welche allmählich gegen das Abdomen zu an Größe zunehmen. Dicht vor der abdominalen Einschnürung jedoch eine kleine Porenreihe von mehr oder weniger viereckigen Poren. 38* 290 Deutsche Südpolar-Expedition. Abdomen mit drei Porenreihen. Bei pazifischen Exemplaren die erste, nach dem Thorax zu gelegene mit kleinen Poren, die nächste mit mittleren, die äußerste mit großen Poren, alle Poren vier- bis sechseckig. Bei antarktischen Individuen liegen die drei Poren der drei abdominalen Poren- reihen in einer radialen Porenreihe hintereinander, sie sind hier mehr oder weniger viereckig. Am äußeren Rand des Abdomens eine ganze Anzahl kurzer Zähnchen in regelmäßigen Abständen. Letztere weisen vielleicht darauf hin, daß die Skelettbildung noch nicht abgeschlossen ist und sie später zu Porenwandungen werden. Maße: Pazifische: Länge der drei Schalenstücke 0,02 mm (Kopf), 0,1 mm (Thorax), 0,03 mm (Abdomen); Breite derselben 0,025, 0,16, 0,2 mm. Antarktische: weniger breit und lang: Breite der Schalenstücke 0,025, 143, 0,175 mm. Vorkommen: Pazifik (-Zentral), Challenger-Expedition, Station 272, 2600 Faden tief. Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 22. JuH 1902, 0— 385 m (1). Die Art ist vom ,,Challenger" wahrscheinlich tot in der Grundprobe gefunden. Man könnte versucht sein, wegen der geringen Größenunterschiede sowie der viereckigen Form der Poren im Abdomen und deren Anordnung in radiäre Reihen, aus den antarktischen Individuen eine besondere Art oder Varietät zu machen. Ich halte die Unterschiede aber für zu geringfügig, um solches hier rechtfertigen zu können. Wie die Figur (Taf. XXXV, Fig. 1) zeigt, besitzt die Art ein inneres Stachelgerüst, welches auch schon von Haeckel gesehen und abgebildet wurde. Dieses Stachelgerüst entspricht anscheinend genau dem schon so vielfach erwähnten Grundtypus, mit Dorsal-, Ventral-, Apikal- und zwei Lateral- stacheln. Die beiden Hörner auf dem Kopf entsprechen den erstgenannten beiden Stacheln; das direkt dem Kopf aufsitzende dem Dorsal-, das in der Nackeneinschnürung oder doch nur wenig über ihr hervortretende dem etwas aufwärts gerichteten Ventralstachel. Die anderen drei Stacheln treten jedoch nicht an die Schalenoberfläche, sondern ziehen nur bis zur Schalenwand, um in dieser zu endigen. 'O^ Sektion Sticliocyrtida. Farn. Podocampidae (11. (hall.-Rei). p. 14;].^). Monopyleen (Cyrtoidea) mit geringelter Schale durch drei oder mehr Einschnürungen (horizontal) in vier bis sieben oder mehr Stücke zerlegt. Erster Teil = Kopf, zweiter Teil = Thorax, dritter Teil = Abdomen, die übrigen Ringe bilden zusammen das Postabdomen. Schale mit drei radialen Apophysen. lU. Sticiiopiliuiii (0 viiriabilis n. .sp. Taf. XXXV, Fig. 4-7. Schale aus vier Stücken (ausgebildet wahrscheinlich mehr) bestehend, welche (lunli drei deut- liche Einschnürungen voneinander getrennt werden. Schalenmündung offen (ob imnu-r??). Kopf halbkuglig mit kleinen, runden Poren und einem konischen, oft auch dreikantigen Hörn, in dessen Kanten auch vereinzelte Poren (Taf. XXXV, Fig. 4) auftreten köimon. Das dem Gipfel aufgesetzte Korn erreicht höchstens die Länge des kleinen Kopfes. Poi'üi'-sKY, Radiolarien. 291 Deutlich abgesetzt vom Kopf ist der breit-glockenförmige Thorax, an dessen unterem Rand die drei Stacheln hervortreten, die aber auch eine Zeitlang in der Wandung des Abdomens verlaufen können, um erst dann sich wenig über die Schale zu erheben. Thorax mit unregelmäßig runden, ziemlich großen Poren. Vom Thorax deutlich abgesetzt das tonnenförmige oder mehr zylindrische oben und unten etwas verengte Abdomen, doppelt so lang als der Thorax, das breiteste Stück der ganzen Schale. Im Abdomen befinden sich auch die größten der unregelmäßig runden Poren. Vom oberen Rand des Abdomens ziehen in den meisten Fällen die drei am unteren Rand des Thorax aus der Schale tretenden Stacheln ein Stück in der Wandung der Schale entlang, um sich mit einem kurzen dornigen Ende, etwas über die Mitte des Abdomens hinaus, über die Schalenoberfläche zu erheben (Taf. XXXV, Fig. 4, 7). In manchen Fällen (Taf. XXXV, Fig. 6) sind überhaupt keine äußeren Stachelenden vorhanden. In anderen wieder erheben sich die drei Stacheln sogleich beim Austritt aus dem Innern aus dem oberen Rand des Abdomens. Sie verlaufen dann etwas gekrümmt, mit der Oberfläche des Abdomens gleich, mit welcher sie durch sekundäre Skelettbalken verbunden werden, so daß drei geflügelte Anhänge entstehen. Außer diesen drei Stacheln, die sich auch in das Innere fortsetzen, sah ich auch in einem Falle (Taf. XXXV, Fig. 6), nicht ganz in der Mitte der Schale, einen etwas ge- bogenen Stachel den ganzen Hohlraum, vom Kopf bis zur Schalenmündung, durchziehen. Es ist das sicher derselbe Stachel, der bei einer ganzen Anzahl Dicyrtiden auftritt und der — wenn nicht bei dieser Art (was sehr wahrscheinlich), so doch bei anderen schon von Haeckel beschriebenen Spezies — bei geschlossener Schale dem letzten Schalenstück als Pendant des Kopfhornes aufsitzt (Haeckels Vertikal- Basal- Stachel). Solche Arten enthalten die Genera Stychopera und Cijrtopera. Wahrscheinlich ist es der Apikalstaclicl (Jöroensen), der anstatt die Seite der Wandung an irgend einer Stelle zu durchbrechen den ganzen Innenraum durchzieht. Derselbe Stachel tritt auch (zusammen mit den anderen vier) bei später zu erwähnenden Arten der Stichocyrtiden auf, tritt aber da deutlich zutage, wie bei den Dicyrtiden. In besonderer Weise wird das Postabdomen, bei den bisher beobachteten Individuen nur aus einem Ringe bestehend, von dem Abdomen abgegrenzt, nämlich von einem um das Skelett gleich- mäßig herumlaufenden, oft etwas erhabenen Ring. Das Postabdomen ist weniger breit als das Abdomen und an der Mündung allmählich verengt. Daraus, sowie aus dem in der Mitte abwärtsstrebenden Apikalstachel, der wohl zum Hörn auf dem letzten Schalenstück wird, sowie aus dem unregelmäßigen, oft mit Zähnchen besetzten Rand des Postabdomens ist zu schließen, daß das Skelett der beobachteten Individuen noch kein vollständiges war, daß das fertige Skelett eine völlig geschlossene Schale mit Hörn auf dem letzten Gliede ist, so daß die ganze Schale aus fünf bis sechs Gliedern bestünde. Maße: Kopf lang 0,017 mm, größte Breite desselben 0,021 mm; Thorax lang 0,03 mm, größte Breite 0,046 mm; Abdomen (mit zw'ei oder mehr Ringen, unvollständig) lang 0,1mm, größte Breite 0,08 mm; Länge des Kopfhornes 0,015 mm. V o r k o m m e n: Deutsche Südpolar-Bxpedition, Fahrt im Eise 15. März 1903, 0—50 m (3); 0— 300 m (1). Die interessante Art ist äußerst variabel und ist ein typisches Beispiel dafür, wie wenig die HAECKELschen Bestimmungsmerkmale oft anwendbar sind, indem nämlich bei dieser einen Art 292 Deutsche Südpolar-Expedition. schon Ordnungs-, Sektions-, Familien- und Genus - Merkmale ineinanderfließen. Wie am besten ein Blick auf die vier Zeichnungen lehrt, gehören die dort abgebildeten Individuen unzweifelhaft einer Art an, und doch könnte und müßte man sie nach Haeckel in ganz verschiedenen Gattungen unterbringen. Das auf Taf. XXX\', Fig. 5 dargestellte Entwicklungsstadium, l)ei ilom äußerlich, außer dem Hörn keine Stachelanhänge sichtbar waren, zeigt drei Schalenstücke, würde also in die Sektion Tricyrtida, Familie Theocyrtidae, Gattung Theoconus gehören. Das auf Taf. XXXV, Fig. 6 dargestellte Exemplar besaß gleichfalls keine äußeren radialen Stachelanhänge, aber vier Schalenstücke, würde also in der Sektion Stichocyrtida der Familie Lithocampidae, Genus Stichocorys zuzuweisen sein. Man könnte aber auch wegen des im Innern der Schale abwärts- steigenden freien Stachels ebensogut eine neue Gattung innerhalb der Famihe Lithocampidae errichten. Das Taf. XXXV, Fig. 4 dargestellte und von mir als Normalform betrachtete Individuum zeigt, nachdem die Stacheln zum Teil in der Wand des Abdomens verlaufen sind, drei einfache, radiale Anhänge, die frei nach außen stehen. Die vier vorhandenen Schalenstücke würden die Radiolarie im Verein mit dem eben Erwähnten (wie das auch oben geschehen ist) der Familie Podocampidae, Gattung Stichopilium zuweisen. Das Exemplar auf Taf. XXXV, Fig. 7 müßte wegen der vier Schalenstücke und den drei geflügelten Anhängen dem Genus Artopilium der Familie Podocampidae angehören. Also vier Individuen derselben Spezies müßten in ebensoviel Genera und drei ver- schiedenen Familien, welche zwei Sektionen angehören, untergebracht werden. Und doch ist bei kritischer Auswahl unter den zur A^erfügung stehenden Gattungen bei Beschränkung auf eine wahrscheinlich noch nicht das Richtige getroffen, da alle beobachteten Indivi- duen vielleicht Entwicklungsstadien darstellen, welche zu Tieren mit fünf- bis sechskammriger Schale führen, die auf der letzten Kammer ein Basalhorn tragen, was der Gattung Sticho- pera und Cyrtopera entsprechen würde. Die erstere besitzt nun wieder solide, die letztere gegitterte radiäre Anhänge. Da beides bei unserer Art vertreten ist, hätte man auch wieder zwischen beiden genannten Gattungen die Wahl. Also stehen für eine Art nicht weniger als sechs Gattungen zui' ^'erfüg^mg, ein Zeichen, daß der Radiolarienspezialist mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, da dieses Einzelbeispiel sich oft, fast bei jeder Spezies der Spumellarien und Nassellarien wiederholt. Aber auch ein weiteres Zeichen, daß das System revisionsbedürftig ist. Schwierigkeiten, und zwar keine leichten, werden jedoch für absehbare Zeiten bestehen bleiben, da es außerordentlich schwer ist, phylogenetische Entwicklungsstadien von ontogenetischen zu trennen. Aus den eben erörterten Gründen wurde die Art mit einem Fragezeichen versehen in die Gattung Stichopilium aufgenommen. Farn. Lithocampidae (II. Cli.ill.-l.'ep. p. i n;?). Cyrt()i(h'n mit drei (xler mehr Kin-scliiiürungen auf der aus vier oder mehr Stücken zusammen- gesetzten Schale. Keine radialen Apophysen. PopoFSKY, Radiolarien. 293 115. Dictyoinitra incridionalis n. sp. Taf. XXXVI, Fig. 3. Schale konisch, mit drei (oder mehr?) deutUchen Einschnürungen, unten offen, glatt. Alle Stücke etwa gleich lang, an Breite nach dem Schalenende zunehmend, keine radialen Anhänge, kein Kopfhorn, inneres Stachelgerüst nicht gesehen. Kopf flach, halbkuglig, mit drei bis vier Reihen von kreisrunden Poren, die übrigen Schalenstücke mit fünf regelmäßigen Reihen von kreisrunden Poren. Alle Poren der Schale von derselben Größe. Maße : Schale lang (vier Stücke) 0,084mm, breit an der Mündung 0,055mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, Winterstation 5. JuH 1902, — 137m; 1 Exemplar. 11(». Dictjomitra Drjgalskii n. sp. Taf. XXXVI, Fig. 4. Schale konisch, vier oder (mehr) Einschnitte, fünf (oder mehr) Schalenstücke, die sehr deutlich (mit Ausnahme des fünften) voneinander abgesetzt sind. Schale regelmäßig, konisch verbreitert gegen die offene Mündung hin. Kopf halbkuglig, mit drei Reihen mittelgroßer Poren. Zwischen Kopf und Brust bleibt, wie auch an den übrigen- Einschnitten, ein nicht von Poren durchsetzter breiter Gürtel frei. Thorax mit drei Reihen sehr großer Poren. Abdomen und Postabdomen jedes Glied mit fünf Reihen sehr kleiner Poren. Alle Poren sind Icroisrund und in regelmäßige Ringe gestellt, welche die Schale in gleicher Höhe umlaufen. Das Skelett des vorliegenden Individuums ist unvollendet und zeigt keinerlei inneres Stachel- gerüst. Die Schalenstücke sind alle ungefähr gleichlang. Maße: Schale lang (bei vier ausgebildeten Stücken) 0,066 mm, größte Breite 0,05 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition. Winterstation 22. Juli 1902, 0— 385 m; 1 Exemplar. Poroampliora n. gen. Unter dem eben angeführten Namen möchte ich eine neue Spezies beschreiben, die im Äußern an Lühostrobus, Dictyomitra und Stichocorys erinnert, von diesen Gattungen sich aber dadurch unterscheidet, daß das schon oft im Laufe dieser Arbeit erwähnte innere Stachelgerüst, gebildet aus den fünf Primärstacheln (D., A., 2 L., V.) vorhanden ist. Haeckel erwähnt derartiges nicht, wenn auch viele seiner Familien der Cyrtoidea triradiata wahrscheinlich im Innern ein ähnUches Gerüst besitzen. Da das Stachelgerüst, vielmehr die Enden der Stacheln, nicht über die Oberfläche hinaustreten,, sondern in der Schalenwand endigen, so kann diese, wie auch die nächste Gattung nicht in Haeckels Familie Phormocampida untergebracht werden, desgleichen ist aber das Stachelgerüst ein Grund, sie nicht in die Familie Lithocampidae aufzunehmen. Wenn es im folgenden trotzdem unter Vor- behalt geschieht, so ist das nur eine provisorische Maßnahme. Definition: Lithocampiden, d. h. Stichocyrtiden ohne radiale Anhänge, welche im Innern em deutliches Stachelgerüst folgender Art tragen. Ein Dorsalstachel aufwärts gerichtet, ein wenig oder gar nicht über die Wand des Kopfes hervorragend. Zwei etwas gebogene verästelte Lateral- 294 Deatsclie Siidpolar-Exiiedition. stacheln (L), die in der Schalenwand endigen. Ein schräg aufwärts gerichteter, später mehr hori- zontaler, zur Nackeneinschnürung verlaufender Ventralstachel und ein langer, etwas gebogener, einfacher Apikaistachel (A), der erst schräg im Innern der Schale verläuft und in der Mitte des ersten Schalenringes des Postabdomons in der Schnlenwand endigt- oder mit einem kurzen Dorn über sie hinaustritt. 117. roroaiiipliora paradoxa n. sp. T:if. XXXVI, Fig. 5. Schale aus vier (oder mehr) Schalenstücken bestehend, welche durch drei (oder mehr?) Ein- schnürungen deutlich getrennt werden. Schale unten offen, ohne(?) radiale Anhänge. Kopf gedrückt, unregelmäßig halbkuglig, mit wenigen auffallend großen runden Poren. Im Kopf und im oberen Teil des Thorax liegt der Hauptteil des oben näher beschriebenen Stachel- gerüstes. Der Dorsalstachel tritt als sehr kleines dorniges Kopfhorn wenig über die Oberfläche, die übrigen Stacheln, mit Ausnahme des abwärts den Thorax, das Abdomen, sowie die obere Hälfte des ersten Postabdomenstückes durchziehenden Apikalstachels, endigen in der Schalenwand. Thorax, nächst dem Kopf das kleinste Schalenstück, to^nenartig mit fünf regelmäßigen Quer- reihen kleiner, gleichgroßer, runder Poren, Thorax und Abdomen sind wie auch Abdomen und Postabdomen außer der Einschnürung durch eine porenfreie Zone in der Schalenwand gesondert. Abdomen mit acht, das erste Postabdomenstück mit elf (oder mehr) Reihen von Poren, in der Mitte des Postabdomen läuft der Apikaistachel in die Schalenwand ein und ragt als kleiner Dorn über sie hinaus. Die einzelnen Schalenstücke nehmen vom Kopf aus gerechnet an Breite und Länge zu. Die bisher beobachteten Individuen sind sicher noch nicht solche mit fertigem Skelett. Maße: Kopf lang 0,014 mm, breit bis 0,03 mm; Thorax lang 0,019 mm, größte Breite 0,046 mm; Abdomen lang 0,03 mm, größte Breite 0,052 mm; Abdomen (unvollständig) lang 0.041 mm. größte Breite 0,064 mm; kleine Poren bis 0,002 mm, große Kopfporen bis 0.0035 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition. Fahrt im Eise 19. Februar 1003, 0—400 m ( 1 ); 15. März 1903, 0— 300 m (2); 23. März 1903, 0— 200 m (2). Lithamphora n. i^en. Dem Genus Poroamphora schließt sich das gleichfalls neue Genus Lithamphora dicht an. In der äußeren Form sind auch diese Stichocyrtida Vertreter der Lithocampidae. Wie bei Poroamphora findet sich im innern der vier- oder mehrteiligen Schale ein inneres Stachelgerüst, dessen einzelne Stacheln mir bisher noch nicht mit ausreichender Genauigkeit gelang zu identifizieren, da die Schale und der Weichkörper bei den bi.sJK'r beobachteten Individuen nicht durchsichtig genug waren. Kine Untersuchung durch Entfernen der entsprechenden Schalenteile war ausgeschlossen, da die Tiere schon in Kanadabalsam eingeschlossen waren. Soviel steht jetloch fest, daß ein aufwärtsstrebender am Kopf als Höcker hervortretender Dorsalstachel vorhanden ist und zwei Apikaistachel, die jedoch im oberen Teil zu.sammenllieLieii in einen Ast, der. wie im Genus PuroiniiplKUd. in der Mitte des ersten Abdominalringes in der Sehale mündet. Wegen dieses im unteren Teil gabiig gespaltenen Apikal- stachels, der in vielen anderen Arten, welche ihn besaßen, stets einfach war, wurde für die einzige folgende Art ein neues Genus unter obim Namen ein2, |). ."ilö. Lilhotnilrn iiuslnilis II., 1887, |). 1487. Schale fast zylindrisch, glatt, mit fünf deutlichen Einschnitten, also sechs Schalenstücken. Schale unten offen, iiidit zusammengezogen, Ringe parallel. Die beiden mittleren Ringe etwas größer als die daran anscliließenden und die an den Kndcii liegenden. Poren klein, kreisrund, in regelmäßigen Quorrcihcii; zwei licihcii im ersten und sechsten Schalenstück, fünf Reihen im zweiten PopOFSKT, Radiolarien. 297 und fünften, sieben oder acht Reihen im dritten und vierten Stück. Die beiden letzteren sind zwei- mal so breit wie lang. Maße: Länge der Schale (mit sechs Schalenstücken) 0,14mm, Länge der vier kleineren Stücke 0,017 mm, der beiden größeren 0,035 mm; Breite 0,06 mm. Vorkommen: Antarktis, 78" 10' S., 162" W., Ross. Literaturverzeichnis. Das Literaturverzeichnis berüclisichtigt die Arbeiten über die drei Radiolaj-iengruppen Spiimellarien, Monopyleen, Acantharien, und zwar nicht nur in bezug auf Anatomie, Systematilv, Ontogenie, sondern auch auf die Tiergeographie und Paläontologie. Außer Betracht gelassen sind die Arbeiten, welche sich rein auf Tripj'leen beziehen. Von den älteren Arbeiten bis zum Jahre 1885 sind die wichtigsten wiedergegeben; ausführlicher findet sich ein Radiolarien-Literaturverzeichnis bis zu diesem Zeitpunkt bei Hakckel, rhallenger-Report Vol. 18. Von diesem Jahre bis zur Veröffentlichung sind ungefähr sämtliche auf die drei Gruppen bezugnehmende Arbeiten aufgeführt. Nicht alle haben mir vorgelegen, und es ist möglich, daß die eine oder andere der neu aufgestellten Arten schon in der mir nicht zu Gesicht gekommenen Literatur beschrieben wurde. Da mir betreffs Literaturbeschaffung große Schwierigkeiten im Wege stehen, wäre ich den Herren Fachkollegen für freundliche Übermittlung älterer sowohl wie kommender Arbeiten, welche die Radiolarien betreffen, außerordentlich dankbar, da mir selbige bei der weiteren Verarbeitung des Radiolarien-Materiales der Deutschen Südpolar-Expedition nützen können. 1854. Ehrenberg, G., Mikrogeologie. Das Erden und Felsen schaffende Wirken des unsichtbar kleinen selbständigen Lebens auf der Erde. Leipzig 1854. 1856. Bailey, J. W., Notice of microscopic forms found in the soundings of the Sea of Kamtschatka in: American Journ. Sc. Arts (Ser. 2) Vol. 22. 1858. Müller, Johannes, Über die Thalassicollon, l'olycystinen und Acanthometren des Mittelmeeres. Abhandl. d. K. Akad. d. Wiss. BerUn. 1858. Claparede et Lachmann, Etudes sur les Infusoires et les Rhizopodes. 1862. Haeckel, Ernst, Die Radiolarien. Eine Monographie. 1862. Bury, Mrs., Polycystins, figures of reniarkable forms in the Barbados Chalk Deiiosit. Ed. II by M. C. Tooke. 1868. 1862. Stokes, T. G., Polycystina off the Orkneys. Quarterly Journ. niicros. sc. N.S. Vol. 2. 1871. Macdonald, J. D., Exaniinations of Deep-sea soundings; with remarks on the habit and strukture of the Polycystina. Ann. Mag. Nat. llist. 4. Ser. Vol. 8. 1872. Ehrenberg, Gottfried, Mikrogeologische Studien über das kleinste Leben der Meeres-Tiefgründe aller Zonen und dessen geologischen Einfluß. Abh. d. K. Akad. d. Wiss. Berlin 1872. 1875. Ehrenberg, Gottfried, Polycystinen-Mergel v(m Barbados (Fortsetzung der Mikrogeologischen Studien). Abhandl. d. K. Akad. d. Wiss. Berlin 1875. Lateinische Diagnosen zu den 265 aufgezählten und abgebildeten Spezies in; Namensverzoichnis der fossilen Polycystinen von Barbados. Monatsber. d. K. preuß. Akad. d. Wiss. 187:1 1876. Zittel, Karl, Palaeozoologie. Bd. I. 1876. Zittel, Karl, Über fossile Radiolarien der oberen Kreide. Zeitschr. d. deutsch, geol. Gesellsch. Bd. XXVIIL 1877. Wyville Thomson, The Voyage of the Challenger. Vol. I, II. 1878. Brady, H. B., On the Reticularien and Radiolarien Rhizopoda (Foraminifera and Polycystina) of the North-Polar- Expedition of 1875/76. Annais of Natural History. 5. Ser. Vol.-l. 1879. Hertwig, Richard, Der Organismus der Radiolarien. Jenaische Denkschriften, Bd. IL 1880. Stöhr, Emil, Die Radiolarien-Fauna der Grotte von Tripoli (Provinz Girgenti in Sizilien). Palaeographica, Bd. XXVI. 1880. Pantanelli, D., Radiolarie dei diaspri. Atti Soc. Toscan. Sc. Nat. Proc. verb. 1880. Vol. 2. 1880. Pantanelli, D., e Stefani, Radiolarie di Santa Barbera in Calabria. Atti Soc. Toscana Sc. nat., Proc. verb. Vol 2. 1881. Haeckel, Ernst, Prodromus Systematis Radiolarium, Entwurf eines Radiolarien-Systems auf Grund von Studien der Challenger-Rndiolarien. Jenaische Zeitschr. f. Natunv. Bd. -W. 1881. Pantanelli, D., Radiolarie nei Calcari. Atti Soc. Toscana Sc. Nat. Proc. verb. 1881. 1881. DuNCAN, P. M., On a Radiolarian and some Microspongida from considerable depths in the Atlantic ocean. Journal of the Royal Microscop. Soc. (2) Vol. 1 Part. 2. 39* 298 Deutsche Südpolar-Expedition. 1882. Brandt, Karl, Untersuchungen an Kadiolarien. Moiiatshcr. il. K. i)ieul.). Akad. d. Wiss. Berlin. 1882. BÜTSCHLi, Otto, Beiträge zur Kenntnis di'r Kadiolarien-Skelette, insbesondere der Cyrtida. Zeitschr. f. wissensch. Zoologie Bd. XXXVI. 1882. BÜTSCHLI, Otto, Radiolaria. In Bronx's Klassen und Ordnungen des Tierreichs. Hii. 1, l'nitozoa. 1882. Du.MKowsKi, E.MIL, Die Spongien, Radiolarien und Foraniiniferen der Unter-Liassischen Schichten vom Schaf berg bei Salzburg. Denksclir. d. K. Akad. d. Wiss. Wien, Bd. XIV. 1884. RÜST, D., Über fossile Kadiolarien aus Schichten des .Iura. Jena. Zeitschr. f. Xaturw. Bd. 18. 1885. RüsT, 1)., Beiträge zur Kenntnis der fossilen Radiolarien aus Gesteinen des .Iura. Palaconti)grai)liica, Bd. XX.XI (oder III. Folge, VII. Bd.). 1885. Pa.\tanelli, 1).. Kadiolarie negli schisti sihcei di Monte Catiiii iu Val dl Cecina. .\tti Soc. Toscana Sc. Xat. Froc. verb.. Vol. 4. 188G. RüST, D., l'ber neu entdeckte Kadiolarien der Kreide und einiger älterer Schichten, .lena. Zeitschr. f. Xaturw. Bd. :^ü. 1887. Ciirx, C, Die i)elagisclie Tienvelt in größeren Meerestiefen und ihre Beziehungen zur Oberflächenfauna. Cassel 1887. 1888. RüsT, D., Beiträge zur Kenntnis der fossilen Radiolarien aus Gesteinen der Kreide. Palaeontographica, Bd. 154. 1888. WiSMowsKi, Tu., Beiträge zur Kenntnis der Mikrotauna aus den oberjurassischen Feuersteiid = Dorsalstachel, l'=^Ventralstacliel lauch 1',, 1',). /.,/.,,/,, Lateralsiailieln. /,./, sekundäre Lateralstaclieln. und zwar im Sinne von Jorge.nse.x (1905). Tafel XX. Fig. 1. Thalasnolhammts pinelnm nov. spec. Sieben llauptstacheln, tannenliauniähnlicli. Seiteuäste in drei Heiheii. Innen Zentralkapsel, außen, über ilie Stachelspitzcn ziehend, die (lallerthiille. Deutsche Südpolar-Expedition 27. Februar 1903, 150 m. :■: 50. Fig. 2. Cvtwslylus (Uiilocmms Pop. Skelett, bestehend aus nur einem I •iip|ielspi(iiliiin \iin fünf nach oben, fiinf nach unten gerichteten, gezähnten Stacheln. Deutsche Südpolar-Expedition 27. Oktober 1902, 0— 350 m. x 650. PopoFSKY, Radiolarien. 301 Fig. 3. Conosiylim rfV/os/m/?!.« Pop. Skelett, bestehend aus einem großen, undeutlich dizentrischen Doppelspiculum (fünf Stacheln nach oben, vier nach unten gerichtet) und einem deutlich dizentrischen, mit Mittelbalken versehenen Xeben- spiculum. Reste des Weichkörpers erhalten. 27. Oktober 1902, — 350 m. x 650. Fig. 4. Conoslijlus diplonvits Pop. Exemplar mit nur sechsstachligem Hauptdoppelspiculum, mit dicken Stacheln und Weich- körperresten. 25. August 1902, 0— .300 m. • 650. Fig. 5. Hexalonche minuta nov. spec. Zwei Gitterschalen, innere durch Kreis angedeutet, sechs abgebrochene Stacheln, die die beiden Schalen als dünne Radialbalken verbinden. Individuum mit glatter äußerer Schale. 22. Juh 1902, — 385 ni. X 650. Tafel XXI. Fig. 1. Conosiylus diploconus Pop. Sechsstachliges Individuum, Stacheln schlank und ungezähnt. Im Weichkörperrest Dia- tonieenschalen. 15. Dezember 1902, — 350 m. y 650. Fig. 2. J'li'ijmüiru kiilojilfijmii H. Teil des unregelmäßig lockeren Netzwerkes, welches die Zentralkapsel umgibt, weder innen noch außen eine regelmäßige Gitterschale. 21. Juni 1902, — 100 m. x 650. Fig. 3. Acuuthoüjihaera fusra nov. s])ec. Dünne, zertrümmerte, aus regelmäßigen Sechsecken aufgebaute Schale, auf jedem Knotenpunkt ein dünner Stachel. Innerhalb der Zentralkapsel ein dunkelbraun gefärl)tes Zentrum. 20. März 1902, 0—100 m. X 650. Fig. 4. Acanthosphana glohom nov. spec. Kleine kugelige Schale aus regelmäßigen Sechsecken. .\uf den Knotenpunkten lange Stacheln. 22. Juli 1902, 0-4(10 ni. x 650. Fig. 5. Hexalonche minuta nov. spec. Sonst wie Taf. XX, Fig. 5. Schalenoberfläclie, der äußeren Schale aber hier mit Dornen, äußere Stachelenden außerordentlich schlank uiul dünn. 22. .August 1902, 0—400 ni, also Warmwasserform. x 650. Tafel XXII. Fig. 1. ChuhcoeaiH phuium II. Antarktisches Exemplar. Stacheln weiter entwickelt, als bei dem aus warmen Gewässern stammenden Individuum, welches IIakckki, im Challenger-Report. Taf. 27, Fig. 1 abbildet. 15. März 1903, 0— 300ni. X 330. Fig. 2. Cinosphdera (jhiboaii nov. spec. Eine Schale mit runden, sechsseitig gerahmten l'oren. die gestrichelte Partie links deutet die Schalendicke an. 23. Mai 1902, 0—365 m. x 650. Fig. 3. CladoeoccuK arhustus nov. spec. var. brevispina nov. var. Stacheln bei dieser Varietät außen nicht Hügelig verbreitert, nur halb so lang als bei der auf Taf. .\.\III, Fig. 1, 2 dargestellten langstaeheligen Form. 15. März 1903, 0— 300 m. X 330. Fig. 4. Hexalonche reguhria nov. spec. Zcrtriunmcites Skelett. .\ußere Schale mit runden, sechsseitig gerahmten Poren, auf allen Knotenpunkten konische l?eistacliehi. Innere Schale angedeutet. 15. März 1 903, 0— .50 ni. x 650. Tafel XXIII. Fig. 1. Cladococcus arhislus nov. spec. \ar. Idiiiilfpiint nov. var. Langstachelige Varietät der Art. Stacheln außen flügelig verbreitert. 23. März 190:^, x 3.30. Fig. 2. Ein Stachel der vorigen Figur {Cladococcus urbu!— 885 m. x 050. Fig. 4. 7V(W/,sTH*- rariubili.i nov. spec. Innere Schale angedeutet. Ansicht auf die drei „Tore", welche die drei Aniilianimern trennen. 27. Oktober 1902, 0—350 m. x 650. Fig. 5. Pamdisni.^ jUtMrcUa II. Entwicklungsstadium mit vier vollständigen Ringen. 22. Juli 1902, 0— 385 m. y ()50. Fig. 6. Sit/lißdiciya Dujardiniill. Exem|)lar mit Viertel- und Halbspiralen, Schale nicht aus einer einzigen großen Spirale be- stehend, wie bei dem in Fig. 1 dargestellten. 22. Juli 1902, 0—385 m. x 650. Fig. 7. I.iitirlKisiihiiim f:i)icat(i nov. gen nov. spec. Innere Schale und in derselben das Zusanimenti-effeii von vier Hauptstacheln deutlich zeigend, sowie auch die Art der Verzweigung der Stacheln zur Bildung der Kurtikalschale. Letztere im Durch- schnitt. 15. März 1903, 0— ,300 m. = 650. Tafel XXVI, Fig. 1. Triodiscus variabilig nov. spec. Entwicklungsstadiuni. Andere Ansicht als Taf. .\XV. Ki;;. 4. 22. .lull 1902, 0—385 m. X 050. Fig. 2. Triodiscus variahilis iU)V. s])ec. Seitenansicht. Form mit vielen langen Stacheln. 22. Juli 1902, 0-385 m. x (550. Fig. 3. Triodiseus variabilis nov. spec. Dieselbe Frontansicht wie auf Taf. XXV, Fig. 4, aber von einem Exemplar mit sehr wenigen kurzen Stacheln. Die drei „Tore" hier sehr deutlich. 22. August 1903, -400 u\. also "Warmwasser- exemplar. :- 650. Fig. 4. Spongodiscus faitis Ehrüg. vnr. imuima lutw var. Croße linsenförmige Schale. Durchmesser 0.351 mm. 17. Dezember 1902. X 168. Fig. 5. Shjhilri)chus nrorlniiKs H. Exemplar mit wenigen kräftigen Randstacheln. Schale linsenfürnüg. 23. Mai 1902, 0-365 m. X 168. Fig. 6. Slnldlrarhiis (irarhniiis H. Bedeutend größer als die vorige. Stacheln zahlreich, aber dünn und kurz. 6a: Stärkere Ver- größerung des Ma.schen Werkes der Oberiläche. 7. Januar 19U3, 0—380 m. Fig. 6, x l(i8; Fig. 6a, x 050. Fig. 7. Hlylolrochus arachnius U. Iiulividuum mit sehr langen Stacheln, die äußerst dünn sind. 29. Oktober 1902. x 168. Fig. 8. KpDWßilriichus (jUwialis nov. spec. Stacheln sehr lang, kräftii,', auf allen Seiten der linsenfiirmisen Schale vorhanden. 15. Januar 1903. x 108. Tafel XXVII. Fig. 1. Spomjolrocliiis (ilitci(dis nov. spec. Form mit sehr vielen, aber kurzen und dünnen Stacheln auf der Schale. 10. Februar 1!K»3, 0-20()m. X 330. Fig. 2. Liihrlius miutiluides nov. sjjec. Die äußer.ste Sjiiralwindung schmiegt sich der vorletzten Windung an, so daß die Schah- geschlossen wird. 23. September 1902, 0—300 ni. x (i.öo. Fig. .3. Lithilius naulihiidcs nov. spec. Junges Entwicklungsstadium, bei tiem erst die Zentralkauuiier und etwa ! ' . \Viiuliini.'en angelegt sind. 27. Oktober 1902, 0-150 m. x 050. Fig. 4. Ijithi'lius miuliloidfis nov. spec. Äußere Spiralwindung noch olTen. beginnt aber, sich der vorletzten Winduni; zu nähern. Die Kadialbalken durchbohren die einzelnen Spiralwinduntren. I. Dezemi)er 1902. 200 m. x 650. Fig. 5. Litl(tliu!< obscurus nov. spec. tlrobnuisehige, sjiiralige Sehale. 3. März 1902, - 200 m. x 650. Fig. (i. Lithelius obscums nov. spec. Form, wo die SpiralwinduiiKcn zu konzentrischen Ringen geschlossen sind. Stacheln aui-li auf den Seilen der Schale. .'iL .Januar 1903. II 250 in. v 050. Tafel XXVIII. Fi};. I. Slyhtrochus arachnius \\. IJitwicklungsstadium stärker vergrößert als Taf. X.W I, Fig. 5 und 7. 12. Januar Iit03. X 650. Fig. 2. Spnminirnrhus f/larialis nov. sjiec. Ansicht schräg auf den Schalenrand. 19. Februar 1903. 0- 400 m. x 168. Fig. 3 und 4. Liihdius okTiiruft nov. spec. Fig. 4 ein jüngeres, Fig. 3 ein etwas älteres Entwicklungsstadiuni. F'ig. 3: 21. Juni 1902, 100 ni. X 050. Fig. 4: 8. September 1902, 0— 300 m. x 0,50. Fis;. 5. I.illiiliiis iihnniritsYf In der groLien wie in der kleinen Schale ein Teil des Weichkörpers. 27. Oklolier 1902. 350 ni. X (KJO. Deutsche Südpolar Expedition i901-3 Band x. Tafelxx. A ropotsky . gez , Lith Anst V A. Glitsch, Jena Verlag Georg Reimer. Berlin Deutsche Südpolar Expedition. 1901-3 Bandx Tafelxxi. fd-g Rcimei" ;>'■ Deutsche Südpolar -Expedition. 1901-3. Band X Tafel xxn. V^riag Georg Reimer, Ber.ir. Deutsche Sudpolar- Expedition i901-3. Band X. Tafel xxiji. APopofsJiy gez. bth.Ansc.vAGilt£cE». Jena Verlag Georg Reimer, 3erliri Deutsche Südpolar Expedition 1901-3 BaNDXTAFEL XXIV •ä=^ 5-V 'A.Popofsky gez. LilkAiistv.A.Giltscli.Jena Verlag Oeorg Reimer, Berlin. + /£^ 0°..., Deutsche SOdpolar Expedition. 1901-3. Band x Tafel xxv. A Fbpüfsky, gez. Lith.Ansi.v.A.GiItsch. Jena. i(j Kriiiief, Deutsche Südpolar Expedition 1901-3 Band x Tafelxxtt. ö. \r- r A:.sT vAUillsch, Jena VerUg Georg R«mcr tw'. Deutsche Südpolar- Expedition. 1901-3. Band x . Tafelxxvh. A Pqpofsk/ gez üthAnstvACüisdi, Jena f iiv,rl Fifit' Deutsche Südpolar Expedition 1901-3 Band x Tafel xxvm A.Popofsky gez. LitliAiist.v A.Ciit5ch,Jena, Verlag Georg Rrimf r, 5f rl;:i. Deutsche Südpolar Expedition. 1901-3. Band x. Tafelxxix. A.Popofsky ges. lithAnst.vAOiUEch,Jena \ferlag Georg Reimer. Berlm & Deutsche Südpolar Expedition 1001-3 Band x Tafel xxx :,vA.CiIts-h :p i«)pg Rpimer, 5er;!r. Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3 Band x. Tafel xxxi. A "opofsky gez. L.h.Anst.v.A.Giltsch.Jena Verlag fieoi^ Reimer, Berlin Deutsche Südpolar- Expedition 1901-3. Band x Tafel xxxii. ^ üeory Reimer Ber.,: Deutsche Südpolar- Expedition 1901-3. Bandx Tafel XXXII W) r->?ö oiö© Po f^C^QO cbO A. Popolsky ^ez. Lilh.Ansr.v.A.(lilfsch,Jej« \fer!ag Georq Reimer, : Deutsche Sudpolar Expedition 1901-3. Band x Tafel xxmv. .o90. ^o -CoOogo^ /^/ , ocQOo Lith All' Ycr'.ao GeoraRcimer.Berlin, \ A V Deutsche Sudpolar Expedition i9oi-3 Bandx Tafel XXXV. •. Popofsky gez .ilh.AnsivA.CillschJena Verlag Georg Rejnier.Berlir Deutsche Südpolar Expedition 1901-3 Band x Tafel xxxvi. VOO n ;? 0.0 C o^p/p V"" o o C O OfTo oo roooooooooooopoi, On^°0°OOOOOCC C^i'OO "0 ooooooocpä .C^i o>i°^° 000000c c r to i?c' n A°^° O O O O O O f .00, VrPrP ooooooooc PG,0 \°o 000000000 0.0c, ?^'-' CO 000000 'öo^*^. |"0 000000000 ßC \°00 O 000 ococc \QOo 0000 000 OOOOf VpooocDocr:oooocp \ ÖOOO^ä ■000 00^ ,00 00-^ >o oooo /'^OCOOTQ^ /ooooo''or>oc;i oood'o o'ooM yoo 000 O 0,™''-' ^ ' Oj3 00000 '^0 ?i^ ^-^ öo"ooö"cco' ,fOpoop.cooO 0^ *^°.9,-^ 00000 CO o ° o C C 0- ^ ^00000 oco c ^^oc JOOOOO O COOVpoj W" \. o^U f?PöO0 rj-r '~^-^ s. <^^^?5?^ c /' y -• C G t OQ» /ö c oa 000 C C 0^ 1(3 C C' c c o,J . /oOO Q C <0 ^'^ /o r c C C ' , ' r c: e c c r r>f f^^ r c r- c ^ r- .-^ , '«ja.'- ■< — ^ '"■ OOi £s'oVocooo. 000 D O oOOOOOCOoi ,000 >' /Ö O O O -' ' ^ ■ <: \0 ; /»o o o o Np, ( ,4)0OO000OOOOOO\t UOO c \ UoO 00000000 oi '"„0 0000 OOOo >°f,000000 00ot Xq^oooo 000 C Cci >o„o. .00 000^ ..^ , c otsächlich an den Kndästen. 23. September 1902, 0— 3(K) m. x 650. Fig. 2. Helolholus hishicosa Jörg. Unvollständiges, in Entwicklung begriffenes Individuum. Beistacheln kurz and dick. Kopf sehr dick, nur undeutlich abgesetzt vom Thorax. 4. April 1902, 0—200 m. x ( 50. Fig. 3. Dichiomiira meridionalis nov. spec. WahrseheinUch unvollständiges Skelett, mit vier Schalenstücken. 5. Juli 1902, 0—137 m. x 650. Fig. 4. Diciyomitra Drygalskii no\-. spec. Unvollständiges, zerbrochenes Skelett. 22. Juli 1902, 0—385 m. x 650. Fig. 5. I'oroiDuphorii piirndoxa nov. s])ec. Anscheinend unvollständiges Skelett. Das innere Stachelgerüst eingezeichnet mit den fünf Stacheln. 19. Februar 1903, 0—400 m. x 650. Fig. 6. Lithamphora furcaspiculata nov. spec. Fast vollständiges Individuum. Schniiüansicht. Kopf mehrfach wulstig. Gabel- stachel im Innern sichtbar. 1.5. März 1903, — 300 m. x 650. Fig. 7. Lilhamphoni jureaspiculalu nov. spec. Breitansicht, mit Gabelstachel. Kopf einfach, nicht deutlich wulstig. 15. März 1903, 0—300 m. x 650. Fig. 8. Lilhamphora lurcaspieuhitu nov. spec. Junges Entwicklungsstadium mit wulstigem Kopf. Der Dorsalstachel tritt als abgebrochenes Kopfhorn über die Schalenwand hinaus. 19. Februar 1903, 0—200 m. x 650. Fig. 9. Lilhomitra VanMffeni nov. spec. Im oberen Ende der Schale das innere Stachelgerüst dunkel eingezeichnet. 23. Mäiz 1903, 0—200 m. x 650. 40* De,m-Iie SSd/mlm-.EipftiliKn 1901—1303. IiI33. 23 o3Si April iiw!sxi'.'wo|?io soolseej »g 19. -Jö- rn IST Mai £.1 183 aaE Juni Joli Bl. 5. -1 äj. i_|o-o-:o-;o-o-[o-]o- inola» i3il2oo.(0olsoo:soo|3fifl Angnsl 6, 1 86. loo'soolaiolaooWlsoü Septem 8, la ifiolsoolaoo bcr M 0-0- 160,300 Oktober B, 1 27, iftolBooliüolaM) 20. ? Nov. 160 300 De«, 30 BOO ibi 3S5 Januar 1^. 1(1. 17. 31. 3S6,I ' ' litio'aGoljoo IWr3 Fphraat 10, 1 27, 0_ü-'0-ü-|0- looiaooUnolicolaK i&. 1 ea. bu ioo!3oo!si»!2ao!3oa .Andorc Fundorte. nabuKÜoimmif pintlum Conoiln Olwrt, i1ed.Atl.Pic [nd.O. Obctfl. Fowil, H.rb.dn»-Nikol.nrtD Üiiihnn SM. »(.ums. AU,-UrJlnliU]d. Pare^r. N.-V K. Nunrvei'n. M«L AU. InO. P»c. Kcuil, lla.h.do.. Siiilirn 1 4 f> 11 !i 10 I'ojiirliiirtiiit fnuiju ... Anailliiifhiiitma A'rcAnii . AaiiillumelrBn prUaruU-m 7.-/!iatanä,iiiv.m td,i<'g.Kaite. In wannon Itcennl)) »Um Mflrdl AlUnük- Noidivc Norw<«. KQtUr. In nrmen Meena »IIfd NAtdl. AU antik. .Nardl. EkiniFKr, In «lIcD «acncn llv«tCD. NWI.AUinlik Nftrdi,EMiii.Sot».K(l.lf Xordwp In all.winn. V»« AO-Notd. Piffltr. J0-l!40F»di-n lid In allin unfm.-n SWr,.„. (Il,..ri1. 1 tl 1» IS 13 14 16 JO IH 10 SO Trlrnphtla zifhaamtha Semantit Iti/orit Simiaiilu mtetopma Snaniüuati gtaälü — Tnpartytu hilwvJala Tripotpi/rit hieomii Prfidium ni>nu/»m firtdiuiH pitilorme Milroealyü atanialrra llfiiMiulat hiilTiaua lldolAolai hiilriroM x„r. rlmn . . IMalhiAui hiiliinita vur tntrrui^iin Hitolholui liiiiju» . . . IMMMti» (?) amplui, l'$ilomtli*ia Incuriwhi.i Srthomnui toniau SHIioerpluitiu faUvI'i' /'(mxwj/j ftiwniu, Cbilku>iycla< «,^,.,«/,„„ .S(i(/io,.,/,„.„ ,.„,,i,', Ihtlyom.lf. ■ ... . IMVom.l,.. M /.ilAampliuiii (i.„-...,.m,(„/„ LiUmmilra Vanküßrni , - r _ 7 - 1 - -1- 1- 1- 1 ^ 1- r- = 4 1 I 1 ; & z 1 ; 2 ö 1 ; 2 1 l 2 - 4 1 2 1 = 1 1 ~ 2 2 1 4 2 i 3 a 1 z _ 1 2 1 2 1 I - 5 2 _ 1 " 3 2 1 1 1 2 e 6 z - 1 S 1 1 3 3 1 1 1 z 1 1 1 1 1 3 1 = l z 2 2 z 1 b 4 1 l z z 26 z l 1 2 z IB 1 _ I 1 1 - I 3 1 z z 1 3 1 1 1 S 1 1 1 1 2 2 — - 1 Notdmtpr Norwfe- Kflsl». Nord-l'« (.■I>»li.-S1.240IH..T(I. Knnit,oh=lka Wi-tik. NoriTi's TirUasirr lilunsili Hiüialinc, JI n SS n £6 20 27 2» >U .10 .11 3i 3S m ab HO ilT 3» JWI 11 ^ = 7 3 " \ 7 i 1 2 1 6 1 1 1 3 z 1 1 ~ 3 l 2 2 - K. >, Noiwoern icllen im Tivlwiiuct, Ni>til'l'ic t.'hi11,-St. 21, 2^ai Kadrn IkI. / P»f.(Sord-. Zenrnil» Cl.»ll.-Sl. S4J. SUOO K«lcn li«(, Sl.t. 2Sl,;ll2 \ F«dcp (lel. S1.I. 2H)-27J. 2;ifil~2I{D(J*t»nHibFt1l. 3 s l ai Bl 2 2 ö 1 ' s ' ^ 4 ' 5 •i 2 3 ä 3 1 3 ft 1 27 4 3 l ö 3 6 . 2 1 3 7 2 ? & ■J 1 4 < 2 2 » . 1 2 f> ' 3 2 - ■i 2 6 7 a 4 s a 17 3 7 UNBEKANNTE TREIBENDE EIER UND CYSTEN DEIi DEUTSCHEN SÜDPOLAR-EXPEDITION 1901-1903 VON OLAW SCHRÖDER (HEIDELBERG) MIT TAFEL XXXVII UND XXXVIII lOQ, Das Material zu der vorliegenden Abhandlung stammt aus Planktonfängen, die teils von Bord des „Gauss" auf der Hin- und Rückreise, teils während des einjährigen Aufenthaltes der Expedition in der Posadowsky- Bucht erbeutet wurden. Die Meeresgebiete, die also hier in Frage kommen, sind der Atlantische Ozean, der südliche Abschnitt des Indischen Ozeans sowie der etwa südlich der Kerguelen gelegene Teil der Antarktis. Den Sammelnamen Cysten möchte ich hier in demselben Sinne verstanden wissen, wie ihn Lohmann (1904) in seiner Abhandlung über die ,,Eier und sogenannten Cysten der Plankton- Expedition" angewandt hat. Es handelt sich also nicht um echte Cysten von Protisten, sondern einerseits um Organismen aus verschiedenen Abteilungen, deren Stellung im System bisher noch ungewiß ist, andererseits aber um Gebilde, die sich meist als Eier wirbelloser Meerestiere heraus- stellten. Zu diesen letzteren gehört die große Mehrzahl der ,, Cysten". Die meisten hier beschriebenen Formen erhielt ich in ungefärbten Glyzerinpräparaten, nur wenige waren noch in Formol oder Alkohol aufbewahrt. In vielen Fällen wurden die Organismen, auch die schon in Glyzerin befindlichen, auf verschiedene Art gefärbt, wodurch manche Struktur- verhältnisse besser erkannt werden konnten. Immerhin war ein Teil des Materials nicht genügend erhalten und meist durch Schrumpfung entstellt, so daß auf eine Darstellung oder Beschreibung verzichtet werden mußte. Überhaupt sind nur solche Formen hier berücksichtigt worden, deren Bau einigermaßen gut erkennbar war, so daß sie nach der Abbildung und Beschreibung später mit einiger Sicherheit wiedererkannt werden können. Zu welchen Organismengruppen indessen die einzelnen Eier und Cysten gehören, ist wie auch Lohmann (1904) hervorhebt, an konserviertem Material wohl kaum zu entscheiden, da vom Inhalt meist nicht mehr Genaueres zu erkennen ist, und die bekannten Formen wie z. B. die Fischeier mit den dazugehörigen erwachsenen Tieren beschrieben werden sollen. Leider ist die einschlägige Literatur in vielen oft schwer zu erhaltenden Zeitschriften und Werken zerstreut, deren Beschaffung mir nicht immer möglich war. Es war mir daher von großem Nutzen, daß Lohmann in seiner oben angeführten Abhandlung sehr eingehend die Literatur berücksichtigt und die bisherigen Funde zusammengestellt hat. Manche diesbezügliche Angaben der vorliegenden Abhandlung sind daher Lohmanns Arbeit entnommen, wofern mir die Originalangaben nicht zugänglich waren. Die bei jeder Form angeführten Tiefenangaben bedeuten die Tiefe bis zu welcher das Netz herabgelassen worden war; eine genauere Angabe, in welcher Tiefe die Organismen selbst erbeutet wurden, ist leider nicht möglich, da nur einmal, am 19. April 1902, ein höckeriges Ei, Ovum hispidum variabile, im Schließnetzfang aus 100—275 m Tiefe gefunden wurde. Der Ort des Fanges 310 Deutsche Südpolar-Expedition. ist an dem Datum, welches auch auf der Karte der Reiseroute eingetragen ist, leicht festzustellen. In der oben angeführten Abhandlung schlägt Lohmann (1904) vor, um ihrer Natur nach unbekannte Organismen doch kurz und bestimmt zu bezeichnen, ,,alle diese Formen Bion zu nennen, wobei, wenn die Pflanzen- oder Tiernatur erkannt ist, zwischen Phyto- oder Zoobion unterschieden werden kann". Eine ähnliche Bezeichnung wendet Lohmann für die Eier an, ..deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten Tierform noch nicht nachgewiesen ist. Wegen der großen Zahl solcher Eier wird es sich aber empfehlen, hier Gruppenbezeichnungen einzuführen und z. B. alle Eier mit hohlen Fortsätzen der Schale als „Ovum hispidum'''' zu bezeichnen; die verschiedenen Arten wären dann als Ovum hispidum hystrix Cleve, paucispinosum Cleve, hrachiolatum Moeb. usw. aufzuführen". Dieser Vorschlag ist in der vorliegenden Abhandlung befolgt worden. Alle diese eigentümlichen Eiformen sind, wie auch bereits Lohmann hervorhob, für das Ver- ständnis des Lebens im Meere von besonderem Interesse. Wenn sie erst in reicherer Zahl durch Beschreibung und Abbildung festgelegt sein werden, und wenn weitere Angaben über ihr Vorkommen gesammelt sind, kann die Zusammenfassung der charakteristischen Formen in Gruppen und die Abgrenzung ihrer Verbreitung den Nachweis ihrer Zugehörigkeit wesentlich erleichtern. Diesem Zweck soll die nachfolgende Beschreibung der von der Deutschen Südpolar-Expedition gesammelten Pterospermen, Eier und Cysten dienen. I. Pterosperinaceoii. Unter obigem Namen faßt man eine Gruppe einzelliger, wahrscheinlich pflanzHcher Organismen zusammen, die durch verschiedene Merkmale gut charakterisiert sind. Sie haben eine kugelige Gestalt, sind von einer verhältnismäßig festen Hülle umgeben, auf welcher eine oder mehrere senk- recht stehende Membranen befestigt sind. Ist nur eine Membran vorhanden, so umgibt sie den Organismus in Form eines Gürtels; sind mehrere vorhanden, so kreuzen sich dieselben, so daß eine polygonale Felderung entsteht. Lohmann (1904, p. 89) schildert den Bau der P t e r o s p e r m a - c e e n in seiner oben angeführten Abhandlung sehr eingehend und stellt die bisher bekannt gewordenen Arten zusammen, indem er zugleich von der Entwicklung unserer Kenntnisse dieser Organismen einen historischen Überblick gibt. Ich möchte daher auf seine Ausführungen verweisen, da in dein mir vorliegenden Material nur eine geringe Anzahl vim bereits lickanntcn Pterospermaceen enthalten ist, die auch in l)rtrcfT des feineren Baues keine neuen Aufschlüsse ergaben. Lohmann teilt die P'amilie der P t e r o s p e r m a c e e n folgendermaßen ein. A. Fliigelleisten eine einfache Membran bildend: 1. I'tem.ipenna Pouchet: Schale mit nur einer sie rings umgürtenden Flügelleiste. 2. Ptcrocystis Lohm.: Schale mit wenigen sich schneidenden Membranen, die dreiseitige Felder abgrenzen. 3. Ptewsphdcni Joehc!. (Lohm.): Scliale mit vielen sich .schneidenden Membranen, die vier- seitige oder ji () 1 y g ( I n a 1 e Felder abgrenzen. B. Flügelleisten im Querschnitt T-förmig, indem ihr freier Rand sich bandartig verbreitert: 4. I'/rniaiccus Lohm.: Sdiale mit vielen, polygonale Felder begrenzenden breiten Leisten. ScHRöDEK, Eier und Cysten. 311 Im Material der Deutsclieii Südpolar-Expedition waren nur die Gattungen Pferosperma Pouchet und Pterosphaera Joerg. (Lohm. ) mit je einer Spezies vertreten. Pterospernia moebiusi Joergens. Lohmann 1904 p. 41 u. Tafel VI. Fig. 2, 5, 7, 8, 11—13, 15, 15a. Pt. moebiusi Joerg. zeichnet sich von den übrigen Arten der Gattung durch das zarte von der Schale nicht abgesetzte Gürtelband aus, das die Flügelleiste auf der Schale befestigt. Letztere hat annähernd den Durchmesser der Schale (50 — 90 //). Diese Art wurde bisher im Nordatlantischen Ozean, Nordsee, Skagcrrak, Kattegat, Großen Belt und Nordmeer bis zum 70" n. Br. festgestellt. Außerdem wurde sie im Roten Meere gefunden. Die Plankton-Expedition erbeutete Pt. moebiusi auf der ganzen Fahrt; nur im westlichen Teile der Irminger See, ferner östlich der Südspitze von Grönland sowie an der Mündung des Amazonenstromes schien die Art zu fehlen (Lohmann 1904, p. 44). Von der Deutschen Südpolar-Expedition wurde nur ein Exemplar am 15. Mai 1903 (400 m) erbeutet und dadurch die Form für den Indischen Ozean, etwa südlich der Insel Mauritius, zueist nachgewiesen. Pterosphaera dictjon Joeugens. LniiMAXx, ]). Ki, Taf. VII, Vk. 7, 8 c. Von dieser Art fanden sich in der Gauss-Ausbeute vier Exemplare. Dieselben hatten einen Schalendurchmesser von etwa 80 ,« , während die Leisten etwa 20 u Höhe hatten. Bei allen war die Mitte der Felder mit einer ,,mit Kragen umsäumten Öffnung" versehen, wie sie bei Lohmann (Taf. VII Fig. 8) abgebildet und beschrieben (S. 46) ist. Die Exemplare wurden im Atlantischen Ozean am 11. August 1903 (200 m), am 22. August 1903 (400 m), am I.September 1903 bei St. Helena in 4'S m und dann am 7. September 1903 südwestlich von Ascension in 200 m Tiefe erbeutet. Diese Art ist vom Nordmeer, Skagerrak, Nordsee, Guineastrom, Nord- und Südäquatorialstrom und Floridastrom bekannt. In der Nordsee soll sie im Mai und August häufig auftreten, in der Ostsee fehlt sie dagegen. Von der Plankton-Expedition wurde Pt. dictyon ,,nur im Gebiet der warmen atlantischen Ströme" besonders zwischen den Kapverden und Ascension, jedoch nie häufig gefunden. Sie fehlte in der Sargasso-See. Das Verbreitungsgebiet derselben wurde durch den Fang am 11. August 1903 bis zum 30" s. Br. ausgedehnt. "t>" II. Eier. A. Eier mit liohlen Fortsätzen. Die von der Südpolar-Expedition im Plankton erbeuteten Eier wirbelloser Tiere sind meist durch verschieden ausgebildete Schwebeapparate an ihre pelagische Lebensweise angepaßt. In vielen Fällen sind es hohe Fortsätze der EihüUen, die diesem Zwecke dienen. Sie können dann entweder in größerer Zahl auf der ganzen Oberfläche der Eier regellos entspringen, oder sie zeigen eine bestimmte Anordnung. Derartige Eier, die ihres Aussehens halber auch als ,, d o r n i g e Cysten" bezeichnet wurden und auch mit den von Ehrenberg (1833) beschriebenen fossilen „Meeres-Xanthi- Deiilsflie Siidpolar-Expeilitioii, X. Zoulogie. II. 41 312 Deutsche Südpolar-Expedition. dien" verglichen wurden, gehören teilweise pelagischen Crustaceen, und zwar wahrscheinlich Copepoden an, wie Lohmann durch Züchtung nachweisen konnte. Von solchen Eiern, die Lohmann als Ova hisfida zusammenfaßt, wurden vun der Deutschen Südpolar-Expedition mehrere Arten erbeutet. Ovum liispiduin stellare Ldum. Unter diesem Namen beschreibt Lohmann (1904, S. 33, Fig. 1 u. 3) ein Ei, welches die Plankton-Expedition im ganzen Gebiet des warmen Wassers gefunden hatte. Es hatte eine farblose, kugelige Hülle mit 6—8 hohlen Fortsätzen. Der Eidurchmesser betrug 70 u, die Länge der Fortsätze 80,//. Ein ähnliches Ei wurde von Lohmann im Gebiet des Golfstromes in einem Exemplar beobachtet, nur zeichnete es sich durch den Besitz von etwa 15 Stacheln aus, die an ihrer Basis breiter waren und sich daher nahezu berührten. Der Eidurchmesser betrug 60,//, die Fortsätze 55 ,«. Dieser letztgeschilderten Form gleicht ein von der Südpolar-Expedition am 11. August 1903 (200 m) im Gebiet des Benguela- Stromes gefundenes Ei (Tai I, Fig. 6). Sein Durchmesser betrug 70,//, die Fortsätze waren etwa 60,// lang. Bei starker Vergrößerung ließ sich erkennen, daß die Enden einiger Fortsätze in 1—3 sehr feine Spitzen ausgezogen waren (Fig. 6a). Am körnigen Eiinhalt konnten keine weiteren Einzelheiten ermittelt werden. Ob das eben geschilderte Ei mit dem von Lohmann im Golfstrom gefundenen Exemplar mit 15 Fortsätzen identisch ist, läßt sich nicht sicher entscheiden, doch scheint es mir dem Aussehen nach recht wahrscheinlich zu sein. Ob die Exemplare mit wenig Stacheln indessen der gleichen Art angehören, scheint mir noch fraglich. Ahnlich dem typischen Ovum hisfidum stellare Lohm., aber bedeutend größer, ist ein Ei, welches ich als Ovum hispidum radiosum nov. ov. bezeichnen möchte (Taf. I, Fig. 1). Dieses wurde am 10. März 1903 (vert. 3000 m) im Südpolar-Mccre iimorhalb der Packeis- grenze gefunden. Sein Durchmesser beträgt 400 ,// ; die geraden, starren Fortsätze sind 800 ,/< lang. Der Dotter erschien feinkörnig ohne nähere Einzelheiten erkennen zu lassen. Er wurde von einer Membran umhüllt, die wie die äußere Hülle ziemlich derb war und sich teilweise abgehoben hatte. Ovum Iiis|)i<]uin variabile iiov. ov. (T;if. XXXVI. Fifr ;!-;,.) Diese verhältnismäßig großen höckerigen Eier wurden nur im Eismeer, nicht bei den zahlreichen Planktonfängen im Indischen und Atlantischen Ozean erbeutet. Sie wurden aus Tiefen von 100 bis 200 m, nie aus geringerer Tiefe, in den Monaten April, Juni, Juli, August, September, Oktober 1902 und Januar und März 1903 heraufgeholt und am 19. April 1902 durch einen Schließnetzfang in 100—275 m Tiefe nachgewiesen. Der Durchmesser der Scliale ohne die Fortsätze beträgt 180—230 .//. der des Dotters 120—150,//. Die zahlreichen Fortsätze haben ein sehr wechselndes Aussehen. Bei dem in Fig. 5 dargestellten Exemplar fanden sich nur höckerartige Erhebungen. Diese waren bei anderen Exemplaren etwas länger und trugen manchmal spitze feine Dorueii an den Enden. ScHKöDER, Eier und Cysten. 313 Die größte Ausbildung erreichten die Fortsätze in dem auf Fig. 4 abgebildeten Ei. Hier findet sich die Bedornung nicht nur auf den Fortsätzen, sondern vereinzelt auch auf der Fläche der kugeUgen Hülle. Auf Fig. 4a ist das Ende eines Fortsatzes stark vergrößert dargestellt. Man erkennt, daß die Dornen nicht immer einzeln, sondern manchmal auch zu mehreren vereint und dann auf einer gemeinsamen stielartigen Erhebung stehen. Der Dotter wird von einer deutlichen Membran umhüllt, die sich zuweilen abhebt (Fig. 4). Er hat eine feinkörnige Grundsubstanz, in welcher oft gröbere Brocken eingelagert erscheinen. Genaueres ließ sich nicht feststellen. Ob die in Fig. 3 — 5 dargestellten Eier identisch sind, läßt sich natürlich nicht mit Sicherheit entscheiden, doch halte ich es für wahrscheinlich. Eine große Variabihtät in der Gestalt der Fort- sätze wurde auch bereits bei einem andern Ei, Ov. hisp. hystrix Cleve beobachtet. Dieses Ei, von welchem Lohmann durch Kultur im hängenden Tropfen nachweisen konnte, daß es einer Copepoden- Art angehört, hat mit unserer Form große Ähnlichkeit, ist aber bedeutend kleiner (70 — 80 ,» Durchmesser). Oviiin hispidiini tctrabi-acliiolatnin nov. ov. (Taf. XXXVI, Fi- 7 u. 7 a.) Dieses sehr eigentümlich gestaltete Ei wurde in einem Exemplar am 19. August 1903 (400 m) im Gebiete des Benguela- Stromes gefunden. Es besitzt eine derbe, braungefärbte Hülle, die in vier Arme ausgezogen ist. Die beiden auf der Fig. 7 nach oben gerichteten Arme bilden untereinander einen Winkel, der wenig mehr als 90" beträgt, während sie mit den beiden anderen Armen, wie aus der Figur ersichtlich, ziemlich weite Winkel bilden. Eine durch die oberen Arme gelegte Ebene würde senkrecht zu der durch die unteren Arme gegebenen Längsachse des Eies stehen. Die auf der Tafel aus Raummangel wiedergegebene Stellung entspricht wahrscheinlich nicht der natür- lichen; ein derartiger frei im Wasser schwebender Körper müßte sich gerade umgekehrt einstellen. Am Ende der Arme finden sich mehrere 2 — 4 ,« lange fingerartige Fortsätze, die kreisförmig angeordnet zu sein scheinen (Fig. 7a). Der kugelige Eiinhalt wird von einer Membran umschlossen; sein Durchmesser beträgt 80 ,m, die Länge der Arme vom Mittelpunkt des Eies gemessen 160 /f, ihre Breite am Ende etwa //. Ovum iiispiiliiin gracile nov. ov. (Tnf. XXXVII, Fig. 2, 2 :i ii. 2 b.) Dieses im September 1903 (45 m) bei St. Helena gefischte Ei hat spindelförmige Gestalt, wobei die beiden Enden der Spindel noch in lange dünne Fortsätze ausgezogen sind. Es wird von einer braunen Hülle umschlossen, die um den spindelförmigen mittleren Teil des Eies verhältnis- mäßig dünn ist, beim Übergang in die Fortsätze (Fig. 2b) indessen sich sehr verdickt. Die Länge der Spindel beträgt 200 fi, ebenso die der Fortsätze, so daß sich eine Gesamtlänge von 600 u ergibt. Die Breite der Spindel ist etwa 50/', die der Fortsätze 4 /<. Der Inhalt des Eies erfüllt den ganzen spindelförmigen Abschnitt. In der Mitte desselben war ein kugeliger Einschluß wahrnehmbar. Von IjOHMANN (1904, S. 32) wurde als Ovum hispidum bispinosum ein in der Sargasso-See gefundenes zweizipfeliges Ei beschrieben, das mit unserer Form einige Ähnlichkeit hat. Der Körper 41* 314 Deutsche Siidjiolar-llxpedition. war indessen kugelig und die zarte Hülle farblos. Der Durchmesser betrug 90,», die Fortsätze hatten eine Länge von 380 — 400/'. Hieraus ergibt sich, daß die Eier wohl kaum gleichen Orga- nismcn angehören dürften. Oviiiu hispidiim gi^anieuin nov. ov. (T:.f. XXXVI 1. FiiT. 1.1 Am 13. Februar 1902 und 10. März 1903 wurde je ein Exemplar dieses Eies in der Antarktis erbeutet. In beiden Fällen waren es nur die leeren Schalen, und ein breiter Riß in denselben zeigte die Stelle, an welcher das junge Tier ausgeschlüpft war. Die Gestalt des einen Eies war kugelig, die des andern mehr eiförmig (siehe Taf. XXXVII, Fig. 1). Die Schale ist nicht besonders derb und schrumpft leicht bei Überführung in Kanadabalsam. Der Durchmesser des kugeligen Exemplars betrug 600 //, die Länge der Fortsätze ebenfalls 600 //. Bei dem abgebildeten Exemplar war der Längendurchmesser 1000/', die Länge der Fortsätze 500/». Die Breite der Fortsätze, die bis zur Spitze annähernd gleich bleibt, betrug bei beiden Exemplaren etwa 120 it. Am Ende der Fortsätze befindet sich ein Kranz fiugerartiger Ausbuchtungen, die etwa im rechten Winkel zum Fortsatz selbst stehen. Dieses Ei hat Ähnlichkeit mit einem von der Plankton-Expedition im Florida- Strom erbeutetem Exemplar von allerdings geringeren Dimensionen. Die Schale dieses von Lohmann Otnim hispidum. gigas benannten Eies hat einen Durchmesser von 390//. mit 1-20// langen Fortsätzen. Wenn auch die beiden Eier nicht identisch sind, so gehören sie doch wohl sicher naheverwandten Arten an. Ovum hisiüdinii inai^iiuni I.diiM. Im Tropengebiet des Atlantischen Ozeans am 20. und 26. August, 1., 7., 18., 21. September und 1. Oktober 1903 erbeutete die Südpolar-Expedition mehrere Exemplare dieses Eies, das am I.Sep- tember bei St, Helena in 45 m, sonst bei Fängen aus 200—400 m Tiefe gefunden wurde. Während es sonst vereinzelt auftrat, wurden am 21. September 15 dieser Eier in einem Vertikalfang mit dem mittleren Netz aus 400 m gezählt. Die braune Schale ist kugelig und hat etwa 170— 180 // Durchmesser. Sie ist mit 10 // hohen Fortsätzen bedeckt, die in einem gegenseitigen Abstand von etwa 6—8 // die ganze Schale bedecken. Distal sind sie baumartig verzweigt, und ihre Aste be- rühren sich. Nach Lohmann (1904, 8.30), der diese Eier zuerst besclirieb, soll die Art der \'erästelung indessen sehr wechseln, und auch unverzweigte Fortsätze sollen vorkommen. Ovum hispidum magnum wurde bisher schon im Florida-Strom, in der östlichen Sargasso-See, im CUiinea-Strom und Süd- ä((uatorialstrom beobachtet. B. Eier mit massiven Fortsätzen. l']i mit kei,'elfönniü;eii Fortsätzen. (T;.f. X.\.\VI1, KifT. y.j Die Gestalt dieses Eies, das am 15. Mai 1903 (400 m) im südlichen Indischen Ozean in einem Exemplar gefunden wurde, i.st kugelig. Es hat einen Durchmesser von 3(»0//. Die Hauptmasse des Inhalts war feinkörnig; in ihr eingeschlossen fand sich ein dunkleres Gebikle von 100 // Durch- messer, das in zahlreiche Kugeln (Zellen?) zerklüftet schien. ScHiiöDER, Eier und Cysten. 315 Die Hülle des Eies ist bräunlich. Auf ihr sitzen zahlreiche kegelförmige, kurze, dicke Fort- sätze, von verschiedener Größe; doch messen die längsten nicht mehr als 15 fi. Außerdem erkennt man mit stärkerer Vergrößerung (Fig. 8b) eine punktartige Struktur auf der Oberfläche, die sich im optischen Durchschnitt als radiäre Strichelung der Membran (Porenkanäle?) darstellt (Fig. 8a). In seinem Aussehen erinnert dieses Ei an das von Lohmann (1904, Taf. IV, Fig. 2) abgebildete Scomberesociden-Ei, doch ist seine Größe weit geringer (300 ti gegen 1200 — 2450 tt). Die Zugehörig- keit des Eies zu einer bestimmten Tiergruppe muß einstweilen unentschieden bleiben. Ei mit fadeiifoniiigeu Fortsätzen. (Tiif. XXXVIl, Fig. 7.) Dieses am 3. März 1902 in der Posadowsky- Bucht gefundene kugelige Ei hat einen Durchmesser von etwa 100 ,ii. Der Inhalt ist feinkörnig und enthält einen dunkleren kugehgen Einschluß (Ei- kern?). Die farblose Hülle ist mit einem dichten 20 ft hohen Besatz fadenförmiger Fortsätze versehen. C. Eier olme Fortsätze. Ei mit gallertiger Hülle. (Taf. XXXVII, Fig. 5.) Ei mit Hülle 200 ti ; der Inhalt, der einen Durchmesser von 100 ,// besaß, war gleichmäßig in polygonale Furchungszellen zerfallen. Er war von einer feinen Membran umgeben, die sich infolge der Konservierung abgehoben hatte. Fundort; Südlicher Abschnitt des Indischen Ozeans. 15. Mai 1903 (400 m). Eiersclinur in sclilaucliartiger Hiille. (T;if. XXXVll, Fig. 0.) Acht Eier von 60 fi Durchmesser von einer glashellen schlauchartigen Hülle zu einer Schnur zusammengehalten. Der feinkörnige Eiinhalt enthielt wenige größere Einschlüsse. Jedes Ei wird von einer sehr feinen Membran umhüllt. Fundort: Südärjuatorialstrom. 1. Oktober 1903. Ei mit radiärgestreifler Hülle. (Taf. XXXVII, Fig. 4.) Dieses Ei wurde am 4. April 1902 (100 m) in der Antarktis innerhalb der Packeisgrenze gefunden. Die Gestalt ist ellipsoidisch, bei einem Längendurchmesser von 140 ii und einem Breitendurch- messer von etwa 90 //. Der Inhalt ist feinkörnig und enthält einen ovalen Einschluß. Umgeben wird das Ei von einer derben radiärgestreiften Hülle, auf die nach außen eine feine Membran folgt. Im Präparat zeigten sich buckeiförmige Vorwölbungen. £i mit vakuolärcm Inhalt. (Taf. XXXVII, Fig. 3.) Die Gestalt dieses Eies ist langgestreckt ellipsoidisch, mit leicht eingeschnürtem mittlerem Abschnitt. Die Länge beträgt 260 u, die Breite 100 fi. Die Hauptmasse besteht aus verhältnis- mäßig großen kugeligen Vakuolen. Im Innern liegt ein kugeliger Einschluß von 60 n Durchmesser. Fundort: Südatlantischer Ozean im Gebiet des Benguela- Stromes. 22. August 1903 (400 m). 316 Deutsche Südpolar-Expedition. III. Ihrer TJodoiitnng iiacli unbekannte Gebilde. Fig. 2, Taf. XXXVI stellt ein kugeliges Gebilde dar, das sehr an die Ova hispida erinnert. Es hat einen Durchmesser von etwa 1000 f.i und besitzt eine Anzahl von Fortsätzen, die durch die äußere Hülle gebildet werden. Der kugelige Inhalt wird von einer feinen Membran umhüllt, von der schlauch- artige Fortsätze zu den Fortsätzen der äußeren Hülle ziehen und bis ans Ende in sie eindringen, so daß also die äußeren Fortsätze nicht als hohl zu bezeichnen sind. Der Inhalt war feinkörnig, ließ aber keine Einzelheiten im Bau erkennen. Ob dieses Gebilde ein Ei oder ein selbständiger Organismus ist, muß unentschieden bleiben, doch halte ich das erstere für wahrscheinlicher. Betonen möchte ich noch, daß es sich nicht um eines der kürzhch von Borgert (1907, Archiv für Protistenkundc Bd. 9) unter dem Namen Cornucella beschriebenen Radiolarien handelt, mit denen es einige Ähnlichkeit hat. Fundort: Antarktis, Observatory-Bay, Kerguelen. Oktober 1902. Tafel XXXVII, Figur 9 stellt ein eiförmiges bräunlichgefärbtes Gebilde vor, das von einer geschichteten Hülle umgeben ist. Das Innere stellt sich als grobes Maschenwerk dar. Länge 200 /', Breite 120 ,h, Maschenweite 40 //. Vielleicht handelt es sich um ein leeres Eikokon. Fundort: Südatlantischer Ozean. 8. August 1903 im Gebiet des Benguela- Stromes. Tafelerklärung. Tafol XXXVI. Fig. 1. Ovum ]iit:pi(Jum rndiosum. ^. Fig. 2. Ei mit Fortsätzen. ^. Fii(. 3. Ovum hiifpidum ruriahile nov. ov. ^^. Vis;. 4. Ocmn hispifhüii variiihile. ^^. Fig. 4a. Spitzen desselben stärker vergrößert. Fig. 5. Ovum hifpitium ruriahile nov. ov. ^^. Fig. 6. 0mm hispidtim stellare Lohmann. -S^. Fig. 6a. Spitzen desselben stärker vergrößert. Fig. 7. Ovum hifpiilum. ietrahrachiolatum nov. ov. -^-y^. Fig. 7a. Spitze desselben stärker vcrgröt'eit. Tafel XXXVIl. J''ig. 1. Ovum hispidum giganleum nov. o\-. ^. Fig. 2. 0mm hispidum (jracile nov. ov. ^^. Fig. 2a. Spitze desselben stärker vergrößert. Fig. 2b. Hasis der Spitze stärker vergrößert. Fig. .'}. Ei mit vakuolärem Inhalt. ^^. Fig. 4. Ei mit railiärgestreifter Hülle. ■^. Fig. 5. ]ü mit gallertiger Hülle. ^^. Fig. 6. Kier>clii'.nr mit schlaiiciiartiger Hidle. ■^. Fig. 7. Ei mit fadenförniiiien Fortsätzen. ■^. Fig. 7a. lü mit fadenförnn'pen Fortsätzen. -S-f^. Fig. 71). Membran desselben mit Zotten. ^■~: Fig. 8. Ei mit kegelförmigen Fortsätzen. '^^. Fig. 8a. Membran desselben mit Porenkanälen. Fig. 8b. Olierfläclie desselben stärker vergrößert. Fig. 9. Eikukon mit grobem Masehenwerk. ^^. Deutsche SÜDPOLAR Expedition 1901-3 Bandx Tafel XXX vii. 4 f-" loa \ y 'in T): '\ \ Ha 6 ^ '] \ '\ \n / (I m Lith.ATist,vAGih3C>i,Jena. iii'uni lic'inuT, Berliti Deutsche Südpolar Expedition 1901-3 Bandx Tafel XXXVIII. 2^ M H C<' o 2b 1.) S- ,H, .}■ J.. \ r 7b . ii" uUj l\>- Stioholonche zanclea (R. Herhvig). Diese interessante Protozoenart war 1903, als die Berichte von der Deutschen Südpolarstation erschienen i), nur vom Mittelmeer und dem warmen Gebiete des nördlichen Atlantischen Ozeans bekannt. Später wurde sie bei den internationalen Meeresuntersuchungen auch in der Nordsee und dem arktischen Meer gefunden -). Da dieselbe bei der Südpolar-Expedition nicht nur das ganze Jahr hindurch an der Gaussstation, sondern auch bei Neu- Amsterdam und im südlichen Atlantischen Ozean zwischen 25" s. Br. und dem Äquator, ferner im nördlichen Atlantischen Ozean noch bis zu 20" n. Br. beobachtet wurde, so ist es wahrscheinlich, daß Sticholonche zanclea eine kosmopolitische Verbreitung hat und nur wegen ihrer geringen Größe bisher bei andern Expeditionen übersehen wurde. Eine ausführliche Beschreibung nach lebenden Tieren hat sowohl der Entdecker R. Hkrtwig (1877, Studien über Rhizopoden. Jen. Zeitschr. f. Naturw. Bd. XI, N. F., Bd. IV, p. 324—348, Taf. XIX u. XX) als auch H. Fol (1883, Sur le Sticholonche zanclea et un nouvel ordre de Rhizopodes, Memoires de l'Institut Nat. Genevois Tome XV) veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser beiden Forscher wurden später von A. Korotneff (1891, Zoologische Paradoxen. Zeitschr. f. wiss. Zoologie Bd. 51, S. 613 — 628, Taf. 30 — 32), N. Koppen (1894. Amoebophrya sticholonchae nov. gen. et sp. („Corps Spiral" de Fol) Zool. Anz., 17. Jahrg., p.417 — 424) und A. Borgert (1897, Beiträge zur Kenntnis des in Sticholonche zanclea und Acanthometridenarten vorkommenden Parasiten (Spiralkörper Fol, Amoebophrya Koppen). Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 63. p. 141 — 186, Taf. 8) ergänzt. Während ich die meisten Angaben der ebengenannten Beobachter bestätigt fand und daher hier nicht wiederholen brauche, möchte ich doch auf zwei Punkte eingehen, nämlich auf die Spicula der äußeren Hülle und auf die Anordnung der Pseiidopodien. Hertwig beschreibt die äußere Körperhülle folgendermaßen (p. 327): ,,Die membranartige Um- hüllung liegt der Körperoberfläche nicht unmittelbar auf, sondern wird von ihr durch einen Zwischen- raum getrennt; sie wird von einzelnen Spangen gebildet, die einander bald parallel gelagert sind, bald einander kreuzen. Ihren feineren Bau sowie die genauere Anordnungsweise habe ich nicht eingehender untersucht und kann ich nur so viel hervorheben, daß durch die Stellung der Spangen buckeiförmige Hervorwölbungen der Skeletthülle bedingt sind, wie sie Fig. 1 auf Taf. XIX veranschaulicht." Fol berichtigt die Angaben Hertwigs, indem er feststellt, daß bei den lebensfrischen Tieren die Körperhülle dem Körper dicht anliegt und keine Hervorwölbungen besitzt. Dann gibt er die 1) Veröfl'entl. d. Inst. f. Meereskunde u. d. geogr. Inst, an der Universität Berlin, Heft ö, Oktober 1903, S. 152. ') C. H. OsTENFKi.D, Catalogue des Especes de Plantes et d'animaux observees dans le Plankton recueilli pendant les Ex- peditions ]ieriodiques depuis le Mols d'Aoiitl90-2 jnsf|na"nu Mois de Mai 1905 — Publieation'; de Cjrcon^tance N. iiS Kopenliague Fcvritr nm. Deulsflie Sudpolar-Kxpeiiitioii. X. Zuoloi^ie. It. 49 320 Deutsche Siidpolar-Expedition. folgende Schilderung von der Struktur der Hülle (p. 8): „Au premier abord, il semble qu'il s'agisse d'une simple membrane striee, presentant au moins deux systemes de lignes tres-fines. C'est ainsi qiie je comprenais ces Images au moment oii je fis les dessins qui accompagnent ce memoire (Fig. 8 et 9). Mais depuis lors, etant entre en possession d'un bei objectif ä Immersion homogene, j'ai pu reconnaitre sans peine qu'il s'agissait en realite d'un Systeme de petits tubes tres fin, ä parvis tres minces, qui s'entrecroisent. Ces petits tubes partent des points d'attache des faisceaux de piquants et s'etendent de lä en divergeant en forme d'etoile sur la surface du corps de Sticholonche. Les terri- toires des etoiles voisines empietent notablement les uns sur les autres, d'oü il resulte que les tubules s'entrecroisent et forment un feutre dans lequel on peut, par places, distinguer des tubes appartenant ä trois ou meme ä quatre systemes rayonnes distincts. Je n'oserais affirmer que tous ces tubules soient reunis par une membrane continue, bien que la chose me paraisse probable. C'est sur cette enveloppe feutree f|ue les piquants sont fixes par leur extremite interne." KoROTXEFF und Borgert haben die Körperhülle von Sticholonche nicht untersucht, dagegen findet sich bei Koppen eine Angabe, welche die von Hertwig als ,, Spangen", von Fol als ,, tubules" bezeichneten Gebilde erklären. Er schreibt (S. 422): ,,La couche externe du corps du Sticholonche est composee d'une substance claire quelque peu condensee qui contient un reseau protoplasmique. Cette substance claire contient aussi le squelette". ,,J'ai trouve (]ue le squelette du Sticholonche est constitue de pieces separees en formes d'aiguilles faiblement arquees et disposees autour de la base de chaque groupe de piquant radiaux. EUes sont creuses, tres tendres et ressemblent beaucoup aux piquants radiaux fins, mais s' endistinguent par le manque d'epaississements circulaires. Ces aiguilles sont renflees au milieu et s'amin- cissent vers les bouts; en coupe optique elles presentent un cercle ä double contour. EUes se forment a l'interieur du corps du Sticholonche par paquets, qui rappelloiit par li'ur aspoct les fuseaux de la karyo- kinese." Ich kann das Vorhandensein der Spicula in der äußeren Hülle von Sticholonche voll- kommen bestätigen (siehe Fig. 1 u. 2). Sie bestehen wie auch die Stacheln aus Kiesel- säure. Über ihre Anordnung zu den Stachel- bündeln kann ich nichts aussagen, da bei meinem Material die Stacheln meist abge- IS*^"*^ lallen warcMi, weshalb ich auf Fig. 1 und 2 Fig. ]. aurli nur vier Büschel dargestellt habe. Die Spicula .sind wie die Eadialstacheln hohl. Die Bildung derselben entspricht den Angaben Köppens. Hinsichtlich der Anordnung der Pseudopodien' bin ich zu einem von FoLS Angaben etwas ab- weichenden Resultat gekommen. Fol hat beschrieben, daß die Pseudopodien in vier parallelen Reihen angeordnet sind. Dies entspricht nach meinen Präjjaraten nicht ganz den tatsächlichen Schröder, Sticholonche und Wagnerella. 321 Verhältnissen, wie Fig. 3 und 4 zeigen sollen. Fig. 3 stellt einen Querschnitt durch die Kernregion der bohnenförmigen Kapsel dar. Auf der konvexen, im Bilde oberen Wand der Kapsel sind auf dem dargestellten Schnitt zehn Pseudopodien getroffen, die in vier Gruppen geteilt erscheinen, nämlich in zwei mittlere zu je drei Pseudopodien und in zwei seitliche mit je zwei Pseudopodien. Vergleicht man hiermit einen Flächenschnitt durch diese Region (Fig. 4) so sieht man, daß die Gruppen von Pseudopodien Querschnitte durch Streifen von solchen sind, die aus je drei resp. zwei Reihen bestehen und die durch mäßig breite Zwischenräume voneinander getrennt sind. Einen der Fig. 3 ähnlichen Querschnitt, auf dem indessen weniger Pseudopodien getroffen sind und die Anordnung in Streifen nicht hervortritt, hat bereits Hertwig abgebildet. 'V^ vy \ •:• 6. 9 o • Fig. a. Fig. -2. Fig. 4. Ich will an dieser Stelle noch anführen, daß sich in keinem der vielen Exemplare der Parasit Amoebophrya sticholonclme vorfand. Die genauere systematische Stellung von Sticholonche zanclea wird sich wohl erst feststellen lassen, wenn die Entwicklungsgeschichte bekannt sein wird. Das Auftreten von Sticholonche zanclea bei der Gaussstation ist von ganz besonderem Interesse, weil diese Form, die an warmes Wasser von mindestens +13° C angepaßt zu sein schien, dort bei einer Temperatur von — l,8ö''C ausgezeichnet gedeiht. Nach den einjährigen Beobachtungen ist das merkwürdige Protozoon das ganze Jahr hindurch anzutreffen. Am ungünstigsten erwies sich der Monat Mai, in welchem nur wenige Exemplare bei einem Fang aus 350 m Tiefe nachgewiesen werden konnten. Auch im Juni war die Art nur spärlich vertreten. Im Juli und August nahm dann die Zahl der Individuen im Fang langsam zu, im September trat raschere Entwicklung, ansteigend bis zum Dezember, ein, wo mit 45 000 Individuen im Fang aus 350 m das Maximum erreicht wurde. Im Januar und Februar nahm die Zahl langsam, im März schnell ab, um allmählich bis zum Minimum im Mai herabzusinken. Im Dezember, wo 17000 Individuen schon im Fang aus 50 m gezählt wurden, erschienen die tieferen Schichten weniger dicht bevölkert. Während im März bei der Station schon ein erheblicher Rückgang eingetreten war, so daß ein Fang aus 300 m Tiefe nur 2000 Exemplare ergab, wurden im freien, von losen Schollen bedeckten Eismeer am 15. März 1903 noch 24000 Individuen im Vertikalfang mit dem mittleren Planktonnetz aus gleicher Tiefe 322 Deutsche Südpolar-Expeditioii. erhalten. Zum erstenmal für den Indischen Ozean wurde Sticholonche am 27. April 1903 bei Neu- Amsterdam nachgewiesen, dann wurde sie im Atlantischen Ozean am 22. August 1903 unter 25" s. Br., am 1. September 1903 bei St. Helena, am 11. September 1903 bei Ascension, am 18. — 21. September 1903 unter dem Äcjuator und am 13. Oktober 1903 unter etwa 20" n. Br. erbeutet. Wagnerella borealis (Mereschkowsky). 1878, Mereschkowsky in: Mein. Ac. St. Petersb. Ser. 7 v. 20. 1879, Mayer in: Zool. Anz. v. 2. 1881 ., „ „ „ „ 4. Wagnerella borealis ist bekanntlich eine der Heliozoen, die sich von der Mehrzahl dadurch unterscheiden, daß sie vermittelst eines Stieles festsitzen. Der Körper ist kugelig mit zahlreichen radiären hohlen Kieselnadeln versehen. Der bis etwa 1 mm lange zylindrische Stiel enthält in seiner Wandung bogenförmig gekrümmte hohle Kieselspangen. An der Basis des Stieles findet sich eine sockelähnliche Protoplasmamassc, in welcher gewöhnlich der Kern liegt. Diese eigenartige Heliozoe war bisher nur aus dem weißen Meer (Merkschkowsky) und dem Mittelmeer (Mayer) bekannt. Nunmehr wurde sie durch die Deutsche S ü d p o 1 a r - Expedition auch für die Antarctis nachgewiesen. Sie fand sich in einigen Exemplaren zusammen mit dem in diesem Werke bereits beschriebenen festsitzenden Radiolar Podactindius sessüis Ol. Schr. auf Bryozoen und anderen Fremdkörpern, die in der P o s a d o w s k y - B u cht gefischt worden waren. Durch diesen interessanten Befund dürfte es wahrscheinlich gemacht sein, daß Wagnerella borealis eine kosmopolitische Verbreitung besitzt. DIE BIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER ANTARKTIS UND IHRER FAUNENGEBIETE MIT BESONDERER BKRÜCKSICHTIGUNG DER INSEKTEN WELT VON GÜNTHER ENDERLEIN (STETTIN) MT TAFEL XXXIX UND 2 ABBILDUNGEN IM TEXT 1908. Deutsche Südjiolar-Expetlition. X. Zoolog-ie. II. 43 Inhaltsübersicht. Seite 1. Umfang der antarktischen Region 327 2. Umfang des subantarktischen Ausbreitungs-Gebietes 331 3. Die horizontale Verteilung der Insektenarten 331 4. Zoogeographische Beziehungen der Antarktis zu anderen Regionen 333 A. Beziehungen der entomologischen Fauna der antarktischen Region zur Archiplata- Region 334 B. Beziehungen der entomologischen Fauna der Archiplata-Region zur australischen Sub- Region 336 C. Beziehungen der entomologischen Fauna der Archiplata-Region zur neuseeländischen Subregion 339 D. Entomologische Beziehungen zum Kapland und Madagaskar 339 5. Der biogeographische Einfluß des Südpols und seine geologischen Ursachen 341 A. Neuseeland — Antarktis 346 B. Antarktis — Archiplata 347 C. Antarktis — Afrika und Madagaskar 348 D. Antarktis — Australien 350 6. Die Bipolarität der biogeographischen Reiche 352 7. Rückblick 358 8. Kurze Zusammenfassung der Hauptresultate 359 43* 1. Der Umfang der antarktischen Region. Die Südpolarforschimgen haben auf das bestimmteste ergeben, daß die antarktische Vereisung ein ausgebreitetes Festland überdeckt, das stellenweise hoch über den Meeresspiegel emporragt und als der sechste Kontinent bezeichnet werden kann. Trotzdem nun naturgemäß die Landfauna und Landflora dieses Kontinents entsprechend seiner fast gänzlichen Vereisung sehr kümmerlich ist und nur wenige Formen umfaßt, ist die Lebewelt außerordentlich charakteristisch. Die Einheitlichkeit der Fauna wird allerdings kaum durch die Insekten zu erweisen sein, da die Insektenfauna mit Ausnahme weniger Formen auf die Westantarktis (Grahamland, Ludwig-Philippland mit den vorgelagerten Inseln: Süd Shetland-Inseln, Süd Orkney-Inseln und Süd Sandwich- Inseln) beschränkt und so ein Vergleich nicht möglich ist. Ein einziges Insekt ist vom Viktorialand und aus der Westantarktis zugleich bekannt und dies ist ein Robbenparasit {Antarctophthirus ogmorhini Enderl.), der also nicht direkt in Betracht ge- zogen werden kann. Außer der Robbenverbreitung ist es hauptsächlich die Verbreitung der Vögel ^), welche die Einheitlichkeit der Fauna der Antarktis sicherstellt. Das Heard-Marion-Gebiet^), Heard-Eiland, Kerguelen, die Crozet-Inseln und die Marion-Inseln (Prinz Eduard-Insel und Marion-Insel) haben auffällige Beziehungen zueinander. Die beiden ersten liegen gegenwärtig auf einem flachen Plateau, auf dem durchschnittlich 200 bis 300 m Tiefe gelotet 3) wurden; der ehemalige Zusammenhang ist also auch geologisch gesichert. Wie weit früher eine Verbindung zwischen Kerguelen, den Crozet-Inseln und den Marion-Inseln bestand, ist noch nicht genügend bekannt. Die Trennung dieser letzten drei Inselgruppen scheint jedoch älter zu sein, da von den sieben gemeinsamen Gattungen der Crozet-Inseln (Posscssion-Insel) und Kerguelen nur vier Spezies auf beiden zugleich vorkommen, und zwai: Antarctophytosus atriceps (Waterh.) Tullbergia antarctica LuBB., Isotoma Börneri Enderl. und Cnjflofijgus reagens Enderl. (Hierzu kommt noch Cam- ponotus Werthi FoR.). Die Gattung Ectemnorhinus besitzt auf Kerguelen sechs Spezies, auf den Crozet-Inseln zwei Spezies. Eine höchst auffallende Differenz weisen die Vertreter dieser letztgenannten Gattung von den beiden Inselgruppen auf; während nämlich die auf Kerguelen heimischen Spezies mit 1) Keichenow, Die Vögel des Weltmeeres. Deutsche Südpolar-Expedition Bd. 9. Zoolog. Bd. 1, p. 435--567, Taf. 45— 50. 32 Abb. im Text. -) Ich fasse dieses Gebiet mit den üljeiseeischeu Inselgipfeln nach den beiden Endpunkten als das H e a r d - M a r i o n - Gebiet zusammen; es stellt biogeograpliisch eine Einheit dar. ^) Chun, Aus den Tiefen des Weltmeeres. 1. Aufl., p. 264. 328 Deutsche Südpolar-Expedition. Haaren bedeckt sind, die nur sehr schwach schuppig abgeplattet und auch schmal haarartig langgestreckt sind und nur bei Ectemnorhinus brevis Waterh. etwas kürzer und schwach schuppig verbreitert sind, haben die auf Possession- Insel der Crozet-Gruppe lebenden Arten, wie auch die dieser Insel eigentümUche Gattung Xanium Enderl. {X. Vanhoeffenianum Enderl.), entsprechende Gebilde von kurzer und breit schuppenförmiger Gestalt auch diese Differenzierung deutet eine relativ längere Trennung an. Von den Marion-Inseln sind (mit Aus- nahme von zwei Parasiten vom braunen Albatros aus der Nähe dieser Gruppe) bisher noch keine Insekten zu uns gekommen, aber die floristischen Beziehungen erweisen mit Sicherheit auch ihre Zugehörigkeit; eine Pflanzenspezies ist sogar allen diesen Inseln gemeinsam, nämlich die Pringlea antiacorhutica (Kerguelenkohl), eine ganz eigenartige phanerogame Pflanzengattung, die nirgends anderswo einen zweiten Gattungsvertreter aufweist. Um so näher sind die Beziehungen zwischen Kerguelen und der Heard- Insel. Die sieben von der letzteren bekannten Spezies sind sämtlich identisch mit denen von Kerguelen, nur weichen sie durch Färbung und besonders durch die geringere Größe meist nicht unbeträchtlich ab. Ein auf- fälliges Moment zeigt aber auch, daß die Lostrennung in nicht allzu junger Zeit geschehen sein kann.i) Canonopsis sericeus Waterh. der Heard-Insel hat nämHch nicht nur einen wesentlich anderen Habitus in Verbindung mit einer viel geringeren Größe wie die Stammform, sondern es haben sich sogar morphologische Differenzen herausgestellt, die bei der Mehrzahl der Stücke vor- handen sind; aber es zeigen doch einzelne Exemplare eine so starke Näherung an die Stammform, daß es nicht angebracht erschien, sie als besondere Spezies aufzufassen. Sie stellt demgemäß eine Subspezies (subsp. heardensis Enderl.) dar, die aber, wenn die Übergänge zur Stammform gänzhch verschwinden, sich in eine Spezies umwandeln dürfte. Wir haben es also hier mit einer ent- stehenden Art zu tun. Die der Heard-Insel benachbarten Macdonald-Inseln sind zweifellos auch biogeographisch der Heard-Insel anzuschließen, doch sind bisher noch keine Belege hierfür gebracht worden. Die im pazifischen Südquadranten gelegene Insel Peter I. und nordwestUch davon die Dougherty- Insel sind faunistisch noch unerforscht, ebenso die im atlantischen Südquadranten befindliche Bouvet-Insel, bei der gleichfalls eine wissenschaftliche Untersuchung wegen der schwer zugäng- lichen Küstenbildung und der starkbewegten See bisher nicht möglich war. Die Beziehungen des Heard-Marion-Gebietes zur Antarktis sind entomologisch weniger deutHch als die anderer Gebiete. Die Ornithologie und Küstenfauna-) bietet mehr Anhaltspunkte. Die starke Näherung der Macdonald - Gruppe (Macdonald- und Heard-Insel) an das antarktische Festland legt dies schon nahe. Entomologisch ist besonders die Tatsache hervorzuheben, daß der Cryptopyyus reagens Enderl., der über Crozet-Inseln, Kerguelen und Heard-Insel verbreitet ist, sehr nahe mit dem Cryptopygus antarcticus Will, der Westantarktis (Grahamland usw.) verwandt ist. Aber es ist wohl anzunehmen, daß die zahlreichen endemischen Gattungen des Heard-Marion- Gebietes weitere Vertreter in der Antarktis besessen haben, die durch die polare Lage des Kontinents ') Aus anderen Gebieten der Zoologie finden sich .uif liiT IIi-;iid-Insel besondere Spezies, die mit Arten von Kerguelen allerdings meist sehr nahe verwandt sind. *) G. Pfeffer, Die niedere Tierwelt des antarktischen Ufergebietes. Ergebn. der Deutschen Südpolar-Expeditionen. AUgcra. Teil. Bd. 2, 17, 1890, 120 p. Endeklein, Biologische Bedeutung der Antarktis. 329 verniclitet worden sind. Auf weitere geologisch-biogeographisclie Gründe werde ich später näker eingehen. Die beiden im atlantisch-indischen Südquadranten gelegenen Inseln St. Paul und N e u - Amsterdam haben in einigen Punkten und besonders in ornithologischer Hinsicht Beziehungen zur antarktischen Region. Das Vorkommen eines besonderen Pinguins, des Eudyptes chrysolofhus Reichenow, der zwar dem Eud. clirysocome (L.) Forst, von der Kerguelen-Insel sehr nahesteht, aber doch gut unterschieden ist, rechtfertigt eine Einfügung in diese Region; Reichenow (1. c.) vertritt diese Ansicht vom ornithologischen Standpunkt. Von den 18 von St. Paul und Neu- Amsterdam erwähnten Insekten sind nur 12 näher bekannt, die 10 Gattungen angehören. Von diesen 10 Gattungen sind 7 Kosmopoliten oder wenigstens weit verbreitete Gattungen, während nur 3 endemisch sind, und zwar: Antagonasfis Enderl., Telma- togeton Schin. und Parapsyllus Enderl. Diese Anwesenheit einer Reihe kosmopolitischer Gattungen unter Berücksichtigung des Vorherrschens endemischer Gattungen im Heard-Marion-Gebiet und unter Hinblick auf die isolierte Lage der St. Paul-Neu Amsterdam-Gruppe läßt den Verdacht aufkommen, daß diese beiden Inseln niemals mit einem Festlande oder einer anderen besiedelten Insel zusammengehangen haben, sondern daß, nachdem sie im Meere entstanden, ihre Besiedelung einzelnen Zufälligkeiten zuzuschreiben ist und so die Fauna wie die Flora eine zusammen- gewürfelte ist. In erster Linie dürfte hierbei der Mensch in Frage kommen, durch den zweifellos eine Reihe von Formen verschleppt wurden ^). So ist der auf St. Paul lebende Myriopod der Familie JuUdae zugehörig, die, streng genommen, nur aus Europa und dem Mittelmeergebiet sicher nach- gewiesen worden sind; zudem ist die Gattung nur aus West- und Mitteleuropa, die Spezies aus Nordwesteuropa (Friesland, Rügen, Berlin, Stuttgart, Dänemark, Schweden und Nord f rankreich) bekannt [Cylindroiulus frisius Verh. ). Von gleichem Gesichtspunkte ist auch das Vorkommen von zwei Spinnen {Teutana grossa C. L. Koch und Theridium tepidariorum C. L. Koch) zu beur- teilen, die beide durch Schiffe über die ganze Erde verbreitet worden sind. Eine dritte Spinne, die Tetragnatha gulosa L. Koch ist vielleicht ähnlich verschleppt, sie ist nur von Neu- Seeland und St. Paul bekannt; jedoch ist immerhin hier das Auftreten in Neu- Seeland sehr auffällig. Zweifellos erwiesen sind die Verschleppungen für Callifhora vomitoria L. var. antarctica Schin. und Homalomyia canicularis (L.), die aus Europa stammen. Obiger Verdacht wird aber neben der Anwesenheit von drei endemischen Gattungen durch die Anwesenheit einer ganzen Reihe endemischer Spezies widerlegt. Die Angliederung an die antarktische Region wird sehr erschwert durch die Differenz des Klimas, welche die Differenz der Formen natürlich erscheinen läßt. Neben den ornithologischen Be- ziehungen sind ntir zwei sichere — jedoch indirekte — Argumente für eine AngUederung anzu- führen. Die Carabiden- (Pogoninen-) Gattung Antagonasfis Enderl. läßt nämlich sicher die Be- ziehungen zur Archiplata-Region und von Neu- Seeland erkennen, indem sie am nächsten mit Trofidofterus Solier, Merizodus SoL. und Homalodera Sol. verwandt ist, die dem j\jchiplata- gebiete (Chile) angehören, von denen die erstere auch aus Neu- Seeland nachgewiesen und auch über die Anden- Brücke bis nach Mexiko ausgebreitet ist (vgl. unter St. Paul und Neu- Amsterdam). ') Eine kleine Niederlassung auf St. Paul wird zeitweise von Fischern aus R^union bewohnt. Australische Walfiscli- fänser benutzen St. Paul schon seit lans:er Zeit als Station. 330 Deutsclie Südpolar-Expeditioii. Das Südpolargebiet in enfomologischer Begrenzung. JA-. Beobflchtotos Peckois (n. Fricker .^vu, Äußerste Packelsgronzo „ *~ * AuQorsto Eisberggrenzo „ ■■ -■ ■" Nordgronie der antarkl. Region „ des subantarkt. Ausbr.-Geb. SA. Schwingungskr. d. Pol-Pendulatlon /(.J(. Kulminationskrols Enüerlein, Biologische Bedeutung der Antarktis. 331 Ferner ist die Spinne: Tetragnatha gulosa L. Koch von Neu- Seeland und St. Paul bekannt (vgl. p. 341). Ich schließe mich aus diesen Gründen der Auffassung Reichenow's an, die Neu- Amsterdam- St. Paul-Gruppe der antarktischen Region anzugliedern. Es würde demnach die antarktische Region in drei Subregionen zerfallen, und zwar in: 1. die antarktische Subregion (Antarktis und vorgelagerte Inseln, vgl. p. 332), 2. die Heard-Marion-Subregion (Heard-Marion-Gebiet, vgl. p. 332), 3. die Neu Amsterdam- St. Paul-Subregion (Neu Amsterdam - St. Paul- Gruppe im Indischen Ozean). 2. Umfang des subantarktischen Ausbreitungsgebietes. Aus praktischen Gründen habe ich hier ein subantarktisches Ausbreitungsgebiet angenommen, das aber heterogene Faunenelemente vereinigt und nur durch die ähnliche klimatische Lage und ähnliche Beziehungen zur Südpolarregion eine gewisse Begründung hat.*) Dieses Gebiet vereinigt Elemente verschiedener Faunen unter dem Gesichtspunkte ähnlicher Lagerung und ähnlicher klimatischer Beeinflussung durch die Nähe des Südpolargebietes^ also Formen, die gewöhnlich als subantarktische Formen bezeichnet werden. Beteiligt sind hierbei die Archiplata-Region-) und die neuseeländische Region. Ob die Tristan da Cunha-Insel und die Gough- Insel einzureihen sind, erscheint mir zweifelhaft; sie haben sowohl Beziehung zxa Südspitze von Afrika wie zur südamerikanischen Fauna. Die dem subantarktischen Ausbreitungsgebiete zugehörigen Elemente zerfallen demnach in zwei Gruppen: a) Die zur Archiplata-Region (die chilenische Region von Wallace) gehörigen Inseln: Feuerland, Falklands-Inseln, Süd-Georgien. Sie haben viel Ähnlichkeit miteinander und eine Reihe von endemischen Gattungen gemeinsam, die sich auch nicht nach Patagonien hinüberziehen. b) Die zur Neu Seeland- Subregion gehörigen Inseln: Auckland - Inseln, die Campbell- Insel und Macquarie-Inseln. Auf letzterer lebt ein der Insel eigentümlicher Papagei, der mit Arten von Neu- Seeland und von den Auckland-Inseln verwandt ist; von Insekten ist aber von dort noch nichts zu uns gelangt. Vielleicht gehören hierher auch die Emerald -Inseln und die Royal Company-Inseln. 3. Die horizontale Verteilung der Insektenarten. Aus der folgenden Tabelle ist die Anzahl der bis jetzt bekannten Insektenarten jeder Lokalität ersichtlich. Es ist ohne weiteres anzunehmen, daß dies nur ein Bruchteil der vorkommenden Spezies ist. Vor allem ist von einer ganzen Reihe von Inseln noch kein einziges Insekt zu uns gelangt. In erster Linie werden in dieser Hinsicht die Marion-Insel, die Prinz Eduard-Insel, die Macdonald- ^) Es sei der Hinweis gestattet, daß die in anderen Teilen dieses Werkes gegebenen geographischen und geologischen Gruppienmgen von den hier gegebenen zoologischen abweichen. v. Drygalski. =) Jhering, The history of neotropical region. Science, aweekly Journal. New Series (New York). Vol. 12, 1900, p. 857— 864, sowie das erst kürzlich erschienene zusammenfassende Werk: Jhering, Ai-clihelenis und Archinotis; Leipzig 1907. Deutsche SUdpolar-Expeditioii. X. Zeulogie. II. 44 332 Deutsche Siidpolar-Expedilion. Inseln, die Süd Sandwich-Inseln, die Macquarie-Inseln und die Campbell-Insel wichtige Funde mit Bestimmtheit bringen. Aber auch die unzugänglichsten Länder, wie z. B. die gänzlich vereiste Bouvet-Insel, werden sicher auch noch einzelne Insektenarten aufweisen, zumindest auf dem Eise herumhüpfende Collembolen. Auch die Parasiten der Vögel und besonders der Robben, die leider noch immer allzusehr vernachlässigt sind, werden wichtige Aufschlüsse geben. Näher auf die horizontale Verteilung der einzelnen Spezies und Gattungen werde ich im Kapitel über die zoogeographischen Beziehungen der Antarktis zu anderen Regionen eingehen. Übersicht über die Anzahl der von den einzelnen Lolialifiifen naehirewiesenen Insek(enar(eii. I. Antarktische Ilejjion. a) Die antarktische Subregion. !•) 1. Antarktisches Festland mit den vorgelagerten Inseln a) Graham-Land (mit Ludwig Philipp-Land) b) Gerlache-Kanal (Belgica-Kanal) c) Victoria-Land d) Geikie-Land e) König Eduard VII. -Land f) Coats-Land g) Enderby-Land h) Kemp-Land i) Kaiser Wilhelm II.-Land (Gaussberg) k) Knox-Land 1) Budd-Land m) Balleny-Land n) Totten-Land o) North-Land p) Clarie-Land ([) Adelie-Land r) Wandel-Insel (Ilc Both Wandel) s) Hovgard-Insel Anzahl der Insektenarten. 11 2 11 1 1 1 (eingeschleppt!?) t) Harry- Insel u) Paulet-Insel 2. Peter I.-Insel 3. Süd Shetland-Inseln 4. Süd Orkney-Inseln 5. Süd Sandwich-Inseln r>. Dougherty-Insel 7. Bouvet-Insel Die Hcard- Marion 8. Macdonald-Insebi im Gerlache-Kanal 6 2 1 1 4 3 Subregion'). ') Vpl. FiißiK.tc 2, p. :!27. Enderlein, Biologische Bedeutung der Antarktis. 333 a) östliche: Heard-Insel b) westliche: Macdonald-Inseln 9. Kerguelen 10. Crozet-Inseln a) Possession-Insel b) Schweine-Insel c) Ost-Insel d) Pinguin- Inseln e) Apostel-Inseln 11. Marion-Inseln a) nördliche: Prinz Eduard-Insel b) südliche: Marion-Insel c) Die NeuAmsterdam-St. Paul-Subregion. 12. Insel St. Paul 13. Insel Neu-Amsterdam Anzahl der Insektenarten. 7 54 (davon 7 eingeschleppt) 23 (davon 4 als Larven oder — in Bruchstücken) 15 (davon 1 eingeschleppt) 7 (davon 2 eingeschleppt) II. Subiiiitiirktisches Ausbreitungs-Gebiet. a) Zur Neu Seeland- Subregion gehörig: 14. Auckland-Inseln 21 15. Campbell-Insel — 16. Macquarie-Inseln — b) Zur Archiplata-Kegion gehörig: 17. Süd-Georgien 13 18. Falklands-Inseln a) Ost-Falkland ) 43 b) West- Falkland I 19. Feuerland zahlreicher 4. Zoogeographische Beziehungen der Antarktis zu anderen Regionen. Zunächst stelle ich hier nur die Beziehung in entomologischer Hinsicht zusammen, um erst später auch weitere Momente aus anderen Gebieten hinzuzuziehen, die die gefundenen Resultate bestätigen und bekräftigen. Direkte Beziehungen zwischen dem antarktischen Festlande und einem benachbarten Gebiete sind nur an der Stelle schrittweise festzustellen, an der das Festland der Antarktis am weitesten nach Norden vordringt. Südlich von Amerika erstreckt sich das Festland weit über den 64. Breiten- grad bis fast an den 63.", die anschließenden Inseln des Belgica-Kanales und der Bransfield- Straße (Süd Shetland-Inseln) , sowie auch die Süd Orkney-Inseln- und die Süd Sandwich-Inseln liegen noch weiter nördlich. Naturgemäß sind an den anderen Stellen die Beweise der Beziehungen zu 44* 334 Deutsche Südpolar-Expedition. den benachbarten Festländern vernichtet, da das Land nicht so weit vordringt und vom Eise völlig beherrscht wird, aber die Beziehungen aller benachbarten Länder untereinander weisen uns den Weg, diese verlorenen Beziehungen noch zu erkennen. Die Organismen zerfallen vom biogeographischen Standpunkte hinsichtlich ihrer Verbreitung in vier Hauptgruppen: a) Kosmopoliten. Es sind dies entweder sehr alte Formen (Familien, Gattungen oder Spezies) oder aber junge sehr anpassungsfähige Formen (z. B. PapiHo, Calosoma, Cicindela, Aphodius, Psocus, Coniopteryxusw.) b) Die A'erbreitung ist 1 o k a 1. c) Die Verbreitung liegt in meridialer Symmetrie i), d. h. die Formen (Familien, Gattungen oder Spezies) treten symmetrisch zum Äquator auf. Diese Erscheinung ist vorzugsweise so zu erklären, daß die Formen auf das Gebirge wanderten und über das Äquatorialgebiet hinweg kamen — - zum Teil wurde dies an gewissen Stellen durch äquatoriale Verschiebungen noch begünstigt — und in gemäßigteren Zonen wieder in die Ebene herabsteigen konnten. Beispiele meridialer Symmetrie von Gattungen und auch vielen Spezies finden sich besonders zahlreich in Afrika (z. B. lulodis [Buprestidae], Asida, Adesmia [Tenebri- onidae], Pentodon [Dynastini], Apterogyna [Mutillidae] usw.). d) Die Verbreitung liegt in transversaler Symmetrie'). d. h. die Formen (Familien, Gattungen oder Spezies) treten symmetrisch zur Linie der Pol- bewegung (Schwingungskreis ') auf (z. B. Japan — Kalifornien). Nur die unter b und d genannten Formen werden geeignet sein, Aufschlüsse über frühere Zu- sammenhänge zu bringen und im folgenden werden eine Reihe von Belegen aus entomologischem Gebiet zusammengestellt. A. Beziehung der entomolog-isclien Fauna der antarktischen Region zur Archiplata-Region. An dieser Stelle gehe ich nur auf die Beziehungen der südlichsten Teile Südamerikas zur Antarktis ein. Zunächst fällt die Häufung eigenartiger endemischer Gattungen in der Süd- spitze des Archiplata-Gebietes in hohem Grade auf. So kommt die Tenebrionidengattung Hydromedion nur auf Feuerland. Magellanstraße uiul Süd-Georgien vor; auf Feuerland und Magellanstraße in 6 Spezies, auf Süd-Georgien in 2 Spezies, fehlt aber auf den dazwischenliegenden Falklands-Inseln. Eine Fliege ist über Feuerland, Falklands- Inseln und Süd-Georgien verbreitet, nämlich Paractora fuegiana Bigot. Die Carabiden-Gattung Lissopterus und die Tenebrionidengattung Parahelops ist nur über Feuerland (1 resp. 4 Spezies) und Falkland (1 resp. 2 Spezies) verbreitet. Die Dytisciden-Gattung Lancetes ist über Süd-Georgien (1 Spezies), Falklands-Iusehi (1 Spe- zies), Feuerland (2 Spezies) und über Patagonien, Chile und Argentinien in mehreren Arten ver- breitet; auf eine einzige Art aus Neu- Seeland werde ich später zurückkommen. Die Curculioniden- Gattung Listroderes hat eine ähnliche Verbreitung über Chile, Argentinien, Patagonien, Feuerland M SiMHinii, Dil' IViululationstheoric. 1908, p. 26— 28. Endehlein, Biologische Bedeutung der Antarktis. 335 (4 Spezies) und Falklands-Inseln (13 Spezies), fehlt aber auf Süd- Georgien; die Carabiden- Gattung Antarctia ist in gleicher Weise verbreitet; von den 22 bekannten Äxten leben 4 in Feuerland und 1 auf Falkland. Rein endemische Gattungen finden sich ferner: auf Süd-Georgien2 {Perimylops, Crymus); auf den Falklands-Inseln 3 {Falklandius, Zalusa und Chondachorutes *)); auf Feuerland eine größere Anzahl, von denen ich erwähne: Antarctonomus, Brachyhelops, Hornibius, Tauroce- rastes, (Coleoptera): Hyadesimyia, Ischnothrix (Diptera); Antarctoperla (Plecoptem) ; Salpis {Lepi- doptera). Eine Verbindung stellt ferner mit der Westantarktis die CoUembolen- Gattung Cryptopygus dar, die von Feuerland, Falklands-Inseln, Süd-Georgien, Süd Orkney-Inseln, Süd Shetland-Inseln und von Grahamland bekannt ist, und die wir schon in einer für das Heard-Marion-Gebiet charakte- ristischen Art kennen gelernt haben. Einen überraschenden Anschluß stellt schheßlich das einzige bisher von der Antarktis bekannte höhere Insekt dar, eine flügellose Fliege, die Belgica antarctica Jacobs, die die nächste Verwandt- schaft mit der Jacobsiella mcujellanica (Jag. ) aufweist. Bei Belgica sind die Taster drei bis viergliedrig, die Klauen einfach, bei Jacobsiella die Taster eingliedrig, die Klauen der Länge nach gespalten. Interessant ist dabei, daß die viel weiter reduzierte Jacobsiella so weit nördlich auftritt und die weniger reduzierte Belgica dem südlich gelegenen Grahamland angehört. Charakteristische endemische Coleopteren-Gattungen der Archiplata-Region sind ferner noch: Cincindelidae: Agrius. Carabidae: Ceroglossus, Systolosoma, Brachycoelus, Monolobus, Antarctonomus, Migadops, Cascellius, Odontoscelis, Boripus, Habropus, Merizodus, Homalodera. Coprophiige Scarabaeiden: Eucranium, Glyphoderus, Stenodactylus, Bolbites, Ennearhahdus, Oruscatus, Trox, Frickius, Taurocerastes. Melolonthinae : Macrosoma, Maypa, Athlia, Accia, Liogenys, Lisirionyx, Homalochilus, Pachro- dema, Myloxena, Diaphylla, Schizochelus, Chremastodes, Haplodema, Aegolasia, Apterodema, Prio- nophora. Rntelidae: Brachysternus, Tribostethes, Aulacopalpus, Oogenius, Catoclastus, Amblyterus. Djnastidae: Oryctomorphus, Thronistes. Elateridae: Anacantha, Anaspasis, Hexaulacus, Acrocryptus, Ovipalpus, Somomecus, Anius, Medonia, Parallotrius, Osorno, Adolesches, Compsoctenus, TihionemM, Grammophorus, Antitypus, Pseudiconus. Tenebrionidae: Im südlichen Archiplata außerordentUch formenreich: 33 Gattungen mit 107 Arten. Chile und Patagonien gemeinsam sind 11 Gattungen: Hylithus, Thinobates, Megalophrys, Scoto- bius, Emmalodera, Nyctelia, Epipedonota, Cerostena, Psectrascelis, Praocis und Heliophygus. 5 Gattungen sind auf Chile beschränkt: Arthroconus, Nyctopetus, Trachyderas, Oligocara und Cyplionotus. ^) Dr. C. BÖRNER liegt eine neue Spezies dieser Collembolen-Gattung von Südwest-Australien aus derHARTMEYERSchen Ausbeute vor. ggß Deutsche Südpolar-Expedition. 6 Gattungen haben schließlich Patagonien und Feuerland gemeinsam: Platesthes, Dolphus, Parahelops. Cliitonisctis und Brachyhelops. Ceriunbjcidae: Die Gattungen Chiles, Argentiniens und Patagunieus sind zum großen Teil endemisch und haben meist gar keine Beziehungen zu Archamazonien: Micropsalis, Acanthi- nodera, Microplophorus, Supüus, Halycidocrius, Cherrocrius, Holopterus, Spathopygus, Uragus, Orion, Syllitus, Pseudocephalus, Cheloderus, Oxypeltus, Syhilla, Adalhus, Stenorrhopcdus, Necydalopsis, Callisphyris, Hephaestion, Callideriphus, Calydon, Hornibius, Hoplonotus, Microdeptes, Brachy- chilus, Emphytoecia, Helminda, Saepisenthes. Von diesen Gattungen sind folgende auf Patagonien beschränkt: Spathopygus, Uranus, Sypilus, Halycidocrius und Cherrocrius. B. Beziehungen der entomologisclien Fauna der Arcliiplata-Region zur australischen Sub-Region. Hyinenoptera. Mit dem auffäUigsten Beispiel der Beziehungen der Archiplata-Region zur australischen Region will ich gleich beginnen, es ist die durchaus eigenartige Hymenopteren-Familie der T h y n n i d e n , die auf beide Gebiete und auf die Neu-Guinea-Region beschränkt ist, und die durch die Flügel- losigkeit des Q ein ganz besonders sicheres biogeographisches Beispiel darstellt. Diese Familie wird zwar im südlichen Südamerika durch besondere Gattungen repräsentiert, aber sie sind so nahe untereinander verwandt, daß sie auch heute noch nicht selten als eine Gattung aufgefaßt werden. Die Arten sind außerordentlich zahlreich in Australien und in Archiplata findet sich auch eine größere Anzahl von Spezies; nicht eine einzige Spezies findet sich in der eigenthchen neotropischen Region (Archiamazonia), nur auf den Kordilleren ziehen sie sich entsprechend der auf der Karte Tafel XXXIX angegebenen Nordwestgrenze Archiplatas an hochgelegenen Stellen bis nach Peru. Von der Hymenopteren-Familie Scoliidae weist die Gattung Cosila 7 Spezies in Australien, 2 — 3 in Archiplata und 1 Spezies in Madagaskar auf. Coleoplera. Cicindelidae. Ein hervorragendes Beispiel ist auch die altertümhche Cicindeliden-Subfamilie Megacephalinae, besonders die Gattung Megaceplmla Latr. ( = Tetracha Hope). Sie ist in zahlreichen Spezies über Australien, Südamerika und Südafrika verbreitet. Ihre leichte Beweglichkeit und Anpassungs- fähigkeit hat dieser Subfamilie ermöglicht, sich zum Teil auch in die Tropen auszubreiten und in einzelnen Fällen auch die Tropen zu überschreiten. Das einzige Band in entomologischer Beziehung zwischen der Neu Amsterdam-St. Paul-Gruppe uiul Archiplata ist die Carabiden- (Pogoninen-) (Jattung AulMjonaspis P]nderl., die auch zugleich ein Band zu Neu-Seeland darstellt und deshalb von großer Bedeutung sein dürfte. Die am nächsten verwandten Gattungen sind, wie erwähnt, Tropidopterus Sol., Merizodus Sol. und Honm- Enderlei N, Biologische Bedeutung der Antarktis. 337 lodera Solier, die sämtlich dem Archiplata-Gebiet (Chile) angehören; erstere kommt auch in Neu- Seeland vor und ist über die Anden- Brücke nach Mexiko verbreitet. Carabidae. Zwei Carabiden-Gattungen Cascellius und Baripus sind nahe verwandt mit einer australischen Promecoderus; eine zweite Carabiden-Gattung Lecanomerus hat eine Spezies in Chile und Australien. Lucanidae. Eine Lucaniden- Gattung Streptocerus ist nahe verwandt mit der australischen Gattung Lam- prima. Nach KoLBE 1) finden sich überhaupt bei den Lucaniden und zwar bei den Chiasognathinen ausgezeichnete Beziehungen zwischen Südamerika und Austraüen. Es finden sich in Südamerika: Pholidotus (3 Arten in Brasilien); Chiasognathus (4 Arten in Chile, 1 in Peru, 1 inBohvien); Sphenognathus (15 Arten über die Andenkette von Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Venezuela); Streptocerus (2 Arten in Chile). In Australien: Lamprima (13 Arten in Australien und Tasmanien); Neolamprima (2 Arten in Australien, Tasmanien und Neu-Guinea); Homolamprima (1 Spezies); Phalacrognathus (1 Spezies); Cacostomus (1 Spezies); Ryssonotus (4 Spezies). Zugleich finden sich in Neu- Seeland 1 Gattung (Dendroblax mit 1 Spezies) und in Südafrika 1 Gattung {Colophon mit 2 Spezies in Caffraria). Ebensolche Beziehungen weisen die Syndesinen auf, die nur 2 Gattungen umfassen: in Südamerika: Hexaphjllum (1 Spezies in den Anden von Kolumbien, 1 Spezies in Brasilien); in Austrahen: Syndems (4 Spezies in Australien, Tasmanien und Neu-Kaledonien). Scarabaeidae. Canthoniaae. Nahe Beziehungen sind zwischen den australischen Aulacopris und Lahroma und der Gattung Deltochilum Südamerikas. Die Gattung Epilissus findet sich in einzelnen Arten in Australien, Südamerika, Südafrika und in zahlreichen Arten in Madagaskar (24 Arten). Anoplognathinae. Sie bewohnen nach Ohaus -) in Südamerika ausschließlich die westlichen Abhänge und hohen Lagen der Kordilleren (bis 3500 m hoch) von ganz Süd- und Zentralamerika, nur die Gattung Platycoelia ist auf der Ostseite der Kordilleren bis zum Hochland Brasiliens herabgestiegen. Sonst kommen sie nur noch in Australien vor: Die Gattungen sind folgende: Australien : Repismus, Calloodes, AnoplognatJms, Anoplostethus, Epichrysus, Schizo- gnathus, Trioplognathus, Homotropus, Amblochüus, Amblyterus usw.; Südamerika : Phalangogonia, Tribostethes, Leucopelaea, CcdlicMoris, Platycoelia, Avla- copalpus, Brachysternus, die zum größten Teil der Archiplata angehören und nur auf den höchsten Erhebungen der Anden weiter nördlich gehen. ') KoLBE, Coleopteren der Hamb. Magalli. Sainmelreise. 1907, p. 26. ^) Ohaus, Stett. Ent. Zeit. 1906, p. 63. 338 Deutsche Südpolar-ExpediUon. Die Broscinen sind über Archiplata, Australien und Neu- Seeland in zahlreichen Gat- tungen, allerdings auch auf der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet, fehlen aber in den Tropen. Buprestidae. Viel Beziehungen sind zwischen Archiplata und Australien. Besonders hebe ich hervor: Die chilenischen Curis-Aiten ^) bilden eine parallele Reihe zu den austrahschen Arten der gleichen Gattung; in ähnlicher Weise bei Acherusia. Die Arten der südamerikanischen Gattung Conognatlia sind äußerst nahe verwandt mit den zahlreichen Arten der austrahschen Stigmodera. Cerambycidae. Sibylla, Adalbus, Phantagoderus Südamerikas haben Beziehungen zu austrahschen Gattungen. Syllitus und Pseudocephalus sind nur über Chile und Austrahen verbreitet. Hamrtmtocerus kommt in Brasihen und Austrahen (1 Spezies) vor. Cleridae. Natalis besitzt 21 austraUsche Spezies (Austrahen, Neu-Guinea, Neu-Kaledonien) und 3 chile- nische Arten; Eleale 33 Arten in Austrahen und Neu-Holland, 1 Spezies in Chile. Tenebrionidae. Cyphaleus hat 7 Spezies in Austrahen, 1 Spezies in Chile. Gonocephalum mit nur 2 Arten aus Archiplata (1 Buenos Aires, 1 Chile) hat die meisten und nächsten Verwandten in Austrahen. Toxicum besitzt eine chilenische Art; weitere Verbreitung Australien, Südafrika, Süd- und Ostasien. Adelium artenreich in Austrahen, Tasmanien, Neu-Kaledonien, Neu- Seeland usw. und nur noch in 2 Arten in Chile. Rhipidoceridae. Callirrhipis lebt sowohl in Austrahen wie in Archiplata. In Archiplata findet sich noch Polymer ins; in Austrahen Ennometes, Rhipidocera und Psacus. Lepirtoptera. Papilionidae. Die australische Gattung Eurycus ist nahe verwandt mit der Gattung Euryades (Archiplata). CoUembola. Sminthuridae. Die Gattung Katianna Born, 1906 enthält Spezies aus Archiplata und nach persönlicher Mitteilung Dr. Börners auch aus Austrahen. Die Gattung Rosiriopes Born. 1906 ist über Neu- Guinea, Chile und Madagaskar verbreitet. (Die Gattung Sminthurus Latr. fehlt in der Süd- hemisphäre völlig.) Poduridae. Achorutinae. Die Gattung C hondach orutes WAHr.c.R. ist in 1 Spezies von den Falkhinds-Inseln {Ch. tuher- culatus Wahlgr.) bekannt, V>v. Börner liegt eine 2., noch unbeschriebene Spezies aus Südwest- Austrahen aus der HARTMEYERschen Ausbeute vor. ') Kerremans, Ann. Soc. Ent. Belg. T. 38, 1894, p, 113. Endeklein, Biologische Bedeutung der Antarktis. 339 C. Bezieliungen der entomologisclieii Fauna der ArcMplata-Region mit der neuseeländiscilen Sub-Region. Hjnienoptera. Uroceridae. Brachyxiphus mit 2 Spezies in Chile und 1 Spezies in Neu- Seeland. Coleoptera. Broscinae. Archiplata beherbergt folgende Gattungen: Odontoseelis, Baripus und Creobius, die Beziehungen zu den 6 neuseeländischen Gattungen: Mecodema, Metaglymma, Oregus, Brullaea, Diglymma und Acallistus haben. Lucanidae. Chiasognathinae. Nur in Südamerika (4 Gattungen), Australien (ü Gattungen), Südafrika (2 Gattungen) und Neu- Seeland (1 Gattung: Dendroblax mit 1 Spezies); vgl. unter B. Scarabaeidae. Canthoninae. Neu-Seeland hat 1 endemische Gattung Saphobius (mit 10 Spezies). Beziehungen zu Süd- amerika, Madagaskar (sehr artenreich). Südafrika, Australien; einzelne Arten in Indien (Cassolus) und Japan (Panelus). Elateridae, Von den Pomachiliinen sind die chilenischen Gattungen Aniiis, Deromecus, Medonia und Somo- mecus mit den neuseeländischen Gattungen Betarmon, Protelater und Panspaeus nahe verwandt. Dytiscidae. Die sehr eigenartige Gattung Lancetes lebt in einer Reihe von Spezies auf Feuerland, Chile, Argentinien, Falkland (1 Spezies), Süd-Georgien (1 Spezies) sowie 1 Spezies auf Neu-Seeland. Curculionidae. Die nur im Archiplata-Gebiet in zahbeichen Arten vorkommende Gattung Listroderes hat zweifellos Beziehungen zur ebenfalls endemischen Gattung Empoeotes von Neu-Seeland ^). Carabidae, Die Pogoninen- Gattung Tropidopferus SoL. ist aus Chile und Neu-Seeland bekannt und ist über die Andenbrücke bis Mexiko verbreitet. D. Entomologisclie Beziehungen zum Kapland und Madagaskar. Von einer ganzen Reihe von Beziehungen der südafrikanischen Fauna zu Archiplata, Australien und Neu-Seeland hebe ich einige auffällige hervor. 1) Vgl. Enderlein, Die Eüsselkäfer der FaUdands-Inseln. Stett. Eut. Zeit. 1907, p. 36—69 (p. 40). AR Deutsche Sildpolar-Expedition. X. Zoolog:ie. II. ^^ 340 Deutsche Südpolar-Expedition. Coleoptera. Lucanidae. Chiasognathinae. Colofhon (2 Spezies in Südafrika) vertritt hier die Subfamilie, die nur noch aus Australien (6 Gattungen), Neu-Seeland (1 Genus) und Südamerika, besonders Archiplata (4 Genera) bekannt ist. Cicindelidae. Die in Madagaskar endemische Gattung Pogonostoma ist mit der südamerikanischen Gattung Ctenostotna verwandt. Die Gattung OdontochUa hat Madagaskar und Afrika mit Südamerika gemeinsam. Die schon erwähnte Verbreitung (p. 336) der SubfamiHe Megacephcdinae, besonders der Gat- tung Megacephala Latr. (= Tetracha Hope) in zahlreichen Spezies über Australien, Südamerika und Südafrika ist charakteristisch. Zweifellos sind die Beziehungen der sehr altertümlichen Amhlychilinen [Pycnochile Motsch ( = Agrius Chevr.) von Archiplata (Magellan), Omus und Am- hlychila über die Andenbrücke nach Nordamerika gelangt] zu den Mantichorinen und Platychüinen vom Kapland. Carabidae. Die madagassische Sphaerostylis hat Beziehungen zu südamerikanischen Gattungen. Homalosoma ist nur über Australien, Neu-Seeland und Madagaskar verbreitet. Cerambycidae. Phüocalocera hat Beziehungen zu südamerikanischen Gattungen. Hjnienoptera. Scoliidae. Cosüa hat 1 Spezies in Madagaskar, 2 — 3 in Archiplata, 7 in Australien. Zweifellos ist auch die eigenartige Vespiden- Subfamilie Masaridae, die zahlreiche Arten in Austra- lien und in Kapland aufweist, hier aufzuzählen, obgleich einzelne Arten an anderen Stellen sich finden, die aber auch nicht gegen eine Annahme der Einwanderung von der Antarktis her seit dem Eozän sprechen. Eine auffällige Beziehung der antarktischen Fauna zu Südafrika will ich nocli anfüliren: Die einzige im antarktischen Gebiet (Kerguelen) gefundene Ameise der Camponotus Werthi For.>) ist nahe mit dem Cnmponotus niveosetosus Mayr vom Kap verwandt; besonders interessant ist, daß nach einer brieflichen Mitteilung von Forel diese Spezies ,, entschieden einen madagas- sischen Charakter" hat'-). Allerdings sind die auf Kerguelen gefundenen Stücke im Stationshaus gefunden worden und ich habe deshalb Bedenken-'), ob es sich wirklich um eine endemische Kerguelen- Spezies handelt; es könnte mit Materialien sehr gut durch die Deutsche Südpolar-Expedition von Kapland, wo dieselbe anlegte, mit nach der Kerguelen-Insel verschleppt worden sein; es müßte sich aber in diesem Falle neben C. niveosetosus Mayr noch diese zweite nahe verwandte Spezies ') Forel, A., Bullet, de la Soci6t6 Vaudoise des Sc. nat.; Lausanne. Vol. XI. IV. lüOS. Nr. 1()2, p. 18-21. ') Sie i.st am nächsten verwandt mit C. Luhhoch For. von Madapascar. •'•) Diese Bedenken sind durch das nachträgliche Auffinden von ('. Werthi FoK. auf den Crozet-Inseln gehoben. Enderlein, Biologische Bedeutung der Antarlitis. 341 dort (Kapland) finden, die bisher noch nicht von dort nachgewiesen ist. Frühere Expeditionen haben auf Kerguelen nie Spuren von Ameisen bemerkt und unter den Insekten- Bruchstücken aus der Moosfauna wurden auch weder von Kerguelen noch von den Crozet-Inseln Bruchstücke von Ameisen gefunden. Trotz alledem bleibt noch ein gutes Teil Wahrscheinlichkeit, daß dieser be- deutungsvolle Fund wirklich endemischer Natur ist. Collenibola. Sminthuridae. Die Gattung Rastriopes Born. 1906 ist über Neu-Guinea, Chile und Madagaskar verbreitet. Arachnoidea. Araneidea. Agelenidae. Die Gattung Myro Cambr. 1876 ist nur von der Kerguelen -Insel und vom Kapland in je einer Spezies bekannt; die Kerguelen- Spezies findet sich auch auf den Crozet-Inseln. E. Entomologisclie Beziehungen der antarktischen Region (Neu-Amsterdam- St. Paul-Subregion) zur neuseeländischen Subregion. Das einzige entomologische Zeugnis der ältesten Verbindung der Antarktis mit Neu- Seeland ist die Carabiden- (Pogoninen-) Gattung Antagonaspis Enderl. von Neu- Amsterdam, deren am nächsten verwandte Gattung Tropidopterus SoL. von Chile und Neu- Seeland bekannt und über die Kordillerenbrücke auch nach Mexiko gelangt ist. Eine Spinne: Tetragnatha gulosa L. Koch ist von Neu- Seeland und St. Paul bekannt, doch muß man hier immerhin eine Verschleppung durch Schiffe mit in Betracht ziehen. 5. Der biogeographische Einfliiss des Südpols und seine geologischen Ursachen. Schon Wallace ^) trennte den südlichen Teil der neotropischen Region, Feuerland, Falklands- Inseln, Süd-Georgien, Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay und die Andenkette bis an den Äquator umfassend von der übrigen neotropischen Region als chilenische Region ab. Jhering-) hebt später den durchgreifenden Unterschied markant hervor und nennt diese Region die Archiplata -Region im Gegensatz zur Archiamazonia-Region. Letzteren Namen habe ich beibehalten und dem zwar älteren WALLACEschen als schärfer bezeichnend vor- gezogen. Schon frühere Autoren rechneten mit der Möglichkeit einer früheren Landverbindung zwischen Südamerika und Australien, nahmen aber eine später unter Wasser getauchte Landbrücke in jetzigen gemäßigten Breiten an, was jedoch unter Berücksichtigung der außerordentlichen Meeres- tiefen nicht wahrscheinlich ist, zumal eine andere Annahme natürlicher erscheint. 1) Wallace, Die geographisclie Verbreitung der Tiere (Deutscli von A. B. Mej'er). Dresden 1876, 2 Bände. 2) Jhering, The history of neotropical region. Science, a weeldy Journal. New Series (New Yorli). Vol. 2, 1900, p. 857—864. 45* 3^-7 Deutsche Siiilpular-Expeditiun. • Auch Wallace 1. c. erkennt die auffälligen Beziehungen dieser beiden Erdteile an, erklärt sie aber als zufällige Verschleppung durch Wind, Eis, Vögel, Treibholz, schwimmende Inseln usw. usw. Daß diese Erklärungen für alle die fundamentalen Übereinstimmungen völlig ver- sagen, beweisen die Verhältnisse bei vielen stark genäherten Faunen, wo die beste Gelegenheit hierfür wäre, und sie doch tatsächlich nicht im geringsten in Frage kommen, ich erinnere nur an die Verschiedenheit von Feuerland und Patagonien, auf die Darwin schon hinweist, und besonders auch auf die Verschiedenheit stark genäherter Inseln an der Grenze der orientalischen und australischen Region. Auch Jacobi (Zeitschr. Ges. f. Erdk. Berlin. Bd. XXXV, Heft 3. 1900. p. 152) weist auf die Unhaltbarkeit der WALLACEschen Deutvmgen hin. Erst NoRDENSKJÖLD^) Stellt auf Grund seiner Fossilienfunde fest, daß die Antarktis einst ein anderes, ein wärmeres Klima besessen hatte, und schließt auf die Wichtigkeit der Antarktis für die Tierverbreitung. Auch Kolbe -) schließt sich dieser Ansicht an und bringt eine Reihe von Beziehungen coleoptero logischer Natur, die ich auch mit erwähnt habe; er erklärt sie aber durch die Annahme, daß im Eozän das Klima auf der ganzen Erde gleichmäßig gewesen sei. Nachdem die geologische Tatsache der Klimaveränderung und in erster Linie der Klimaver- änderung in Zentraleuropa (Eozän bis Diluvium = Tropen bis Eiszeit) sich für die Beurteilung phylogenetischer und biogeographischer Fragen immer mehr in den Vordergrund gedrängt hatte, nahm die Bedeutung derselben durch die Theorie Reibisch's ^), daß die Pole eine langsame, durch die geologischen Zeitalter verfolgbare pendelnde Bewegung ausführen und dies die Ursache der klimatischen Verschiebungen sei, eine greifbare Gestalt an''). SiMROTH ^) erkennt die fundamentale Bedeutung dieser P o 1 p e n d u 1 a t i o n für die Phylogenie der Organismen. Sein eingehendes Werk ist zugleich das Fundament seiner modernen B i o g e o g r a p h i e. Leider wird bei diesen Ausführungen der Südpol und seine Bewegung nicht berücksichtigt. Alle Organismen sollen sich in dorn Landgebiet, das von dem Kreis der Polbewegung ( Schwing ungs kreis) getroffen wird, in dem also die größten Differenzen des Klimas in den verschiedenen geologischen Perioden eingetreten sind, aber nur auf unsereren nördlichen Halbkugel, also in Zentraleuropa, entwickelt und von hier aus verbreitet haben. Schon an der Hand des vorstehend angeführten Tatsachenmateriales aus dem Gebiete der Entomologie erkennt man mit Sicherheit, daß nicht allein der Nordpol, sondern auch der Südpol daran beteihgt ist, und daß zwei herrschende Gebiete der Entstehimg und Verbreitung der organi- schen Formen bestehen. Um nun auf diese Fragen näher einzugehen, ist es zunächst von größter Wichtigkeit, sich klar zu machen, welche Rolle das antarktische Festland in den oinzolnon geologischen Perioden gespielt ') NoRDKNSK.iöi.i), (». ..Aiilmktik", zwei Jiiliic In Schnee iiiul lüs am Sii(l|)(il. 'J Hdo. lleiitHch: Heiüii I1KI4. ") KoLiiE, t'oleopteia der llanib. Muf^alh. Saiiiiueheise. J'JUT, 5 Karten, 12.") p. ') Reibisch, P., Ein Gcstaltungsprinzip der Erde. 27. Jahresberiehl. Ver. f. Krdk. zu I)res(hii liMil. p. Id.") 121. II. lltiir). p. 39-5:?. 2 Karten. *) Die naelisteliendeM weilreleheiulen Anslulirun^i'H über die \Vaiuleiiini;en der TIeiwelt nnd IViihere l.andzusaninieii- hiliif. Kreiciigai'EK, Die Ä(|ii;M(iii;ilfr:iL'i' in